Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Interessierter » 30. November 2015, 09:39

Dazu schreibt die Bild

Hohenmölsen.
So heftig wird im Stadtrat von Hohenmölsen selten gestritten. „Das trifft mich persönlich, dass ich hier verdächtigt werde“, schimpfte Linken-Stadtrat Manfred Siegmund bei der jüngsten Sitzung über den Antrag der CDU und der Wählergemeinschaft, den Stadtrat

erneut nach dem Stasi-Unterlagengesetz überprüfen zu lassen.

„Ich bin nach der Wiedervereinigung überprüft worden und verstehe nicht, warum das schon wieder notwendig ist.“

„Die Überprüfung ist ein ganz normales rechtsstaatliches Instrument“, sagte Peter Storch,
Bild

Peter Storch, der Stasi-Jäger ist nämlich ein sehr exakter Offizier. Stolz berichtet er:

"Ich habe 17 JAHRE bei der Nationalen Volksarmee gedient...

Bild

Danach noch 17 Jahre bei der Bundeswehr."

Und deshalb kommentiert die
Bild

Muss man 25 Jahre nach der Wiedervereinigung erneut die alten Stasi-Geschichten überprüfen? Nein, muss man nicht. Aber man kann. Wie Roland Jahn, Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, im Juni in Weißenfels sagte:

Bild

Es geht heute weniger um Schuldzuweisung. Sondern darum, wie offen jemand mit seiner Vergangenheit umgeht. Das sagt auch heute noch viel über seine Glaubwürdigkeit aus. Die Bürger könne dann entscheiden, ob sie jemanden mit einer Stasi-Vergangenheit wählen wollen. Deswegen ist eine Überprüfung auch heute noch legitim. Zumal immer wieder neue Akten auftauchen.

http://www.mz-web.de/weissenfels/stadtr ... 40592.html
und
http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2165073&r ... 66947&pg=1


Übrigens: Bei der Abstimmungen votierten 19 Stadträte für die Überprüfung und sechs dagegen.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Beethoven » 30. November 2015, 10:52

25 Jahre nach dem Sieg über den Faschismus also 1970, saßen in den gebrauchten Ländern, die ehemaligen Soldaten der SS, die Angehörigen der GeStPo und des SD alle fest im Sattel und brauchten keinerlei Überprüfungen mehr zu fürchten.
Nun frage ich mich, warum der ehemalige Angehörige des MfS nach dem er 25 Jahre bewiesen hat, dass er mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes steht, nochmals an den Pranger soll.

Die einen gehörten einer verbrecherischen Organisation an, wie in Nürnberg festgestellt wurde, standen in fremden Land und manch einer beging Verbrechen wie Mord, Brandschatzung usw..

Der Angehörige des MfS diente einem Staat, sicher einer Diktatur, brachte aber keinen Menschen um wenn er auch, allerdings wohl die Wenigsten davon, Leid über Mitbürger brachte.

Wieso wird hier immer noch mit zweierlei Maß gemessen (?) - wobei ich die SS und seine Ableger nicht im Entferntesten mit dem MfS vergleichen möchte. Das MfS wurde bisher von keinem ordentlichen Gericht als verbrecherisch abgestempelt auch wenn Dir das, lieber sich "Interessierter" nennender, gut gefallen würde.

In diesem Sinne - Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit. Platon
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Interessierter » 30. November 2015, 10:59

Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit. Platon


Das dieser Spruch genau auf das SED - Regime zutreffen würde, hat der gute Platon damals auch nicht ahnen können. [grins]
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Volker Zottmann » 30. November 2015, 13:05

Interessierter hat geschrieben:
Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit. Platon


Das dieser Spruch genau auf das SED - Regime zutreffen würde,
hat der gute Platon damals auch nicht ahnen können.
[grins]



[freu] [grins]
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Dille » 30. November 2015, 15:50

Bin ich nur zu dumm, um in den letzten beiden Beiträgen eine Auseinandersetzung mit den Argumenten von @Beethoven zu erkennen ?? Ich jedenfalls kann darin nur ein billiges Ausweichen ausmachen !

Gruß, Dille
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon karnak » 30. November 2015, 16:03

Interessierter hat geschrieben: Die Bürger könne dann entscheiden, ob sie jemanden mit einer Stasi-Vergangenheit wählen wollen

Heist also wenn er dann gewählt ist [mundzu] ,richtig so?
Ich erinnere bei Gelegenheit dran. [grin]
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Beethoven » 30. November 2015, 16:16

Interessierter hat geschrieben:
Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit. Platon


Das dieser Spruch genau auf das SED - Regime zutreffen würde, hat der gute Platon damals auch nicht ahnen können. [grins]


Tja, mein lieber sich "Interessierter" nennender, da magst Du aus Deiner Sicht recht haben, aus meiner nicht. Eine Diktatur, auch die der Arbeiter und Bauern, kann nicht gerecht sein für Jedermann. Sonst wäre es ja keine Diktatur. Verstehst Du den Zusammenhang. Wohl eher nicht.

Nun wie also bringst schwingst Du den Bogen von den einstigen SS-Angehörigen, denen nach 25 Jahren, trotz bewiesener Kriegsgreul niemand mehr in den 70-er Jahren was ans Zeug flicken wollte und den Angehörigen des MfS, die nachweislich keine Mörder von Babys waren, die nicht auf den Türmen von Konzentrationslagern standen, die keine Menschen aus unzähligen Staaten vergast haben und Menschen geschunden haben, wie es wohl keinem Bürger der DDR jemals erging, selbst wenn er in Bautzen saß (was für den Einzelnen schlimm genug gewesen sein wird)?

Wieso also diese zwei unterschiedlichen Maße?

Klare Antwort, wenn Du eine hast.

Und Volker, Dein Geklatsche der Smilis sind für mich Beweis, dass Du auch nicht immer nach denkst. Sorry aber es ist so. [peinlich]

In diesem Sinne - Ein Barbar bin ich hier, weil ich von keinem verstanden werde. Ovid

PS. Meine Sprüche suche ich nicht nur aus, um mein geschriebenes Wort zu bestätigen. Sondern durchaus bewusst, um Reaktionen zu fördern. Man sieht, hin und wieder gelingt es,
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Volker Zottmann » 30. November 2015, 16:31

Dille hat geschrieben:Bin ich nur zu dumm, um in den letzten beiden Beiträgen eine Auseinandersetzung mit den Argumenten von @Beethoven zu erkennen ?? Ich jedenfalls kann darin nur ein billiges Ausweichen ausmachen !

Gruß, Dille


Ja so ist das @Dille.
Ich hatte zumindest auch nicht vor, mich mit "Argumenten des Beethoven" auseinander zusetzen. Was mich so erfreute, obwohl ich nicht nachdenke (Zitat @beethoven) ist die Tatsache, dass seine Zitate eben nicht immer genau passen. In diesem Fall also doch eher ein Eigentor aus meiner Sicht bezeugen. Da @beethoven durchaus bewusst Zitate einsetzt um Reaktionen zu fördern, passte auch das schöne deutsche Sprichwort:
Wer andern eine Gräbe grubt, sich selber in das Hemde pupt! [wink]
Ausweichen werde ich nie. Selbst wenn ich falsch liege, vertrete ich meine ureigenste Meinung. So heute auch @Beethoven im anderen Thread gegenüber.

Gruß Volker
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Interessierter » 30. November 2015, 18:11

Beethoven, ich habe mich lediglich zu Deinem eingestellten Spruch des Platon geäußert.Irgendwelche Bögen zur Nazidiktatur hast nur Du geschwungen.

Was die Aufarbeitung der Nazidiktatur in der BRD angeht, war die genauso wenig zufriedenstellend, wie die in der DDR. Dazu gibt es aber auch bereits einen gesonderten Thread.

Da es hier um das Stai - Unterlagengesetz geht, sind Deine Einlassungen einfach OT.

Ganz am Rande bemerkt, gab und gibt es selbst heute noch immer wieder vereinzelte Gerichtsverhandlungen gegen Handlanger des NS - Regimes. Diese Taten liegen weitaus länger zurück, als nur 25 Jahre.

Schlussendlich nehme bitte zur Kenntnis, dass ich Unrecht und Verbrechen von Regimen und deren mangelnde Aufarbeitung nicht daran messe, welcher Staat sie beging bzw. später zur Rechenschaft zog oder eben nicht.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Spartacus » 30. November 2015, 18:12

Nun frage ich mich, warum der ehemalige Angehörige des MfS nach dem er 25 Jahre bewiesen hat, dass er mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes steht, nochmals an den Pranger soll.


Ich glaube um die geht es gar nicht Beethoven, denn wer hat denn hier etwas gegen Kristian?

Eigentlich keiner, denn er steht dazu, dass er in der STASI seinen Job gemacht hat.

Es geht viel mehr um diese dreckigen IM´s und deshalb heult die Meute auch immer so auf, wenn eine
Überprüfung gefordert wird. Du weißt ja, der Denunziant ..... und genau die werden bis heute am meisten
gehasst.

LG

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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon karnak » 30. November 2015, 18:20

Spartacus hat geschrieben:


Es geht viel mehr um diese dreckigen IM´s und deshalb heult die Meute auch immer so auf, wenn eine
Überprüfung gefordert wird.

Aber auch bei denen muss man doch nach 26 Jahren zu Erkenntnissen über gewisse Zusammenhänge gekommen sein die eine rein emotionale Empörung zumindest relativiert.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Spartacus » 30. November 2015, 18:30

karnak hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:


Es geht viel mehr um diese dreckigen IM´s und deshalb heult die Meute auch immer so auf, wenn eine
Überprüfung gefordert wird.

Aber auch bei denen muss man doch nach 26 Jahren zu Erkenntnissen über gewisse Zusammenhänge gekommen sein die eine rein emotionale Empörung zumindest relativiert.


Das ist Einstellungssache, denn an dem alten Spruch ist halt was dran, also mit dem Denunziant und hier
geht es schließlich um Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, Entscheidungen treffen sollen und somit
eigentlich integer sein müssen.

Traut man einem Denunzianten, der in vielen Fällen "Bürger" ganz konkret geschädigt hat, so etwas zu?

Darum geht es und ja hier müsste dann jeder Fall einzeln betrachtet werden.

So meine Meinung.

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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon karnak » 30. November 2015, 18:43

Spartacus hat geschrieben:
So meine Meinung.

Sparta

Kannste ja auch gerne haben,ich hatte auch mal eine Meinung zu Republikflüchtlingen.Trotzdem kann es 2015 hilfreich sein sich mal zu informieren wie man unter Umständen zum IM oder Rebublikflüchtling wurde. [wink]
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Spartacus » 30. November 2015, 18:54

Deshalb schrieb ich ja von der Einzelfallprüfung. [hallo]

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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Wosch » 30. November 2015, 19:33

Das wäre ja noch schöner wenn die ehemaligen Stasi-Leute, deren Sympathiesanten und Diejenigen welche sich nach dem "Untergang" ihrer damaligen Brötchengeber, mit wissentlichen Lügen zum ehemaligen Klassenfeind und den neuen "Fettnäpfchen" hinüber "retteten", durch ein Ende der Überprüfungen nach dem Stasi-Unterlagengesetz belohnt würden.
Dieses Gesetz ist sehr sinnvoll und die Bedeutung verliert erst dann seine Rechtfertigung wenn vom Alter der in Frage kommenden Personen nicht mehr zu befürchten wäre daß sie es sich"unverdienter" Maßen noch auf ihren "unverdienten" Pöstchen bequem machen könnten.
Da hilft es auch nicht mit Vergleichen zu kommen, die mit der NS-Vergangenheit und dessen späteren Umgang in Ost und West zu tun haben, denn dessen Aufarbeitung war in der DDR keinesfalls beeser als in der BRD und darüber könnte man gesondert reden, hier aber geht es um noch lebende Stasi-Mitarbeiter und deren "Hinterlassenschaften"
Es geht bei diesen Überprüfungen nicht mehr um die Strafbarkeit ihrer schon verjährten "Untaten",
sondern darum daß die Bevölkerung wissen muß mit Wem sie es zu tun hat oder "hatte".

Wosch. [hallo]
Wosch
 

Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Wosch » 30. November 2015, 19:46

karnak hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:
So meine Meinung.

Sparta

Kannste ja auch gerne haben,ich hatte auch mal eine Meinung zu Republikflüchtlingen.Trotzdem kann es 2015 hilfreich sein sich mal zu informieren wie man unter Umständen zum IM oder Rebublikflüchtling wurde. [wink]




Bei den Republikflüchtlinge ist es doch relativ einfach denn sie erzählen ihre Geschichten doch in der Regel.
Bei den "IM´s" wird es in der Regel schon schwieriger und meistens erst dann wenn es stichhaltig bewiesen wurde. Deren Geschichten lassen dann aber an Glaubwürdigkeit meistens sehr zu wünschen übrig. An die erhaltenen "Vergütungen" wird sich meistens auch nur schlecht erinnert, obwohl genommen haben sie die schon gerne.
Ja, die Überprüfungen sind immer noch sinnvoll

In diesem Sinne : Wat mutt, dat mutt!
Wosch.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Beethoven » 1. Dezember 2015, 08:00

Erhielten IM´s eine Vergütung?

Davon weiß ich gar nichts. Wer kann da mal Aufklärung schaffen.

Ich meine, Denunzianten gab und gibt es wohl in jeder Gesellschaftsordnung. Natürlich fällt solch persönlicher, unmoralischer Verrat an Freunden und Bekannten in einer Diktatur auf fruchtbareren Boden als in einer Demokratie aber ich vermuten, dass fast jeder ehemalige IM sich seines damaligen Tuns heute schämt oder dieses zu mindestens bereut.

Bei Angehörigen des MfS sehe ich das anders. Sie standen, zu mindestens vermute ich das, mit dem ganzen Herzen zu ihrer Tätigkeit und die Allerwenigsten begingen dabei Verbrechen nach heutigem Maßstab. Sie erledigten ihre Aufgaben und das auf hohem Niveau.

Als ganz schlimm sehe ich solche Auswüchse an, wo man Eltern die Kinder weg nimmt. Das ist auch in meinen Augen unentschuldbar. Dieses Kapitel wurde ja in den Filmen "Weißensee" recht ausführlich und künstlerisch gut behandelt auch wenn sonst in diesem Film ziemlich viel Unsinn drin war.
Aber für den deutschen Michel sicherlich ein guter Film.

In diesem Sinne - Jesus sprach: Einer unter euch wird mich verraten. Bibel
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Kumpel » 1. Dezember 2015, 08:12

Der NVA Offizier, wie immer nicht viel Ahnung von den Niederungen der DDR Diktatur.
Ein Nachbar war jahrelang IM und hat unsere Besucher registriert. Später stellte sich heraus , daß ihn die Stasi zu diesen Diensten gepresst hatte.Aber sowas gibts ja in jeder Gesellschaft , gelle Beethoven?
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Merkur » 1. Dezember 2015, 09:03

Kumpel hat geschrieben:Ein Nachbar war jahrelang IM und hat unsere Besucher registriert. Später stellte sich heraus , daß ihn die Stasi zu diesen Diensten gepresst hatte.Aber sowas gibts ja in jeder Gesellschaft , gelle Beethoven?


Genötigte IM waren in der Regel unergiebige IM. Daher hat euer Nachbar bestimmt den einen oder anderen Gast übersehen und da er von seiner Sache nicht überzeugt war, unzuverlässig berichtet.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Nostalgiker » 1. Dezember 2015, 09:20

Natürlich macht es sich in der heutigen Zeit besser sich selber bei bestimmten Dingen als "Opfer" zu stilisieren, so wie der IM welcher zur "Mitarbeit" erpresst oder gepresst wurde.
Es gibt ja auch Leute die im Brustton der Überzeugung einem weismachen wollen das sie zur Mitgliedschaft in der SED "gezwungen" wurden ohne den unschönen Begriff "Erpressung" zu verwenden.
Letzteres kann ich nur jemanden erzählen der mit bestimmten Details und Prozeduren zur Aufnahme in die SED absolut nicht vertraut ist.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Interessierter » 1. Dezember 2015, 09:24

Zitat Beethoven:
Bei Angehörigen des MfS sehe ich das anders. Sie standen, zu mindestens vermute ich das, mit dem ganzen Herzen zu ihrer Tätigkeit und die Allerwenigsten begingen dabei Verbrechen nach heutigem Maßstab. Sie erledigten ihre Aufgaben und das auf hohem Niveau.


Mindestens die Abt. und die darin tätigen Stasi - Schergen, deren Tätigkeit gegen die eigenen Bürger gerichtet waren, begingen auch Verbrechen nach damaligem Maßstab und vor allem permanent Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Daher bezeichne ich diese Menschen nicht als Mitarbeiter, sondern als Schergen.

Solange es immer noch ehemalige Diener dieses verbrecherischem SED - Regimes gibt, die das bestreiten, ist es richtig und notwendig immer wieder auf diese menschenverachtende Verhalten hinzuweisen.

Es gibt eben Menschen, die damals als Genosse dieses SED - Regime stützten und sich heute in den Vorzügen und Möglichkeiten des ehemaligen Klassenfeindes suhlen. Die Verbrechen dieser Diktatur versuchen sie zu bestreiten oder schönzureden. Manche wider besseres Wissen und manche eben aus Dummheit.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Merkur » 1. Dezember 2015, 10:38

Interessierter hat geschrieben:Mindestens die Abt. und die darin tätigen Stasi - Schergen, deren Tätigkeit gegen die eigenen Bürger gerichtet waren, begingen auch Verbrechen nach damaligem Maßstab und vor allem permanent Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Daher bezeichne ich diese Menschen nicht als Mitarbeiter, sondern als Schergen.


Nicht alle Diensteinheiten, die in der DDR gegen DDR-Bürger tätig waren, sind automatisch "verbrecherisch" tätig gewesen.Auch unter den Bürgern der DDR gab es nicht nur friedliebende, ehrliche und wohltätige Personen. Und nur ein unwissender und nicht ernstzunehmender, betonköpfiger Narr käme auf die Idee, diese Mitarbeiter als "Schergen" zu bezeichnen.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Dezember 2015, 11:24

Beethoven hat geschrieben:Ich meine, Denunzianten gab und gibt es wohl in jeder Gesellschaftsordnung. Natürlich fällt solch persönlicher, unmoralischer Verrat an Freunden und Bekannten in einer Diktatur auf fruchtbareren Boden als in einer Demokratie aber ich vermuten, dass fast jeder ehemalige IM sich seines damaligen Tuns heute schämt oder dieses zu mindestens bereut.



Ich habe in den letzten Jahren mit 3 IMs gesprochen. Zwei entstammen meiner weiteren Familie. Ich kann nicht feststellen, dass denen Reue ins Gesicht steht. Besonders die Verwandtschaft beharrt immer noch darauf, genau das Richtige getan zu haben. Stoisch und unbelehrbar!

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 1. Dezember 2015, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Dezember 2015, 11:33

Thoth hat geschrieben:Natürlich macht es sich in der heutigen Zeit besser sich selber bei bestimmten Dingen als "Opfer" zu stilisieren, so wie der IM welcher zur "Mitarbeit" erpresst oder gepresst wurde.
Es gibt ja auch Leute die im Brustton der Überzeugung einem weismachen wollen das sie zur Mitgliedschaft in der SED "gezwungen" wurden ohne den unschönen Begriff "Erpressung" zu verwenden.
Letzteres kann ich nur jemanden erzählen der mit bestimmten Details und Prozeduren zur Aufnahme in die SED absolut nicht vertraut ist.



Wer seine Mitgliedschaft so erklärt spinnt!
Nie wurde wer gezwungen oder erpresst.
Was ich aber aus eigenem Erleben weiß, ist, dass recht viele neue Mitglieder genötigt wurden. Selbstverständlich oblag einem auch da die Entscheidung immer noch allein. Man konnte, wenn man auserkoren war entscheiden, ohne Mitgliedschaft auf seiner sozialen Stufe lebenslang weiter vor sich hin zu dümpeln oder mit seiner erklärten "freiwilligen" Bereitschaft etwas aufsteigen.
Interessant ist, dass gerade ein angeblich damals Parteiloser hier den Erklärbär geben will. Thoth, beziehe doch ohne Anspielungen mal grundehrlich selbst Stellung. Das wäre mal ein Quantensprung fürs Forum.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Interessierter » 1. Dezember 2015, 11:38

Ich denke einmal jeder hat verstanden, dass ich die Bürger meine, welche dem DDR - Staat unliebsam und kritisch waren. Eben einfach " Andersdenkende " und nicht kriminelle in wahrsten Sinne des Wortes.

Diese Andersdenkenden wurden unter Anwendung widerlicher Methoden auftragsgemäß zu Kriminellen gemacht. Menschen, die sich dazu hergaben sind und bleiben für mich SCHERGEN.

Ich habe bereits mehrfach, in diversen Beiträgen daraufhingwiesen, dass nicht alle Abt. des MfS damit gemeint sind.

Nur betonköpfige, ewiggestrige und ehemalige Diener dieses SED - Regimes, meinen mit dem Hinweis auf Klärung von wirklichen Straftaten, die Vorgehensweise dieser SCHERGEN schönreden zu müssen.
Interessierter
 

Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon karnak » 1. Dezember 2015, 11:39

karnak hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben: Die Bürger könne dann entscheiden, ob sie jemanden mit einer Stasi-Vergangenheit wählen wollen

Heist also wenn er dann gewählt ist [mundzu] ,richtig so?
Ich erinnere bei Gelegenheit dran. [grin]

1. EIGENTLICH war das meine Einlassung zu dem Thema
2.Natürlich ist das mit den hier genannten Einzefallprüfungen erst mal richtig, die Sache hat natürlich aber einen Haken, dass mit diesen Prüfungen und einer eventuell"positiven" Bewertung des Einen oder Anderen Einzelfalls wurde und wird kaum in die Öffentlichkeit getragen, es wird bei dem Thema öffentlich prinzipiell und ohne wenn und aber verdammt und verurteilt,Zusammenhänge werden kaum deutlich gemacht.Das wiederum hat und hatte logisch zur Folge , dass sich kaum jemand freiwillig dazu bekennt, er lieber das Risiko eingeht und die"Chance" nutzt unendeckt zu bleiben.Bei den Zusammenhängen komme ich zu Punkt
3.Dafür habe ich extra meinen Schnellhefter von der JHS rausgekramt [flash],da habe ich mal aufgeschrieben:"Die dem MfS übertragene Aufgabenstellung zur Bekämpfung des Feindes verlangt jedoch oftmals auch Personen für die konspirative Arbeit zu gewinnen,die aufgrund ihrer politischen Haltung,ihrer Moralauffassungen oder aus anderen Gründen eine mehr oder weniger verfestigte ablehnende Haltung zur Unterstützung des MfS einnehmen.Durch die Nutzung ihrer humanistischen Überzeugungen,ihrer Interessen und Bedürfnisse,verbunden mit einer geduldigen Überzeugungsarbeit,kann oftmals diese schwierige Aufgabe gelöst werden.
Weitere Beweggründe für die Bereitschaft zu inoffiziellen Zusammenarbeit mit dem MfS können darin bestehen, mit unserer Hilfe bestimmte persönliche Interessen und Bedürfnisse(z.B.materielle Zuwendungen)zu befriedigen oder begangene Straftaten durch die Tätigkeit für das MfS wiedergutzumachen.Es bedarf also nicht immer der edelsten Motive,um Personen für die inoffizielle Zusammenarbeit mit dem MfS zu gewinnen.Wichtig ist jedoch stets genau zu wissen,warum sie mit uns zusammenarbeiten."
Was hier so nett umschrieben wird haben mir gegenüber schon oft "alte Kameraden" empört zurückgewiesen, mir vorgehalten ich habe keine Ahnung von der Materie, man hat mit dem IM immer auf gleicher Augenhöhe für ein gemeinsames Ziel gekämpft. Das hat aber nie gestimmt, der Führungsoffizier hat seinen IM geführt und nicht mit ihm "vertrauensvoll" zusammengearbeitet.Das man diesem das Gefühl aus Effizienzgründen gegeben hat ist ein ganz anderes Thema.In dem entsprechendem Vorlauf bis zum eigentlichen Werbegespräch hat man den Kandidaten umfassend aufgeklärt, wusste man alles was man wissen konnte über ihn.Man hat sich genau überlegt und auch mit erfahrenen Vorgesetzten abgestimmt wie man solch ein Gespräch angeht, hat versucht für jede denkbare Reaktion des Betreffenden eine entsprechende Gegenreaktion zur Verfügung zu haben.Man wollte einen IM "benutzen" und nicht mit ihm zusammenarbeiten, er wurde gesteuert und abgeschöpft und notfalls auch abgeschaltet,es war keine Freundschaftsbeziehung sondern schnöde, emotionslose und hoch professionelle Geheimdienstarbeit. Die Geschichten die dazu heute von"Insidern" von sich gegeben werden sind schlichtweg Schönfärberei und Verklärung von denen sie selbst genau wissen das sie so nicht stimmen.Der Führungsoffizier verfügte über das absolute Machtwissen und der IM wurde soweit es irgendwie möglich und nützlich war im Unklaren gelassen, er sollte nur funktionieren und liefern.Diese ganzen Dinge sollte man sich verinnerlichen und bedenken wenn man so leicht und empört über einen IM den Stab bricht.Das alles soll keine Entschuldigung sein, aber es soll zu einem realistischen Bild der ganzen unschönen Geschichte beitragen.
Und noch eins, in diesem Land DDR gab es etwas was sich Planwirtschaft nannte, auch beim MfS war das so.Soll heißen, es gab Vorgaben zur Planerfüllung, es gab Planerfüllung,Übererfüllung und Planschulden. Jeder der in dieser DDR gearbeitet hat weiß unter welchen Druck man geraten konnte wenn man Planschulden hatte und von seinem Vorgesetzten eindringlich aufgefordert wurde diese Schulden auszugleichen. Das man, wenn die Realisierung und Erfüllung dieses Planes eigentlich unrealistisch und nicht zu machen war auch notfalls völlig unsinnige Aktivitäten und Produkte entwickelte. Beim MfS war das nicht viel anders, ein Grund für blödsinige IM Werbungen mit Kandidaten die kaum "wertvolles" liefern konnten und der Produktion von Kilometern von Akten.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Dezember 2015, 11:52

Kristian,
Heißt Dein letzter Abschnitt dann auch, dass unter Umständen Staatsfeinde "produziert" wurden, weil der Plan es vorsah?
Also etwa in Lebens-Bereichen, wo eben keine Gefahr lauerte, halt eine erfunden wurde?
Ich denke da gleich wieder an das Theater in Schwerin oder an den Wust von IM , die um den Jens Paul Wollenberg geschart wurden? In beiden Fällen so 26 bis 27 IM für nichts? Beide geleitet vom selben OiBE, natürlich zu verschiedenen Zeiten.
Der musste vielleicht auch abliefern, weil es sein Plan so vorsah. Ich kann Ulrich leider nicht mehr fragen, weil er schon verstorben ist.

Gruß Volker
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon karnak » 1. Dezember 2015, 12:00

Volker Zottmann hat geschrieben:Kristian,
Heißt Dein letzter Abschnitt dann auch, dass unter Umständen Staatsfeinde "produziert" wurden, weil der Plan es vorsah?

Natürlich,und zwar in dem Sinne, dass man sich profilieren wollte, zeigen wollte wie fleißig und "befähigt" man ist, es nützlich für die eigene Karriere sein könnte.
Was meinst Du wie oft ich über den Platz geschlichen bin und nach dem Feind Ausschau gehalten habe, manchmal war aber einfach keiner da, also musste einer gemacht werden.Irgendwo da oben saß nun mal einer der erwartete Arbeitsergebnisse.
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Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Dezember 2015, 12:25

Da wir uns schon einwenig kennen, lese ich auch den Schalk zwischen Deinen Zeilen.
Meine Frage war an Dich gerichtet, aber allgemein ernst gemeint. Glaubst Du nicht inzwischen auch, dass einiger Eurer "Kameraden" gehörig über ihr Ziel hinaus geschossen sind, und durch ihr Tun auch völlig Unschuldige denunzierten?
Wie heißt das im Krieg? Kollateralschaden!
War es gerechtfertigt, weil wir im Kalten Krieg waren?

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Überprüfung nach dem Stasi - Unterlagengesetz noch sinnvoll?

Beitragvon karnak » 1. Dezember 2015, 15:44

Volker Zottmann hat geschrieben:
Meine Frage war an Dich gerichtet, aber allgemein ernst gemeint. Glaubst Du nicht inzwischen auch, dass einiger Eurer "Kameraden" gehörig über ihr Ziel hinaus geschossen sind, und durch ihr Tun auch völlig Unschuldige denunzierten?

War es gerechtfertigt, weil wir im Kalten Krieg waren?


Zum einen Ja, man ist über das Ziel hinausgeschossen zum anderen Nein, es war in manchem Ausmaß nicht gerechtfertigt,erfüllte ERSTMAL so manches Mal die Kategorie der Lächerlichkeit. Dem System war es aber eben zum Schluss trotzdem "nützlich", es war sich sicher bewusst,dass Massenhaft Mist produziert wird, der niemals benutzt wird, im Sinne gegen jemanden. Von dem man sicher ausging,dass er niemals öffentlich wird,man aber davon ausging mit dem vielen"Beifang",den man überhaupt nicht beabsichtigt zu"verarbeiten", noch nicht mal in der Lage wäre das zu tun, findet man auch ab und an einen"fetten Fisch", sicher hat das aus Sicht der Handelnden auch funktioniert. Ich nehme mal an die NSA meint nach einem ähnlichen System arbeiten zu müssen.
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