Wahlen in der DDR

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 4. Juni 2014, 21:10

Genauso, eigentlich brauchte man den Wahlbetrug gar nicht.Trotzdem gab es ihn, warum es ihn gab, dass ist die große Frage zum besseren Verständnis für Geschichte.Als"gelernter DDR-Bürger" tippe ich auf meine "Variante", gleichzeitig ist mir klar, dass die andere Variante besser in den Zeitgeist passen würde.Ich will mich auch gerne eines besseren belehren lassen, aber NUR mit einleuchtenden Argumenten und nicht mit ideologischer Polemik ohne historischr Substanz.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon SkinnyTrucky » 4. Juni 2014, 21:16

pentium hat geschrieben:es gab wenige die diese Wahlen ernst genommen haben


Jau....wenn in der Wahlkabine ein Bleistift liegt, dann merkt man spätestens, das man verarscht wurde....ich war nur zu dumm, mir keinen Kulli mitgenommen zu haben.... [flash]

Wat 'ne Farce....


groetjes

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 4. Juni 2014, 21:20

Ich war nie in einer Wahlkabine.Was lag denn nun da,oder was lag da nicht?
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon pentium » 4. Juni 2014, 21:22

Vielleicht war es eine Art von Selbstläufer. Karnak. Ich könnte mir vorstellen, da wollte ein Kreissekretär glänzen, weiter kommen, und da durfte es eben nur so viele Gegenstimmen geben. Das wurde dann nach oben gemeldet und so ging das weiter, auch der 1. Sekretär auf Bezirksebene wollte glänzen u.s.w... Ende offen.
Man konnte nicht mehr zurück. Meldet man jetzt plötzlich mehr Gegenstimmen, könnten ja fragen kommen. Genossen was ist denn bei euch los?

Na ja alles Fiktion, vorbei, eben Geschichte.

mfg
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PS. Kein Ahnung was in den Wahlkabinen lag. Einfach vergessen.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Juni 2014, 21:30

In Harzgeröder "Wahlkabinen" lag nichts, denn es gab keine!
Damals waren lediglich aufgeklappte Pappkartons in eine Ecke gestellt. Ich habe nie jemanden dorthin gehen sehen. Der hätte ja gleich "seinen" Strich in der Wählerliste gehabt...

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 4. Juni 2014, 21:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 4. Juni 2014, 21:47

pentium hat geschrieben:Vielleicht war es eine Art von Selbstläufer. Karnak. Ich könnte mir vorstellen, da wollte ein Kreissekretär glänzen, weiter kommen, und da durfte es eben nur so viele Gegenstimmen geben. Das wurde dann nach oben gemeldet und so ging das weiter, auch der 1. Sekretär auf Bezirksebene wollte glänzen u.s.w... Ende offen.
Man konnte nicht mehr zurück. Meldet man jetzt plötzlich mehr Gegenstimmen, könnten ja fragen kommen. Genossen was ist denn bei euch los?

Na ja alles Fiktion, vorbei, eben Geschichte.

mfg
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PS. Kein Ahnung was in den Wahlkabinen lag. Einfach vergessen.

Und ich finde eben, dass sind die Dinge, die man in solch einem Forum aufdrödeln sollte.Dort gibt es die Chance, dass man ohne großen Aufwand mit vielen Leuten ins Gespräch kommt,die Chance hat, abseits von den allgemeingültigen, dem Zeitgeist geschuldeten Meinungen,Wissen erlangen kann.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Juni 2014, 21:56

Wahlberechtigte Nichtwähler gab es auch. Die sollten aber die Statistik nicht verderben. Also wurden die regelmäßig an den Wahlsonntagen gesucht und oft gefunden und unter irgendwelchen Versprechungen zur Stimmabgabe überredet.
Diejenigen die man nicht antraf wurden laut Anweisung als "zur Zeit im Ausland" geführt. Auch dies war schon Wahlbetrug und wurde hier im Ort schon lange so praktiziert, nicht erst zur letzten Kommunalwahl. Ob der Kreis diese Vorgaben machte oder aber eine Entscheidung des Bürgermeisters war, kann ich nicht sagen.

Gruß Volker
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon vs1400 » 4. Juni 2014, 21:58

Volker Zottmann hat geschrieben:In Harzgeröder "Wahlkabinen" lag nichts, denn es gab keine!
Damals waren lediglich aufgeklappte Pappkartons in eine Ecke gestellt. Ich habe nie jemanden dorthin gehen sehen. Der hätte ja gleich "seinen" Strich in der Wählerliste gehabt...

Gruß Volker


wow,
es gab keine
und "man" sah keinen der sie besuchte ... [santa]

gruß vs [hallo]
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 22:12

Was soll die Pingligkeit?
Keiner ging in die Wahlkabine weil alle zu wissen meinten das es dort drin keine Stifte gab ........
So einfach ist das.

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 4. Juni 2014, 22:28

Thoth hat geschrieben:Was soll die Pingligkeit?
Keiner ging in die Wahlkabine weil alle zu wissen meinten das es dort drin keine Stifte gab ........
So einfach ist das.

Thoth

[flash] Wunderbar,ein Mysterium also,keiner weiß nun was in diesen Wahlkabinen war.Volker war noch in der SED,wäre also nicht in die Kabine gegangen, wenn es denn eine gegeben hätte, aber haben wir denn keinen hier der da drin war, also dort wo es welche gab?Oder gab es in der DDR eigentlich gar keine Wahlkabinen,bilden wir uns das nur ein? [flash]
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Juni 2014, 22:36

Kinder nein, unsere Wahlkabine waren simpel aufgestellte Verpackungskartons aus dem Konsum oder der HO.
Kristian hat recht, ich bin da auch nicht rein, was sollte man da auch, es gab doch nichts wirklich zu wählen... Und ein Kugelschreiber war mit Sicherheit drinnen, denn am Urnentisch lagen ja auch Scheibgeräte.

Gruß Volker
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon vs1400 » 4. Juni 2014, 22:48

ist doch egal,
soweit die richtung stimmt. [wink]

in harzgerode gab es keine und die, die dort standen nutzte halt keiner ...

was zwar eigentlich widersprüchlich ist,
doch ich keinesfalls (" ...") in zweifel stelle.

gruß vom begeisterten vs [hallo]
vs1400
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 22:53

So genau kann ich mich da nicht mehr erinnern da ich in seit Ende der siebziger Jahre eh nicht mehr Wählen gegangen bin ......

Und woraus die Wahlkabinen gebastelt waren ist doch sowas von egal.

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. Juni 2014, 09:01

Volker Zottmann hat geschrieben:Kinder nein, unsere Wahlkabine waren simpel aufgestellte Verpackungskartons aus dem Konsum oder der HO.

Meinst Du wirklich?Wo das so ein feierlicher Akt sein sollte,mit den Blumenstrauss für den der als Erster zur Wahl erschien und singenden Pionieren am Eingang.Und dann Verpackungskartons von der HO?Hatten die überhaupt sowas,wir hatten doch nichts damals! [flash]
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Janko » 5. Juni 2014, 09:10

Erinnerungen verblassen, bei Jedem und sicherlich auch geschuldet unterschiedlicher Herangehensweise.
Wahlen in der DDR, deren Sinn oder Unsinn sei mal dahingestellt.
Aber...es gab eine "Norm"wie Wahllokale auszustatten waren. Pappkartons als Wahlkabinen kamen da einfach nicht vor. Wenn es trotzdem so gemacht wurde, ja gut, dann fällt das unter die Ruprik..."wir hatten ja nischt..."
Kommunal war da der Wahlvorstand aus deren Mitte der Wahlleiter kam und die hatten neben den Wahlzettel das Wählerverzeichnis zu "führen". Sprich "abzuhaken wer da war, nach Vorlage der Wahlbenachrichtigung / des Personalausweises.
Zwischenergebnisse der Wahlbeteiligung wurden zeitlich festgelegt an das Kreiswahlbüro weiter gemeldet.
Aus der Sicht und so erlebt aus einem Wahllokal kleinstädtischen Flairs waren Manipulationen "fast" nicht möglich zumindest mir nicht bekannt.
Aber.....wo gingen denn die Wahlscheine hin bzw. wurde denn der ganze "Papierkram/Zettel" zusammengefasst...Kreiswahlbüro ? Korrigierend wurde dort mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" eingegriffen.

Was Pfarrer E. jetzt damit zu tun haben soll, den mal abgesehen davon, in der Provinz sowieso niemand kannte, erschließt sich mir nicht. Hier spätestens musste er sich aktiv ins Spiel bringen um seine ihm "zugedachte perspektivische Aufgabe".....Abrüstung..... realisieren zu können. Das hinterließ zwar ein Lächeln und Schmunzeln und das sollte es auch.

Pfingsten....die Entsendung des Heiligen Geistes....aber daran glaubt nicht mal E.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2014, 09:26

Janko hat geschrieben:Korrigierend wurde dort mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" eingegriffen.


Bei meinem Stimmzettel garantiert mit dem Radiergummi.... [wink]


groetjes

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nov65 » 5. Juni 2014, 09:31

In meinem Wohnort gab es immer Wahlkabinen, vom Bürgermeisteramt /Hausmeister zusammengezimmert. Abends vor dem Wahltag war Abnahme des Wahllokals.
Aus meiner Erinnerung kann ich nicht sagen, dass Leute die Kabine genutzt haben. Nichtwähler wurden durch jemanden vom Wahlvorstand aufgesucht und zu überreden versucht, doch wählen zu gehen. Eine Lehrerin wurde nach ihrem Nicht-Wählen vom Dienst entfernt.
Ich denke nicht, dass der Wahlvorstand Fälschungen vorgenommen hat. Das war Sache der höheren Regionen...
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2014, 09:36

Thoth hat geschrieben:So genau kann ich mich da nicht mehr erinnern da ich in seit Ende der siebziger Jahre eh nicht mehr Wählen gegangen bin ......

Und woraus die Wahlkabinen gebastelt waren ist doch sowas von egal.

Thoth


Und Dich hat dann keine "Fliegende Wahlurne" aufgesucht?
Das es sogar bei den Wahlberechtigten des ZK Wahlverweigerer gab, kann ich mir wahrlich nicht vorstellen. [flash]

Gruß Volker
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Janko » 5. Juni 2014, 09:47

@Ski..Tru

Nichts gegen deine Fantasien...nur a) waren Wahlzettel nicht personifiziert und b) bist du dann selber der "Radierer" gewesen ? Na alle Achtung, da ist ja schon mal Jemand bekannt der mit "manipuliert hat.....oder ?
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 5. Juni 2014, 09:47

Volker Zottmann, um es mal unhöflich zu sagen; Dein sogenannter 'running gag' ist einfach nur peinlich.

Was im ZK geschah entzieht sich mir genau wie Dir meiner Kenntnis.
Am Wahltag machte ich Ausflüge und da irgendein Wahlhelfer sowieso für mich wählte, stellte ich mal fest, wozu sollte ich mich da noch persönlich ins Wahllokal bemühen? Um nachzusehen ob ich schon gewählt habe?

Thoth
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2014, 09:57

@Thoth,
es hat bei uns kein Wahlhelfer für jemand anders gewählt. Wenn jemand absolut nicht erreichbar war, per fliegender Urne,wurde der Stempel "z.Z. im Ausland" gesetzt (meine Frau war Zeuge).
Somit ist Deine Geschichte für mich nicht glaubhaft.

Gruß Volker
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 5. Juni 2014, 10:20

Volker Zottmann, was Du glaubst oder nicht ist Deine Sache.

Nur weiß ich genau das bei meiner letzten Wahl an der ich teilnahm ich bereits im Wahlverzeichnis abgehakt war als 'hat gewählt - persönlich' oder wie das genau hieß. Da war kein Stempel im Wahlverzeichnis.
Da ich mein Original der Wahlbenachrichtigung noch in der Hand hatte und ebenfalls meinen PA um mich ordnungsgemäß auszuweisen, muß es wohl ein Doppelgänger von mir existiert haben der bereits für mich gewählt hatte .....

Thoth

PS.: Das war kurz vor Schließung der Wahllokale als ich mich entschloss dort doch noch vorbeizuschauen ......
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nov65 » 5. Juni 2014, 11:20

Thoth hat geschrieben:Volker Zottmann, was Du glaubst oder nicht ist Deine Sache.

Nur weiß ich genau das bei meiner letzten Wahl an der ich teilnahm ich bereits im Wahlverzeichnis abgehakt war als 'hat gewählt - persönlich' oder wie das genau hieß. Da war kein Stempel im Wahlverzeichnis.
Da ich mein Original der Wahlbenachrichtigung noch in der Hand hatte und ebenfalls meinen PA um mich ordnungsgemäß auszuweisen, muß es wohl ein Doppelgänger von mir existiert haben der bereits für mich gewählt hatte .....

Thoth

PS.: Das war kurz vor Schließung der Wahllokale als ich mich entschloss dort doch noch vorbeizuschauen ......

Ich zweifle keine Aussage an. Das muss jeder für sich verantworten, als Lügner, Spinner oder Vergesslicher zu gelten.
Der Wahlvorstand ermittelte bereits ab frühen Nachmittag, wer noch nicht zur Wahl war. So ab 16.00 Uhr hieß es dann, dass einer aus dem Team zu dem Noch-nicht-Wähler gehen sollte. Der ging dann, erklärte dem Noch-nicht-Wähler etwaige Konsequenzen und ging dann wieder. Ab 18.00 Uhr wurden dann die Nicht-Wähler mit Klarnamen an das Kreiswahlbüro, oder wie das Ding hieß, gemeldet. Also wurden Noch-nicht-Wähler nicht etwa gelassen behandelt. So bei uns. Woanders???
Gruß, Andreas
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Janko » 5. Juni 2014, 11:42

Als Ergänzung....ja sicherlich gab es auch die "fliegende Wahlurne" für Kranke etc., auch die Agitation vermeintlicher Nichtwähler. Letztere waren aber meist bekannt und was wollte man für Konsequenzen androhen ?
Nur wer das nun wieder ein "Abwägungsprozess" , wo lohnte es sich ?....also beim Pfarrer ist keiner vorbeigelaufen. Wenn solche VIP`s doch einliefen wurde das KWB informiert
Namentliche Meldung...Fehlanzeige, warum ? Wer sich im Nachgang dafür interessierte, guckte in die Wählerliste.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Icke46 » 5. Juni 2014, 12:22

SkinnyTrucky hat geschrieben:
Janko hat geschrieben:Korrigierend wurde dort mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" eingegriffen.


Bei meinem Stimmzettel garantiert mit dem Radiergummi.... [wink]


groetjes

Mara


Bloss mal ne Frage: Was hätte man denn speziell auf Deinem Stimmzettel mit dem Radiergummi korrigieren sollen [grins] ?

Es ist ja bekannt, dass man zur Abelhnung des Wahlvorschlags, wie sich das nannte, jeden einzelnen Namen auf dem Stimmzettel durchstreichen musste. War nur ein Name durchgestrichen oder der Zettel durchgekreuzt, war die Stimme gültig. Der Stimmzettel sah ja beispielsweise so aus:

stimmzettel102_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg


Wenn Du dort jeden einzelnen Namen gestrichen hättest, wäre von dem Stimmzettel nicht mehr viel übrig - ist übrigens heute noch so, wenn man auf dem Stimmzettel Kandidaten streichen würde, wär der Zettel danach reif für die Tonne [flash] .

Gruss

icke
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. Juni 2014, 17:21

Bekam man denn zu DDR-Zeiten eine Wahlbenachrichtigungskarte zugeschickt? Ansonsten marschierte so ab Mittag jemand mit der fliegenden Wahlurne los.Erstmal zu denen,die wirklich nicht konnten und vielleicht sogar wollten, dann zu den"Problemfällen".Gedroht wurde denen allerdings nicht,wäre auch nicht sonderlich effektiv gewesen,denn für die ,die es wirklich darauf angelegt haben,wäre das ein gefundenes Fressen gewesen und der übergroße Teil der Nichtwähler war weit weniger Held als man meint,die haben einfach die Tür nicht aufgemacht oder sind vorsichtshalber irgendwo hingefahren.
UND es gab einen nicht unerheblichen Teil von Nichtwählern, die das schon lange vor der Wahl angekündigt haben, in Verbindung mit persönlichen Forderungen.Dem Staat war das Wählen dann so wichtig, dass er sich durchaus mal erpressen lies,dass wusste man und das nutzte man und heute hat man noch eine Bonus extra, man war auch ein Widerstandskämpfer [grins]
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. Juni 2014, 17:30

icke46 hat geschrieben:
Es ist ja bekannt, dass man zur Abelhnung des Wahlvorschlags, wie sich das nannte, jeden einzelnen Namen auf dem Stimmzettel durchstreichen musste. War nur ein Name durchgestrichen oder der Zettel durchgekreuzt, war die Stimme gültig. Der Stimmzettel sah ja beispielsweise so aus:

stimmzettel102_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg


Wenn Du dort jeden einzelnen Namen gestrichen hättest, wäre von dem Stimmzettel nicht mehr viel übrig - ist übrigens heute noch so, wenn man auf dem Stimmzettel Kandidaten streichen würde, wär der Zettel danach reif für die Tonne [flash] .

Gruss

icke

Wussten wir eigentlich zu DDR-Zeiten diese Geschichte mit ,jedem einzelnen Namen durchstreichen,wurde das irgendwie bekanntgegeben,konnte man das irgendwo nachlesen und wo stand das?
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Spartacus » 5. Juni 2014, 18:12

Danke für den Stimmzettel Icke, denn den habe ich ja als permanenter Nichtwähler nie zu Gesicht bekommen. [flash]

Ach so, ja beim ersten Mal hat man noch versucht mich zu überreden, danach kam niemand mehr bzw. ich war
gerade wieder mal im Zwangsurlaub.

LG

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon pentium » 5. Juni 2014, 18:16

karnak hat geschrieben:
icke46 hat geschrieben:
Es ist ja bekannt, dass man zur Abelhnung des Wahlvorschlags, wie sich das nannte, jeden einzelnen Namen auf dem Stimmzettel durchstreichen musste. War nur ein Name durchgestrichen oder der Zettel durchgekreuzt, war die Stimme gültig. Der Stimmzettel sah ja beispielsweise so aus:

stimmzettel102_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg


Wenn Du dort jeden einzelnen Namen gestrichen hättest, wäre von dem Stimmzettel nicht mehr viel übrig - ist übrigens heute noch so, wenn man auf dem Stimmzettel Kandidaten streichen würde, wär der Zettel danach reif für die Tonne [flash] .

Gruss

icke

Wussten wir eigentlich zu DDR-Zeiten diese Geschichte mit ,jedem einzelnen Namen durchstreichen,wurde das irgendwie bekanntgegeben,konnte man das irgendwo nachlesen und wo stand das?


Karnak, musste mal im Wahlgesetz der DDR nachschlagen. Dort könnte, ich schreibe extra könnte etwas dazu stehen!

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Icke46 » 5. Juni 2014, 18:24

Aus dem Wahlgesetz der DDR von 1950:

§ 36. (1) Der Wahlberechtigte hat das Recht, auf dem Stimmzettel Veränderungen vorzunehmen. Er nennt dem Wahlvorstand seinen Namen sowie seine Wohnung und weist sich durch den Deutschen Personalausweis oder eine entsprechende andere amtliche Urkunde zur Person aus. Nach Feststellung seiner Wahlberechtigung nimmt er die Wahl vor, indem er den Stimmzettel selbst in die Wahlurne hineinwirft.

Das ist alles was dort dazu steht - man muss gewissermassen selbst Schlussfolgerungen ziehen. Wenn ich einen Namen streiche, weil mir die Person nicht passt, kriegt die meine Stimme nicht, und wenn 50 % der Wähler denselben Namen streichen, ist die Person nicht gewählt (was wohl nur theoretisch vorkommen könnte. Ansonsten ist der Stimmzettel gültig, es sei denn, dem Wähler passen alle Nasen nicht und er streicht alle - dann ist die Stimme ungültig.

Gruss

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