

S51 hat geschrieben:Das war aber bitte nicht die Grenze an sich und auch noch nicht der Zaun 1. An diesem befanden sich, falls die Bilder stimmen, ab Sorge auch Zaunminen 701.
So richtig klar wird nicht, ob der Vorfall nun im Bereich der Kompanie Elend (dort gab es keine Minen) oder Sorge passiert ist.
Bei der Situation an sich muss man, so geschockt man auch ist, die Umstände beachten. Wie will man sehen, ob der Flüchtige erst 15 Jahre ist? Dunkle Kleidung auf dunklem Wald? Wenn er lief, nicht stehen blieb, war die Anwendung der Schußwaffe seinerzeit gerechtfertigt und gefordert. "Nachgetreten", das heißt, noch mal gefeuert, als keiner mehr rannte, haben die damaligen Grenzer nicht. Auf keinen von beiden. Es ging ihnen also nicht ums Töten, auch nicht ums Verletzen. Man kann sich streiten, ob man schießen muss, wenn jemand zurückrennt. Denn da wären bei nüchterner Betrachtung vielleicht doch Festnahmehandlungen durch Einsatz von Abriegelung oder Hunden möglich gewesen. Aber den einfachen Soldaten in ihrer Panik (was passiert, wenn der uns jetzt entwischt - Schwedt?) kann man einen solchen Vorwurf nicht machen. Die haben ihren Dienst doch meist nach dem Motto verrichtet "Bloß nicht..." Und nun passiert genau das. Da sind alle vernünftigen Gedanken sonstwo. An so etwas wollten sie ja oft nicht denken, also hatten sie auch keinen "Plan", allenfalls Schema F wie "Feuer". Wer den Stab über die Soldaten bricht, möchte sich erst mal selbst in einer solchen Streßsituation beweisen.
Das war eben das System.
gruß hp![Hallo [hallo]](./images/smilies/hallo.gif)
augenzeuge hat geschrieben:Na S51, ich habe so ein wenig das Gefühl, du versuchst hier etwas zu rechtfertigen, was nicht zu rechtfertigen ist.
Einen Warnschuß gab es wohl nicht???
Aber auch du musst natürlich die Kenntnisse bekommen, die ich habe. Deshalb habe ich mal zwei Dateien beigefügt. Lies mal zunächst die beiden letzten Seiten der datei sorge.pdf! In der anderen findest du auch eine Lageskizze und handgeschriebene Dokumente.
Was sagst du zu den von vielen Grenzern mitgehörten Satz von Hauptmann Stefan Brehme, Politoffizier der Sorger Einheit: "Jetzt blutet das Schwein aus."
Ich glaube, der war ganz anders als unser Rainman.....leider.
Das hier die jungen Soldaten vor so einem Menschenjäger, so sehe ich den Hn. Hauptmann, Angst haben mußten, kann ich nachvollziehen....
Deine Meinung zum Dokument würde mich interessieren....
AZ
karl143 hat geschrieben:Ich empfinde das Verhalten nach den Schüssen eigentlich genauso erschreckend und abgebrüht, wie die Schüsse selber. Wie mit den Angehörigen umgegangen wurde spricht eigentlich für sich. Es lief eigentlich immer alles darauf hinaus, alles geheimzuhalten. Was müssen die Angehörigen empfunden haben, zur Zeit der Trauer? Das kann man eigentlich nie wieder gutmachen. Es bleibt ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.


Bergmensch hat geschrieben:Am besten lasst ihr "oetten" hier zu Wort kommen den der war dabei und hat auch Urheberrechte an dem hier eingestellten Artikel aus der Neuen Wernigeröder Zeitung.
![Hallo [hallo]](./images/smilies/hallo.gif)

![Schreien [sick]](./images/smilies/schrei.gif)
peterB hat geschrieben:es war leicht neblig und nieselte,dichter wald.
wer soll einem da einen vorwurf machen,wenn man daneben schiesst????
und die wollten nicht töten?????
BEI DIESER WETTERLAGE HABEN DIE DOCH GEZIELT GESCHOSSEN.
augenzeuge hat geschrieben:Bergmensch hat geschrieben:Am besten lasst ihr "oetten" hier zu Wort kommen den der war dabei und hat auch Urheberrechte an dem hier eingestellten Artikel aus der Neuen Wernigeröder Zeitung.
Das ist ja ein guter Tip. Hast du gemerkt, dass dein Dateianhang mit der oben stehenden sorge.pdf identisch ist....?
Dann könnte er auch etwas zu dem Wahrheitsgehalt des Artikels sagen.......
Für alle sicher sehr interessant.
Gruß, AZ
![Oops [blush]](./images/smilies/blush.gif)
Bergmensch hat geschrieben:augenzeuge hat geschrieben:Bergmensch hat geschrieben:Am besten lasst ihr "oetten" hier zu Wort kommen den der war dabei und hat auch Urheberrechte an dem hier eingestellten Artikel aus der Neuen Wernigeröder Zeitung.
Das ist ja ein guter Tip. Hast du gemerkt, dass dein Dateianhang mit der oben stehenden sorge.pdf identisch ist....?
Dann könnte er auch etwas zu dem Wahrheitsgehalt des Artikels sagen.......
Für alle sicher sehr interessant.
Gruß, AZ
Nein AZ, habe ich nicht gemerkt.
Aber meiner, den mir ötten geschickt hat, ist wenigstens schief.![]()
![]()
Dafür füge ich noch das gerade Titelblatt dazu.![]()
Unten linkes Foto,mitten drin war ich mit dabei.
![Oops [blush]](./images/smilies/blush.gif)


![Gluecklich [grins]](./images/smilies/grins.gif)
...aber das sind wir auch gewöhnt.....
![Hallo [hallo]](./images/smilies/hallo.gif)




Edelknabe hat geschrieben:Ich bin auch immer zwiegespalten, gerade bei Jugendlichen und ihren Fluchten zur damaligen Zeit, weil sie eben ...und jetzt entschuldigt drauflosliefen ohne nachzudenken, das die Sache auch tödlich enden könnte. So völlig jugendlich dumm und naiv und es gibt ja genug Beispiele, auch mit der SM-70, die traurig endeten.
Grüße Dich Edelknabe hier an Bord. Das gesamte Grenzregime der DDR war grausam, gegen die Menschen des eigenen Landes gerichtet, wenn sie der SED-Diktatur entfliehen wollten. Und den ausgetrockneten verkalkten Herrn im SED-Politbüro war klar, wenn diese Mauer nicht wäre, wären ihnen die Menschen in Massen abgehauen. Dann wäre die DDR schon eher den Bach runtergegangen. Für mich haben nicht die Grenzsoldaten schuld, die von den Machthabern des Politbüros als Wehrpflichte zum Grenzdienst und zum Verhindern von Fluchten mit Waffengewalt befohlen wurden, egal was es koste. Ich werde das Bild von dem Soldaten nicht los, der nachdem der 15jährige tot zusammenbrach, seine Kalaschnikow verzweifelt in den Dreck warf und weinte. Schuld an diesen Grausamkeiten tragen die Befehlsgeber im Politbüro, in der NVA- und Grenztruppenführung. Und es war richtig, dass einige der noch habhaft werdenden Verantwortlichen von Krenz bis Streletz sich nach der Wende in einem rechtsstaatlichen Verfahren dafür vor einem deutschen Gericht verantworten mussten. Das sollte man bedenken. Gruß hp und viele Freude und spannende Diskussionen hier
![Wink [wink]](./images/smilies/wink.gif)
Hallo Mara, es kommt darauf an mit dem Rückschicken minderjähriger Flüchtlinge aus dem Westen. Denn sicherlich wartete auf die Jugendlichen zur Abschreckung für andere Ärger in der DDR mit dem MfS... Ich war selber mit 15 kurz vor dem 13. August 1961 als 15jähriger auf der Fahrt zu Besuch bei meinem Vater in Mecklenburg noch bei meiner Tante in Berlin-Tegel. Da sich meine Eltern nie um mich gekümmert haben und ich im Kinderheim aufwachsen musste, wollten mich Tante und Onkel adoptieren. Ich bin aber kurz nochmal zu meinem Vater gefahren und wollte auf dem Rückweg wieder nach Tegel kommen, um für immer dazubleiben... Stell Dir nun vor geflüchtete Jugendliche haben drüben auch Verwandte die sie doptiert hätten? Ich weiß aber auch um den propaganstischen Krach, den die SED in der DDR in solchen Fällen vom Zaun brach wegen "angeblicher Kindesentführung durch kriminelle Westdeutsche"... Grüße Dich Mara. Und halte weiterhin die Stoßstange frei. hp
![Rose [rose]](./images/smilies/rose.gif)







oetten hat geschrieben:Hallo zusammen,
Also hier bin ich und ich war an dem besagten Tag drei Postenplätze weiter. Habe alles mit bekommen. Denn wir standen sehr dicht bei dieser Lage.
Erst einmal eines vor weg. Hätte kein Postenpaar reagiert und die zwei in Richtung westen weiter laufen lassen, dann hätten Sie am Zaun 1 den Tot gefunden. Denn zu meiner Zeit, befanden sich im gesamten Abschnitt 7 am Zaun 1 die 501.
Also Mienen am Zaun, in drei Reihen über einander, welche bei Zug oder druck ausgelöst wurden. Der Sichere Tot. Hört und liest sich blöd, war aber so.
Alle anderen Umstände taten ihres dazu bei.
Wer mir erzählen will: „ Ich hätte da vorbei geschossen!“ der war nie in einer solchen Situation.
PS. Der Postenführer hatte ein LMG mit Fuß und beide also Postenführer und Posten lagen in einer Kuhle.
Gruß oetten

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