vs1400 hat geschrieben:@"Nov65",
doch ja, in gewisser weise hatte ich immer nen gesundes "misstrauen". denn ich war als postenführer + uffz. für das handeln meines posten verantwortlich.
wenn er auf dauerfeuer geschalten hätte, dann hätte man mich dafür zur sau machen dürfen.
na ok., als Postenführer war ich auch für das Handeln meines Postens verantwortlich, eigentlich für alles, was innerhalb meines Postenbereiches geschah, egal in welcher Hinsicht.
Aber um das jetzt mit dem "gesunden Misstrauen" in Verbindung zu bringen.................worauf bezog es sich jetzt speziell bei dir ?
----- Auf die Angst, er könnte im Extremfall nicht so handeln, wie du es als Postenführer möchtest, er könnte eine gewisse Eigendynamik entwickeln, die nicht von dir gewünscht ist ????
----- Oder war es die Angst, er könnte doch irgendwann und irgendwie den Versuch unternehmen, abzuhauen, vielleicht sogar mit Waffengewalt ??
Das Letztere könnte ich nachvollziehen, denn das hatte ich selbst gehört, als die Neuen an die Grenze kamen. """" Also die ersten Schichten bin ich erst einmal vorsichtig"""..............so oder so ähnlich klang das dann.
Obwohl ich das in meiner allerersten Grenzdienstschicht, kurz nach der Ankunft, ganz anders erlebt hatte.
Aber die Angst vor Fehlverhalten deines Postens ??? Ich weiß nicht, wie oft du draußen warst, aber diese Angst hat dich ständig begleitet ??? Ich sehe da eigentlich kein Misstrauen in dem Fall...........eher Zweifel und Bedenken.
Wenn du wirklich diese Bedenken hattest, warum hast du deinem Posten nicht nahe gelegt, wie er sich, nach deiner Ansicht, in diesen oder jenen Situationen zu verhalten hat. Als Postenführer warst du der Lehrmeister des Postens...........nur von dir konnte und auch sollte er es lernen. Dazu waren auch 8 Stunden Zeit.
Das, vielleicht, hätte dir die innere Ruhe gegeben und vor allem auch deinem Posten, der sich so gesehen etwas abgesichert fühlt, weil er weiß, ich brauch nicht durchzudrehen, wenn etwas passiert, nein, der Postenführer hat das Halfter in der Hand, der entscheidet.
Und diese Erkenntnis kam nicht erst später bei mir. Das war nämlich das, was meine ersten Postenführer mir als Posten in den ersten Schichten vermittelten.....egal was kommt, ruhig bleiben, ich mach das schon, du hälst dich erst einmal aus allem heraus.
Nun sehe ich aber auch deine spezielle Lage.........
Berichtige mich bitte, wenn ich falsch liegen sollte.
Du hattest doch die Waffenkammer unter dich, warst also Waffen-Uffz. Also nehme ich an, Grenzdienstschichten waren eher die Ausnahme, nur wenn Not am Mann war und dann vielleicht auch des öfteren als Kontrollstreife. Du warst also nicht täglich und immer mit den gleichen Leuten draußen.
Das ist die eine Sache. Als nächstes kommt dann das Verhältnis Uffz. zu Gefreiten/Soldaten. Wobei ich sagen muß, dass zwischen einem Uffz, als "Waffenspitz" und einem Uffz als Gruppenführer, noch ein himmelweiter Unterschied bestand. Schon alleine aus der direkten Verbindung zum Zug, zur Gruppe, dem täglichen Umgang miteinander.
Die Gruppenführer (Uffz.) waren für uns eigentlich keine Befehlsgeber, sie standen eher auf unserer Stufe...so rein gefühlsmäßig. Obwohl wir gut mit ihnen auskamen, es im Grunde genommen auch "Kumpels" waren, haben wir sie doch nur bis auf eine gewisse Distanz an uns heran gelassen. Den direkten Einblick in die Gruppe, geschweige denn in dem was draußen an der Grenze innerhalb eines Postenpaares geschah, bekamen sie nie. In der Hinsicht saßen sie zwischen den Stühlen.........nach unten die Gruppe, der Zug....nach oben die Offiziere.
Ein Uffz. hatte auch keine "Freunde"........wie auch. Wenn, dann höchsten auf seiner Ebene.
Das soll jetzt nicht negativ klingen und ist auch nicht so gemeint.........aber schon dadurch, solltest du Grenzdienstschichten geschoben haben, mit festem Postenplatz, so wie wir, dann kann man es insgesamt nie mit unseren Schichten vergleichen........immer die gleichen Postenplätze innerhalb der Kompanie und immer die gleichen Leute.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dadurch nie die Routine und auch Abgeklärtheit im Umgang mit einem Posten eingetreten ist, was auch verständlich ist.
vs1400 hat geschrieben:verantwortung und misstrauen @"Nov65",
darüber hast du dir wohl eher im heute ne angepasste meinung gebildet.
gruß vs
![Hallo [hallo]](./images/smilies/hallo.gif)
Nein, das sehe ich nicht so, denn genau diese Wortverbindung gab es bereits zu meiner Zeit an der Grenze und die kam von ganz oben..........
Nicht in der Kompanie , aber beim Politunterricht, wo wir alle paar Monate für einige Stunden ins Bataillon gefahren wurden.
Verantwortung und Misstrauen...............
Unsere Verantwortung sollte darin bestehen, die Staatsgrenze unter allen Lagebedingungen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln sauber zu halten.........den Rest schenke ich mir.
Misstrauen sollten wir jeden, unzwar ausnahmslos, selbst dem eigenen Posten. Unser Grenzdienst sollte immer so aufgebaut sein, dass man den Abschnitt, aber auch gleichzeitig seinen Posten im Blick hat. Als Postenführer sollte sich der Posten, egal ob man geht, liegt oder steht, immer mit Abstand vor einem befinden.
So war die Direktive von ganz oben. Freundschaften, gar Kumpanei haßte man da oben wie die Pest. Ich hab noch im Ohr, wie man sagte......Grenzdienst beginnt nicht erst im Postenbereich........überall und immer sollte man aufmerksam und misstrauisch sein.
Ich mache drei große Kreuze, dass ich es anders erlebt habe.
Ich rechne es den Verantwortlichen in unserer Kompanie hoch an, dass sie uns nie in der Hinsicht trimmen wollten. Man wollte uns weder etwas einpeitschen, noch irgendwie heiß machen. Polit oder Rotlicht, war in unserer Kompanie nur das sogenannte API, die Aktuell Politische Information. Vergleichbar, na sagen wir mal, so eine Art "Karl-Eduard von Schnitzler", damit wir immer wissen, wo stehen die Guten und wo die Bösen. Mit unserem Grenzdienst speziell hatte das nie etwas zu tun.
So war es halt bei uns, denn "nebenan" kann es schon anders ausgesehen haben.
Wie gesagt, dafür ging es dann alle paar Monate nach Oebisfelde. Vielleicht auch gerade deswegen, denn von oben hatte keiner Einblick, wie es wirklich in einer Kompanie läuft. Die bekamen doch auch nur das mit, was man ihnen freiwillig preisgab.
Tja, das Misstrauen fing eben ganz oben an......................erst dort wurde es geboren.
Gruß
Ernest