Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 28. September 2014, 09:17

Hallo Dr.213,
wir alle werden es verschmerzen, wenn 30 Schuss rauszuhauen etwas länger als 1 sec dauerte. Ein gutes Beispiel, wie solche Nebensachen hochstilisiert werden.
Im konkreten Fall haben 2 Personen 57 Schuss rausgelassen. Ja, nur eine traf. Zum Anrufen der Flüchtlinge war aber keine Zeit mehr, denn da lag der eine schon tot am Boden.
Deine Hinweise finden sich samt Hörbeitrag im Thread Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Zu den dort verlautenden Unwahrheiten äußerte sich ja hier zur Genüge Uwe Fleischhauer.

Gruß Volker

Interessant finde ich nun die Einlassung von VS, dass die vergatterung stets individuell ablief, also immer etwas anders. Als ich meine 6 oder 7 Vergatterungen beschrieb, war aber das Geschrei groß. Die Vergatterungen waren nämlich sehr speziell. Im Übrigen habe ich nie eine Waffengebrauchsbestimmung gesehen, noch während der aktiven Zeit davon gehört. Es ist Wunschdenken, dass alle Soldaten Kenntnis derer erlangten. Wir wurden bewusst dumm gehalten.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 28. September 2014, 09:52

Volker Zottmann hat geschrieben:Hallo Dr.213,
wir alle werden es verschmerzen, wenn 30 Schuss rauszuhauen etwas länger als 1 sec dauerte. Ein gutes Beispiel, wie solche Nebensachen hochstilisiert werden.
Im konkreten Fall haben 2 Personen 57 Schuss rausgelassen. Ja, nur eine traf. Zum Anrufen der Flüchtlinge war aber keine Zeit mehr, denn da lag der eine schon tot am Boden.
Deine Hinweise finden sich samt Hörbeitrag im Thread Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Zu den dort verlautenden Unwahrheiten äußerte sich ja hier zur Genüge Uwe Fleischhauer.

Gruß Volker

Interessant finde ich nun die Einlassung von VS, dass die vergatterung stets individuell ablief, also immer etwas anders. Als ich meine 6 oder 7 Vergatterungen beschrieb, war aber das Geschrei groß. Die Vergatterungen waren nämlich sehr speziell. Im Übrigen habe ich nie eine Waffengebrauchsbestimmung gesehen, noch während der aktiven Zeit davon gehört. Es ist Wunschdenken, dass alle Soldaten Kenntnis derer erlangten. Wir wurden bewusst dumm gehalten.

Gruß Volker


dann warst du echt bei nem richtigen schleuderhaufen. [flash] [flash] [flash] [flash]

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Spartacus » 28. September 2014, 13:27

Schauen wir uns mal zwei Dokumente an.

1) Die sogenannte Schusswaffengebrauchsbestimmung

Bild

2) Schießbefehl der Einsatzkompanie der Hauptabteilung I „NVA und Grenztruppen“ des MfS

Bild

Nummer 2 widerspricht eklatant Nummer 1 und Nummer 1 eklatant dem, was wirklich an den Grenzen
vorgefallen ist.

LG

Sparta


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Nicht Deutschland schafft sich ab, sondern Deutschland schaltet sich ab.
Habeck und Baerbock in die Produktion. Die Grünen sind eine fortschrittsfeindliche Sekte.



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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Dr. 213 » 28. September 2014, 14:44

Edelknabe hat geschrieben:Siehe der Gefreite Jürgen Albrecht mit:

"Und dann müssen sie auch sehen, die Aufregung. Noch nie gehabt. "

Hat er doch recht treffend beschrieben Doktor, der Gefreite A. Und du Doktor warst bei deiner damaligen Flucht die harmonische Ruhe selber? Warst du eben nicht...damals noch recht junges Kerlchen....wie der Gefreite A. Wie sich doch die Dinge gleichen, der Mensch eben doch in Extremsituationen nicht mehr seiner selbst ist.

Rainer-Maria und manchmal möchte ich anfügen....weil, selber erlebt..."Ihr kleinen Arschlöcher, wenn ihr mal den Helden beiseite lassen würdet klappte das auch besser mit dem gegenseitigen Verstehen....weil, ich war ja selber nie Held"

War der gut? Ich denke doch.

Rainer-Maria


Danke für deine lieben Worte zum Sonntag !
Dein A- Wort geht mir am A vorbei !
Bedenke aber, daß hier auch Leute mitlesen, die solche Begriffe als zutiefst ekelerregend betrachten.
Bleib doch lieber bei "kleiner verknöcherter Antikommunist" oder "dieser den Stiefel blank gewichste Kolonialherrenverschnitt"

Ja Volker, man versucht es immer wieder mit Nebensächligkeiten abzulenken.
So gibt es in dem Zusammenhang zahlreiche Umdeutungsversuche der Begriffe "Vernichten" und "Liquidieren"
Das sei ja alles nicht so gemeint gewesen und Militärs würden darunter sowieso was anderes verstehen.

Erinnert mich an die Zersetzungsmaßnahmen der Stasi. Da wird auch oft verklärt, auf keinen Fall ging es darum,
einen Menschen fertig zu machen oder sonstwie etwas böses zu wollen.
Und es wäre ja alles nur ganz normale Ermittlertaktik so wie in jedem anderen Land gewesen.

Typisches AgiProp- Gehabe. Gelernt ist eben gelernt.
Nur haben solche Versuche immer weniger Erfolg, auch weil sie so einfach zu erkennen sind.
U.a. weil wie in diesem Fall die dazu gehörigen Dokumente erhalten geblieben sind.
Und damit erklärt sich auch sofort die Abscheu gegen alle, die solche Dokumente zugänglich machen.
Oder wie hier im Forum der Versuch, das Einstellen von Dokumenten und Links zu solchen als unnötig darzustellen.

Gruß
Dr. 213
Dr. 213
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon karnak » 28. September 2014, 15:16

Spartacus hat geschrieben:Schauen wir uns mal zwei Dokumente an.

1) Die sogenannte Schusswaffengebrauchsbestimmung

Bild

2) Schießbefehl der Einsatzkompanie der Hauptabteilung I „NVA und Grenztruppen“ des MfS

Bild

Nummer 2 widerspricht eklatant Nummer 1 und Nummer 1 eklatant dem, was wirklich an den Grenzen
vorgefallen ist.

LG

Sparta

Du musst aber in jedem Fall der gesamten Wahrheit verpflichtet auch dazu schreiben, dass es sich bei dem ersten Text um die Schusswaffengebrauchsbestimmung handelt und bei dem zweiten Text um eine Anweisung für eine"Elitetruppe" des MfS, dass im Fall der Fälle"schmutzige Aufträge" erfüllen sollte. Man kann das nicht so einfach vermengen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Truppe die den Bin Laden"bestraft" hat nach den Regeln einer Schusswaffengebrauchsbestimmung agiert hat, nicht mal nach amerikanischen geschweige denn nach international üblichen Recht.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Spartacus » 28. September 2014, 15:36

Da hast du natürlich Recht, aber ich habe es auch getrennt, gelle. [grins]

Und was nun die Schusswaffengebrauchsbestimmung für die Grenztruppen betrifft, so hätten nach gewissenhafter
Anwendung, viele Fälle einfach gar nicht vorkommen dürfen. Übrigens würde mich noch interessieren, wie man den
Grenzern die Definition

.. die sich den Umständen nach als ein Verbrechen darstellt....

nahe brachte? Insbesondere nach der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von 1975. Entsprechend dieser Vereinbarung
war es nämlich ausdrücklich kein Verbrechen, wenn man sein Land verlassen wollte, sondern ein Menschenrecht!

Zitat:

Sie bestätigen das Recht des Individuums, seine Rechte und Pflichten auf diesem Gebiet
zu kennen und auszuüben.

Auf dem Gebiet der Menschenrechte und Grundfreiheiten werden die Teilneh-
merstaaten in Übereinstimmung mit den Zielen und Grundsätzen der Charta der Vereinten
Nationen und mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte handeln. Sie werden ferner
ihre Verpflichtungen erfüllen, wie diese festgelegt sind in den internationalen Erklärungen und
Abkommen auf diesem Gebiet, soweit sie an sie gebunden sind, darunter auch in den
Internationalen Konventionen über die Menschenrechte.


LG

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 28. September 2014, 15:47

Ich erinnere mich nicht, dass bei einer Vergatterung auf die Schusswaffengebrauchsbestimmungen verwiesen wurde. Möglich, dass es im '89 er Jahr wegen der politischen Lage anders war. Vorsicht war geboten. Aber zu meiner Dienstzeit (65-67) scherte sich niemand um diese Bestimmungen. Grenzverletzer waren Verbrecher. Verbrecher sollten ergriffen oder mit Einsatz der Schusswaffe vernichtet werden. Da zumindest an der Berliner Grenze ein Ergreifen durch die Postenbesatzungen nicht möglich war, blieb nur das Vernichten.
Die Diskussion um eine Schusswaffengebrauchsbestimmung hätte bei den Grenzern nicht gerade den Zwang zum Schießen bekräftigt, wohl eher aufgeweicht.
Die motorisierte Hinterlandstreife hatte den Auftrag, sich anbahnende Grenzverletzungen zu erkennen und Festnahmen vorzunehmen.

Das sind doch Fakten, die hier zur Genüge belegt und auch diskutiert wurden. Warum nochmals die Grundsatzdiskussion. Jeder Versuch einer Ablenkung ist lächerlich.

Ich erinnere mich an das Gesappele von Mielke, "wenn gesdchossen wird, muss der Täter oder Verbrecher auch bei uns bleiben. "(Von mir nachgesprochener Wortlaut.)
Das war die Grundhaltung der Partei-und Armeeführung, nicht nur Sache der GT und auch nicht der Spezialauftrag einer Eliteeinheit des MfS.
Und so wurde diese Grundhaltung über die Vergatterung dem kleinen Grenzer befohlen.
Sonntagliche Grüße von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon karnak » 28. September 2014, 16:10

Spartacus hat geschrieben:
.. die sich den Umständen nach als ein Verbrechen darstellt....

nahe brachte? Insbesondere nach der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von 1975. Entsprechend dieser Vereinbarung
war es nämlich ausdrücklich kein Verbrechen, wenn man sein Land verlassen wollte, sondern ein Menschenrecht!


Mit Sicherheit gar nicht. Konnte man ja auch gar nicht nach dem Fakt der Schlussakte und der Unterzeichnung durch die DDR. Aber das ist ein anderes Thema.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Spartacus » 28. September 2014, 16:37

Nein, das ist kein anders Thema Kristian, das gehört genau mit hier her, denn hätte die DDR - Führung damals
entsprechend reagiert, also eine freie Ausreise und wieder Einreise garantiert, was wäre dann passiert?

Die Grenztruppen wären stark reduziert worden - die haben sowieso in der Produktion gefehlt [flash] - und
die Grenze wäre zu dem geworden, was sie eigentlich hätte sein sollen. Eben einfach eine Staatsgrenze nach
internationalen Normen. Und ganz wichtig, niemand wäre mehr an dieser Grenze getötet worden.

Und wäre die DDR dann wieder ausgeblutet, wären alle abgehauen?

Ich behaupte mal nein, denn 1975 hatten sich ja viele eingerichtet, sich einen bescheidenen Wohlstand
erarbeitet. Ich sehe das mal ganz persönlich, also am Beispiel meiner Familie. Rüber wären sie gerne mal,
nur so zum gucken, aber eben auch wieder zurück gekommen.
Und so eine einschneidende Reform hätte Zuversicht gebracht, das es auch anders geht, hätte
vielleicht Folgeschritte mit sich gebracht, über die man heute nur nachdenken kann.

Aber das ist vielleicht wirklich ein anderes Thema.

LG

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Edelknabe » 28. September 2014, 17:17

Siehe unser Spartacus mit:

"Und wäre die DDR dann wieder ausgeblutet, wären alle abgehauen?

Ich behaupte mal nein, denn 1975 hatten sich ja viele eingerichtet, sich einen bescheidenen Wohlstand
erarbeitet. Ich sehe das mal ganz persönlich, also am Beispiel meiner Familie. Rüber wären sie gerne mal,
nur so zum gucken, aber eben auch wieder zurück gekommen.
Und so eine einschneidende Reform hätte Zuversicht gebracht, das es auch anders geht, hätte
vielleicht Folgeschritte mit sich gebracht, über die man heute nur nachdenken kann."

Endlich einmal Einer, der heute die damalige Alltagsrealität ganz gut...wie beschreibe ich das jetzt am Besten...... , der nicht von sich, seiner damals jugendlichen Contrahaltung auf die anderen 99,99 % DDR-Bürger schließt.

Rainer-Maria und weiter so...dabei immer den Alltag im Blick behalten, auch im Heute.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Sirius » 28. September 2014, 18:49

Wie viele wären gegangen? Hunderttausende oder einige Millionen? Die absolute Zahl ist nicht einmal so entscheidend, sondern wer gegangen wäre. Zum Beispiel eine größere Zahl der Ärzte und Zahnärzte. Weil sie nämlich im Westen mit ihre Arbeit ein deutlich höheres Einkommen in harter DM und einen deutlich höheren Wohlstand und Lebenskomfort erzielt hätten. Das gilt auch für viele Facharbeiter, Ingenieure, Naturwissenschaftler wie Chemiker, Selbständige, enteignete Landwirte u.s.w.. Viele gut Qualifizierte wären gegangen. Der Staat wäre über kurz oder lang bei den Fachkräften ausgeblutet. U.a. deshalb gab es vor der Wiedervereinigung die Währungsunion. Und selbst die hat es nicht vermocht, den sog. Brain Drain zu verhindern oder komplett zu stoppen.
Zuletzt geändert von Sirius am 28. September 2014, 19:00, insgesamt 6-mal geändert.
Sirius
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 28. September 2014, 18:55

Rainer, ich wäre wohl auch nicht abgehauen. Junge Familie, Sport als Hobby, eben eingerichtet. Aber das sage ich heute...Alles nur Theorie.
Als ich im Spätsommer '89 mit meiner Familie die verwandten Familien aus Wien in Ungarn traf-da war die Grenze gerade einen Spalt weit offen-machte mein Cousin uns den Vorschlag mit ihnen gen Wien zu fahren. Ich lehnte ab und schaffte die wenigen Monate der DDR.
Grüße von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 28. September 2014, 22:52

Spartacus hat geschrieben:Da hast du natürlich Recht, aber ich habe es auch getrennt, gelle. [grins]

Und was nun die Schusswaffengebrauchsbestimmung für die Grenztruppen betrifft, so hätten nach gewissenhafter
Anwendung
, viele Fälle einfach gar nicht vorkommen dürfen. Übrigens würde mich noch interessieren, wie man den
Grenzern die Definition

.. die sich den Umständen nach als ein Verbrechen darstellt....

nahe brachte? Insbesondere nach der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von 1975. Entsprechend dieser Vereinbarung
war es nämlich ausdrücklich kein Verbrechen, wenn man sein Land verlassen wollte, sondern ein Menschenrecht!

Zitat:

Sie bestätigen das Recht des Individuums, seine Rechte und Pflichten auf diesem Gebiet
zu kennen und auszuüben.

Auf dem Gebiet der Menschenrechte und Grundfreiheiten werden die Teilneh-
merstaaten in Übereinstimmung mit den Zielen und Grundsätzen der Charta der Vereinten
Nationen und mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte handeln. Sie werden ferner
ihre Verpflichtungen erfüllen, wie diese festgelegt sind in den internationalen Erklärungen und
Abkommen auf diesem Gebiet, soweit sie an sie gebunden sind, darunter auch in den
Internationalen Konventionen über die Menschenrechte.


LG

Sparta


Spartacus,
du erwähnst die gewissenhafte anwendung.
was verstehst du darunter?

gruß vom Torsten [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 29. September 2014, 00:19

Nov65 hat geschrieben:Ich erinnere mich nicht, dass bei einer Vergatterung auf die Schusswaffengebrauchsbestimmungen verwiesen wurde. Möglich, dass es im '89 er Jahr wegen der politischen Lage anders war. Vorsicht war geboten. Aber zu meiner Dienstzeit (65-67) scherte sich niemand um diese Bestimmungen. Grenzverletzer waren Verbrecher. Verbrecher sollten ergriffen oder mit Einsatz der Schusswaffe vernichtet werden. Da zumindest an der Berliner Grenze ein Ergreifen durch die Postenbesatzungen nicht möglich war, blieb nur das Vernichten.
Die Diskussion um eine Schusswaffengebrauchsbestimmung hätte bei den Grenzern nicht gerade den Zwang zum Schießen bekräftigt, wohl eher aufgeweicht.
Die motorisierte Hinterlandstreife hatte den Auftrag, sich anbahnende Grenzverletzungen zu erkennen und Festnahmen vorzunehmen.

Das sind doch Fakten, die hier zur Genüge belegt und auch diskutiert wurden. Warum nochmals die Grundsatzdiskussion. Jeder Versuch einer Ablenkung ist lächerlich.

Ich erinnere mich an das Gesappele von Mielke, "wenn gesdchossen wird, muss der Täter oder Verbrecher auch bei uns bleiben. "(Von mir nachgesprochener Wortlaut.)
Das war die Grundhaltung der Partei-und Armeeführung, nicht nur Sache der GT und auch nicht der Spezialauftrag einer Eliteeinheit des MfS.
Und so wurde diese Grundhaltung über die Vergatterung dem kleinen Grenzer befohlen.
Sonntagliche Grüße von Andreas


@"Nov65",
erinnerst du dich auch an deine damaligen gedanken?

hättest du geschossen?

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 29. September 2014, 09:22

Ich erinnere mich: Wir haben in kleinem sicheren Kreis mehrmals unsere Situation durchgesprochen,
und es gab unterschiedliche Haltungen.
Einer wollte nicht den ganzen Mist ausbaden, den andere ihm überhalfen. Die Armeeführung, der Grenzverletzer. Er wollte schießen und zwar auf den Körper.
Ein anderer wollte die unteren Extremitäten treffen.
Ich kam zu dem Schluss: Schießen ja, aber mit Einzelfeuer und neben den Flüchtigen. Bei späterer "Anhörung" wollte ich das Einzelfeuer und die Schüsse daneben mit meiner der Situation geschuldeten Anspannung begründen.
Niemand meiner engeren Kameraden wollte nicht schießen. Alle hatten Bammel vor den Konsequenzen.
Noch heute bin ich der Meinung, dass nur ein langfristiges Einstellen auf eine mögliche Situation die dann ablaufende Handlung auch wirklich nach sich ziehen konnte.

Ich habe deine Frage beantwortet. Nun frage ich nach deinen Gedanken während des Grenzdienstes und speziell zum Einsatz der Schusswaffe.
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 29. September 2014, 09:57

Einzelfeuer und dann noch "Treffen" sieht mir aber ziemlich mehr noch nach geplanten vorsätzlichem Mord aus als mit einer Waffe deren Streubreite bei Dauerfeuer bekannt ist in der Gegend rumzufuchteln.
Interessierte Ahnungslose mögen das letztere als "vorsätzlichen" Mord empfinden, für mich ist der Vorsatz gezieltes Einzelfeuer die Vorstufe oder die inner Bereitschaft den Tot des anvisierten Opfers billigend und vorsätzlich in Kauf zu nehmen, also ein bewußt geplanter Mord weil hier das Mordmerkmal 'Heimtücke' zum tragen kommt.

Wer meint Heutzutage diese Einstellung, gezieltes Einzelfeuer auf den Flüchtenden als Reinwaschung zu Verkaufen ist in meinen Augen ganz gewaltig schief gewickelt. Er offenbart damit seine menschenverachtende Einstellung die gegenüber den Flüchtenden gehabt hat.

Interessant für mich wie sich mancher in seiner eigenen Argunemtationsfalle verläuft und hängenbleibt.

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Janko » 29. September 2014, 10:17

@Spartacus...."die Grenztruppen wären reduziert worden...die Grenze wäre zum dem geworden was sie sein sollte..." ?

Meiner Meinung nach verkennst du da die tatsächliche Situation, weil es eben nicht nur eine Staatsgrenze (wieso jetzt eigentlich Staatsgrenze ?...na egal) zwischen der DDR und der BRD war. Auch hier herrschten "Bündnisverpflichtungen".
Janko
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon karnak » 29. September 2014, 13:34

Nov65 hat geschrieben: Junge Familie, Sport als Hobby, eben eingerichtet.

Warum eigentlich bei diesem Thema immer das schöne Wort"eingerichtet", damit auch ja immer wenigstens ein kleines bisschen negativer Touch dabeibleibt,damit auf keinen Fall der Eindruck entsteht man hat ein kleines bisschen dazu gehört, dass nach heutigen Zeitgeist zumindest peinlich ist? Wäre es wirklich so ehrenrührig, man war ein kleines bisschen zufrieden, man hat sich nicht immer nur "eingerichtet"?
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 29. September 2014, 15:41

Thoth hat geschrieben:Einzelfeuer und dann noch "Treffen" sieht mir aber ziemlich mehr noch nach geplanten vorsätzlichem Mord aus als mit einer Waffe deren Streubreite bei Dauerfeuer bekannt ist in der Gegend rumzufuchteln.
Interessierte Ahnungslose mögen das letztere als "vorsätzlichen" Mord empfinden, für mich ist der Vorsatz gezieltes Einzelfeuer die Vorstufe oder die inner Bereitschaft den Tot des anvisierten Opfers billigend und vorsätzlich in Kauf zu nehmen, also ein bewußt geplanter Mord weil hier das Mordmerkmal 'Heimtücke' zum tragen kommt.

Wer meint Heutzutage diese Einstellung, gezieltes Einzelfeuer auf den Flüchtenden als Reinwaschung zu Verkaufen ist in meinen Augen ganz gewaltig schief gewickelt. Er offenbart damit seine menschenverachtende Einstellung die gegenüber den Flüchtenden gehabt hat.

Interessant für mich wie sich mancher in seiner eigenen Argunemtationsfalle verläuft und hängenbleibt.

Thoth

Sag mal @hoth, kennst du eigentlich den Unterschied-technisch wie auch in der Wirkung- von Einzel-und Dauerfeuer? Scheint mir nicht so.
Bei Einzelfeuer kommt ein Schuss, den ich gezielt abgeben kann. Mein Vorsatz-siehe mein voriges Post- war daneben zu schießen. Bei Dauerfeuer streut die MP. Ich kann niemals so zielen und treffen wie bei Einzelfeuer.
Der Befehl lautete aber stets: Dauerfeuer.
Also: Deine Schlussfolgerungen kehre mal ruhig um und nimm die Anmache zurück.
Dennoch Grüße von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 29. September 2014, 15:53

karnak hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben: Junge Familie, Sport als Hobby, eben eingerichtet.

Warum eigentlich bei diesem Thema immer das schöne Wort"eingerichtet", damit auch ja immer wenigstens ein kleines bisschen negativer Touch dabeibleibt,damit auf keinen Fall der Eindruck entsteht man hat ein kleines bisschen dazu gehört, dass nach heutigen Zeitgeist zumindest peinlich ist? Wäre es wirklich so ehrenrührig, man war ein kleines bisschen zufrieden, man hat sich nicht immer nur "eingerichtet"?

Hi Kristian,
wir blicken doch heute zurück. Da sinniert man, warum man sich so oder anders verhalten hat. Das Einrichten bezieht sich auf keine mögliche Karriere, da keine Parteizugehörigkeit, begrenztes Reisefreiheit, also Datsche oder Garten. Wenig Geld, also das Machbare, einen Trabbi zu haben, nutzen.
Viele Leistungssportler und Wissenschaftler und Sänger und Schauspieler und Funktionäre von SED und Mitarbeiter des MfS brauchten sich nicht einzurichten. Sie hatten all das,was dem Normalo versperrt war.
Wir bzw. ich mussten mit dem zufrieden sein, was mir möglich war. Warum sollte diese Aussage heute peinlich oder gar verlogen sein? Wir /ich gehörten zum Funktionieren des Staates dazu, auch der Schlosser oder LPG-Bauer. Als Lehrer gehörte ich dazu, egal wie ich dachte oder in sicherem Kreise redete. Eine andere Haltung offen zu zeigen, hätte das Ende meiner Berufsausübung bedeutet. Oder siehst du das nicht so? Da kenne ich abschreckende Beispiele.
Ich habe es nicht nötig, meine Vita zu fälschen und stehe zu meinem damaligen Verhalten.
Aber die DDR heute besser zu reden als sie war, das wäre zu viel verlangt.
Grüße von Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 29. September 2014, 20:10

Nov65 hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben: Junge Familie, Sport als Hobby, eben eingerichtet.

Warum eigentlich bei diesem Thema immer das schöne Wort"eingerichtet", damit auch ja immer wenigstens ein kleines bisschen negativer Touch dabeibleibt,damit auf keinen Fall der Eindruck entsteht man hat ein kleines bisschen dazu gehört, dass nach heutigen Zeitgeist zumindest peinlich ist? Wäre es wirklich so ehrenrührig, man war ein kleines bisschen zufrieden, man hat sich nicht immer nur "eingerichtet"?

Hi Kristian,
wir blicken doch heute zurück. Da sinniert man, warum man sich so oder anders verhalten hat. Das Einrichten bezieht sich auf keine mögliche Karriere, da keine Parteizugehörigkeit, begrenztes Reisefreiheit, also Datsche oder Garten. Wenig Geld, also das Machbare, einen Trabbi zu haben, nutzen.
Viele Leistungssportler und Wissenschaftler und Sänger und Schauspieler und Funktionäre von SED und Mitarbeiter des MfS brauchten sich nicht einzurichten. Sie hatten all das,was dem Normalo versperrt war.
Wir bzw. ich mussten mit dem zufrieden sein, was mir möglich war. Warum sollte diese Aussage heute peinlich oder gar verlogen sein? Wir /ich gehörten zum Funktionieren des Staates dazu, auch der Schlosser oder LPG-Bauer. Als Lehrer gehörte ich dazu, egal wie ich dachte oder in sicherem Kreise redete. Eine andere Haltung offen zu zeigen, hätte das Ende meiner Berufsausübung bedeutet. Oder siehst du das nicht so? Da kenne ich abschreckende Beispiele.
Ich habe es nicht nötig, meine Vita zu fälschen und stehe zu meinem damaligen Verhalten.
Aber die DDR heute besser zu reden als sie war, das wäre zu viel verlangt.
Grüße von Andreas


Entschuldige aber hier schreibst Du absoluten Mist! Es ist mir zu auch zu dämlich auf einzelne Punkte deiner Rechtfertigungsarie näher einzugehen weile es wie es scheint du bis heute nichts begriffen hast und dir seit spätestens 1990 die Opferrolle einredest. Wie es scheint, siehe Zitat von dir, mit teilweisem Erfolg.
Was hat Karriere mit Reisefreiheit zu tun? Kannst diesen "logischen" Schwachsinn mal erläutern? Was hat "wenig Geld" damit zu tun?

In der Freiheit verdienen ja alle Unsummen und wenn sie es, wie ein Gastspiel-User hier kürzlich verkündete, durch Betrug des gegenwärtigen Sozialsystem erlangen und in der Sozial-Schmarotzer Rolle aufgehen. Ist ja auch so eine Art Karriere.
Ist schon frappierend zu welchen fragwürdigen Konstrukten gegriffen wird wenn unter einer bestimmten Blickrichtung "sinniert" wird.

Und nochwas zum anderen Beitrag:
du hältst mich hoffentlich nicht für so dämlich das ich dir deine Begründung warum Einzelfeuer abnehme. Oder warst du so ein excellenter Schütze der unter eventuell widrigsten Bedingungen auf ein sich bewegendes Ziel punktgenau schießen konnte?
Kau weiter am Kaugummi, vergiss die Kalaschnikow .....

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Dr. 213 » 29. September 2014, 21:00

Gerade eben hast du im anderen Fred folgendes losgelassen und
mich damit, als ich kurz darauf hier weiter gelesen habe, zum Schmunzeln gebracht:
Thoth hat geschrieben:
Mir ist das im Prinzip schnurz.
Ich gehöre nicht zu dieser Fraktion welche sich hier an solchen Sachen hochzieht und abarbeitet um damit zu punkten weil sie zum Inhalt des Textes gewöhnlich nicht beitragen können da ihnen nicht vergönnt ist ihn inhaltlich zu erfassen.

Thoth


Thoth hat geschrieben:Was hat Karriere mit Reisefreiheit zu tun? Kannst diesen "logischen" Schwachsinn mal erläutern? Was hat "wenig Geld" damit zu tun?


[flash]

Andreas schrieb sinngem. "keine Reisefreiheit - also Datsche oder Garten"
Die Beweggründe "keine Karriere" und "wenig Geld" sind extra aufgeführt und stehen für sich.
Die Verbindung die du monierst, kann ich so nicht erkennen.
Aber möglicherweise liege ich falsch denn ich kann dir sowieso schlecht folgen,
weil du schreibst wie ein Parteisekretär. Idiologisch eingefärbt mit böser Kaugummi und so.

@Andreas: Übrigens sehr gute Erklärung für das "eingerichtet sein" in der DDR.
Mit besserer Versorgung, ohne Gängelung, und ganz wichtig, der bedingungslosen Reisefreiheit
hätten solche "Eingerichteten" ein treuer Grundstock für ein Land sein können. Fast schon Spiesser.

Gruß
Dr. 213
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 29. September 2014, 21:36

Dr 123, du kennst also Parteisekretäre. Wie schön für dich.

eine Insiderbemerkung welche du nicht verstehst brauchst nicht auf deine spezielle Art, nämlich mir was unterstellen, ein klein wenig provozieren, hier kundzutun.
Nov65 wird schon wissen was ich meinte.

Thoth
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 29. September 2014, 23:11

Nov65 hat geschrieben:Ich erinnere mich: Wir haben in kleinem sicheren Kreis mehrmals unsere Situation durchgesprochen,
und es gab unterschiedliche Haltungen.
Einer wollte nicht den ganzen Mist ausbaden, den andere ihm überhalfen. Die Armeeführung, der Grenzverletzer. Er wollte schießen und zwar auf den Körper.
Ein anderer wollte die unteren Extremitäten treffen.
Ich kam zu dem Schluss: Schießen ja, aber mit Einzelfeuer und neben den Flüchtigen. Bei späterer "Anhörung" wollte ich das Einzelfeuer und die Schüsse daneben mit meiner der Situation geschuldeten Anspannung begründen.
Niemand meiner engeren Kameraden wollte nicht schießen. Alle hatten Bammel vor den Konsequenzen.
Noch heute bin ich der Meinung, dass nur ein langfristiges Einstellen auf eine mögliche Situation die dann ablaufende Handlung auch wirklich nach sich ziehen konnte.

Ich habe deine Frage beantwortet. Nun frage ich nach deinen Gedanken während des Grenzdienstes und speziell zum Einsatz der Schusswaffe.
Andreas


@"Nov65",
so richtig machte ich mir erst gedanken nach meiner ersten schicht als postenführer, im abschnitt der 7. gk schierke und im postenbereich schanzenauslauf .
dort kam ich, mit einem gefreiten und postenführer, er kannte sich definitiv besser im abschnitt aus, am bt9 an und wollte mich über gmn anmelden.
an der knolle lernte ich es so, dass ich dem posten ein beobachtungsfeld zuweise und dann meine meldung absetze.
was eben absolut nicht funktionierte, denn mir fehlte ne dritte hand für die postentabelle, welche mich rüber und hoch zur verschlüsselten meldung geführt hätte.
das erklärte mir mein "posten" recht schnell und verständlich.
weiterhin erklärte er mir, dass ich ihn falsch beobachten lies
und dass war der entscheidende punkt.
ab dieser schicht begann ich mir darüber nen kopf zu machen, denn es gab für mich keine kreis oder vertrauten, zu dem ich mich 100%tig geöffnet hätte.
ich hab im dienst auch nie geschlafen, aus vorsicht.
dieses gedankenspiel führte mich jedoch immer ins endlose, für mich. es waren ganken wie, ... es ist einer den du kennst, jedoch nicht erkennst.
er ist aus deinem ort, aus deiner straße und was dann.
ok, man schützt mich und ich bekomme ein "anderes" leben,
ohne "meine" verganheit!
ich hab hab dann irgendwann aufgehört darüber nachzudenken, doch es hat wohl trotzdem fast nen jahr dafür gebraucht, um mich selber zu schützen.
dann begann das hoffen, dass man auch glück hat, wie jene die man ab und an ins leben verabschieden durfte. die haben es ja auch geschafft, warum ich nicht
und ja "Nov65",
auch ich hatte nur so nen "bisschen" glück,
zum ersten mal.

all das beschrieb ich bereits in diesem forum "Nov65",
was für jeden nachlesbar ist.

mein zweites mal, machte mich bedeutend dankbarer.

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 30. September 2014, 09:04

Mir vergeht schier die Lust auf @Thoths Post zu antworten. Dennoch: Er hat nicht geschnallt, dass ich Einzelfeuer schießen wollte, um den Flüchtigen eben nicht zu treffen. Mit Einzelfeuer hätte ich in jede Richtung neben den Flüchtigen schießen können, ohne ihn zu gefährden. Und ja, ich war ein guter Schütze(Schützenschnur), was meine damalige Handlungsabsicht noch bekräftigte. Übrigens: In strittigen Fällen des Danebenschießens wurde im 10m-Kontrollstreifen nach Projektilen gesucht, um den Tathergang rekapitulieren zu können.

@Thoth kann schreiben was er will. Ich war damals kein Staatstreuer, kein Widerständler und auch kein spezielles Opfer. Ich war geistig eingesperrt, durfte nicht nach meinen Wünschen reisen, hatte wenig Geld. Erspartes schluckte der Fernseher, der Radiorekorder, der Trabi usw. Unsere/meine Welt waren Freunde, die Familie, das Hobby, eine selbstgemauerte Datsche.
Blicke ich heute zurück, darf ich trotzdem feststellen, dass man uns, auch mir, wertvolle Jahre geraubt hat die Welt zu sehen und den Kopf oben zu tragen, reden wie mir der "Schnabel" gewachsen ist.
Wer allerdings durch die Wende Vorteile verloren hat, seine ideelle Welt zusammenbrechen sah, sieht das anders und geht Leute wie mich an.
Soll er doch. Es sei ihm verziehen.
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 30. September 2014, 09:46

Nov65, du warst nicht du bist es immer noch, nämlich geistig eingesperrt um mal deine Metapher aufzunehmen .....
Jaulst in deinem Beitrag rum das du nicht nach deinen Wünschen hättest reisen können und im gleichem Atemzug jammerst du darüber das du eh kein Geld hattest .....
komm mir jetzt nicht mit der Phrase wie schön billig man doch hätte reisen können im Westen .....

Dieser Satz von dir: Wer allerdings durch die Wende Vorteile verloren hat, seine ideelle Welt zusammenbrechen sah, sieht das anders und geht Leute wie mich an.
Soll er doch. Es sei ihm verziehen.
ist Polemik von der allerbilligsten Art in meine Richtung. wundert mich nicht schreibt ihn doch jemand der nach Eigenaussage tolerant sei und die Meinung anderer aushält wenn sie nicht mit seinen Deckungsgleich sind.
Was bist du nur für ein erbärmliches und armes Würstchen; trotzdem schön da du mit den Lesern hier deine gehässigen Gedanken teilst.

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon karnak » 30. September 2014, 10:41

Nov65 hat geschrieben:Aber die DDR heute besser zu reden als sie war,

[flash] Das überlasse ich auch anderen und sage ihnen wenn sie dummes Zeug erzählen. Genau so halte ich es aber auch mit denen die sie schlechter machen wollen als sie war. So manch eine Schauergeschichte geht mir genauso auf den Zeiger.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 30. September 2014, 10:44

Entweder, lieber @Thoth willst Du nicht, oder Du begreifst @Nov65 wirklich nicht. dann wär es um Dich schlimm bestellt... Wär!
Nein nein, stelle bloß nicht immer alle Anderen als dumm hin. Wir alle verstehen genau was Andreas sagt und meint.

Gerade habe ich einen meiner kanadischen Großcousins Richtung Bamberg verabschiedet. Er, 37 und seine Partnerin, 30 Jahre alt, können überhaupt nicht begreifen, dass eine DDR sich erdreistete, einst seine Bürger gefangen zu halten. Unvorstellbar für beide!
Er sagte dann, welch Glück er doch hatte, dass sein Vater 1949 von QLB nach Düsseldorf zog und 1955 mit den Eltern auswanderte: "Mensch, ich wäre ansonsten auch in QLB geboren und Insasse des weltgrößten Gefangenenlagers gewesen..."
Dir muss doch irgendwann mal klar werden, dass es eben millionen Werktätige, fleißige Menschen gab, denen jede wirkliche Entfaltung ihrer persönlichen Interessen verwehrt wurde. Da hilft Dein nörgelndes Gegacker überhaupt nicht mehr. Die Masse war gefangen, ob nun bewusst oder unbewusst, sei erstmal egal.
Darum war es 1989 so befreiend, endlich tun zu dürfen was man möchte.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 30. September 2014, 11:59

Thoth hat geschrieben:Nov65, du warst nicht du bist es immer noch, nämlich geistig eingesperrt um mal deine Metapher aufzunehmen .....
Jaulst in deinem Beitrag rum das du nicht nach deinen Wünschen hättest reisen können und im gleichem Atemzug jammerst du darüber das du eh kein Geld hattest .....
komm mir jetzt nicht mit der Phrase wie schön billig man doch hätte reisen können im Westen .....

Dieser Satz von dir: Wer allerdings durch die Wende Vorteile verloren hat, seine ideelle Welt zusammenbrechen sah, sieht das anders und geht Leute wie mich an.
Soll er doch. Es sei ihm verziehen.
ist Polemik von der allerbilligsten Art in meine Richtung. wundert mich nicht schreibt ihn doch jemand der nach Eigenaussage tolerant sei und die Meinung anderer aushält wenn sie nicht mit seinen Deckungsgleich sind.
Was bist du nur für ein erbärmliches und armes Würstchen; trotzdem schön da du mit den Lesern hier deine gehässigen Gedanken teilst.

Thoth


Auch dein erbärmliches und armes Würstchen, ist so krankhaft arrogant, dass man nur von dir abrücken muss.
Andreas
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Interessierter » 30. September 2014, 12:17

karnak hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:Aber die DDR heute besser zu reden als sie war,

[flash] Das überlasse ich auch anderen und sage ihnen wenn sie dummes Zeug erzählen. Genau so halte ich es aber auch mit denen die sie schlechter machen wollen als sie war. So manch eine Schauergeschichte geht mir genauso auf den Zeiger.


Noch schlechter ? Ging das überhaupt, ohne nicht irgendwann bei Hitler und Stalin zu landen ? Als damaliger Privilegierter vermute ich einmal, dass eine wirklich Einschätzung der persönlichen Freiheiten der einzelnen Bürger, mindestens damals Dir gar nicht möglich war, im Gegensatz zu heute.

Ob Du Dich nun gerne an Details hochziehst, wie beschriftete Barkas oder die Art der Kontrollen an den GÜST und anderes. das ändert doch überhaupt nichts daran, dass die DDR eine Diktatur war und die Menschenrechte nicht nur an der Grenze verletzte. Was Du ja auch nicht bestreitest, um der Wahrheit die Ehre zu geben.

Hauptsache es befriedigt Deinen " JA ABER TICK " . Sorry Kristian, der mußte mal sein.

Gruß
" Der Interessierte "
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