Die Lage in der Ukraine Teil 1

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Rupert Hübelbauer » 4. März 2014, 19:23

Spartacus hat geschrieben:Mal generell gefragt:

Warum sind wir denn heute da, wo wir eben sind? Wieso müssen wir uns plötzlich mit der Ukraine beschäftigen?

Die Antwort liegt hier:

NATO-Generalsekretär Wörner in Brüssel 17. Mai 1990

»Die Tatsache selbst, daß wir bereit sind, keine NATO-Truppen jenseits der Grenzen des Territoriums der Bundesrepublik zu stationieren, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.«


LG

Sparta

Ja ja, das hat schon was. Da hat man den kalten Krieg für beendet erklärt, aber nach dem Zerfall der UdSSR hat die Nato - der Westen - einfach so weiter getan wie im kalten Krieg (Kampf um Einflußgebiete). Da ist es für mich nicht verwunderlich, dass der einst moderate Putin zum Cowboy wurde. Sein, man könnte fast sagen, damals naives Begehren, Russland in die Nato aufzunehmen, hat der leider in dieser Sache hochmütige Westen nicht verstanden. Vor allem die USA hat sich nur mehr als alleinige Supermacht gesehen. Aber so einfach ist es halt nicht.
Meine Sicht der Dinge.

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 4. März 2014, 19:29

Spartacus hat geschrieben:Mal generell gefragt:

Warum sind wir denn heute da, wo wir eben sind? Wieso müssen wir uns plötzlich mit der Ukraine beschäftigen?

Die Antwort liegt hier:

NATO-Generalsekretär Wörner in Brüssel 17. Mai 1990

»Die Tatsache selbst, daß wir bereit sind, keine NATO-Truppen jenseits der Grenzen des Territoriums der Bundesrepublik zu stationieren, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.«


LG

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Tja, dieses Versprechen, das es zweifellos gab, ist in der Tat ein Problem. Es war allerdings ein Versprechen gegenüber der Sowjetunion, einem Staat, den es zwei Jahre nach dem Versprechen nicht mehr gab, könnte man nun anführen. Viel wichtiger ist aber folgende Fragestellung. Wenn jetzt Estland, Lettland und Litauen nicht Mitglied der NATO wären und Putin plötzlich der Meinung wäre, die große russische Minderheit insbesondere in Estland und Lettland würde "unterdrückt" werden oder deren Leben wäre "gefährdet", hätte er diese Staaten schon einkassiert? Man kann es auch so sehen, dass der langfristige Plan der Landnahme in diesen drei Staaten durch die NATO-Mitgliedschaft durchkreuzt wurde.

Ein Staat X erobert vor längerer Zeit einen anderen Staat Y, siedelt dann dort gezielt eigene Bürger an, um dieses Gebiet von Y langfristig zu übernehmen. Dann wird der Plan durch eine unerwartete Wende durchkreuzt und aus dem besetzten Gebiet Y wird wieder ein souveräner Staat. Nun beansprucht der Staat X dieses Gebiet für sich, weil er reklamiert, dass "seine" Bürger dort gefährdet oder unterdrückt seien. Also, eigentlich ist so etwas eine geschickte Eroberungspolitik. Diese Form der Landnahme durch bewußt geförderte oder nicht geförderte Einwanderung gilt nicht nur für das Baltikum und die Krim, sondern beispielsweise auch für Tibet und auch die Gebiete der Ureinwohner in Nordamerika und Australien.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 4. März 2014, 20:01

Sirius hat geschrieben:Was den Begriff "Terroristen" betrifft - wie soll man denn Leute bezeichnen, die für den Holodomor verantwortlich sind, Millionen umgebracht haben? Die Kommunisten waren Koalitionspartner von Janukowitsch. Man kann der Interimsregierung vieles vorwerfen, aber für millionenfachen Mord ist die nicht verantwortlich.

Und was den Verfassungsbruch betrifft - war die Bereicherung von Janukowitsch, die Verschiebung von Milliarden auf ausländische Offshore-Konten verfassungskonform? War die politische Kriminalisierung von 400 Oppositionellen in Politik und Verwaltung des Staates verfassungskonform? War Aneignung von absolutistischer Macht durch Janukowitsch verfassungskonform? Es bleiben Fragen über Fragen.


Sirius, ich bezog mich da nur auf die Zusage der Interimsregierung,die Radikalen auf der Straße zu entwaffnen.

Mit dem Rest gehe ich 100% konform. Das die UKP mit Janukowitsch koaliert hat ,ist ja kein Geheimnis. Und hat mit Sicherheit auch Dreck am Stecken hat,sprich ,sich korrumpieren lassen.
Wahrscheinlich ist auch aus dem Grund aus der ganz linken Ecke das Geheule so groß. Man ist mal wieder Pfründe los geworden.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 4. März 2014, 20:47

Zitat:
Ein bekanntes Vorgehen

[In jedem Fall kommt einem das russische Vorgehen bekannt vor. Moskau hat im Transnistrien-Konflikt mit Moldau nach wie vor die Hände im Spiel; es hat 2008 Georgien so lange provoziert, bis dessen Führung so dumm war, im Konflikt um Südossetien und Abchasien militärisch zuzuschlagen. Das Ergebnis: Südossetien und Abchasien sind zwei Gangster-„Staaten“, die der faktischen Kontrolle Georgiens entzogen sind; sie sind quasi russische Protektorate. Politische und wirtschaftliche Entwicklung findet dort nicht statt...]

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 27928.html

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 4. März 2014, 22:03

Rupert Hübelbauer hat geschrieben: Da ist es für mich nicht verwunderlich, dass der einst moderate Putin zum Cowboy wurde. Sein, man könnte fast sagen, damals naives Begehren, Russland in die Nato aufzunehmen, hat der leider in dieser Sache hochmütige Westen nicht verstanden. Vor allem die USA hat sich nur mehr als alleinige Supermacht gesehen. Aber so einfach ist es halt nicht.
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Das seh ich ganz anders, Rupert. Es war nie Putins Begehren, in die Nato aufgenommen zu werden, es war die Vorstellung von Nato-Mitgliedern, vor allem Deutschland. Russland hätte sich damit allerdings von der Weltmachtrolle verabschieden müssen, das wollte man in Russland nicht.

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 4. März 2014, 22:06



Ja, damit haben die "Selbstverteidigungskräfte" wohl nicht gerechnet, dass man alles gefilmt hat. War gut in der Tagesschau zu erkennen, wer hier was spielt....

Als eine Frau in Moskau sagte, dass sie für den Frieden ist und die russischen Soldaten dort nichts verloren haben, wurde sie vor der Kamera abgeführt....von russ. Polizei.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 4. März 2014, 22:09

HPA hat geschrieben:Mutig:




"Russia Today" ist ein russischer Staatssender, der für seine moskaufreundliche Berichterstattung bekannt ist. Umso überraschender der Auftritt einer Moderatorin, die vor laufender Kamera die Politik Wladimir Putins verurteilt.

Wie die "Huffington Post" berichtet, hat der russische Sender inzwischen auf die Kritik von Abby Martin reagiert. "Wir respektieren die Ansichten unserer Journalisten", heißt es in einer Pressemitteilung. Statt einer Abmahnung muss Martin demnach mit einer ungewöhnlichen "Strafe" rechnen: Der Sender will die Moderatorin offenbar auf die Krim schicken, damit sie sich vor Ort ein besseres Bild von der Lage machen kann.
http://www.n-tv.de/politik/Moderatorin- ... 93131.html

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 4. März 2014, 22:22

Am Rande gemeldet: ARD
Russland hat inmitten der Spannungen um die Krim eine Interkontinentalrakete vom Typ Topol getestet. Die Rakete sei vom Truppenübungsgelände Kapustin Jar im Gebiet Astrachan im Norden Russlands gestartet worden, teilte das Verteidigungsministeriums der Agentur Interfax zufolge mit. Das Geschoss sei wie geplant Tausende Kilometer südlich in der zentralasiatischen Republik Kasachstan eingeschlagen. Die USA waren schon vor der Krim-Krise über den geplanten Test informiert worden, berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf amerikanische Quellen.

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 4. März 2014, 22:38

pentium hat geschrieben:Dann sollte man aber als erstes darüber diskutieren, was passiert falls Russland den Gasimport reduziert.

Ja, auch darüber wurde in den Medien in den letzten Tagen im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine diskutiert. Um die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern, müssten die Kapazitäten für den Import für Flüssiggas (LNG) in Europa erhöht werden. Es gibt in Westeuropa bereits Flüssiggasterminals, z.B. in den Niederlanden (Rotterdam) und Frankreich. Darüber hinaus sind weitere LNG-Terminals bereits im Bau. Die Polen waren dabei vorausschauender als die Deutschen bzw. hatten das Glück, keinen von Putin gekauften Politiker gehabt zu haben, der die Abhängigkeit von russischem Erdgas erhöht hat. Im Juni 2014 soll das polnische LNG-Terminal fertiggestellt sein. Tja, das kommt für Polen gerade rechtzeitig.

Polen setzen auf neuen Swinemünder Terminal

Der Bau des neuen Flüssiggasterminals bei Swinemünde läuft auf Hochtouren. “Die Fertigstellungstermine sind nicht gefährdet”, sagte Jaroslaw Siergiej, Hauptgeschäftsführer der Überseehafenverwaltung Szczecin-Swinoujscie, am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des von der IHK zu Neubrandenburg initiierten Deutsch-Polnischen Wirtschaftskreises.
Im Juni 2014 soll der erste Tanker am neuen Kai anlegen, ist sich Siergiej sicher. Bei dem Terminal an der Küste der Insel Wollin handele es sich um das derzeit größte energiepolitische Vorhaben Polens.
...
Die Polen wollen unabhängiger vom russischen Erdgas sein, stellte Tusk bei der Grundsteinlegung klar. Der Terminal wird nach seiner Fertigstellung der größte seiner Art im Ostseeraum sein.

Marktexperten erwarten nach der Inbetriebnahme des Terminals 2014 eine Konkurrenzsituation zwischen den Energiestandorten in Swinemünde und Greifswald/Lubmin, wo die Ostseepipeline anlandet. Die Hoffnung: Dass der Wettbewerb Druck auf die hohen russischen Gaspreise ausübt.

http://derhonigmannsagt.wordpress.com/t ... sterminal/
http://www.nordkurier.de/index.php?obje ... &id=822058


Das hat also mehrere Vorteile. Weniger politische Erpressbarkeit, eine größere Versorgungssicherheit und eventuell sinkende Preise.

In Deutschland war vor Jahren ein LNG-Terminal in Wilhelmshaven geplant, aber von EON wieder verworfen worden, da sich EON lieber an einer Erweiterung des Rotterdammer LNG-Terminals beteiligt hat. Der Staat sollte nun zur Sicherstellung der Versorgung und Erweiterung der europäischen LNG-Kapazitäten das Terminal in Wilhelmshaven bauen. Russland ist seit dem Umbruch vor über 20 Jahren wie ein verwundeter Bär, intelligent und unberechenbar, wie auch die letzten Tage eindrucksvoll gezeigt haben. Da ist der Besitz solcher Terminals geradezu Pflicht. West-Berlin hatte auch eine sog. Senatsreserve (Lebensmittel, Kohle u.s.w.).
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Rupert Hübelbauer » 4. März 2014, 23:06

augenzeuge hat geschrieben:
Rupert Hübelbauer hat geschrieben: Da ist es für mich nicht verwunderlich, dass der einst moderate Putin zum Cowboy wurde. Sein, man könnte fast sagen, damals naives Begehren, Russland in die Nato aufzunehmen, hat der leider in dieser Sache hochmütige Westen nicht verstanden. Vor allem die USA hat sich nur mehr als alleinige Supermacht gesehen. Aber so einfach ist es halt nicht.
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Das seh ich ganz anders, Rupert. Es war nie Putins Begehren, in die Nato aufgenommen zu werden, es war die Vorstellung von Nato-Mitgliedern, vor allem Deutschland. Russland hätte sich damit allerdings von der Weltmachtrolle verabschieden müssen, das wollte man in Russland nicht.

AZ

Ich habe das übers Fernsehen (deutschspr. Sender - weis aber nicht mehr welcher) anders in Erinnerung. Eigentlich so, wie in diesem Link, den ich gerade gefunden habe.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat:
............................Man muss Putin zu Gute halten, dass er zu Beginn seiner Präsidentschaft den aufrichtigen Willen zu einem Bündnis mit dem Westen hatte.

War das zu der Zeit, als Sie als Berater Putins tätig waren?

- Ja. Aber ich muss sagen, dass das nichts damit zu tun hatte, dass ich dort arbeitete. Das war die persönliche Überzeugung Putins selbst – dass eine für Russland sichere, komfortable Lage jene in einem westlichen Bündnis ist. Putin hat mehrfach gesagt, dass er Russland als Mitglied der NATO sehen will. Wobei er dies nicht nur unter vier Augen, sondern auch öffentlich getan hat.

- Moment mal, das wurde öffentlich gesagt?
- Selbstverständlich. Anderthalb Jahre lang war das die offizielle Position. Was eine EU-Mitgliedschaft angeht, so sind solche Gespräche geführt worden, jedoch nicht öffentlich, aber in Gesprächen mit europäischen Politikern.
Es war jedoch so, dass sich recht schnell herausstellte, dass die Forderungen der Europäischen Union für das damalige Russland zu hart waren. Und in der überschaubaren Zukunft war eine Mitgliedschaft in der EU für Russland nicht in Sicht. Deshalb wurde in einem nicht unwesentlichen Zeitraum der Versuch, Außerdem hat die EU recht schroff gesagt, dass sie Russland in keiner Weise in der Eigenschaft als EU-Beitrittskandidat sieht, da Russland ein zu riesiger Brocken ist, der das Kräfteverhältnis in der Europäischen Union einfach radikal verändern und diese durch sein Gewicht einfach zerstören würde.sich den westlichen Strukturen anzuschließen, vor allem über die NATO unternommen. Dies wurde öffentlich und mehrfach geäußert. Hinzu kam auch, dass dies sehr viel realistischer erschien als eine EU-Mitgliedschaft. Putin war der erste, der Bush nach dem 11. September angerufen hat. Er hat sehr ernsthafte Hilfe geleistet mit der Bereitstellung von Geheimdienstinformationen, der Zusammenarbeit der Dienste und der Zusammenarbeit in Sachen Afghanistan. Die US-Administration in Gestalt eben jenes Bush sagte jedoch, dass Russland mit einer NATO-Mitgliedschaft nicht rechnen könne.Das war ein sehr schmerzhafter Schlag für Putin. Der nächste Schritt war natürlich die Kampagne zur Vorbereitung einer Intervention in Afghanistan und danach im Irak. Afghanistan wurden von Putin voll unterstützt – die Besetzung durch amerikanische Truppen löste eine Menge Probleme für Russland in Zentralasien. Eine ganz andere Sache war der Irak. Er wurde als sowjetische Einflusssphäre wahrgenommen, die an Russland vererbt worden war. Deshalb wurde die Invasion der USA im Irak in diesem Bewusstsein als Verletzung von Eigentumsrechten betrachtet, als „Invasion der USA in unseren Vorgarten“.

Putin schloss ein vorübergehendes Bündnis mit Schröder und Chirac. Und schon das Frühjahr 2003 erschien in diesem Sinne als Wendepunkt. Obwohl die Reaktion der Amerikaner bezüglich Russland und Putin äußerst zurückhaltend war. Es gab den bekannten Ausspruch von Condoleezza Rice: „Frankreich bestrafen, Deutschland ignorieren und die Beziehungen zu Russland fortführen, als sei nichts gewesen.“

Ist dieser Ausspruch so gefallen?

- Ja, Das war eine reale Anweisung zur Führung der US-Außenpolitik. Und es gab den bekannten Fall, als Bush im Juni 2003 von einem Gipfeltreffen in Evian in Frankreich vorzeitig abreiste ohne das Ende abzuwarten. Das war ein absolut einzigartiger Vorfall in der Geschichte der G7- und G8-Treffen. Mit Deutschland gab es eine gewisse Abkühlung, mit Russland jedoch wurden die Beziehungen fortgeführt. Und überhaupt waren die anderthalb Jahre zwischen September 2001 und März 2003 der Honeymoon der russischen und der amerikanischen Administration


http://eurasiablog.de/blog/2013/10/14/p ... russlands/

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 5. März 2014, 08:22

Rupert Hübelbauer hat geschrieben: Putin hat mehrfach gesagt, dass er Russland als Mitglied der NATO sehen will. Wobei er dies nicht nur unter vier Augen, sondern auch öffentlich getan hat.[/b]
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Ok, Rupert, danke für den Artikel. Diese öffentliche Äußerung habe ich so noch nie gehört..... [denken]
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 5. März 2014, 10:10

Für Putin ist der Zerfall der Sowjetunion die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Deshalb macht er sich nun daran, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verloren gegangenen "russischen Länder" wieder zu sammeln. Dazu gehört Zentralasien, dazu gehört der Südkaukasus, und dazu gehören der Osten und der Süden der Ukraine.

Zitat:
Angesichts der schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Folgen des Einmarsches auf der Krim, ja der Gefahr einer internationalen Isolation des Landes, greifen solche Erklärungsversuche jedoch zu kurz.

Das Schlüssigste hat bislang die Politikwissenschaftlerin Maria Snegowaja von der New Yorker Columbia University in der russischen Zeitung Wedomosti geschrieben: Wladimir Putin und die russische Elite denken in den Kategorien des von Samuel Huntington beschriebenen Kampfes der Kulturen. Snegowaja führt zudem einige Werke vorrevolutionärer russischer Philosophen an, die nachweislich in breiten Kreisen der politischen Elite gelesen werden. Ihnen gemein ist eine Weltsicht: Die westliche Zivilisation ist dem orthodoxen Russland fremd und hinter allen deklarierten Zielen steht am Ende nur die Absicht des Westens, Russland zu vernichten und die Einzelteile des russischen Reiches untereinander aufzuteilen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014 ... ettansicht

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 5. März 2014, 10:56

Für Verschwörungstheorien hatten die Russen schon immer ein Nerv. Sieht man ja auch bei den ganzen Putinfans.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Interessierter » 5. März 2014, 11:10

Historische Krim-Krisen - "Der Ruhm Russlands, der Stolz der Sowjetunion"

Für Russland ist die Krim ein symbolbeladener Ort. Über Jahrhunderte führten Ukrainer, Russen und der Westen erbitterte Auseinandersetzungen um die Halbinsel - und die Krim wurde immer wieder zum Kriegsschauplatz. Die Argumente von damals und heute ähneln sich mitunter frappierend.

http://einestages.spiegel.de/s/tb/30043 ... union.html
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 5. März 2014, 11:30

Sehr aufschlussreich! Es lohnt sich! [grin]

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 5. März 2014, 11:55

Die Welt:

Bundeswehr fliegt Verletzte vom Maidan nach Deutschland aus

Die Bundeswehr wird rund 50 Menschen aus der Ukraine ausfliegen, die bei den Zusammenstößen auf dem Maidan in Kiew verletzt worden waren. Die ukrainische Regierung habe Deutschland um Hilfe bei der Behandlung gebeten, erklärt das Verteidigungsministerium in Berlin.

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 5. März 2014, 19:37

HPA hat geschrieben:Sehr aufschlussreich! Es lohnt sich! [grin]


Leider verstehe ich das nicht..... [blush]
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 5. März 2014, 19:41

"16:08 Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat einem Medienbericht zufolge die Politik von Kremlchef Wladimir Putin im Konflikt um die Ukraine mit dem Verhalten von Adolf Hitler verglichen. "Wenn einem das bekannt vorkommt, es ist das, was Hitler damals in den 30er Jahren tat", soll Clinton laut einem Bericht der Lokalzeitung "Long Beach Press-Telegram" am Dienstag bei einem Auftritt in Kalifornien gesagt haben."
Quelle web.de

Gefällt mir nicht, ich habe bisher Frau Clinton intelligenter eingestuft.....aber vielleicht stimmt das ja auch gar nicht... [denken]
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Nov65 » 5. März 2014, 19:52

Eine gewisse Seelenverwandtschaft Putin-Hitler drängt sich mir schon auf. Der Überfall auf den Sender Gleiwitz in polnischen Uniformen und dann konnte es endlich losgehen...
Uniformierte ohne Hoheitszeichen auf der Krim und vor ukrainischen Kasernen...und es fehlte nur eine unüberlegte Reaktion.
Andreas
Nov65
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 5. März 2014, 21:25

USA weiten Militärunterstützung für Polen aus: Die USA verstärken ihre militärische Unterstützung für Polen und die baltischen Staaten. Das kündigte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel bei einer Anhörung im Kongress in Washington an. Das gemeinsame Training mit der polnischen Luftwaffe werde erweitert und die amerikanische Teilnahme bei der Nato-Überwachung des Luftraumes baltischer Länder vergrößert, sagte Hagel bei einer Anhörung im US-Senat in Washington. "Es ist Zeit für uns alle, dem ukrainischem Volk zur Seite zu stehen, um seine territoriale Integrität und Souveränität zu beschützen", so der Pentagon-Chef.

http://www.sueddeutsche.de/politik/kris ... -1.1904666

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 5. März 2014, 21:46

augenzeuge hat geschrieben:"16:08 Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat einem Medienbericht zufolge die Politik von Kremlchef Wladimir Putin im Konflikt um die Ukraine mit dem Verhalten von Adolf Hitler verglichen. "Wenn einem das bekannt vorkommt, es ist das, was Hitler damals in den 30er Jahren tat", soll Clinton laut einem Bericht der Lokalzeitung "Long Beach Press-Telegram" am Dienstag bei einem Auftritt in Kalifornien gesagt haben."
Quelle web.de

Gefällt mir nicht, ich habe bisher Frau Clinton intelligenter eingestuft.....aber vielleicht stimmt das ja auch gar nicht... [denken]
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Dein Bekannter Gert verglich vor ein paar Tagen die jetzige Situation mit der Sudetenkrise im September 1938. Hitler begründete seinen Einmarsch mit dem Schutz der Deutschen im Sudetenland vor tschechischen Übergriffen. Der Vergleich paßt durchaus, wobei ich eher die Georgienkrise 2008 als Vergleich ziehen würde, wo es auch um den angeblichen Schutz eigener Bürger ging. Damals gab es keinen Widerstand des Westens. In beiden Fällen (Sudetenland und Abchasien/Südossetien) ließen die Westmächte Hitler und Putin ungestraft gewähren. Dies interpretierten sowohl Hitler als auch der ehem. KGB-Oberst als Schwäche des Westens, was sie ermutigte immer weiter zu gehen - Besetzung des Rests von Tschechien im März 1939 und Krim März 2014. Heute gab es deshalb vom polnischen Außenminister Sikorski folgende Aussage:

"Wir wissen, dass das Raubtier durch das Fressen immer mehr Appetit bekommt", sagte Polens Außenminister Radoslaw Sikorski.

http://www.n-tv.de/politik/Wie-Steinmei ... 00156.html


Hillary Clinton ist mit diesem Vergleich nicht allein. Auch ein tschechischer Politiker und der US-Politiker Mc Cain zogen diesen Vergleich. Beide, Hitler und Putin, hatten bzw. haben ein langfristiges Ziel - verlorene Gebiete unter Mißachtung des Völkerrechts wieder zurück zu erobern. Es gibt einige Parallelen mit den dreißiger Jahren. Zum Beispiel die Olympiaden Berlin 1936 und Sotschi 2014, die von beiden Autokraten für politische Zwecke mißbraucht wurden, um sich zu inszenieren. Eine weitere Parallele ist der Zeitraum von etwas über zwanzig Jahren nachdem ehemalige Gebiete verloren gingen. Beide haben stark aufgerüstet. Beide regierten diktatorisch, wo es keine Presse- und Meinungsfreiheit mehr gibt, wie die Verhaftungen in Russland in den letzten Tagen wieder zeigten. Eine gleichgeschaltete Presse. Beide sind Nationalisten. Nov65 nannte die Inszenierungen mit den Uniformen in Gleiwitz und auf der Krim.
Zuletzt geändert von Sirius am 5. März 2014, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 5. März 2014, 21:59

Bären legt man entweder an die Kette oder zeigt ihnen einen großen Knüppel.

So einfach ist das.In welcher Form auch immer.

Sikorski hat recht.

Fakt ist ja ,dass die NATO Osterweiterung vor allem dadurch zustande kam ,dass man die betreffenden Länder nicht eingeladen hatte sondern die selber um Beitritt gebeten haben. Die hatten ja so manche Erfahrung mit den Russen...
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 5. März 2014, 22:00

Ok, es gibt diese Parallelen. So richtig wohl ist mir nicht dabei, wenn ich aus Ihnen die gleichen personifizierten Schlüsse ziehen soll, auch wenn es logisch erscheint. Die diktatorischen Mittel ähneln sich jedoch ohne Zweifel. Auch die der russischen Bevölkerung in der Ukraine.....

Wo ist eigentlich der deutsche Freund des lupenreinen Demokraten- unser alter Bundi? Sein Statement würd ich jetzt gern lesen.
AZ
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Rupert Hübelbauer » 5. März 2014, 22:06

augenzeuge hat geschrieben:Gefällt mir nicht, ich habe bisher Frau Clinton intelligenter eingestuft.....aber vielleicht stimmt das ja auch gar nicht... [denken]
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Ich sehe das ähnlich. Hat ja fast schon hetzerischen Charakter, aber wahrscheinlich hat sie nicht viel überlegt. Genauso unüberlegt wäre es, wenn jemand den Cowboy Bush mit Hitler vergleichen würde. Der hat ja den Irak auch unberechtigt überfallen und Guantanamo mit einem KZ zu vergleichen hätte schon was. Aber deswegen ihn auf eine Stufe mit Hitler zu stellen, wäre doch sehr oberflächlich.
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Meiner Ansicht nach hat der österreichische Präsident Fischer die Situation in der Ukraine nicht schlecht eingeschätzt. Allerdings hat leider für mich auch der Westen Fehler gemacht. Aber es scheint so, dass die Politiker in der Ukraine eine schmerzliche Erfahrung machen müssen, nämlich dass der Westen sie militärisch in Stich lassen wird. Die lassen sich nicht auf einen Krieg ein, auch wenn manche unkluge Ukrainer das gerne hätten. Das musste Georgien auch schon erfahren. Naja, vielleicht werden sie noch schlauer und sind danach – also die, die das Sagen haben - nicht mehr so arg nationalistisch. So werden sie vielleicht erkennen, dass eine neutralere Haltung zwischen Ost und West wirtschaftlich und gesellschaftlich viel besser der Ukraine gut tun wird.
Ja ja, immer diese blöden altbackenen Nationalismen. Bin mir sicher, wenn man die Vergangenheit - Vergangenheit hätte sein lassen - und den übermächtigen Nachbarn Russland - statt dem feindbildlichen Getönse - mehr Respekt gezollt hätte, könnte jetzt schon alles ganz anders sein. Auch Putin, ohne die Umzingelungsstrategie der NATO, wäre viel moderater und gefälliger.

Zitat:
Bundespräsident Heinz Fischer attestiert Russland im Konflikt mit der Ukraine "gravierende Fehler". Der Bundespräsident äußerte nach einem Gespräch mit seinem slowakischen Amtskollegen Ivan Gasparovic (links im Bild) am Mittwoch allerdings auch "große Skepsis" gegenüber einiger Entscheidungen der gegenwärtigen ukrainischen Führung. Diese habe durchaus auch rechtsnationalistische Tendenzen.

http://www.krone.at/Oesterreich/Fischer ... ory-395918
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 5. März 2014, 23:01

Tagelang hieß es von US-Seite, nur nicht-militärische Reaktionen kommen in Frage. Nun haben die USA einen Zerstörer ins Schwarze Meer und sechs F-15 Kampfflugzeuge ins Baltikum verlegt. Das ist vielleicht der heftigen Kritik an Obama in den letzten Tag geschuldet.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Edelknabe » 6. März 2014, 08:39

Der war wirklich gut (die Textauszüge)aus dem Link vom Pentium:

"USA weiten Militärunterstützung für Polen aus: Die USA verstärken ihre militärische Unterstützung für Polen und die baltischen Staaten. ........ "Es ist Zeit für uns alle, dem ukrainischem Volk zur Seite zu stehen, um seine territoriale Integrität und Souveränität zu beschützen", so der Pentagon-Chef."

Gerade die Polen....um den Ukrainern zur Seite zu stehen, gerade weil uns polnische Nachbarn ihre ukrainischen Nachbarn so lieben...? Selten so geschmunzelt.

Rainer-Maria das erinnert mich an das Buch "Wie der Stahl gehärtet wurde". War da nicht die wunderbare Beschreibung einer Begegnung drin, so polnischer Grenzposten zum damals schon sowjetischen GPosten?
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 6. März 2014, 08:41

Edelknabe hat geschrieben:Gerade die Polen....um den Ukrainern zur Seite zu stehen, gerade weil uns polnische Nachbarn ihre ukrainischen Nachbarn so lieben...? Selten so geschmunzelt.


Warum? Gemeinsame Feinde lassen Freundschaften entstehen....
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 6. März 2014, 08:55

Das hatte ich auch erwartet......Hillary rudert zurück..... [super]

„Ich wollte allen nur ein wenig historische Einordnung geben. Ich stelle natürlich keinen Vergleich an, aber ich schlage vor, dass wir vielleicht lernen aus dieser Taktik, die bereits angewendet wurde“, sagte sie in Los Angeles. Am Dienstag hatte Clinton gesagt, die Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim sei ähnlich dem Vorgehen Hitlers in den Jahren vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.
http://www.focus.de/politik/ausland/nur ... 65965.html
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 6. März 2014, 09:40

Edelknabe hat geschrieben:Der war wirklich gut (die Textauszüge)aus dem Link vom Pentium:

"USA weiten Militärunterstützung für Polen aus: Die USA verstärken ihre militärische Unterstützung für Polen und die baltischen Staaten. ........ "Es ist Zeit für uns alle, dem ukrainischem Volk zur Seite zu stehen, um seine territoriale Integrität und Souveränität zu beschützen", so der Pentagon-Chef."

Gerade die Polen....um den Ukrainern zur Seite zu stehen, gerade weil uns polnische Nachbarn ihre ukrainischen Nachbarn so lieben...? Selten so geschmunzelt.

Rainer-Maria das erinnert mich an das Buch "Wie der Stahl gehärtet wurde". War da nicht die wunderbare Beschreibung einer Begegnung drin, so polnischer Grenzposten zum damals schon sowjetischen GPosten?


Rainer-Maria, lege mal "Wie der Stahl gehärtet wurde" zur Seite und nimm dir mal den Atlas zur Geschichte. Ist besser. Und suche mal auf einer historischen Karte von Polen die Stadt Kamjanez-Podilskyj. Kamjanez-Podilskyj ist eine der ältesten Städte der Ukraine. Ab 1373 stand sie unter polnischer Herrschaft als Sitz der Woiwodschaft Podolien; von 1672 bis 1699 gehörte die Stadt zum Osmanischen Reich. Seit dem 14. Jahrhundert war Kamjanez eine der bedeutendsten polnischen Festungen in der Ukraine. 1772 kam Kamjanez zum Russischen Reich.

765px-Rzeczpospolita_de.png


Ja Rainer-Maria und dann suche mal noch das Königreich Galizien und Lodomerien! Aber gut mit meinen Ausflug in die Historie!

mfg
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PS. Rainer-Maria. Wer Asterix-Comics liest, erfährt, dass Obelix der Sphinx die Nase abgebrochen hat!
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 6. März 2014, 09:57

In Tschechien beschwört die Krise übelste Erinnerungen herauf. Staatspräsident Miloš Zeman zog einen Vergleich mit der Invasion der Sowjetunion und anderer kommunistischer Staaten 1968 in der Tschechoslowakei, mit welcher der Prager Frühling abgewürgt worden war, eine Bürgerbewegung für freie Wahlen und eine Emanzipation von Moskau.

Senatspräsident Milan Štěch und der frühere Außenminister Karel Schwarzenberg fühlten sich gar an das Jahr 1938 erinnert, als Adolf Hitler durch brutalen Druck und diplomatischen Theaterdonner den Anschluss der Sudetengebiete an Deutschland erzwang und dann 1939 die Wehrmacht auch in die von den Nazis abfällig sogenannte Rest-Tschechei einmarschieren ließ.

http://www.sueddeutsche.de/politik/tsch ... .1904704-2

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