
Danny_1000 hat geschrieben:Interessant ist natürlich auch, wie damals das offizielle Bonn auf Gartenschlägers Aktionen reagierte. 1976 regierte ja in Bonn die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt. Minister für innerdeutsche Beziehungen war Egon Franke.
Für Gartenschläger waren das alles „Weicheier“, die viel zu diplomatisch mit der DDR- Führung unter Honecker umgingen.
Denn Herrschaften im Bonner Diplomatenrock war Gartenschläger sowieso suspekt und störte nur die Bemühungen der Bundesregierung, mit dem anderen deutschen Staat im Gespräch zu bleiben.
Letztendlich, so glaube ich, waren es weniger solche Einzelaktionen wie die von Gartenschläger (ließ sich die Fluchthilfe zudem sehr gut bezahlen) sondern viel mehr die Bemühungen der bundesdeutschen Politik um menschliche Erleichterungen für DDR- Bürger, die zur Destabilisierung der DDR beitrugen.

Nach Meinung des Lübecker Oberstaatsanwalts Kleiner hätten »die DDR-Soldaten Gartenschläger regelrecht in einen Hinterhalt gelockt«. BGS-Beamte hätten am Sonnabend früh beobachtet, wie DDR-Soldaten aus westlicher Sicht vor den Grenzzäunen liegende Schlafsäcke abtransportierten. Die Tag und Nacht wachenden DDR-Grenzsoldaten hätten vor den Grenzzäunen gelegen und auf Gartenschläger und seine beiden »Freunde« aus unmittelbarer Nähe und ohne jegliche Warnung geschossen. Kleiner ermittelt deshalb gegen die DDR-Soldaten wegen Mordes.
(DPA 2.5.1976, Welt 4.5.1976, Tagesspiegel 4.5.1976, FAZ 4.5.1976)Soldaten der Grenzbrigade 8 hätten in Schlafsäcken, mit Nachtgläsern, die MPi entsichert, schon seit Tagen auf Gartenschläger gelauert. (Bild 4.5.1976)

andr.k hat geschrieben:Danny_1000 hat geschrieben:Interessant ist natürlich auch, wie damals das offizielle Bonn auf Gartenschlägers Aktionen reagierte. 1976 regierte ja in Bonn die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt. Minister für innerdeutsche Beziehungen war Egon Franke.
Für Gartenschläger waren das alles „Weicheier“, die viel zu diplomatisch mit der DDR- Führung unter Honecker umgingen.
Denn Herrschaften im Bonner Diplomatenrock war Gartenschläger sowieso suspekt und störte nur die Bemühungen der Bundesregierung, mit dem anderen deutschen Staat im Gespräch zu bleiben.
Letztendlich, so glaube ich, waren es weniger solche Einzelaktionen wie die von Gartenschläger (ließ sich die Fluchthilfe zudem sehr gut bezahlen) sondern viel mehr die Bemühungen der bundesdeutschen Politik um menschliche Erleichterungen für DDR- Bürger, die zur Destabilisierung der DDR beitrugen.
Bundesminister Franke stellte dazu fest, dass M. Gartenschläger ein unverantwortliches Risiko eingegangen ist. Staatssekretär Parl bestätigte, dass M. Gartenschläger bei den polizeilichen Vernehmungen, über die von ihm vorher unternommenen Versuche dieser Art ausdrücklich davor gewarnt worden ist, solche Aktionen zu wiederholen.

Edelknabe hat geschrieben:andr mit dem hier:
"Bundesminister Franke stellte dazu fest, dass M. Gartenschläger ein unverantwortliches Risiko eingegangen ist. Staatssekretär Parl bestätigte, dass M. Gartenschläger bei den polizeilichen Vernehmungen, über die von ihm vorher unternommenen Versuche dieser Art ausdrücklich davor gewarnt worden ist, solche Aktionen zu wiederholen."Textauszug ende
Das liebte doch der Westen, dieses" Bitte, bitte Mann(hier Gartenschläger) du darfst das einfach nicht weil, es könnte da vorne sehr gefährlich werden".Und klar, uns wilder Michael reagierte dann ähnlich nem Jugendlichen. Einem den sein Vater ermahnte, nur der Junge nahm das einfach nicht für voll so "Leck mich doch am Arsch Alter", Genau wie wir in unserer Jugend reagiert haben, wenn es um irgendwelche weisen Ratschläge der eigenen Eltern ging.
Rainer Maria
und diese zuerst benutzt muss mit Erwiderung des Feuers rechnen oder den eigenen Tod in Kauf nehmen.

Verratnix hat geschrieben:Ich hab´ jetzt nicht alles in diesem Thema gelesen. [...]


Edelknabe hat geschrieben:Von wem stammt eigentlich dieser ....eben diese Schilderung aus dem vorstehenden Textauszug? Wer genau hat das zu Protokoll gegeben? Oder wurde es nur für das Buch so verfasst?
Rainer Maria
Ari@D187 hat geschrieben:Verratnix hat geschrieben:Ich hab´ jetzt nicht alles in diesem Thema gelesen. [...]
Auch wenn es einige Stunden in Anspruch nehmen wird, so ist es doch empfehlenswert, Dich durch die 33 Seiten zu arbeiten.
Ari


Nostalgiker hat geschrieben:"Verratnix" lass es einfach.

augenzeuge hat geschrieben:Nostalgiker hat geschrieben:"Verratnix" lass es einfach.
Du bist nicht in der Position hier etwas zu fordern.
Schreib was du meinst, aber lass diese pauschale Diskreditierung.
AZ
Verratnix hat geschrieben:Ich hab´s aber verstanden. Der Grund wird vermutlich ein anderer sein. Passt auch vom zeitlichen Ablauf her (Du erinnerst Dich an die PN, Augenzeuge? Passt doch...)
Es hat sich schon mal jemand einspannen lassen...tja, meine Gedanken dazu behalt´ ich mal für mich.


Ari@D187 hat geschrieben:Solange es gegen die DDR geht, scheinen bei einigen rechtsstaatliche Grundsätze, auf welche man sonst so gerne pocht, keine Rolle mehr zu spielen.
Kumpel hat geschrieben:Ari@D187 hat geschrieben:Solange es gegen die DDR geht, scheinen bei einigen rechtsstaatliche Grundsätze, auf welche man sonst so gerne pocht, keine Rolle mehr zu spielen.
Eigenwillige Auslegung.
Verratnix hat geschrieben:Ich hab´ jetzt nicht alles in diesem Thema gelesen. Mir liegt im Gedächtnis das in einigen Berichten die Waffe genannt wurde. In anderen nicht.
Es gab keinen Schmauchspurentest. Um den durchzuführen ist es üblich die Hände in Plastetüten zu stecken. Wurde versäumt obwohl Kriminaltechniker vor Ort waren.
Die Waffe sollte Ladehemmung gehabt haben, Eine (leere?) sollte den Verschluß blockiert haben?
Es gibt sehr viele Ungereimtheiten in der Sache.
Verratnix hat geschrieben:Aus BGS Kreisen ist anderes zu vernehmen. Die wussten schon was da hängt. Vielleicht nicht detailliert den Aufbau und die genaue Wirkungsweise. Doof waren die nun auch nicht.
Man muss schon mal klar feststellen das es auch eine Haussuchung seitens der Staatsanwaltschaft Lübeck nach der ersten Demontage in Willinghusen gab. Wurde nur nichts gefunden, er hatte die SM 70 gut vergraben.
Untätig waren die nicht.
Zurück zur Bewaffnung. Lienecke und Übler waren u.a. mit einer abgesägten Schrottflinte bewaffnet. Einer der beiden feuerte in Panik Richtung Grenze nachdem die ersten Schüsse gefallen waren.
Danach sind die 2 abgehauen und es wurde hinter ihnen hergeschossen, meine ich. Müsste ich nochmal nachlesen.
Die Textzeilen aus dem Buck Lienecke, der lag mir im Gedächtnis.
Zurück zu Besondere Zwischenfälle
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste