Grippe, Herdenimmunität? Eine Ärztin erklärt 7 Fakten, die ihr über Corona wissen müsstGastbeitrag von Katharina Noord, ÄrztinIn den sozialen Medien kursiert sehr viel Verwirrung darüber, wie gefährlich dieses neue Sars-Cov2 Virus tatsächlich ist und ob die derzeitigen Maßnahmen sinnvoll sind bzw. waren. Ich möchte versuchen, die Zusammenhänge verständlich zu erklären.
1. Der immer wieder bemühte Vergleich zur Grippe:Die Influenza kennen wir seit Jahrhunderten. Und auch wenn es mehrere, sich etwas verändernde Virus-Stämme gibt, besteht doch in einem großen Teil der Bevölkerung Immunität. Allein dadurch kann sich dieses Virus -und damit die Erkrankung – nicht so schnell ausbreiten wie ein völlig neues Virus. Hinzu kommt, dass man bei der Grippe eine Impfung (, die jetzt gebräuchliche 4-fach Impfung ist recht effektiv) und Medikamente hat.
Wir kennen die Sterblichkeit, die bei 0,1% liegt (also jeder Tausendste) und wenn jemand intensivpflichtig wird, dann benötigt er das Intensivbett im Schnitt für 1 Woche. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch beträgt Stunden bis wenige Tage und die Erkrankung beginnt heftig mit starken Krankheitssymptomen und hohem Fieber. Jemand mit Grippe läuft nicht mehr draußen rum und steckt dort andere Menschen an. Der legt sich ins Bett und betreibt so automatisch “,social distancing”.
Die Sterblichkeit bei Covid-19 ist noch gar nicht bekannt.Die jetzigen Zahlen reichen von 0,37% in Gangelt über 1,2% in den Niederlanden bis hin zu Werten um 10% in z.B. Italien. Wirklich repräsentative Studien hierzu gibt es noch gar nicht. Dazu müsste man viel systematischer vorgehen. Die Zusammensetzung der Studiengruppe müsste z.B. bezüglich der Altersstruktur und Vorerkrankungen der der deutschen Bevölkerung entsprechen. Auch müsste sich das Virus bereits gleichmäßiger verbreitet haben. In Gangelt (Heinsberg) z.B. waren vor allem Menschen in mittlerem Alter infiziert und nur wenig Ältere.Dadurch könnte es dort durchaus sein, dass die Sterblichkeit niedriger liegt, als sie es in der Gesamtbevölkerung wäre. Wenn man nach Wolfsburg schaut, dort ist die Hälfte der infizierten Bewohner eines Altenheims inzwischen verstorben. Ein einziges, betroffenes Altenheim in Gangelt hätte also sehr wahrscheinlich zu einer wesentlich größeren Sterblichkeit in der Gangelt-Studie geführt.
Was in diesem Zusammenhang auch immer wieder zu Verwirrung führt, ist die Berechnung der Sterblichkeit von heutigen Sterbeziffern und Infektionszahlen ausgehend. Es dauert minimal 5 Tage bis zum Ausbruch der Krankheit und dann nochmal ca. 3 Wochen bis zum Tod. Die heutigen Sterbeziffern beruhen also auf den Infektionszahlen von vor 3 Wochen. Vor 3 Wochen gab es rund 70.000 nachgewiesene Infektionen und nicht 150.000 wie heute.
Der Bericht der Ärztin geht hier weiter:
https://www.volksverpetzer.de/gesundhei ... en-corona/