Volker Zottmann hat geschrieben:Hallo Dr.213,
wir alle werden es verschmerzen, wenn 30 Schuss rauszuhauen etwas länger als 1 sec dauerte. Ein gutes Beispiel, wie solche Nebensachen hochstilisiert werden.
Im konkreten Fall haben 2 Personen 57 Schuss rausgelassen. Ja, nur eine traf. Zum Anrufen der Flüchtlinge war aber keine Zeit mehr, denn da lag der eine schon tot am Boden.
Deine Hinweise finden sich samt Hörbeitrag im Thread Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß
Zu den dort verlautenden Unwahrheiten äußerte sich ja hier zur Genüge Uwe Fleischhauer.
Gruß Volker
Interessant finde ich nun die Einlassung von VS, dass die vergatterung stets individuell ablief, also immer etwas anders. Als ich meine 6 oder 7 Vergatterungen beschrieb, war aber das Geschrei groß. Die Vergatterungen waren nämlich sehr speziell. Im Übrigen habe ich nie eine Waffengebrauchsbestimmung gesehen, noch während der aktiven Zeit davon gehört. Es ist Wunschdenken, dass alle Soldaten Kenntnis derer erlangten. Wir wurden bewusst dumm gehalten.
Gruß Volker
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Edelknabe hat geschrieben:Siehe der Gefreite Jürgen Albrecht mit:
"Und dann müssen sie auch sehen, die Aufregung. Noch nie gehabt. "
Hat er doch recht treffend beschrieben Doktor, der Gefreite A. Und du Doktor warst bei deiner damaligen Flucht die harmonische Ruhe selber? Warst du eben nicht...damals noch recht junges Kerlchen....wie der Gefreite A. Wie sich doch die Dinge gleichen, der Mensch eben doch in Extremsituationen nicht mehr seiner selbst ist.
Rainer-Maria und manchmal möchte ich anfügen....weil, selber erlebt..."Ihr kleinen Arschlöcher, wenn ihr mal den Helden beiseite lassen würdet klappte das auch besser mit dem gegenseitigen Verstehen....weil, ich war ja selber nie Held"
War der gut? Ich denke doch.
Rainer-Maria
Spartacus hat geschrieben:Schauen wir uns mal zwei Dokumente an.
1) Die sogenannte Schusswaffengebrauchsbestimmung
2) Schießbefehl der Einsatzkompanie der Hauptabteilung I „NVA und Grenztruppen“ des MfS
Nummer 2 widerspricht eklatant Nummer 1 und Nummer 1 eklatant dem, was wirklich an den Grenzen
vorgefallen ist.
LG
Sparta
Sie bestätigen das Recht des Individuums, seine Rechte und Pflichten auf diesem Gebiet
zu kennen und auszuüben.
Auf dem Gebiet der Menschenrechte und Grundfreiheiten werden die Teilneh-
merstaaten in Übereinstimmung mit den Zielen und Grundsätzen der Charta der Vereinten
Nationen und mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte handeln. Sie werden ferner
ihre Verpflichtungen erfüllen, wie diese festgelegt sind in den internationalen Erklärungen und
Abkommen auf diesem Gebiet, soweit sie an sie gebunden sind, darunter auch in den
Internationalen Konventionen über die Menschenrechte.
Spartacus hat geschrieben:
.. die sich den Umständen nach als ein Verbrechen darstellt....
nahe brachte? Insbesondere nach der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von 1975. Entsprechend dieser Vereinbarung
war es nämlich ausdrücklich kein Verbrechen, wenn man sein Land verlassen wollte, sondern ein Menschenrecht!
- und
Spartacus hat geschrieben:Da hast du natürlich Recht, aber ich habe es auch getrennt, gelle.![]()
Und was nun die Schusswaffengebrauchsbestimmung für die Grenztruppen betrifft, so hätten nach gewissenhafter
Anwendung, viele Fälle einfach gar nicht vorkommen dürfen. Übrigens würde mich noch interessieren, wie man den
Grenzern die Definition
.. die sich den Umständen nach als ein Verbrechen darstellt....
nahe brachte? Insbesondere nach der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von 1975. Entsprechend dieser Vereinbarung
war es nämlich ausdrücklich kein Verbrechen, wenn man sein Land verlassen wollte, sondern ein Menschenrecht!
Zitat:Sie bestätigen das Recht des Individuums, seine Rechte und Pflichten auf diesem Gebiet
zu kennen und auszuüben.
Auf dem Gebiet der Menschenrechte und Grundfreiheiten werden die Teilneh-
merstaaten in Übereinstimmung mit den Zielen und Grundsätzen der Charta der Vereinten
Nationen und mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte handeln. Sie werden ferner
ihre Verpflichtungen erfüllen, wie diese festgelegt sind in den internationalen Erklärungen und
Abkommen auf diesem Gebiet, soweit sie an sie gebunden sind, darunter auch in den
Internationalen Konventionen über die Menschenrechte.
LG
Sparta
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Nov65 hat geschrieben:Ich erinnere mich nicht, dass bei einer Vergatterung auf die Schusswaffengebrauchsbestimmungen verwiesen wurde. Möglich, dass es im '89 er Jahr wegen der politischen Lage anders war. Vorsicht war geboten. Aber zu meiner Dienstzeit (65-67) scherte sich niemand um diese Bestimmungen. Grenzverletzer waren Verbrecher. Verbrecher sollten ergriffen oder mit Einsatz der Schusswaffe vernichtet werden. Da zumindest an der Berliner Grenze ein Ergreifen durch die Postenbesatzungen nicht möglich war, blieb nur das Vernichten.
Die Diskussion um eine Schusswaffengebrauchsbestimmung hätte bei den Grenzern nicht gerade den Zwang zum Schießen bekräftigt, wohl eher aufgeweicht.
Die motorisierte Hinterlandstreife hatte den Auftrag, sich anbahnende Grenzverletzungen zu erkennen und Festnahmen vorzunehmen.
Das sind doch Fakten, die hier zur Genüge belegt und auch diskutiert wurden. Warum nochmals die Grundsatzdiskussion. Jeder Versuch einer Ablenkung ist lächerlich.
Ich erinnere mich an das Gesappele von Mielke, "wenn gesdchossen wird, muss der Täter oder Verbrecher auch bei uns bleiben. "(Von mir nachgesprochener Wortlaut.)
Das war die Grundhaltung der Partei-und Armeeführung, nicht nur Sache der GT und auch nicht der Spezialauftrag einer Eliteeinheit des MfS.
Und so wurde diese Grundhaltung über die Vergatterung dem kleinen Grenzer befohlen.
Sonntagliche Grüße von Andreas
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Nov65 hat geschrieben: Junge Familie, Sport als Hobby, eben eingerichtet.
Thoth hat geschrieben:Einzelfeuer und dann noch "Treffen" sieht mir aber ziemlich mehr noch nach geplanten vorsätzlichem Mord aus als mit einer Waffe deren Streubreite bei Dauerfeuer bekannt ist in der Gegend rumzufuchteln.
Interessierte Ahnungslose mögen das letztere als "vorsätzlichen" Mord empfinden, für mich ist der Vorsatz gezieltes Einzelfeuer die Vorstufe oder die inner Bereitschaft den Tot des anvisierten Opfers billigend und vorsätzlich in Kauf zu nehmen, also ein bewußt geplanter Mord weil hier das Mordmerkmal 'Heimtücke' zum tragen kommt.
Wer meint Heutzutage diese Einstellung, gezieltes Einzelfeuer auf den Flüchtenden als Reinwaschung zu Verkaufen ist in meinen Augen ganz gewaltig schief gewickelt. Er offenbart damit seine menschenverachtende Einstellung die gegenüber den Flüchtenden gehabt hat.
Interessant für mich wie sich mancher in seiner eigenen Argunemtationsfalle verläuft und hängenbleibt.
Thoth
karnak hat geschrieben:Nov65 hat geschrieben: Junge Familie, Sport als Hobby, eben eingerichtet.
Warum eigentlich bei diesem Thema immer das schöne Wort"eingerichtet", damit auch ja immer wenigstens ein kleines bisschen negativer Touch dabeibleibt,damit auf keinen Fall der Eindruck entsteht man hat ein kleines bisschen dazu gehört, dass nach heutigen Zeitgeist zumindest peinlich ist? Wäre es wirklich so ehrenrührig, man war ein kleines bisschen zufrieden, man hat sich nicht immer nur "eingerichtet"?
Nov65 hat geschrieben:karnak hat geschrieben:Nov65 hat geschrieben: Junge Familie, Sport als Hobby, eben eingerichtet.
Warum eigentlich bei diesem Thema immer das schöne Wort"eingerichtet", damit auch ja immer wenigstens ein kleines bisschen negativer Touch dabeibleibt,damit auf keinen Fall der Eindruck entsteht man hat ein kleines bisschen dazu gehört, dass nach heutigen Zeitgeist zumindest peinlich ist? Wäre es wirklich so ehrenrührig, man war ein kleines bisschen zufrieden, man hat sich nicht immer nur "eingerichtet"?
Hi Kristian,
wir blicken doch heute zurück. Da sinniert man, warum man sich so oder anders verhalten hat. Das Einrichten bezieht sich auf keine mögliche Karriere, da keine Parteizugehörigkeit, begrenztes Reisefreiheit, also Datsche oder Garten. Wenig Geld, also das Machbare, einen Trabbi zu haben, nutzen.
Viele Leistungssportler und Wissenschaftler und Sänger und Schauspieler und Funktionäre von SED und Mitarbeiter des MfS brauchten sich nicht einzurichten. Sie hatten all das,was dem Normalo versperrt war.
Wir bzw. ich mussten mit dem zufrieden sein, was mir möglich war. Warum sollte diese Aussage heute peinlich oder gar verlogen sein? Wir /ich gehörten zum Funktionieren des Staates dazu, auch der Schlosser oder LPG-Bauer. Als Lehrer gehörte ich dazu, egal wie ich dachte oder in sicherem Kreise redete. Eine andere Haltung offen zu zeigen, hätte das Ende meiner Berufsausübung bedeutet. Oder siehst du das nicht so? Da kenne ich abschreckende Beispiele.
Ich habe es nicht nötig, meine Vita zu fälschen und stehe zu meinem damaligen Verhalten.
Aber die DDR heute besser zu reden als sie war, das wäre zu viel verlangt.
Grüße von Andreas
Thoth hat geschrieben:
Mir ist das im Prinzip schnurz.
Ich gehöre nicht zu dieser Fraktion welche sich hier an solchen Sachen hochzieht und abarbeitet um damit zu punkten weil sie zum Inhalt des Textes gewöhnlich nicht beitragen können da ihnen nicht vergönnt ist ihn inhaltlich zu erfassen.
Thoth
Thoth hat geschrieben:Was hat Karriere mit Reisefreiheit zu tun? Kannst diesen "logischen" Schwachsinn mal erläutern? Was hat "wenig Geld" damit zu tun?
Nov65 hat geschrieben:Ich erinnere mich: Wir haben in kleinem sicheren Kreis mehrmals unsere Situation durchgesprochen,
und es gab unterschiedliche Haltungen.
Einer wollte nicht den ganzen Mist ausbaden, den andere ihm überhalfen. Die Armeeführung, der Grenzverletzer. Er wollte schießen und zwar auf den Körper.
Ein anderer wollte die unteren Extremitäten treffen.
Ich kam zu dem Schluss: Schießen ja, aber mit Einzelfeuer und neben den Flüchtigen. Bei späterer "Anhörung" wollte ich das Einzelfeuer und die Schüsse daneben mit meiner der Situation geschuldeten Anspannung begründen.
Niemand meiner engeren Kameraden wollte nicht schießen. Alle hatten Bammel vor den Konsequenzen.
Noch heute bin ich der Meinung, dass nur ein langfristiges Einstellen auf eine mögliche Situation die dann ablaufende Handlung auch wirklich nach sich ziehen konnte.
Ich habe deine Frage beantwortet. Nun frage ich nach deinen Gedanken während des Grenzdienstes und speziell zum Einsatz der Schusswaffe.
Andreas
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Nov65 hat geschrieben:Aber die DDR heute besser zu reden als sie war,
Das überlasse ich auch anderen und sage ihnen wenn sie dummes Zeug erzählen. Genau so halte ich es aber auch mit denen die sie schlechter machen wollen als sie war. So manch eine Schauergeschichte geht mir genauso auf den Zeiger.Thoth hat geschrieben:Nov65, du warst nicht du bist es immer noch, nämlich geistig eingesperrt um mal deine Metapher aufzunehmen .....
Jaulst in deinem Beitrag rum das du nicht nach deinen Wünschen hättest reisen können und im gleichem Atemzug jammerst du darüber das du eh kein Geld hattest .....
komm mir jetzt nicht mit der Phrase wie schön billig man doch hätte reisen können im Westen .....
Dieser Satz von dir: Wer allerdings durch die Wende Vorteile verloren hat, seine ideelle Welt zusammenbrechen sah, sieht das anders und geht Leute wie mich an.
Soll er doch. Es sei ihm verziehen. ist Polemik von der allerbilligsten Art in meine Richtung. wundert mich nicht schreibt ihn doch jemand der nach Eigenaussage tolerant sei und die Meinung anderer aushält wenn sie nicht mit seinen Deckungsgleich sind.
Was bist du nur für ein erbärmliches und armes Würstchen; trotzdem schön da du mit den Lesern hier deine gehässigen Gedanken teilst.
Thoth
karnak hat geschrieben:Nov65 hat geschrieben:Aber die DDR heute besser zu reden als sie war,
Das überlasse ich auch anderen und sage ihnen wenn sie dummes Zeug erzählen. Genau so halte ich es aber auch mit denen die sie schlechter machen wollen als sie war. So manch eine Schauergeschichte geht mir genauso auf den Zeiger.

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