Wir hatten noch eine Rechnung mit der Diktatur offen
Schon im Herbst 1961 rankten sich um einen Namen in DDR-Sicherheitskreisen vielfältige Spekulationen. Detlef Girrmann, der Leiter der Förderungsabteilung des Studentenwerkes der Freien Universität sollte die Schaltstelle sein, über die Fluchthilfe in großem Stil zu laufen schien. Der Geheimdienst der DDR entwickelte zahlreiche operative Aktivitäten, um Informationen über ihn und seine Mitstreiter zu sammeln. Schon bald wurde die "Girrmanngruppe" öffentlich als "Agentenzentrale" und "Menschenhändlerbande" des Westens angeprangert.
Detlef Girrmann wurde am 18. Mai 1928 in Breslau geboren. Er war wie die meisten Jugendlichen seiner Generation durch die nationalsozialistische Ideologie geprägt. Im Februar 1945 wurde der Sechzehnjährige zur Waffen-SS eingezogen. Zum Einsatz an der Front kam er nicht mehr. In der Nachkriegszeit mit den Gräueltaten der Nazis konfrontiert, setzte bei Detlef Girrmann ein Prozess des Umdenkens ein. Die gerade überwundene Diktatur, mit deren Mechanismen er sich auseinandersetzte, machte ihn sensibel für diktatorische Strukturen und propagandistische Massenphänomene. Sowohl die Entwicklungen in der FDJ als auch in der SED ließen ihn zunehmend auf Distanz gehen.
Detlef Girrmann schloss sich einer oppositionellen Gruppe an und schmuggelte illegal Hefte über die Grenze in die DDR, um sie dann konspirativ zu verteilen. Zudem besuchte er politische Schulungen in West-Berlin, die in einer Einrichtung der SPD am Wannsee stattfanden. 1950 flogen die Aktionen der Gruppe auf. Um einer Verhaftung zu entgehen, floh Detlef Girrmann nach West-Berlin.
Die weitere Entwicklung erfährt man hier:
https://www.berliner-mauer-gedenkstaett ... -1447.html
Herr Girrmann ist leider bereits 2011 verstorben.







