

pentium hat geschrieben:Gutmenschen erkennt man daran, dass sie Kritik schwer ertragen. Es müssen daher Gutmenschen sein, die den Begriff „Gutmensch“ nun zum Unwort des Jahres erklärt haben.
pentium
Dann sind also alle Gewalttäter auf Demos "Gutmenschen", man erkennt ja unweigerlich, dass sie ihrer Kritik Gewalttaten folgen lassen müssen, ergo, nicht kritikfähig.

Interessierter hat geschrieben:Dies gab eine unabhängige Jury in Darmstadt bekannt. Das Schlagwort in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd", hieß es.
http://www.dw.com/de/unwort-des-jahres- ... a-18972961
![Grinsen [grin]](./images/smilies/evilgrins.gif)
![Hallo [hallo]](./images/smilies/hallo.gif)

augenzeuge hat geschrieben:Was ist eigentlich ein Gutmensch?
Nun ein Gutmensch ist nicht nur naiv, dumm und weltfremd, sondern er gehört auch zu den nervigen Zeitgenossen, die ihre eigenen Moralvorstellungen verabsolutieren und von ihrer hohen Wertewarte verächtlich auf den Rest der Menschheit herabschauen.
Der Gutmensch hat seinerzeit bei der Werteverteilung im Himmel mehrmals hier gerufen und hält sich deshalb für einen Bessermensch. Er ist ein notorischer Klugschwätzer und wenn er ausnahmsweise mal etwas wirklich Gutes tut, dann nur, um anschließend im Gefühl der eigenen Großartigkeit zu baden wie der Sonnenkönig in der Eselsmilch.
Der Gutmensch ist nicht nur verantwortlich für die stetig steigenden Flüchtlingszahlen, nein, er ist auch schuld am Fehlverhalten jedes einzelnen Migranten. So für die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, für die Absage des Rosenmontagszuges in Rheinberg, die Einlasskontrollen am Hallenbad von Bornheim - alles mehr oder weniger direkte Folgen des Gutmenschentums.
Paradoxer geht es kaum noch! Die ehrenamtlicher Helfer, die überall im Land dafür sorgen, dass die chaotische Lage nicht völlig eskaliert, die Patenschaften übernehmen oder Deutschkurse anbieten und den Flüchtlingen helfen bei der Orientierung, in diesem ihnen unbekannten Land, die sind in Wahrheit nur weltfremde Dummköpfe, naive Trottel, die im Endeffekt schuld sind am Versagen der staatlichen Behörden? Jetzt musste sich sogar Kardinal Wölki diesbezüglich beschimpfen lassen, nur weil er dazu aufgefordert hat, nach den Schandtaten von Köln, nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren, sondern diesen Menschen auch weiterhin tatkräftig zu helfen.
Dabei ist Wölki von Beruf her dazu verpflichtet sich auf die Seite der Schwachen zu stellen. Laut Statut seines AG sind Barmherzigkeit und Nächtenliebe der Markenkern sei es AG. Abe warum soll es Wölki besser gehen als der Bundeskanzlerin. Die kriegt nun Prügel von allen Seiten, weil sie angeblich die falsche Botschaft in die Krisenregion gesendet hat. Hätte sie damals nicht so ein freundliches Gesicht gemacht, hätte Deutschland heute kein Flüchtlingsproblem. Ja glaubt denn wirklich allen Ernstes irgendjemand, dass es weniger Flüchtlinge in D gäbe, wenn die Kanzlerin seinerzeit auf den Selfies die Flüchtlinge gewürgt hätte?
Übrigens, dieselben Leute, die jetzt so vehement gegen das Gutmenschentum wettern, die fordern gleichzeitig, dass die Asylsuchenden sich ohne Wenn und Aber zu den Werten der deutschen Leitkultur bekennen. Na dann gehen wir mit gutem Beispiel voran, wie spricht Johann Wolfgang von Goethe, einer der ganz großen Leitkulturhengste der Deutschen, edel sei der Mensch, hilfreich und gut.
(heute gehört....von AZ)

![Knuddel [knuddel]](./images/smilies/knuddel.gif)

augenzeuge hat geschrieben:Sparta, ich glaube, du triffst nur eine Fraktion, aber keinesfalls den durchschnittlichen Gutmenschen. Aber wenn du ihn wirklich so siehst, dann kenne ich keinen.![]()
AZ
Dabei hat wosch völlig recht, "etwas Gutmensch" steckt in jedem, sogar in Thoth.
Versucht er doch anderen etwas beizubringen, was sie noch nicht wissen. Find ich sogar gut. 
Spartacus hat geschrieben:Nun in Stuttgart gibt es auf alle Fälle mal keine Gutmenschen...
Sparta

Dicke Luft in Stuttgart
Stell dir vor, es ist Feinstaubalarm und keinen interessiert es
Spartacus hat geschrieben:So jetzt haben die Gutmenschen ihre Flüchtlinge, hat das ganze Klagen nichts geholfen.![]()
Sparta

Untersuchung zeigt die wahre Motivation der Gutmenschen
Spartacus hat geschrieben:Ich lege gerne nochmal nach AZ.
Speziell für dich mal ganz wissenschaftlich.Untersuchung zeigt die wahre Motivation der Gutmenschen
http://sciencefiles.org/2013/04/29/unte ... tmenschen/
LG
Sparta
, Mensch, Sparta.

Mit dem Wort "Volksverräter" hat sich die Unwort-Jury nach "Gutmensch" (2015) und "Lügenpresse" (2014) auch in diesem Jahr für einen Kampfbegriff neurechter Hetz-Rhetorik entschieden. Gut so.
Dass dieses Wort Zuwanderungsgegnern, Populisten und Demagogen ebenso selbstverständlich über die Lippen geht wie "Wir sind das Volk!", darf nicht einfach schulterzuckend hingenommen werden. Denn solche Parolen sind nicht nur Ausdruck des Protests gegen die politische Elite - sie unterstellen auch, dass nur diejenigen, die sie auch aussprechen, Teil des "wahren" Volkes sind. Damit beanspruchen AfD, Pegida und Co. die Deutungshoheit über den Volkswillen für sich. Und das ist in vielerlei Hinsicht gefährlich.
In den Köpfen jener Demonstranten, die Vize-Kanzler Sigmar Gabriel bei Kundgebungen in den vergangenen zwei Jahren an den Galgen oder unter die Guillotine wünschten, ist das Wort "Volksverräter" längst verbunden mit einer klaren Vernichtungsmetaphorik. Sie glauben, der angebliche Ausverkauf deutscher Interessen zugunsten der Globalisierung oder des Multikulturalismus rechtfertige das. Sie irren sich. Der Tod als einzig gerechte Strafe für Verbrechen am deutschen Volk drohte zuerst (und zuletzt) im Nationalsozialismus - und zwar all jenen, welche "die politische Einheit, Freiheit und Macht des deutschen Volkes zu erschüttern" trachteten. Wer den Volksverrat heute aufgreift und meint, er verteidige mit dem Vorwurf die Souveränität des Volkes, ist entweder unglaublich naiv oder offen rechtsextrem.
Was Populisten gern verschweigen, ist, dass mit der Einheit des Volkes nicht etwa Einigkeit gemeint ist. Zu unserer modernen, pluralistischen Gesellschaft gehören Meinungsunterschiede und gegensätzliche Interessen ganz selbstverständlich dazu - und wer diese Vielfalt unter dem Vorwand, einem angeblich ganzheitlichen Volkswillen zu entsprechen, unterdrücken will, tut dies in der Regel nur für den eigenen Machtanspruch. "Das Einzige, was zählt, ist die Einheit des Volkes", hat der künftige US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf gesagt. "All die anderen Menschen, die zählen nicht." Ganz nach dem Motto: Volk kommt von folgen.
Wer dazugehört und wer nicht - das entscheidet das selbsternannte Sprachrohr des "wahren" Volkes im Sinne seiner Gefolgschaft. Und die fühlt sich als Gemeinschaft von vermeintlich Zurückgelassenen endlich wieder stark. Trotzdem ist derjenige, der Politiker, Medienvertreter oder sogenannte Eliten als "Volksverräter" verunglimpft, längst nicht nur das Opfer von manipulativen Demagogen. Er wird selbst zum politischen Akteur - und gleichzeitig zum Verstärker einer sich bewusst abgrenzenden Ideologie, die gar kein Interesse mehr am Diskurs hat. Wer würde schon mit Volksverrätern verhandeln? In letzter Konsequenz fordern die vermeintlichen Patrioten ein Ende des demokratischen Willensbildungsprozesses. Und das ist ganz und gar nicht im Sinne des Volkes.
Doch das Unwort des Jahres 2016 allein als weitere Missbilligung für die Rhetorik der "besorgten Bürger" abzutun, wäre auch zu kurz gegriffen. Zum dritten Mal in Folge steht ein Feindbegriff der Rechtspopulisten an der Spitze des Unwort-Rankings - und das beweist auch: In den vergangenen drei Jahren haben es Politik, Medien und Gesellschaft nicht geschafft, den Menschenfängern vom rechten Rand die Grundlage für ihre Hassrhetorik zu entziehen. Vielmehr scheint es, als habe sich Radikalität, mit der hierzulande über Flüchtlingskrise, Europapolitik und Terrorismus diskutiert wird, noch verschärft. Höchste Zeit also, dass wir zu einer sachlichen Sprache zurückfinden - nicht nur auf der Straße, sondern auch an der politischen Spitze. Wer das Wort "Volksverräter" verurteilt, darf auch nicht "Pack" rufen.

Zurück zu Offtopic / Tagespolitik
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste