Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Dieter1945 » 12. Mai 2011, 21:45

Auf der Seite

http://www.welt.de/kultur/history/artic ... eifen.html

gibt es einen interessanten Artikel über die SM70 mit Zeichnungen die im Bundesarchiv jetzt gefunden worden.
Dieter1945
 

Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Berliner » 13. Mai 2011, 05:51

Frage an unseren Edelknaben...ist das Dir bekannt, dass die Minen wegen eines Gewitters besonders behandelt werden mussten ? [ich auch]

Vielen Dank, [hallo]
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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Edelknabe » 13. Mai 2011, 06:45

Berliner...muss ich hier einwerfen, das ich kein gelernter Elektriker bin. Ich habe damals viel und genau den alten Gefreiten...unseren Vorgängern im Diensthalbjahr auf die Finger geschaut bei der Montage vor Ort, somit am Objekt gelernt, so wie in meinem ursprünglichen Beruf ebenfalls aber ich nehme einmal an, das die geballte Ladung eines Blitzes noch ganz andere Dinger umlegt, auslöst.
Und bei Gewitter verbot es sich wohl von selbst, nun gerade daran zu arbeiten, außer, man war lebensmüde.Es war wohl verboten, so nehme ich mal an.
In vielen Dingen fehlt mir auch der Film, zumal meine Konzentration damals eher auf meine kleine Familie gebündelt war, die befehlsmäßige Arbeit vorn am Kanten in gewisser Weise ein idealer Zeitvertreib...ist eigentlich das falsche Wort...aber damals zählte jeder Tag der herumging, nichts war wichtiger, zumindest für meine Wenigkeit. Ich wollte eigentlich nur wieder Nachhause...und nehme auch an, da war ich nicht der Einzige, der so dachte.
Die versetzte Anordnung wurde bei uns praktiziert, nur nahm eben eine Mine gleich noch drei andere mit, wenn es knallte.

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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon S51 » 13. Mai 2011, 12:53

Bei einem nahenden Gewitter musste nicht nur einfach abgeschaltet werden, es waren auch die betreffenden Einschübe in der Zentrale auf der Führungsstelle zu ziehen. Bei einem direkten Blitzeinschlag hat auch das nicht zuverlässig geholfen. Selbst wenn der Blitz in den geerdeten Zaun ging, hat wohl durch Induktion ein Stromfluss stattgefunden, der als Zündstrom gar nicht so selten gereicht hat.
Die Skizze in dem Artikel ist wohl eher ein Entwurf. Denn da ist in den unteren Reihen der Bereich hinter dem Zaunknick nicht abgedeckt. In solchen Fällen wurden im Knick noch Minen montiert. Mitunter auch gegen die übliche Schußrichtung, vorausgesetzt, dadurch ging die Ladung nicht etwa in westliche Richtung. Ganz selten, mir sind nur zwei solcher Montagen bekannt, wurden wohl auch Anlagen am verstärkten Zaun montiert. Viele sind allerdings der Meinung, das ich mich da irre.
Bei Arbeiten wurde der Zünddraht mechanisch gesichert, nicht nur einfach abgeschaltet.
Zu meiner Zeit waren abgeschaltete Zaunminen 501 trotzdem nicht immer sicher unscharf. Das lag an einem eigentlich als Diebstahlschutz eingebauten Kondensator, der den Strom manchmal länger hielt als vorgesehen. Dann konnte die sicher geglaubte 501 hochgehen. Das ist mir einmal passiert, als ich die Passage von GAK zwischen Stapelburg und Abbenrode durch den Zaun zu sichern hatte und bei Aufschließen des Schlosses an der Klappe die oberste Ladung abpfiff. Vielleicht habe ich an dem Schloß auch zu sehr gewackelt. Passiert ist weiter nichts. Ich war direkt darunter, die Ladung ging vor mir in den Sand und die unteren zwei Reihen blieben ruhig wie auch die Anlage davor und dahinter. Ob es wirklich daran liegt, dass ich auf einem Ohr nicht so gut höre wie auf dem anderen weiß ich nicht, da es auch sonst beruflich und privat bedingt etwas laut ist und war.
Uns wurde gesagt: Wenn wir von unten oder der Seite die innere Trichterfläche nicht sehen könnten, wären wir im "sicheren" Bereich (toter Winkel), da konnte einen allenfalls noch ein Gehäuseteil erwischen. Ob das so stimmt, kann allenfalls ein Pionier beurteilen, ich nicht.
Ob, wie in der Lesermeinung ganz unten zu lesen, ein Luftgewehrschuß auf den Zünddraht zur Auslösung gereicht hat, weiß ich nicht. Es war wohl ein Zuggewicht um die 3 kg erforderlich (genaue Daten habe ich nicht). Ob dies etwa ein Diabolo schafft, weiß ich nicht. Ganz sicher gereicht haben Dreckklumpen (so etwas ist wohl jedem gelangweilten KS-Gänger mal "passiert") oder auch Schneebälle. Von westlicher Seite beliebt waren an Angelsehnen oder auch nur einfachen Wäscheleinen befestigte Haken oder Wurfanker. Die wurden drüber geworfen und dann kräftig gezogen. So konnte man für richtig Streß sorgen. Aber auch für höchst unangenehme Aufmerksamkeit.
Zwischen April und Juli 1983 habe ich im Vorharz, Bereich 1. Grenzbataillion zwischen Scharfenstein und Abbenrode als Gruppenführer gedient. KS (Kontrollstreife) war nahezu jeden Tag dieser Zeit mein "Brot". Zwischen Stapelburg und Abbenrode waren 1983 Anlagen 501 (SM70) auf mehreren Kilometern Grenzlänge installiert.
S51
 

Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon S51 » 13. Mai 2011, 13:24

Es hat trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei Gewitter öfter gekracht. Petrus hat sich hierfür bevorzugt die Zeit ab etwa einer halben Stunde vor Feierabend ausgesucht. Es erwischte bei Gewitter oft ganze Felder, also nicht bloß 3 oder 12 Minen sondern 100 bis über 200 laufende Meter. "Schön", wenn man zu der Zeit gerade als Motorradstreife vorbeifährt....
Die ausgelösten Felder mussten bis zur Reparatur gesichert werden. In der Theorie jedenfalls. Praktisch war es dann so, dass die KS als Motorradstreife irgendwo in der Abschnittsmitte die Stellung hielt, bis Pioniere und Ablösung (letztere meist eher) da waren. Mit zwei bis vier Kilometern Abstand zum nächsten Posten...
Wenn das GustavVictor gewußt hätte, hätten sie uns womöglich umgerannt.
S51
 

Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Berliner » 13. Mai 2011, 21:49

Hallo Rainer-Maria, vielen Dank. [rose]

Edelknabe hat geschrieben:die befehlsmäßige Arbeit vorn am Kanten in gewisser Weise ein idealer Zeitvertreib...ist eigentlich das falsche Wort...aber damals zählte jeder Tag der herumging, nichts war wichtiger, zumindest für meine Wenigkeit. Ich wollte eigentlich nur wieder Nachhause...und nehme auch an, da war ich nicht der Einzige, der so dachte.


wirft die Frage auf, "wer haette diesen Dienst freiwillig gemacht ?" und dazu "wer war danach froh den Dienst geleistet zu haben ?".

Edelknabe hat geschrieben:Die versetzte Anordnung wurde bei uns praktiziert, nur nahm eben eine Mine gleich noch drei andere mit, wenn es knallte.


Was meinst Du mit "versetzte Anordung" ? [ich auch]

Danke, [hallo]
Berliner
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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Berliner » 13. Mai 2011, 21:55

Hallo S51, Deine Beitraege sind immer sehr interessant. Danke ! [rose]

S51 hat geschrieben:Das lag an einem eigentlich als Diebstahlschutz eingebauten Kondensator, der den Strom manchmal länger hielt als vorgesehen.


wie funktionierte D.W. der Diebstahlschutz ? War D.W. der Fall Gartenschlaeger der Anlass fuer den Diebstahlschutz ?

Berliner [hallo]
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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon S51 » 16. Mai 2011, 06:35

Berliner hat geschrieben:...wie funktionierte D.W. der Diebstahlschutz ? War D.W. der Fall Gartenschlaeger der Anlass fuer den Diebstahlschutz ?

Berliner [hallo]


Das können Fachleute besser beantworten als ich. Als dort noch Gruppenführer und Kontrollstreife haben wir zwar manches mitgekriegt, durften offiziell über die Technik an sich jedoch nichts wissen. Da man jedoch zwangsläufig dem Pionier öfter über die Schultern geschaut hat, war eine gewisse Kenntnis vorhanden.
Der Kondensator wurde normal über den anliegenden Zündstrom geladen. Er war wohl parrallel geschaltet. Bis zu einem gewissen Grade hat er so auch Überspannungen gepuffert. Ausgelöst wurde die Zündung jedoch elektromechanisch über den Zünddraht durch Zug. Bei einem Diebstahl wurde das Versorgungskabel durch den Dieb in der Regel durchgeschnitten oder abgerissen. Theoretisch hätte er dann die Mine einfach abbauen und dabei auch am Zünddraht ziehen können. Denn ohne Strom für die Zündkapsel kein Knall. Der Kondensator hielt jedoch auch nach einem Wegbleiben des Zündstromes durch die Versorgerleitung selbigen einige Zeit aufrecht. So lange, bis er entladen war. Offiziell knapp eine halbe Stunde. Jedoch nur für eine Entladung. Das Material des Kondensators war aber gar nicht so selten besser als kalkuliert. und brauchte länger bis zur vollständigen Entladung.
In meinem Fall hat es rund eineinviertel Stunden nach Abschaltung noch gekracht. Sicherheitsreserve war jedoch üblicherweise eine Stunde. Hätte also nicht scheppern dürfen. Hätte...
Gartenschläger war zwar der bekannteste aber nicht der einzige, der die Anlagen gemaust hat. Es könnte schon auf seine Aktion zurückgehen doch wurden solche administrativen Feinheiten nicht mit den Soldaten und Unteroffizieren an der Linie ausgekaspert. Wir hatten offiziell nicht mal zu wissen, warum nach Abschaltung noch eine Stunde zu warten war, bis man an den Zaun konnte.
Soll heißen, vermuten tu ich es aber ich weiß es nicht.
S51
 

Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Berliner » 16. Mai 2011, 08:40

Hallo S51, nochmals Danke. [rose]

S51 hat geschrieben:Bei einem Diebstahl wurde das Versorgungskabel durch den Dieb in der Regel durchgeschnitten oder abgerissen...Denn ohne Strom für die Zündkapsel kein Knall.


wow...dachte ehrlich die Zuendung sei rein mechanisch. [shocked]

S51 hat geschrieben:Gartenschläger war zwar der bekannteste aber nicht der einzige, der die Anlagen gemaust hat.


noch eine Neuheit. Werde ich demnaechst Googeln. Ware nicht ueberraschend wenn die CIA oder der BND eine abgebaut haette, oder ? [denken]

Berliner [hallo]
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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon S51 » 16. Mai 2011, 12:23

Berliner hat geschrieben:...wow...dachte ehrlich die Zuendung sei rein mechanisch.
..noch eine Neuheit. Werde ich demnaechst Googeln. Ware nicht ueberraschend wenn die CIA oder der BND eine abgebaut haette, oder ? [denken]
...


Ausgelöst wurde, indem am Auslösedraht gezogen oder dieser durchschnitten wurde. Deshalb wurde dieser Mechanismus bei Arbeiten noch zusätzlich mechanisch (mit einem Splint ähnlich dem mit dem Ring an einer Handgranate, glaube ich mich dunkel zu erinnern) gesichert.
Der Auslösemechanismus schloß einen Kontakt, was den Zündstrom auf die in das hintere Ende eingeschraubte Zündkapsel leitete. Wenn dann Strom da war, ging die Ladung (erst die Zündkapsel als Initialzünder und dann die Hauptladung) los. Das erfolgte nahezu gleichzeitig.
Ohne eingeschraubte Zündkapsel hätte man mit dem Ding gefahrlos um sich schlagen können. Eigentlich auch "mit", denn sie zündete nur elektrisch. So leichtsinnig wird aber wohl niemand gewesen sein. Ohne Strömlinge tat sich auch nichts aber diese (heute wohl gelben) Dinger konnten eben nicht nur aus den Versorgungsanschlüssen kommen.
Sichern konnte man erst von fern durch Abschalten, dann erden (um Induktionsströme abzuleiten) und schließlich dann vor Ort mechanisch. In der Reihenfolge umgekehrt erfolgte auch wieder das Scharfmachen.
Nicht mehr genau weiß ich, ob die Signalisierung der Auslösung durch (glaube ich) den Spannungsabfall beim Zünden oder einen Öffnungskontakt erfolgte. Diese Details kann nur ein Pionier beantworten. Ich habe bei so etwas immer nur zugeguckt.
Eine Antwort auf die zweite Frage könnte sicher Thunder geben. Das MIB ist mir dunkel als möglicher Veranstalter für solche Exkursionen ein Begriff. Offiziell wird es aber bestimmt nie eine Antwort hierfür geben. Höchstens bei Wickileaks denn solche Sachen wären rein rechtlich etwas anrüchig gewesen und so etwas machte bekanntlich nur der Osten.
S51
 

Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Thunderhorse » 16. Mai 2011, 17:10

[quote="Berliner
Ware nicht ueberraschend wenn die CIA oder der BND eine abgebaut haette, oder ? [denken]

Berliner [hallo][/quote]


Warum sollten die an dem Teil so großes Interesse haben!!!

Entwendung von Teilen der Sperranlagen.

Durch G. am
30-03-76 auf 01-06-1976
und am 23-04-1976
Diebstahl je einer SM-70 im Bereich des SiA XII des GR6.

Durch zwei Täter in der Nacht vom
29-05-76 auf 30-05-1976, Diebstahl von 3 Geräten SM-70 im Abschnitt des III. GB des GR.24.

In der Nacht vom
30-05-1979 auf 31-05-1979 durch drei Täter,
Diebstahl von einer SM-70 im SiA XII der 10 GK, III. GB des GR4.

Am 23-05-1981, versuchter Diebstahl einer SM-70 im Raum Teistungen, GR4.

Am 21-08-1983 durch 3 Täter,
Diebstahl einer SM-70 im SiA XII des GR10.

Dazu kommen diverse Auslösungen durch Pesonen von westlicher Seite.

Und:
Entwendung von Teilen der Elektronik des GSZ/GSSZ und Bodenminen
http://www.nva-forum.de/nva-board/index ... topic=9999
Geht nur mit Anmeldung.

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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Thunderhorse » 16. Mai 2011, 19:00

Zur Technik bzw. Schutzmaßnahmen mal demnächst a bisserl was.
Bzw. im NVA Forum unter Technik der GT gibts schon einiges zur SM70 (501/701).


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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Berliner » 17. Mai 2011, 22:00

Hallo S51, [knuddel]

S51 hat geschrieben:Ausgelöst wurde, indem am Auslösedraht gezogen oder dieser durchschnitten wurde. Deshalb wurde dieser Mechanismus bei Arbeiten noch zusätzlich mechanisch (mit einem Splint ähnlich dem mit dem Ring an einer Handgranate, glaube ich mich dunkel zu erinnern) gesichert.
Der Auslösemechanismus schloß einen Kontakt, was den Zündstrom auf die in das hintere Ende eingeschraubte Zündkapsel leitete. Wenn dann Strom da war, ging die Ladung (erst die Zündkapsel als Initialzünder und dann die Hauptladung) los. Das erfolgte nahezu gleichzeitig.
Ohne eingeschraubte Zündkapsel hätte man mit dem Ding gefahrlos um sich schlagen können. Eigentlich auch "mit", denn sie zündete nur elektrisch. So leichtsinnig wird aber wohl niemand gewesen sein. Ohne Strömlinge tat sich auch nichts aber diese (heute wohl gelben) Dinger konnten eben nicht nur aus den Versorgungsanschlüssen kommen.
Sichern konnte man erst von fern durch Abschalten, dann erden (um Induktionsströme abzuleiten) und schließlich dann vor Ort mechanisch. In der Reihenfolge umgekehrt erfolgte auch wieder das Scharfmachen.
Nicht mehr genau weiß ich, ob die Signalisierung der Auslösung durch (glaube ich) den Spannungsabfall beim Zünden oder einen Öffnungskontakt erfolgte. Diese Details kann nur ein Pionier beantworten. Ich habe bei so etwas immer nur zugeguckt.
Eine Antwort auf die zweite Frage könnte sicher Thunder geben. Das MIB ist mir dunkel als möglicher Veranstalter für solche Exkursionen ein Begriff. Offiziell wird es aber bestimmt nie eine Antwort hierfür geben. Höchstens bei Wickileaks denn solche Sachen wären rein rechtlich etwas anrüchig gewesen und so etwas machte bekanntlich nur der Osten.


nochmals fuer Deine ausfuehrliche Antwort, vielen Dank. [rose]

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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Berliner » 17. Mai 2011, 22:05

Hallo Thunderhorse, vielen Dank. [rose]

Thunderhorse hat geschrieben:Warum sollten die an dem Teil so großes Interesse haben!!!


Ich dachte weil, es ein Geheimnis war und "man sollte dem Feind keine Geheimnisse ueberlassen". [blush]

Thunderhorse hat geschrieben:Entwendung von Teilen der Sperranlagen.

Durch G. am
30-03-76 auf 01-06-1976
und am 23-04-1976
Diebstahl je einer SM-70 im Bereich des SiA XII des GR6.

Durch zwei Täter in der Nacht vom
29-05-76 auf 30-05-1976, Diebstahl von 3 Geräten SM-70 im Abschnitt des III. GB des GR.24.

In der Nacht vom
30-05-1979 auf 31-05-1979 durch drei Täter,
Diebstahl von einer SM-70 im SiA XII der 10 GK, III. GB des GR4.

Am 23-05-1981, versuchter Diebstahl einer SM-70 im Raum Teistungen, GR4.

Am 21-08-1983 durch 3 Täter,
Diebstahl einer SM-70 im SiA XII des GR10.

Dazu kommen diverse Auslösungen durch Pesonen von westlicher Seite.

Und:
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http://www.nva-forum.de/nva-board/index ... topic=9999
Geht nur mit Anmeldung.

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TH


tolle Infos, vielen Dank ! [freu]

Was haette die DDR dagegen machen koennen ? Schiessen oder die Personen festnehmen ?

Danke, [hallo]
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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Dieter1945 » 17. Mai 2011, 23:48

Thunderhorse hat geschrieben:
Entwendung von Teilen der Sperranlagen.

Durch G. am
30-03-76 auf 01-06-1976
und am 23-04-1976
Diebstahl je einer SM-70 im Bereich des SiA XII des GR6.
TH


TH,
Michael Gartenschläger hat nur am 30. März 1976 und am 23. April 1976 je eine SM70 abgebaut.

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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon manudave » 18. Mai 2011, 08:32

Was haette die DDR dagegen machen koennen ? Schiessen oder die Personen festnehmen ?


Gerade der Fall Gartenschläger sollte Antwort genug sein...
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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Thunderhorse » 18. Mai 2011, 16:24

manudave hat geschrieben:Was haette die DDR dagegen machen koennen ? Schiessen oder die Personen festnehmen ?

Gerade der Fall Gartenschläger sollte Antwort genug sein...



Ach Dave,
immer dieses Pauschale.
Variante 2 hat in mindestens 1 Fall Erfolg gehabt.


Nicht immer alles gleich verteufeln.

TH

P.S.: Gemeint war: in der Nacht auf den 30.03.1976.
Wüßte nicht dass ich von mehr als 2 Geräten im Fall G. geschrieben habe.
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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon manudave » 18. Mai 2011, 19:17

Okay TH,

die Antwort kann man etwas fehldeuten.
Sicherlich konnte man natürlich Festnehmen oder die Schusswaffe gebrauchen - je nach Anweisung oder Vorschrift.
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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Thunderhorse » 8. Juli 2012, 12:03

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Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon martin » 8. Juli 2012, 21:57

@ Warum setzt du bloß in allen Foren Links die einen nicht weiterbringen. Für dich als wahrscheinlichen PC Laien (Datenpanne BKA/Bundespolizei [flash] ):
Nur wer in dem Forum angemeldet ist kann da auch lesen !!!
martin
 

Re: Bei Gewitter detonierten Minen im Todesstreifen

Beitragvon Thunderhorse » 8. Juli 2012, 22:04

martin hat geschrieben:@ Warum setzt du bloß in allen Foren Links die einen nicht weiterbringen. Nur wer in dem Forum angemeldet ist kann da auch lesen !!!



Die die sich auskennen Wissen dies (auch PC-Laien) und wer sich wirklich tiefer dafür interessiert, meldet sich an oder läßt es bleiben.
Gar mancher hat dort Zugang.

Falls Du eine Datenpanne hast!!!
http://www.redirect301.de/bundespolizei ... ernen.html

Dafür mußte nicht angemeldet sein.

Schaffste sicherlich.
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