Kumpel hat geschrieben:Das sehe ich nicht so.
Die Gründe für das Scheitern in Afghanistan sind vielschichtig und gehen von den Akteuren in der Region über das korrupte System in Afghanistan zu den massiven Fehlern beim Aufbau des Staatsapparates von Afghanistan bzw. der Duldung durch den Westen.
Die Gouverneure der Provinzen wurden zum Beispiel von Kabul eingesetzt , ohne Rückhalt in der Bevölkerung , allein schon damit hat man das Vertrauen der Bevölkerung in den afghanischen Staat erheblich verspielt.
Na ja, die bisherigen Regierungschefs und damit auch deren "Unterbeamte" waren ja Marionetten der Amis. Bei der letzten Wahl 2014 wurde zudem noch getrixt. Eine wirkliche Verankerung der Regierung im Volk gab es nie.
Zudem: Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat. Jetzt haben die Paschtunen (55% der 38 Millionen Afghanen) - daher kommen die meisten Taliban - wieder die Macht. Die meisten Menschen dort sind tiefgläubige Moslems - auch die meisten in Deutschland lebenden, die ich kennengelernt habe. Für sie ist das Leben auf Erden nur eine vorübergehende Phase. Das Paradies ist im Himmel. Dort möchten sie hin und der Weg sowie die Regeln dazu stehen im Koran. Dafür leben sie und nicht unbedingt für Freiheit, Demokratie und Frauenrechte. Das habe ich mir gestern von einem jungen gebildeten Afghanen in dieser Kurzform angehört. Und er fragte mich ganz direkt: "Was glaubst Du, warum die Taliban so schnell gesiegt haben und warum so wenig Afghanen dagegen demonstrieren?" Die Antwort: Bei vielen Afghanen haben die Taliban durchaus Sympathie. Warum ? Ich verstehe es nicht.
Das hat wenig mit der medialen Darstellung bei uns zu tun. Hier wird eher ein verzerrtes, in unsere westlichen Vorstellungen passendes Bild gezeigt.










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