Ich muss sagen, dass ich seit meinem 17. Lebensjahr oft verreist bin. Es war mein Hobby und die Ersparnisse gingen dafür schon drauf. Für eine 2 wöchige Reise nach Primorsko (Bulgarien) oder nach Sotschi(UdSSR) zahlte man etwa 800-900 Mark. Als Lehrling verdiente man im Monat 160,- Mark.
Trotzdem brauchte man gute Beziehungen für so eine Reise, am besten jemand, der dort im Büro arbeitete.
Reisen in das kapit. Ausland konnte ich in der Zeit nie buchen. Ich kenne auch keinen, der es damals konnte. Versucht hatten es einige, sogar Genossen.
Nicht mal diejenige, die dort im Büro arbeitete, schaffte das damals. Meist liefen die Genehmigungen über den Betrieb, der sehr früh von den Reiseplänen informiert werden musste bzw. der auch die Reisen vergab. Und wenn man nicht wenigstens Kandidat der SED war....waren die Chancen sehr gering.
Allerdings muss ich auch sagen, dass diese Reisen, die Treffen mit Jugendlichen dort, auch mit Gruppen aus der ganzen Welt, mein Schul-Weltbild langsam veränderten. Sehr oft erlebt die ganze Gruppe, wie sie wie Menschen 2. Ordnung behandelt werden, auch in der UdSSR. Zu vieles musste man einfach in Frage stellen.... Es ist wirklich so, man kann sich erst ein Weltbild machen, wenn man etwas von der Welt gesehen, mit Menschen dort gesprochen hat.
Natürlich gab es auch lustige Momente, z.B. wo man uns in Moskau mit einer westdeutschen Jugendgruppe verwechselte und wir in das Luxushotel kamen...wo das duftende Wasser in die Badewanne lief... Als man es merkte, war es zu spät. Am Folgetag wären wir eh weiter geflogen.
Man könnte viel erzählen....
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
AZ









, leider ist mir der Reisepreis von damals nicht mehr in Erinnerung. Wie es sich für einen ordentlichen Deutschen gehört wurde damals auch ein Reisetagebuch geführt, in das man dann auch diverse Sachen (wie Reiseantrag, Zugfahrkarten und Zollerklärung) einklebte.
. Mit einigen Bundesrepublikaner kam man ins Gespräch, andere liesen vor uns den "Larry" raushängen, oftmals selber ehem. DDR-Bürger.
