Im Großen und Ganzen ist es ein Glaubenssache und wir mit unserer Froschperspektive werden uns nie sicher sein können. Dennoch gilt für mich der Grundsatz ,,in dubio pro reo" nur vor Gericht, aber nicht, wenn ich mir in Foren eine Meinung zu einem Thema bilde. Ich bin ganz ehrlich. Ich ,,glaube" fest, dass Skripal durch den russischen Staat zur Abschreckung und/oder aus Rache umgebracht wurde.
Zitat Spiegel:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 97305.htmlDass der Fall Skripal weitreichende Konsequenzen haben wird, ist dennoch nicht zu erwarten. Denn so schlecht das politische Verhältnis auch sein mag - "die Geschäftsbeziehungen zu Russland sind exzellent", sagte Anne Applebaum dem SPIEGEL. London sei mit Abstand der bevorzugte Finanzplatz für russisches Geld, so die Russlandexpertin der London School of Economics. "Und die Frage ist, ob die britische Regierung den Mut hat, das zu ändern."
Tatsächlich hängt das Bankenzentrum schon seit Jahren am finanziellen Tropf russischer Geschäftsleute, von denen nicht wenige als windige Figuren gelten. Dutzende russische Firmen spülen jährlich Milliarden nach London. Aus keinem anderen Land sind mehr Anleger mit Hilfe eines sogenannten Investoren-Visums nach Großbritannien gekommen. Das bekommt, wer mindestens 750.000 Pfund garantiert in Großbritannien investiert. Ein großer Teil der sündteuren Filet-Grundstücke in Londoner Bezirken wie Chelsea gehört Russen. Fast zehn Prozent der nicht-britischen Kinder auf britischen Privatschulen kommen aus Russland - sie bringen jährlich rund 60 Millionen Pfund ein.
London diene seit Jahren als "Waschmaschine für dreckiges Geld aus Russland", urteilen denn auch Experten wie Mark Almond vom Crisis Research Institute Oxford. Und weil damit die britische Wirtschaft gepeppelt werde, schaue die Politik nie so genau hin. Insofern liege Russlands Präsident Wladimir Putin auch nicht ganz falsch, wenn er dem Westen "Heuchelei" vorwerfe.
Es gab für mich schlichtweg zu viele ,,merkwürdige" Tode mehr oder weniger prominenter Personen, die eins eint: Sie standen kritisch dem russischen Staat gegenüber und/oder sie haben ihm geschadet.
Zu den merkwürdigen Toten in alphabetischer Reihenfolge:
Boris Beresowski (systemkritischer Oligarch) und Nikolai Alexejewitsch Gluschkow
Sergej Juschenkow (russischer Informationsminister, Mitglied im Geheimdienstausschuss)
Paul Klebnikow (Chef-Redakteur des russischen Forbes-Magazin)
Alexander Litwinenko (Ex-KGB-Agent, Polonium-Vergiftung)
Sergej Magnizki (Anwalt, Tod in Untersuchungshaft, offenbarte Korruption in den Behörden)
Boris Nemzow (ehemaliger Vize-Ministerpräsident)
Unter P wie Politowskaja: Die Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Igor Domnikow, Sergej Nowikow, Iskandar Chatloni, Sergej Iwanow, Adam Tepsurgajew, Stanislaw Markelow, Anastasija Baburowa, Natalja Estemirowa und im Westen am bekanntesten Anna Politkowskaja
Juri Petrowitsch Schtschekotschichin (Duma-Abgeordneter, Thalium-Vergiftung)
Deswegen ,,glaube" ich Putin nicht mehr. Es waren mir nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung einfach zu viele Merkwürdigkeiten. Ich habe überhaupt nichts gegen Russland, aber ich ,,glaube" nicht mehr an Putin.
Ich bin mir aber bewusst, dass dies ein ,,Glaube" ist. Man wird u.a. auch bei dem Anschlag auf das Leben von ,,Skripal" nie beweisen können, dass der russische Staat dahinter steckt. Wird uns nie gelingen. Aber aus den o.a. Gründen ,,glaube" ich daran.
Amen
Ich finde es schade, dass wir hier wieder alte Glaubenskämpfe ausfechten, nach dem Motto Ost gegen West, links gegen rechts, arm gegen reich und jeder wirft der anderen Seite Naivität und Beeinflussung von System-Medien vor.