Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Es gab zwischen beiden deutschen Staaten große Unterschiede in der Sozialpolitik (welche ja eine der Philosophien des DDR-Sozialismus war). Wo lagen die Unterschiede? Wie effektiv waren beide Sozialsysteme? Was war ungerecht, was war gerecht? Wie ist es im Vergleich zu heute?
Der Bereich für Diskussionen zu den Sozialen Systemen der beiden deutschen Staaten.

Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon augenzeuge » 22. Oktober 2016, 09:17

Ich habe die Aussage bewusst mit Fragezeichen versehen.

Frauen waren in der DDR nach zwei neuen Studien nicht gleichberechtigt. Sie wurden zwar in die sozialistische Arbeitswelt integriert, stiegen aber selten auf und wurden schlecht bezahlt. Ihr Leben war oft eine Mehrfachbelastung: Arbeit, Haushalt, Kinder.


Anders als in der Bundesrepublik hatten die Frauen in der DDR bald nach dem Zweiten Weltkrieg dieselben Rechte wie die Männer. Ihre Gleichberechtigung wurde bereits in der Sowjetischen Besatzungszone, dann in der ersten DDR-Verfassung 1949 festgelegt. Die Frauen verdienten ihr eigenes Geld und waren wirtschaftlich unabhängig. Dennoch hat Anna Kaminsky…
"…eine sehr kritische Sicht auch auf das, was Gleichberechtigung von Frauen betrifft. Das aus meiner Sicht eine Gleichberechtigung auf Kosten der Frau war - und zwar vor allem eine Gleichberechtigung als Arbeitskraft. Und viele andere Bereiche spielten weder politisch noch von theoretischen Überlegungen her eine große Rolle. Sondern man verließ sich schon darauf, dass die Frauen das schaffen."


http://www.deutschlandfunk.de/frauen-in ... _id=369112

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Beethoven » 23. Oktober 2016, 06:34

Ja, dem Papier nach, waren die Frauen in der DDR gleichberechtigt und ich glaube auch vor dem Gesetz.

Frauen hatten im Grunde genommen die gleichen Aufstiegschancen wie die Männer und es studierten sehr viele Frauen und schlossen das Studium auch ab. Jedoch, wenn ich mir so die Chefetagen vorstelle, natürlich nur die die mir leidlich bekannt sind, dann waren die Herren die Leiter und Chefs, zumindestens in der Masse.

Das Frauen bei gleicher Arbeit oder gleichem Dienstposten schlechter bezahlt wurden, so wie es heute durchaus üblich ist, würde ich bestreiten. Im öffentlichen Dienst ist dies heute auch nicht der Fall. Eher eben in der Wirtschaft.

Natürlich haben die Frauen und Mädchen den Nachteil (ein liebenswerter) dass sie unsere Kinder austragen und zumindestens in den ersten Monaten, unerlässlich sind, für deren Gedeihen. Dafür können wir unsere Frauen und Mädchen nur lieb haben und ehren. Das dies beruflich ein Nachteil ist, spüren die Frauen und Mädchen heute mehr als zu Zeiten der DDR, möchte ich meinen. Es gibt zwar Gesetze dagegen jedoch ist es gerade in der mittelständischen Industrie oder Firmen eben dieser Nachteil, dass der Personalchef oder der Chef darüber bestimmt ob die Frau, das Mädchen, eine bestimmte Anstellung bekommt. Das man eine Frau ist und eventuell Kinder bekommen kann, war in der DDR kein Grund, einen bestimmten Posten nicht zu erhalten, für den die Frau, das Mädchen, qualifiziert war. Wenn dies trotzdem vorkam, war es eine Schweinerei.

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Danny_1000 » 23. Oktober 2016, 07:53

augenzeuge hat geschrieben:Ich habe die Aussage bewusst mit Fragezeichen versehen.

Frauen waren in der DDR nach zwei neuen Studien nicht gleichberechtigt. Sie wurden zwar in die sozialistische Arbeitswelt integriert, stiegen aber selten auf und wurden schlecht bezahlt. Ihr Leben war oft eine Mehrfachbelastung: Arbeit, Haushalt, Kinder.
.....AZ

Dass mit der Integration in die sozialistische Arbeitswelt klingt mir zu politisch negativ. Die meisten Frauen, welche ich aus meiner Arbeitswelt kannte wollten arbeiten. Die Betriebe sicherten ihnen nach dem einjährigen Babyurlaub z.B. ihren alten Arbeitsplatz und nach einer dreijährigen Pause einen Arbeitsplatz im Betrieb zu.

Dass Frauen bei vergleichbaren Tätigkeiten schlechter bezahlt wurden als ihre männlichen Kollegen, ist eine Lüge !

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon AkkuGK1 » 23. Oktober 2016, 07:58

da gehe ich mit dem Beethoven, die Frauenrechte waren in DDR sogar besser als heute. Ein freier Arbeitstag im Monat, Frauenruheraum, Kinderbetreuung auch für Schichtarbeiter und wenn die Kinder krank waren gab es Lohnfortzahlung - unbegrenzt. Mobbing von Schwangeren oder Müttern im Arbeitsalltag? Ausgeschlossen, dies hätte für jeden "Chef" maximalen Ärger bedeutet.

Kariere war aber ziemlich begrenzt. Führungspositionen so gut wie ausgeschlossen.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Nostalgiker » 23. Oktober 2016, 08:32

" Ihr Leben war oft eine Mehrfachbelastung: Arbeit, Haushalt, Kinder. "

Lag diese "Mehrbelastung" nicht eher am sich hartnäckig in weiten Kreisen der Bevölkerung haltenden Klischee der Rolle der Frau in der Familie und nicht so sehr an der Gesellschaft?

Auch Heute ist die Auffassung das die Frau wegen ihrer "natürlichen" Bestimmung in der Mutterrolle aufgeht und es ihrem ebenfalls natürlichen Bedürfnis entspricht den Haushalt zu machen.
Mit anderen Worten, die Frau gehört an den Herd im ehelichen Heim und nicht in irgendeine Arbeitswelt.


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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon augenzeuge » 23. Oktober 2016, 10:17

Nostalgiker hat geschrieben:"Auch Heute ist die Auffassung das die Frau wegen ihrer "natürlichen" Bestimmung in der Mutterrolle aufgeht und es ihrem ebenfalls natürlichen Bedürfnis entspricht den Haushalt zu machen. Mit anderen Worten, die Frau gehört an den Herd im ehelichen Heim und nicht in irgendeine Arbeitswelt.
Nostalgiker


Das war mal wirklich so. Im Westen besonders in ländlichen Regionen. Allerdings hat sich die Meinung in den letzten 15 Jahren gewandelt, zwangsweise. Das Geld der Frau ist notwendiger geworden, der Verdienst des Mannes gerade in den ersten Jahren beruflicher Tätigkeit gefallen. Selbst kleine Kindergärten auf dem Land bieten Mittags ein warmes Essen. Früher kochte die Mutter. Und da kam der Mann zum Essen auch nach Hause. Heute ist man viel stärker mobil und oft weiter weg.

Die Gleichberechtigung ist deutlich gestiegen. Dafür spricht auch, dass zunehmend mehr Männer anfangs zu Hause bleiben und Elterndienst übernehmen. Das würden sie nicht tun können, wenn die Frau viel weniger verdienen würde. Warum gab es das eigentlich in der DDR nicht?

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Volker Zottmann » 23. Oktober 2016, 10:50

augenzeuge hat geschrieben:
Die Gleichberechtigung ist deutlich gestiegen. Dafür spricht auch, dass zunehmend mehr Männer anfangs zu Hause bleiben und Elterndienst übernehmen. Das würden sie nicht tun können, wenn die Frau viel weniger verdienen würde. Warum gab es das eigentlich in der DDR nicht?

AZ


In der DDR gab es genaugenommen auch nur eine Scheingleichberechtigung! Das meine ich aber nun mal andersherum. Zum Beispiel gab es für die berufstätigen Frauen einen monatlichen Haushaltstag. Den bekamen alleinerziehende Männer auch, aber nur auf Antrag.
Der "normale" Ehemann hingegen konnte nicht wählen, ob seine Frau oder aber er selbst den Haushaltstag beansprucht. Hier war also auch keine Gleichheit gegeben, so, dass die Eheleute hätten selbst und frei darüber bestimmen können.

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon karnak » 23. Oktober 2016, 11:43

Volker Zottmann hat geschrieben:Der "normale" Ehemann hingegen konnte nicht wählen, ob seine Frau oder aber er selbst den Haushaltstag beansprucht. Hier war also auch keine Gleichheit gegeben, so, dass die Eheleute hätten selbst und frei darüber bestimmen können.

[flash] Haste ja wieder was rausgefunden.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Nostalgiker » 23. Oktober 2016, 12:18

Ab Mitte der 80ger Jahre gab es für ledige Männer ab 40 den Haushaltstag ohne Antrag, wie auch immer der hätte aussehen sollen.

Da war doch die alte BRD in dieser Frage viel "Moderner", schaffte sie doch den in einzelnen Bundesländern existierenden Haushaltstag für Frauen einfach ab nachdem das Bundesverfassungsgericht 1979 herausfand das die Gewährung des Haushaltstages nur für Frauen einer Ungleichbehandlung beider Geschlechter und damit einer Diskriminierung gleichkäme. Das ist Verfassungswidrig. Ja mit der Würde des Menschen hat es das Verfassungsgericht öfters, besonders wenn sie nichts kostet.....


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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Spartacus » 23. Oktober 2016, 13:18

Eigentlich müssten hier ja die ehem. DDR Mädels antworten, aber da haben wir ja keine im Forum. [hallo]

permanent am Limit?


Na und ob, denn bei all der Lobhudelei habt ihr eins vergessen: Den ständigen Kampf der DDR - Frau, den lieben daheim was für den Kochtopf zu organisieren.
Meine Mutter bezeichnet das noch heute als vertane Lebenszeit, denn wenn sie um 16 Uhr Dienstschluß hatte, war eben noch lange nicht Schluß, denn dann
ging das erbärmliche schlangestehen los. Vor 18 Uhr war sie nie zu Hause, dann noch für die Männer kochen, Haushalt machen. Wenn sie Glück hatte war sie
so gegen 21 Uhr mit allem fertig. Das änderte sich erst nach der Wende, denn dann konnte sich Muttern endlich eine Kühltruhe anschaffen und musste auch
nur noch einmal die Woche zum einkaufen. In knapp 2 Stunden hatte sie dann alles was sie brauchte und gut war`s. War für meine Mutter eine enorme Erleichterung,
auch das es nun alles gab und sie konnte die dadurch gewonnene Lebenszeit endlich sinnvoll nutzen.

LG

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Beethoven » 23. Oktober 2016, 17:38

Das Einkaufen war schon manchmal so´n Ding. Aber das haben wir als Männer wohl auch erlebt, wenn wir los zogen um die "schwereren" Dinge einzukaufen. Aber am Ende war immer was im Topf, es hat gut geschmeckt und man wurde satt, auch wenn es kein Kalbsfilet war, was ich heute auch nicht auf dem Teller finde.

Aber die Frau in der Bundesrepublik hatte wirklich so manches Ding zu ertragen. Da hatte der Ehemann die Möglichkeit seiner Frau das Arbeiten zu verbieten. Erst 1977 wurde das Gesetz geändert. Bis 1. Juli 1958 hatte der Mann, wenn es ihm beliebte, den Anstellungsvertrag der Frau nach eigenem Ermessen und ohne deren Zustimmung fristlos kündigen können. In Bayern mussten Lehrerinnen zölibatär leben wie katholische Pfarrer . Heirateten sie, mussten sie ihren Beruf aufgeben. Denn sie sollten in Gänze für die Erziehung fremder Kinder zur Verfügung stehen. Oder eben, Zeit haben, sich um den eigenen Nachwuchs zu kümmern.

Solche Dinge waren in der DDR einfach nicht denkbar.

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon augenzeuge » 23. Oktober 2016, 18:54

Du hast recht, Beethoven. Das war mal so...in der Theorie. Ich habe diese Zeit nicht real erlebt, aber aus Erzählungen habe ich nie gehört, dass eine Frau unbedingt arbeiten wollte und der Mann es ihr verboten hatte. Von den Lehrerinnen in Bayern, die wie ein Geistlicher leben mussten, weiß ich nichts.

Aber es ist noch heute ein Problem, wenn man an einer katholischen Einrichtung arbeitet, und man sich scheiden lassen möchte oder muss. Dann kann man tatsächlich den Job verlieren. Unabhängig der Schuldfrage.
AZ
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Volker Zottmann » 23. Oktober 2016, 19:03

Per Gesetz zwar nicht Beethoven,

Aber seit 1969 bis 1989 hat mein ehemaliger Maurerkollege seiner Frau auch jedwede Arbeit verboten. Die war unterwürfig immer zu Hause geblieben. Mit nur 1 Kind und dann vielleicht 15 jahren Verspätung einem Nachzügler.
Ich weiß das, weil ich mit dem Alfred immer in der gleichen Feierabendbrigade werkelte. Wir taten das um Geld zu ersparen, und er nur, weil seins nie zum normalen Leben reichte. War ganz schön bekloppt, aber solche Fälle gab es auch!

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon pentium » 23. Oktober 2016, 19:08

augenzeuge hat geschrieben:Du hast recht, Beethoven. Das war mal so...in der Theorie. Ich habe diese Zeit nicht real erlebt, aber aus Erzählungen habe ich nie gehört, dass eine Frau unbedingt arbeiten wollte und der Mann es ihr verboten hatte. Von den Lehrerinnen in Bayern, die wie ein Geistlicher leben mussten, weiß ich nichts.

Aber es ist noch heute ein Problem, wenn man an einer katholischen Einrichtung arbeitet, und man sich scheiden lassen möchte oder muss. Dann kann man tatsächlich den Job verlieren. Unabhängig der Schuldfrage.
AZ


Na ja da hat der @Beethoven mal wieder nur die Hälfte gelesen und die Hälfte dann falsch verstanden. Also ein kleiner Erklärbär:

Lehrerinnenzölibat

1880 wurde der Lehrerinnenzölibat im Deutschen Reich per Ministererlass eingeführt. Er untersagte Lehrerinnen zu heiraten; auf eine Missachtung folgte die Kündigung. Im Großherzogtum Baden wurde der Beamtinnenzölibat 1888 eingeführt.[1] Er entzog einer Beamtin bei Heirat den Beamtenstatus, machte die Stelle somit kündbar, gleichzeitig erlosch der Anspruch auf Ruhegehalt.

Aus heutiger Sicht erscheint es schwer verständlich, dass die bürgerliche Frauenbewegung mit dem Lehrerinnenzölibat auch emanzipative Aspekte verknüpfte: Im Zuge der bürgerlichen Frauenbewegung hatten sich Frauen am Ende des 19. Jahrhunderts den Zugang zum Besuch mittlerer und höherer Bildungseinrichtungen und zu einer Reihe qualifizierter Berufe erkämpft, meist im pädagogischen und sozialen Bereich. Ob Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren waren, stand für Frauen aus der Arbeiterklasse außer Frage. Für die bürgerliche Frauenbewegung blieb dies vorerst ungeklärt. Auf Familie zu verzichten, um sich bewusst beruflicher Erfüllung zu widmen, galt durchaus als emanzipative Entscheidung. Der Lehrerinnenzölibat brachte damit die „innere Berufung“ zum Ausdruck und prägte das Berufsethos der Lehrerinnen.

Gleichzeitig gab es Versuche, den Lehrerinnenzölibat auch mit religiösen Werten symbolisch aufzuwerten. So schrieb die langjährige Vorsitzende des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen, Maria Johanna Schmitz, die sich schon in der Weimarer Nationalversammlung für den Lehrerinnenzölibat ausgesprochen hatte:

„Die Lehrerin – wie wir sie gewünscht und erzogen haben – soll sich mit ganzer Kraft ihrem Beruf widmen. Sie soll ausscheiden aus dem Beruf, wenn sie erkennt, daß sie in die Ehe eintreten und einen anderen hochwertigen Beruf ergreifen soll. Sie soll, solange sie in der Schule steht, ungeteilt sein. Und sie soll aus diesem Erleben heraus die Fähigkeit haben, den Lehrberuf auch als Lebensberuf zu sehen, sich ihm für immer zu weihen, und sie kann das um so mehr, wenn sie in der katholischen Kirche steht, die ihr in der Lehre von der gottgeweihten Jungfräulichkeit einen herrlichen Fingerzeig, ja eine Verklärung für diese Ganzheitsaufgabe des Berufes gibt. Es ist eine soziale Tat unseres Vereins, wenn er von seinen Mitgliedern erwartet, daß gerade sie, die Volkserzieherinnen, nicht Ehe und Schuldienst miteinander verbinden. Sie sollen vorleben, was sie als soziale Entwicklung erwarten: die Wiedergewinnung der Frau ungeteilt für Familie… Unser Ideal ist die Verbindung christlicher Jungfräulichkeit mit dem Lehrerinnenideal. Die ist in einer Zeit, wo ein heiliger Radikalismus dem Radikalismus der Gottlosen gegenübergestellt werden muß, so zeitgemäß wie je“

– Katholische Frauenbildung 1955, S. 80 f.

Viele Frauenrechtlerinnen, wie etwa Maria Lischnewska, setzten sich allerdings auch für eine Aufhebung des Heiratsverbotes ein.

In Artikel 128 II der Weimarer Reichsverfassung 1919 wurde der Lehrerinnenzölibat auf Antrag der SPD mit Zustimmung von DDP, DVP und USPD abgeschafft: „Alle Ausnahmebestimmungen gegen weibliche Beamte werden beseitigt.“ Schon im Oktober 1923 wurde er aus arbeitsmarktpolitischen Gründen wieder eingeführt: Die Personalabbauverordnung erlaubte die Entlassung verheirateter Beamtinnen, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Stellen für Männer zu sichern. Unverheiratete Lehrerinnen mussten eine „Ledigensteuer“ – einen zehnprozentigen Lohnsteueraufschlag – bezahlen. Da sie auch weniger verdienten als gleichrangige männliche Lehrer, konnte eine Heirat schon aus finanziellen Gründen eventuell als erstrebenswert erscheinen. Die Personalabbauverordnung galt bis 1951 (außer in der DDR); erst danach konnten Lehrerinnen eine Familie gründen und weiterhin beruflich tätig sein.

Im Dienstrecht des Landes Baden-Württemberg bestand trotzdem noch bis 1956 die Regelung, dass eine Lehrerin im Fall der Heirat ihre Stellung zu quittieren hatte. Darum gab es besonders an Grundschulen noch viele unverheiratete Lehrerinnen.

Das Bundesarbeitsgericht hob die Zölibatsklausel mit Urteil vom 10. Mai 1957 auf.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lehrerinnenz%C3%B6libat

Fazit: Von Bayern steht hier nichts...gut Baden fängt auch mit B an. Wobei, woher soll ein alter Militärsmann sich mit solchen Zivilkram auch auskennen, noch dazu teilweise vom "Klassenfeind"...

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Beethoven » 24. Oktober 2016, 08:08

Pentium, ich schrieb nicht von der Weimarer Republik sondern explizit von Bayern, nach dem 2. großen Kriege.
Das was Du ausführst und mein Gedanke (Bayern) hörte und sah ich mal vor ein paar Jahren bei irgend einer Sendung in Phönix oder N24 oder so.

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Kumpel » 24. Oktober 2016, 08:29

Beethoven hat geschrieben:Das Einkaufen war schon manchmal so´n Ding.
...............
Gruß



Manchmal?
Ich kenne das als permanenten Kampf und Belastung meiner Mutter , die alleinstehend drei halbwüchsige Söhne mit einem eher unterdurchschnittlichen Einkommen durchbringen musste.
Das ging schon bei der Bekleidung und Schuhen los , entweder schweineteuer oder nicht zu bekommen.
Von derartigen Problemen im Alltag hatte ein NVA Offizier natürlich kaum eine Ahnung.
Die Krönung waren dann noch diese unverschämten, unfreundlichen Verkäuferinnen , denen dieses sozialistische Mangelsystem jedweden Respekt vor den bittstellenden Kunden abgewöhnt hatte.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Beethoven » 24. Oktober 2016, 09:05

Kumpel hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Das Einkaufen war schon manchmal so´n Ding.
...............
Gruß



Manchmal?
Ich kenne das als permanenten Kampf und Belastung meiner Mutter , die alleinstehend drei halbwüchsige Söhne mit einem eher unterdurchschnittlichen Einkommen durchbringen musste.
Das ging schon bei der Bekleidung und Schuhen los , entweder schweineteuer oder nicht zu bekommen.
Von derartigen Problemen im Alltag hatte ein NVA Offizier natürlich kaum eine Ahnung.
Die Krönung waren dann noch diese unverschämten, unfreundlichen Verkäuferinnen , denen dieses sozialistische Mangelsystem jedweden Respekt vor den bittstellenden Kunden abgewöhnt hatte.



Permanenter Kampf? Na ja, wenn Deine Mutter wenig verdiente wird es ihr sicherlich schwerer gefallen sein, als der Einkauf eines besser Verdienenden. Das ist heute vermutlich nicht anders. Aber ich kann mir nicht vorstellen, außer unmittelbar in den Nachkriegsjahren, dass ihr hungern musstet. Wenn doch, erklärt sich dadurch einiges. Mangelerscheinung in der Kindheit und Jugend haben oft Spätfolgen. [shocked]

Kennst Du sicherlich - "wie man in den Wald hinein ruft so ..." . Wenn man nett zur Verkäuferin war, war auch die nett zum Kunden. Versuchtest Du dies je?

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Kumpel » 24. Oktober 2016, 09:26

Das ist natürlich nur wieder arroganter Unfug , was du hier von dir gibst, der wieder einmal
dein Unwissen dokumentiert von diesem Land für das du dich angeblich hättest erschießen lassen.
Von Hunger war nun überhaupt keine Rede , diese Bemerkung schreibe ich mal deinem Charakter zu alles was nicht in dein Bild passt zu diffamieren.
Und über das Verhalten von Verkaufspersonal in den staatlichen Verkaufsstellen in der DDR
benötige ich keine Belehrungen und schon gar nicht von dir.
Ich kann mich noch bestens an die oftmals herablassend unwillige Art und Weise der Damen erinnern , wenn man sich erdreistete bereits mit der eigenen Anwesenheit ihre privates
Schwätzchen mit den Kolleginen zu stören.
Ohne genügen Alumark oder andere knappe Güter war das Leben in der DDR schon recht anstrengend um nicht zu sagen von einer permanenten Ärgerlichkeit geprägt.
Mit einer gewissen Genugtuung habe ich dann um 1990 zur Kenntnis genommen, dass
einer um den anderen dieser Läden dicht gemacht wurden und die Damen genügend Zeit hatten ihren Umgang mit ihren damaligen Kunden in der DDR zu überdenken.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon karnak » 24. Oktober 2016, 09:35

Kumpel hat geschrieben:Mit einer gewissen Genugtuung habe ich dann um 1990 zur Kenntnis genommen, dass
einer um den anderen dieser Läden dicht gemacht wurden und die Damen genügend Zeit hatten ihren Umgang mit ihren damaligen Kunden in der DDR zu überdenken.

Meine Fresse was erzählst Du nur für ein Zeug.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Volker Zottmann » 24. Oktober 2016, 09:49

karnak hat geschrieben:
Kumpel hat geschrieben:Mit einer gewissen Genugtuung habe ich dann um 1990 zur Kenntnis genommen, dass
einer um den anderen dieser Läden dicht gemacht wurden und die Damen genügend Zeit hatten ihren Umgang mit ihren damaligen Kunden in der DDR zu überdenken.

Meine Fresse was erzählst Du nur für ein Zeug.



Herrlich und wahr beschrieben, Kumpel! Und lass Dich nicht entmutigen!

Es hat wohl Gründe, warum sich Menschen wie Du und ich irrsinnig über die aufgestoßenen "Gefängnismauern" freuten. Mit uns Millionen!!!
Dass die paar schon damals Zufriedenen nun nicht begreifen, wovon überhaupt die Rede ist, bestätigt doch nur hervorragend ihre damalige und dann verlorene Privilegiertheit.

Gruß Volker
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon AkkuGK1 » 24. Oktober 2016, 10:56

bei uns hatte der Laden für Kfz Bauteile als erstes zu, bei dem Heini wollte keiner mehr etwas kaufen. Oder der Reifenhändler hatte es auch nach der Wende schwer. Es gab auch freundliche Verkäuferinnen.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Beethoven » 24. Oktober 2016, 11:12

Kumpel hat geschrieben:Das ist natürlich nur wieder arroganter Unfug , was du hier von dir gibst, der wieder einmal
dein Unwissen dokumentiert von diesem Land für das du dich angeblich hättest erschießen lassen.
Von Hunger war nun überhaupt keine Rede , diese Bemerkung schreibe ich mal deinem Charakter zu alles was nicht in dein Bild passt zu diffamieren.
Und über das Verhalten von Verkaufspersonal in den staatlichen Verkaufsstellen in der DDR
benötige ich keine Belehrungen und schon gar nicht von dir.
Ich kann mich noch bestens an die oftmals herablassend unwillige Art und Weise der Damen erinnern , wenn man sich erdreistete bereits mit der eigenen Anwesenheit ihre privates
Schwätzchen mit den Kolleginen zu stören.
Ohne genügen Alumark oder andere knappe Güter war das Leben in der DDR schon recht anstrengend um nicht zu sagen von einer permanenten Ärgerlichkeit geprägt.
Mit einer gewissen Genugtuung habe ich dann um 1990 zur Kenntnis genommen, dass
einer um den anderen dieser Läden dicht gemacht wurden und die Damen genügend Zeit hatten ihren Umgang mit ihren damaligen Kunden in der DDR zu überdenken.


Weist Du lieber Kumpel, Du wirfst mir Arroganz und "nicht Wissen" vor, weil ich, Deiner Meinung nach, als Offizier der NVA, außerhalb der normalen Gesellschaft gelebt habe. Das ist so borniert und dumm, wie es nur sein kann. Ich lebte in der gleichen Welt wie Du und weitere 17 Millionen Menschen. Lediglich mein Arbeitsplatz, an welchem ich mich allerdings vermutlich täglich länger aufgehalten habe, als Du an dem Deinigen, war eben etwas anders strukturiert. Ansonsten lebte meine Familie und ich genauso in der DDR, mit ihren schönen und weniger schönen Seiten, wie Du. Allerdings habe ich mir um das MfS und das Grenzregime keine Sorgen gemacht, weil es mich nicht betraf. Alles andere, ob nun in Rostock, Lehnin, Bergen auf Rügen oder Strausberg, waren normale Städte.

Das Du Dich darüber freust, wenn Frauen aus der DDR ihren Job verloren, ist für mich beredter Beweis, Deines Kleingeistes.

Ich weiß gar nicht warum ich mich auf Dich hier einlasse. Ich habe in der DDR mein Ding für meine Familie, den Staat und mich gemacht und Gleiches in der neuen Gesellschaftsordnung. Wenn Dir das damals und heute nicht gelingt - so lass Deinen Frust an denen aus, die für Dein persönliches Unwohlsein die Schuld tragen. [hallo]

Gruß
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

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Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon karnak » 24. Oktober 2016, 12:02

AkkuGK1 hat geschrieben:bei uns hatte der Laden für Kfz Bauteile als erstes zu, bei dem Heini wollte keiner mehr etwas kaufen. Oder der Reifenhändler hatte es auch nach der Wende schwer.

[flash] Ja so ward ihr Revolutionäre, als ihr an der Macht wart habt ihr eure KFZ-Ersatzteile und Winterreifen auf der Grundlage von ideologischer Abrechnung gekauft. So ist er, der deutsche Revolutionär, gegen den kommt keine Macht der Welt an.
Wer war denn eigentlich DER KFZ- Bauteil oder Reifenhändler aus VEB Zeiten an dem man seine kollektiven Rachegelüste mittels Kaufboykott , wie hat man den denn festgemacht? Ich befürchte es war der alte, natürlich stattbekannte, Parteisekretär von dem Laden der diesen von der Treuhand für eine DM gekauft hat. [flash]
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon pentium » 24. Oktober 2016, 12:08

karnak hat geschrieben:
AkkuGK1 hat geschrieben:bei uns hatte der Laden für Kfz Bauteile als erstes zu, bei dem Heini wollte keiner mehr etwas kaufen. Oder der Reifenhändler hatte es auch nach der Wende schwer.

[flash] Ja so ward ihr Revolutionäre, als ihr an der Macht wart habt ihr eure KFZ-Ersatzteile und Winterreifen auf der Grundlage von ideologischer Abrechnung gekauft. So ist er, der deutsche Revolutionär, gegen den kommt keine Macht der Welt an.
Wer war denn eigentlich DER KFZ- Bauteil oder Reifenhändler aus VEB Zeiten an dem man seine kollektiven Rachegelüste mittels Kaufboykott , wie hat man den denn festgemacht? Ich befürchte es war der alte, natürlich stattbekannte, Parteisekretär von dem Laden der diesen von der Treuhand für eine DM gekauft hat. [flash]


Und deshalb waren die Frauen in der DDR, permanent am Limit, wegen der geschlossenen Kfz und Reifenläden?
Zumindest versteh ich jetzt, warum der Thread so heißt, wie er heißt.

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon karnak » 24. Oktober 2016, 12:29

Hast ja recht, ist eben wie bei Loriot der Verein "Karneval trotz Frau und Umwelt " [flash] Aber zu solchem Zeug muss ich einfach was sagen. Nicht auszudenken wenn sich derartige Geschichtsbeschreibung Bahn bricht oder von den Helden der Revolution vor Schulklassen zum Vortrag kommt. [flash]
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Kumpel » 24. Oktober 2016, 12:41

Nun ja lieber Beethoven,

wenn ich nicht wie bereits mehrfach geschrieben einen ähnlichen Fall wie dich
in der Familie gehabt hätte würde ich auch nicht so vehement artikulieren, dass
Leute wie du nur einen sehr eingeschränkten Blick auf die tatsächliche Situation in der DDR hatten.
Die allgemeine Beliebtheit von Uniformierten wie du waren in der DDR bekanntermaßen eher begrenzt, so dass sich dir manch aufschlussreicher Einblick ohnehin verschloss , wenn du überhaupt Interesse hattest diesen wahrzunehmen.
Das du dich vor dieser Erkenntnis sperrst kann ich nur so deuten dass, du bis heute
nicht verstanden hast weshalb eine Mehrheit 1989 von dieser DDR nichts mehr wissen wollte und sie daher im Orkus der Geschichte verschwand.
Das lag nun bei weitem nicht nur an den fehlenden Bananen und Annanas wie sich Leute mit deiner ideologischen Färbung oft gerne über den Verlust hinwegtrösten.
Von einem Sprichwort abgeleitet kann ich dir nur entgegnen:
Wir zwei lebten zwar in der selben Umgebung , aber stets in verschiedenen Welten.
Deine plumpe Unterstellung bezüglich arbeitsloser Frauen in der DDR zeigt mir nur wieder einmal deutlich deine eigene Kleingeistigkeit , denn Menschen für die es selbstverständlich zu sein schien , jeden Tag die Kunden wie kleine Kinder runter zuputzen und ihre Macht bei der Zuteilung von knappen Waren dermaßen rücksichtslos auszunutzen
dürfen nicht erstaunt sein , wenn das eines Tages einmal wie ein Bommerang auf sie selbst zurückfällt.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Nostalgiker » 24. Oktober 2016, 12:55

Klar doch das die kleine Konsum- oder HO Verkäuferin ihre sadistische Ader beim verkaufen von rationierter Ware voll ausleben konnte .....
Die Verkäuferinnen wurden doch anhand von Listen, die natürlich die Stasi erstellte, in entsprechenden Schulungen und Unterweisungen darauf getrimmt diesen dort aufgeführten renitenten Bürgern mit der negativ-feindlichen Einstellung zum Staat DDR mitsamt seinen positiven Errungenschaften durch die konsequente Verwirklichung der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, mal so richtig durch betont knurriges und unfreundliches Verhalten zu zeigen wo im sozialistischen Einzelhandel der Hammer hängt und das Leute mit der oben genannten Einstellung zur Partei und dem Staat nun wirklich nicht erwarten konnten freundlich und zuvorkommend bedient zu werden.
Das war Klassenkampf an der Fleisch- und Wursttheke, beim Bäcker oder im IFA Laden. Und wer weiter meckerte machte dann Bekanntschaft mit einem Gemüse und/oder Frischfisch Transport Barkas .......
So war das nämlich.

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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Kumpel » 24. Oktober 2016, 13:14

Nun ja , in Berlin hatte man da ja wohl stets die Qual der Wahl an Verkaufsstellen.
In der Provinz war das schon etwas anders.Da gab es oft nur einen oder zwei Läden und man war gut beraten
auch unverschämte Behandlung durch das Verkaufspersonal besser klaglos zu ertragen wollte man zukünftig überhaupt noch bedient werden.
Der Eulenspiegel wurde ja nun stets reichlich mit den originellsten Ausfällen des Einzelhandels der Gastronomie und anderen neuralgischen Versorgungseinrichtungen der DDR und seiner Mitarbeiter/innen versorgt und veröffentlichte diese auch in verhaltenem Umfang um den Unmut der Bevölkerung der DDR wenigstens etwas zu kanalisieren.
Nun war das nicht unbedingt das alltägliche Erleben gehörte aber aufgrund der Mangelwirtschaft zum regelmäßig erlebbaren DDR Alltag.
Mit der Einführung der Selbstbedienung in der Fläche auch in der ostdeutschen Provinz änderte sich das etwas , es gab zwar nicht mehr zu kaufen aber der direkte Kontakt zum Verkaufspersonal beschränkte sich von da an auf die Kassiererin und die Verkäuferin hinter der Wursttheke.
Waren die Milch alle und das Brot hart wie Stein nahm man das eben klaglos hin und versuchte vielleicht in dem anderen Laden sein Glück.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon Kumpel » 24. Oktober 2016, 13:59

Nostalgiker hat geschrieben:.............................
Das war Klassenkampf an der Fleisch- und Wursttheke, beim Bäcker oder im IFA Laden. .................
Nostalgiker



Das hatte nun weniger mit Klassenkampf als mit den Auswüchsen einer Diktatur zu tun, in der die Mangelwirschaft in allen Lebensbereichen zum Alltag gehörte und in der sich von jeher stets Menschen fanden ,
deren niedere Instikte und fragwürdige Charaktereigenschaften besonders durch ihre Position an den Verteilungsstellen jedweder Güter prächtig gedieh.
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Re: Frauen in der DDR, permanent am Limit?

Beitragvon AkkuGK1 » 24. Oktober 2016, 14:51

ich beschrieb nur das, was sich hier nach der Währungsunion zutrug. Und ich kann mir das gut vorstellen, dass so mancher PKW Besitzer, der zu DDR Zeiten erstmal mit DM wedeln musste, um überhaupt an Ersatzteile zu kommen. Das änderte sich eben schnell nach der DM Einführung, da kaufte man wo und wann man wollte.

Ich kann mich noch an ein Karikatur im Eulenspiegel erinnern, da war der Verkäufer der König. Wer dies abstreitet, war entweder zu jung um Waren des täglichen Bedarfs einzukaufen, oder in der Nomenklatura in ihren Spezi Läden. Ich rede hier von der Provinz. Berlin war grundsätzlich besser versorgt.
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

*aus Mr. Sunshine
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