72 Jahre

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Re: 72 Jahre

Beitragvon Edelknabe » 18. Oktober 2021, 11:30

Also ich verwende Hosenträger. Da ist nix Kumpel mit herunter ziehen weil, zack sind die wieder oben. Was willst du eigentlich einem Habenichts noch wegnehmen? Gib ihm lieber etwas ab von deinem Habe etwas, also ich sage dir, dann fühlst du dich gleich viel besser.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 11:34

Obwohl in der ganzen Stadt bewaffneter Männer stehen, will niemand die Verantwortung übernehmen, weder für noch gegen einen Schießbefehl.


Diese Aussage trifft die Situation wohl am ehesten. Nix mit Egon K. als Retter der friedlichen Revolution. Eher noch staatliche Verantwortungslosigkeit.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 11:36

Edelknabe hat geschrieben:Also ich verwende Hosenträger. Da ist nix Kumpel mit herunter ziehen weil, zack sind die wieder oben. Was willst du eigentlich einem Habenichts noch wegnehmen? Gib ihm lieber etwas ab von deinem Habe etwas, also ich sage dir, dann fühlst du dich gleich viel besser.

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Geht leider nicht , alles in Immobilien angelegt. [flash]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon pentium » 18. Oktober 2021, 11:40

Edelknabe hat geschrieben:Also ich verwende Hosenträger. Da ist nix Kumpel mit herunter ziehen weil, zack sind die wieder oben. Was willst du eigentlich einem Habenichts noch wegnehmen? Gib ihm lieber etwas ab von deinem Habe etwas, also ich sage dir, dann fühlst du dich gleich viel besser.

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Der Edelknabe als der Rächer der Enterbten. Der Schützer der Witwen und Weisen...Hat in dem Thread noch gefehlt.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 11:42

Vorher hat er ihnen aber noch das letzte Fahrrad abgenommen. [flash]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 18. Oktober 2021, 11:45

Das treibt nun irgendwann hunderttausende im berechtigten Zorn auf die Straße


Ich würde es begrüßen, wenn in D doch mal so wie in F oder I demonstriert werden würde. Man fragt sich ja, warum wir bei den gleichen Themen still halten, während das anderswo nicht so ist. Aber das wird nicht passieren, der Masse geht es zu gut.

Und die Regierung wird vorher soweit dagegenwirken, dass es dazu nicht kommt.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 18. Oktober 2021, 11:45

Hosenträger… einem Mann, der seinen Hosen nicht vertraut, kann man dem vertrauen? Henry Fonda in Spiel mir das Lied vom Tod
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Re: 72 Jahre

Beitragvon karnak » 18. Oktober 2021, 14:05

augenzeuge hat geschrieben:
Und die Regierung wird vorher soweit dagegenwirken, dass es dazu nicht kommt.
AZ

Da hoffe ich drauf, im engen Zusammenwirken mit dem Unternehmertum, anders geht es nämlich gar nicht, sonst bleibt es nur bei linker Tasche,rechter Tasche, viel mehr kann eine Regierung gar nicht leisten und so ein Konzept geht auf Dauer nicht auf.
Aber das ist ja nicht das Thema, das Thema ist, was wäre wenn man das mit dem dagegen und zusammenwirken nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit angeht und ein Damm der Empörung bricht, was macht man dann, bis wohin lässt man einen aufgestauten Zorn dann gewähren , oder eben nicht und durch wen lässt man die Situation als Herrschender klären?
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 18. Oktober 2021, 14:18

karnak hat geschrieben:Aber das ist ja nicht das Thema, das Thema ist, was wäre wenn man das mit dem dagegen und zusammenwirken nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit angeht und ein Damm der Empörung bricht, was macht man dann, bis wohin lässt man einen aufgestauten Zorn dann gewähren , oder eben nicht und durch wen lässt man die Situation als Herrschender klären?


Das alles hängt natürlich von der Regierung ab. So alt, bewegungslos und ahnungslos wie damals wird sie hoffentlich nie sein. Wobei das ja vielleicht auch an der unklaren Informationspolitik der Stasi gelegen haben kann...... [grin]

Egal wie auch immer, in einem bin ich mir sicher. Die Behandlung der Demonstranten wir nicht so brutal erfolgen wie in Ostberlin oder Dresden.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 14:28

So schlimm kann es mit der Empörung nicht werden , zählt man die Stimmen für CDU/CSU , FDP und AfD zusammen wählten immerhin stramme 45 Prozent nach wie vor für eine Umverteilung von unten nach oben.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 18. Oktober 2021, 14:38

Kumpel hat geschrieben:So schlimm kann es mit der Empörung nicht werden , zählt man die Stimmen für CDU/CSU , FDP und AfD zusammen wählten immerhin stramme 45 Prozent nach wie vor für eine Umverteilung von unten nach oben.


Ha, weißt du, wie viele "Untere" die AfD wählen? Mal Steffen52 fragen, der weiß das besser als ich. [grins]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 15:10

Na ja , als man damals Anton Hynkel gewählt hatte , hat wohl auch kaum einer damit gerechnet , dass ihm deshalb mal der Arsch weg gebombt wird. Deutschland sollte einfach wieder wer sein.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 15:17

Kumpel hat geschrieben:Ähm sorry Beethoven , machst du das mit Absicht oder aus Unkenntnis? Oder hältst du hier alle für doof?
Die besagte Demo in Leipzig fand am 9. Oktober statt. Der Befehl mit dem du hier herum wedelst ist allerdings vom 3. November.
Kannste mal aufklären.


Sei mir nicht gram Kumpel. Aber ich habe bei Gott nicht alle damiligen Daten im Kopf.
Der Befehl 08/89 wurde, glaube ich, bereits im September 89 erlassen, also vor dem 09.10.89

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Re: 72 Jahre

Beitragvon karnak » 18. Oktober 2021, 15:29

augenzeuge hat geschrieben:
Egal wie auch immer, in einem bin ich mir sicher. Die Behandlung der Demonstranten wir nicht so brutal erfolgen wie in Ostberlin oder Dresden.

AZ

[grin] Na ja, wenn ich mir so die Bilder in Erinnerung rufe als es noch nicht so schick war gegen Kernkraft zu sein und bei den Einsätzen gegen die 68 iger, dem Besuch vom Schah von Persien, da hat man sogar die persischen Geheimdienstler mit Dachlatten agieren lassen und weggeschaut, also SO zimperlich war man da nun auch nicht gerade. [flash].
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 15:31

Volker Zottmann hat geschrieben:Danke Pentium,
Ob so oder so, zumindest hat Kurt Masur als Hauptakteur erreicht, dass Gewalt ausblieb.

Kumpel wies schon darauf hin, dass trotz der jetzigen Diskussion Beethoven immer wieder uns in die Irre führen will. Seinen erwähnten Befehl 11/89 gab es eben zur Demo im Oktober in Leipzig noch nicht.
Ganz neu für mich, sicher für uns alle, dass Beethoven wie hier einst beschrieben, nun doch nicht dabei war in Leipzig.
Dafür aber operierte er an der Schaltstelle in Berlin.
Für mich erklärt das auch, weshalb hier seinerseits stete Beschönigung betrieben wird.

Gruß Volker


Nun komm mal runter VZ.

Was hast Du immer mit Herrn K. Masur? Sicherlich eine Persönlichkeit der Herr Gewandthauskapellmeister. Und seine Rede war aufrüttelnd aber ganz sicher kein Grund für politische Entscheidungen. Ohne Herrn Masur zu nahe zu treten, im politischen Leben der damaligen, doch recht verrückten Zeit - ein Niemand auf der politischen Bühne.

Weist Du, ich hätte es nicht schreiben brauchen, dass mit mir drei weitere operative Offiziere der Teilstreitkräfte und der ZV, mit Generalmajor D. im Lagezentrum arbeiteten.
Nur stellst Du Dir wieder mal was vor, was so nicht war.

Der General hatte keinerlei Einfluss auf mögliche Handlungen der eingesetzten Hundertschaften. Das war allein Sache der Bezirkseinsatzeinleitungen und des NVR.
Die Gruppe um General D. hatte Koordinierungsaufgaben, der Unterbringung, der Verlegung, der Versorgung, der Übermittlung von Befehlen zwischen dem Ministerium und den BEL-en und all solchen administrativen Kram.
Natürlich flossen viele Angaben in dieser Gruppe zusammen und wurden für den NVR aufgearbeitet. Aber es wurden in dieser Gruppe keinerlei Handlungen befohlen oder geleitet.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 18. Oktober 2021, 15:39

Wenn wie 89 100.000de unterwegs sind, da kommt auch keine Knüppelei hinterher, das funktioniert nur bei Minderheiten. Aber die Bereitschaft draufzuhauen, wurde bei den Atomkraftgegnern schon gezeigt. Stuttgart 21 ist das jüngste Beispiel und da durfte der Verantwortliche seinen Hut nehmen und es gab einen Regierungswechsel.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 15:45

HPA hat geschrieben:
Sämtliche Fächer welche Du hier versuchst, aus dem GEWI Unterricht auszuklammern. waren durch und durch ideologisch im Sinne der Partei eingefärbt!

Erzähle also keine Märchen!


Hm, woher weist Du das?

Na ja, ich denke in allen Fächern, selbst den rein Militärischen, wurde immer vom Standpunkt aus gelehrt.
Und Geschichte ist, ab dem Sklavenhaltern, eine Gesellschaft mit politischer, auch wenn man es damals noch nicht so erkannte, Sache zwischen den Herrschenden und den Sklaven.

Auf Ökonomie trifft das ebenfalls zu. Das ist heute nicht anders.
Selbst Theologie ist nicht frei von politischer Verbrämung, möchte ich meinen.

Aber was solls?
Entscheidend ist doch für den Soldaten, der ein in der DDR studiert hat, wie er im Leben nach der DDR klar kam. Und da haben die Männer die ich kenne überwiegend, sehr überwiegend die Kurve recht ordentlich genommen. Alles andere ist Pillepalle.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon pentium » 18. Oktober 2021, 16:07

Beethoven hat geschrieben:
Kumpel hat geschrieben:Ähm sorry Beethoven , machst du das mit Absicht oder aus Unkenntnis? Oder hältst du hier alle für doof?
Die besagte Demo in Leipzig fand am 9. Oktober statt. Der Befehl mit dem du hier herum wedelst ist allerdings vom 3. November.
Kannste mal aufklären.


Sei mir nicht gram Kumpel. Aber ich habe bei Gott nicht alle damiligen Daten im Kopf.
Der Befehl 08/89 wurde, glaube ich, bereits im September 89 erlassen, also vor dem 09.10.89

Freundlichst


Wenn wir schon mal wieder beim Herbst 89 sind, hier mal wegen der Befehle aus F. Streletz äußert sich über die Ereignisse 1989.

Die Befehle Nr. 8 und 9/89 wurden noch von Erich Honecker und die Befehle Nr. 11 und 12/89 von Egon Krenz als Vorsitzenden des NVR unterzeichnet.

Zu den einzelnen Befehlen:

Befehl Nr. 8/ 89 über „ Maßnahmen zur Gewährleitung der Sicherheit und Ordnung in der Hauptstadt der DDR, Berlin, anlässlich des 40. Jahrestages der DDR“

Dieser Befehl wurde auf Weisung von Erich Honecker erarbeitet und am 26.09.1989 von ihm unterzeichnet. Er beinhaltete schwerpunktmäßig die Aufgaben und die Verantwortung der Bezirkseinsatzleitung Berlin im Zusammenhang mit der Durchführung der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Gründung der DDR in der Hauptstadt Berlin.


Befehl Nr. 9/89 über Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung in Leipzig

Dieser Befehl wurde am 13.10.1989 unterzeichnet. Die Erarbeitung dieses Dokumentes hat eine Vorgeschichte, auf die ich kurz eingehen möchte.

Bekanntlich hat es am 9. Oktober 1989 in Leipzig eine Demonstration mit 70.000 Menschen gegeben. Man rechnete am 16.Oktober mit einer Demonstration von 120.000 bis 150.000 Teilnehmer.


...
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Re: 72 Jahre

Beitragvon pentium » 18. Oktober 2021, 16:14

Beethoven hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Danke Pentium,
Ob so oder so, zumindest hat Kurt Masur als Hauptakteur erreicht, dass Gewalt ausblieb.

Kumpel wies schon darauf hin, dass trotz der jetzigen Diskussion Beethoven immer wieder uns in die Irre führen will. Seinen erwähnten Befehl 11/89 gab es eben zur Demo im Oktober in Leipzig noch nicht.
Ganz neu für mich, sicher für uns alle, dass Beethoven wie hier einst beschrieben, nun doch nicht dabei war in Leipzig.
Dafür aber operierte er an der Schaltstelle in Berlin.
Für mich erklärt das auch, weshalb hier seinerseits stete Beschönigung betrieben wird.

Gruß Volker


Nun komm mal runter VZ.

Was hast Du immer mit Herrn K. Masur? Sicherlich eine Persönlichkeit der Herr Gewandthauskapellmeister. Und seine Rede war aufrüttelnd aber ganz sicher kein Grund für politische Entscheidungen. Ohne Herrn Masur zu nahe zu treten, im politischen Leben der damaligen, doch recht verrückten Zeit - ein Niemand auf der politischen Bühne.

Weist Du, ich hätte es nicht schreiben brauchen, dass mit mir drei weitere operative Offiziere der Teilstreitkräfte und der ZV, mit Generalmajor D. im Lagezentrum arbeiteten.
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Der General hatte keinerlei Einfluss auf mögliche Handlungen der eingesetzten Hundertschaften. Das war allein Sache der Bezirkseinsatzeinleitungen und des NVR.
Die Gruppe um General D. hatte Koordinierungsaufgaben, der Unterbringung, der Verlegung, der Versorgung, der Übermittlung von Befehlen zwischen dem Ministerium und den BEL-en und all solchen administrativen Kram.
Natürlich flossen viele Angaben in dieser Gruppe zusammen und wurden für den NVR aufgearbeitet. Aber es wurden in dieser Gruppe keinerlei Handlungen befohlen oder geleitet.

Freundlichst


@Beethoven ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen, aber du solltest dich mit den Ereignissen in und um Leipzig noch einmal genauer beschäftigen. Besonders mit den Sechs von Leipzig am Abend des 9. Oktober 1989.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 18. Oktober 2021, 16:20

Beethoven hat geschrieben:
Nun komm mal runter VZ.

Was hast Du immer mit Herrn K. Masur? Sicherlich eine Persönlichkeit der Herr Gewandthauskapellmeister. Und seine Rede war aufrüttelnd aber ganz sicher kein Grund für politische Entscheidungen. Ohne Herrn Masur zu nahe zu treten, im politischen Leben der damaligen, doch recht verrückten Zeit - ein Niemand auf der politischen Bühne.

Weist Du, ich hätte es nicht schreiben brauchen, dass mit mir drei weitere operative Offiziere der Teilstreitkräfte und der ZV, mit Generalmajor D. im Lagezentrum arbeiteten.
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Wie verquer ist nur Deine Denken oder/und Deine Erinnerung?
Ohne die Runde um Masur hätte es an den Tag gerumst. Ihm gebührt der größte Respekt. Und den erfuhr er auch!
Schäbig von Dir, dass Du seine überwältigende Leistung, nämlich die Friedensinitiative zu ergreifen, nicht würdigst.

Was habe ich denn falsch verstanden? Berlin war doch Schaltzentrale.
Und Du quasi in der Logistik sollte man nicht untern Teppich kehren. Ohne Logistik sind noch keine Kriege gewonnen worden.
Ist mir völlig Wurst, wo und was damals Deine Aufgaben waren. Sie richteten sich zuerst mal gegen das eigene Volk.
Ich hätte da ein schlechtes Gewissen und würde immer nur halb so laut tönen, wie herzzerreißend friedlich doch beispielsweise der Krenz war.

Gruß Volker
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 18. Oktober 2021, 16:22

Beethoven hat geschrieben:

Sei mir nicht gram Kumpel. Aber ich habe bei Gott nicht alle damiligen Daten im Kopf.
Der Befehl 08/89 wurde, glaube ich, bereits im September 89 erlassen, also vor dem 09.10.89

Freundlichst


Na Beethoven, wird jetzt gebastelt, was nicht zusammen passt?

Volker
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 18. Oktober 2021, 17:03

Was hast Du immer mit Herrn K. Masur? Sicherlich eine Persönlichkeit der Herr Gewandthauskapellmeister. Und seine Rede war aufrüttelnd aber ganz sicher kein Grund für politische Entscheidungen. Ohne Herrn Masur zu nahe zu treten, im politischen Leben der damaligen, doch recht verrückten Zeit - ein Niemand auf der politischen Bühne.


Wahnsinn! Hier wird die Geschichte ja völlig neu geschrieben! [angst]

Krenz hat nie ne Äußerung gemacht, in welcher er das chin. Massaker verteidigte? Die Fallschirmjäger waren nur zufällig in der Leipziger Kaserne, da es schon vorher einen Befehl des Nichteingreifens gab? Masur war ein politischer nix. Wer hat schon auf ihn gehört.

Sorry Männer, hier läuft gewaltig etwas falsch. Das ist ja nun wirklich bewiesen.....

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Re: 72 Jahre

Beitragvon pentium » 18. Oktober 2021, 17:07

augenzeuge hat geschrieben:
Was hast Du immer mit Herrn K. Masur? Sicherlich eine Persönlichkeit der Herr Gewandthauskapellmeister. Und seine Rede war aufrüttelnd aber ganz sicher kein Grund für politische Entscheidungen. Ohne Herrn Masur zu nahe zu treten, im politischen Leben der damaligen, doch recht verrückten Zeit - ein Niemand auf der politischen Bühne.


Wahnsinn! Hier wird die Geschichte ja völlig neu geschrieben! [angst]

Krenz hat nie ne Äußerung gemacht, in welcher er das chin. Massaker verteidigte? Die Fallschirmjäger waren nur zufällig in der Leipziger Kaserne, da es schon vorher einen Befehl des Nichteingreifens gab? Masur war ein politischer nix. Wer hat schon auf ihn gehört.

Sorry Männer, hier läuft gewaltig etwas falsch. Das ist ja nun wirklich bewiesen.....

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Kann schon mal passieren...
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Ari@D187 » 18. Oktober 2021, 17:24

augenzeuge hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben:Hans Modrow: Das ist einfach unzutreffend. Aus der Tatsache, dass Krenz Ehrengast beim 40. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China war, ist keine Zustimmung zu den Vorgängen auf dem Platz des Himmlischen Friedens abzuleiten. [/i]


[hallo]


Ein klare Lüge! [raus]

Zur Fortbildung hab ich etwas:

Eine Doktorarbeit: “DDR-Wirtschaftspolitik und der Mauerfall – Die Regierung Modrow im Zeichen des Systemerhalts”
https://core.ac.uk/download/pdf/304637929.pdf

AZ

Woraus leitest du die Lüge ab?

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 18. Oktober 2021, 17:34

Ari, schau mal weiter vorn, meinen Link dazu. Da steht, was Krenz wann gesagt hat.
Sinngemäß: "wir stehen auf der gleichen Barrikade, Eure Feinde sind die selben wie bei uns" Zuvor hat er deren "Lösung" gut geheißen.

Und warum sollten wir ausgerechnet einem aus dem selben Stall Glauben schenken?

Gruß Volker

Schau hier, geht schneller:
Weiter knapp drei Monate später reiste die nächste SED-Delegation nach Peking, diesmal unter Leitung von Honeckers Kronprinz Egon Krenz. Offizieller Anlass waren die Feiern zum 40. Jahrestag der Volksrepublik. Ganz im Gegensatz zu Schabowski unterstützte der ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen, der faktisch für die Bekämpfung der Opposition in der DDR zuständig war, offen die „chinesische Lösung“ der Proteste.
Klassensolidarität sei für die Kommunisten in der DDR „eine Sache der Klassenehre und Klassenpflicht“, sagte Krenz. Man stehe „auf der Barrikade der sozialistischen Revolution“ in der DDR wie in China dem gleichen Gegner gegenüber. Jiang Zemin bedankte sich bei Krenz „für die Gefühle brüderlicher Verbundenheit“.
Angesichts dessen ging unter Bürgerrechtlern in der DDR die Angst um, auch in Ost-Berlin, Leipzig oder Dresden könnte das kommunistische Regime bei oppositionellen Kundgebungen zu Gewalt greifen. Das war begründet, hatte doch bereits am 13. Juni 1989 die DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker verlauten lassen, in einer „kämpferischen Zeit“ müsse man den Sozialismus notfalls auch „mit der Waffe in der Hand verteidigen“. Die nächste Montagsdemonstration stand am 2. Oktober 1989 in Leipzig an.

Sie finden „Weltgeschichte“ auch auf Facebook. Wir freuen uns über ein Like.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 18. Oktober 2021, 17:40

und da haben wir eine ähnliche Situation wie beim Schießbefehl. Durch Suggestion und fehlender Richtigstellung wird eine Vermutung induziert, die bei den DDR Bürgern eine bestimmte Verhaltensweise hervorrufen sollte.

Hier die friedliebende, humanistische DDR etablieren zu wollen, also Bitte Beethoven, das kannst du gern bei der "LINKEN" bei der Parteiversammlung vortragen, aber nicht außerhalb dieser Blase.
Olaf Sch.
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Ari@D187 » 18. Oktober 2021, 17:49

andr.k hat geschrieben:[...]Er hat sich im Übrigen mit Erfolg gegen Behauptungen juristisch zur Wehr gesetzt, im Herbst mit der „chinesischen Lösung“ gedroht zu haben. Tatsache ist, dass ihm bei einer Klage gegen die Bundesministerin Christine Bergmann Recht gegeben wurde. Ihr wurde bei Strafandrohung von 500.000 DM vom Landgericht Hannover untersagt, die falsche Tatsachenbehauptung, die sie gegenüber der „Zeit“ geäußert hatte, zu wiederholen: „Schließlich hat uns Egon Krenz im Herbst 1989 mit dem Platz des Himmlischen Friedens gedroht.“[/i]

[hallo]

Wenn ich das richtig recherchieren konnte, ging sie damals nicht in Berufung. Solch ein Urteil ist zu akzeptieren.
Selbst Gorbatschow und Kotschemassow (Botschafter) erklärten, dass Krenz Gewalt gegen das eigene Volk abgelehnt habe.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Ari@D187 » 18. Oktober 2021, 18:00

Volker Zottmann hat geschrieben:Ari, schau mal weiter vorn, meinen Link dazu. Da steht, was Krenz wann gesagt hat.
Sinngemäß: "wir stehen auf der gleichen Barrikade, Eure Feinde sind die selben wie bei uns" Zuvor hat er deren "Lösung" gut geheißen.

Und warum sollten wir ausgerechnet einem aus dem selben Stall Glauben schenken?

Gruß Volker

Schau hier, geht schneller:
Weiter knapp drei Monate später reiste die nächste SED-Delegation nach Peking, diesmal unter Leitung von Honeckers Kronprinz Egon Krenz. Offizieller Anlass waren die Feiern zum 40. Jahrestag der Volksrepublik. Ganz im Gegensatz zu Schabowski unterstützte der ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen, der faktisch für die Bekämpfung der Opposition in der DDR zuständig war, offen die „chinesische Lösung“ der Proteste.
Klassensolidarität sei für die Kommunisten in der DDR „eine Sache der Klassenehre und Klassenpflicht“, sagte Krenz. Man stehe „auf der Barrikade der sozialistischen Revolution“ in der DDR wie in China dem gleichen Gegner gegenüber. Jiang Zemin bedankte sich bei Krenz „für die Gefühle brüderlicher Verbundenheit“.
[...]

Klingt nach klassensolidarischen Standardsprüchen, welche bereits Frau Bergmann frei interpretierte und damit offenbar nicht durchkam.

Ari
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 18:06

Von der damaligen Gemütslage der Bevölkerung hast du wenig Ahnung Ari.
Man kannte die Vokabeln der Herrscher und wusste was sie zu bedeuten hatten.
Kumpel
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 18. Oktober 2021, 18:07

Ari@D187 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben:Hans Modrow: Das ist einfach unzutreffend. Aus der Tatsache, dass Krenz Ehrengast beim 40. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China war, ist keine Zustimmung zu den Vorgängen auf dem Platz des Himmlischen Friedens abzuleiten. [/i]


[hallo]


Ein klare Lüge! [raus]

Zur Fortbildung hab ich etwas:

Eine Doktorarbeit: “DDR-Wirtschaftspolitik und der Mauerfall – Die Regierung Modrow im Zeichen des Systemerhalts”
https://core.ac.uk/download/pdf/304637929.pdf

AZ

Woraus leitest du die Lüge ab?

Ari


Krenz hat ganz klar eine Zustimmung zu den Vorgängen gegen die "Konterrevolutionäre" in China abgegeben. Bereits sein Besuch zu diesem Zeitpunkt war eine klare Zustimmung! Zig andere Staaten hatten ihre Besuche abgesagt.
AZ
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