pentium hat geschrieben:Ari@D187 hat geschrieben:augenzeuge hat geschrieben:[...]Der ukrainische Generalstab gab an, die russische Armee habe seit Ausbruch des Krieges bereits bis zu 40 Prozent ihrer Einheiten verloren. [...]
Putin meinte heute, dass alles nach Plan läuft.
Ari
Welchen Plan...?
Es wird schon einen Plan (Gefechtsdokumente) gegeben haben.
Altes Soldatensprichwort: "Ist der Plan auch gut gelungen, verträgt er dennoch Änderungen" oder aber, "Der Plan klappt bis zum ersten Schuss."
Also werter Pentium, ohne Plan geht gar nichts beim Militär, egal auf welcher Seite. Es wäre ansonsten ja zu blöde, den Dnepr längs, anstatt quer zu forcieren.
Es gibt in jeder Armee dieser Welt, die Handlungen des Kommandeurs nach Erhalt der Aufgabe. Die setzt sich aus bestimmten Überlegungen zusammen um die gestellte Aufgabe zu erfüllen, die in Reihenfolge abzuarbeiten sind und in dessen Konsequenz, sich die Idee der Handlungen, zu einem Entschluss entwickelt, aus dem sich sodann der Gefechtsbefehl / die Aufgabenstellung an die unterstellten Truppenteile und Verbände entwickelt.
Ich werde jetzt nur einige Punkte benennen:
-Beurteilen der Lage
+ welche eigenen Kräfte stehen mir zur Verfügung um die Aufgabe zu erfüllen (umfassende Einschätzung der Moral, des technischen Zustandes, der Auffüllungsstände Menschen, Technik Material usw.)
+ welche Kräfte des Gegners stehen mir gegenüber (hier ebenfalls Moral, technischer Zustand, siehe oben)
+ Geographische Gegebenheiten (Gebirge, Hindernisse - hier vor allem Wasserhindernisse, Gebirge, Waldmassive, Sümpfe usw., Engen, Städte (umgehen o. durch) usw,
+ Wetterbedingungen (Einfluss auf Waffenwirkung, Unterbringung, Spezialausrüstung)
+ Nachbarn (Handlungen eigener Truppen rechts und links)
- Klar machen der Aufgabe (was soll, bis wann und wo, mit welchen Kräften, erreicht werden?)
+ was kann ich mit eigenen Kräften erreichen, wo muss der Vorgesetzte unterstützen?
+ Wo liegt meine Haupt- oder Nebenrichtung und welche meiner Truppen werden dort handeln?
+ Trennungslinien und Abschnitte (Nächste Aufgabe, folgende Aufgabe, Endräume usw.)
- Entschlussfassung (aus dem Entschluss entwickelt sich der Gefechtsbefehl / die Aufgabenstellung an die Truppen)
+ "Zur Erfüllung der mir gestellten Aufgabe habe ich mich entschlossen, ... "
+ Gefechtsbefehl / Aufgabenstellung an jeden Truppenteil (Aufklärung, Infanterie, Ari, Pioniere, Chemische Truppen, Truppen der rückwärtigen Sicherstellung usw.)
- Kontrolle
Nach Erteilung der Aufgabenstellung / Gefechtsbefehl beginnen die unterstellten Kommandeure den gleichen Ablauf der Kommandeursarbeit mit Ihren unterstellten Einheiten.
Danach erfolgt das OZW (Organisation des Zusammenwirkens - meistens in Form einer Rekognoszierung)
Hier werden bis auf die Minute bestimmte Handlungen abgestimmt, auch unter Beachtung und Einbettung der Handlungen des Vorgesetzten (z.B. Schläge der Fliegerkräfte, des Einsatzes von Ari. oder der Handlungen von Luftlandeeinheiten, vermutete Richtungen von Gegenangriffen des Gegners, zu sperrende Richtungen und Räume usw.
Das was ich eben schrieb ist natürlich sehr unvollständig aber es soll aufzeigen, dass kein Kommandeur ohne Planung in einen Gefecht eintritt. Wie lange dieser Plan stand hält, steht auf einem anderen Blatt, weil nur der Gegner, selbst bei bester eigener Aufklärung, weiß, was er machen wird. Und nach dem ersten aufeinander Treffen kann man den Plan meistens vergessen und die Kommandeure im Gefecht, müssen reagieren und selbständig handeln.
Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.