Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon peterB » 25. Februar 2012, 13:10

icke46 hat geschrieben:Hallo, Affi,

ich geh eigentlich davon aus, dass Peter gar nicht weiss, ob diese Rechten nun im Transit fahren wollten oder in die DDR einreisen. Aus meiner Sicht - als Transitreisender zwischen 1976 und 1989 (Transit auch schon vorher, aber halt ab 76 als Selbstfahrer) - fand auf bundesdeutscher Seite nie eine Kontrolle statt, zumindest nicht bei mir.

Interessant wäre schon, wie die die Einreise von Rechten in die DDR nach der Wende und vor der Vereinigung kontrolliert wurde. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sich seinerzeit Michael Kühnen (und sein Alter Ego Christian Worch) in der DDR breit machten.

Gruss

icke

pässe wurden von der dd immer gestempelt,deswegen wusste man immer,woher die reisenden kamen. [freu
von unserer seite aus wurde nur sichtkontrolle gemacht,d.h.,wir holten uns nur einzelne pwk zur kontrolle raus.
peterB
 

Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon peterB » 25. Februar 2012, 13:16

Affi976 hat geschrieben:Zitat peterb:....die rechten konnten ohne probleme die transitstrecken benutzen
auch der transport ihrer zeitungen nach west-berlin war kein problem.
ab und zu haben wir ihren kleintransporter kontrolliert,aber da war nie was verbotenes zu finden.

Danke @Peter,
ist doch schon mal ein Anfang. Kennst Du denn auch Fälle, in denen die Jungs gezielt in die DDR eingereist sind, um sich dort vielleicht mit Gleichgesinnten zu treffen?? Ihr Material dürfte dann ja von besonderer Brisanz gewesen sein.
Und wie war deren Kleidung? Ich stell mir gerade vor, die Jungs machen ein Päuschen und gehen in ihrer Kluft auf`s Pinkelatorium oder gar in die Raststätte. [flash]
Jetzt würde mich natürlich noch interessieren, wie unsere Jungs die Truppenteile im Auge behielten.
VG Affi


eine einreise dieser personengruppe direkt in die ddr ist eigentlich unwahrscheinlich.
man hätte ja ein visum für die ddr gebraucht.da wäre man gleich erfassr worden.
am einfachsten wäre eine einreise von west nach ostberlin gewesen,
peterB
 

Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon peterB » 27. Februar 2012, 22:07

wurden in der statistik keine grenzübergangsstellen genannt?
dann wäre es eine seltsame statistik
na ja,1979/80 ,da haben die genossen vieles ge/verfälscht,oder??
peterB
 

Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Affi976 » 28. Februar 2012, 10:19

Zitat peterB:...wurden in der statistik keine grenzübergangsstellen genannt?

@peterB,
ich kenne zwar keine Statistik, könnte mir aber gut vorstellen, dass alle Grenzübergänge für dieses Klientel von Relevanz waren.
Wie für alle anderen Schmuggeltruppen ebenfalls.
Leider haben wir hier ja keinen MA der anderen Seite. Mich würde ja interessieren, wie die Jungs durchs DDR-gebiet kamen, ob unbehelligt, also konnten sie auch mal einen Stoß Bücher oder Kassetten verlieren oder fuhr da ein Begleitkommando hinterher.
Gabs auf den Raststätten Kontaktmöglichkeiten zu DDR-Personen dieser Gruppierung?
Hat schonmal die eine oder andere Waffe so ihren Besitzer gewechselt?

@icke,
ich könnte mir auch vorstellen, dass nicht so intensiv kontrolliert wurde, also von westl. Seite. Ich kann mich weder in Berlin ( West ) als auch an den GÜST`n von/zur BRD daran erinnern, dass mich der Zoll ( West )auch nur irgendwie ins Visier genommen hätte.
Nur einmal an der GÜST Hirschberg, ich hatte die DDR Kontrolle hinter mir und wollte gerade aufs Gas treten, da kam die Kelle vom BGS. Denen war es wohl suspekt, ich allein in einem zivilen Wagen. Als sie allerdings hörten, was ich vorhatte, haben sie sich gefreut und mir einen schönen Aufenthalt gewünscht.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Interessierter » 1. März 2012, 10:13

Auf Spiegel - Online fand ich diese kleine Geschichte dazu passend:

Wie ich vergeblich versuchte, nach Ostberlin einzureisen

Die Hauptstadt der DDR war für viele Westdeutsche und -berliner beliebtes Ziel von Tagesausflügen. Auch Franz-Josef Kemper stellte sich in die Schlange am Schlagbaum - und musste erfahren, dass eine Einreise nach Ostberlin generell nicht möglich ist.

Die ganze Geschichte hier:
http://einestages.spiegel.de/static/aut ... eisen.html
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 1. März 2012, 15:13

Ich kann Euch sagen,daß bei der Frage,wer mit was wohin gelassen wurde sehr viel die Tagespolitik entscheident war.Soetwas wurde auch meist "ganz oben" entschieden.
Ich denke, viele die nicht in die DDR einreisen durften, wussten,daß sie während der Leipziger Messe eine größere" Großzügigkeit" erhoffen konnten.Dazu gab es im Westen auch entsprechende Beratung.
Auch der ,von Strauß eingefädelte Kredit,führte da zu mehr Großzügigkeit,im Vorfeld.(nur als Beispiel)
Ansonsten boten natürlich die Grenzübergangsstellen reichlich Raum für die eine oder andere"schmutzige Arbeit".Darüber wussten nichtmal die Angehörigen der Abt.VI/bis ins letzte Detail bescheid.Diese Wahnsinnmöglichkeit an Informationen zu kommen hat man sich natürlich nicht so einfach nehmen lassen.Welchen Geheimdienst will man das übelnehmen.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 3. März 2012, 16:08

Mir ist da gerade eine von meinen kleinen Geschichten eingefallen.Werde ich jetzt mal von mir geben.Ist wieder eine die ich irgendwie lustig fand und finde.
Es war da eine Zeit(Klaus Renft),da hatten die "führenden Genossen"den Wunsch,sie brauchen täglich die aktuelle Westpresse um auf dem Laufenden zu sein was der Klassenfeind so plant.
Ich hatte viel mit der"Nahtstelle" zu Westberlin zutun.Aus diesem Grunde bekamen wir den Auftrag uns darum zukümmern.Nach längerem hin und her,wertvolle Devisen sollten dafür nicht ausgegeben werden,kam man auf die PKEs
Die haben dann "Kontakt"zu den Kurierfahrern aufgenommen,die jede Nacht die "Schund und Schmutzliteratur"im Transit von Westberlin in die BRD und umgekehrt transportiert haben.Als" die tägliche Lieferung"erfolgreich lief habe ich mich mal dafür interessiert,wie die das denn nun eigentlich anstellen,aus vieleicht vorstellbaren Gründen.
Jendenfalls waren das meistens Studenten,die sich was für ihr Studium verdienten.Und die wurden dann im Prinzip zügiger abgefertigt als Diplomaten.Als Dank(wohlgemerkt nur als Dank) lieferten die dann regelmäßig die Zeitungen, von Bild bis FAZ.
In dem Zusammenhang fällt mir gleich noch ein kleiner Konflikt mit Alfred ein.Wenn diese ehemaligen Studenten heute irgendwo in einer gehobenen Stellung arbeiten wollen,könnte es Ihnen passieren,daß da einStück Akte auftaucht.Dann könnte man Ihnen vorwerfen sie waren ein IM,waren sie aber garnicht.Sie hatten ein Geschäft zum gegenseitigen Vorteil,aber eben mit der Staatssicherheit und ohne daß sie das wussten.Und nun erkläre das heute mal.Ob Dir das einer glaubt?Das aber nur nebenbei.
Jedenfalls waren die Fahrer natürlich der Meinung,die Grenzposten sind wie jeder DDR-Bürger scharf wie Schmitz Katze auf Westzeitungen aller Art und haben natürlich auch oft das eine oder andere "spezielle"Presseorgan dazugelegt.Also den"Kicker"und eben auch das eine oder andere"Tittenheftchen"Man wollte damit eine besondere Freude machen und hat man ja auch ab und an.
Nun wurde also die Presse regelmäßig den"führenden Genossen"zugeführt.Es wurde alles gewissenhaft verpackt und versiegelt,damit kein Unbefugter Zugriff hat.
Jetzt komme ich zum lustigen Teil der Geschichte.Irgendwann hat uns beim verpacken der berühmte Stachel gelöckt.Wir haben also eine Fußballzeitung mitreingelegt-Versehentlich.Da keine wie immer geartete Reaktion kam sind wir irgendwann mutiger geworden und haben eines von den"Tittenheftchen"mit reingelegt,auch Versehentlich.Was soll ich sagen,es kam nie eine empörte Reaktion oder Bescherde,man hat offensichtlich auch diese Presseorgane ausgewertet.
Daran sieht man,auch im Politbüro gab es nur Menschen mit entsprechenden Bedürfnissen.
Heute sage ich,liebe Genossen,wo immer Ihr heute seit,In Walhalla oder woanders,damals und heute hoffe ich, wir haben Euch eine kleine Freude gemacht und das eine oder andere Bedürfniss befriedigt.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon augenzeuge » 3. März 2012, 16:13

Eine klasse Story, Karnak. So lief das also ab......

[super]
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 3. März 2012, 16:20

Was soll ich sagen.Mein Opa hätte gesagt:"Je oller desto doller"
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon peterB » 3. März 2012, 20:26

das war ganz normal.bild,spiegel,kicker,playboy usw wurden von den fahrern bei uns abgeliefert.
ohne,dass einer von uns oder vom zoll danach gefragt hatte.
morgens,bei der einreise aus west-berlin,wollte ich die führerscheine der fahrer sehen.(es waren immer 2 fahrzeuge)
dabei stellte sich heraus,dass einer schon länger ohne führerschein unterwegs war.(alkohol)
da die überprüfung wg fahrerlaubnis etwas dauerte,kontrollierte der zöllner die fahrzeuge [shocked]
schöner volltreffer.die anhänger waren voll mit zigaretten.
die 2 fahrer hatten wir seitdem nie wieder gesehen.
die neuen fahrer versorgten uns weiterhin mit zeitungen.
und wurden trotzdem von uns und dem zoll ab und zu kontrolliert.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Berliner » 4. März 2012, 01:44

Danke, Karnak, fuer die Geschichte.

Ja, es wuerde sich lohnen mich mit Dir "drueben" in Berlin / Potsdam Abkommen zu treffen. Da ist ganz sicher das Bier toll, die Kneipen auch.

Vielleicht erfahre ich dann, was Du alles so "gegen den Klassenfeind" gemacht hast. Die Nacht, wohl gemerkt, werde ich sicherlich auch ueberleben.

Ich wuensche Dir was aus dem Land der Boesen, [hallo]
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Beharrlichkeit und Ausdauer alleine sind allmaechtig.


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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 4. März 2012, 07:09

Berliner,dann machen wir es einfach.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 4. März 2012, 08:56

Was mich angeht,Berliner,ich habe es mit dem Fahrrad 10 Minuten bis zum Strich auf der Glienicker Brücke.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon dein1945 » 5. März 2012, 16:32

karnak hat geschrieben:Was mich angeht,Berliner,ich habe es mit dem Fahrrad 10 Minuten bis zum Strich auf der Glienicker Brücke.


Hallo karnak,

wäre bei Jauch die Millionen Frage, A: von Links, B: von Potsdam, C. von der Havel, D: von Wannsee ? [hallo]

Gruß aus Steglitz, komme von D
dein1945
 

Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 5. März 2012, 17:29

Bei mir wäre es dann das B
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Merkur » 14. Juli 2012, 14:21

Transitfahrer hat geschrieben:Habt Ihr eurer Wissen über die Leichenfunde aus dem Buch von M.Drews?


Nein, zum einen hat Drews nur über einen Fall geschrieben und zum anderen hat er zum Fall damals nicht alles schreiben können.
Interessant ist, dass beide Westberliner in Westberlin aufgrund operativer Maßnahmen und der Untersuchungstätigkeit des MfS verurteilt worden sind. Ganz sicher auch zwei MfS-Opfer [grins]
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon augenzeuge » 14. Juli 2012, 14:36

Merkur hat geschrieben:Interessant ist, dass beide Westberliner in Westberlin aufgrund operativer Maßnahmen und der Untersuchungstätigkeit des MfS verurteilt worden sind.


Sie sind wirklich nur aufgrund der MfS-Maßnahmen in West-Berlin verurteilt worden? Dann hat das MfS sicher mal alles zur Verfügung gestellt....passierte ja nicht oft. Gibts da etwas zu lesen irgendwo?
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon augenzeuge » 12. Dezember 2012, 22:17

Drewitz-Dreilinden - Transit Westberlin

Es ist ein Ort mit vielen Namen: "Autobahnkontrollpunkt Dreilinden", "Grenzübergangsstelle Drewitz", "Checkpoint Bravo" oder "Kontrollpassierpunkt Nowawes". Alle Namen meinen das gleiche: Das Nadelöhr, durch das alle mussten, die mit dem Auto über die Transitstrecke von und nach Westberlin wollten. Für die Westberliner war es das Tor zur Bundesrepublik, für DDR-Bürger ein lebensgefährliches Sperrgebiet. Die DDR demonstrierte hier ihre Macht im innerdeutschen Grenzverkehr, reagierte mit Schikanen, Staus und Sperrungen auf politische Spannungen.
http://www.rbb-online.de/fernsehen/prog ... 82372.html







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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 12. Dezember 2012, 23:00

Das war ein interessanter Film, besonders auch der gezeigte "dreiste" Koffertransport mit dem Motorroller. Sehenswert!

Gruß Volker
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon dein1945 » 13. Dezember 2012, 10:43

Volker Zottmann hat geschrieben:Das war ein interessanter Film, besonders auch der gezeigte "dreiste" Koffertransport mit dem Motorroller. Sehenswert!

Gruß Volker


Interessant ? Der OSL, hier auch als "PKE" hatte keine Ahnung wo die Gammakanonen versteckt wurden ? Dann war es ja ein leichtes davor Jemand im Kofferraum zu transportieren ! Noch dazu wo am Tag nur 10 Verdachtskontrollen durchgeführt wurden. Zum Fall mit dem Motorroller, war schon sehr gewagt, noch dazu wo die Mauer erst einige Monate stand. Bis zum Transitabkommen wurde doch sehr intensiv kontrolliert.
Ab 1972, also nach dem Transitabkommen war es doch in den ersten Jahren ein leichtes Spiel. Zwillinge fuhren mit gleichen Fahrzeugen, einer von Dreilinden, der andere von Helmstedt, in die DDR ein. Der Erste lud seine menschliche Fracht auf einer unübersichtlichen Stelle ein. In Ziesar traff man sich, dort wurden die Papiere getauscht und der Zwilling aus Berlin fuhr nach Dreilinden zurück, hat einige male geklappt. Den Zwilling aus Helmstedt hat man in Marienborn nur einmal in eine Garage fahren lassen, nur da war keiner im Kofferraum, der saß längst im Cafe Kranzler beim Kaffee [laugh]

Gruß aus Berlin
dein1945
 

Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. Dezember 2012, 16:46

dein1945 hat geschrieben:Der Erste lud seine menschliche Fracht auf einer unübersichtlichen Stelle ein. In Ziesar traff man sich, dort wurden die Papiere getauscht und der Zwilling aus Berlin fuhr nach Dreilinden zurück, hat einige male geklappt. Den Zwilling aus Helmstedt hat man in Marienborn nur einmal in eine Garage fahren lassen, nur da war keiner im Kofferraum, der saß längst im Cafe Kranzler beim Kaffee [laugh]


Klasse Idee, da musste man erst mal drauf kommen. [wink]

Was in den ersten Jahren auch gut lief....2 identische Autos reisen ein- eins als Transit, eins als Einreise......irgendwo tauschte man die KFZ.....
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Icke46 » 13. Dezember 2012, 16:55

augenzeuge hat geschrieben:
dein1945 hat geschrieben:Der Erste lud seine menschliche Fracht auf einer unübersichtlichen Stelle ein. In Ziesar traff man sich, dort wurden die Papiere getauscht und der Zwilling aus Berlin fuhr nach Dreilinden zurück, hat einige male geklappt. Den Zwilling aus Helmstedt hat man in Marienborn nur einmal in eine Garage fahren lassen, nur da war keiner im Kofferraum, der saß längst im Cafe Kranzler beim Kaffee [laugh]


Klasse Idee, da musste man erst mal drauf kommen. [wink]

Was in den ersten Jahren auch gut lief....2 identische Autos reisen ein- eins als Transit, eins als Einreise......irgendwo tauschte man die KFZ.....
AZ


Nur mal eine Frage: kann es sein, dass ihr beide dasselbe meint?? Anders machts ja keinen Sinn mit dem Fahrzeugtausch. So wie das @dein1945 schildert, hört sich das zwar an, als wenn Zwilling eins zb. in Helmstedt in den Transit nach Berlin geht und Zwilling zwei in den Transit von Berlin nach Helmstedt - und da erkenne ich keinen Vorteil im Fahrertausch??

Könnt ihr das vielleicht mal aufklären [wink] ?

Gruss

icke
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 13. Dezember 2012, 16:59

Icke, danke. Hier ist noch einer, der schon ne Weile rätselt... [ich auch]
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Sirius » 13. Dezember 2012, 17:01

icke46 hat geschrieben:Nur mal eine Frage: kann es sein, dass ihr beide dasselbe meint?? Anders machts ja keinen Sinn mit dem Fahrzeugtausch. So wie das @dein1945 schildert, hört sich das zwar an, als wenn Zwilling eins zb. in Helmstedt in den Transit nach Berlin geht und Zwilling zwei in den Transit von Berlin nach Helmstedt - und da erkenne ich keinen Vorteil im Fahrertausch??

Könnt ihr das vielleicht mal aufklären [wink] ?

Gruss

icke


Ja, den Vorteil habe ich auch noch nicht richtig verstanden bei diesem Zwillingstausch. Vielleicht kann das jemand etwas ausführlicher erläutern.
Sirius
 

Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 13. Dezember 2012, 17:11

Zu diesem OSL muß ich etwas erklären.In seiner Funktion war er der Stellvertreter für Passkontrolle.Er war also nicht für die operativen Maßnahmen zuständig,sondern für alles was den Bereich Visaausstellung usw.angeht.Das war ein Bereich, der in seiner Bürokratie hoch komplex und kompliziert war,eine regelrechte Wissenschaft.Es war dabei bis zum kleinsten Detail alles festgelegt.Wann und in welcher Reihenfolge welche Zahl und welcher Strich auf die Dokumente anzubringen ist.Sinn dieser extremen Regelungen war das Minimieren von Fehlern bei der Ausstellung dieser Dokumente.Und eben für die Durchsetzung und Einhaltung dieser Dinge war der OSL zuständig.Wie ich Ihn kennenglernt habe,war er auch dafür gemacht.Ein ruhiger Patron,der auf mich immer den Eindruck des typischen Bürokraten und Federkiels gemacht hat.
Ich habe nun keine Ahnung wie er in die operativen Maßnahmen mit einbezogen wurde.In diesen Kreisen der stellvertreter des Abteilungleiters habe ich mich nicht bewegt.Es kann durchaus sein,daß er von diesen Dingen wirklich nichts wusste und heute von einer "Gammakanone"spricht weil halt alle Welt das tut.
Ich habe nun hier schon erläutert um was es sich bei dieser"Gammakanone"in Wirklichkeit handelte und warum ein derartiger Einsatz garnicht möglich gewesen wäre ,ohne massenhaft Paßkontrolleure zu verstrahlen.
Ansonsten hätte ich von der Existenz dieser Technologie eigentlich auch nichts wissen dürfen,aber auf Grund meiner sehr spezifischen Tätigkeit war es einfach unvermeidlich,daß ich zu allen möglichen Bereichen Kontakte hatte und dort auch Mitarbeiter persönlich kannte.Wenn man dann gerne mal einen kleinen Schwatz macht, bekommt man eben so verschiedenes mit [grin].Und da bin ich eben wieder an dem Punkt, den ich an anderer Stelle schon angesprochen habe.Wenn man ein paar Jahre bei dem Laden war,den entsprechenden Posten hatte und eine entsprechende charakterliche Eigenschaft,dann wusste und ahnte und konnte man sich so vieles zusammenreimen.Das war sicher nicht erwünscht,aber eben unvermeidlich.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. Dezember 2012, 17:35

karnak hat geschrieben:Wenn man dann gerne mal einen kleinen Schwatz macht, bekommt man eben so verschiedenes mit [grin].
Wenn man ein paar Jahre bei dem Laden war,den entsprechenden Posten hatte und eine entsprechende charakterliche Eigenschaft,dann wusste und ahnte und konnte man sich so vieles zusammenreimen.Das war sicher nicht erwünscht,aber eben unvermeidlich.


Absolut nachvollziehbar, gilt wohl auch so in jedem Job. Aber es soll Ausnahmen in der HVA gegeben haben..... [flash]
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 13. Dezember 2012, 17:35

Auch das mit den Zwillingen,bzw.auf dem Passbild ähnlichen Person kann ich erklären.
Ein Fahrzeug reiste in die DDR ein,nahm dann in der DDR die zu schleusende Person in den Kofferraum auf.Fuhr dann bei der Rückreise auf eine Transitstrecke auf und parkte das Fahrzeug auf einer Raststätte.Möglichst zu einem Zeitpunkt,wenn dort viel Betrieb war,Ziesar und Michendorf war dafür sehr gut geeignet.Es war nämlich dort für die Abt.VIII/4 sehr schwierig den Überblick zu behalten,eigentlich unmöglich.Das zweite Fahrzeug reiste zeitlich abgestimmt im Transit durch die DDR und machte auf der Raststätte ebenfalls einen Halt.Nach der Pause begab sich der Eine zu dem jeweils anderen PKW und fuhr mit diesem los.Die PKW hatten natürlich die selben Kennzeichen.Das Fahrzeug mit der Person im Kofferraum fuhr in der Regel als erstes aus der DDR,im Transit,also ohne Zollkontrolle und das zweite Fahrzeug fuhr etwas später los und war bei der Zollkontrolle aus dem Schneider.Ich hoffe ich habe das Prinzip verständlich dargelegt.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon Affi976 » 13. Dezember 2012, 17:36

Zitat Karnak:...Ich habe nun hier schon erläutert um was es sich bei dieser"Gammakanone"in Wirklichkeit handelte und warum ein derartiger Einsatz garnicht möglich gewesen wäre ,ohne massenhaft Paßkontrolleure zu verstrahlen.
Ansonsten hätte ich von der Existenz dieser Technologie eigentlich auch nichts wissen dürfen,aber auf Grund meiner sehr spezifischen Tätigkeit war es einfach unvermeidlich,daß ich zu allen möglichen Bereichen Kontakte hatte und dort auch Mitarbeiter persönlich kannte.Wenn man dann gerne mal einen kleinen Schwatz macht, bekommt man eben so verschiedenes mit [grin].Und da bin ich eben wieder an dem Punkt, den ich an anderer Stelle schon angesprochen habe.Wenn man ein paar Jahre bei dem Laden war,den entsprechenden Posten hatte und eine entsprechende charakterliche Eigenschaft,dann wusste und ahnte und konnte man sich so vieles zusammenreimen.Das war sicher nicht erwünscht,aber eben unvermeidlich.

@karnak,
mir ist von PKE-Seiten zu Ohren gekommen, dass dieser Bereich so etwas von STRENG GEHEIM war, dass wirklich nur einige wenige, spez. MA dort Zutritt hatten.( Für einen "normalen" MA PKE war der Zutritt nicht möglich.)
Diese sollen sogar über DOSIMETER vergügt haben.
Heute, wie auch damals schon, gab und gibt es Möglichkeiten, MA, die an Röntgengeräten arbeiten, entsprechend zu schützen. Also dürfte der Punkt der Verstrahlung wohl ausfallen.
Mir ist bekannt, dass es z.B. an bestimmten GÜSTen, die von Dir beschriebenen Wärmebildkameras gab. An anderen GÜSTen allerdings besagte "Gammakanonen".
Na mal sehen, vielleicht findet man ja noch was dazu!
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon karnak » 13. Dezember 2012, 17:41

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Wenn man dann gerne mal einen kleinen Schwatz macht, bekommt man eben so verschiedenes mit [grin].
Wenn man ein paar Jahre bei dem Laden war,den entsprechenden Posten hatte und eine entsprechende charakterliche Eigenschaft,dann wusste und ahnte und konnte man sich so vieles zusammenreimen.Das war sicher nicht erwünscht,aber eben unvermeidlich.


Absolut nachvollziehbar, gilt wohl auch so in jedem Job. Aber es soll Ausnahmen in der HVA gegeben haben..... [flash]
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Ich sage mal einfach,die HVA,daß war schon eine andere Liga,war die absolute Elite.Bei dem was die gemacht haben,da hing ja einiges anders drann.Kann schon sein,daß man das dort effektiver organisiert hat.Aber von dem Bereich habe ich in der Hinsicht keine Ahnung,es wäre mein großer beruflicher Traum gewesen es mal dorthin zu schaffen [wink] ,aber ich war davon meilenweit entfernt.
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Re: Schikane beim Transit oder der Ein-, Ausreise

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. Dezember 2012, 17:42

icke46 hat geschrieben:Nur mal eine Frage: kann es sein, dass ihr beide dasselbe meint?? Anders machts ja keinen Sinn mit dem Fahrzeugtausch. So wie das @dein1945 schildert, hört sich das zwar an, als wenn Zwilling eins zb. in Helmstedt in den Transit nach Berlin geht und Zwilling zwei in den Transit von Berlin nach Helmstedt - und da erkenne ich keinen Vorteil im Fahrertausch??

Könnt ihr das vielleicht mal aufklären [wink] ?

Gruss

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Ich versuchs mal. Bei Dein1945 stieg jemand in das Auto zu, was nach Helmstedt fuhr. Dort wartete man auf die Person, aber man wartete nicht in Drewitz, denn bei dem Auto, was zurück fuhr, gab es kein Vorkommnis. Ich geh davon aus, dass beide Autos identisch waren, es sei denn, damals stand auf den Transitvisa etwas anderes drauf.

Bei mir, fuhr einer Transit, einer DDR-Einreise. So konnte man auch schmuggeln...wenn man dann das Auto wechselte. Was einer im Transit ungesehen mitnahm, schaffte der andere in die DDR...und umgekehrt.
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"Es ist manchmal gefährlich, Recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat. (Voltaire)"
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Flucht und Ausreise
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