Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Wie lief der Alltag in beiden deutschen Staaten zur Zeit der Teilung ab? Wie wurde gearbeitet? Was waren typische Berufe? Was wurde nach Feierabend gemacht? Wohin gings in den Urlaub?
Dies ist der Bereich zum Thema "Alltag"

Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Nov65 » 3. Januar 2019, 19:11

Hoffentlich hat unser @Edelknabe heute auch etwas Milde gegenüber Schwarzfahrern von heute, egal woher sie kommen.
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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Dr. 213 » 3. Januar 2019, 21:11

SkinnyTrucky hat geschrieben:Meine Englisch Lehrerin war mal verurteilt wegen Diebstahl....sie hatte in einem Kaufhaus versucht einen Pelzmantel zu stehlen und wurde erwischt....


groetjes

Mara


Die Pelze im DDR- Kaufhaus waren vom Dederon. [laugh]

Echte Pelzware gab es nur im Exquisit oder in der Wandlitzer Filiale des KDW. [laugh]

Nee wirklich, etwa ab Mitte der 70er wurde man mit so einem Teil auch in der DDR als Tierhasser schief angesehen.

Herzlichst
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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Volker Zottmann » 3. Januar 2019, 22:37

Anmerkend an letzten Beitrag wären noch die Anzüge und Teppiche aus Polyester zu erwähnen. Pro Anzug starben 6 Tiere.
In meinem Kundenraum lag ein schöner aber alter Chemiefaserteppich.
Als mal der Schuldirektor meines Sohnes wegen einer Fensterbestellung vorsprach, traute er sich kaum draufzutreten. Der guckte auch etwas komisch, als ich ihn ranwinkte: "Die Tiere merken nichts mehr Herr .... kommse nur näher."

Was aber wegen des Threads wichtiger ist, ich als Arbeitgeber wurde auch regelmäßig beklaut. Einer meiner Gesellen ließ immer mal Werbefeuerzeuge und Schrauben mitgehen. Der dachte stets ich merke es nicht. Hab mich da aber gern an mich selbst und ein paar Jahre zuvor erinnert. (Psssst.)

Gruß Volker
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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Spartacus » 4. Januar 2019, 18:37

Schwarzfahren war in der DDR doch gang und gäbe. Ich wüßte gleich gar nicht, wer von meinen Kumpels jemals bezahlt hat.
Den Fahrern war es so was von egal und erwischt werden? Kann mich nicht erinnern.

War doch eh alles Volkseigentum, der Bus ja dann auch. [flash]

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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Nostalgiker » 4. Januar 2019, 18:50

Stimmt Sparta, da wurde von "Volkes" Seite ganz unbürokratisch das entschieden was Heute als zähes demokratisches Ringen gilt mal einen Tag in der Woche die Entgeldlose Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Testzwecken durchzusetzen.

In der DDR wurde hingegen der Slogan "freie Fahrt für freie Bürger" praktiziert.

Also in den Großstädten gab es schon ab und an Fahrscheinkontrollen aber wenn man einen kleinen Vorrat von diesen Fahrscheinschnipseln von der Endlosrolle aus der Zahlbox in der Tasche hatte konnte einem nicht viel passieren.

Einmal habe ich Abends im Feierabendverkehr eine Kontrolle in der S-Bahn erlebt. Vollbesetzt und cirka 75% der Fahrgäste hielten freiwillig einen 10 Markschein in die Höhe. Das war wohl das Salär für den "erwischten" Schwarzfahrer.
Wenn ich davon ausgehe das ich gut ein Jahr für 40 Pfennig hin und zurück zur Arbeit für 20 Tage im Monat "gespart" habe, war das ein gutes Geschäft .......
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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Edelknabe » 4. Januar 2019, 19:01

Wollen wir jetzt mal das mit die Klauerei in die damaligen Kaufhäuser fortsetzen? Oder besser nicht? Weil, wir heutigen Alten(damals Jungen) sind ja dann wirklich und ehrlich ganz schlechte Vorbilder für die Jungen von heute.Und sowas geht ja heute garnicht...im Staate" des immer schon in Allem so korrekt ablaufenden....."

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PS: Also ordentliche Kontrolleure der LVB(Leipziger Verkehrsbetriebe) gab es damals vor 1989 schon....nur mal so noch reingeschmissen.
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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon augenzeuge » 4. Januar 2019, 19:12

Spartacus hat geschrieben:Schwarzfahren war in der DDR doch gang und gäbe.
Sparta


Bei den Preisen habe ich immer gern bezahlt. [grins]

Edelknabe hat geschrieben:PS: Also ordentliche Kontrolleure der LVB(Leipziger Verkehrsbetriebe) gab es damals vor 1989 schon....

Die habe ich schon in den 70ern kennenlernen müssen. [flash]

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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Spartacus » 4. Januar 2019, 19:22

Ist doch heute auch noch so.

Mein Halbbruder der wohnt in Berlin und er sieht sofort, wenn jemand von "auswärts" ist, auch ohne auf`s Nummernschild zu schauen, denn
die bezahlen die Parkgebühren. Mein Bruder zahlt nie und wie ich beobachten konnte, wohl überhaupt kein Berliner. Einfache Rechnung, denn
wenn mein Bruder mal erwischt wird, was fast nie geschieht, dann kommt ihn das immer noch sehr viel billiger, als wenn er ständig zahlen
würde. In der DDR war es genau so, wie Nosti ja auch schrieb.

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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon augenzeuge » 4. Januar 2019, 19:24

Spartacus hat geschrieben:Ist doch heute auch noch so.
Mein Halbbruder der wohnt in Berlin

Sparta


Ja, in Berlin fährt man schwarz. Klar. [grins] Man will es ja auch so. In Singapur und Taipeh ist das übrigens unmöglich! Die wollen es auch so.
Da sind auch die Bahnsteige sauberer und sicherer.

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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Nostalgiker » 4. Januar 2019, 19:33

Klar fährt man in Berlin Schwarz, dafür werden auch viele beim schwarzfahren erwischt.
Und ohne Parkschein/-scheibe parken kommt nicht besonders gut, denn in Wohngebieten mit Parkzonen passen nicht nur die Politessen auf .....
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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon augenzeuge » 4. Januar 2019, 19:38

Nostalgiker hat geschrieben:denn in Wohngebieten mit Parkzonen passen nicht nur die Politessen auf .....

Bürgerwehren? [flash]
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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Edelknabe » 4. Januar 2019, 19:49

Der Rainer vor gut ne Jahr mal durch Zufall die momentane Leipziger Truppe (Kontrolleure der LVB) bei so ner Art Lagebesprechung beobachtet. Der Eine sah ähnlich aus wie Robert De Niro in "HEAT", der Zweite wie Christian Bale in "Amerikan Hustle", dann paar Mädels ähnlich ner weiblichen Judo/Ringertruppe aus der ehemaligen DHFK. Also ne dachte ich so bei mir...bezahle mal besser.

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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Edelknabe » 4. Januar 2019, 19:54

"Bürgerwehr" so unser Jörg. Mitnichten, das ist "Deutsches Denuziantentum, deutsch korrekt, gabs schon immer, wirds immer geben, eben deutsch korrekt". Auf der einen Seite richtig gut, hilft Ordnung und Sicherheit aufrecht zu erhalten. Gerade bei dem "Staatskontrollverlust" vom Heute.

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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Januar 2019, 19:55

Ich schrieb schonmal, dass wir als Jungen mit der Stadtbuslinie auch mit Unterlegscheiben bezahlten, denn klimpern musste ja die Zahlbox. Sonst hätte uns mancher Fahrer rausgeworfen.
Was aber NIEMALS in meinem Leben passierte, war in einem Geschäft oder Privatkram zu klauen. Das gab es einfach nicht.

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Re: Wettklauen im Centrum-Warenhaus

Beitragvon SkinnyTrucky » 6. Januar 2019, 22:04

Spartacus hat geschrieben:Schwarzfahren war in der DDR doch gang und gäbe. Ich wüßte gleich gar nicht, wer von meinen Kumpels jemals bezahlt hat.
Den Fahrern war es so was von egal und erwischt werden? Kann mich nicht erinnern.

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Das lag aber auch am Schaffner....ich kannte einen, da holte ich mir nie eine Fahrkarte und fuhr im Gepäckwagen bei ihm mit....ich wußte immer ungefähr in welchem Zug er Dienst hatte....bei anderen Schaffnern war man aber mit 20 Mark Strafe dabei und das war für Schüler echt viel Geld....

....als ich mal in Berlin war, fand ich die dortigen Fahrkartenautomaten in der Ubahn echt krass....ob man nun Geld reinsteckte oder eben nicht, man konnte sich soviel Fahrkarten da rausziehen wie man wollte.... [shocked]



groetjes

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