Aha?
In einem Covid-19-Update vom 11. November 2021 wird die Belegschaft des Uniklinikums Leipzig folgendermaßen informiert:
„Der Anteil der ungeimpften Patienten beträgt auf der ITS 75 Prozent, auf der Normalstation 35 Prozent. Dementsprechend sind auf der COVID-Normalstation 65 Prozent der Patienten geimpft“.Weiter heißt es:
„Das hat den Hintergrund, dass alle SARS-CoV-2 positiven Patienten auf den beiden COVID-Stationen kohortiert werden, auch wenn diese nicht an COVID-19 erkrankt sind, sondern nur im Aufnahmescreening positiv getestet wurden. Dazu gehören auch Wöchnerinnen, gynäkologische Patientinnen, Unfallverletzte, Patienten nach Herzinfarkt etc. Das schließt eine hohe Zahl von Patienten mit Vor- und Begleiterkrankungen ein, die den Immunschutz einschränken …“
Gegen Aufnahmescreening und Kohortierung ist nichts einzuwenden. Das geschieht zum Schutz aller Patienten. Doch es wird deutlich: Patienten, die nicht wegen Covid-19 in die Klinik kommen, aber dort positiv getestet werden, gelangen in die Corona-Statistik, die somit in gewisser Weise konfundiert wird. Denn die Statistik sieht die Variable „Aufgenommen, positiv getestet, ist aber wegen anderer Behandlung hier“ nicht vor.
Die statistische Aussagekraft der Corona-Grunddaten in Sachsen – und nicht nur hier – ist dünn. Es ist u.a. zu hinterfragen:
Wie viele positiv Getestete gibt es auf wie viele durchgeführte Tests?
Wie viele sind positiv getestet und nicht symptomatisch?
Wie viele positiv Getestete und an Covid Erkrankte gelangen auf Klinik-Stationen?
Sollten Kinder, die die Infektion relativ gut und oft symptomlos durchstehen, in der Statistik anders gewichtet bzw. gesondert ausgewiesen werden?
Das bleibende Hauptproblem ist: Die Corona-Daten sind nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit, also für die gesamte Bevölkerung, denn sie stammen nicht aus einer Zufallsstichprobe. Daher ist die Aussagefähigkeit der Parameter (Inzidenzen, Klinikauslastung etc.) – wie bereits beschrieben –, die die politischen Entscheidungen beeinflussen, schwach.
AZ