Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Was haltet ihr von einem bedingungslosen Grundeinkommen?

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Spartacus » 3. August 2017, 17:41

Dann bitte: erkläre uns, wie Du die halbe Billion Mehrausgaben finanzieren willst.


Das wurde schon lange durchgerechnet. Was nicht erwähnt wurde, ist, dass alleine die Beamtenpensionen mit satten 35 Prozent zu Buche schlagen, Tendenz stark steigend.
Das Problem ist ja bekannt, denn es wird nichts eingezahlt, aber zu praktisch 100 Prozent aus dem Steuertopf rausgeholt. Gehälter über Steuergeld, Pensionen über Steuergeld,
dass muss früher oder später ( eher früher) mal schief gehen.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon pentium » 3. August 2017, 21:01

Spartacus hat geschrieben:
Dann bitte: erkläre uns, wie Du die halbe Billion Mehrausgaben finanzieren willst.


Das wurde schon lange durchgerechnet. Was nicht erwähnt wurde, ist, dass alleine die Beamtenpensionen mit satten 35 Prozent zu Buche schlagen, Tendenz stark steigend.
Das Problem ist ja bekannt, denn es wird nichts eingezahlt, aber zu praktisch 100 Prozent aus dem Steuertopf rausgeholt. Gehälter über Steuergeld, Pensionen über Steuergeld,
dass muss früher oder später ( eher früher) mal schief gehen.

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Was wurde durchgerechnet oder besser von wem wurde es durchgerechnet? Nächste Frage, nehmen wir eine 10-köpfige Familie aus bildungsfernen Kreisen (deren Bedarfssatz schon heute manchen mit den Ohren wackeln ließe) - bekäme da jedes Familienmitglied z.B. 1.000 € oder nur die Eltern den vollen und die Kinder analog den derzeitigen AlG II/GruSi/SozHi Regelsätzen nur einen prozentualen Anteil (oder auch nüscht) pro Kopf?

Wenn ja, also jedes Familienmitglied, dann hätten wir sicher binnen 1 Jahr die Bevölkerung verdoppelt....
Und dann haben wir noch ein Problem...alles kommen nach Deutschenland und viel gut in Deutschenland...

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Spartacus » 4. August 2017, 18:14

Wie oft soll ich eigentlich noch Videos einstellen, wo das BGE auch mit Zahlen erklärt wird?

Schaut eh keiner an, also einfach mal selber suchen. [hallo]

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon pentium » 4. August 2017, 18:39

Spartacus hat geschrieben:Wie oft soll ich eigentlich noch Videos einstellen, wo das BGE auch mit Zahlen erklärt wird?

Schaut eh keiner an, also einfach mal selber suchen. [hallo]

Sparta


Lass es sein mit deinen Videos @Sparta. Erkläre es doch mal selber, beantworte einfach mal die aufgeworfenen Fragen. Deine Videos helfen da nicht weiter...

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 1. September 2017, 15:38

In Kenia ist das Grundeinkommen erfolgreicher als gedacht.

In Kenia orientiert sich der monatliche Betrag an der Armutsgrenze. 22 Dollar bekommen die Dorfbewohner monatlich, die Armutsschwelle für Kenia liegt bei 20 Dollar. Rund 45 Prozent der Kenianer haben weniger im Monat zur Verfügung.

Die Menschen finanzieren mit dem Grundeinkommen ganz Alltägliches, wie Rechnungen, Schulgeld, den Kauf von Lebensmitteln oder Medikamenten. Hunger war in Makanga zuvor durch Dürren ein großen Problem. Lebensmittel waren immer knapp, die Bauern leben von dem, was die Felder hergaben. Einige Verwandte, meist die Kinder oder Väter, sind in die Städte abgewandert, um dort Geld zu verdienen - und einen Teil davon in die Heimat zu schicken. Auf diese Zahlungen sind die Dorfbewohner nicht mehr angewiesen. Und selbst wenn das Geld mal knapp wird, bekommen sie in Geschäften einen Kredit, um Lebensmittel zu kaufen. Das Grundeinkommen macht sie zu solventen Kunden.

Viele Kinder und Jugendliche hätte ohne dieses Extra-Geld keine Schule besuchen können. Auch gespart wird - gerade größere Anschaffung, die ansonsten hätten nie finanziert werden können.
... eine Fischzucht im Victoriasee nun doch nicht geschlossen werden - die Arbeitsplätze blieben erhalten.

...die ersten Monate in Makanga zeigen, dass die Menschen mit Bedacht agieren. Die Menschen sind nicht fauler geworden, nus weil ihr Auskommen nun gedeckt ist. Zudem sei Diebstahl, meistens von Lebensmitteln in Zeiten des Hungers, zurückgegangen. Die Bewohner des Dorfes beratschlagen nun gemeinsam, wie sie ihr Geld am klügsten verwenden.


Der ganze Bericht: https://perspective-daily.de/article/330/LC4YEzpz
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Spartacus » 1. September 2017, 17:55

Danke für den Bericht AZ und ja Deutschland sollte Geld nur in solche Projekte stecken, denn dann bleiben die Menschen auch dort.

Übrigens, – am 24.9.2017 mit der Zweitstimme für Bündnis Grundeinkommen – BGE – die Grundeinkommenspartei

https://www.buendnis-grundeinkommen.de/

Meine Stimme haben sie schon. [hallo]

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Interessierter » 11. September 2017, 07:21


Karl Marx muss weiter träumen – zur Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen

von Ruprecht Polenz

„Jeder nach seinen Fähigkeiten – jedem nach seinen Bedürfnissen“, so stellte sich Karl Marx das Schlaraffenland vor. Die klassenlose Gesellschaft werde es jedem ermöglichen, „heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden“. In den bisherigen Versuchen hat es mit der Realisierung nicht geklappt. Sie wurden 1990 beendet, weil beide Versprechen vom real existierenden Sozialismus nicht erfüllt werden konnten.

Manche glauben, die Digitalisierung werde uns die Arbeit abnehmen, und wenn wir´s nur richtig anstellten, dann ließe sich das Ziel doch noch erreichen. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen könne man gewissermaßen auf Sparflamme schon einmal anfangen, sich auf die arbeits-lose Gesellschaft der Zukunft vorzubereiten.

Ich denke nicht, dass es so kommt.
Wie bei der ersten und zweiten industriellen Revolution werden Arbeitsplätze wegfallen. Vor 200 Jahren arbeiteten 80 Prozent in der Landwirtschaft, heute sind es noch 4 Prozent. Und sie produzieren ein vielfaches mehr. Hätte man die Bauern vor 200 Jahren gefragt, sie hätten vielleicht gedacht: dann muss ich ja nicht mehr arbeiten und bekomme trotzdem zu essen. Die Arbeit ist durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft aber nicht ausgegangen. Sie hat sich vom Feld in die Fabrik verlagert.

Auch durch die Digitalisierung werden Arbeitsplätze wegfallen. In der Industrie und im Handel. Weil mehrere Sektoren unserer Wirtschaft gleichzeitig betroffen sein werden und weil die Veränderungen nicht linear sondern eher exponentiell verlaufen, wird der Strukturwandel schneller ablaufen und uns vor größere Herausforderungen stellen, als dies bisher der Fall war.

Künstliche Intelligenz, Roboter, neue Vernetzungen würden dazu führen, dass uns die Arbeit ausgeht. Deshalb helfe nur ein arbeitsloses Grundeinkommen. Zwei Fliegen mit einer Klappe also: die Arbeitsplatzsorgen bekämpft und den alten Traum von Marx endlich erfüllt.

Auch diesmal wird es nicht so kommen. Wir haben Arbeit, weil Menschen Bedürfnisse haben. Und wir bekommen Geld dafür, weil wir in organisierter Arbeitsteilung zur Befriedigung der Bedürfnisse anderer Menschen beitragen, die uns dafür bezahlen.

Diese Bedürfnisse verändern sich mit den Möglichkeiten und sind, darauf kommt es hier an, prinzipiell unbegrenzt. Wir können heute noch nicht wissen, was sich die Menschen in 30 oder 40 Jahren wünschen werden. Bei uns stand 1990 auch noch kein Handy auf dem Wunschzettel. Aber wir wissen schon, dass es auch Weihnachten 2050 Wunschzettel geben wird.

https://starke-meinungen.de/blog/
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Spartacus » 27. September 2017, 17:32

Die neue Landesregierung von Schleswig-Holstein will die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens ausprobieren. Florian Matz, Vorsitzender der SPD in Flensburg, will die Stadt an der Förde zum Modellort machen. Das sind seine Gründe.


https://www.vorwaerts.de/artikel/spd-po ... ten-sollte

Gut. [hallo]

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 27. September 2017, 18:20

Probieren kostet nix, sagte man immer. Hier ist das etwas anders. Aber gut, es gibt Schlimmeres. Vielleicht läufts ja wie in Kenia....ob Massai oder Friesen.... [grins]

AZ
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon pentium » 27. September 2017, 18:24

augenzeuge hat geschrieben:Probieren kostet nix, sagte man immer. Hier ist das etwas anders. Aber gut, es gibt Schlimmeres. Vielleicht läufts ja wie in Kenia....ob Massai oder Friesen.... [grins]

AZ


Ach Gottchen, der Vorschlag ist aus dem August, und ein Vorschlag mehr nicht...
https://www.shz.de/lokales/flensburger- ... 73786.html

Erste Reaktionen aus anderen Parteien lassen auf eine gewisse Skepsis schließen. „Der vorgesehene Modellversuch ist Aufgabe des FDP-Gesundheitsministers Heiner Garg“, stellt der Flensburger CDU-Chef Arne Rüstemeier klar. Der Versuch müsse so angelegt sein, dass für den Bund eine Aussage möglich ist, ob die mit dem Grundeinkommen oder dem Bürgergeld bezweckte Weiterentwicklung der sozialen Sicherungssysteme erreicht werden kann. Schließlich sei die Grundsicherung Bundesaufgabe. Die CDU stehe dem Vorhaben grundsätzlich kritisch gegenüber, „zugleich erkennen wir in einem Modellversuch auch Chancen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die Sozialkassen“, so Rüstemeier. „Die Rahmenbedingungen müssen allerdings in Gargs Ministerium definiert werden. Dabei muss geprüft werden, ob Flensburg ausreichend repräsentativ für einen Versuch mit bundesweiter Aussagekraft ist.“

„Wir müssen zunächst einmal die Bedingungen des bedingungslosen Grundeinkommen klären“, wendet Heinz-Werner Jezewski, Ratsherr der Linken, ein. Wenn es um das von der FDP vorgeschlagene liberale Bürgergeld gehe, sei er dagegen, weil damit nur Sozialabbau gemeint sei. „Ich freue mich über den Vorschlag von Florian Matz, denn so kommen wir in eine Diskussion über das Thema.“ Und die möchte Jezewski vor allem mit den Menschen in Schleswig-Holstein führen....

Also, es ist ein Vorschlag, mehr nicht!

...
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 27. September 2017, 18:28

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Probieren kostet nix, sagte man immer. Hier ist das etwas anders. Aber gut, es gibt Schlimmeres. Vielleicht läufts ja wie in Kenia....ob Massai oder Friesen.... [grins]

AZ


Florian will es doch nur ausprobieren, die Betonung liegt auf "will"...


Ok, der ist nicht so wie wir. [grins]

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2017, 15:06

Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) klingt heute nach Utopie, für die Autoren Marc Friedrich, Matthias Weik und DM-Gründer Götz Werner führt daran kein Weg vorbei.

Marc Friedrich erklärt, warum aus seiner Sicht das BGE kommen muss.

Die UN, der IWF und das WEF gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren 40 bis 75 Prozent der Arbeitsplätze obsolet werden. Bei unserer Recherche haben wir Firmen ausfindig gemacht, die ihre Fabriken von 12.000 Mitarbeitern auf unter 900 reduziert haben.
Was machen wir mit den Millionen Menschen ohne Arbeit? Das würde das Sozialsystem eines jeden Landes sprengen. Entweder wir implementieren das BGE oder es wird soziale Unruhen oder sogar Bürgerkrieg geben.

Der wahrscheinlich erste Einwand von Gegnern wird sein: Das ist nicht finanzierbar. Was sagen Sie dazu? Können Sie vielleicht auch Zahlen nennen?
Friedrich: Nur langsam und zäh setzt sich leider die - an sich nicht schwer zu erlangende - Einsicht durch, dass ein BGE natürlich keine zusätzliche "soziale Wohltat" wäre. Denn selbstredend würde es die vorhandenen Einkommen nicht ergänzen, sondern lediglich zum Teil ersetzen.


https://www.biallo.de/soziales/news/ode ... ieg-geben/

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon karnak » 16. Oktober 2017, 15:23

Ob es finanzierbar ist oder nicht ist vielleicht noch nicht mal die entscheidende Frage, dass Arbeit AUCH ein Bedürfnis ist, was man wahrscheinlich erst so richtig realisiert wenn man keine mehr hat, ist das größere Problem, dass dann zu Irritationen führen wird. Eine größere Gruppe einer Gesellschaft die nur durchgefüttert wird, wird früher oder später Probleme machen. Ich halte die Idee Menschen in Größenordnungen zum Nichtstun zu verführen für Irrsinn. Dann schon eher eine dramatische Verkürzung der Arbeitszeit für jeden.
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2017, 16:50

karnak hat geschrieben: Eine größere Gruppe einer Gesellschaft die nur durchgefüttert wird, wird früher oder später Probleme machen.


Dann werden es die Rentner sein? [laugh]

Davon abgesehen, erkennst du denn nicht darin die kommunistischen Ideale? [grins]

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Spartacus » 16. Oktober 2017, 17:43

Was mich irritiert, ist schon lange dass das Thema Digitalisierung und damit einhergehend das BGE bei allen Parteien in diesem Land überhaupt keine Rolle
im Wahlkampf gespielt hat, denn das ist das dringendste Thema überhaupt, was die Zukunft betrifft.

Stattdessen faselt zum Beispiel die Merkel von Vollbeschäftigung.

Vollkommen daneben, aber klar, wenn man die Hand vor die Augen hält, dann sieht mich der böse Mann nicht mehr.

Einfach erbärmlich, was in dieser Beziehung hier abläuft. Und wir werden das erleben, sehr schnell erleben, ich rechne so mit 10 - 15 Jahren, dann ist die
Utopie schon Wirklichkeit.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2017, 17:54

Spartacus hat geschrieben:Stattdessen faselt zum Beispiel die Merkel von Vollbeschäftigung.
Sparta


Heute wieder von anderen Unternehmern gehört....im Bereich der Facharbeiter oder Höherqualifizierten besteht hier in der Region Vollbeschäftigung.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon karnak » 16. Oktober 2017, 17:57

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben: Eine größere Gruppe einer Gesellschaft die nur durchgefüttert wird, wird früher oder später Probleme machen.


Dann werden es die Rentner sein? [laugh]

Davon abgesehen, erkennst du denn nicht darin die kommunistischen Ideale? [grins]

AZ

Das mit den Rentnern hakt, dort lebt man emotional in einer anderen Situation, mal fühlt sich dann nicht überflüssig, nach einem langen Arbeitsleben erntet man die Früchte seiner Arbeit, zumindest sollte das so sein und man strebt das an. Man ist nicht überflüssig, man hat seine Pflicht getan.
Und ein grundlegendes kommunistisches Ideal ist das sich entwickelte Bedürfnis nach Arbeit und nicht das Nichtstun.
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon pentium » 16. Oktober 2017, 18:00

Spartacus hat geschrieben:Was mich irritiert, ist schon lange dass das Thema Digitalisierung und damit einhergehend das BGE bei allen Parteien in diesem Land überhaupt keine Rolle
im Wahlkampf gespielt hat, denn das ist das dringendste Thema überhaupt, was die Zukunft betrifft.

LG

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Was hat die Digitalisierung (was wird eigentlich digitalisiert?) mit der Utopie eines BGE zu tun? Wenn ich den Digitalen Rundfunk einführe bekommt man dann auch das BGE...

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2017, 18:02

pentium hat geschrieben:Was hat die Digitalisierung (was wird eigentlich digitalisiert?) mit der Utopie eines BGE zu tun?
...


Die Maschinen, an denen heute Menschen stehen, werden durch die Digitalisierung (nicht korrekt bezeichnet, ich weiß) bald automatisch arbeiten.
Beispiel: Taxifahrer [grins]

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Spartacus » 16. Oktober 2017, 18:18

augenzeuge hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Was hat die Digitalisierung (was wird eigentlich digitalisiert?) mit der Utopie eines BGE zu tun?
...


Die Maschinen, an denen heute Menschen stehen, werden durch die Digitalisierung (nicht korrekt bezeichnet, ich weiß) bald automatisch arbeiten.
Beispiel: Taxifahrer [grins]

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So sieht es aus und die Häuser, oder Autos der Zukunft werden gedruckt, mit allem drum und dran. Adieu Zulieferer. Kann man noch tausende Beispiele
aufzählen und alles ist in der Erprobung und steht kurz vor der Einführung. Ich bin da ganz dicht dran, weiß wovon ich spreche. Ersatzteile bestellen
und liefern lassen? War gestern, demnächst wird das alles selber gemacht, selbst hergestellt.

Was machen wir denn, wenn wir nur noch 5 Millionen sehr hochqualifizierte Arbeitsplätze haben und alles andere der Kamerad Maschine erledigt?
Und der wird nie krank, braucht auch keine Pausen, arbeitet 24 Stunden durch und macht dann genauso weiter. Keinen Lohn bekommt er, kein
Urlaubs und Weihnachtsgeld verlangt er und er zahlt vor allem auch keine Steuern.

Und nun?

LG

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2017, 18:26

Spartacus hat geschrieben:Und nun?

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Und welcher Partei traust du hier am ehesten zu, mit dem Problem klarzukommen? Ganz sicher nicht der AfD....

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon SkinnyTrucky » 16. Oktober 2017, 19:06

karnak hat geschrieben:Ob es finanzierbar ist oder nicht ist vielleicht noch nicht mal die entscheidende Frage, dass Arbeit AUCH ein Bedürfnis ist, was man wahrscheinlich erst so richtig realisiert wenn man keine mehr hat, ist das größere Problem, dass dann zu Irritationen führen wird. Eine größere Gruppe einer Gesellschaft die nur durchgefüttert wird, wird früher oder später Probleme machen. Ich halte die Idee Menschen in Größenordnungen zum Nichtstun zu verführen für Irrsinn. Dann schon eher eine dramatische Verkürzung der Arbeitszeit für jeden.


Die Finanzierbarkeit ist echt das kleinste Problem, die Kaufkraft wird enorm steigen, die Leute werden wie wild konsumieren, Zeit werden se dafür ja dann haben....da fällt genug bei ab....aber wollen wir das auch so....bzw, kann das unser Planet verkraften, wenn es uns allen so richtig gut geht.... [denken]


groetjes

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Volker Zottmann » 16. Oktober 2017, 21:25

Ich meine, Arbeit ist kein Bedürfnis, ohne welches Menschen nicht klarkommen. Wichtig ist lediglich eine sinnvolle Beschäftigung die einen fordert.
Für das Bedingungslose Grundeinkommen könnten ja Leistungen erbracht werden, die heute meist liegen bleiben.
Alle, die unter dem Rentenalter und gesund sind, könnten sich als einzige Bedingung ja stundenweise den betagten Mitbürgern zuwenden, betreuen, kleine Erledigungen besorgen. Ebenso könnten alle Freianlagen wie Gehwege und Parks gepflegt werden, was heute oftmals noch zu wenig geschieht.
Es gibt kommunal 1000 Dinge, die dann ehrenamtlich geregelt werden könnten. Einsicht ist allerdings zuerst gefragt.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon karnak » 17. Oktober 2017, 06:45

[flash] Was dann bezahlte Arbeit wäre, nur den Lohn würde man dann bedingungsloses Grundeinkommen nennen. Mit dem Unterschied, dass diese "bedingungslose Grundeinkommens Arbeit" ehrenamtlich sein soll, sprich, man kann da hingehen wenn man gerade mal Lust hat oder etwas frische Luft oder Bewegung braucht, so eine Art Subotnik, dass Geld bekommt man aber auch ohne Lust. Ich bin mir sicher die Gehwege und Parks werden sich dann in einem top Zustand befinden. [flash] Ansonsten, wenn jeder 1000 Euro im Monat bekommen soll, so soll das doch wohl sein, und zwar vom Säugling bis zum Greis. Rechne ich einfach mal 80 Millionen Berechtigte, dann wären das ja 1000 x 80 Millionen, wie viel ist das eigentlich? Doch wohl 80 Milliarden und die im Monat,also über 800 Millarden im Jahr, also fast eine Billion. [flash] Und den Betrag sollen dann die Idioten über irgendwelche Abzüge erarbeiten die den Hals nicht voll bekommen können und lohnabhängig freiwillig weiter arbeiten, gemeinsam mit denen die Arbeit anbieten? Wer nicht völlig bescheuert und"Geldgeil" ist wird natürlich versuchen sich irgendwie schwarz etwas zu seinem Grundeinkommen dazu zu verdienen um sich diese Abzüge zu sparen, die Arbeitanbieter, sehr wahrscheinlich an den Abzügen beteiligt, werden das genau so sehen, also braucht man noch eine Behörde die das bekämpft, die Stasi wäre da wohl etwas in der Größe eines kleinen Handwerkerbetriebes gewesen, oder setzt man auf Bewusstsein? Richtig dumm ist dann der dran, bei dem die Knochen aus irgendwelchen Gründen kaputt sind , dass ihn keiner mehr für Schwarzarbeit will, der muss dann mit dem Grundeinkommen klarkommen. Wahnsinn, gibt es denn da einen seriösen Plan wie man diesen Betrag jeden Monat aufbringen will? Was nimmt der Staat einschließlich der Renten-Arbeitslosenversicherung und was es sonst noch so gibt monatlich eigentlich ein und kann es dann verteilen, keine Ahnung?
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Spartacus » 17. Oktober 2017, 17:25

Kurz vor Beginn der Sondierungsgespräche von Union, Grünen und FDP haben sich Dax-Chefs für eine bessere Absicherung der Deutschen ausgesprochen. Nachdem Siemens-Chef Joe Kaeser kürzlich eine „Grundversorgung für das Alter“ gefordert hatte, äußerte sich Telekom-Chef Timotheus Höttges jetzt ähnlich: Die Digitalisierung werde die Unternehmens- und Arbeitswelt seiner Meinung nach enorm verändern. „Deshalb brauchen wir eine Diskussion, wie wir die Sozialsysteme auf die Herausforderungen der Digitalisierung einstellen“, sagte Höttges dem Tagesspiegel. Es müsse jetzt über Instrumente wie „das bedingungslose Grundeinkommen und als Teilvariante davon die Grundversorgung im Alter“ gesprochen werden.


http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/l ... 57960.html

Der Elite schwant auch schon schlimmes.

Ansonsten, wenn jeder 1000 Euro im Monat bekommen soll, so soll das doch wohl sein, und zwar vom Säugling bis zum Greis. Rechne ich einfach mal 80 Millionen Berechtigte, dann wären das ja 1000 x 80 Millionen, wie viel ist das eigentlich? Doch wohl 80 Milliarden und die im Monat,also über 800 Millarden im Jahr, also fast eine Billion.


Hatten wir hier schon, denn so ziemlich dieser Betrag wurde bereits letztes Jahr in Deutschland ausgegeben, Tendenz stark steigend, denn es sind ja nun noch zusätzlich die Flüchtlinge
durchzufüttern.

Alles klar?

LG

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon pentium » 17. Oktober 2017, 17:59

Spartacus hat geschrieben:
Ansonsten, wenn jeder 1000 Euro im Monat bekommen soll, so soll das doch wohl sein, und zwar vom Säugling bis zum Greis. Rechne ich einfach mal 80 Millionen Berechtigte, dann wären das ja 1000 x 80 Millionen, wie viel ist das eigentlich? Doch wohl 80 Milliarden und die im Monat,also über 800 Millarden im Jahr, also fast eine Billion.
Hatten wir hier schon, denn so ziemlich dieser Betrag wurde bereits letztes Jahr in Deutschland ausgegeben, Tendenz stark steigend, denn es sind ja nun noch zusätzlich die Flüchtlinge
durchzufüttern.

Alles klar?

LG

Sparta


Nein, weil deine Zahlen nicht stimmen, hier noch mal ein älterer Beitrag dazu:

Die gesamten Sozialausgaben, das sog. Sozialbudget, betrugen 2016 918 Milliarden € und werden 2017 voraussichtlich auf 961 Milliarden € steigen. Bis 2021 werden diese auf 1,1 Billionen € steigen. Das ist die Größe mit denen viele Befürworter des BGE arbeiten. Aber wie Du und ich weiter oben schon festgestellt haben, der Großteil daran sind Ausgaben für KV, PV, Renten und Pensionen, die nicht ernsthaft mit dem BGE verrechnet werden können....

Nach dem Schleswig-Holstein-Modell sollen alle erwerbsfähigen Bürger 1.000 € im Monat als BGE bekommen. Egal, ob arm oder reich. Das Anrechnungsmodell, dass die FDP da bevorzugt, lass ich mal raus, denn das hat mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nichts zu tun, das ist nur ne Aufstockung von Hartz IV, erweitert um eine Faulenzerprämie.

Als erwerbsfähig zählen in Deutschland alle Bürger im Alter von 15 Jahren bis unter 75 Jahren. Das sind derzeit rund 62 Millionen Menschen. Wenn Du denen alle 1.000 € im Monat gibst, sind das pro Jahr Kosten vom 744 Milliarden Euro. Im Gegenzug sollen die meisten Sozialausgaben gekappt werden, darunter also Hartz4, Kindergeld, Bafög etc. so das Modell. Nehmen wir 171 Milliarden als Gegenrechung, bleiben immer noch 573 Milliarden, die Du irgendwie finanzieren musst. Dann bitte: erkläre uns, wie Du die halbe Billion Mehrausgaben finanzieren willst. Selbst wenn Du einen Sozialhaushalt von 500 Milliarden gegenrechnest, du wirst diese Lücke niemals durch Steuererhöhungen schließen können. So hat die ab 2007 eingeführte "Reichensteuer" von 3% letztendlich nur symbolischen Wert für den Bundeshaushalt, gemessen an den gesamten Steuereinnahmen. Sie bringt "nur" ca. 650 Millionen an Steuern im Jahr mehr ein. Inklusive SoliZuschlag, den man ja abschaffen will.

Das ist nicht finanzierbar.

...
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon SkinnyTrucky » 17. Oktober 2017, 18:12

Alle Berechnungen lassen ausser Acht das, wenn es allen dadurch besser geht, viel mehr konsumiert wird, die Steuereinnahmen also heftig steigen werden....viel mehr Geld wird bewegt und bei jeder Geldbewegung greift der Staat mit ab....also, bitte noch mal neu kalkulieren....


groetjes

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2017, 18:16

Die Finanzierung wäre einfach, wenn man den Militärhaushalt nicht erweitert. Man muss auch berechnen, welche Kosten entstehen, wenn extrem wenig konsumiert werden kann, oder wenn soziale Tumulte entstehen....

AZ
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon Spartacus » 17. Oktober 2017, 18:22

augenzeuge hat geschrieben:Die Finanzierung wäre einfach, wenn man den Militärhaushalt nicht erweitert. Man muss auch berechnen, welche Kosten entstehen, wenn extrem wenig konsumiert werden kann, oder wenn soziale Tumulte entstehen....

AZ


Richtig, Mara ebenfalls richtig, es spielen eine menge Faktoren eine Rolle.

Bitte mal in Ruhe lesen. [hallo]

https://finanzmarktwelt.de/bedingungslo ... ist-14070/

LG

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?

Beitragvon pentium » 17. Oktober 2017, 18:25

Ein interessanter Beitrag dazu aus eine anderem Forum:

Also jeder bekommt 1.000 € pro Monat vom Staat und das war's. Kein Kindergeld, kein Arbeitslosengeld, keine Zuschüsse, Wohngelder, nicht mehr. In 2015 betrug dieser Sozialetat knapp 900 Millionen Euro, dies rechnen die Befürworter dagegen und wollen so das BGE gegenfinanzieren. Davon könnte man in der Theorie das bezahlen.

Nur: in dem genannten Sozialetat sind bspw. auch Krankenversicherung, Pflegeversicherung, laufende Renten und Pensionen drin enthalten. Gerade Letztere kannst Du nicht einfach mal rausschmeißen. Dieser Anteil, der den Großteil des Sozialetats ausmacht, würde also für die Gegenfinanzierung wegfallen. Es sei denn, man würde das ganze System umkrempeln, was zweifellos zu diversen Verfassungsklagen führen würde. In den Rentenzahlungen stecken ja bspw. jahrzehntelange Beitragseinzahlungen der Arbeitnehmer drin. Das ist also eine Milchmädchenrechnung, die nie aufgehen kann.

Der Steuersatz soll auf 50% steigen, durch die Progression also eine Erhöhung für jedermann. Aber: einfaches Beispiel ohne Progressionsberücksichtigung: der Unternehmer hat ein zvE von 120.000 €. Bei 50% Steuer zahlt er 60.000 € Steuer. Vom Staat bekommt er aber 12.000 € als BGE. Das gegengerechnet bezahlt er also summa summarum nur 48.000 € an den Staat, was einem tatsächlichen Steuersatz von 40% entspricht. Wenn der jetzt noch ne Frau und 3 Kinder hat, die er bislang von seiem Gewinn finanzieren musste und die jetzt auch noch jeweils 12.000 € BGE bekommen, zahlt er summa summarum 0 € Steuern auf 120.000 € zvE. Und das war nur die Milchmädchenrechnung-Version mit 50% Steuer ab dem ersten Euro.

Tatsächlich bezahlt man bei 120.000 € bei der Einzelveranlangung grob 44.000 € Steuer, bei der Zusammenveranlageung 35.000 €. Eine Erhöhung auf 50% Spitzensteuersatz wird nicht mehr als um die 1.000 € mehr Steuer bedeuten, da der tatsächliche Durchschnittsteuersatz für den Steuerpflichtigen ja nur anteilig progressinsmäßig ansteigt. Je nach Familienkonstellation bedeutet das also nicht nur ein Totalausfall an Steuerzahlung gegenüber dem status quo, sondern zusätzlich legt der Staat dann auch noch Geld drauf.


Jemand mit sagen wir 25.000 € zvE zahlt auch als Single summa summarum keine Steuern. Dezeit sind es knapp 4.200 €. Auch hier erfolgt ein Totalausfall an Steuern und der Staat schießt noch Geld dazu. Ich sehe da nicht, wie da bei der Masse ein Mehr an Steuern reinkommen soll, die das alles finanzieren kann.

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