Schröder und Maschmeyer - Der Buchhandel Wie viel Vorschuss verdient ein Buch von Gerhard Schröder, und was bedeutet in diesem Zusammenhang Freundschaft? Vor vier Jahren erinnerte sich Doris Schröder-Köpf in einem ZEITmagazin-Interview an einen finanziellen Engpass. Es mangelte ihr, verriet sie, an einer standesgemäßen Garderobe, als sie 1998 mit ihrem neuen Mann, dem frisch gewählten Bundeskanzler Gerhard Schröder, eine Aids-Gala in Berlin aufsuchte: "Ich trug so einen alten Samtrock und einen Blazer, den mir eine Schneiderin aus Hannover gemacht hatte. Prinzessin Caroline war perfekt, von Kopf bis Fuß in, sagen wir mal, Chanel oder Dior ... Ich sah schrecklich aus neben ihr. Später habe ich mich verbessert. Aber wissen Sie, ich hätte mir all die tollen Kleider gar nicht kaufen können, wir hatten einfach nicht das Geld. Mein Einkommen war weggefallen, und das meines Mannes war wegen seiner Vergangenheit auch finanziell begrenzt."
Nun ist oft beklagt worden, dass die seinerzeit rund 15.000 Euro Amtsgehalt eines Kanzlers im Vergleich zu den Gehältern von CEOs und Sparkassendirektoren eine sehr überschaubare Summe sind. Man muss damit, selbst nach einer "Vergangenheit", nicht gleich jeden Euro zweimal umdrehen, aber in der Boutique schaut man vielleicht doch aufs Preisschild und rechnet ein wenig herum. Das mag als besonders belastend empfinden, wer, wie Doris Schröder-Köpf, ein Gespür dafür hat, dass Geld "sehr wichtig in jeder Partnerbeziehung" ist. Wenn dann noch hinzukommt, dass man sich im häuslichen Rahmen selbst um die überschaubaren Finanzen kümmert ("Meinem Mann kommt das zupass, der interessiert sich gar nicht für Geld"), wird das nicht stimmungsaufhellend wirken.
Gerhard Schröder, der sich gar nicht für Geld interessiert, hat sich, wie man seit einigen Tagen durch eine Recherche der stern-Redakteure Wigbert Löer und Oliver Schröm weiß, vermutlich bereits gegen Ende seiner Amtszeit im Sommer 2005 zwei Millionen Euro inklusive Umsatzsteuer für die Buchrechte an seiner politischen Autobiografie zusichern lassen. Allerdings nicht, wie man leichtfertig glauben könnte, von einem Verlag oder einem Agenten, sondern von seinem Freund Carsten Maschmeyer. Maschmeyer, Jahrgang 1959, hat es mit seinem Unternehmen Allgemeiner Wirtschaftsdienst (AWD), das waghalsige Finanzprodukte auch an finanzschwache Anleger vermittelte, sowohl zu beneidenswertem Wohlstand gebracht als auch zu einer von Hannover aus in die ganze Republik ausstrahlenden Bekanntheit, die nicht nur auf der Liaison mit der Schauspielerin Veronica Ferres gründet, sondern sich seinen zahlreichen Verbindungen und Freundschaften zu Politikern, Künstlern, Wissenschaftlern und Medienschaffenden verdankt (Christian Wulff, Klaus Meine, Thomas Gottschalk, Bert Rürup, Walter Riester und so weiter).
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