
Der damaligen DDR-Bürgerin Manuela Zietlow und ihrer Familie wurde 1989 die Urlaubsreise nach Ungarn verweigert. Als ihr Mann Jürgen kurz darauf seinen Patenonkel in Bielefeld besuchen und die schon vorliegende Genehmigung abholen wollte, musste er sich einem dreistündigen Verhör unterziehen. Die Frage, wo sein im Februar 1989 geflüchteter Bruder sei, beantwortete er dabei mit „zu Hause“. Nachdem ihm daraufhin die Ausreise verweigert wurde, fassten die von der erneuten Schikane zutiefst getroffenen Zietlows den Entschluss, die DDR zu verlassen. Die frühere Köchin und Wirtin und heutige Pflegedienstleiterin des Evangelischen Altenhilfezentrums Dülmen berichtet von der abenteuerlichen Flucht mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter in ihrem Skoda (kleines Bild). Die nahm letztlich ein gutes Ende.
Dülmen. Die Pflegedienstleiterin des Evangelischen Altenhilfezentrums Dülmen erinnert sich: „Wir wollten 1989 unseren Urlaub in Ungarn verbringen, was uns jedoch verwehrt wurde, da der Bruder meines Mannes im Februar 1989 aus der DDR geflüchtet war“, blickt Manuela Zietlow zurück.
Etwas später beabsichtigte ihr Mann Jürgen, für zehn Tage nach Bielefeld zum Geburtstag seines Patenonkels zu fahren. Die Genehmigung dafür lag vor. Doch als er die Papiere abholen wollte, verweigerte man sie ihm und verhörte ihn drei Stunden lang. Dabei fragten sie ihn nach dem Aufenthaltsort seines Bruder. Er antwortete: ‚Zu Hause.’“ Von dieser Schikane zutiefst getroffen, fassten sie dann den Entschluss, die DDR zu verlassen.
Da beide zu dem Zeitpunkt als Wirtsleute arbeiteten, terminierten sie den Ruhetag für die Flucht. Ihre damals siebenjährige Tochter holten sie um 10 Uhr von der Schule ab, da der vorgeschobene „Zahnarzttermin“ anstand. Mit ihrem Skoda ging’s dann von Mückenhain bei Görlitz ohne Gepäck zur tschechischen Grenze. Den Grenzbeamten, die das Auto komplett untersuchten, gaben sie als Grund für die Einreise das Besorgen von Ersatzteilen an.
„Aus Sicherheitsgründen sind wir dann erst einige Stunden herumgefahren. Dann landeten wir kurz vor Prag unter einer Brücke, wo wir uns bei einem Taxifahrer nach der Deutschen Botschaft erkundigten.“
Dieser bot sich an, sie dort hinzufahren, und erhielt im Gegenzug den Autoschlüssel ihres Wagens. 100 Meter vor der Botschaft stoppte er aus Angst vor den Sicherheitskräften, und die Familie Zietlow rannte auf sein Geheiß hin schnell los. „Wir sahen schon Tausende von Menschen vor der Deutschen Botschaft. Nach drei Stunden Wartezeit wurde sie endlich geöffnet, und die Frauen und Kinder durften hinein. Die Männer mussten draußen warten“, so Manuela Zietlow weiter.
Alles DDR-Geld mussten die Flüchtlinge abgeben. „Zwei Tage harrten wir, zumeist dicht gedrängt auf der Treppe sitzend, aus.“ Sie lobte die Versorgung durch das Rote Kreuz. Am 3. Oktober kam dann die erlösende Nachricht, dass sie ausreisen durften.
„Mit dem Bus sind wir dann zum Prager Bahnhof gebracht worden. Dort nahm man uns die Ausweise ab. Das war der einzige Moment, wo ich wirklich Angst hatte.“
Doch alles Weitere klappte gut, so die Weiterfahrt mit der Bahn über Dresden und nach Hof, wo die Ankommenden dann verteilt wurden. „Im Auffanglager Paderborn haben wir zwei Tage mit acht Personen in einer Baracke gewohnt. Danach kamen wir nach Unna, wo uns eine Familie aufnahm. Am 7. Oktober 1989 sind wir bei einer Familie in Davensberg aufgenommen worden und haben dort acht Wochen gewohnt.“
Vier Tage später fand ihr Ehemann bereits in Münster eine Arbeit. „Am 1. Dezember 1989 sind wir nach Buldern gezogen“, blickt die 50-Jährige zurück. „Seit 2000 wohnen wir nun in Dülmen und bedanken uns bei allen, die uns damals unterstützt und geholfen haben.“
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Sie ließen alles zurück. Der Taxifahrer bekam den Schlüssel ihres Pkws. Hauptsache raus aus dieser SED - Diktatur!








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