Der Fall Gartenschläger

Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Verratnix » 1. Mai 2021, 18:22

Augenzeuge, danke.

Kannst Du das bitte im Beitrag zur Frage an Dr213 mit einfügen?
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Danny_1000 » 1. Mai 2021, 18:32

Interessant ist natürlich auch, wie damals das offizielle Bonn auf Gartenschlägers Aktionen reagierte. 1976 regierte ja in Bonn die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt. Minister für innerdeutsche Beziehungen war Egon Franke.

Für Gartenschläger waren das alles „Weicheier“, die viel zu diplomatisch mit der DDR- Führung unter Honecker umgingen.

Denn Herrschaften im Bonner Diplomatenrock war Gartenschläger sowieso suspekt und störte nur die Bemühungen der Bundesregierung, mit dem anderen deutschen Staat im Gespräch zu bleiben.

Letztendlich, so glaube ich, waren es weniger solche Einzelaktionen wie die von Gartenschläger (ließ sich die Fluchthilfe zudem sehr gut bezahlen) sondern viel mehr die Bemühungen der bundesdeutschen Politik um menschliche Erleichterungen für DDR- Bürger, die zur Destabilisierung der DDR beitrugen.
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon andr.k » 1. Mai 2021, 22:43

Danny_1000 hat geschrieben:Interessant ist natürlich auch, wie damals das offizielle Bonn auf Gartenschlägers Aktionen reagierte. 1976 regierte ja in Bonn die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt. Minister für innerdeutsche Beziehungen war Egon Franke.

Für Gartenschläger waren das alles „Weicheier“, die viel zu diplomatisch mit der DDR- Führung unter Honecker umgingen.

Denn Herrschaften im Bonner Diplomatenrock war Gartenschläger sowieso suspekt und störte nur die Bemühungen der Bundesregierung, mit dem anderen deutschen Staat im Gespräch zu bleiben.

Letztendlich, so glaube ich, waren es weniger solche Einzelaktionen wie die von Gartenschläger (ließ sich die Fluchthilfe zudem sehr gut bezahlen) sondern viel mehr die Bemühungen der bundesdeutschen Politik um menschliche Erleichterungen für DDR- Bürger, die zur Destabilisierung der DDR beitrugen.


Bundesminister Franke stellte dazu fest, dass M. Gartenschläger ein unverantwortliches Risiko eingegangen ist. Staatssekretär Parl bestätigte, dass M. Gartenschläger bei den polizeilichen Vernehmungen, über die von ihm vorher unternommenen Versuche dieser Art ausdrücklich davor gewarnt worden ist, solche Aktionen zu wiederholen.
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Edelknabe » 2. Mai 2021, 07:32

andr mit dem hier:

"Bundesminister Franke stellte dazu fest, dass M. Gartenschläger ein unverantwortliches Risiko eingegangen ist. Staatssekretär Parl bestätigte, dass M. Gartenschläger bei den polizeilichen Vernehmungen, über die von ihm vorher unternommenen Versuche dieser Art ausdrücklich davor gewarnt worden ist, solche Aktionen zu wiederholen."Textauszug ende

Das liebte doch der Westen, dieses" Bitte, bitte Mann(hier Gartenschläger) du darfst das einfach nicht weil, es könnte da vorne sehr gefährlich werden".Und klar, uns wilder Michael reagierte dann ähnlich nem Jugendlichen. Einem den sein Vater ermahnte, nur der Junge nahm das einfach nicht für voll so "Leck mich doch am Arsch Alter", Genau wie wir in unserer Jugend reagiert haben, wenn es um irgendwelche weisen Ratschläge der eigenen Eltern ging.

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2021, 10:41

Nach Meinung des Lübecker Oberstaatsanwalts Kleiner hätten »die DDR-Soldaten Gartenschläger regelrecht in einen Hinterhalt gelockt«. BGS-Beamte hätten am Sonnabend früh beobachtet, wie DDR-Soldaten aus westlicher Sicht vor den Grenzzäunen liegende Schlafsäcke abtransportierten. Die Tag und Nacht wachenden DDR-Grenzsoldaten hätten vor den Grenzzäunen gelegen und auf Gartenschläger und seine beiden »Freunde« aus unmittelbarer Nähe und ohne jegliche Warnung geschossen. Kleiner ermittelt deshalb gegen die DDR-Soldaten wegen Mordes.

(DPA 2.5.1976, Welt 4.5.1976, Tagesspiegel 4.5.1976, FAZ 4.5.1976)Soldaten der Grenzbrigade 8 hätten in Schlafsäcken, mit Nachtgläsern, die MPi entsichert, schon seit Tagen auf Gartenschläger gelauert. (Bild 4.5.1976)


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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2021, 10:42

andr.k hat geschrieben:
Danny_1000 hat geschrieben:Interessant ist natürlich auch, wie damals das offizielle Bonn auf Gartenschlägers Aktionen reagierte. 1976 regierte ja in Bonn die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt. Minister für innerdeutsche Beziehungen war Egon Franke.

Für Gartenschläger waren das alles „Weicheier“, die viel zu diplomatisch mit der DDR- Führung unter Honecker umgingen.

Denn Herrschaften im Bonner Diplomatenrock war Gartenschläger sowieso suspekt und störte nur die Bemühungen der Bundesregierung, mit dem anderen deutschen Staat im Gespräch zu bleiben.

Letztendlich, so glaube ich, waren es weniger solche Einzelaktionen wie die von Gartenschläger (ließ sich die Fluchthilfe zudem sehr gut bezahlen) sondern viel mehr die Bemühungen der bundesdeutschen Politik um menschliche Erleichterungen für DDR- Bürger, die zur Destabilisierung der DDR beitrugen.


Bundesminister Franke stellte dazu fest, dass M. Gartenschläger ein unverantwortliches Risiko eingegangen ist. Staatssekretär Parl bestätigte, dass M. Gartenschläger bei den polizeilichen Vernehmungen, über die von ihm vorher unternommenen Versuche dieser Art ausdrücklich davor gewarnt worden ist, solche Aktionen zu wiederholen.


Der Bundesminister für »innerdeutsche« Beziehungen, Franke, erklärte: »Auch wenn bei allen guten Beweggründen der Versuch, offensichtlich erneut einen Schussapparat aus den Sperranlagen der DDR zu entfernen, nur als unverantwortliches Risiko bezeichnet werden könne, müsse das völlig unangemessene Vorgehen der DDR-Grenzorgane aufs Schärfste verurteilt werden. Der Grund der Tragödie liege ganz und gar in der Existenz der Sperranlagen, mit denen sich niemand von uns abfinden kann.« (DPA 1.5.1976)

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Verratnix » 2. Mai 2021, 11:02

Es gibt wiederholt ein Post von einem EX Grenzoffizier und Ex Kompaniechef an anderer Stelle zu lesen der zutiefst nachdenklich stimmen sollte.

Es heißt da sinngemäß, der Tod war zwar, wie grundsätzlich mal jeder Tote an dieser unsäglichen Grenze, einer zuviel, aber wer bewaffnet an eine oder militärisch gesicherte Grenze oder Eirichtung heran bzw diese übertritt, die Schußwaffe ohne Berechtigung führt und diese zuerst benutzt muss mit Erwiderung des Feuers rechnen oder den eigenen Tod in Kauf nehmen.

Das es mehrere Versionen in den Akten des MfS gibt ist in Anbetracht des Freispruchs seitens des Schweriner Gerichts nur dahin gehend wichtig das die These des 1. Schußwaffengebrauchs seitens Gartenschläger und damit der Passus Notwehr nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte.

In dubio pro reo.

Für nicht wenige ist Gartenschläger nach wie vor ein Verbrecher der ohne Berechtigung eine Schußwaffe führte. Ungeachtet dessen erinnere ich mich sehr genau an eine Begebenheit in der es um das Feuer nach den ersten Treffern ging. Es hieß: Er lebt noch. Zurücktreten und es wurde eine weitere Salve in den Sterbenden gefeuert.

Das wurde bestritten, sinngemäß, gab es nicht. Selbst nach Benennung der Textzeilen führte es nicht zum umdenken oder einer Neubewertung.
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Olaf Sch. » 2. Mai 2021, 11:09

Edelknabe hat geschrieben:andr mit dem hier:

"Bundesminister Franke stellte dazu fest, dass M. Gartenschläger ein unverantwortliches Risiko eingegangen ist. Staatssekretär Parl bestätigte, dass M. Gartenschläger bei den polizeilichen Vernehmungen, über die von ihm vorher unternommenen Versuche dieser Art ausdrücklich davor gewarnt worden ist, solche Aktionen zu wiederholen."Textauszug ende

Das liebte doch der Westen, dieses" Bitte, bitte Mann(hier Gartenschläger) du darfst das einfach nicht weil, es könnte da vorne sehr gefährlich werden".Und klar, uns wilder Michael reagierte dann ähnlich nem Jugendlichen. Einem den sein Vater ermahnte, nur der Junge nahm das einfach nicht für voll so "Leck mich doch am Arsch Alter", Genau wie wir in unserer Jugend reagiert haben, wenn es um irgendwelche weisen Ratschläge der eigenen Eltern ging.

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du versuchst doch dir nur ein Alibi zu verschaffen. Steh zu deinen Taten!
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2021, 11:11

und diese zuerst benutzt muss mit Erwiderung des Feuers rechnen oder den eigenen Tod in Kauf nehmen.


Ja, aber so war es ja nicht. Hier lagen Leute bereits tage/nächtelang auf Lauer mit dem klaren Befehl der Liquidierung. Das ist Mord. Nichts anderes. Geplant, beabsichtigt, durchgeführt.
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Kumpel » 2. Mai 2021, 11:13

Anschließend als unbekannte Wasserleiche deklariert , verbrannt und vergraben , wie in einem Mafiastaat.
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Verratnix » 2. Mai 2021, 11:18

Ich hab´ jetzt nicht alles in diesem Thema gelesen. Mir liegt im Gedächtnis das in einigen Berichten die Waffe genannt wurde. In anderen nicht.

Es gab keinen Schmauchspurentest. Um den durchzuführen ist es üblich die Hände in Plastetüten zu stecken. Wurde versäumt obwohl Kriminaltechniker vor Ort waren.

Die Waffe sollte Ladehemmung gehabt haben, Eine (leere?) sollte den Verschluß blockiert haben?

Es gibt sehr viele Ungereimtheiten in der Sache.
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Ari@D187 » 2. Mai 2021, 11:33

Verratnix hat geschrieben:Ich hab´ jetzt nicht alles in diesem Thema gelesen. [...]

Auch wenn es einige Stunden in Anspruch nehmen wird, so ist es doch empfehlenswert, Dich durch die 33 Seiten zu arbeiten.

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Edelknabe » 2. Mai 2021, 11:35

Verratenix, man könnte ja dazu einmal aus dem Buch seiner Freunde Lothar Lienicke/Franz Bludau und zwar "Todesautomatik", eben von Seite 269 die betreffende Textzeile hervorkramen. Und richtig, da steht:

"Mit der ersten Feuereinstellung sprang Unterfeldwebel Linß auf, legte seine Kalaschnikow beiseite und lief zu dem auf dem Rücken liegenden hin. Ein Arm Michael Gartenschlägers war angewinkelt aufgerichtet, so als wollte er das Unwiderrufliche in einer letzten Anstrengung abwehren. Linß fasste nach der verkrampften Hand und verspürte einen matten Gegendruck. "Der lebt noch!", rief er seinen Kameraden zu. Doch statt dem Schwerverletzten zu Hilfe zu eilen und einen Arzt anzufordern zeriss ein scharfes Kommando Lieberamms die momentlang gespenstische Ruhe:"Weg da vorne!"Und erneut halten Schüsse durch die Nacht". Textauszug ende

Dazu fällt mir ein. Seine Freunde waren doch in Panik abgehauen, oder hielten sich zumindest zu dem Zeitpunkt in einiger Entfernung vom Geschehen auf.Von wem stammt eigentlich dieser ....eben diese Schilderung aus dem vorstehenden Textauszug? Wer genau hat das zu Protokoll gegeben? Oder wurde es nur für das Buch so verfasst?

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon pentium » 2. Mai 2021, 11:42

Edelknabe hat geschrieben:Von wem stammt eigentlich dieser ....eben diese Schilderung aus dem vorstehenden Textauszug? Wer genau hat das zu Protokoll gegeben? Oder wurde es nur für das Buch so verfasst?

Rainer Maria


Das steht doch irgendwo im Thread. Irgendwo am Anfang. Vielleicht sollte mal jemand eine kurze Zusammenfassung des Geschehens hier einstellen...würde die Diskussion vereinfachen.
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Danny_1000 » 2. Mai 2021, 11:56

Ari@D187 hat geschrieben:
Verratnix hat geschrieben:Ich hab´ jetzt nicht alles in diesem Thema gelesen. [...]

Auch wenn es einige Stunden in Anspruch nehmen wird, so ist es doch empfehlenswert, Dich durch die 33 Seiten zu arbeiten.

Ari

..würde unbedingt die gleiche Empfehlung geben. Manche Beiträge sind wirklich lesenswert.

Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe war es Gartenschläger, welcher diese perfiden, mörderischen Dinger an der Grenze als Erster ans Licht der Öffentlichkeit brachte. So gesehen ist das mit dem Gedenken an ihn schon o.K.
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Edelknabe » 2. Mai 2021, 12:14

Danny mit dem hier:

"Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe war es Gartenschläger, welcher diese perfiden, mörderischen Dinger an der Grenze als Erster ans Licht der Öffentlichkeit brachte. So gesehen ist das mit dem Gedenken an ihn schon o.K."Textauszug ende

Der war gut Danny und nee Pentium, ich glaube darüber wurde hier auch schon getextet. Alle Anderen damals waren wohl zu blöd, über Jahre hin weil, haben nix gesehen, nix gehört. Also "ZGD zu blöd, BGS zu blöd, Geheimdienst BRD zu blöd"....nur uns Michael dann der Seher?????? Alle vorher wohl wissend drum nur eben ....das mit der Öffentlichkeit.Köstlich nee.

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Verratnix » 2. Mai 2021, 12:27

Aus BGS Kreisen ist anderes zu vernehmen. Die wussten schon was da hängt. Vielleicht nicht detailliert den Aufbau und die genaue Wirkungsweise. Doof waren die nun auch nicht.

Man muss schon mal klar feststellen das es auch eine Haussuchung seitens der Staatsanwaltschaft Lübeck nach der ersten Demontage in Willinghusen gab. Wurde nur nichts gefunden, er hatte die SM 70 gut vergraben.

Untätig waren die nicht.

Zurück zur Bewaffnung. Lienecke und Übler waren u.a. mit einer abgesägten Schrottflinte bewaffnet. Einer der beiden feuerte in Panik Richtung Grenze nachdem die ersten Schüsse gefallen waren.

Danach sind die 2 abgehauen und es wurde hinter ihnen hergeschossen, meine ich. Müsste ich nochmal nachlesen.

Die Textzeilen aus dem Buck Lienecke, der lag mir im Gedächtnis.
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Nostalgiker » 2. Mai 2021, 13:50

"Verratnix" lass es einfach.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2021, 14:30

Nostalgiker hat geschrieben:"Verratnix" lass es einfach.

Du bist nicht in der Position hier etwas zu fordern.
Schreib was du meinst, aber lass diese pauschale Diskreditierung.
AZ
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Nostalgiker » 2. Mai 2021, 14:33

augenzeuge hat geschrieben:
Nostalgiker hat geschrieben:"Verratnix" lass es einfach.

Du bist nicht in der Position hier etwas zu fordern.
Schreib was du meinst, aber lass diese pauschale Diskreditierung.
AZ

Das mein aller liebster Augenzeuge lege ich dir auch an dein Herz.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Verratnix » 2. Mai 2021, 14:36

Ich hab´s aber verstanden. Der Grund wird vermutlich ein anderer sein. Passt auch vom zeitlichen Ablauf her (Du erinnerst Dich an die PN, Augenzeuge? Passt doch...)

Es hat sich schon mal jemand einspannen lassen...tja, meine Gedanken dazu behalt´ ich mal für mich.
Verratnix
 

Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2021, 15:09

Verratnix hat geschrieben:Ich hab´s aber verstanden. Der Grund wird vermutlich ein anderer sein. Passt auch vom zeitlichen Ablauf her (Du erinnerst Dich an die PN, Augenzeuge? Passt doch...)

Es hat sich schon mal jemand einspannen lassen...tja, meine Gedanken dazu behalt´ ich mal für mich.


Mit Sicherheit. [flash]
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Dr. 213 » 2. Mai 2021, 15:47

Gartenschläger hat wohl eher nicht zuerst das Feuer eröffnet.
Ich halte das für eine Schutzbehauptung, auf die das Killerteam erst später eingenordet worden ist.
Für das seelische Wohlbefinden der Schützen sozusagen.
Und auch, weil man sicher etwas selbst erschrocken war, daß viele Geschosse großzügig im Westen
eingeschlagen sind. Das war immer ein NoGo und unter allen Umständen zu vermeiden.

Dann die fehlende Pistole und keine Untersuchung auf Schmauchspuren.
Das hätten sich die Stasifritzen nicht entgehen lassen, solche Spuren nachzuweisen und stolz
an die Führung in Berlin zu apportieren. Die Nachweisgeiheit der Stasi ist legendär.

Als Höhepunkt dann die Entsorgung als unbekannte Wasserleiche.
Schon klar, die Obduktion hat keine Schmauchspuren an den Armen gebracht, konnte sie wohl auch nicht.
Dagegen aber hat man eine übel zugerichtete Leiche auf dem Tisch gehabt, an der man sehen konnte, daß aus
nächster Nähe auf den am Boden liegenden Gartenschläger geschossen wurde.
Beweise für Notwehr gab es nicht, also konnte man die Leiche nicht einfach so freigeben.

https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... er124.html


Herzlichst
Dr. 213
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Nostalgiker » 2. Mai 2021, 16:00

Dottore, was du "einordnest" interessiert einen Scheiß .....
Es zählt einzig die Staatanwaltliche Untersuchung und das Gerichtsurteil und danach hat dein "Held" zu erst das Feuer eröffnet.
Völlig nebensächlich für dich das er sich auf das er sich auf einem für ihn fremden Staatgebiet befand wo er das Feuer eröffnete.
Aber was interessieren dich solche "Nebensächlichkeiten", Hauptsache er war ein Held im Kampf .....
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Ari@D187 » 2. Mai 2021, 16:05

Solange es gegen die DDR geht, scheinen bei einigen rechtsstaatliche Grundsätze, auf welche man sonst so gerne pocht, keine Rolle mehr zu spielen.
Ansonsten auch nichts Neues zum Fall Gartenschläger.

Ari
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Kumpel » 2. Mai 2021, 16:09

Ari@D187 hat geschrieben:Solange es gegen die DDR geht, scheinen bei einigen rechtsstaatliche Grundsätze, auf welche man sonst so gerne pocht, keine Rolle mehr zu spielen.


Eigenwillige Auslegung.
Kumpel
 

Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Nostalgiker » 2. Mai 2021, 16:17

Kumpel hat geschrieben:
Ari@D187 hat geschrieben:Solange es gegen die DDR geht, scheinen bei einigen rechtsstaatliche Grundsätze, auf welche man sonst so gerne pocht, keine Rolle mehr zu spielen.


Eigenwillige Auslegung.


Du irrst! Genau das ist der Punkt.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Kumpel » 2. Mai 2021, 16:31

Recht und Gerechtigkeit liegen nicht zwangsläufig kongruent zueinander.
Kumpel
 

Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon andr.k » 2. Mai 2021, 16:32

Verratnix hat geschrieben:Ich hab´ jetzt nicht alles in diesem Thema gelesen. Mir liegt im Gedächtnis das in einigen Berichten die Waffe genannt wurde. In anderen nicht.

Es gab keinen Schmauchspurentest. Um den durchzuführen ist es üblich die Hände in Plastetüten zu stecken. Wurde versäumt obwohl Kriminaltechniker vor Ort waren.

Die Waffe sollte Ladehemmung gehabt haben, Eine (leere?) sollte den Verschluß blockiert haben?

Es gibt sehr viele Ungereimtheiten in der Sache.


Verratnix hat geschrieben:Aus BGS Kreisen ist anderes zu vernehmen. Die wussten schon was da hängt. Vielleicht nicht detailliert den Aufbau und die genaue Wirkungsweise. Doof waren die nun auch nicht.

Man muss schon mal klar feststellen das es auch eine Haussuchung seitens der Staatsanwaltschaft Lübeck nach der ersten Demontage in Willinghusen gab. Wurde nur nichts gefunden, er hatte die SM 70 gut vergraben.

Untätig waren die nicht.

Zurück zur Bewaffnung. Lienecke und Übler waren u.a. mit einer abgesägten Schrottflinte bewaffnet. Einer der beiden feuerte in Panik Richtung Grenze nachdem die ersten Schüsse gefallen waren.

Danach sind die 2 abgehauen und es wurde hinter ihnen hergeschossen, meine ich. Müsste ich nochmal nachlesen.

Die Textzeilen aus dem Buck Lienecke, der lag mir im Gedächtnis.


Vielleicht solltest Du das Buch noch einmal lesen?! [hallo]

Z. B. wurde der KT angewiesen, die Hände in "Plastetüten" zulegen.
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
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Re: Der Fall Gartenschläger

Beitragvon Olaf Sch. » 2. Mai 2021, 16:57

soso, Personenminen sind Rechtsstaatlich, wie schon so oft, die DDR war kein durch das Volk legitimierter Staat, sondern durch eine Siegermacht eingesetztes Marionettenregime stalinistischer Prägung.
Olaf Sch.
 

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