Spartacus hat geschrieben:So das scheint ja einigermaßen glimpflich ausgegangen zu sein, aber denken wir mal weiter:
Was wird ,wenn sich die Ukraine an die EU bindet, wohl Russland dazu sagen, vor allem wenn dann
die NATO vor der Türe steht und in die Ukraine rein will?
Was ist mit der russische Militärbasis Sewastopol auf der Krim?
Russland wird das nie akzeptieren, so das weitere - vielleicht sogar schwere - Konflikte vorprogrammiert sind.
Soweit müsste eigentlich auch die Opposition in der Ukraine denken können, so das ich mal echt gespannt bin,
wohin sich das entwickelt.
LG
Sparta
Wenn bei den Verhandlungen zu den 2+4-Verträgen vom Westen die Forderung aufgekommen wäre, daß die NATO sich über die Oder-Neiße-Grenze hinaus ausdehnt, wären die Verhandlungen gescheitert und es hätte keine deutsche Wiedervereinigung gegeben. Also gab es das (mündliche) Versprechen von Bush sen. gegenüber Gorbatschow, die NATO nicht über die Oder-Neiße-Grenze hinaus nach Osten zu erweitern. Dieses Versprechen wurde bekanntlich gebrochen. Und trotzdem hat es Rußland irgendwann zähneknirschend akzeptieren müssen. Was sollte es auch machen? Einen Dritten Weltkrieg deswegen anfangen? Es wäre sein eigener Untergang geworden.
Wenn sich nun die ganze Ukraine oder ein neuer westukrainischer Staat entschließen solle, der NATO beizutreten, was kann Rußland dann machen? Es würde auch in diesem Fall nur die militärische Option bleiben. Die dürfte aber eher unwahrscheinlich sein, da Putin kein Vabanque-Spieler zu sein scheint. Völlig auszuschließen ist eine militärische Lösung aber nicht. Vielleicht sollte Rußland - also dessen politische Führungen - einmal darüber nachdenken, was es politisch in den letzten 100 Jahren, oder noch länger zurück, falsch gemacht hat, daß viele seiner Nachbarvölker in die NATO oder EU drängten bzw. drängen. Vielleicht ist die Politik der "Soft Power" der EU bzw. des Westens doch attraktiver als eine Politik der Knute. Die russische Politik will nicht, daß Russland geliebt wird, sondern das es gefürchtet wird. Aber mit dieser Politik hat es sich die meisten potentiellen Verbündeten unter seinen Nachbarvölkern verprellt. Daran werden auch die zahlreichen Pro-Putin-Schreiber nichts ändern, die zur Zeit das Internet überschwemmen. Denn Politik wird in der reellen Welt gemacht, nicht in der virtuellen Welt.
Was ich mit der Politik der Knute meine? Zum Beispiel was die Ukraine betrifft den
Emser-Erlass. Diese
Russifizierungs-Politik wurde bis vor 25 Jahren fortgesetzt, wenn auch in abgeschwächter Form. In der EU und NATO gibt es das in dieser Form nicht, dort können die einzelnen Völker ihre Kultur und Sprache behalten. Kein Land betätigt sich als vergleichbarer Besatzer. Aus genau diesem Grund erscheint für die meisten russischen Nachbarvölker, wenn sie demokratisch entscheiden können, die EU/NATO attraktiver als Rußland. Entweder begreift man das nicht im Kreml oder will es nicht begreifen.