Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 23. November 2011, 23:17

Interessierter hat geschrieben:Also Kerstin nur als kleiner Nachtrag: Du warst als " Andersdenkende " doch gar nicht gemeint. Das wäre ja das Gleiche, als wenn ich den ollen " Löwenthal " als Kommunisten bezeichnet hätte.



@Interessierter, jetzt machst du es dir aber sehr einfach, lies meinen Beitrag bitte richtig..., [wink]

Ich habe nicht nur von mir geschrieben!
Ich wohnte auf keiner Insel, sondern in einer Großstadt, mit sehr vielen Bekannten und Freunden und von denen wurde keiner verfolgt oder gedemütigt!!
Du hast einfach eine übertriebene Vorstellung von der Verfolgung!! [mad]

Kerstin [denken]
nightfire64
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon vs1400 » 24. November 2011, 00:08

Karin Berndt blickte kurz nach ihrem Amtsantritt in die Straßen ihres Städtchens und sagte: "Erziehen werd' ich die Rechten nicht mehr. Aber ich kann ihnen die Sauerstoffzufuhr abschneiden."

quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,799398,00.html

... es gibt also noch menschen mit zivilcourage.

gruß vs
vs1400
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon karl143 » 24. November 2011, 09:38

Der in diesem verlinkten Artikel geschriebene Satz

" Als Karin Berndt gewählt wurde, bestimmte die "Kameradschaft Oberlausitz" das Leben in Seifhennersdorf." beschreibt genau die von mir geäußterte Meinung, wenn ich von "flächendeckenden Rechtsradikalismus" im Osten schreibe. Diese Zustände gibt es (zum Glück) in diesem Ausmaß in den alten Ländern nicht. Da jetzt wieder noch so viele gegenteilige Meinungen kommen, meint ihr im Ernst, das alle Medien lügen und nur den Osten schlechtreden wollen ?

Beispielhaft ist auch die Grafik aus dem Artikel, die hier anhänge. Mal genau hinschauen, wo sind die braunen Flecken ? Der Osten liegt hier zwischen 2,1 % und 2,6 % Berlin und Brandenburg. Alle anderen Länder haben bei den Landtagswahlen mehr als 4 %, zum Teil sogar Ergebnisse von 6 % erreicht. In den alten Ländern ist das Ergebnis der NPD in Bremen mit 1,7 % am höchsten. NRW hat zum B. als größtes Bundesland mit einer Einwohnerzahl die größér ist als der gesamte Osten einen NPD Anteil von 0,7 %.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
karl143
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Zicke » 24. November 2011, 10:09

karl143 hat geschrieben:Beispielhaft ist auch die Grafik aus dem Artikel, die hier anhänge. Mal genau hinschauen, wo sind die braunen Flecken ? Der Osten liegt hier zwischen 2,1 % und 2,6 % Berlin und Brandenburg. Alle anderen Länder haben bei den Landtagswahlen mehr als 4 %, zum Teil sogar Ergebnisse von 6 % erreicht. In den alten Ländern ist das Ergebnis der NPD in Bremen mit 1,7 % am höchsten. NRW hat zum B. als größtes Bundesland mit einer Einwohnerzahl die größér ist als der gesamte Osten einen NPD Anteil von 0,7 %.


Karl, dann klicke mal auf die einzelnen BLs und vergleiche einmal die Mitgliedszahlen der NPD.

Frustwahlen und Mitgliedschaften sind auch ein großer Unterschied.

P.S.
Das Saarland aber 1,5% [shocked]
Zicke
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon karl143 » 24. November 2011, 10:34

Aha Zicke,
da wird dann aber schon ewig Frustgewählt. Wenn ich als erwachsener Mensch die NPD aus Frust wähle, muß ich mir über die Zukunft im klaren sein.Bitte erzählt nicht, das in MP 6 % nur aus Frust die NPD wählen. Und dann auch noch bei Kommunalwahlen, die nun garnichts mit Landes- und Bundespolitik zu tun haben.
Da geht es um die Zukunft vor Ort usw. Da gibt es wie beschrieben ganze Landkreise wo Ergebnisse von 15 % erzielt werden. Bei der Kommunalwahl gibt es kaum Frustwähler, wer da Frust schiebt, geht einfach nicht hin. Nein Zicke, es ist das denken und das kritiklose Hinschauen und mitmachen bei diesen Menschen.
karl143
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon SCORN » 24. November 2011, 20:00

Interessierter hat geschrieben:Ich gebe Dir gerne aber noch ein paar Jahre " Andersdenkende " ertragen zu lernen. Bis dahin tragen Deine Ausführungen überwiegend lediglich zur Erheiterung bei......

[hallo]


@Interessierter,
ich habe keine Probleme mit "Andersdenkenden". Wäre auch schlimm wenn alle gleich Denken würden. Mich stört etwas das Bild welches hier Leute zeichnen ohne auch nur einen Hauch Ahnung von dem zu haben was sie so von sich geben. Wie Kerstin schon schrieb, es widerspricht meiner Erfahrung und die meines Umfeldes und dies, sei versichert war und ist nicht klein! Da dies auch den Vorgaben der Bundeszentrale für Politische Bildung widerspricht schwimme ich wohl mit einigen wenigen gegen den Strom.
Um es von der sportlichen Seite zu sehen: dies stärkt ungemein Kraft und Ausdauer! [grins]

Das gerade du von Erheiterung bei gewissen Ausführungen schreibst entbehrt nicht einer gewissen Komik!

Gruss

SCORN
SCORN
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Wosch » 24. November 2011, 21:02

[quote="SCORN"]

auch wenn Leute wie Hubertus Knabe dies behaupten, Wosch angeblich für alle ehemaligen DDR Bürger sprichtund Manudave zum besten gibt es sei alles noch viel schlimmer gewesen, muss ich nightfire64 uneingeschränkt beipflichten. Die Aussage das "Andersdenkende" Angst haben mussten entspricht nicht der Lebenserfahrung der Masse der ehemaligen DDR Bürger!

Na SCORNI, jetzt bringst Du aber etwas durcheinander. Tatsache ist daß ein "Andersdenkender" in der DDR solange keine Angst haben brauchte solange er sein "Andersdenken" ganz alleine für sich behiehlt. Machte er aber aus seinem "Andersdenken" kein Hehl und übte Kritik an den politischen Vorgaben der "herrschenden Klasse" und deren "Verwalter" sah das schon ganz anders aus. (Es reichte auch schon, wenn man sich kritisch zur Versorgungslage, zur Reiseunfreiheit, Grenzregime, Mauertote oder sonst was äusserte). Die "Lebenserfahrung" der Masse bestand doch überwiegend darin: "Schnauze halten" und genau überlegen mit wem und über was man sich unterhielt. Nein, man brauchte keine Angst haben wenn man sich "regelkonform" zur Staatsmacht verhielt und als 91000 Mitarbeiter beim MfS oder als einer der doppelten Zahl an IM seine Mitbürger ans Messer lieferte, da hast Du natürlich recht SCORNI. Für wie dumm hältst Du eigentlich die "Masse" der ehemaligen DDR-Bürger, meinst Du die leiden heute Alle an Alzheimer? Die Angst war doch überall deutlich spürbar, was wußte man schon von seinen Nachbarn? Nach der Wende kam so etliches ans Licht-aber "geschadet haben sie ja Keinem". Stellt sich mir nur die Frage: "Wofür haben die denn Alle ihre Orden und ihre Bezüge bekommen, etwa für´s rumsitzen"?
Ich kenne jedenfalls genug die da drüben Angst gehabt hatten und sich nicht trauten die Schnauze aufzumachen. Meine Schwester meinte immer zu mir: "Was willste denn machen, wir müssen doch sehen wie wir zurecht kommen". Bei unseren stundenlangen Diskussionen wurde nur leise geredet, wegen der Nachbarn, wenn Du verstehst was ich meine SCORNI. Nein SCORNI, nicht wegen eventueller Ruhestörung, wegen der "Nachbarn". Jetzt haste verstanden, odär?, Angst vor den Nacbarn!!!
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Wosch
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon SCORN » 24. November 2011, 21:45

Nachdem man Nostalgiker schon als "Nosti" titulierte, bin ich nun drann mit dem "I" am Ende. Ist doch eine verniedlichung ......oder? Ist es Ausdruck einer besonderen Wertschätzung oder was bezweckt man damit? [grins]
SCORN
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon SCORN » 24. November 2011, 21:49

Wosch hat geschrieben:............ Die Angst war doch überall deutlich spürbar, was wußte man schon von seinen Nachbarn?............


Wosch,
du schreibst schlichtweg Mist! [grins]

Gruß
SCORN
SCORN
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 24. November 2011, 21:52

SCORN hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:............ Die Angst war doch überall deutlich spürbar, was wußte man schon von seinen Nachbarn?............

Wosch,
du schreibst schlichtweg Mist! [grins]
Gruß
SCORN


Ganz einfach..., DANKE SCORN!! [bravo]

LG Kerstin
nightfire64
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 24. November 2011, 22:22

nightfire64 hat geschrieben:
SCORN hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:............ Die Angst war doch überall deutlich spürbar, was wußte man schon von seinen Nachbarn?............

Wosch,
du schreibst schlichtweg Mist! [grins]
Gruß
SCORN


Ganz einfach..., DANKE SCORN!! [bravo]

LG Kerstin


Nach der "Mist" Bezeichnung und dem darauffolgenden peinlichen Applaudieren sollte man sich dem Thema wieder etwas gerechter und niveauvoller widmen.
Danke, AZ
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."
„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
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Re: "Identität der Methoden von SED- und NS-Regime"

Beitragvon nightfire64 » 24. November 2011, 22:24

augenzeuge hat geschrieben:Nach der "Mist" Bezeichnung und dem darauffolgenden peinlichen Applaudieren sollte man sich dem Thema wieder etwas gerechter und niveauvoller widmen.
AZ



Es ging um diesen Satz, Jörg!!

Die Angst war doch überall deutlich spürbar,

Kerstin

Hast du jetzt die Hälfte von deinem Beitrag weggenommen??
nightfire64
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 24. November 2011, 22:33

Kerstin, man sollte den Satz sinngemäß deuten. Das Wort Angst steht für mich für einige Synomyme.
Was sagte Heym 1989: Wir müssen den aufrechten Gang wieder lernen. Warum wohl war der verloren gegangen?
AZ
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 24. November 2011, 22:40

augenzeuge hat geschrieben:Wir müssen den aufrechten Gang wieder lernen...
AZ


Also ich nicht und von meinen Bekannten und Freunden, von der Familie ganz schweigen, Keiner!!

Kerstin
nightfire64
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 24. November 2011, 22:45

nightfire64 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Wir müssen den aufrechten Gang wieder lernen...
AZ


Also ich nicht und von meinen Bekannten und Freunden, von der Familie ganz schweigen, Keiner!!

Kerstin


Ausnahmen bestätigen die Regel. Als Heym das sagte konntest du den Beifall der Massen dann sicher nicht nachvollziehen....
AZ
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 24. November 2011, 22:53

1989 haben Viele geklatscht, die heute nicht mehr klatschen würden, oder schon viel eher nicht mehr geklatscht haben.
Kohl wurde ja auch dann mit Eiern beworfen und vorher bejubelt!

Kerstin [wink]
nightfire64
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Nostalgiker » 24. November 2011, 23:08

augenzeuge hat geschrieben:Kerstin, man sollte den Satz sinngemäß deuten. Das Wort Angst steht für mich für einige Synonyme.
AZ


Hier mal ein paar Beispiele für Deutungsversuche:

Bedeutung: Furcht
Bangigkeit, Furchtsamkeit, Grausen, Heidenangst, Horror, Höllenangst, Ängstlichkeit, Phobie, Schreck, Todesangst, Verängstigung, Entsetzen, Panik, Schauder, Angst

Bedeutung: Unsicherheit
Hemmung, Herzklopfen, Kümmernis, Mutlosigkeit, Sorge, Verlegenheit, Verschüchterung, Angst

Bedeutung: Bedrohung
Beklommenheit, Fraglichkeit, Furcht, Gefahr, Gefährdung, Gefährlichkeit, Unentschiedenheit, Ungesichertheit, Ungewissheit, Zweifelhaftigkeit, Unentschlossenheit, Zweifel, Angst, Unbestimmtheit, Unsicherheit

Bedeutung: Feigheit
Angst, Furcht, Mutlosigkeit, Schwachherzigkeit

Bedeutung: Grauen
Furcht, Angst, Bestürzung, Entsetzen, Schauder, Panik, Schreck, Grausen

Bedeutung: krankhafte Furcht
krankhafte Angst, Angst, Angstneurose, Erwartungsangst, Objektangst, Situationsangst, Zwangsbefürchtung, Phobie

Bedeutung: Niedergeschlagenheit
Bangigkeit, Zaghaftigkeit, Ängstlichkeit, Depression, Feigheit, Furchtsamkeit, Pessimismus, Angst, Furcht, Tief, Verzweiflung, Hasenherzigkeit, Kleinmut, Kleinmütigkeit, Mutlosigkeit

Bedeutung: Grausen
Abscheu, Entsetzen, Grauen, Bestürzung, Schauder, Abneigung, Angst, Aversion, Ekel, Gräuel, Widerwille, Panik, Schreck, Terror, Horror

Bedeutung: Aufregung
Angst, Bangigkeit, Beengung, Beklemmung, Beklommenheit, Beunruhigung, Erregung, Lampenfieber, Nervosität, Prüfungsangst, Unruhe, Zähneklappern, Zittern, Herzklopfen

Bedeutung: Bestürzung
Angst, Betroffenheit, Erschrockenheit, Erschütterung, Fassungslosigkeit, Furcht, Grauen, Grausen, Horror, Panik, Schauder, Schock, Schreck, Schrecken, Entsetzen

Bedeutung: übermächtige Angst
Angst, Angstzustand, Aufregung, Erschrecken, Heidenangst, Höllenangst, Konfusion, Kopflosigkeit, Schock, Schreck, Schrecken, Unruhe, Verwirrung, Auflösung, Panik

Bedeutung: Schrecken
Angst, Entsetzen, Erschrecken, Furcht, Horror, Schock, Todesangst, Bangen, Beklemmung, Bestürzung, Grauen, Grausen, Panik, Gespenst, Bammel, Schreck

such Dir aus wo Du meinst es passt
____________________________________________________________________________________________________________________________________

wosch hat geschrieben:Bei unseren stundenlangen Diskussionen wurde nur leise geredet, wegen der Nachbarn,


Wozu das? War es doch der "Masse" im allgemeinen bekannt das alle Wohnungen abgehört wurden. Neubauwohnungen waren Standardmäßig mit Abhörtechnik ausgestattet. Das Du das nicht weißt wosch wundert mich aber doch ein wenig.

Gruß
Nostalgiker
Nostalgiker
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon vs1400 » 24. November 2011, 23:27

mein goot leutz , macht nen fred über angst im osten auf und zerschisst nicht jedes thema!

@ scorn: mach dir wegen so ne kleinigkeit bitte nicht ins hemd(i).

ansonsten wäre es nett etwas von thema lesen zu dürfen, falls nicht ...























... ok, dann scroll ich eben weiter.

gruß vs
vs1400
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon SCORN » 25. November 2011, 07:10

augenzeuge hat geschrieben:
Nach der "Mist" Bezeichnung und dem darauffolgenden peinlichen Applaudieren sollte man sich dem Thema wieder etwas gerechter und niveauvoller widmen.
Danke, AZ


Moin Moin AZ,
ich habe bewusst die etwas volkstümliche Bezeichnung für Wosch's Erguss gewählt. Eine andere Deutung ist leider nicht möglich. [peinlich] Ich will aber nicht am niedergehenden Niveau im Forum schuld seine daher korregiere ich dahin gehend: Der User Wosch konfabuliert!

Wenn man sich über eine abschweifen vom Thema beschwert so möge man sich auch vertrauensvoll an den selben User wenden welcher in seinen wortreichen Beiträgen regelmäßig Sachen äussert welche der Klarstellung bedürfen!

Und da wir schon dabei sind. Ich kenne auch keine Leute welche nach 1990 erst den Aufrechten Gang lernen mussten!

Zum Thema: Über die Ursachen des braunen Sumpfes ist meiner Meinung nach das wesentliche gesagt worden. Eine Frage von mir zu Thema: wie hat die "Aufbauhilfe Ost"auf dem Gebiet der Rechten Parteien (DVU-NPD) nach 1990 denn konkret personell und materiell ausgesehen? Das der derzeit im Fokus stehende "Thüringer Heimatschutz" zum nicht geringen Teil erst durch finanzielle Mittel des Verfassungsschutzes aufgebaut worden ist scheint mittlerweile ein unliebsamer Fakt zu sein! Ich konnte leider diesbezüglich keine öffentlich zugänglichen Quellen finden.
Evtl. könntest du, AZ, da ein bischen Material beisteuern.
Danke!

Gruss
SCORN
SCORN
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Sirius » 25. November 2011, 08:22

karl143 hat geschrieben:Aha Zicke,
da wird dann aber schon ewig Frustgewählt. Wenn ich als erwachsener Mensch die NPD aus Frust wähle, muß ich mir über die Zukunft im klaren sein.Bitte erzählt nicht, das in MP 6 % nur aus Frust die NPD wählen. Und dann auch noch bei Kommunalwahlen, die nun garnichts mit Landes- und Bundespolitik zu tun haben.
Da geht es um die Zukunft vor Ort usw. Da gibt es wie beschrieben ganze Landkreise wo Ergebnisse von 15 % erzielt werden. Bei der Kommunalwahl gibt es kaum Frustwähler, wer da Frust schiebt, geht einfach nicht hin. Nein Zicke, es ist das denken und das kritiklose Hinschauen und mitmachen bei diesen Menschen.


Doch Karl, da liegt Zicke absolut richtig mit der Einschätzung, dass die NPD im Osten besonders von Frustrierten gewählt wird. Und es zeichnet den Frustwähler gerade aus, dass er zwischen Kommunal-, Landtags-, und Bundestagswahlen nicht groß unterscheidet, wenn es entsprechende Kandidaten gibt und der Frust verschwindet nicht plötzlich einfach so, der hat sich über Jahre angestaut. Und auch wer Frust schiebt, geht zur Wahl, wie der folgende Artikel bestätigt:

"Keine Sau kümmert sich um uns außer der NPD"

Die NPD eroberte im Dorf Koblentz bei der Landtagswahl im Nordosten ein Drittel der Zweitstimmen. Dort gärt die Wut auf eine gefühlte "Demokraten-Diktatur".

(...)
Die Bürgermeisterin ist gerade von der Arbeit zu einem Anwohnertreffen im örtlichen Sportheim geeilt. Hauptberuflich betreut sie Behinderte im Gewächshaus der Gemeinnützigen Werkstätten, mit fünf Festangestellten der größte Arbeitgeber im Ort.

(...)"Nur weil wir die wählen, sind wir doch keine schlechten Menschen.“ Wie Michael Grygula haben viele Anwohner eine tiefe Abneigung gegen die demokratischen Parteien entwickelt, von denen sie sich gleichermaßen fremdbestimmt wie ignoriert fühlen.

(...)Doch unter dieser Oberfläche dörflicher Tristesse gärt seit Jahren die Wut. "Die da oben haben uns jahrelang beschissen“, schimpft etwa der 52 Jahre alte NPD-Wähler Ingo L., dessen Lohn für Gärtnerarbeiten vom Jobcenter aufgestockt werden muss. Er habe aus "totalem Frust“ die Rechtsextremen gewählt. "Ich hasse aber keine Juden und will auch keine Aufmärsche hier.“ Die verfassungsfeindliche NPD ist hier in der Mitte der Gesellschaft angekommen, weil sie als Kummerkasten für die Frustrierten fungiert. Die Rechtsextremen besuchen die Dörfer regelmäßig, sprechen mit Anwohnern und verteilen ihre Broschüren – so vermitteln sie den Menschen das Gefühl, für sie da zu sein.

So auch in Koblentz mit seiner Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 2000 Euro (Durchschnitt in Dörfern und Kleinstädten laut Landesfinanzministerium: 780 Euro). Dort fehlen selbst für die Behebung gröbster Mängel die Mittel, etwa die Reparatur der maroden Straße zum Ortsteil Breitenstein, auf der laut einem Anwohner "die Schrauben aus der Radkappe fallen“. Landwirte klagen vergeblich darüber, dass Weideflächen wegen Renaturierungen um den Großen Koblentzer See überflutet sind und Nutzflächen zu Naturschutzgebieten erklärt wurden. Auch das Sozialleben ist stark eingeschränkt: Die letzte Kneipe in Koblentz hat vor zwölf Jahren dichtgemacht, der Fußballverein vor zehn. Die Handvoll junger Leute im Ort, die angesichts von Niedriglöhnen und Perspektivenmangel noch nicht weggezogen ist, hat die Wahl zwischen Freiwilliger Feuerwehr und Anglerverein.

Viele Anwohner stört auch, dass es in dem Dorf nicht einmal eine Bäckerei oder einen kleinen Laden gibt. Wer einkaufen will, muss das im zwölf Kilometer entfernten Pasewalk tun oder gegen höhere Preise die Dienste mobiler Bäcker- und Metzgermobile in Anspruch nehmen. Das sieht in vielen Dörfern in ganz Deutschland zwar ähnlich aus. Doch dort sind die demokratischen Parteien, Kirchen und Gewerkschaften oft stärker verankert als in einigen ländlichen Gegenden Mecklenburg-Vorpommerns.

Frustrierte Landbewohner

Genau dieses Vakuum füllt nun die NPD. Nicht nur in Koblentz, sondern auch in anderen Dörfern in Südvorpommern feierten die Nationalisten mit dieser Strategie Erfolge. So kamen sie in Hammer und Wilhelmsburg bei Torgelow sowie Blesewitz und Postlow bei Anklam auf Stimmanteile von 26 bis 29 Prozent. Natürlich hat auch die NPD nicht das Geld, um die Probleme der frustrierten Landbewohner lösen zu können. Doch die Rechtsextremen verstehen es, ihnen genau dieses Gefühl zu geben.

In Koblentz hat es zum Beispiel seit zehn Jahren kein richtiges Dorffest mehr gegeben. Die Partei organisierte daher vor einigen Jahren ein Kinderfest, ließ sogar eine Hüpfburg aufbauen. "Dass die NPD dahintersteckt, ist mir erst am Abend klargeworden, die hatte sich auch gar nicht prominent präsentiert – es war ein nettes Fest“, sagt Bürgermeisterin Grygula. Die Rechten verstünden es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

http://www.welt.de/politik/article13598 ... r-NPD.html


Und noch eins Karl, mit Wählerbeschimpfung wirst Du absolut nichts erreichen, Nullkommanix! Die gravierenden Probleme vor Ort müssen gelöst werden! Gemeinnützige Werkstätten mit fünf Angestellten sind der größte Arbeitgeber vor Ort - das sagt doch alles aus.
Sirius
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon karl143 » 25. November 2011, 09:28

@ Sirius,
man kann sich alles schönreden. Einmal sind es Protestwähler, dann Frustwähler, keiner gibt ja gerne zu, das er in einer braunen Gegend wohnt. Mir ist es auch solange egal, ich möchte in so einer Region jedoch nicht leben. Solange die Menschen noch bei Umzügen oder Veranstaltungen der NPD öffentlich applaudieren, und auch Unterstüztung geben, geht es nicht um Frust und Protest. Und wenn ich das schreibe, mache ich keine Wählerbeschimpfung, sondern geben meinen Eindruck wieder. Und das auch mittlerweile immer mehr, auch öffentlich darüber in den Medien sprechen, ist auch richtig. Jahrelang wurde das Thema nämlich nicht offen angesprochen. Es wurde auch immer kleingeredet. Mißständen sollte man sich offen stellen. Seit den "no go area" schlummerte das Thema vor sich hin.

Die Rechten wählt man nicht aus Frust oder Protest. Gerade hier im Forum wird doch immer der tolle Geschichtsunterricht der DDR hervorgehoben, der sich mit dem Nationalsolzialismus auseinandergesetzt hat. Jeder der aus Protest oder Frust rechts wählt, müßte wisse, dass das schon einmal der Beginn einer düsteren Zeit war.
karl143
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Nostalgiker » 25. November 2011, 11:10

Karl143 hat geschrieben:Gerade hier im Forum wird doch immer der tolle Geschichtsunterricht der DDR hervorgehoben


Nun sind genau die Heute Zwanzig bis Mitte Dreißigjährigen in den Genuß genau dieses von Dir erwähnten Geschichtsunterrichtes gekommen oder doch nicht?

Gruß
Nostalgiker
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 25. November 2011, 11:20

Karl-Heinz, ich glaube du siehst das falsch, mit den Frust oder Protestwählern.
Jeder ist sich im klaren, dass sie es nie wieder an die Macht schaffen und wollen dies auch nicht, natürlich ein paar Dumme ausgenommen.
Ich denke aber mal, dass es eher ein Zeichen für die Politik sein soll, dass sie endlich mal aufwachen und sehen, aha da sind Bürger unzufrieden, wir müssen reagieren.
Nur denkt die Politik nicht soweit und schiebt diesen Gedanken ganz weit von sich!

LG Kerstin
nightfire64
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Icke46 » 25. November 2011, 11:24

Ich denke mal, dass es Karl eher um die Wähler der Neonazis geht und weniger um die Aktivisten. Ich denke mal, dass die Braunen nicht überwiegend von 20 bis 30jährigen gewählt werden.

Man muss aber natürlich die Frage stellen, ob das gesamtdeutsche Bildungssystem bei den oben genannten 20 bis 30jährigen versagt hat, Denn diese Altersgruppe kann man schlecht der DDR in die Schuhe schieben..

Gruss

icke
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Sirius » 25. November 2011, 12:23

karl143 hat geschrieben:@ Sirius,
Die Rechten wählt man nicht aus Frust oder Protest. Gerade hier im Forum wird doch immer der tolle Geschichtsunterricht der DDR hervorgehoben, der sich mit dem Nationalsolzialismus auseinandergesetzt hat. Jeder der aus Protest oder Frust rechts wählt, müßte wisse, dass das schon einmal der Beginn einer düsteren Zeit war.


Ich weiß nicht, warum Quellen einfach ignoriert und abstritten werden, in denen es eine ganz klare Aussage gibt. Hier der nächste Artikel aus dem Handelsblatt:

Die pommerschen Frustwähler und die NPD

Der vorpommersche Landkreis Uecker-Randow hat mit 26,6 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in ganz Deutschland. Seit Sonntag weist der Landstrich einen weiteren zweifelhaften Superlativ auf: Nirgendwo sonst im deutschen Nordosten wählten mehr Menschen die rechtsextreme NPD.

http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 07604.html


Apropos Geschichtsunterricht, war der im Westen wirklich besser? Oder warum wird der Zusammenhang nicht erkannt - die höchste Arbeitslosenrate in Deutschland und das höchste NPD-Wahlergebnis in einer Region. Das hatten wir in der Geschichte schon einmal - 1928 nur 2,6 % der Stimmen für die NSDAP, dann kam in den dreißiger Jahren die große Depression und die Massenarbeitslosigkeit. Dann gab es 1932 37,4 % Stimmen für die NSDAP. Die 2,6 % 1928 waren die überzeugten Nazis, die anderen knapp 35 % im Jahr 1932 wohl viele Frustwähler. Anders lassen sich diese extremen Veränderungen nicht erklären. Den Zusammenhang zwischen Massenarbeitslosigkeit und solchen Wahlergebnissen kann man in beiden Fällen, damals und heute, gut erkennen.
Sirius
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon SkinnyTrucky » 25. November 2011, 14:19

Hat der Landkreis Uecker-Randow eigendlich schon eine Autobahn.... [denken]

Wie wäre es, wenn die Glatzen mal ranklotzen und eine drumrum bauen würden anstatt Ausländer zu klatschen.... [flash]

groetjes uit Sorbo Serpio

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Zicke » 25. November 2011, 14:40

Mara, es liegt vieleicht daran das es diesen Landkreis namentlich nicht mehr gibt


Der Landkreis Uecker-Randow war ein Landkreis im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Zusammen mit dem Landkreis Ostvorpommern und der Hansestadt Greifswald ging er im Zuge der Kreisgebietsreform 2011 im neu gebildeten Landkreis Vorpommern-Greifswald auf.

Zitat : Wiki
Zicke
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Wosch » 25. November 2011, 15:51

SCORN hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:............ Die Angst war doch überall deutlich spürbar, was wußte man schon von seinen Nachbarn?............


Wosch,
du schreibst schlichtweg Mist! [grins]

Gruß
SCORN



SCORNI, wenn Du meine Antworten nicht vertragen kannst mußt Du mich in Deinem "Mist" nicht unbedingt erwähnen. Ich bin nicht hier um mich von Dir "anmotzen" zu lassen und mir danach den Mund abzuwischen. Und was "SCORNI", "Nosti" oder sonst was betrifft, da es eh keine Klarnamen sind, was spielt das für eine Rolle? Wegen mir kannst du zu mir auch "Woschi" sagen.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Wosch
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Wosch » 25. November 2011, 16:07

nightfire64 hat geschrieben:
SCORN hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:............ Die Angst war doch überall deutlich spürbar, was wußte man schon von seinen Nachbarn?............

Wosch,
du schreibst schlichtweg Mist! [grins]
Gruß
SCORN


Ganz einfach..., DANKE SCORN!! [bravo]

LG Kerstin



Dein Beifall mag dem @SCORNI gut tun, bei mir geht er am A..ch vorbei. Entschuldige daß ich das so schreibe, aber soll ich Dir zu Liebe die DDR schönreden. Die "Nachbarn" saßen teilweise doch sogar in der eigenen Familie. Kerstin, stell Dich doch nicht dümmer als Du bist, was stimmt denn nicht an meiner Behauptung?
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]

PS: Ich weiß daß das OT ist, aber ich bin nun mal vom SCORNI hier erwähnt worden und fühle mich dadurch angesprochen zu antworten. [wink]
Wosch
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 25. November 2011, 16:22

Wolfgang, es ist genau der von SCORN rot zitierte Satz, welcher nicht stimmt!!
Es war nicht überall deutlich die Angst zu spüren!
Wenn AZ der ja im gleichen Alter ist wie ich, also genau die gleiche Zeit in der DDR erlebt hat wie ich, mal ein wenig aus seiner Deckung kommen würde, kann er es nicht abstreiten.
Jörg, bist du etwa, (bis zu deinem Ausreiseantrag) angstvoll durch die Straßen gelaufen und hast zu Hause nur getuschelt, vor allem als Jugendlicher??
Also ich kenne Hausfeste und Gartenpartys, wo richtig über die Oberen gelästert wurde und ein politischer Witz nach dem anderen über den Tisch ging, da hätte nach eurer Darstellung der gesamte Verein noch am gleichen Abend verhaftet werden müssen!

LG Kerstin
nightfire64
 

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