Die AfD kann nicht die Alternative seinDie AfD gibt sich nach dem Parteitag gemäßigter und als Partei des kleinen Mannes. Die Agenda der Partei aber zeigt, dass die AfD nicht daran interessiert ist, die Lücken zu füllen, die die Volksparteien hinterlassen haben. Die AfD will keinen Dialog zum Thema Migration führenDie AfD will für Moscheen nicht allgemeine Bauvorschriften gelten lassen, sondern einschränkende Sondervorschriften, hält einen aufgeklärten Islam weder für realistisch noch für wünschenswert.
Ein Delegierter, der empfahl, mit Islam-Vertretern ins Gespräch zu kommen, wurde niedergebrüllt. Verständigung, Gespräche sind unerwünscht."Der Islam gehört nicht zu Deutschland" ist die zentrale These. Aber: "Wir meinen nicht, alle Muslime auszuweisen", erklärte Beatrix von Storch dazu. Also nicht alle. Das soll vermutlich einschränkend, beruhigend wirken.
Am ersten Tag gab es den Beschluss, dass Einwanderung generell problematisch, „Einwanderung, insbesondere aus fremden Kulturbereichen" aber grundsätzlich abzulehnen sei, der am folgenden Tag kassiert wurde, weil die Parteiführung ihn als nicht förderlich ansah. Auch die Forderung führender AfD-Politiker, den Islam insgesamt als mit dem Grundgesetz unvereinbar zu brandmarken, fand letztlich keinen Eingang ins Programm, aber doch viele Befürworter. Zahlreiche radikale Anträge zum Programmpunkt Migration/Islam wurden auf dem Parteitag oder im Vorfeld wegmoderiert. Was letztlich Programm wurde, ist klar genug.
Die AfD hat sich in Teilen zu einer rechtsradikalen Partei entwickeltUm die felsenfeste Verankerung der AfD am ganz rechten Rand unmissverständlich klarzustellen, gab der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende und AfD-Europaabgeordnete Marcus Pretzell auf dem Parteitag seinen Wechsel in die vom französischen Front National dominierte Fraktion ENF bekannt, nachdem er, wie auch Beatrix von Storch, die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) im EU-Parlament verlassen musste. Von den ursprünglich sieben AfD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, verbleiben die fünf, die 2015 die AfD verlassen und ALFA gegründet hatten, in der EKR-Fraktion.
Die AfD ist hat sich zu einer rechten, in Teilen rechtsradikalen Partei entwickelt. Die frei gewordene Mitte im deutschen Parteienspektrum möchte sie nicht besetzen.https://causa.tagesspiegel.de/die-afd-k ... -sein.html