Aktion Rose

Besondere Vorkommnisse in der Zeit des kalten Krieges

Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Interessierter » 24. Februar 2019, 14:10

pentium » 24. Feb 2019, 11:13
Aktion Rose

Beitragvon Dieter1945 » 27. Dezember 2010, 22:19
"Aktion Rose": Enteignungswelle an der Ostsee


Bevor ich den Beitrag über das Schicksal der Frau Heinrich einstellte, befand sich der von dir erwähnte Thread im Archiv und war gesperrt. Weder in diesem Thread wurde das Schicksal der Frau erwähnt, noch war die Namensuche in der Forensuche erfolgreich.

Da ich jetzt festelle, dass du den Thread aus dem Archiv entfernt und entsperrt hast, frage ich höflich an; " Was macht es für einen Sinn, diesen Thread dort und auch andere " gesperrt " einzulagern, so dass man keine weiteren, themenbezogenen Beiträge dort ergänzend einstellen kann?
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon pentium » 24. Februar 2019, 14:19

Interessierter hat geschrieben:
pentium » 24. Feb 2019, 11:13
Aktion Rose

Beitragvon Dieter1945 » 27. Dezember 2010, 22:19
"Aktion Rose": Enteignungswelle an der Ostsee


Bevor ich den Beitrag über das Schicksal der Frau Heinrich einstellte, befand sich der von dir erwähnte Thread im Archiv und war gesperrt. Weder in diesem Thread wurde das Schicksal der Frau erwähnt, noch war die Namensuche in der Forensuche erfolgreich.

Da ich jetzt festelle, dass du den Thread aus dem Archiv entfernt und entsperrt hast, frage ich höflich an; " Was macht es für einen Sinn, diesen Thread dort und auch andere " gesperrt " einzulagern, so dass man keine weiteren, themenbezogenen Beiträge dort ergänzend einstellen kann?


Eine PN hätte gereicht oder auch ein Hinweis diesen Thread doch zu entsperren und wieder zu aktivieren. Die alten Themen sind im Archiv wegen der besseren Übersicht. Weil es eben Jahre lang keine neuen Beiträge gibt...und manche Themen einfach nicht mehr aktuell sind.

....
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Interessierter » 24. Februar 2019, 15:42

Die Übersicht ist nicht schlechter wenn sie im Archiv entsperrt zu finden sind. Vielleicht könnte man das Archiv ja einmal dahingehend " " überarbeiten " ?
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Interessierter » 11. April 2020, 09:40

Enteignungswelle an der DDR-Ostseeküste - Heimweh der besonderen Art

60 Jahre „Aktion Rose“ – Wut und Trauer sind in Mecklenburg-Vorpommern noch immer nicht verflogen.

Auch sechzig Jahre nach der „Aktion Rose“ ( 2013 ) ist die Erinnerung bei Ilse Fridrich nicht verblasst. „Am 10. Februar 53 begann die Aktion. Morgens um acht Uhr kamen drei Männer, ohne Durchsuchungsbeschluss“, erzählt die Frau aus Kühlungsborn, die in diesen Tagen 93 Jahre alt wird. Ihrer Mutter, die ein Kinderheim betrieb, wurde vorgeworfen, Kohlen und Zucker abgezweigt zu haben. „Das war eine einzige Lüge“, regt sich die rüstige Seniorin noch heute auf. Wegen Wirtschaftsverbrechen wurde die Mutter enteignet und Tage später zu 17 Monaten Zuchthaus verurteilt.

Die „Aktion Rose“ war eine brutale Enteignungswelle vor allem im Hotel- und Gastgewerbe entlang der DDR-Ostseeküste. Mit meist frei erfundenen Anklagen und Beschuldigungen wurden Besitzer von Hotels und Pensionen im Frühjahr 1953 angeklagt, ihr Besitz wurde beschlagnahmt. Historikern zufolge wurden mehr als 621 Immobilien enteignet; sie waren zuvor wochenlang ausgespäht worden. Die meisten Häuser wurden in Ferienheime des früheren DDR-Gewerkschaftsdienstes FDGB umgewandelt, der sich immer darüber geärgert hatte, dass Hotelbesitzer ihnen Verträge verweigerten, weil es lukrativer war, Privatgäste einzuquartieren.

Hunderte Personen wurden von Sondergerichten zu teils absurden Strafen verurteilt. Die Enteignungen gelten als eine der größten staatlich gelenkten Unrechtsaktionen in der europäischen Nachkriegsgeschichte. Viele Menschen flohen aus der DDR und hinterließen ihr gesamtes Hab und Gut, das der Staat dann an sich riss. Die meisten der Verhafteten wurden nach kurzer Gefängniszeit auf Bewährung entlassen – ihr Eigentum erhielten sie nie zurück. Das Trauma der 33-jährigen Ilse Fridrich war nicht zu Ende. Sie war Besitzerin einer kleinen Tischlerei im Ostseebad Kühlungsborn.

Wenige Tage nachdem ihre Mutter verhaftet worden war, kamen erneut drei Vertreter der Staatsmacht – dieses Mal war sie dran. Nun wollte die DDR auch das Gelände der Tischlerei. Nach langer Suche fanden die Männer zwei Quittungen – über einen in West-Berlin gekauften Mantel, für den sie 684 DDR-Mark gezahlt hatte, und ein paar Stiefel für 27 DM. „Ein Schrei der Freude war die Reaktion.“ Ihr Schicksal war besiegelt.

Hier geht es weiter:
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ ... 53736.html
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1953: Enteignungswelle an der DDR-Ostseeküste

Beitragvon Werner Thal » 4. Januar 2021, 15:53

1953: Enteignungswelle an der DDR-Ostseeküste

10. Februar 1953. 400 Volkspolizisten stürmen an der Ostseeküste der DDR-Hotels, Pensionen und Restaurants.
Bewaffnet mit Pistolen und ausgestattet mit Taschenlampen. Sie haben den Befehl, die Besitzer der Objekte
zu vernehmen und gegebenenfalls festzunehmen. Die "AktionRose" beginnt......

https://www.ndr.de/geschichte/chronolog ... se101.html

W. T.
Werner Thal
 

Re: Aktion Rose

Beitragvon pentium » 13. Januar 2026, 17:08

Wie kam die Wismut zu ihren Ferienheimen an der Ostsee?

Als ich eben über die Wismut recherchierte und darauf stieß, dass Zinnowitz das Urlaubsdomizil der Wismutkumpel war, also die Wismut über nahezu alle Hotels und Pensionen der Stadt verfügte, las ich, dass die gesamten privaten Hotels und Pensionen an der Ostsee 1953 in einer einzigen Aktion verstaatlicht wurden. Da fiel mir wieder ein, dass als Antwort auf meinen Tweet über die Unbeliebtheit des sächsischen Dialekts @jasmunder
die Aktion "Rose" von 1953 ins Spiel brachte, als 400 Polizeischüler der VP-Schule Arnsdorf, Sachsen, an der Ostseeküste einfielen und die gesamte private Ferienindustrie schikanierten. Und das wahrscheinlich mit breitem sächsischen Dialekt.

Die Aktion "Rose" war ja ein unglaubliches staatliches Gaunerstück. Die mehr als 400 Polizeischüler, nicht hat mal richtige Polizisten, durchsuchten innerhalb von 4 Wochen im Februar 1953 über 700 Hotels, Pensionen und Gaststätten. Dabei wurden Straftaten konstruiert, um die Besitzer enteignen zu können. Das waren wilde und willkürliche Vorwürfe: Verstöße gegen das Volkseigentumsschutzgesetz (VESchG von 1952), „Wirtschaftsverbrechen“, Schwarzhandel, „Spekulation“, Westkontakte, „Agententätigkeit“. Als Beweise dienten West-Zigaretten, Bohnenkaffee, nicht abgeführte Pfennigbeträge, höhere Preise als staatlich erlaubt. Über 400 Personen wurden verhaftet und von Sondergerichten in Schnellverfahren von 1 bis 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Objekte wurden dem FDGB und der Wismut übereignet. Flankiert wurde die Aktion durch die staatshörigen Medien, Zeitungen (Neues Deutschland, Ostseezeitung) und Rundfunk hetzten massiv gegen die „Ratten“, „Gauner“, „Spekulanten“.

Die Aktion erhöhte die Wut und Unzufriedenheit der Bevölkerung. Zumal die meisten Einrichtungen erst mal leer standen oder schlecht geführt wurden. Nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 ließ man die meisten Verurteilten frei, sie wurden aber weder rehabilitiert noch entschädigt, von einer Rückgabe des illegal geraubten Eigentums nicht zu reden. Die meisten verließen die DDR.

Mit dieser Aktion wurde der Ostseetourismus über den FDGB zentral gelenkt. Weg vom Privateigentum, hin zu volkseigenem Urlaubswesen. So richtig gut war das aber nicht. Später blühte das private Übernachtungsgewerbe wieder auf, allerdings in Privatzimmern, manchmal abenteuerliche Bleiben, wie ausgebaute Schuppen oder Garagen oder in kleinen Pensionen, die man 1953 nicht enteignet hatte. Viele Betrieb errichteten Bungalows oder andere Ferienobjekte für ihre Mitarbeiter an der Ostsee, vor allem das Campingplatzgewerbe blühte auf. Für letztere brauchte man aber einen Zeltschein, die zentral vergeben wurden. Spontan ging gar nichts! Verrückte Zeiten, eben sozialistische Planwirtschaft!

Nach der Wende wurde geraubtes Eigentum der Aktion Rose zurückübertragen, aber nur, wenn die Eigentümer zurück kamen und die vergammelten Häuser wieder aufbauten.
https://x.com/Forstler1/status/2010808102418063864?s=20
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