karnak hat geschrieben:Interessierter hat geschrieben: Die Bürger könne dann entscheiden, ob sie jemanden mit einer Stasi-Vergangenheit wählen wollen
Heist also wenn er dann gewählt ist
![Mund zu [mundzu]](./images/smilies/mundzu.gif)
,richtig so?
Ich erinnere bei Gelegenheit dran.
![Grinsen [grin]](./images/smilies/evilgrins.gif)
1. EIGENTLICH war das meine Einlassung zu dem Thema
2.Natürlich ist das mit den hier genannten Einzefallprüfungen erst mal richtig, die Sache hat natürlich aber einen Haken, dass mit diesen Prüfungen und einer eventuell"positiven" Bewertung des Einen oder Anderen Einzelfalls wurde und wird kaum in die Öffentlichkeit getragen, es wird bei dem Thema öffentlich prinzipiell und ohne wenn und aber verdammt und verurteilt,Zusammenhänge werden kaum deutlich gemacht.Das wiederum hat und hatte logisch zur Folge , dass sich kaum jemand freiwillig dazu bekennt, er lieber das Risiko eingeht und die"Chance" nutzt unendeckt zu bleiben.Bei den Zusammenhängen komme ich zu Punkt
3.Dafür habe ich extra meinen Schnellhefter von der JHS rausgekramt
![Mannoman [flash]](./images/smilies/flash.gif)
,da habe ich mal aufgeschrieben:"Die dem MfS übertragene Aufgabenstellung zur Bekämpfung des Feindes verlangt jedoch oftmals auch Personen für die konspirative Arbeit zu gewinnen,die aufgrund ihrer politischen Haltung,ihrer Moralauffassungen oder aus anderen Gründen eine mehr oder weniger verfestigte ablehnende Haltung zur Unterstützung des MfS einnehmen.Durch die Nutzung ihrer humanistischen Überzeugungen,ihrer Interessen und Bedürfnisse,verbunden mit einer geduldigen Überzeugungsarbeit,kann oftmals diese schwierige Aufgabe gelöst werden.
Weitere Beweggründe für die Bereitschaft zu inoffiziellen Zusammenarbeit mit dem MfS können darin bestehen, mit unserer Hilfe bestimmte persönliche Interessen und Bedürfnisse(z.B.materielle Zuwendungen)zu befriedigen oder begangene Straftaten durch die Tätigkeit für das MfS wiedergutzumachen.Es bedarf also nicht immer der edelsten Motive,um Personen für die inoffizielle Zusammenarbeit mit dem MfS zu gewinnen.Wichtig ist jedoch stets genau zu wissen,warum sie mit uns zusammenarbeiten."
Was hier so nett umschrieben wird haben mir gegenüber schon oft "alte Kameraden" empört zurückgewiesen, mir vorgehalten ich habe keine Ahnung von der Materie, man hat mit dem IM immer auf gleicher Augenhöhe für ein gemeinsames Ziel gekämpft. Das hat aber nie gestimmt, der Führungsoffizier hat seinen IM geführt und nicht mit ihm "vertrauensvoll" zusammengearbeitet.Das man diesem das Gefühl aus Effizienzgründen gegeben hat ist ein ganz anderes Thema.In dem entsprechendem Vorlauf bis zum eigentlichen Werbegespräch hat man den Kandidaten umfassend aufgeklärt, wusste man alles was man wissen konnte über ihn.Man hat sich genau überlegt und auch mit erfahrenen Vorgesetzten abgestimmt wie man solch ein Gespräch angeht, hat versucht für jede denkbare Reaktion des Betreffenden eine entsprechende Gegenreaktion zur Verfügung zu haben.Man wollte einen IM "benutzen" und nicht mit ihm zusammenarbeiten, er wurde gesteuert und abgeschöpft und notfalls auch abgeschaltet,es war keine Freundschaftsbeziehung sondern schnöde, emotionslose und hoch professionelle Geheimdienstarbeit. Die Geschichten die dazu heute von"Insidern" von sich gegeben werden sind schlichtweg Schönfärberei und Verklärung von denen sie selbst genau wissen das sie so nicht stimmen.Der Führungsoffizier verfügte über das absolute Machtwissen und der IM wurde soweit es irgendwie möglich und nützlich war im Unklaren gelassen, er sollte nur funktionieren und liefern.Diese ganzen Dinge sollte man sich verinnerlichen und bedenken wenn man so leicht und empört über einen IM den Stab bricht.Das alles soll keine Entschuldigung sein, aber es soll zu einem realistischen Bild der ganzen unschönen Geschichte beitragen.
Und noch eins, in diesem Land DDR gab es etwas was sich Planwirtschaft nannte, auch beim MfS war das so.Soll heißen, es gab Vorgaben zur Planerfüllung, es gab Planerfüllung,Übererfüllung und Planschulden. Jeder der in dieser DDR gearbeitet hat weiß unter welchen Druck man geraten konnte wenn man Planschulden hatte und von seinem Vorgesetzten eindringlich aufgefordert wurde diese Schulden auszugleichen. Das man, wenn die Realisierung und Erfüllung dieses Planes eigentlich unrealistisch und nicht zu machen war auch notfalls völlig unsinnige Aktivitäten und Produkte entwickelte. Beim MfS war das nicht viel anders, ein Grund für blödsinige IM Werbungen mit Kandidaten die kaum "wertvolles" liefern konnten und der Produktion von Kilometern von Akten.