Börsen- und Industrie-Infos

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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 15. Juni 2020, 20:12

Bei Lufthansa Airline stehen knapp 5.000 Stellen auf der Kippe

Von dem anstehenden Abbau von insgesamt 22.000 Arbeitsplätzen bei der Deutschen Lufthansa sind alle Geschäftsfelder und nahezu alle Unternehmen im Konzern betroffen. Allein der Flugbetrieb der Lufthansa Airline sei perspektivisch mit rechnerisch knapp 5.000 Stellen betroffen, davon 600 Stellen von Piloten, 2.600 von Flugbegleitern und 1.500 von Bodenmitarbeitern, teilte die Lufthansa Group mit. Bis zum 22. Juni will der Konzern Krisenvereinbarungen mit den Gewerkschaften treffen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

"Nach unseren aktuellen Annahmen über den Geschäftsverlauf der kommenden drei Jahre haben wir allein bei Lufthansa perspektivisch keine Beschäftigung für jeden siebten Piloten und jeden sechsten Flugbegleiter sowie zahlreiche Mitarbeiter am Boden", sagte Personalvorstand Michael Niggemann laut der Mitteilung. Der Konzern wolle nun "möglichst schnell zu den dringend notwendigen Krisenvereinbarungen" mit seinen Tarifpartnern kommen. So könnten mit Kurzarbeit, kollektiven Vereinbarungen zur Verringerung der Wochenarbeitszeit oder anderen kostensenkenden Maßnahmen Personalüberkapazitäten zum Teil kompensiert werden.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Deutsche Lufthansa die Gewerkschaften über den voraussichtlichen Personalüberhang wegen des Einbruchs des Reiseverkehrs durch die Corona-Krise informiert. Am Montag wurden die Lufthansa-Betriebsräte ins Bild gesetzt.

Ebenfalls betroffen sind weitere 1.400 Stellen in der Zentrale und bei anderen Konzerngesellschaften in der Administration. Lufthansa Technik habe weltweit einen Personalüberhang von rund 4.500 Stellen, davon 2.500 in Deutschland. Im Cateringgeschäft der LSG Group sind weltweit 8.300 Stellen betroffen, davon 1.500 in Deutschland.

Wie bereits bekannt, wird der Flugbetrieb von Germanwings nicht wiederaufgenommen. Die Tochter Eurowings verringert die Personalkapazität in der Verwaltung um 30 Prozent und streicht dafür 300 Stellen. Bei Austrian Airlines gibt es aufgrund der Flottenverkleinerung einen Personalüberhang von 1.100 Stellen. Brussels Airlines wird ihre Kapazitäten um 1.000 Stellen reduzieren, bei Lufthansa Cargo sind es 500 Stellen.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 15. Juni 2020, 21:08

... Schlimm Bahndamm.
Und die Spargelernte läuft auch aufs Ende zu.
Wie der Staat das alles mal stemmen will, bleibt deren Geheimnis, bis die Inflation kommt.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Dr. 213 » 15. Juni 2020, 21:31

Es ist ein Trauerspiel mit den hiesigen Fluggesellschaften.

Hapag- Lloyd, LTU, Air Berlin gab es mal.
Irgendwer muß einen Riesenspaß daran haben, dieses einst schöne Deutschland zum Entwicklungsland zu degradieren.

Wir können keine Fernseher mehr bauen, Handys nicht mehr hier herstellen.
Bald gibt es keine Kompetenz für Dieselmotoren und Verbrennerautos. Flughäfen können wir schon nicht mehr ohne (künstliche) Probleme.
Nagut, wenn die billigste SubSubSub Bude den Zuschlag bekommt und soviele Leitungen auf die Elektro- Kabelbahnen stapelt wie geht,
daß man sich damit unbeabsichtigt eine Heizschlange zusammen gebaut hat, das ist dann wirklich blöd.

Bald weiß hier keiner mehr wie man ein Bergwerk oder ein Kernkraftwerk richtig betreibt. China oder Frabkreich helfen sicher kameradschaftlich.
Schiffbau auch am Boden, bis auf die Kreuzfahrer und die sind ja nun auch erstmal nicht so gefragt.
Stahl kochen oder eine Aluminiumhütte zu betreiben kann man bei den Spitzenpreisen für Energie hier in Deutschland auch bald vergessen.

Aber Kriegs- U-Boote können wir noch. Die dann nur mit staatlichem Zuschuss an zweifelhafte Länder quasi verschenkt werden.
Das ist so, wie wenn der Heizungsbauer einem die neue Heizung einbaut und noch 5000 Euro eigenes Geld dazu in die Hand drückt.

Herzlichst
Dr. 213
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 18. Juni 2020, 20:49

Lufthansa-Aktionär Thiele will sich mit Scholz treffen - Zeitung

Der Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele will laut einem Zeitungsbericht mit der Bundesregierung über das staatliche Rettungspaket für die Fluggesellschaft reden. Derzeit werde nach einem Termin gesucht, an dem der Unternehmer mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zusammentreffen könne, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf informierte Kreise. Das Treffen solle möglichst noch in dieser Woche stattfinden.

Thiele hatte das 9 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für den durch die Corona-Krise erschütterten Konzern kritisiert, das auch eine Aktienbeteiligung des Staates von 20 Prozent an der Lufthansa vorsieht. Seine Sorge ist unter anderem, dass die Regierung in ihrer Rolle als Anteilseigner den Abbau von Stellen und damit die Sanierung erschweren könnte.

Wenn die Aktionäre am 25. Juni auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über das Paket abstimmen, kommt Thiele mit seinem Anteil von etwas mehr als 15 Prozent eine Schlüsselrolle zu. Bei einer niedrigen Aktionärspräsenz müssen die Stabilisierungsmaßnahmen mit einer Zweidrittelmehrheit abgesegnet werden, anderenfalls droht der Lufthansa ein insolvenzrechtliches Schutzschirmverfahren.

Die Deutsche Lufthansa wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon augenzeuge » 18. Juni 2020, 21:42

wirecard soll grad billig sein...also KAUFEN! [flash]

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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 19. Juni 2020, 16:25

augenzeuge hat geschrieben:wirecard soll grad billig sein...also KAUFEN! [flash]
AZ

Dann schnell einsteigen - heute leicht gestiegen, die kommen wieder
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 19. Juni 2020, 16:26

Moody's warnt vor Ablehnung des Lufthansa-Rettungspakets

Die Ratingagentur Moody's hat davor gewarnt, dass eine Ablehnung des Stabilisierungspakets durch die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG negative Folgen für die Bonität der Fluggesellschaft haben könnte. Die aktuelle Bonitätseinstufung mit "Ba1" gehe davon aus, dass die Rettungsmaßnahmen der Regierung umgesetzt werden, teilte die Ratingagentur mit. Der Druck auf das Rating werde ansonsten sehr beträchtlich sein.

Moody's bezog sich mit der Warnung auf Großaktionär Heinz Hermann Thiele, der die Bedingungen des ausgehandelten Rettungspakets kritisch sieht. Thiele könnte mit seiner Beteiligung von 15 Prozent die Zustimmung auf der Hauptversammlung blockieren, wenn weniger als 50 Prozent des Aktienkapitals anwesend sind. Notwendig für einen positiven Beschluss wäre dann nämlich eine Zweidrittelmehrheit.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 22. Juni 2020, 21:01

Staat bleibt auch nach Gesprächen bei seiner Lufthansa-Offerte

Die Bundesregierung will von ihrem Angebot zur Rettung der Lufthansa offenbar nicht abrücken. "Wir hatten ein freundliches Gespräch", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) nach einem Spitzentreffen mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr und dem Großaktionär Heinz Hermann Thiele. "Ansonsten ist der Vorschlag, der auf der Hauptversammlung zur Abstimmung steht, ein guter."

Er sei sorgfältig abgewogen und mit dem Unternehmensvorstand, dem Aufsichtsrat als Aktionärsvertreter als auch mit der Europäischen Kommission besprochen worden. "Und das wird auch, glaube ich, bei der Beurteilung der Aktionäre eine Rolle spielen", sagte Scholz.

Das Paket der Bundesregierung sieht unter anderem Hilfsgelder von bis zu neun Milliarden Euro vor. Die Hauptversammlung muss dem am Donnerstag aber noch zustimmen. Lufthansa-Großaktionär Thiele hat 15,52 Prozent der Anteile und hatte vorab mit einem Nein gedroht.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 25. Juni 2020, 20:52

Scholz: Rettungspaket ist Chance für Lufthansa

Bundesfinanzminister Olaf Scholz lobte die Einigung mit der Lufthansa über eine staatliche Beteiligung als ausgewogen und sieht in der Zustimmung der Aktionäre eine Chance für eine Gesundung des Unternehmens.

"Mit den Finanzhilfen stabilisiert die Bundesregierung ein großes deutsches Unternehmen, das kerngesund war und durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in schwere Turbulenzen geraten ist", erklärte Scholz. "Durch die Hilfen hat das Unternehmen jetzt die Chance, sich auf die Bewältigung der Krise zu konzentrieren und die Lufthansa zu neuen Höhenflügen zu führen."

Klar sei aber auch, dass dieses Investment am Ende "nicht zu Lasten der Staatskasse" ausgehen dürfe. Deshalb habe der Bund eine Sperrminorität, um eine feindliche Übernahme der Lufthansa zu verhindern. Auch werden zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat der Lufthansa entsendet. Zudem werde die Lufthansa ihre Flotte erneuern, um damit effizienter und umweltschonender zu sein.

Zuvor hatten die Aktionäre der Lufthansa dem 9 Milliarden Euro schweren staatlichen Rettungspaket - bestehend aus einer Beteiligung sowie einer Stillen Einlage des Bundes und einem Kredit - mit überwältigender Mehrheit von 98,04 Prozent zugestimmt. Erforderlich war eine Zweidrittelmehrheit.

Das Engagement des Bundes sei auf Zeit, betonte Scholz. "Wenn das Unternehmen wieder flott ist, wird der Staat seine Anteile veräußern. Wir hoffen auch mit einem kleinen Gewinn", so Scholz.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 25. Juni 2020, 20:55

Altmaier: Bund wird sich nicht in Lufthansa-Geschäft einmischen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat die Zustimmung der Lufthansa-Aktionäre zum staatlichen Unterstützungspaket der Fluggesellschaft als gute Nachricht für das Unternehmen, die Beschäftigten und den Wirtschaftsstandort Deutschland bezeichnet. Er erneuerte zudem sein Versprechen, dass der Bund als Minderheitsaktionär bei der Lufthansa sich nicht in das operative Geschäft des Unternehmens einmischen werde.

"Ich bin froh und erleichtert, dass mit dem heutigen Tag klar ist, dass die Lufthansa eine Perspektive hat, die gegenwärtig schwerste Herausforderung in ihrer Geschichte zu bestehen und zu überstehen, dass sie eine Chance hat, gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen", erklärte der CDU-Politiker am Donnerstagabend.

Nun habe die Lufthansa die Chance, mit ihren Sozialpartnern und allen Partnern so aufgestellt zu sein, dass sie mit dem Abklingen der Pandemie ihre Geschäftsfelder und ihre Geschäftstätigkeit wieder aufnehmen kann.

Zuvor hatten die Aktionäre der Lufthansa dem 9 Milliarden Euro schweren staatlichen Rettungspaket - bestehend aus einer Beteiligung sowie einer Stillen Einlage des Bundes und einem Kredit - mit überwältigender Mehrheit von 98,04 Prozent zugestimmt. Erforderlich war eine Zweidrittelmehrheit.

Mit der Staatshilfe von 9 Milliarden Euro habe die Bundesregierung für eine Stabilisierung der Lufthansa gesorgt, damit das Unternehmen die Flüge, die sie zum Fliegen braucht, nicht verliert, sagte der Minister. "Diese Beteiligung wird keinen Tag länger bestehen als notwendig ist, um die Lufthansa wieder zu ihrem alten Erfolg zurückzuführen", so Altmaier.

Das Angebot sei ausgewogen und im Interesse des Unternehmens und der Steuerzahler. So habe es Einschnitte in der Managementvergütung gegeben und es werde keine Dividendenausschüttung geben, solange diese Rettungsmaßnahmen notwendig sind.

Auch habe der Staat durch seinen Anteil am Unternehmen die Möglichkeit, eine feindliche Übernahme von anderen, besonders von außerhalb Europas, zu verhindern.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 5. Juli 2020, 19:51

Commerzbank verliert CEO Zielke und Aufsichtsratschef Schmittmann

Erdbeben bei der Commerzbank: Sowohl CEO Martin Zielke als auch Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann werden das Unternehmen in absehbarer Zeit verlassen.

Martin Zielke habe angeboten, einvernehmlich aus dem Vorstand auszuscheiden, falls dies aus Sicht des Aufsichtsrats im Interesse der Bank liegt, teilte die Commerzbank mit. Der Präsidial- und Nominierungsausschuss habe daraufhin die Empfehlung ausgesprochen, die Bestellung von Zielke spätestens zum Ende des Jahres zu beenden. Der Aufsichtsrat wird dazu in seiner Sitzung am 8. Juli 2020 einen Beschluss fassen.

Zudem habe Aufsichtsratchef Stefan Schmittmann angekündigt, sein Mandat im Kontrollgremium mit Wirkung zum 3. August 2020 niederzulegen.

Zielke stand zuletzt unter verstärktem Druck, nachdem der US-Investor Cerberus die Führung der Bank kritisiert hatte. Zu den Gründen für das Rücktrittsangebot von Zielke enthielt die Mitteilung der Bank keine Angaben.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 6. Juli 2020, 20:04

Volkswagen: Überprüfung im Dieselskandal durch US-Aufseher beendet

Volkswagen sieht die Überprüfung durch US-Aufseher infolge des Dieselskandals als abgeschlossen an. Der Abschlussbericht stellt fest, dass Volkswagen seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, wie der DAX-Konzern mitteilte. Der US-Aufseher Larry D. Thompson hatte den dritten und letzten Jahresbericht zuvor vorgelegt. Der Bericht enthalte keine neuen Verfehlungen und stelle fest, dass Volkswagen seinen Verpflichtungen aus den zivilrechtlichen Vergleichsvereinbarungen mit dem US-Justizministerium und dem kalifornischen Generalstaatsanwalt nachgekommen sei.

Der Report umfasste einen Audit der Volkswagen AG, der Audi AG, der Volkswagen Group of America und von Volkswagen Chattanooga. Vorbehaltlich der endgültigen Zertifizierung durch Thompson wird das Monitoring bis September 2020 fortgesetzt.

Der frühere stellvertretende US-Generalstaatsanwalt Thompson war nach dem Dieselskandal im Mai 2017 von der US-Regierung als Kontrolleur bei Volkswagen eingesetzt worden. Er überwachte unter anderem, ob der Konzern die Vergleichsvereinbarungen mit dem US-Justizministerium einhält.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 12. Juli 2020, 15:36

Altmaier: Weitere Staatsbeteiligungen - Entscheidung über Coba 2021

Der deutsche Staat wird sich nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der Corona-Krise nach der Lufthansa noch an weiteren existenzgefährdeten Unternehmen beteiligen. Bei der Lufthansa werde der Staat einen möglichen Stellenabbau nicht blockieren, sagte der Minister der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ - Samstagsausgabe).

Für die Beteiligung an der Commerzbank forderte er eine Entscheidung im kommenden Jahr. "Ich halte es für richtig, dass wir nach der nächsten Bundestagswahl eine Entscheidung treffen, welche Staatsbeteiligungen privatisiert werden sollten, um ein Anwachsen des staatlichen Einflusses zu verhindern. Ich sehe eine gute Chance, dass sich die Situation der Commerzbank bis dahin stabilisieren wird."

Bei der Lufthansa werde der Staat möglichen Entlassungen nicht im Wege stehen, sagte Altmaier. "Wenn der Vorstand zu dem Ergebnis kommt, dass Entlassungen unumgänglich sind, ist es Aufgabe der Sozialpartner, hierüber verantwortungsvoll zu verhandeln." Er sehe auch keinen Sinn darin, dass Beamte entscheiden, welche Restrukturierungsmaßnahmen richtig oder falsch seien.

Beim Ausbau der Staatsbeteiligungen "reden wir wahrscheinlich über einige dutzend Fälle. In dieser sehr begrenzten Zahl der Fälle werden wir die Möglichkeiten des Wirtschaftsstabilisierungsfonds nutzen und uns gegebenenfalls auch beteiligen", sagte der Minister.

Auch weitere strategische Beteiligungen wie die am Impfstoffhersteller Curevac sind offenbar geplant. Davon werde es aber nur "wenige" geben. "Ich habe immer deutlich gemacht, dass eine staatliche Beteiligung die absolute Ausnahme sein muss", sagte Altmaier der Zeitung.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 15. Juli 2020, 20:41

BGH lässt Musterverfahren in Stuttgart gegen Porsche zu

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart aufgehoben und damit den Weg für ein separates Kapitalanlegermusterverfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE in Stuttgart frei gemacht.

In einer Pressemitteilung des BGH vom Mittwoch in der Beschlussache vom 16. Juni 2020 (II ZB 10/19) erklärte das Gericht, dass das beim Oberlandesgericht Braunschweig anhängige Kapitalanleger-Musterverfahren gegen die Volkswagen AG zur Verletzung von Publizitätspflichten im Zusammenhang des sogenannten Dieselskandals einem weiteren Kapitalanleger-Musterverfahren beim Oberlandesgericht Stuttgart gegen die Porsche SE nicht entgegen steht.

"Der Beschluss stellt einen ersten, hart erkämpften Etappensieg für geschädigte Porsche-Aktionäre dar, welche nach der nunmehr aufgehobenen Entscheidung des OLG Stuttgart eine langwierige Auseinandersetzung mit dem Fahrzeughersteller aus Stuttgart befürchtet hatten", erklärte Klaus Nieding, Vorstand der Rechtsanwalts-AG Nieding+Barth, die Entscheidung.

Die Kanzlei hatte die Entscheidung des Oberlandesgerichts Stuttgart, wonach es zusätzlich zum schon gegen Volkswagen und Porsche laufenden Kapitalanlegermusterverfahren am OLG Braunschweig kein solches Verfahren gegen die Holding geben sollte, beim Bundesgerichtshof angefochten.

Beim Verfahren gegen die Volkswagen AG und die Porsche Automobil Holding SE vor dem OLG Braunschweig sollen ausschließlich Rechts- und Tatsachenfragen zur Rolle der Volkswagen AG im Dieselskandal geklärt werden. Fragen im Zusammenhang mit der Beteiligung der Porsche Automobil Holding SE am Dieselskandal sind aber nicht Gegenstand dieses Verfahrens.

"Wir haben von Beginn an die Einleitung eines weiteren Kapitalanlegermusterverfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE in Stuttgart forciert, um zentrale Fragestellungen der unmittelbaren Betroffenheit und der Wissenszurechnung für alle geschädigten Porsche-Aktionäre verbindlich klären zu lassen", sagte Andreas Lang, Rechtsanwalt bei Nieding+Barth. Das Stuttgarter Oberlandesgericht hatte den Musterverfahrensantrag jedoch als unzulässig zurückgewiesen, da es der Auffassung dass zuerst die Fragen im Zusammenhang mit der Beteiligung von Volkswagen AG aus dem Kapitalanlegermusterverfahren in Braunschweig rechtskräftig entschieden werden müsste.

"Geschädigte Porsche-Aktionäre hätten also den Abschluss zweier Kapitalanlegermusterverfahren nacheinander abwarten müssen, bevor sie überhaupt ihre eigene Schadensersatzforderung geltend machen könnten", so Lang weiter. Begründet hat der BGH seine Entscheidung damit, dass das laufende Kapitalanlegermusterverfahren in Braunschweig keine Sperrwirkung für ein Kapitalanlegermusterverfahren gegen Porsche entfaltet.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 16. Juli 2020, 21:18

Siemens will Mitarbeiter nicht mehr täglich im Büro sehen

Siemens-Mitarbeiter müssen auch nach der Corona-Pandemie nicht mehr täglich in ihr Büro kommen. Ein vom Vorstand verabschiedetes neues Konzept sieht für mehr als 140.000 Mitarbeiter in 43 Ländern vermehrt ortsunabhängiges Arbeiten vor. "Ziel ist, dass alle Beschäftigten weltweit im Schnitt stets 2-3 Tage pro Woche mobil arbeiten können und zwar immer dann, wenn es sinnvoll und machbar ist", heißt es in einer Mitteilung des Münchner Technologiekonzerns.

Reines Home Office, wie es für bis zu 300.000 Siemens-Beschäftige wegen der weltweiten Ansteckungsgefahr mit Covid-19 selbstverständlich geworden war, ist damit aber nicht gemeint. Jeder Mitarbeiter solle nach Absprache dort arbeiten können, wo er am produktivsten sei. Nötige Absprachen seien etwa durch Online-Konferenzen realisierbar.

Die Pandemie habe gezeigt, dass mobiles Arbeiten in weit größerem Rahmen möglich sei als bisher gedacht und sogar viele Vorteile biete, erklärte Siemens. "Damit verbunden ist auch ein anderer Führungsstil, der sich an Ergebnissen orientiert, nicht an der Präsenz im Büro", erklärte der designierte Konzernchef Roland Busch. Das "New Normal Working Model" werde sofort umgesetzt.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon augenzeuge » 17. Juli 2020, 07:59

2-3 Tage pro Woche mobil arbeiten können


Es ist nicht aufzuhalten.....das mobile Arbeiten.

Wobei dies kein Homeoffice bedeutet. Man kann arbeiten wann und wo man will.

Eigentlich ist das mobile Arbeiten (anders als das echte Homeoffice) ein großer Betrug, und eine Ausheblung vieler Sicherheitsvorschriften.
Es gilt die Betriebssicherheitsverordnung nicht! Damit brauch/muss es den AG nicht interessieren, wie der AN arbeitet. Ebenfalls muss nichts an Equipment zur Verfügung gestellt werden, nichts bezahlt werden (u.a.Bürostuhl, Monitor, Internetkosten), wie es beim Homeoffice vorgeschrieben ist. Ich hoffe sehr, dass hier mal Abhilfe geschaffen wird.

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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 18. Juli 2020, 16:32

Ryanair pokert um Lufthansa-Slots in Frankfurt und München

Europas größter Billigflieger Ryanair will der Lufthansa mehr Konkurrenz in Deutschland machen und auf neu zu vergebende Start- und Landerechte (Slots) in Frankfurt am Main und in München mitbieten. Das bestätigte der Marketingdirektor der irischen Fluggesellschaft, Dara Brady, dem Nachrichtenmagazin Focus. Ryanair werde "seine Chancen im deutschen Markt wahrnehmen", kündigte der Manager an.

Die Deutsche Lufthansa muss die Slots im Gegenzug für ihre staatliche Rettung demnächst bis zu 24 Start- und Landerechte (Slots) in Frankfurt und München an Konkurrenten abgeben. Das hatte die EU-Kommission zur Auflage gemacht. Die Slots sollen im Rahmen eines Bieterverfahrens zugeteilt werden. Allerdings sollen sie nur von einer europäischen Fluggesellschaft übernommen werden, die selbst keine wesentliche staatliche Finanzspritze aufgrund der Corona-Pandemie erhalten hat.

Mögliche Flugziele, die Ryanair bei einem Zuschlag ansteuern könnte, nannte Brady gegenüber dem Focus noch nicht. Die EU-Kommission will demnächst Details zum Bieterverfahren bekannt geben.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 18. Juli 2020, 16:39

augenzeuge hat geschrieben:
2-3 Tage pro Woche mobil arbeiten können

Es ist nicht aufzuhalten.....das mobile Arbeiten.
Wobei dies kein Homeoffice bedeutet. Man kann arbeiten wann und wo man will.
Eigentlich ist das mobile Arbeiten (anders als das echte Homeoffice) ein großer Betrug, und eine Ausheblung vieler Sicherheitsvorschriften.
Es gilt die Betriebssicherheitsverordnung nicht! Damit brauch/muss es den AG nicht interessieren, wie der AN arbeitet. Ebenfalls muss nichts an Equipment zur Verfügung gestellt werden, nichts bezahlt werden (u.a.Bürostuhl, Monitor, Internetkosten), wie es beim Homeoffice vorgeschrieben ist. Ich hoffe sehr, dass hier mal Abhilfe geschaffen wird.
AZ

So lang, wie das Ganze auf freiwilliger Basis geschieht mit dem Homeoffice, ist dies für mich in Ordnung. Wird es ein MUSS, dann muss über die Kohle gesprochen werden.
Für beide Seiten, AG und AN gibt es im Homeoffice Risiken, so wohl im Positiven, wie auch im Negativen.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon augenzeuge » 18. Juli 2020, 16:47

Du kannst und musst davon ausgehen, dass der AG unbesetzte Büros nicht ewig bezahlen wird.

AZ
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 24. Juli 2020, 20:51

Lufthansa-Tochter Brussels erhält 460 Mio Euro Unterstützung

Die belgische Brussels Airlines erhält 290 Millionen Euro als Kredit von Belgien. Zusätzlich gibt die Muttergesellschaft Lufthansa eine Kapitalspritze von 170 Millionen Euro, wie Brussels mitteilte. Mit dem Stabilisierungspaket sollen die Verluste aufgefangen werden, die die Fluggesellschaft während der Corona-Krise angehäuft hat. Mit dem Geld sollen auch tausende Jobs gesichert werden.

Brussels will nun den angekündigten Restrukturierungsplan in die Tat umsetzen, der unter anderem die Verkleinerung der Flotte um 30 Prozent und den Abbau von 1.000 Stellen vorsieht
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 27. Juli 2020, 20:38

VW hat in Abgasskandal US-Kunden über 9,5 Mrd USD erstattet

Der Autobauer Volkswagen hat im Abgasskandal Autokäufern in den USA seit 2016 mehr als 9,5 Milliarden US-Dollar zurückerstattet. Das teilte die Federal Trade Commission (FTC) einem Bundesgericht in Kalifornien in einem abschließenden Bericht mit. Die Aufsichtsbehörde hatte den Wolfsburger Autobauer verklagt, Kunden mit seiner Werbung für "saubere Diesel" getäuscht zu haben, nachdem dieser eingeräumt hatte, mit einer speziellen Software in großem Stil Abgastests manipuliert zu haben, sodass die Fahrzeuge sauberer erschienen als sie es in Wirklichkeit waren.

Kunden, die sich der Schadensersatzklage angeschossen hatten, konnten wählen, ob sie ihr Fahrzeug gegen eine Entschädigung an VW oder Porsche zurückzugeben oder es so umrüsten lassen, dass es die Emissionsvorschriften erfüllt. Mehr als 86 Prozent entschieden sich für die Rückgabe ihres Autos durch Rückkauf oder vorzeitige Beendigung des Leasingvertrags, teilte die FTC mit.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 28. Juli 2020, 20:43

Betriebsrat: Daimler-Sparpaket hat 450 Millionen Euro Volumen

Das für Daimler beschlossene Sparpaket zur Reduzierung der Personalkosten soll dem Konzern in diesem Jahr knapp eine halbe Milliarde Euro bringen. "Wir reden hier über ein Einsparvolumen von 450 Millionen Euro", sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht der Branchenzeitung Automobilwoche. "Das entspricht etwa der Arbeitsleistung von 7.000 Beschäftigten."

Es handle sich dabei um einen Einmaleffekt, der einen zeitlichen Puffer schaffe. "Das trägt für ein Jahr zur Entspannung bei, kann aber nicht die ganzen anstehenden Themen lösen", sagte Brecht weiter. In den kommenden Jahren müssten sämtliche Abläufe und Strukturen durchleuchtet werden.

Die Streichung von Modellderivaten könne aber über Demografie und Fluktuation gelöst werden, sagte der Betriebsratschef. Erste Eckpunkte eines Qualifizierungsprogramms seien bereits vereinbart worden, um die digitalen Fähigkeiten der Mitarbeiter bei der Software-Codierung zu stärken. Hier sieht Brecht für die nächsten Jahre zusätzlichen Bedarf.

Die Daimler-Führung hatte sich am Morgen mit der Arbeitnehmerseite auf einen Beitrag der Beschäftigten zur Bewältigung der Corona-Krise geeinigt. Sie sieht unter anderem eine Kürzung der Wochenarbeitszeit für große Teile der Belegschaft um zwei Stunden für ein Jahr vor. Überdies gibt es für 2020 keine Ergebnisbeteiligung.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 30. Juli 2020, 19:45

Volkswagen senkt Dividende 2019 deutlich

Die Aktionäre der Volkswagen AG müssen sich wegen der Corona-Pandemie mit einer deutlich niedrigeren Dividende zufriedengeben als ursprünglich geplant. Wie der DAX-Konzern mitteilte, wird der Hauptversammlung für 2019 eine Dividende von 4,80 Euro je Stamm- und 4,86 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen. Der bisherige Vorschlag hatte auf 6,50 Euro je Stammaktie und 6,56 Euro je Vorzugsaktie gelautet. Der verbleibende Bilanzgewinn von 855 Millionen Euro werde auf neue Rechnung vorgetragen. Volkswagen hatte angekündigt, die Dividende auf den Prüfstand zu stellen.

Der Vorschlag wird den Aktionären auf der Hauptversammlung vorgelegt, die nun am 30. September in virtueller Form stattfinden wird. Das ursprünglich für den Mai geplante Aktionärstreffen war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden.

Die Volkswagen AG halte unverändert an der Zielsetzung fest, eine Ausschüttungsquote von mindestens 30 Prozent zu erreichen, so der Konzern.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 3. August 2020, 21:48

Siemens Healthineers und Varian vereinbaren hohe Strafzahlungen

Für den Fall eines Scheiterns der milliardenschweren Übernahme von Varian Medical Systems durch Siemens Healthineers muss der jeweils Verantwortliche unter Umständen eine hohe Entschädigung an den jeweils anderen zahlen. Aus einer Pflichtmitteilung des kalifornischen Strahlentherapie-Spezialisten geht hervor, dass Varion eine Termination Fee in Höhe von 450 Millionen Dollar an die Siemens-Tochter zahlen müsste, sollte das Unternehmen den Deal platzen lassen und sich etwa für ein höheres Angebot eines Dritten entscheiden.

Läge die Verantwortung für ein Scheitern dagegen bei Siemens Healthineers, müsste das Unternehmen aus Erlangen mindestens 450 Millionen Dollar - unter bestimmten Umständen sogar 925 Millionen Dollar - an Varian zahlen. Dabei geht es darum, binnen eines Jahres oder maximal bis zum 2. Dezember die erforderliche Freigabe bei allen Regulierern zu erlangen.

Siemens Healthineers will Varian mit Zustimmung des Managements für 16,4 Milliarden Dollar kaufen, wie beide Seiten am Sonntag mitteilten.

Oh, oh, oh, hier geht es um Beträge in einem knallharten Geschäft.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 4. August 2020, 21:19

AUSBLICK/Harte Einschnitte und unsichere Aussichten für Lufthansa

Die durch die Coronavirus-Pandemie in Schieflage geratene Deutsche Lufthansa hängt am Tropf der Bundesregierung und steckt in der Restrukturierung. Damit die Europäische Kommission das 9 Milliarden Euro schwere Rettungspaket absegnen konnte, musste der Konzern in den sauren Apfel beißen und lukrative Start- und Landerechte an den Flughäfen Frankfurt und München abgeben. Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe sind vorerst ausgeschlossen.

Bei der Zahlenvorlage am Donnerstag schauen Investoren auf die laufende Restrukturierung und vor allem auf den Ausblick für den Luftreiseverkehr, der zurzeit zudem von Einreisebeschränkungen und Quarantäneauflagen belastet ist. Die von der US-Regierung verhängte Einreisesperre für Reisende aus Europa trifft die Lufthansa und ihre Konkurrenten auf den profitabelsten Langstrecken. Mehrere Fluggesellschaften haben die USA und die Europäische Union deshalb vor Kurzem um die Einführung einheitlicher Covid-19-Tests auf der Transatlantikroute gebeten.

...WAS FÜR ANLEGER WICHTIG WIRD:

RESTRUKTURIERUNG: Anleger werden mehr Details zu den bereits angestoßenen und angekündigten Maßnahmen erfragen. So soll die Flotte verkleinert und Arbeitsplätze abgebaut werden - auch in der Verwaltung und in den Führungsebenen. Aufgrund der langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie sieht der DAX-Konzern auch in der Zeit nach der Krise konzernweit einen rechnerischen Personalüberhang von mindestens 22.000 Vollzeitstellen. Die Verselbständigung der Kranich-Airline Lufthansa in eine eigenständige Gesellschaft soll vorangetrieben werden und das Investitionsvolumen in neue Maschinen halbiert werden. Nach Einschätzung des Großaktionärs Heinz Hermann Thiele dürfte die Sanierung fünf bis sechs Jahre dauern.

EINFLUSSNAHME: Die Bundesrepublik Deutschland ist seit Juli über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds mit knapp über 20 Prozent an der Deutschen Lufthansa AG beteiligt. Im Vorfeld ihres Einstiegs waren Sorgen vor einem Einfluss des Staates auf die Unternehmensführung laut geworden. Im Raum steht nun die Frage, inwieweit sich der Bund tatsächlich raushält - und ob der Großaktionär Heinz Hermann Thiele mitreden möchte, der seine Beteiligung an dem Konzern erst in der Krise auf mehr als 15 Prozent aufgestockt hatte und die Konditionen des Rettungspaketes kritisierte.

LUFHANSA TECHNIK: Schon vor der Corona-Krise stand laut Medienberichten ein möglicher Börsengang der Tochter Lufthansa Technik im Raum. Nun muss der Konzern laut Analysen möglicherweise - abgesehen von der Cateringsparte LSG - möglicherweise weitere Tochtergesellschaften ganz oder in Teilen verkaufen, um Barmittel zu generieren und seine Schulden zu begleichen. Laut einem Zeitungsbericht kursieren in der Branche Gerüchte, dass Großaktionär Thiele selbst Interesse an einer Übernahme der lukrativen Technik-Sparte hat. Investoren werden fragen, ob der Konzern inzwischen weitere Verkaufspläne für Konzernteile hat?

GESPRÄCHE MIT AIRBUS UND BOEING: Die Deutsche Lufthansa spricht mit den Flugzeugbauern Airbus und Boeing über Verschiebungen von Flugzeugaufträgen, um Cash zu sparen. Mit beiden Herstellern hat der Konzern in den vergangenen Jahren große Verträge abgeschlossen. Die Gespräche, bei denen es auch um mögliche Stornierungen und Anzahlungen gehe, seien konstruktiv aber auch schwierig, hatte Konzernchef Carsten Spohr im März gesagt. Investoren werden sich nach dem Stand der Gespräche erkundigen und was das den Konzern wohlmöglich kostet?

SLOTS: Die Deutsche Lufthansa muss im Gegenzug für ihre staatliche Rettung demnächst bis zu 24 Start- und Landerechte (Slots) in Frankfurt und München an Konkurrenten abgeben. Das hatte die EU-Kommission zur Auflage gemacht. Die Zuteilung erfolgt im Rahmen eines Bieterverfahrens, allerdings sollen sie nur von einer europäischen Fluggesellschaft übernommen werden, die selbst keine wesentliche staatliche Finanzspritze aufgrund der Corona-Pandemie erhalten hat. Das trifft unter anderem auf Ryanair zu. Europas größter Billigflieger Ryanair hat bereits angekündigt mitzubieten. Investoren werden fragen, was eine neue oder verstärkte Konkurrenz für die Deutsche Lufthansa bedeutet.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 5. August 2020, 21:40

Deutscher Automarkt im Juli nur noch 5 Prozent unter Vorjahr

Der Rückgang der Verkäufe auf dem deutschen Pkw-Markt hat sich im Juli verlangsamt. Wie die Verbände VDIK und VDA mitteilten, sanken die Neuzulassungen noch um 5 Prozent auf rund 315.000. In den ersten sieben Monaten lag das Minus allerdings bei 30 Prozent auf 1,5 Millionen Autos.

Die angestaute Nachfrage konnte die Flaute der vergangenen Monate nur teilweise ausgleichen, wie es beim VDA hieß. "Wir rechnen damit, dass die Minusraten im zweiten Halbjahr gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat langsam wieder kleiner werden", sagte Verbandspräsidentin Hildegard Müller. "Für Deutschland gehen wir von rund 2,8 Millionen aus." Das entspräche einem Rückgang von 23 Prozent zum Vorjahr.

Im Juli liefen laut VDA in Deutschland 334.000 Pkw vom Band und damit 6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In den ersten sieben Monaten wurden hierzulande 1,8 Millionen Autos produziert, was einem Einbruch von 36 Prozent entspricht. Schwach war im Juli weiterhin der Export mit einem Minus von 15 Prozent.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 6. August 2020, 21:46

Lufthansa beschließt neues Umbauprogramm - Abbau von 22.000 Stellen

Die Lufthansa hat ein neues Restrukturierungsprogramm beschlossen. Wie der Konzern mitteilte, sieht das neue Programm mit dem Namen "ReNew" den Abbau von 22.000 Vollzeitstellen in der Lufthansa Group vor. Die Konzernflotte soll dauerhaft um mindestens 100 Flugzeuge verkleinert werden.

Die Kapazität soll 2024 dennoch der des Jahres 2019 entsprechen. Dazu soll die Produktivität um 15 Prozent steigen, etwa durch die Reduktion der Flugbetriebe auf maximal zehn. Zudem will die Lufthansa die Vorstands- und Geschäftsführungsgremien der Konzerngesellschaften verkleinern und die Zahl der Führungskräfte um 20 Prozent senken. In der Verwaltung der Lufthansa AG werden 1.000 Stellen abgebaut.

Zum 30. Juni 2020 beschäftigte die Lufthansa 129.400 Mitarbeiter.

SPD sieht betriebsbedingte Kündigungen bei Lufthansa kritisch

In der großen Koalition gibt es Kritik an der Ankündigung betriebsbedingter Kündigungen bei der Deutschen Lufthansa. "Die staatliche Beteiligung hat das Ziel, möglichst allen Beschäftigten eine Perspektive im Unternehmen zu ermöglichen. Diese Erwartung hat die SPD", sagte Bernd Westphal, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt.

Die arbeitsplatzerhaltenden Maßnahmen der Regierung, etwa die Verlängerung und Erhöhung des Kurzarbeitergeldes, seien betriebsbedingten Kündigungen vorzuziehen, sagte Westphal. "Die laufenden Gespräche der Sozialpartner sollten nicht mit öffentlichen Verlautbarungen über Zwischenergebnisse behindert werden", warnte der SPD-Politiker. Die Konstellation mit drei Gewerkschaften in einem Unternehmen sei "sicherlich anspruchsvoll", aber jede Seite müsse sich ihrer Verantwortung für die Arbeitsplätze und das Unternehmen bewusst sein.

Die Lufthansa hatte zuvor für das zweite Quartal einen Konzernverlust von 1,5 Milliarden Euro verkündigt und betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr länger ausgeschlossen. Der Bund hat sich im Frühjahr aufgrund der coronabedingten Einbrüche in der Luftfahrtindustrie mit rund 20 Prozent bei der strauchelnden Lufthansa beteiligt.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Bahndamm 68 » 9. August 2020, 17:03

Bundesregierung kritisiert Lufthansa wegen Erstattungspraxis

Die Bundesregierung hat die Lufthansa wegen der zögerlichen Erstattung von Flügen, die wegen der Corona-Krise ausgefallen sind, kritisiert. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Lufthansa trotz der massiven staatlichen Hilfen ihren gesetzlichen Verpflichtungen bislang nicht nachkommt und den Kunden ihre Gelder nicht unverzüglich zurückzahlt", sagte Wirtschaftsstaatsekretär Ulrich Nussbaum dem Magazin Spiegel.

Der Staatssekretär mahnte, es gehe um eine "Frage des Vertrauens". Schon bei den Verhandlungen über das Hilfspaket habe man über dieses Thema gesprochen, der Bundesregierung sei das Thema "sehr wichtig". Für das Wirtschaftsressort hatte Nussbaum mit Lufthansa über die rund neun Milliarden Euro an staatlicher Hilfe zur Bewältigung der Corona-Krise verhandelt.

Lufthansa räumte laut Spiegel die Probleme ein. Laut einer aktuellen Stellungnahme für das Luftfahrtbundesamt, die dem Magazin vorliegt, hat die Fluggesellschaft von 4,48 Millionen Erstattungsanträgen erst 3,24 bearbeitet. Rund 1,24 Millionen Anträge seien noch offen. Bei der Tochter Eurowings sind laut dem Schreiben erst rund die Hälfte der 378.000 Anträge auf Erstattung bearbeitet worden.

In dem siebenseitigen Schreiben gibt sich Lufthansa schuldbewusst. "Trotz enormer Anstrengungen" sei es der Airline nicht gelungen, die eigenen Ansprüche und die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Als einen der Gründe für die Verzögerungen gibt die Fluglinie an, einer der wichtigsten Callcenter-Dienstleister in Indien sei wegen des dortigen Lockdowns lange nur eingeschränkt arbeitsfähig gewesen.

Nach Spiegel-Informationen hat das Luftfahrtbundesamt bereits ein Ordnungswidrigkeitverfahren gegen die Lufthansa eingeleitet. Nachdem die Lufthansa der Behörde erste Informationen über die ausgebliebenen Erstattungen übermittelt hat, halten die Beamten für die zögerliche Bearbeitung durch die Airline eine Geldstrafe zwischen einer halben und einer Million Euro für angemessen.
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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon Edelknabe » 9. August 2020, 18:35

Der war gut, rund neun Milliarden Stütze und ne Geldstrafe von einer Million? Soll das ein staatlicher Witz sein?

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Re: Börsen- und Industrie-Infos

Neuer Beitragvon OaZ » 9. August 2020, 22:32

Bahndamm 68 hat geschrieben:Bundesregierung kritisiert Lufthansa wegen Erstattungspraxis
...


Ich kenne diese Dilemma. Aktuell kämpfe ich mit 2 Fluggesellschaften um Rückerstattungen. Hatte 9d vor CORONA einen Flug nach Johannesburg gebucht ... bis heute null Reaktion. Werde sie wohl verklagen müssen. Sind schon mit 5% über dem Basiszins seit mehr als 3 Wochen in Verzug
OaZ
 

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