
„Größe: ca. 190 cm, Haar: dunkel, Sonstiges: Backenbart“: Friedhart Knolle war als junger Geologe häufig in der DDR, hier 1983 mit seiner Frau Birgitta in den Ostharzer Rübelandhöhlen. Stasi-Spitzel hefteten sich an seine Fersen. Quelle: S.Kempe/pid
Der Fall der Mauer besiegelte nicht nur das Ende der deutschen Teilung, sondern auch das der Stasi. Jahrzehntelang hatte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR seine Bürger observiert und abgehört – aber auch Westdeutsche gerieten ins Visier des gigantischen Überwachungsapparats. So wie Friedhart Knolle. Die Stasi ließ den Geologiestudent der TU Clausthal in den Achtzigerjahren bespitzeln, weil er regelmäßig in die DDR fuhr, um sich mit Höhlenforschern auszutauschen. Sie schätzte den jungen Forscher, der heute als Sprecher des Nationalparks Harz arbeitet, sogar als so gefährlich ein, dass seine Internierung erwogen wurde. Knolle selbst ahnte davon nichts: „Erst nach der Wende wurde mir klar, wie gefährdet ich damals war.“
Mehr als 200 Seiten hatte die Staatssicherheit über ihn angelegt: Als ein Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde dem 63-Jährigen die Akten vor einiger Zeit zur Einsicht aushändigte, habe der Mann erstaunt gefragt: „So eine dicke Akte über einen Wessi – was haben Sie denn gemacht?“ 1982, so erfuhr Knolle, hatte die Stasi gegen ihn und zwei seiner Kollegen sogenannte Operative Personenkontrollen einleitete. Fünf Inoffizielle Mitarbeiter (IM) wurden als verdeckte Stasi-Spitzel auf Knolle angesetzt. Zeitweilig wurde sogar seine Wohnung in Goslar observiert.
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