Landtagswahlen & Kommunalwahlen

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Sirius » 5. Dezember 2014, 18:11

Gibt´s zur Amtseinführung des neuen Freistaatsratsvorsitzenden Ramelow einen Fackelumzug? Wer wird im neuen Kabinett Minister für Freistaatssicherheit? Gibt´s in Gerstungen an der Freistaatsgrenze schon irgendwelche Aktivitäten? Fragen über Fragen..... [grin]
Sirius
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon tom-jericho » 5. Dezember 2014, 18:22

HPA hat geschrieben:Für die FreiSi gäbs sicher ne Menge Freiwillige. [grin]


Wen denn da?
Haste Personalliste?

[ich auch]
tom-jericho
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Hamiota » 5. Dezember 2014, 18:31

HPA hat geschrieben:Bilanz nach 15 Minuten Ramelow: Thüringen verstaatlicht, Bananen ausverkauft, 124 Mauertote



HPA, nehme es mir nicht übel, aber das ist geschmacklos! Der "Postillon" meint es sarakstisch und hält den hyperventilierenden Medien und CSU-Politikern einen Spiegel vor!
Das kommt bei deinem Beitrag nicht so rüber!

der Peter
Hamiota
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Sirius » 5. Dezember 2014, 18:36

tom-jericho hat geschrieben:
HPA hat geschrieben:Für die FreiSi gäbs sicher ne Menge Freiwillige. [grin]


Wen denn da?
Haste Personalliste?

[ich auch]


Geh mal zum Italiener; nicht zu dem wo´s die Pizza gibt, sondern zum anderen. Sortiere dort in der Mitliederliste alle nach der Farbe bordeaux-rot und jünger als, sagen wir mal 60 Jahre. Dann hast Du Deine Personalliste. Die stehen alle schon in ihren Startlöchern. Guckst Du hier, wie Du Dir das in etwa vorstellen musst:

Sirius
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Interessierter » 5. Dezember 2014, 18:47

Das schändliche Versagen der CDU

Die Würfel sind gefallen. Ein SED- Linke- Ministerpräsident in Thüringen ist installiert.

Die Koalition hat das nicht aus eigener Kraft geschafft alle nötigen Stimmen zu bekommen, wie der erste Wahlgang beweist. Wir können nur den Hut vor dem tapferen Sozialdemokraten ziehen, der versucht hat, die Ehre seiner Partei zu retten.

Im zweiten Wahlgang hat es dann plötzlich gereicht. Aber es war ganz sicher nicht der unbekannte Sozialdemokrat, der seine Meinung geändert und Ramelow plötzlich doch gewählt hat.

Wir wissen vom Fall Heide Simonis, dass jemand, der gute Gründe hat, eine Koalition abzulehnen, das auch im vierten Wahlgang aufrecht erhält.

Die Stimme kam also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von der AfD oder der CDU. Die AfD hatte keinen Grund, Ramelow zu wählen, sie hätte in Ruhe den dritten Wahlgang abwarten können.

Es gab aber einen, der Interesse gehabt hat sicherzustellen, dass die CDU in die Opposition gehen muss.


Dieser eine ist der Fraktionsvorsitzende Mike Mohring.
Mohring war es , der in den Zeiten der Großen Koalition hauptsächlich für die gründliche Vergiftung des Koalitionsklimas gesorgt hat, so effektiv, dass SPD- Parteichef Bausewein ihn öffentlich einen Spalter genannt und für den Fall des Scheiterns der Wahl für Neuwahlen optiert hat.

Mohring hat, statt Strategien zur Verhinderung von Rot- Rot- Grün zu entwickeln, wie es seine Aufgabe gewesen wäre, die Partei in einen Machtkampf getrieben.

Sofort nach der Wahl hat er sich als Fraktionsvorsitzenden bestätigen lassen, obwohl es üblich ist, das Personaltableau erst nach den Koalitionsverhandlungen festzulegen.

Dann hat er systematisch hintertrieben, dass sich die CDU auf einen aussichtsreichen Kandidaten gegen Ramelow verständigt. Nicht nur das. Er ging so weit, dass er selbst die Auffassung der Linken unterstützte, im dritten Wahlgang sei gewählt, wer auch nur eine Stimme bekäme, weil die Gegenstimmungen und Enthaltungen nicht zählen würden.

Der vollständige Beitrag hier:
http://www.freiewelt.net/das-schaendlic ... -10049212/
Interessierter
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Nov65 » 5. Dezember 2014, 18:48

Unsere Demokratie bringt auch solche Ergebnisse hervor.
Ja, Ramelow auf dem nächsten Parteitag der LINKEN. Das höre ich mir garantiert an. Das wird eine lustige Show.
Schwenkt er zu Sahra Wagenknecht und rudert zurück,kriegt er berechtigt in Thüringen und auf Bundesebene Prügel ohne Ende.
Verteidigt er aber dort seine Haltung, holen einige LINKE die Messer raus(Wie bei den Grünen um den MP vom Schwabenland.)
Oder hat das Andocken von Rot- Rot-Grün auf Bundesebene gegen Angela begonnen?

Auf jeden Fall ist Ramelows Antrittsrede nicht mit einer der ehemaligen SED-Oberen zu vergleichen. Spannend also.
Einen eigenen Weg wird es auch in Thüringen nicht geben. Das gab' schon mal mit dem Brandenburger Weg. Er war leider nicht zu spüren.
Gruß, Andreas
Nov65
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon pentium » 5. Dezember 2014, 18:53

Die ungültige Stimme aus dem ersten Wahlgang kam aus der AfD. Berichtet die OTZ.
Langsam könnte man darüber nachdenken den Thread zu archivieren und einen neuen Thraed zu eröffnen. "Rot-Rot-Grün in Erfurt die ersten hundert Tage" oder so....

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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon augenzeuge » 5. Dezember 2014, 18:59

karnak hat geschrieben: Über was würdet ihr Euch denn nun mehr freuen, wenn sie es können oder wenn sie es nicht können?


Ich weiß, du meinst mich ja nicht....aber ich freu mich immer, wenn es Leute gibt, die es bzw. etwas "können". Und das B.R. es kann, hat er doch bei Karstadt schon bewiesen, er war ein guter Verkäufer. [denken]
Nun muss er sich noch etwas steigern, aber schaun mer mal. Bei Karstadt hat er gelernt, wie es in einem soliden Unternehmen läuft. Ist doch ne gute Basis. [grins]
Wisst ihr was viel schlimmer gewesen wäre? Wenn er von amazon gekommen wär.... [shocked]

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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon karnak » 5. Dezember 2014, 18:59

Ich hakte die meisten Beiträge zu der Wahl mal einfach als Spaß ab. Sind sie ernst gemeint sind sie eine Katastrophe, offenbaren sie die wahre Haltung eines so manchen Users zur Frage der Demokratie die man in der DDR so gerne eingefordert hat. Die einem so schwer im Magen liegt wenn sie nicht in das eigene Weltbild passt.
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon karnak » 5. Dezember 2014, 19:01

augenzeuge hat geschrieben:
Nun muss er sich noch etwas steigern, aber schaun mer mal.

Eben, das bringt es auf den Punkt, schaun mer mal.
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Nov65 » 5. Dezember 2014, 19:20

karnak hat geschrieben:Ich hakte die meisten Beiträge zu der Wahl mal einfach als Spaß ab. Sind sie ernst gemeint sind sie eine Katastrophe, offenbaren sie die wahre Haltung eines so manchen Users zur Frage der Demokratie die man in der DDR so gerne eingefordert hat. Die einem so schwer im Magen liegt wenn sie nicht in das eigene Weltbild passt.


Mich kannst du damit ja nicht meinen. Das ist Demokratie in unserem Land, auch wenn sie einem in der DDR Verfolgten oder Kritiker derselben nicht passt.
Wäre statt Ramelow ein ehemaliger IM auf den MP-Stuhl gehievt worden, hätte ich 'ne Menge dagegen, genau wie ich dagegen bin, dass Abgeordnete der LINKEN eine IM-Vergangenheit hatten und dennoch dort sitzen. Ich finde das unerträglich. Diese Situation kann man auch nicht so einfach auf die Demokratie abstellen. Da könnte die Partei oder die Fraktion ein Machtwort sprechen, tut sie aber nicht, auch Ramelow bisher nicht.
Und da bleibt ein Schatten über Ramelow.
Gruß, Andreas
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon pentium » 5. Dezember 2014, 19:28

Hier mal noch ein Nachschlag vom Deutschlandfunk von heute morgen: Frank Kuschel im Gespräch mit Christoph Heinemann

http://www.deutschlandfunk.de/koalition ... _id=305279

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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon karnak » 5. Dezember 2014, 20:36

Nov65 hat geschrieben:
Mich kannst du damit ja nicht meinen. Das ist Demokratie in unserem Land, auch wenn sie einem in der DDR Verfolgten oder Kritiker derselben nicht passt.
Wäre statt Ramelow ein ehemaliger IM auf den MP-Stuhl gehievt worden, hätte ich 'ne Menge dagegen, genau wie ich dagegen bin, dass Abgeordnete der LINKEN eine IM-Vergangenheit hatten und dennoch dort sitzen. Ich finde das unerträglich. Diese Situation kann man auch nicht so einfach auf die Demokratie abstellen. Da könnte die Partei oder die Fraktion ein Machtwort sprechen, tut sie aber nicht, auch Ramelow bisher nicht.
Und da bleibt ein Schatten über Ramelow.
Gruß, Andreas

Jeder hier weiß nun, dass ich ein alter Stasi-Mann bin und politisch links denke. Ich bin kein Mitglied dieser Partei aber ich wähle sie ab und an und auch mal die SPD, so wie es mir gerade nützlich erscheint. [flash] Ich hoffe das ist erlaubt.
Der Linken, einem Vertreter der Linken kann man diese Frage natürlich nicht stellen. Die Linke ist eine politische Partei die an die Macht will wie jede andere Partei, auch das halte ich für legitim und die Frage wäre in dem Zusammenhang aus ihrer Sicht kontraproduktiv. Aber ich kann Dir die Frage stellen, eine ganz einfache Frage auf die ich gerne eine ganz einfache Frage hätte. Wie lange meinst Du darf ein ehemaliger IM kein Ministerpräsident sein, wie lange darf er nicht in ein Parlament gewählt werden, ist das für diesen Mensch ein lebenslanges Tabu, egal wie lange er ein IM war und egal welche Entwicklung er in den 25 Jahren danach genommen hat? Für eine kurze Antwort wäre ich dankbar, lebenslanges Tabu, ja oder nein. Die Antwort nur damit ich eine Vorstellung habe von was ich ausgehen muss.
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Sirius » 5. Dezember 2014, 21:02

karnak hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:
Mich kannst du damit ja nicht meinen. Das ist Demokratie in unserem Land, auch wenn sie einem in der DDR Verfolgten oder Kritiker derselben nicht passt.
Wäre statt Ramelow ein ehemaliger IM auf den MP-Stuhl gehievt worden, hätte ich 'ne Menge dagegen, genau wie ich dagegen bin, dass Abgeordnete der LINKEN eine IM-Vergangenheit hatten und dennoch dort sitzen. Ich finde das unerträglich. Diese Situation kann man auch nicht so einfach auf die Demokratie abstellen. Da könnte die Partei oder die Fraktion ein Machtwort sprechen, tut sie aber nicht, auch Ramelow bisher nicht.
Und da bleibt ein Schatten über Ramelow.
Gruß, Andreas

Jeder hier weiß nun, dass ich ein alter Stasi-Mann bin und politisch links denke. Ich bin kein Mitglied dieser Partei aber ich wähle sie ab und an und auch mal die SPD, so wie es mir gerade nützlich erscheint. [flash] Ich hoffe das ist erlaubt.
Der Linken, einem Vertreter der Linken kann man diese Frage natürlich nicht stellen. Die Linke ist eine politische Partei die an die Macht will wie jede andere Partei, auch das halte ich für legitim und die Frage wäre in dem Zusammenhang aus ihrer Sicht kontraproduktiv. Aber ich kann Dir die Frage stellen, eine ganz einfache Frage auf die ich gerne eine ganz einfache Frage hätte. Wie lange meinst Du darf ein ehemaliger IM kein Ministerpräsident sein, wie lange darf er nicht in ein Parlament gewählt werden, ist das für diesen Mensch ein lebenslanges Tabu, egal wie lange er ein IM war und egal welche Entwicklung er in den 25 Jahren danach genommen hat? Für eine kurze Antwort wäre ich dankbar, lebenslanges Tabu, ja oder nein. Die Antwort nur damit ich eine Vorstellung habe von was ich ausgehen muss.


In den letzten Tagen wurde mehrmals ein Fernsehbeitrag gezeigt, in dem es um Kuschel und zwei seiner "Opfer" ging, ein Lehrerehepaar mit Ausreiseantrag. Vielleicht gibt´s den Beitrag auf Youtube - ich habe jetzt keine Lust nach diesem Video zu suchen. Jedenfalls hat Kuschel nach deren Entlassung im Rathaus Ilmenau als stellvtr. Bürgermeister sie seine Macht spüren lassen; sie in einem Bericht sinngemäß als Kriminelle bezeichnet. Das Ehepaar sagt heute, dass sie seine Entschuldigung nur dann für glaubwürdig halten, wenn er seine Abgeordnetentätigkeit niederlegen würde. Das Parlament hat ihn als parlamentsunwürdig bezeichnet. Mein Eindruck ist, dass ihn das alles nicht weiter stört, nicht groß berührt, der hat ein dickes Fell. Insofern würde er auch ein "lebenslanges Tabu" wegstecken können.

Die Frage, ob man ein solches "lebenslanges Tabu" befürwortet, hängt wohl auch davon ab, ob man selbst Betroffener ist. Wer Betroffener ist, sieht das sicher anders als Du.
Sirius
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon pentium » 5. Dezember 2014, 22:16

MDR Extra: Thüringens Zukunft
Gespräch mit dem neuen MP

http://www.mdr.de/mediathek/suche/media ... ow&x=0&y=0

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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Spartacus » 6. Dezember 2014, 10:12

Ein schönes Interview zum Thema. [hallo]

LG

Sparta

„WIR OPFER KÖNNEN ES NICHT FASSEN“

In Thüringen bahnt sich ein Tabubruch an: eine Regierung unter Führung der ehemaligen SED. Was sagen eigentlich die DDR-Verfolgten dazu?

Herr Diederich, warum sitzen Sie derzeit eigentlich nicht in jeder zweiten Talkshow?

Diederich: Eine gute Frage, die ich mir ehrlich gesagt auch stelle.

Würde sich eine ehemals rechtstotalitäre Partei anschicken, eine Landesregierung zu übernehmen, würden aller Erfahrung nach die Medien unermüdlich die ehemaligen Opfer befragen, was sie dabei empfinden.

Diederich: Genau so ist es. Dabei meine ich nicht, daß ich in die Medien müßte, sondern allgemein Vertreter der SED-Opferverbände. Aber wir werden grundsätzlich nicht ins Fernsehen eingeladen.

Tatsächlich?

Diederich: Ist Ihnen das noch nie aufgefallen?

Dort sind doch öfter DDR-Opfer zu sehen.

Diederich: Zeitzeugen ja, aber keine Vertreter der Opferverbände.

Warum nicht?

Diederich: Das fragen Sie mal bitte die Verantwortlichen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern.

Sie wissen es nicht?

Diederich: Es gibt keine offizielle Begründung. Es wird einfach nicht gemacht. Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht, Klaus Ernst, Bodo Ramelow – Vertreter der ehemaligen SED erhalten ständig Einladungen, Opfervertreter dagegen müssen draußen bleiben.

Aber Sie sitzen für die Opferverbände doch zum Beispiel im ZDF- Fernsehrat!

Diederich: Richtig, aber da bin ich einer von 77. Natürlich habe ich dort darauf hingewiesen.

Welchen Grund vermuten Sie denn?

Diederich: Vermutlich paßt denen unsere Rhetorik nicht.

Inwiefern?

Diederich: Wir nehmen kein Blatt vor den Mund. Wir sind denen wohl zu antikommunistisch. Natürlich ist man hierzulande nicht für den Kommunismus, aber bitte schön auch nicht antikommunistisch. Das ist verdächtig. Dabei ist der Antikommunismus ebenso ehrenwert wie der Antifaschismus.

Andere Opferverbände werden doch auch eingeladen.

Diederich: Andere Opferverbände haben auch eine Lobby.

Die DDR-Opfer nicht?

Diederich: Nein. Das sehen Sie doch am Fall Thüringen.

Joachim Gauck ist Bundespräsident.

Diederich: Gauck ist kein DDR-Opfer.

Er hat gerade öffentlich betont, wie vielen Menschen eine Linken-Regierung Unbehagen bereiten würde.

Diederich: In seiner Festrede zum Mauerfall hat Gauck mit keiner Silbe die politischen Häftlinge erwähnt. Aus Erfahrung haben wir das auch nicht erwartet. Getroffen hat es uns dennoch.

Aber ehemalige DDR-Bürgerrechtler gelten bei uns doch als moralische Instanzen.

Diederich: Es ist typisch, daß Ihnen beim Stichwort DDR-Opfer als erstes die Bürgerrechtler einfallen. Ich anerkenne deren Mut, Leistungen und welchen Gefahren sie sich ausgesetzt haben. Aber die meisten von ihnen lebten dennoch recht komfortabel zu Hause. Sie saßen nicht wie wir in einem Loch, wurden nicht geschlagen, gefoltert, mußten keine Zwangsarbeit leisten und wurden auch nicht zum Tode verurteilt oder – an der Grenze – abgeknallt wie die Hasen.

Sie meinen, unsere Fixierung auf die Bürgerrechtler verstellt die Erinnerung an die große Mehrheit der Häftlinge?

Diederich: Häufig ist das leider so.

Warum?

Diederich: Zum einen saßen die Bürgerrechtler Ende 1989 an den Runden Tischen im Fokus der Kameras der internationalen Medien, wir dagegen meist noch unsichtbar im Bau. Zum anderen hat das wohl auch mit den Vorlieben unserer Medienschaffenden zu tun.

Inwiefern?

Diederich: Na ja, viele Bürgerrechtler wollten bis zuletzt – manche sogar noch nach dem Ende der DDR – einen eigenen linken, sozialistischen Staat. Die Häftlinge dagegen wollten immer ein wiedervereinigtes Deutschland.

Sind sie beleidigt, weil Ihnen die entsprechende Anerkennung vorenthalten wird?

Diederich: Wir sind nicht beleidigt, wir sind verletzt. Wenn es jetzt um Thüringen geht, werden sogar Leute wie Friedrich Schorlemmer, Wolfgang Thierse oder Richard Schröder von den Medien befragt, die nicht einmal Bürgerrechtler waren, sondern erst kurz vor oder gar nach dem Mauerfall aktiv geworden sind, während wir ignoriert werden. Es ist wirklich grotesk!

Haben die politischen Häftlinge denn etwas mit dem Mauerfall zu tun?

Diederich: Was für eine Frage! Mit ihrem Widerstand, der sie ins Gefängnis gebracht hat, waren die politischen Häftlinge wie kleine Mosaiksteine maßgeblich am Zerfall der DDR-Diktatur beteiligt. Es ist ein fatales Signal, wenn diese Menschen heute nicht in den Mittelpunkt des Erinnerns gestellt werden. Denn dann heißt die Botschaft: Nicht Widerstand, Mitläufertum lohnt.

Wenn sonst keiner fragt, dann hier jetzt die Frage: Was empfinden die Opfer angesichts der Entwicklung in Thüringen?

Diederich: Tja ... welche Worte soll man finden ... Enttäuschung ist noch viel zuwenig. Die meisten Opfer können es nicht fassen, sie fühlen sich betrogen, hilflos und zutiefst gedemütigt von dem, was da vor sich geht. Wir fühlen uns alleingelassen von einer Gesellschaft die sich offenbar daran gewöhnt hat, die Linke als normal zu betrachten.

Und das ist sie nicht?

Diederich: Nein, das ist sich nicht! Die Linke ist die Partei von Diktatur, Willkür und Mord. An dieser Partei klebt Blut. Und dieses Blut verschwindet nicht einfach, auch nach 25 Jahren nicht. Es ist ein Akt der Entsolidarisierung, daß die Gesellschaft bereit ist, mit jener Partei, die uns drangsaliert und gequält hat, ihren Frieden zu machen.

Aber die Mehrheit der Mitglieder der Linken heute war nie Mitglied der SED.

Diederich: Das spielt keine Rolle. Wer jung und links ist, soll sich eine andere Partei suchen und nicht in eine eintreten, in der er neben alten Kadern sitzt, die Diktatur und Mord zu verantworten haben! Das ist eine Frage der Moral. Wer ist denn bis heute Ehrenvorsitzender dieser Partei? Hans Modrow! Schon vergessen? Aber selbst wenn es nur noch ein einziges altes SED-Mitglied in der Linken gäbe – es ist und bleibt die SED!

Sie meinen SED-Nachfolgepartei.

Diederich: Eben nicht! Es ist die SED! Die SED wurde nie aufgelöst, nur umbenannt. Das Gerede von der „SED-Nachfolgepartei“ ist nichts als gewollte oder gedankenlose Geschichtsklitterung, die sich durchsetzt, wenn die Opferverbände in der Öffentlichkeit keine Stimme bekommen, um das zurechtzurücken. Das geht bereits so weit, daß man immer öfter als politischer Querulant betrachtet wird, wenn man sich erlaubt, auf dieses Faktum hinzuweisen. Dabei hat die Linkspartei diese Kontinuität sogar juristisch besiegeln lassen, um im Genuß des SED-Vermögens zu bleiben. Der thüringische SPD-Abgeordnete Stefan Sandmann, Kritiker einer Koalition der Linken, fragt völlig zu Recht: „Wo sind denn die Gewinne aus der DDR-Zwangsarbeit, der Zwangsenteignungen und der Flüchtlingsverkäufe geblieben? Auf den Konten der Linken!“

Sandmann organisiert auch die Großdemonstrationen in Erfurt gegen Rot-Rot-Grün. Sind Ihre Leute da auch dabei?

Diederich: Natürlich! Und wir sind sehr froh, daß es auch noch Sozialdemokraten gibt, die das historische Bewußtsein nicht verlassen hat. Denn schlimmer als die Linke sind für uns Opfer die Grünen und die SPD in Thüringen, die der Linken den Weg erst freimachen. Von der Linken wissen wir, was wir halten sollen, aber daß Grüne und SPD sich dafür hergeben, ist abstoßend! Und es ist bizarr, denn keine Partei hat unter der SED so gelitten wie die SPD, deren Mitglieder, die sich der Zwangsvereinigung widersetzt haben, brutal verfolgt wurden. Und was die Grünen angeht: Die sind in den neuen Ländern eigentlich Bündnis ’90, also die Partei der Bürgerrechtler – und ausgerechnet die verhelfen der SED nun zur Macht? Es ist absurd!

Immerhin haben SPD und Grüne der Linken abgerungen, die DDR einen Unrechtsstaat zu nennen. Friedrich Schorlemmer meint, „man sollte respektieren, daß das den Linken ziemlich viel zugemutet hat“.

Diederich: In meinen Augen ist diese Erklärung das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt ist. Die Ex-Stasi-Leute und SED-Kader in der Partei schlagen sich doch auf die Schenkel und lachen sich tot über die Naivität der Öffentlichkeit.

Tatsächlich bringen SPD und Grüne mit der Linken auch zwei ehemalige IM – Ina Leukefeld und Frank Kuschel – in die Regierungsfraktion. Kritiker fordern eine Distanzierung der Partei von solchen Leuten.

Diederich: Es geht nicht um IM oder die Stasi, es geht um die SED. Einer der schlimmsten Mythen ist, nicht die Partei, sondern die Staatssicherheit sei der menschenfeindliche Faktor gewesen – entstanden am Ende der DDR durch die Machenschaften der SED-Genossen, die einen Sündenbock suchten. Nein, die SED war das Machtzentrum, sie hat die Entscheidungen getroffen.

Immerhin hat sie 1989 nicht schießen lassen. Legitimiert sie das nicht für eine zweite Chance?

Diederich: Auch diese angebliche humane Einsicht der SED ist ein Mythos. Die SED hat nicht aus menschlichen Skrupeln nicht geschossen, sondern weil sie es sich nicht mehr getraut hat. Weil die Rückendeckung aus Moskau fehlte – das war der Grund! Wären Moskau und Ost-Berlin nicht pleite gewesen, wäre höchstwahrscheinlich sehr wohl geschossen worden. Die Wahrheit ist, die Genossen wußten, daß sie bereits am Ende waren – aber nicht wegen der Bürgerrechtler, sondern wegen der ökonomischen Lage. Der Zusammenbruch war unabwendbar, und wenn sie jetzt schießen lassen würden, dann wären sie nach dem Ende wirklich dran. Die haben nicht an die Menschen auf den Straßen gedacht, sondern daran, den eigenen Kopf aus der Schlinge zu bekommen.

Immerhin gilt die DDR heute als „kommode Diktatur“ mit „Samthandschuhen“.

Diederich: Wenn ich so etwas höre, dann denke ich etwa an eine Dame in unserem Verband, die von 1947 bis 1962 in Haft war: Über 15 Jahre weil sie einen englischen Freund hatte! Und die „schönste“ Zeit davon – man glaubt, man hört nicht recht – war die im sowjetischen Speziallager, wie sie erzählt. Denn da hätte sie sich mit anderen Häftlingen unterhalten und ab und zu einen grünen Halm sehen dürfen. Während sie später in der DDR in Gefängniskellern in Einzelhaft zu verrotten drohte. In der DDR gab es geheime Hinrichtungen, Mauermorde, Auftragsmorde, Entführung, Folter, Schläge, Lagerhaft, Gefängnishaft, Zwangsarbeit, Zwangsadoption, Säuglingstötung, Zersetzung, Enteignung – die Liste der Verbrechen ist lang. Von „kommod“ und „Samthandschuhen“ kann keine Rede sein.

Diese Historie ist schrecklich, aber können Sie nicht verstehen, daß SPD und Grüne in Thüringen eben endlich eine linke Regierung auf die Beine bringen wollen?

Diederich: Eine Regierung mit der Linken ist keine linke Regierung, sondern eine Täter-Regierung! Es geht nicht um links oder rechts, sondern um Täter und Opfer – begreift das doch endlich mal!

Warum begreifen wir das nicht?

Diederich: Ich weiß es nicht, aber es ist furchtbar, festzustellen, wie wenig Verständnis es für die Opfersicht gibt. Und daß offenbar die SED, nicht wir Opfer, in dieser Gesellschaft besser angekommen ist. Das hätten wir uns niemals träumen lassen.

Ist sich die Gesellschaft dieses Unsolidarischseins mit den Opfern bewußt?

Diederich: Vermutlich nicht. Das ist die Gedankenlosigkeit. Bei Fernsehdokumentationen um 23.30 Uhr wird der Opfer voller Anteilnahme gedacht, aber das hat keinen wirklich durchschlagenden solidarischen Effekt im Alltag. Da gelten wir schnell als Spinner.

Was fordern Sie? Daß die Linke sich bei den Opfern entschuldigt?

Diederich: Nein, wir wollen keine Entschuldigung. Wir wollen, daß die, die uns gequält haben, endlich verschwinden!


Ich bin stolz darauf, kein Smartdingsbums zu besitzen.
Nicht Deutschland schafft sich ab, sondern Deutschland schaltet sich ab.
Habeck und Baerbock in die Produktion. Die Grünen sind eine fortschrittsfeindliche Sekte.



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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon HPA » 6. Dezember 2014, 10:21

Zitat: "Dabei ist der Antikommunismus ebenso ehrenwert wie der Antifaschismus."

[super]
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Volker Zottmann » 6. Dezember 2014, 10:22

Hoffentlich haben dieses Interview auch die hier schreibenden der Gestern-Fraktion ordentlich gelesen. Verstehen dürfte wohl einfach sein!

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Nov65 » 6. Dezember 2014, 11:00

karnak hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:
Mich kannst du damit ja nicht meinen. Das ist Demokratie in unserem Land, auch wenn sie einem in der DDR Verfolgten oder Kritiker derselben nicht passt.
Wäre statt Ramelow ein ehemaliger IM auf den MP-Stuhl gehievt worden, hätte ich 'ne Menge dagegen, genau wie ich dagegen bin, dass Abgeordnete der LINKEN eine IM-Vergangenheit hatten und dennoch dort sitzen. Ich finde das unerträglich. Diese Situation kann man auch nicht so einfach auf die Demokratie abstellen. Da könnte die Partei oder die Fraktion ein Machtwort sprechen, tut sie aber nicht, auch Ramelow bisher nicht.
Und da bleibt ein Schatten über Ramelow.
Gruß, Andreas

Jeder hier weiß nun, dass ich ein alter Stasi-Mann bin und politisch links denke. Ich bin kein Mitglied dieser Partei aber ich wähle sie ab und an und auch mal die SPD, so wie es mir gerade nützlich erscheint. [flash] Ich hoffe das ist erlaubt.
Der Linken, einem Vertreter der Linken kann man diese Frage natürlich nicht stellen. Die Linke ist eine politische Partei die an die Macht will wie jede andere Partei, auch das halte ich für legitim und die Frage wäre in dem Zusammenhang aus ihrer Sicht kontraproduktiv. Aber ich kann Dir die Frage stellen, eine ganz einfache Frage auf die ich gerne eine ganz einfache Frage hätte. Wie lange meinst Du darf ein ehemaliger IM kein Ministerpräsident sein, wie lange darf er nicht in ein Parlament gewählt werden, ist das für diesen Mensch ein lebenslanges Tabu, egal wie lange er ein IM war und egal welche Entwicklung er in den 25 Jahren danach genommen hat? Für eine kurze Antwort wäre ich dankbar, lebenslanges Tabu, ja oder nein. Die Antwort nur damit ich eine Vorstellung habe von was ich ausgehen muss.

Guten Morgen, Kristian,
die Einkommensquelle Abgeordnetenmandat ist sehr verlockend: Jeden Monat mind. 6000 € und später als Pensionär ebenfalls mehrere Tausend EURO. Dieser Glückseligkeit können solche Leute mit IM-Vergangenheit nicht widerstehen. Sie nehmen dafür sogar großes Ungemach in Kauf. Dabei gibt es andere ehrenwerte Arbeit.
Meine Meinung: Wer sich als IM in die ganz privaten Dinge seiner Kollegen, Nachbarn, Verwandten, Mitmenschen geschummelt hat, deren oft geheimstes Denken und Handeln einem Unterdrückungsregime verraten hat und dafür noch Prämien empfing, hat für immer das Recht und das Vertrauen seiner Mitmenschen verloren, als deren Vertreter große Entscheidungen zu treffen. Volksvertreter zu sein ist ein hohes und schützenswertes Gut.
Die Demokratie nimmt Schaden, wenn ehemalige Spitzel bzw. Zuträger ein solch hohes Mandat erhalten. Sie werden sicher auch nicht von einer breiten Masse von Menschen gewählt, sondern von Anhängern einer bestimmten Partei, die eine MfS-Vergangenheit toleriert.
Ramelows Worte von der Aufarbeitung von DDR-Unrecht sind angesichts seiner positiven Haltung zum Verbleib von eh. IM in der Fraktion reine Heuchelei.
Sonntäglicher Gruß von Andreas
Nov65
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon dein1945 » 6. Dezember 2014, 11:53

Nov65 hat geschrieben:Guten Morgen, Kristian,
die Einkommensquelle Abgeordnetenmandat ist sehr verlockend: Jeden Monat mind. 6000 € und später als Pensionär ebenfalls mehrere Tausend EURO. Dieser Glückseligkeit können solche Leute mit IM-Vergangenheit nicht widerstehen. Sie nehmen dafür sogar großes Ungemach in Kauf. Dabei gibt es andere ehrenwerte Arbeit.
Meine Meinung: Wer sich als IM in die ganz privaten Dinge seiner Kollegen, Nachbarn, Verwandten, Mitmenschen geschummelt hat, deren oft geheimstes Denken und Handeln einem Unterdrückungsregime verraten hat und dafür noch Prämien empfing, hat für immer das Recht und das Vertrauen seiner Mitmenschen verloren, als deren Vertreter große Entscheidungen zu treffen. Volksvertreter zu sein ist ein hohes und schützenswertes Gut.
Die Demokratie nimmt Schaden, wenn ehemalige Spitzel bzw. Zuträger ein solch hohes Mandat erhalten. Sie werden sicher auch nicht von einer breiten Masse von Menschen gewählt, sondern von Anhängern einer bestimmten Partei, die eine MfS-Vergangenheit toleriert.
Ramelows Worte von der Aufarbeitung von DDR-Unrecht sind angesichts seiner positiven Haltung zum Verbleib von eh. IM in der Fraktion reine Heuchelei.
Sonntäglicher Gruß von Andreas


Warum wird so ein ehemaliger IM auf die Landesliste der Linken auf Platz 8 gesetzt, wo seine Wahl doch im vornherein feststeht, der Ramelow ist ein Heuchler, er hätte es doch verhindern können !

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten der Landesliste
Auf der Vertreterinnen- und Vertreterversammlung am 29. und 30. März 2014 im Erfurter Kaisersaal wurde folgende Liste für die Landtagswahl 2014 gewählt:

Bodo Ramelow (Erfurt)
Susanne Hennig-Wellsow (Erfurt)
Margit Jung (Gera)
Christian Schaft (Wartburgkreis)
Katharina König (Saalfeld-Rudolstadt)
Tilo Kummer (Hildburghausen)
Ina Leukefeld (Suhl)
Frank Kuschel (Ilmkreis) [mad]
Ute Lukasch (Altenburger Land)
Dieter Hausold (Gera)
Karola Stange(Erfurt)
André Blechschmidt (Erfurt)
Diana Skibbe (Greiz)
Steffen Dittes (Erfurt)
Dr. Birgit Klaubert (Altenburger Land)
Mike Huster (Saale-Holzland-Kreis)
Dr. Gudrun Lukin (Jena)
Knut Korschewsky (Sonneberg)
Sabine Berninger (Ilmkreis)
Steffen Harzer (Hildburghausen)
Dr. Johanna Scheringer-Wright (Gotha)
Ralf Kalich (Saale-Orla-Kreis)
Kati Grund (Erfurt)
Rainer Kräuter (Saalfeld-Rudolstadt)
Anja Müller (Wartburgkreis)
Jörg Kubitzki (Unstrut-Hainich-Kreis)
Dr. Iris Martin-Gehl (Weimar)
Ronald Hande (Schmalkalden-Meing.)
Marit Wagler (Erfurt)
Maik Nothnagel (Schmalkalden-Mgn.)
Carolin Weingart (Jena)
Markus Gleichmann (Saale-Holzl.-K.)
Cordula Eger (Unstrut-Hainich-Kreis)
Ercan Ayboga (Erfurt)
Christiane Leischner (Eisenach)
Philipp Gliesing (Saale-Orla-Kreis)
Angela Hummitzsch (Nordhausen)
Dirk Möller (Weimar)
Katja Mitteldorf (Nordhausen)
Holger Auerswald (Suhl)
Janette Ehrich (Sömmerda)
Tobias Steinkopf (Sömmerda)
Cornelia Wanderer (Ilmkreis)
Holger Steiniger (Greiz)
Jenny Renner (Erfurt)
Norbert Schneider (Saalfeld-Rudolst.)
Monika Döllstedt (Gotha)
Johannes Häfke (Suhl)
Beatrice Ritzke (Kyffhäuserkreis)
Dietmar Strickrodt (Kyffhäuserkreis)
Ines Zipfel (Greiz)
Sven Weber (Greiz)
Petra Oberreich (Eichsfeld)

http://www.die-linke-thueringen.de/land ... ndesliste/

Über ein demokratie Verständnis wo man nur staunen kann !

Schönen 2.Advent
dein1945
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon karnak » 6. Dezember 2014, 12:04

Nov65 hat geschrieben:Meine Meinung: Wer sich als IM in die ganz privaten Dinge seiner Kollegen, Nachbarn, Verwandten, Mitmenschen geschummelt hat, deren oft geheimstes Denken und Handeln einem Unterdrückungsregime verraten hat und dafür noch Prämien empfing, hat für immer das Recht und das Vertrauen seiner Mitmenschen verloren, als deren Vertreter große Entscheidungen zu treffen. Volksvertreter zu sein ist ein hohes und schützenswertes Gut.
Die Demokratie nimmt Schaden, wenn ehemalige Spitzel bzw. Zuträger ein solch hohes Mandat erhalten. Sie werden sicher auch nicht von einer breiten Masse von Menschen gewählt, sondern von Anhängern einer bestimmten Partei, die eine MfS-Vergangenheit toleriert.
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Sicher kann man das so sehen, als Betroffener fast zwingend. Ob es aber eine Lösung für eine Gesellschaft ist, ich habe meine Zweifel. Sicher wird der Mensch von Anhängern einer bestimmten Partei gewählt. Und weiter, diese Partei ist aber eine hoch offizielle, keine Verbotene. Die Wähler dieser Partei sind Wähler und Bürger dieses Landes wie jeder andere auch, mit gleichem Recht jemanden zu wählen oder nicht. Wenn die Anderen, die es nicht wollen, dass der oder der, der ehemalige IM, nicht gewählt wird und nicht wählen, ist das nicht die Sache derer die eine Partei wählen die bereit ist einen ehemaligen IM ins Parlament zu schicken. So rum wird für mich ein Schuh daraus, das ist mein Verständnis von Demokratie. Und zum Zweiten, ich kann nicht einem Menschen ein Kainsmal für alle seine restlichen Tage verpassen, wenn er vor über 25 Jahren mal ein IM war, vielleicht sogar nur für ein halbes Jahr und oder mit 20 Jahren, ich kann die 25 Jahre die dazwischen liegen einfach nicht so beiseite schieben. Das widerspricht jedem Maßstab den eine pluralistische Gesellschaft sich selbst anlegt und dieser Maßstab wird auch nur bei dieser Kategorie der Verfehlung angelegt, nirgendwo anders. Dass das Widerspruch hervorruft, wen soll das wirklich wundern. Das sage ich als jemand der nie ein IM war, keinen geführt hat und auch nie etwas damit zu tun hatte und der nicht gewählt werden will, mit meinen Erfahrungen was Parteidisziplin betrifft, ich bekäme eine Schuppenflechte als Parlamentarier, wenn, es käme für mich nur der Posten des Bundespräsidenten in Frage. [flash] Es sagt mir einfach mein gesunder Menschenverstand und mein Verständnis zur Demokratie, die ich lernen musste und mein Verständnis wie man in einer Gesellschaft miteinander umgehen sollte, zumindest bei einem Abstand von 25 Jahren.
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon karnak » 6. Dezember 2014, 12:10

dein1945 hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:Guten Morgen, Kristian,
die Einkommensquelle Abgeordnetenmandat ist sehr verlockend: Jeden Monat mind. 6000 € und später als Pensionär ebenfalls mehrere Tausend EURO. Dieser Glückseligkeit können solche Leute mit IM-Vergangenheit nicht widerstehen. Sie nehmen dafür sogar großes Ungemach in Kauf. Dabei gibt es andere ehrenwerte Arbeit.
Meine Meinung: Wer sich als IM in die ganz privaten Dinge seiner Kollegen, Nachbarn, Verwandten, Mitmenschen geschummelt hat, deren oft geheimstes Denken und Handeln einem Unterdrückungsregime verraten hat und dafür noch Prämien empfing, hat für immer das Recht und das Vertrauen seiner Mitmenschen verloren, als deren Vertreter große Entscheidungen zu treffen. Volksvertreter zu sein ist ein hohes und schützenswertes Gut.
Die Demokratie nimmt Schaden, wenn ehemalige Spitzel bzw. Zuträger ein solch hohes Mandat erhalten. Sie werden sicher auch nicht von einer breiten Masse von Menschen gewählt, sondern von Anhängern einer bestimmten Partei, die eine MfS-Vergangenheit toleriert.
Ramelows Worte von der Aufarbeitung von DDR-Unrecht sind angesichts seiner positiven Haltung zum Verbleib von eh. IM in der Fraktion reine Heuchelei.
Sonntäglicher Gruß von Andreas


Warum wird so ein ehemaliger IM auf die Landesliste der Linken auf Platz 8 gesetzt, wo seine Wahl doch im vornherein feststeht, der Ramelow ist ein Heuchler, er hätte es doch verhindern können !

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten der Landesliste
Auf der Vertreterinnen- und Vertreterversammlung am 29. und 30. März 2014 im Erfurter Kaisersaal wurde folgende Liste für die Landtagswahl 2014 gewählt:

Bodo Ramelow (Erfurt)
Susanne Hennig-Wellsow (Erfurt)
Margit Jung (Gera)
Christian Schaft (Wartburgkreis)
Katharina König (Saalfeld-Rudolstadt)
Tilo Kummer (Hildburghausen)
Ina Leukefeld (Suhl)
Frank Kuschel (Ilmkreis) [mad]
Ute Lukasch (Altenburger Land)
Dieter Hausold (Gera)
Karola Stange(Erfurt)
André Blechschmidt (Erfurt)
Diana Skibbe (Greiz)
Steffen Dittes (Erfurt)
Dr. Birgit Klaubert (Altenburger Land)
Mike Huster (Saale-Holzland-Kreis)
Dr. Gudrun Lukin (Jena)
Knut Korschewsky (Sonneberg)
Sabine Berninger (Ilmkreis)
Steffen Harzer (Hildburghausen)
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Kati Grund (Erfurt)
Rainer Kräuter (Saalfeld-Rudolstadt)
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Tut mir leid, dass ist ihr Recht, man muss einfach davon ausgehen das sie sich etwas dabei denken. Der politische Gegner hat dann das Recht und die Möglichkeit diesen Skandal zu benennen und der Wähler weiß alles oder hat alle Möglichkeiten es zu wissen und trifft die Entscheidung, Ende der Geschichte
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Hamiota » 6. Dezember 2014, 13:53

Um es einmal gleich vorweg zu nehmen: Die Grünen und die Linken in einer Landesregierung sind alles andere als etwas was ich mir wünsche! Allerdings gilt es einfach anzuerkennen daß das Ganze Folge einer demokratischen Wahl und Koalitionsverhandlungen ist, also normal und wünschenswert in diesem Land.
All diejenigen welche nun in Hysterie verfallen und geradezu aufheulen müssen sich die Frage gefalle lassen ob demokratische Wahlen nur dann etwas taugen wenn ihnen genehme Parteien gewinnen! Auch die Opferverbände müssen sich die Frage gefallen lassen ob sie überhaupt in der Demokratie schon angekommen sind, denn Leute auf Grund ihrer Parteizugehörigkeit auszugrenzen, war gestern, genaugenommen vor 25 Jahren zu Ende!
Der ober Scheinheilige Herr Moring von der CDU/Thüringen, welcher die Karre ja maßgeblich mit in den Dreck gefahren hat heult nun am lautsten. Beschämend! Und über die CSU-Heuchler aus Schwarz-Bayern brauchen wir gleich gar kein Wort zu verlieren!

der Peter [hallo]
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon dein1945 » 6. Dezember 2014, 14:27

karnak hat geschrieben:
Tut mir leid, dass ist ihr Recht, man muss einfach davon ausgehen das sie sich etwas dabei denken. Der politische Gegner hat dann das Recht und die Möglichkeit diesen Skandal zu benennen und der Wähler weiß alles oder hat alle Möglichkeiten es zu wissen und trifft die Entscheidung, Ende der Geschichte


Unsere Kandidatinnen und Kandidaten der Landesliste
Auf der Vertreterinnen- und Vertreterversammlung am 29. und 30. März 2014 im Erfurter Kaisersaal wurde folgende Liste für die Landtagswahl 2014 gewählt:

Bodo Ramelow (Erfurt) gewählt

Susanne Hennig-Wellsow (Erfurt) gewählt

Margit Jung (Gera) gewählt

Christian Schaft (Wartburgkreis) gewählt

Katharina König (Saalfeld-Rudolstadt) gewählt

Tilo Kummer (Hildburghausen) gewählt

Ina Leukefeld (Suhl) gewählt

Frank Kuschel (Ilmkreis) gewählt

Ute Lukasch (Altenburger Land) gewählt

Dieter Hausold (Gera) gewählt

Karola Stange(Erfurt) gewählt

André Blechschmidt (Erfurt) gewählt

Diana Skibbe (Greiz) gewählt

Steffen Dittes (Erfurt) gewählt

Dr. Birgit Klaubert (Altenburger Land) gewählt

Mike Huster (Saale-Holzland-Kreis) gewählt

Dr. Gudrun Lukin (Jena) gewählt

Knut Korschewsky (Sonneberg) gewählt

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Steffen Harzer (Hildburghausen) gewählt

Dr. Johanna Scheringer-Wright (Gotha) gewählt

Ralf Kalich (Saale-Orla-Kreis) gewählt

Kati Grund (Erfurt) gewählt

Rainer Kräuter (Saalfeld-Rudolstadt) gewählt

Anja Müller (Wartburgkreis) gewählt

Jörg Kubitzki (Unstrut-Hainich-Kreis) gewählt


@Karnak,

bis Platz 26 wurden alle Listenkandidaten gewählt, nun erklär mir mal wie ich da einen Kuschel verhindern will ! Nur wenn er nie von der Partei auf diese Liste gekommen wäre ! Aber dazu war ein Ramelow zu FEIGE oder seine Partei hat sich gegen ihn durchgesetzt !

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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon karnak » 6. Dezember 2014, 14:39

Wenn Du nun diese Listenkandidatur bemängelst musst Du die Form unserer Demokratie bemängeln und ein Direkt Wahlsystem einfordern.
Und wie will ein Ramelow Kandidaten für eine Liste und deren Plätze darauf letztlich verhindern, selbst wenn er das will, wenn auch dort demokratische Regeln gelten. Er kann seinen Einfluss in die Waagschale werfen mehr aber auch nicht, auch er muss sich in dem Fall einer demokratischen Willensbildung beugen.
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Nov65 » 6. Dezember 2014, 15:37

Hamiota hat geschrieben:Um es einmal gleich vorweg zu nehmen: Die Grünen und die Linken in einer Landesregierung sind alles andere als etwas was ich mir wünsche! Allerdings gilt es einfach anzuerkennen daß das Ganze Folge einer demokratischen Wahl und Koalitionsverhandlungen ist, also normal und wünschenswert in diesem Land.
All diejenigen welche nun in Hysterie verfallen und geradezu aufheulen müssen sich die Frage gefalle lassen ob demokratische Wahlen nur dann etwas taugen wenn ihnen genehme Parteien gewinnen! Auch die Opferverbände müssen sich die Frage gefallen lassen ob sie überhaupt in der Demokratie schon angekommen sind, denn Leute auf Grund ihrer Parteizugehörigkeit auszugrenzen, war gestern, genaugenommen vor 25 Jahren zu Ende!
Der ober Scheinheilige Herr Moring von der CDU/Thüringen, welcher die Karre ja maßgeblich mit in den Dreck gefahren hat heult nun am lautsten. Beschämend! Und über die CSU-Heuchler aus Schwarz-Bayern brauchen wir gleich gar kein Wort zu verlieren!

der Peter [hallo]

Hallo Peter und auch hallo Kristian.
Nun kommst du mit deinem Beitrag nicht auf den Punkt. Die Frage von Kristian an mich lautete, wie lange denn eh. IM kein Volksvertreteramt oder gar das Amt eines MP erhalten dürften.
Dass die Linken eine in der BRD den Gesetzen nach anerkannte Partei darstellen, ist für mich keine Frage.
Nun stell dir vor, in einer Fraktion säße ein Mann, der vor 45 Angehöriger der Waffen-SS war. Hätte dessen Verbleib im Landtag eine Chance? Wohl kaum.
Genauso müsste mit IM verfahren werden. Und wenn es dazu keine Regelung von Verfassung oder Landtagsordnung gibt,bleibt immer noch die Moral, also das instinktabhängige Maß an Anstand und die politische Hygiene. Und da liegt bei den Linken und Ramelow "der Hase im Pfeffer".
Gruß, Andreas
Nov65
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Nov65 » 6. Dezember 2014, 17:12

Pardon, rechnerisch muss es heissen, vor 70 Jahren Angehöriger der Waffen-SS.
Andreas
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon karnak » 6. Dezember 2014, 17:40

Nov65 hat geschrieben: Und wenn es dazu keine Regelung von Verfassung oder Landtagsordnung gibt,bleibt immer noch die Moral, also das instinktabhängige Maß an Anstand und die politische Hygiene.

Aber ist denn das nicht verdammt schwammig? Heißt das praktisch denn nicht, ich muss selbst gar nichts, kann von anderen aber alles verlangen. Wo und besonders wer setzt eigentlich dann die Grenze wo das"instinktabhängige Maß an Anstand und politischer Hygiene" liegt? Mit Sicherheit setzt man doch bei sich selbst diese Grenze immer besonders niedrig an, beim Anderen besonders hoch, das liegt doch in der Logik der Sache. Glaubst Du allen ernstes, dass so was funktioniert? Es bleiben also nur 2 Möglichkeiten, entweder man legt per Gesetz fest wo diese Grenze liegt oder man überlässt dem Souverän, dem Wähler diese Entscheidung. Das passiert in diesem politischen System, diese Möglichkeit hat der Wähler, er entscheidet und wenn er entschieden hat sollte man es akzeptieren bis zur nächsten Wahl. Man hat bis dahin Zeit den Wähler zu überzeugen, dass er falsch entschieden hat und das er anders entscheiden soll.
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Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Volker Zottmann » 6. Dezember 2014, 17:57

Hallo Kristian,
Deine Überlegung ist auf den Wahlausgang bezogen eindeutig richtig. So sehr wir uns auch darüber erregen, bleibt doch des Wählers Wille das entscheidende Kriterium.
Unser Erregen über diesen Zustand ist nun allenfalls der Beginn des neuen Wahlkampfes.... Der sollte nicht mehr abreißen, was ich persönlich aber ausschließe. In wenigen Wochen haben auch die unzufriedenen Thüringer die rote Kröte geschluckt.
Schlimm wäre es, nun nur noch auf Fehler der Landesregierung zu hoffen. Besser wäre sicher eine gedeihliche Politik.

Mein Misstrauen der Linken gegenüber, die heute noch SED-Mitglieder als Ehrenvorsitzende hätschelt, kann jedoch größer nicht sein.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Landtagswahlen 2014...

Beitragvon Spartacus » 6. Dezember 2014, 19:31

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Nicht Deutschland schafft sich ab, sondern Deutschland schaltet sich ab.
Habeck und Baerbock in die Produktion. Die Grünen sind eine fortschrittsfeindliche Sekte.



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