Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Spartacus » 14. August 2013, 18:16

vs1400 hat geschrieben:da hast du wohl etwas falsch verstanden Wilfried,
S51 berichtete sinngemäß, dass all seine festnahmen so liefen wie er es auch wollte. ohne stress und rangeleien. bei einer übergabe reagierte der übernehmende sehr barsch und dann reagierte S51 für die rechte des GVs, setzte sich für ihn ein.
die masse hätte weggesehen Wilfried, daher sollte man derartiges verhalten nicht lächerlich machen, zumal man es nie selbst erlebte.

gruß vom Torsten [hallo]


Wenn S51 tatsächlich so reagierte, so hat er wenigstens noch einen Funken von Anstand gehabt, was dem GV aber
im Endeffekt auch nichts nutzte.

Noch eine Frage: Wie wurdet ihr eigentlich darauf vorbereitet, mit einem schwerverletzten GV umzugehen?

War das überhaupt ein Thema, gab es Notrufnummern für ein Krankenhaus, spezielle Ausbildung für Sanis?

Die Antwort kann ich mir zwar denken, aber der Ordnung halber......

LG

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 14. August 2013, 19:39

Spartacus hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:da hast du wohl etwas falsch verstanden Wilfried,
S51 berichtete sinngemäß, dass all seine festnahmen so liefen wie er es auch wollte. ohne stress und rangeleien. bei einer übergabe reagierte der übernehmende sehr barsch und dann reagierte S51 für die rechte des GVs, setzte sich für ihn ein.
die masse hätte weggesehen Wilfried, daher sollte man derartiges verhalten nicht lächerlich machen, zumal man es nie selbst erlebte.

gruß vom Torsten [hallo]


Wenn S51 tatsächlich so reagierte, so hat er wenigstens noch einen Funken von Anstand gehabt, was dem GV aber
im Endeffekt auch nichts nutzte.

Noch eine Frage: Wie wurdet ihr eigentlich darauf vorbereitet, mit einem schwerverletzten GV umzugehen?

War das überhaupt ein Thema, gab es Notrufnummern für ein Krankenhaus, spezielle Ausbildung für Sanis?

Die Antwort kann ich mir zwar denken, aber der Ordnung halber......

LG

Sparta


ich berichte ja nur aus meiner zeit Spartacus
und ich war kein GWD'ler.
an der uffz-schule wurde jeder uffzschüler in erste hilfe ausgebildet und wenn du dich noch an den erwerb deiner 1. fahrerlaubnis ( moped ddr) erinnerst und den dazugehörigen 1.hilfe schein, ist es fast vergleichbar gewesen. man wurde noch in die bergung verletzter eingewiesen, 1.hilfe halt und nicht mehr.
so gab es auch in jeder gruppe einen verantwortlichen sani, doch eher theoretisch. draußen, in der GK, gab es so-gut wie keine schulungen mehr, die leute hatten grenzdienst im 3schichtsystem + kurze wechsel.
auch gv's sollten geborgen werden und auch dazu gab es dienstvorschriften. wovon ich jedoch noch nie gehört habe, dass ein gv mit nem krankenwagen abtransportiert wurde.
ein grenzposten hätte nur den KGsi informieren können und dieser hätte es dann auch nur weiter gegeben, typisch deutsch eben.

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon S51 » 14. August 2013, 23:50

-
Vom KGSi Einsatz der Alarmgruppe/Bergungstrupp mit LO, darauf ggf. Minenbrücke und großer Sanikasten.
Gleichzeitig Anforderung Sani in Kompanie und von dort weiter zum Bataillion (der Sani-LO gehörte zur Sicherstellungskompanie). Theoretisch war er einsatzbereit. Praktisch (so ein Fall war extrem selten, ich meine, dass er gebraucht wurde) war der Fahrer wie alle irgendwo verplant und sein Auto stand in der Garage. Er musste also herausgelöst, ein Posten organisiert werden und der LO in den betroffenen Abschnitt geschickt werden.
Das erklärt, wieso manchmal Zeiten von einer dreiviertel Stunde zustande kamen.
Telefonnummern vom Krankenhaus? Wie denn anrufen, damals?
Nein, in den meisten Fällen wäre ein Krankenhaus viele Kilometer entfernt gewesen und es bestand das Problem, das es da nur selten, eigentlich meist gar keine Fahrer gegeben hätte, die in den Grenzabschnitt gedurft hätten. Das war unter den damaligen Bedingungen keine Alternative.
Eine Saniausbildung hatte von der Ausbildung her zwar eigentlich jeder aber später unter den Bedingungen des Grenzdienstes war Ausbildung eine oft sehr theoretische Möglichkeit. Ein Sanipäckchen hatte theoretisch jeder bei sich aber praktisch...
Problem war damals die Routine. Normalerweise wurde dies alles jahrzehntelang im Abschnitt nie benötigt, war nur Ballast.
S51
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon S51 » 15. August 2013, 00:15

Spartacus hat geschrieben:..., was dem GV aber
im Endeffekt auch nichts nutzte.

...


Was sollte es ihm nutzen, ich meine, in deinem Sinne?
Die Festnahme blieb ihm nicht erspart, deswegen. Warum denn? Auch nicht die Übergabe an die VP und das nachfolgende Ermittlungs- und Strafverfahren. Er oder sie waren nun mal der Gegner (heute heißt es "...Gegenüber").
Wofür ich sorgen konnte war die anständige Behandlung trotz allem Streß so lange sie in meiner Obhut waren.
Obwohl ich in "meinem" ehemaligen Abschnitt auch heute noch bekannt bin (fast 30 Jahre später...) und es deren auch dort viele gibt, die mit mir zu "tun" hatten und mich kennen hat es nicht einen einzigen Fall gegeben, wo sich nach der Wende jemand über mich beschwert hat. Nicht einen, wo es viele hätten sein können.
S51
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon EK 78/1 » 15. August 2013, 06:34

Noch eine Frage: Wie wurdet ihr eigentlich darauf vorbereitet, mit einem schwerverletzten GV umzugehen?

War das überhaupt ein Thema, gab es Notrufnummern für ein Krankenhaus, spezielle Ausbildung für Sanis?

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Grenzverletzer wurden doch als Schweine bezeichnet,wenn ich mich nicht irre,und das von Polit Offizieren welche Heute als Admin in einem Grenzforum tätig sind,Pfui Teufel.
Warum sollte man also Schweinen noch irgendwie Helfen. [shocked]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Danny_1000 » 15. August 2013, 07:54

Spartacus hat geschrieben:......
Noch eine Frage: Wie wurdet ihr eigentlich darauf vorbereitet, mit einem schwerverletzten GV umzugehen?

War das überhaupt ein Thema, gab es Notrufnummern für ein Krankenhaus, spezielle Ausbildung für Sanis?

Die Antwort kann ich mir zwar denken, aber der Ordnung halber......

LG

Sparta

Man muß sich schon ein wenig in die Zeit hinein versetzen, über die man fragen oder schreiben will.

„Grenzverletzer“ standen in der Hierarchie der „Kriminellen“ aus Sicht der DDR- Führung wohl ganz weit unten. Sie vergingen sich mit ihrem „Tun“ am Allerheiligsten der DDR, - nämlich der „Sicherheit und Ordnung an der der Staatsgrenze“.

Eine spezielle Ausbildung für „den Fall der Fälle“ gab’s zu meiner Zeit nicht. Statt dessen baute man das System der „Hinterlandsssicherung“ immer mehr aus, um es erst gar nicht zu Verletzten oder Toten an der Mauer kommen zu lassen.

Für Berlin und die Siebziger Jahre weiß ich: In jedem Regiment gab‘s eine Sanikompanie mit einem „Rund um die Uhr“- Bereitschaftssystem (Fahrzeuge, Fahrer, Arzt, Sanitäter), welche binnen kürzester Zeit an einen möglichen Einsatzort im Regimentsabschnitt gelangt wären. Dabei spielten vermutlich weniger humanitäre Überlegungen gegenüber einem verletzten GV die Rolle als viel mehr der internationale Ansehensverlust, den das DDR- Regime wegen eines weiteren Toten an dieser Grenze erfahren hätte.

Gruß
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon augenzeuge » 15. August 2013, 08:15

Danny_1000 hat geschrieben: Für Berlin und die Siebziger Jahre weiß ich: In jedem Regiment gab‘s eine Sanikompanie mit einem „Rund um die Uhr“- Bereitschaftssystem (Fahrzeuge, Fahrer, Arzt, Sanitäter), welche binnen kürzester Zeit an einen möglichen Einsatzort im Regimentsabschnitt gelangt wären.


Und warum lief dann trotzdem so viel schief? Oder soll man nun das, was insgesamt so bis Gueffroy ablief, als optimalste Möglichkeit betrachten?

AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 15. August 2013, 12:40

augenzeuge hat geschrieben:
Danny_1000 hat geschrieben: Für Berlin und die Siebziger Jahre weiß ich: In jedem Regiment gab‘s eine Sanikompanie mit einem „Rund um die Uhr“- Bereitschaftssystem (Fahrzeuge, Fahrer, Arzt, Sanitäter), welche binnen kürzester Zeit an einen möglichen Einsatzort im Regimentsabschnitt gelangt wären.


Und warum lief dann trotzdem so viel schief? Oder soll man nun das, was insgesamt so bis Gueffroy ablief, als optimalste Möglichkeit betrachten?

AZ


ist nur meine sicht der dinge Jörg,
man legte, in der befehlskette eben, mehr wert auf die grenzsicherheit.
wenn jemand bei einer lage festgenommen wurde, lief diese ganze maschine weiter und das war für alle absoluter ausnahmezustand. abgebrochen wurde erst, nachdem feststand das sich kein 2ter oder 3ter noch im abschnitt befindet und dass konnte dauern.
wir hatten mal eine lage von ca. 23:00 bis zum nächsten morgen 09:00, sind erst 22:00 rein gekommen und dass im winter. auf der brockenstraße stürtzte ein soldat auf ski und hatte nen offenen bruch.
der KGsi war total überlastet mit dieser situation und den soldaten hat man einige stunden später rausgeholt, da der krankenwagen nicht die brockenstraße befahren durfte. viele wochen später kam der soldat aus dem krankenhaus zurück und berichtete uns, dass er knapp an einer amputation vorbei geschrammt ist. nur weil die s....ß grenze sicher sein sollte.
der soldat wurde praktisch als krüppel entlassen, natürlich nicht vorzeitig und konnte nie wieder längere strecken laufen.
es war also nicht nur bei GV's nicht möglich.

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Thunderhorse » 15. August 2013, 12:54

Danny_1000 hat geschrieben:„Grenzverletzer“ standen in der Hierarchie der „Kriminellen“ aus Sicht der DDR- Führung wohl ganz weit unten. Sie vergingen sich mit ihrem „Tun“ am Allerheiligsten der DDR, - nämlich der „Sicherheit und Ordnung an der der Staatsgrenze“.

Eine spezielle Ausbildung für „den Fall der Fälle“ gab’s zu meiner Zeit nicht. Statt dessen baute man das System der „Hinterlandsssicherung“ immer mehr aus, um es erst gar nicht zu Verletzten oder Toten an der Mauer kommen zu lassen.

Für Berlin und die Siebziger Jahre weiß ich: In jedem Regiment gab‘s eine Sanikompanie mit einem „Rund um die Uhr“- Bereitschaftssystem (Fahrzeuge, Fahrer, Arzt, Sanitäter), welche binnen kürzester Zeit an einen möglichen Einsatzort im Regimentsabschnitt gelangt wären. Dabei spielten vermutlich weniger humanitäre Überlegungen gegenüber einem verletzten GV die Rolle als viel mehr der internationale Ansehensverlust, den das DDR- Regime wegen eines weiteren Toten an dieser Grenze erfahren hätte.

Gruß
Danny


Jedes Regiment der GT hatte eine San-Kompanie? Wo waren die Standorte der San-Kompanien?

Bereitschaftssystem, bei einem Arzt/Feldscher je Regiment??

Nach dem Todesfall Fechter gab es durch den Kdr. der 1. Grenzbrigade am 23. 08. 1962 den Befehl, entlang der Grenze an nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen Orten Rettungsfahrzeuge in ständiger Alarmbereitschaft zu stationieren.
Diese Weisung wurde wimre bis 09. 11. 1989 nicht aufrecht erhalten.
Sprich, der Befehl ging irgendwann den Bach runter, so wegen der Bereitschaft/Stationierung.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Spartacus » 15. August 2013, 18:10

S51 hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:..., was dem GV aber
im Endeffekt auch nichts nutzte.

...


Was sollte es ihm nutzen, ich meine, in deinem Sinne?



War nur so daher gesagt, S51 [hallo]


S51 hat geschrieben:
Die Festnahme blieb ihm nicht erspart, deswegen. Warum denn? Auch nicht die Übergabe an die VP und das nachfolgende Ermittlungs- und Strafverfahren. Er oder sie waren nun mal der Gegner (heute heißt es "...Gegenüber").
Wofür ich sorgen konnte war die anständige Behandlung trotz allem Streß so lange sie in meiner Obhut waren.
Obwohl ich in "meinem" ehemaligen Abschnitt auch heute noch bekannt bin (fast 30 Jahre später...) und es deren auch dort viele gibt, die mit mir zu "tun" hatten und mich kennen hat es nicht einen einzigen Fall gegeben, wo sich nach der Wende jemand über mich beschwert hat. Nicht einen, wo es viele hätten sein können.


Klar Du warst systemkonforn geeicht, hast aber entsprechend Deinen Möglichkeiten menschlich reagiert, wofür Du
meine Achtung hast!

@ All

Danke für die vielen Meinungen und ich habe es ja geahnt, dass da höchstens Chaos herrschte, statt einer klar
erkennbaren Linie. Noch verrückter, wenn da fast eigene Soldaten erhebliche Schäden davon trugen.

Im Ernstfall lies man also den unbewaffneten "Gegner" verbluten!

Ich weiß ja, was eine AK für unglaubliche Löcher in den menschlichen Körper reist und so war mir sowieso klar,
das selbst bei einer sorfortigen Überstellung in ein Krankenhaus, dann auch noch speziell ausgebildete Ärzte vor
Ort sein müssen, die mit solchen Schußwunden überhaupt fertig werden.

LG

Sparta


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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 15. August 2013, 18:49

Ich war zum Glück nie an der Grenze.
Doch hatte auch unser Bauregiment und speziell unser Bataillon einen gerade neu entstandenen Med.-Punkt. .
Hier wurde auch ich recht umfangreich in erster Hilfe ausgebildet. Jede Stube hatte de facto einen Hilfssanitäter. Unser Med.-Punkt hatte auch Krankenzimmer und es konnten Soldaten stationär aufgenommen werden.
Nun frage ich mal ohne weitere Hintergedanken:
Warum sollte denn dem angeschossenen Flüchtling noch Hilfe zu Teil werden? Die gab es zumindest in unserer Baueinheit nach Dienstschluss auch für Soldaten nicht!
Mir erging es so, dass mein Bettnachbar nach anfänglichen Krämpfen höllische Nierenbeckenschmerzen bekam. Ich bin bis zum OvD. Doch Hilfe? Fehlanzeige!
"Der Genosse hat bis Morgen zu warten, da ist der Feldscher wieder anwesend:" Und mein Hans krümmte sich im Bett mit schlimmster Nierenbeckenentzündung, bei einer Bauübung zugezogen, dass wir 9 Stubenkameraden schon dachten, der erlebt den nächsten Tag nicht mehr.... Keinen Vorgesetzten hat das gekümmert.
General Hoffmann hatte sicher ein Auge für die "große Sache", doch die kleinen Muschkoten gingen ihm am Arsch vorbei! So habe ich es erlebt.
Morgens dann ist unser Kamerad in dem Med.-Punkt und anschließend mit Tatütata ins Krankenhaus gekommen.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Edelknabe » 15. August 2013, 19:07

Siehe Spartacus mit:

"Noch eine Frage: Wie wurdet ihr eigentlich darauf vorbereitet, mit einem schwerverletzten GV umzugehen?

War das überhaupt ein Thema, gab es Notrufnummern für ein Krankenhaus, spezielle Ausbildung für Sanis?

Die Antwort kann ich mir zwar denken, aber der Ordnung halber......"

Wie wolltest du denn mit einem Schwerverletzten umgehen Spartacus, angeschossen oder von einer Mine verletzt? Zumal, alles Laien vorne am Kanten, alles junge Kerle mit null Ahnung wie ich da am besten erste Hilfe leiste? Dazu eine Zeit, wo ein Sankra ne Anmeldung brauchte um ins Vorgelagerte zu kommen und das dauerte, dauerte, dauerte, ging sinngemäß über drei Ecken.(Denn Mobiltelefone gabs damals noch nicht!)

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon augenzeuge » 15. August 2013, 21:42

Edelknabe hat geschrieben: Dazu eine Zeit, wo ein Sankra ne Anmeldung brauchte um ins Vorgelagerte zu kommen und das dauerte, dauerte, dauerte, ging sinngemäß über drei Ecken.(Denn Mobiltelefone gabs damals noch nicht!)


Wenn ich sowas höre...... [angst]

Schon mal was von Funk gehört? Mann, sogar die Titanic konnte damit schon ca. 60 Jahre früher Hilfe rufen, und ihr stellt euch an wie die ersten Menschen..... [bloed] tschuldigung...musstet euch so anstellen......
AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 15. August 2013, 21:58

augenzeuge hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben: Dazu eine Zeit, wo ein Sankra ne Anmeldung brauchte um ins Vorgelagerte zu kommen und das dauerte, dauerte, dauerte, ging sinngemäß über drei Ecken.(Denn Mobiltelefone gabs damals noch nicht!)


Wenn ich sowas höre...... [angst]

Schon mal was von Funk gehört? Mann, sogar die Titanic konnte damit schon ca. 60 Jahre früher Hilfe rufen, und ihr stellt euch an wie die ersten Menschen..... [bloed] tschuldigung...musstet euch so anstellen......
AZ


bei lagen lief die masse der komunikation über GMN Jörg
und von einem sankra im grenzabschnitt, hab ich noch nie gehört oder gelesen. doch nicht wir stellten uns so an, wir hatten nur diese möglichkeiten.
als das mit unserem soldaten auf der brockenstraße passierte, verbreitete sich die info recht schnell in den abschnitt, man bekam auch mit das dort einer von uns lag und ihm nicht geholfen wurde.
doch was sollte man tun?
nach dieser lage gab es heftige diskussionen, innerhalb der kompanie.
nur geändert hat sich nichts.

gruß vom Torsten [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon vs1400 » 15. August 2013, 22:11

Edelknabe hat geschrieben:Siehe Spartacus mit:

"Noch eine Frage: Wie wurdet ihr eigentlich darauf vorbereitet, mit einem schwerverletzten GV umzugehen?

War das überhaupt ein Thema, gab es Notrufnummern für ein Krankenhaus, spezielle Ausbildung für Sanis?

Die Antwort kann ich mir zwar denken, aber der Ordnung halber......"

Wie wolltest du denn mit einem Schwerverletzten umgehen Spartacus, angeschossen oder von einer Mine verletzt? Zumal, alles Laien vorne am Kanten, alles junge Kerle mit null Ahnung wie ich da am besten erste Hilfe leiste? Dazu eine Zeit, wo ein Sankra ne Anmeldung brauchte um ins Vorgelagerte zu kommen und das dauerte, dauerte, dauerte, ging sinngemäß über drei Ecken.(Denn Mobiltelefone gabs damals noch nicht!)

Rainer-Maria


schön das du mal wieder etwas gepostet hat blaublütiger,
nur war das vorgelagerte noch nicht mal für alle ehemaligen grenzer begehbar.

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon S51 » 16. August 2013, 00:07

augenzeuge hat geschrieben:...Schon mal was von Funk gehört? Mann, sogar die Titanic konnte damit schon ca. 60 Jahre früher Hilfe rufen, und ihr stellt euch an wie die ersten Menschen..... [bloed] tschuldigung...musstet euch so anstellen......
AZ


Die Titanic konnte Hilfe rufen weil sie nicht Teil eines militärischen Apparates in einem militärischen Mächteblock war mit Geheimhaltungsvorschriften und so weiter und weil sie technisch diese Möglichkeit hatte.
Und selbst da war zwischen rufen und hören ein gewaltiger Unterschied. Mit mehr Opfern als die gesamte Grenze.
Wenn da vorne etwas geschah sollte es ja nicht die BBKF-Gegenseite vor unseren Leuten erfahren. Per Funk ohne Verschlüsselung zum Beispiel. Die waren auch nicht von schlechten Eltern.
Wir sprechen von den ausgehenden 80-er Jahren oder früher. Von Zeiten, als es da vorne gerade mal in den letzten Jahren Funk für die größeren Fahrzeuge gab aber die mobilen Stationen oft nur als muckierzeugender Ballast geeignet waren. Von Zeiten, zu denen ein Abschnitt als ausgebaut galt, wenn es alle 200 - 300 Meter einen GMN-Anschluß gab. Im Hinterland gerne auch mal einen auf 2 bis 3 Kilometer.
Üblicherweise, das hat nicht unwesentlich mit "Mc Murphy" zu tun, passierten (und passieren) die "Sachen" immer dort, wo man sie nicht gebrauchen kann.
Im Schierker Hinterland hatte ich Funkverbindung per UFT bis zum Bahnparallelweg und da auch nur bis 100 Meter vor dem Bahnhof Schierke. Oder anders, auf über 90 % des Hinterlandbereiches einer USM-Kontrolle war meine Verbindungsmöglichkeit Null und das während der gesamten Schicht. Irgendwann wäre dann mal aufgefallen das da jemand fehlte... Nicht umsonst habe ich seinerzeit gemeinsam mit meinen Festgenommenen am Schierker Bahnhof fast die Fenster am Eisenbahnerwohnheim eingeschmissen damit dort endlich jemand mal zum Telefon griff. Sonst hätten wir noch einige Stunden warten müssen...
Und da fiel der KGSi erst mal aus allen Wolken (die waren im Nachtnebel sowieso nicht zu sehen), weil er mich gar nicht mehr auf seinem Tableau hatte.
Eine einzige der Festnahmen, an denen ich beteiligt war, passierte in der Nähe einer Rufmöglichkeit. Das war an der unteren Schranke der Brockenstraße gleich bei der Kompanie. Bei allen anderen musste ich meine "Kunden" erst mal in die Nähe einer Rufmöglichkeit bugsieren. Oft Kilometerweit.
Rauchsignal, Leuchtrakete ... gab es aber nicht nur ich habe erlebt, wie so etwas folgenlos in der Harzer Nebelsuppe verpuffte. Oder keinen gestört hat weil keiner ausgerechnet da hinguckte.
Funk, GMN und so weiter, ja das gab es. Freilich. Praktisch jedoch oft nicht dort, wo man es gerade gebraucht hätte und wenn, dann fehlten Berechtigungen, Funkschlüssel oder der Akku war alle. Letzteres war bei allem, was schief gehen konnte so etwas wie die Ultima ratio. Darauf war Verlaß.
Alle meine Festnahmen sind gut ausgegangen, alle Einsätze auch aber es hat deren viele gegeben, wo ich mir hinterher eingestehen musste, das nicht nur ich viel Glück hatte. Dass das auch hätte gewaltig schief gehen können, alle Zutaten für kapitales Scheitern reichlich vorhanden waren.
-
Und wir schreiben hier ja eigentlich über die Fälle, wo es schief gegangen ist. Die waren jedoch selten.
S51
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon S51 » 16. August 2013, 00:21

vs1400 hat geschrieben:...bei lagen lief die masse der komunikation über GMN Jörg
und von einem sankra im grenzabschnitt, hab ich noch nie gehört oder gelesen. doch nicht wir stellten uns so an, wir hatten nur diese möglichkeiten.
als das mit unserem soldaten auf der brockenstraße passierte, verbreitete sich die info recht schnell in den abschnitt, man bekam auch mit das dort einer von uns lag und ihm nicht geholfen wurde.
doch was sollte man tun?
nach dieser lage gab es heftige diskussionen, innerhalb der kompanie.
nur geändert hat sich nichts.

gruß vom Torsten [hallo]


Da hat die GK Schierke Ende der 80-er aber gewaltig abgebaut.
Zu meiner Zeit haben wir GAK öfter im Winter auf der Brockenstraße "Ersthelfer" gemacht bei Urlaubern aber auch unseren Leuten. Ich stehe einige Male als solcher im Nachweisbuch der DRK-Hütte am Bahnhof darinnen. Es konnte immer der Sankra vom Bataillion und noch unser Kompaniefahrer mit P 3 oder LO und großer Sanikiste darauf in den Abschnitt fahren mit einem GAK zur Absicherung und als Helfer. Meist war unser P 3 schneller einsatzbereit. Einmal auch der Kleinbus von den Russen vom Brockenplateau. Und bei Schnee der Motorschlitten mit Anhänger.
Auch Chaymos habe ich so zum Beispiel mal herausgeholt.
Problem war die Alarmierung. Funk ja nur bis zum Bahnparallelweg aber die nächste GMN-Sprechstelle war erst wieder bergauf an der alten Ilsenburger Straße. Dazwischen nichts, gut 3 Kilometer weit meist auch kein Posten und nur sporadisch wir GAK. Oft haben die Fahrzeuge vom und zum Brocken Meldungen über Unfälle gemacht aber meistens durften sie aus Geheimhaltungsgründen niemanden mitnehmen. Daran haben sich nur die Russen ab und zu nicht gehalten. Da ging oft Zeit verloren.
Aber es stimmt, zivile, geländegängige Sanis kenne ich aus der Zeit nicht. Die Krankenwagen fuhren nur bis an die Kompanie und haben dann von dort übernommen.
S51
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon augenzeuge » 16. August 2013, 08:02

S51 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:...Schon mal was von Funk gehört? Mann, sogar die Titanic konnte damit schon ca. 60 Jahre früher Hilfe rufen, und ihr stellt euch an wie die ersten Menschen..... [bloed] tschuldigung...musstet euch so anstellen......
AZ


Die Titanic konnte Hilfe rufen weil sie nicht Teil eines militärischen Apparates in einem militärischen Mächteblock war mit Geheimhaltungsvorschriften und so weiter und weil sie technisch diese Möglichkeit hatte.
Und selbst da war zwischen rufen und hören ein gewaltiger Unterschied. Mit mehr Opfern als die gesamte Grenze.
Wenn da vorne etwas geschah sollte es ja nicht die BBKF-Gegenseite vor unseren Leuten erfahren. Per Funk ohne Verschlüsselung zum Beispiel. Die waren auch nicht von schlechten Eltern.
Wir sprechen von den ausgehenden 80-er Jahren oder früher. Von Zeiten, als es da vorne gerade mal in den letzten Jahren Funk für die größeren Fahrzeuge gab aber die mobilen Stationen oft nur als muckierzeugender Ballast geeignet waren. Von Zeiten, zu denen ein Abschnitt als ausgebaut galt, wenn es alle 200 - 300 Meter einen GMN-Anschluß gab. Im Hinterland gerne auch mal einen auf 2 bis 3 Kilometer.
Üblicherweise, das hat nicht unwesentlich mit "Mc Murphy" zu tun, passierten (und passieren) die "Sachen" immer dort, wo man sie nicht gebrauchen kann.
Im Schierker Hinterland hatte ich Funkverbindung per UFT bis zum Bahnparallelweg und da auch nur bis 100 Meter vor dem Bahnhof Schierke. Oder anders, auf über 90 % des Hinterlandbereiches einer USM-Kontrolle war meine Verbindungsmöglichkeit Null und das während der gesamten Schicht. Irgendwann wäre dann mal aufgefallen das da jemand fehlte... Nicht umsonst habe ich seinerzeit gemeinsam mit meinen Festgenommenen am Schierker Bahnhof fast die Fenster am Eisenbahnerwohnheim eingeschmissen damit dort endlich jemand mal zum Telefon griff. Sonst hätten wir noch einige Stunden warten müssen...
Und da fiel der KGSi erst mal aus allen Wolken (die waren im Nachtnebel sowieso nicht zu sehen), weil er mich gar nicht mehr auf seinem Tableau hatte.
Eine einzige der Festnahmen, an denen ich beteiligt war, passierte in der Nähe einer Rufmöglichkeit. Das war an der unteren Schranke der Brockenstraße gleich bei der Kompanie. Bei allen anderen musste ich meine "Kunden" erst mal in die Nähe einer Rufmöglichkeit bugsieren. Oft Kilometerweit.
Rauchsignal, Leuchtrakete ... gab es aber nicht nur ich habe erlebt, wie so etwas folgenlos in der Harzer Nebelsuppe verpuffte. Oder keinen gestört hat weil keiner ausgerechnet da hinguckte.
Funk, GMN und so weiter, ja das gab es. Freilich. Praktisch jedoch oft nicht dort, wo man es gerade gebraucht hätte und wenn, dann fehlten Berechtigungen, Funkschlüssel oder der Akku war alle. Letzteres war bei allem, was schief gehen konnte so etwas wie die Ultima ratio. Darauf war Verlaß.
Alle meine Festnahmen sind gut ausgegangen, alle Einsätze auch aber es hat deren viele gegeben, wo ich mir hinterher eingestehen musste, das nicht nur ich viel Glück hatte. Dass das auch hätte gewaltig schief gehen können, alle Zutaten für kapitales Scheitern reichlich vorhanden waren.
-
Und wir schreiben hier ja eigentlich über die Fälle, wo es schief gegangen ist. Die waren jedoch selten.



Das ist deine Begründung, S51.

Auch wenn ich nicht dabei war, so ist mir die mögliche anwendbare Technik der Jahre bekannt. Es ist eindeutig, dass man hier gewisse Dinge, die du als selten bezeichnest, in Kauf nahm. Sie waren nicht wichtig genug, um hier etwas zu tun. Andererseits argumentierte man, dass man hier an der Nahtstelle der Pakte steht, ein ganz sensibler Bereich. Ein starker Grund, um hier moderne Technik einzusetzen. Wie wollte man denn den Frieden schützen, wenn man sich kaum verständigen kann? Im Fall der Fälle. Oder ging es vielleicht hier gar nicht drum?

Nein, es gab Möglichkeiten, man durfte sie nicht nutzen. Es war für das System besser einen Toten zu verschweigen, als ihm eine möglichst schnelle Hilfe zukommen zu lassen. Er war doch nur ein Verbrecher....ein "Schwein". Zumindest wurde er von nicht wenigen so genannt. Und es war gut, wenn er als Abschreckung anderen noch dienen konnte.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Spartacus » 16. August 2013, 10:13

Und nochmals Danke, besonders S51 für die ausführlichen Schilderungen.

Also das mit der mangelnden Kommunikation kommt mir auch spanisch vor, denn wenn die NATO
euch so angegriffen hätte, dann hättet ihr euch über ein Telefon / Funkgerät gar keinen Kopf
mehr machen müssen, das ihr dann schon lange in Kriegsgefangenschaft gewesen wärt.

Anders herum sind solche Aussagen natürlich sehr interessant und auch bezeichnend, da der
sog. antifachistische Schutzwall eben keiner war, sondern nur das, was er wirklich war.

Wäre es anders gewesen, dann hättet ihr ein ganz andere Ausrüstung gehabt und die gab es
damals auch schon bei euch, denke ich mal.( bin aber nicht so fit, was russische kommunikationstechnik
betrifft!)

Ich stelle mir das gerade so bildlich vor; da brettert ne Einheit Leopard II durch den Wald und der Grenzer
weiß nicht, wie er nun seinen Stab verständigen soll. Mann oh Mann [grins]

LG

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Edelknabe » 16. August 2013, 10:49

Na klar Spartacus, "wir waren nur junge Grenzer im Sinne der Wehrpflicht auf Wacht für den Frieden,bissel naiv noch dazu, die Fremdenlegion und die Nato bestimmt dagegen die Elite". Das wolltest du doch hören Mann wenn ich deinen bissel arroganten Text so lese.

Uns Jörg genauso,nu habt ihr es bestätigt bekommen das Einer verblutet wäre weil der größte Teil der Truppe vorne am Kanten dummerweise aus im Grundberuf erlernten Maurern, Zimmerleuten, Gärtnern, Bäckern, Fleischern,Betonbauern, Elektriker, Gas,Wasser und Scheißeklempnern, Heizungsbauern,Fliesenlegern, Chemielaboranten, Fernmeldetechnikern,Freileitungsmonteuren, Stahlbauern, Schiffsbauern,Schweißern,Handelsmatrosen,Bibliothekaren,Kraftfahrern,Hochdruckkesselheizern,usw in den typischen DDR-Berufen ......aber eben nicht aus der Krankenhausbranche kamen oder gar Rettungssanitäter erlernt haben.

Was für ein Pech für den potenziellen Grenzverletzter aber auch, was für ein Pech? Ich sags doch, hatte es so glaube schonmal in einem meiner Anfangstexte sinngemäß geschrieben:

"In der DDR wusste jeder halbwegs in der Birne aufgeklärte Mitmensch das die Grenze Tabu für ihn ist...wie bei die alten Indianer. Aber na klar, man konnte es ja mal versuchen. Auch auf die Gefahr hin das Leben zu verlieren. Das war dann leider Pech"

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon pentium » 16. August 2013, 11:15

Rein funktechnisch gesehen, muss man natürlich die geografischen Gegebenheiten mit heranziehen und die sehen nun mal im Gebirge anders aus, als wie im Flachland. Ich kenne Gegenden in denen man im tiefen Tal bis heute noch keine Netz hat.
Hier mal eine Auswahl von damaligen Handfunkgeräten. Mal die Sendeleistung beachten!

http://deposit.d-nb.de/ep/netpub/9x/70/ ... -funk.html

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Wosch » 16. August 2013, 11:15

Edelknabe hat geschrieben:Na klar Spartacus, "wir waren nur junge Grenzer im Sinne der Wehrpflicht auf Wacht für den Frieden,bissel naiv noch dazu, die Fremdenlegion und die Nato bestimmt dagegen die Elite". Das wolltest du doch hören Mann wenn ich deinen bissel arroganten Text so lese.

Uns Jörg genauso,nu habt ihr es bestätigt bekommen das Einer verblutet wäre weil der größte Teil der Truppe vorne am Kanten dummerweise aus im Grundberuf erlernten Maurern, Zimmerleuten, Gärtnern, Bäckern, Fleischern,Betonbauern, Elektriker, Gas,Wasser und Scheißeklempnern, Heizungsbauern,Fliesenlegern, Chemielaboranten, Fernmeldetechnikern,Freileitungsmonteuren, Stahlbauern, Schiffsbauern,Schweißern,Handelsmatrosen,Bibliothekaren,Kraftfahrern,Hochdruckkesselheizern,usw in den typischen DDR-Berufen ......aber eben nicht aus der Krankenhausbranche kamen oder gar Rettungssanitäter erlernt haben.

Was für ein Pech für den potenziellen Grenzverletzter aber auch, was für ein Pech? Ich sags doch, hatte es so glaube schonmal in einem meiner Anfangstexte sinngemäß geschrieben:

"In der DDR wusste jeder halbwegs in der Birne aufgeklärte Mitmensch das die Grenze Tabu für ihn ist...wie bei die alten Indianer. Aber na klar, man konnte es ja mal versuchen. Auch auf die Gefahr hin das Leben zu verlieren. Das war dann leider Pech"

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Sinngemäß könnte man auch schreiben: "In der DDR wusste jeder halbwegs in der Birne aufgeklärte Mitmensch daß das Volkseigentum Tabu führ ihn ist (daß mit den Indianern lasse ich jetzt mal weg). Aber na klar, man konnte es ja mal versuchen. Auch auf die Gefahr hin in den Knast zu wandern. Das war dann leider Pech"
Du bist mir schon ´ne Blüte, willst Anderen vorschreiben was sie tun-und lassen dürfen, bei Deiner Vita! [laugh]

Aus Kassel, Wosch
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 16. August 2013, 14:10

Hast Du, @S51 denn keine Zweifel am Zustand der DDR bekommen? Wenn Du mit einem Festgenommenen in der Gegend rumrennst und ihn wegen Ermangelung eines Telefons kaum abliefern konntest?
Deine Beschreibung mit Deinem ans Fenster trommeln am Bahnhof Schierke beschreibt eindeutig, was die DDR doch für ein jämmerliches armseliges Gebilde war.
Da müssten Dir doch irgendwann Zweifel an Deinem Tun gekommen sein?
Wärste man mit dem Flüchtenden nach Torfhaus gelaufen, da konnte man immer telefonieren. [laugh]
Bei jeder anderen Staats-Treibjagd innerhalb der DDR gab es Telefon und es wurde im Vorfeld für den Abtransport des Erlegten gesorgt.

Na ja, auf dem Berg hat auch Heinrich Heine schon den Kopf geschüttelt ...

Gruß Volker
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon augenzeuge » 16. August 2013, 14:31

Edelknabe hat geschrieben: Uns Jörg genauso,nu habt ihr es bestätigt bekommen das Einer verblutet wäre weil der größte Teil der Truppe vorne am Kanten dummerweise aus im Grundberuf erlernten Maurern, Zimmerleuten, Gärtnern, Bäckern, Fleischern,Betonbauern, Elektriker, Gas,Wasser und Scheißeklempnern, Heizungsbauern,Fliesenlegern, Chemielaboranten, Fernmeldetechnikern,Freileitungsmonteuren, Stahlbauern, Schiffsbauern,Schweißern,Handelsmatrosen,Bibliothekaren,Kraftfahrern,Hochdruckkesselheizern,usw in den typischen DDR-Berufen ......aber eben nicht aus der Krankenhausbranche kamen oder gar Rettungssanitäter erlernt haben.


Nein, Rainer, du ziehst die falschen Schlussfolgerungen. Der GV ist nicht verblutet, weil die Leute die falschen Berufe hatten. Er ist verblutet, weil das System so "die Hose voll hatte", weil sie niemanden trauten. Nicht mal allen, die an der Grenze ihren Dienst tun mussten und schon geprüft worden waren.
Wie einfach wäre es doch gewesen, wenn man einen Alarmplan aufgestellt hätte, wie ihn heute jede größere Firma hat. Und wenn man ohne große Genehmigungen einen Trabbi-Kübel hinfahren dürfte, der den GV so schnell es geht ins KH bringt. Du weißt genau, dass dies theoretisch möglich gewesen wäre....

Ich stell mir grad vor wie ich Rainman fragen würde, stell dir vor, da verblutet einer 100m von dir und du darfst keinen rausschicken ihn zu holen.....vermutlich hätte ich mich drüberweg gesetzt, ihn selbst geholt (/wenn man mich nicht auf dem Weg dahin erschossen hätte) und anschließend dafür nach Schwedt gekommen. Weil es der GV nicht wert war....nicht wahr? [bloed] Nun sag mir was an den Gedanken falsch ist!

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Edelknabe » 16. August 2013, 17:20

Na ja Jörg siehe "Niemanden trauten". Rainman hatte es so glaube schonmal ganz gut beschrieben und S51 auch. Die Zeiten des Kalten Krieges...vor und danach ebenfalls in den Jahren waren nunmal so das der Grenzverletzer ein Feind des Sozialismus war. Da biss die Maus keinen Faden ab, ein Feind war ein Feind und konnte einfach nicht mit Milde der zuständigen Grenzorgane rechnen.

Hier logischerweisein in der Pflicht der GWdienstleistende und seine Vorgesetzte und der GWL hatte nunmal die Pflicht, die Befehle seiner Vorgesetzten auszuführen, umzusetzen und wenn der Offizier meinte der Mann, die Frau brauche kein Wasser(auch in Stressituationen,nach Verhaftung, am Rande des Zusammenbruch) bekam er halt nix.

Und na klar, du junger Held hättest entgegen Befehl und sonstwas gehandelt, immer menschlich, immer im Sinne des "armen Teufel" der da gerade aufgegriffen wurde.Ich muss da immer so schmunzeln weil eben die Zeiten einfach nicht dafür geschaffen waren. Ja klar, du hättest ihm noch einen Kaffee gekocht hahaha und aus der Brotbüchse verköstigt hahaha.

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Spartacus » 16. August 2013, 17:25

Edelknabe hat geschrieben:Na klar Spartacus, "wir waren nur junge Grenzer im Sinne der Wehrpflicht auf Wacht für den Frieden,bissel naiv noch dazu, die Fremdenlegion und die Nato bestimmt dagegen die Elite". Das wolltest du doch hören Mann wenn ich deinen bissel arroganten Text so lese.


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Das nächste Mal schreibe ich fett SATIRE dahinter, Rainer [hallo]

pentium hat geschrieben:Rein funktechnisch gesehen, muss man natürlich die geografischen Gegebenheiten mit heranziehen und die sehen nun mal im Gebirge anders aus, als wie im Flachland. Ich kenne Gegenden in denen man im tiefen Tal bis heute noch keine Netz hat.
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Danke Pentium, jetzt wird mir so einiges klar. Ich hätte echt gedacht, dass man da bei weitem besser ausgerüstet ist,
aber wie gesagt, ist ja nicht mein Fachgebiet gewesen. Wenn ich mich recht entsinne, bekamen wir 1986 die ersten
GPS - Geräte, die aussahen wie Autoradios und eine Genauigkeit von 100 Metern hatten. Und wir hatten Satelitten -
Telefone, da hab ich sogar irgendwo noch ein Foto, wenn es weit gehen musste. Funktechnisch hatten wir die amerik.
Funkgeräte AN/VRC 103 ( 50 Watt ) mit einer Reichweite von ungefähr 30 KM, also auch nicht die Welt, aber völlig ausreichend. Nur mal so zum Vergleich.

LG

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Spartacus » 16. August 2013, 17:37

Edelknabe hat geschrieben:Na ja Jörg siehe "Niemanden trauten". Rainman hatte es so glaube schonmal ganz gut beschrieben und S51 auch. Die Zeiten des Kalten Krieges...vor und danach ebenfalls in den Jahren waren nunmal so das der Grenzverletzer ein Feind des Sozialismus war. Da biss die Maus keinen Faden ab, ein Feind war ein Feind und konnte einfach nicht mit Milde der zuständigen Grenzorgane rechnen.

Hier logischerweisein in der Pflicht der GWdienstleistende und seine Vorgesetzte und der GWL hatte nunmal die Pflicht, die Befehle seiner Vorgesetzten auszuführen, umzusetzen und wenn der Offizier meinte der Mann, die Frau brauche kein Wasser(auch in Stressituationen,nach Verhaftung, am Rande des Zusammenbruch) bekam er halt nix.

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Rainer,

das ihr wahrscheinlich von der Genfer Konvention oder der Haager Landkriegsordnung nie was gehört habt, nehme ich
mal an? Nur, hast Du persönlich niemals versucht, Dich in die Lage der GV reinzuversetzen?

S51 scheint das zumindest gelungen zu sein.

LG

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Volker Zottmann » 16. August 2013, 17:43

Was wir hatten oder nicht hatten ist jetzt unerheblich! Es war schlicht nicht vorgesehen "ausblutende Schweine" (Originaltext im Grenzbereich Sorge) zu versorgen.

Mein Vater kroch 1944 von den Vogesen bis zur Scheeeifel als Funker rum. Die schleppten damals Kabeltrommeln bis 60kg mit sich rum, um die zu verlegen.
Wer will mir erzählen, dass in der Brocken-Grenzregion bei all den verpulverten Milliarden kein Feldtelefonkabel hätte verlegt werden können?
So wie es der Edelknabe heute noch zum Besten gibt, so verachtenswert war das Verhalten der Obrigkeit. Verbrecher an der Spitze!

Gruß Volker
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Edelknabe » 16. August 2013, 18:02

Siehe Spartacus mit:

"Rainer,

das ihr wahrscheinlich von der Genfer Konvention oder der Haager Landkriegsordnung nie was gehört habt, nehme ich
mal an? Nur, hast Du persönlich niemals versucht, Dich in die Lage der GV reinzuversetzen?"

Haager Landkriegsver....was? Oder Genfer Konvention...was. "Spartacus der Edel-Legionär, immer fair zu dem gerade im Panzer abgeschossenen und wenn der Feind denn überlebt hätte wäre die Feldflasche das Erste gewesen, was er Ihm an die Lippen gehalten hätte? Willst du mich veralbern Mann und ja ich möchte dir wirklich nicht zu nahe treten, du hast den Tod gesehen, (siehe deine Fotos über die Legion)der Rainer als junger GWL nicht...und das gottdseidank?

Rainer-Maria und klar Interessierter, fiel dir wieder nur das Volkseigentum ein...eine schwache mittlerweile recht ausgenutschte Vorstellung.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Beitragvon Spartacus » 16. August 2013, 18:15

Edelknabe hat geschrieben:Siehe Spartacus mit:

"Rainer,

das ihr wahrscheinlich von der Genfer Konvention oder der Haager Landkriegsordnung nie was gehört habt, nehme ich
mal an? Nur, hast Du persönlich niemals versucht, Dich in die Lage der GV reinzuversetzen?"

Haager Landkriegsver....was? Oder Genfer Konvention...was. "Spartacus der Edel-Legionär, immer fair zu dem gerade im Panzer abgeschossenen und wenn der Feind denn überlebt hätte wäre die Feldflasche das Erste gewesen, was er Ihm an die Lippen gehalten hätte? Willst du mich veralbern Mann und ja ich möchte dir wirklich nicht zu nahe treten, du hast den Tod gesehen, (siehe deine Fotos über die Legion)der Rainer als junger GWL nicht...und das gottdseidank?

Rainer-Maria und klar Interessierter, fiel dir wieder nur das Volkseigentum ein...eine schwache mittlerweile recht ausgenutschte Vorstellung.


Rainer,

schau in meinem Tread nochmal genau nach, dann wirst Du sehen, wie wir Kriegsgefangene behandelt haben.
Die haben nicht nur Wasser erhalten, sondern auch Verpflegung + Zigaretten. Wenn sie verwundet waren, wurden
sie behandelt und dann nach hinten in ein Krankenhaus verlegt.

Ganz normaler Vorgang, nicht besonderes, da es sich dem "Feind" gegenüber einfach so gehört!

So haben wir es gelernt und auch umgesetzt. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, das wenn es mal andersrum
kommt, wir das selbe Glück haben.

LG

Sparta

P.S. in meinem Tread siehe Seite 3


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