Chor streicht „Israel in Egypt“ aus dem Programm

Chor streicht „Israel in Egypt“ aus dem Programm

Neuer Beitragvon pentium » 20. Dezember 2023, 18:21

Ausgerechnet der Rias-Kammerchor in Berlin streicht das Händel-Oratorium „Israel in Egypt“ aus dem Programm. Eine völlig unverständliche Entscheidung. Warum wir die Auseinandersetzung mit widersprüchlichen Artefakten gerade jetzt nicht scheuen dürfen.

https://www.welt.de/kultur/article24909 ... ignal.html

Programmänderungen kommen vor. Selbst für ein Neujahrskonzert. Diese allzu früh angekündigte aber machte dann doch erst stutzig, schließlich ärgerlich. Weil sie so unüberlegt ist, ja im gegenwärtigen Klima fatal, und weil sie vermeidbar gewesen wäre. Ausgerechnet der Rias-Kammerchor, das größte unter den kleineren Vokalensembles in Deutschland, aufgeklärt, unangreifbar in seiner Qualität und einfallsreich in der Programmwahl, hat bereits am Nikolaustag mitgeteilt, dass er das Programm seines höchst beliebten Neujahrskonzerts ändern werde, „für den Frieden“.

Dafür wurde das 1739 uraufgeführte Händel-Oratorium „Israel in Egypt“ aus dem Programm genommen. Geht es darin doch um den Auszug der Juden aus dem ägyptischen Exil, nachdem Gott zehn Plagen über den Pharao gebracht hat, die Durchquerung des Schilfmeeres unter Führung von Moses und die Ankunft im gelobten Land Palästina. Laut Lesart des Rias-Kammerchors gibt es hier eine „einseitige und alles erobernde Macht“. Im Sinn dieser Textverfälschung fühlte man sich unwohl und setzt stattdessen Händels Utrechter Te Deum und Bachs Magnificat an.
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

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Re: Chor streicht „Israel in Egypt“ aus dem Programm

Neuer Beitragvon Spartacus » 20. Dezember 2023, 18:59

pentium hat geschrieben:Ausgerechnet der Rias-Kammerchor in Berlin streicht das Händel-Oratorium „Israel in Egypt“ aus dem Programm. Eine völlig unverständliche Entscheidung. Warum wir die Auseinandersetzung mit widersprüchlichen Artefakten gerade jetzt nicht scheuen dürfen.

https://www.welt.de/kultur/article24909 ... ignal.html

Programmänderungen kommen vor. Selbst für ein Neujahrskonzert. Diese allzu früh angekündigte aber machte dann doch erst stutzig, schließlich ärgerlich. Weil sie so unüberlegt ist, ja im gegenwärtigen Klima fatal, und weil sie vermeidbar gewesen wäre. Ausgerechnet der Rias-Kammerchor, das größte unter den kleineren Vokalensembles in Deutschland, aufgeklärt, unangreifbar in seiner Qualität und einfallsreich in der Programmwahl, hat bereits am Nikolaustag mitgeteilt, dass er das Programm seines höchst beliebten Neujahrskonzerts ändern werde, „für den Frieden“.

Dafür wurde das 1739 uraufgeführte Händel-Oratorium „Israel in Egypt“ aus dem Programm genommen. Geht es darin doch um den Auszug der Juden aus dem ägyptischen Exil, nachdem Gott zehn Plagen über den Pharao gebracht hat, die Durchquerung des Schilfmeeres unter Führung von Moses und die Ankunft im gelobten Land Palästina. Laut Lesart des Rias-Kammerchors gibt es hier eine „einseitige und alles erobernde Macht“. Im Sinn dieser Textverfälschung fühlte man sich unwohl und setzt stattdessen Händels Utrechter Te Deum und Bachs Magnificat an.


Hat die jemand dazu gezwungen? Ich verstehe diesen vorauseilenden Aktivismus nicht mehr. Noch dazu, da wohl nur die wenigsten Araber überhaupt jemals etwas von „Israel in Egypt“ gehört haben.

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