Edelknabe hat geschrieben:"Und ab dem Zeitpunkt habe ich das Beste daraus gemacht und den Grenzdienst, die Natur und die "Freiheit" draußen, genossen."
Hat er doch die Freiheit in Anführungsstrichel gesetzt, wohl um das es nicht verkehrt herüber kommt, mancher sich gar dran stoßen könnte. Aber ich meine, das brauchte Ernest gar nicht.Denn es war so.
Rainer-Maria
ja genau, Rainer-Maria,
ich mußte Freiheit in Anführungsstrichen setzen, weil es für mich nur eine gefühlte, aber keine echte Freiheit war.
16 Stunden in der Kompanie, auch wenn wir unsere Ruhe hatten, das war für mich wie Hausarrest. Mal spontan ins Dorf, in die Kneipe oder nach Weferlingen zum Einkaufen.....all das ging ja nicht ohne weiteres.
Da war es für mich jedesmal eine Art Befreiungsschlag, wenn ich das Tor hinter mir ließ und wußte, die nächsten 8 Stunden kannst du selbst gestalten, stehst nicht unter Beobachtung, bist im gewissen Sinn dein "eigener Herr". Auch hier Anführungsstriche, weil es nur bedingt stimmt.
In den 18 Monaten Grundwehrdienst gab es keine richtige Freiheit. Man hing zu jeder Zeit in diesem Gespinst fest.
Edelknabe hat geschrieben:Noch andere Teile von seinem Text könnte man in dem Fred unterbringen und entschuldigt, die Überschrift fällt mir für den Moment nicht korrekt ein. Nennen wir es somit:
"Wann kam denn einmal ein Grenzverletzer...vorbei?"
Ich will mal diese Passage aufgreifen.......
Wie immer gesagt, ich kann nicht allgemein, sondern nur speziell aus meiner Sicht und gedienten Zeit schreiben.
Als ich in meinem ersten Halbjahr nach Döhren kam, war das Credo der "Alten"..........hier brauchst du keine Angst zu haben, hier kommt keiner, war schon Jahre kein Durchbruch, Döhren liegt auch so, dass sie es eher in den Nachbarkompanien rechts und links versuchen................
Mit diesem beruhigenden Gefühl bin ich da eigentlich hineingewachsen. Genau ein Jahr, von Aug.72 bis Aug./Sept.73 passierte auch nichts.
Dann ein versuchter Grenzdurchbruch, mit Festnahme von zwei Magdeburgern und gleich danach die Flucht von meinem Zugführer. Beides hatte ich ja schon in älteren Texten geschrieben.
Auch, dass mein schon beschriebenes (persönliches) Vorkommnis und die Festnahme im gleichen Postenbereich geschahen...... die zwei Magdeburger in meiner Schicht, mir gegenüber im Wald lauerten, uns beobachteten, um dann nach dem Schichtwechsel, meiner Ablösung sozusagen in die Arme zu laufen.
Zu der Zeit war ich ja schon Postenführer, an meiner inneren Ruhe hat das trotzdem nicht gerüttelt, jetzt bezogen auf meinen Grenzdienst.
Das mit meinem Zugführer schon gar nicht, ich kannte seine Gründe.
Andere Vorkommnisse, wo jetzt von außen jemand eindrang, gab es zu meiner Zeit nicht.
Gruß
Ernest