DDR - Grenzer versehentlich von eigenen Leuten erschossen

DDR - Grenzer versehentlich von eigenen Leuten erschossen

Beitragvon Interessierter » 10. März 2021, 11:39


Harry Kirschnik


Geboren am 4. Mai 1932 in unbekannt | erschossen am 9. Mai 1953 | Ort des Vorfalls: Gemünda, thüringisch-bayerische Grenze (Bayern)

Beim Verlegen von Drahtsperren im Kontrollstreifen an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern brach der DDR-Grenzer Harry Kirschnik nach einem Schusstreffer über dem rechten Auge zusammen. Zunächst meldete die DDR-Grenzpolizei, der tödliche Schuss sei von westlichem Gebiet aus abgegeben worden.


Der DDR-Grenzpolizist Harry Kirschnik war am 9. Mai 1953, gegen 12 Uhr, auf dem Kontrollstreifen im Bereich des Kommandos Ummerstedt bei einem Verdrahtungskommando eingesetzt. Dort verlegte er mit Kameraden Drahtsperren an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern. Eine in der Nähe postierte Streife der DDR-Grenzpolizei war über diesen Einsatz des Verdrahtungskommandos im Kontrollstreifen nicht in Kenntnis gesetzt worden. Die Posten befanden sich etwa 200 Meter von der Demarkationslinie entfernt auf einem Berghang, als sie mehrere Personen im Zehn-Meter-Kontrollstreifen entdeckten und sogleich mehrere Warnschüsse abgaben. Harry Kirschnik war gerade damit beschäftigt, einen Holzpfahl heranzuschaffen, als er plötzlich einen Kopfschuss erlitt. Nach dem Schusstreffer – oberhalb des rechten Auges – brach er zusammen.

In einem Tagesrapport der Deutschen Grenzpolizei heißt es, die Streife habe die Männer im Kontrollstreifen nicht als Grenzpolizisten erkannt, „so daß durch den abgegebenen Warnschuß der Soldat Kirschnik tödlich verletzt wurde“. Das Kreisgericht Hildburghausen verurteilte den Schützen am 29. September 1953 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gefängnisstrafe von 14 Monaten, die er bis zur bedingten Strafaussetzung zum Jahresanfang 1954 verbüßte. Der für den Einsatz der Grenzstreife zuständige stellvertretende Operativleiter der Dienststelle erhielt eine Disziplinarstrafe.

Zur Klärung des Vorfalles trafen sich am Unglücksort Angehörige der bayerischen Grenzpolizei, sowjetische Offiziere und mehrere DDR-Offiziere. Während die Gruppe noch auf das Eintreffen eines Vertreters des Military Intelligence Services (MIS) aus Coburg wartete, hielt ein DDR-Grenzer den Beamten der bayerischen Grenzpolizei vor, dass die Schussabgabe von bayerischem Gebiet aus erfolgt sei. Die von ihm bezeichnete Stelle der Schussabgabe lag etwa 50 Meter entfernt auf der westlichen Seite. Ein sowjetischer Major überzeugte sich davon, dass nach Beschaffenheit des Geländes eine Schussabgabe von dieser Stelle aus nicht erfolgt sein konnte.

https://todesopfer.eiserner-vorhang.de/ ... kirschnik/

Natürlich wollte dieser verlogene Scherge wieder einmal den Klassenfeind aus dem Westen als Schuldigen bezeichnen. Auffallend auch, dass schon wieder ein Mensch durch angebliche Warnschüsse getötet wurde. [bloed]
Interessierter
 

Re: DDR - Grenzer versehentlich von eigenen Leuten erschossen

Beitragvon augenzeuge » 10. März 2021, 14:41

die Streife habe die Männer im Kontrollstreifen nicht als Grenzpolizisten erkannt

Aha, man wusste gar nicht auf wen man schießt? Hauptsache man schießt, Ist ja schlimmer als im wilden Westen. [muede]
AZ
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Re: DDR - Grenzer versehentlich von eigenen Leuten erschossen

Beitragvon Dr. 213 » 10. März 2021, 16:25

ZielÜbungen Aus oanger Weioe im Grenzdienst.

Die zogen doch immer im Doppel zum Grenzdienst?
Der zweite Mann müßte das mitbekommen haben und hat nicht zur Aufklärung beigetragen!

Die Vertuschung passierte ganz automatisch und mußte wie das Abknallen nicht
exqtra angeordnet werden! Das passierte ganz von alleine.nach der Rotlichtbehandlung.

Herzlichst
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Re: DDR - Grenzer versehentlich von eigenen Leuten erschossen

Beitragvon Edelknabe » 10. März 2021, 18:00

Die hatten bestimmt nen schlechten Tag,und die Brille nicht auf. Oder eben kein Fernglas dabei.Ob das damals schon Schwedt gab?

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Re: DDR - Grenzer versehentlich von eigenen Leuten erschossen

Beitragvon Kumpel » 10. März 2021, 18:15

Seit wann ist denn ein Grenzer nach Schwedt gegangen wenn er jemanden im Grenzdienst erschossen hat? Außerdem gab es damals noch kein Schwedt.
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Re: DDR - Grenzer versehentlich von eigenen Leuten erschossen

Beitragvon Werner Thal » 10. März 2021, 18:55

Die Militärstrafanstalt Schwedt gab es ab 1968. Da war ich schon wieder Zivilist. [grins]

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