Wahlen in der DDR

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 5. Juni 2014, 18:27

Im Wahlgesetz stand sowas meines Wissens nicht detailliert drin. Wenn dann in internen Anweisungen etc. Hatte mal entsprechendes Material dazu im Netz gefunden.
Allerdings half das Westradio vor einer Wahl manchmal mit entsprechenden Infos aus ......

Als Studi waren wir mal in ein Wahllokal eingeteilt um die säumigen Wähler persönlich zur Wahlurne zu bitten. Der Wahlvorstand ist kaum selbst losgeeilt ......

Was die persönlichen Besuche und Aufforderung betraf seinem "Wahlrecht" nachzukommen wird es wohl ziemliche Unterschiede zwischen der Mecklenburger Pampa und den Großstädten im Land gegeben haben.

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. Juni 2014, 18:46

pentium hat geschrieben:
Karnak, musste mal im Wahlgesetz der DDR nachschlagen. Dort könnte, ich schreibe extra könnte etwas dazu stehen!

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon pentium » 5. Juni 2014, 18:50

karnak hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:
Karnak, musste mal im Wahlgesetz der DDR nachschlagen. Dort könnte, ich schreibe extra könnte etwas dazu stehen!

mfg
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[grins] wenn ich ehrlich bin , ich frage schon bewusst in die Runde.


Fast hätte ich geschrieben....
Nein ich tue es nicht!

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. Juni 2014, 18:54

icke46 hat geschrieben:Aus dem Wahlgesetz der DDR von 1950:

[i]§ 36. (1) Der Wahlberechtigte hat das Recht, auf dem Stimmzettel Veränderungen vorzunehmen. Er nennt dem Wahlvorstand seinen Namen sowie seine Wohnung und weist sich durch den Deutschen Personalausweis oder eine entsprechende andere amtliche Urkunde zur Person aus. Nach Feststellung seiner Wahlberechtigung nimmt er die Wahl vor,

icke

Heist also in der DDR wurden keine Wahlbenachrichtigungen verschickt.
Was mich übrigens immer gewundert hat,damals schon, dass in der DDR nie die Wahlpflicht eingeführt wurde, ist ja in einigen westlichen durchaus üblich,auch damals schon, deswegen hätte also EIGENTLICH keiner "meckern können. [grins]
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2014, 18:59

karnak hat geschrieben: Was mich übrigens immer gewundert hat,damals schon, dass in der DDR nie die Wahlpflicht eingeführt wurde.....


"Wie kam der Irrtum auf, dass es eine Wahlpflicht in der DDR gab?! Er kam deshalb auf, weil dieser Irrtum ein Irrtum ist! Gab es eine Wahlpflicht? Nein, es gab sie nicht, weil außer der "moralischen Verpflichtung" nichts davon auf einem Papier stand. Gab es eine Wahlpflicht? Ja, es gab sie, weil die Freiheit, nicht zu wählen, in aller Regel Konsequenzen nach sich zog, die auch nicht auf einem Papier standen."

http://www.thueringer-allgemeine.de/sta ... -570357487

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. Juni 2014, 19:56

Nov65 hat geschrieben:Der ging dann, erklärte dem Noch-nicht-Wähler etwaige Konsequenzen und ging dann wieder.

Ich würde mal sagen, man versuchte ihn zu überzeugen.Sicher konnte der Betreffende, dass auch als überreden empfinden [flash] . Aber "erklärte dem Noch-nicht -Wähler etwaige Konsequenzen" ,was im Klartext, man drohte ihm hieß, na ja, ich weiß auch nicht so richtig, mit was denn.Sicher ist es vorstellbar,dass man Nichtwählern das Nichtwählen hat spüren lassen, aber eben durch die kalte Küche,man wurde nicht deswegen sanktioniert,man konnte es höchstens vermuten.
Und hätte man eben eine gesetzliche Wahlpflicht eingeführt, wie in anderen Ländern auch, dann hätte man sanktionieren können.Warum man es nicht getan hat, obwohl man so "böse" war,keine Ahnung.
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Janko » 6. Juni 2014, 05:44

@AZ....in aller Regel Konsequenzen nach sich zog....?

Die da wären ? ....und das mal in die Runde.....Wer war denn nicht zur Wahl und welche Konsequenzen hat es denn nach sich gezogen....?
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 6. Juni 2014, 07:48

Janko hat geschrieben:@AZ....in aller Regel Konsequenzen nach sich zog....?

Die da wären ? ....und das mal in die Runde.....Wer war denn nicht zur Wahl und welche Konsequenzen hat es denn nach sich gezogen....?


Janko, wo hast du gelebt, dass du diese Frage stellst?

Was sagte man denn zu denen? "Sie werden auch mal den Staat um etwas bitten und dann erinnern wir uns an ihre fehlende Kooperation. Haben Sie Kinder? Die möchten doch Abitur machen oder studieren? Sie haben doch einen Bruder in der BRD, möchten Sie den mal besuchen? Dann kam noch der FDGB-Vertreter und meinte, "Unsere Plätze sind nicht ausreichend, wir nehmen natürlich nur jene, die sich staatskonform verhalten haben zuerst...." Habe ich das denn nur allein erlebt?
Es wurden doch schon manchmal Gespräche mit denen geführt, die nicht zur 1.Mai-Demo kamen, natürlich nicht überall. Kompromisslose SED-Verfechter gab es leider dort, wo ich tätig war. Janko, die kamen doch sogar zu mir, weil ich nicht gegangen bin....und dabei wollte ich ja weg.... [flash] Glaubst du ich habe einen FDGB Platz bekommen, nachdem ich den Antrag gestellt hatte? Ich bin davon überzeugt, dass jeder, der hier auffiel, notiert wurde. Und man es ihm zu gegebener Zeit aufs Butterbrot schmierte....

So funktionierte doch das System DDR. Der Staat bot "etwas", aber dafür musste man sich "beugen"...oder eher stillhalten.

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 6. Juni 2014, 08:36

Augenzeuge, Du mußt wirklich in einem sehr seltsamen Biotop gelebt haben .......

Bestimmt gab es solche Idioten die solche "Argumente" gebrauchten wie angeführt. Nur daraus schließen das diese Idiotie flächendeckend war ist der falsche Schluß .....

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Janko » 6. Juni 2014, 08:47

@AZ...mal in aller Ruhe, es wurde von Konsequenzen geschrieben...außer Androhungen, möglicherweise noch von inkompetenten "Zeitgenossen", lese ich nichts...

und bei aller Liebe zum Detail...warum wollte jemand/du noch einen Urlaubsplatz vom "staatsgelenkten" FDGB ?
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 6. Juni 2014, 09:09

Thoth hat geschrieben:Augenzeuge, Du mußt wirklich in einem sehr seltsamen Biotop gelebt haben .......

Bestimmt gab es solche Idioten die solche "Argumente" gebrauchten wie angeführt. Nur daraus schließen das diese Idiotie flächendeckend war ist der falsche Schluß .....

Thoth


Du kannst das so sehen, Thoth. Ich kann dir nur entgegnen, dass ich in den letzten 25 Jahren eine Menge Leute kennengelernt habe, die das auch so erlebt haben. Ich muss deshalb davon ausgehen, es war eher kein Biotop.... Aber es hat vielleicht einen Vorteil, wenn ich das schreibe, du solltest dann andere Menschen und deren Intuition etwas besser verstehen können.

@Janko
Warum sollte ich das nicht tun? Ein Urlaubsplatz mit dem FDGB war doch keine 1. Mai-Demo.... [flash]
Erstens wusste ich nicht, ob und wann ich erfolgreich sein werde, dann ging ich weiter arbeiten, hatte Urlaubsanspruch, zahlte noch FDGB-Beiträge...Und man kam doch nur so an günstige Quartiere an der Ostsee. (Zu diesem Zeitpunkt (der Antrag lief erst 2 Monate) durfte ich noch dahin fahren...)
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 6. Juni 2014, 09:28

Natürlich, alle haben gelitten und mußten dahinvegetieren nur ich nicht.
Es ist wirklich ein Phänomen das sich meist Leute "treffen" die sich gegenseitig ihre verqueren "Erinnerungen" erzählen.
Vergleichbar mit Rauchern, Raucher fühlen sich unter ihresgleichen auch wohl und ihr Topthema im Gespräch sind bestimmt nicht die Gefahren des Rauchens sonders das fast jeder der Anwesenden einen kennt der rauchte wie Schlot, fast hundert Jahre alt wurde und keinen Krebs oder andere Gebrechen, verursacht durch das Rauchen, bekam sondern friedlich und bei bester Gesundheit verschied .......

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 6. Juni 2014, 10:21

Thoth hat geschrieben:Natürlich, alle haben gelitten und mußten dahinvegetieren nur ich nicht.
Thoth


Nein, dahinvegetieren musste man nicht. Aber man musste sich beugen...(denk an Heym und den aufrechten Gang)
Und wenn wir ehrlich sind, haben wir alle versucht, das Beste aus der Sache zu machen. Gerade die ältere Generation hatte sich mehr oder weniger angepasst. Das darf man sagen, ohne Groll.

Und klar hätte ich mich auch im gewissen Sinn gebeugt, um meinem Kind ein Abitur zu ermöglichen. Das gebe ich ganz offen zu. Deshalb verstehe ich jene Menschen auch.

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 6. Juni 2014, 10:30

Mal noch etwas aus den "Biotopen"....zur Manipulation der Wähler:

http://www.mdr.de/damals/eure-geschicht ... 768d3.html

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Janko » 6. Juni 2014, 11:13

@AZ...und die Wahl bzw. die Manipulation der Wähler, außerhalb von Biotopen.....? Ich schreibe mal....Wahl wird immer von Manipulation begleitet !
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 6. Juni 2014, 11:35

Janko hat geschrieben:Wahl wird immer von Manipulation begleitet !


Jaja, die einen wussten, dass man sie manipuliert und die anderen wussten, dass man es wusste...nur sagen durfte es keiner. [grins]
Und die es doch gesagt haben, sperrte man ein.

Die Unterschiede der DDR-Wahl zu heute sind dir doch bewusst, oder.... [angst]
AZ
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 6. Juni 2014, 11:54

Ja Heute, heutzutage ist das natürlich alles die freie, unabhängige Willensentscheidung des mündigen Bürgers.
Die Parteien machen doch keine Wahlversprechen um damit Stimmen zu fangen, nein das machen sie nie und nimmer.

Die Parteien und die "gewählten" Abgeordneten sind selbstlose Diener des Volkes welche sie gewählt haben, also die großen Konzerne in der Wirtschaft, die Lobbyisten, die Meinungsmacher aus dem Medienbereich .....
Sind sie dann erst einmal an der Macht was interessiert sie dann noch ihr Wahlversprechungsgeschwätz ......

Demokratie kann so schön sein, alle machen mit und alle wissen das sie mehr oder minder über den Tisch gezogen werden, außer den oberen "Leistungsträgern" natürlich.

Thoth
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nov65 » 6. Juni 2014, 13:29

Thoth hat geschrieben:Ja Heute, heutzutage ist das natürlich alles die freie, unabhängige Willensentscheidung des mündigen Bürgers.
Die Parteien machen doch keine Wahlversprechen um damit Stimmen zu fangen, nein das machen sie nie und nimmer.

Die Parteien und die "gewählten" Abgeordneten sind selbstlose Diener des Volkes welche sie gewählt haben, also die großen Konzerne in der Wirtschaft, die Lobbyisten, die Meinungsmacher aus dem Medienbereich .....
Sind sie dann erst einmal an der Macht was interessiert sie dann noch ihr Wahlversprechungsgeschwätz ......

Demokratie kann so schön sein, alle machen mit und alle wissen das sie mehr oder minder über den Tisch gezogen werden, außer den oberen "Leistungsträgern" natürlich.

Thoth

Das ist natürlich völliger Bödsinn oder Verhohnepipelung der Situation.
Der Wähler kriegt schon mit, wer Versprechen abgibt, die er wohl nie halten kann. Er kann sehr wohl unterscheiden zwischen populistisch und solide.
Er hat die Möglichkeit des Auswählens unter vielen Parteien, auch kleineren, die nur selektiv etwas verändern wollen.
Und er muss nicht zur Wahl gehen, ohne Schaden für sich oder die Familie zu befürchten.

Immer wenn Menschen sich zusammentun -siehe Parteien- besteht die Gefahr des Abdriftens, des Filterns für eigene Zwecke. Das war, ist und wird immer so sein.
Aber in demokratischen Verhältnissen gibt es die Vierte Gewalt und die Außerparlamentarische Opposition. Dadurch wird eine unabhängige Kontrolle gewahrt und Missstände werden aufgedeckt.
All das war in der DDR nicht gegeben.
Andreas
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon tom-jericho » 6. Juni 2014, 16:02

Mai 1989:

Vorletzte Wahl zur Volkskammer (nein es war nicht die letzte) in der DDR

Bekanntlicherweise gaben ja am Wahlsonntag in der NVA alle kompanieweise angetreten (wenn es sich machen ließ) ihre Stimme ab.

Damals wurden aber, sonst nicht so üblich, zigweise Sonderwahllokale geschaffen.

Fuhr ich halt während der Mittagspause in der Woche mal schnell noch vor dem Wahlsonntag mit der Linie 1 der TRAM ins Sonderwahllokal 2 Stationen weiter, wählte wie immer den Demokratischen Block der Nationalen Front, und meldete mich für den Wahlsonntag aus der Kaserne ab.

Hatte da schon mit viel wichtigeren Dingen, die weitere Zukunft entscheidend, in dieser Zeit zu tun.

[hallo]
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon SkinnyTrucky » 6. Juni 2014, 20:36

Janko hat geschrieben:@Ski..Tru

Nichts gegen deine Fantasien...nur a) waren Wahlzettel nicht personifiziert und b) bist du dann selber der "Radierer" gewesen ? Na alle Achtung, da ist ja schon mal Jemand bekannt der mit "manipuliert hat.....oder ?


....komisch, das du dich nicht wunderst, warum in der Wahlkabine, die ich aufsuchte, ein Bleistift lag....ich wollte halt genauso, wie es im Fernsehen zu sehen war, mit NEIN stimmen....

....jetzt bemüh mal deine Fantasie Janko....


groetjes

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon SkinnyTrucky » 6. Juni 2014, 20:41

icke46 hat geschrieben:Bloss mal ne Frage: Was hätte man denn speziell auf Deinem Stimmzettel mit dem Radiergummi korrigieren sollen [grins] ?

Es ist ja bekannt, dass man zur Abelhnung des Wahlvorschlags, wie sich das nannte, jeden einzelnen Namen auf dem Stimmzettel durchstreichen musste. War nur ein Name durchgestrichen oder der Zettel durchgekreuzt, war die Stimme gültig.


Na die Bleistiftstriche durch jeden Namen hätte man doch ausradieren können um aus einer NEIN- eine JA-Stimme zu machen....


groetjes

Mara, die zu der angesprochenen Wahl halt alle Namen einzeln durchgestrichen hatte....nur halt blöd, das ich keinen Kulli dabei hatte und den Bleistift nutzen musste....die Wahlkomission konnte prima hören, wie ich das tat und nachdem ich aus der Kabine kam, waren se nich mehr so freundlich....
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 6. Juni 2014, 21:19

SkinnyTrucky hat geschrieben:
Mara, die zu der angesprochenen Wahl halt alle Namen einzeln durchgestrichen hatte...

Da ich noch keine Antwort auf meine diesbezügliche Frage bekommen habe,vielleicht kannst Du mir sie ja beantworten.Woher wusstest Du eigentlich, dass man das so machen muss und wo stand das eigentlich?
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Icke46 » 6. Juni 2014, 21:39

Wo gerade von Bleistiften in den Wahlkabinen in der DDR die Rede war:

Wenn ich mich nicht sehr täusche, sind hierorts in den Wahlkabinen Buntstifte vorhanden - die sollten eigentlich auch radierfähig sein [wink]

BTW: Was hindert einen allgemein (West wie Ost) in der Wahlkabine einen Kugelschreiber zu benutzen? Ich hoffe doch, dass Kugelschreiber in der DDR nicht auch Mangelware waren [wink] ?

Gruss

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon pentium » 6. Juni 2014, 21:43

Kugelschreiber nicht, aber die Minen! Wobei auch wieder nur für bestimmte Kugelschreiber.

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 6. Juni 2014, 21:44

Was glaubt Icke wohl, wie lange ein Kuli in der Kabine liegen geblieben wäre..... [flash]
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Icke46 » 6. Juni 2014, 21:49

Der Kuli soll ja nicht in der Kabine liegenbleiben, sondern wieder in der Hemdtasche verschwinden, in der man ihn mitgebracht hat [grins] .

Oder durfte man, wenn man die Wahlkabine nutzen wollte, das nur nackt tun [grins] ? Ich könnte mir vorstellen, dass dann Berichte im DDR-Fernsehen aus den Wahllokalen eine Riesen-Einschaltquote gehabt hätten [laugh] .

Gruss

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon SkinnyTrucky » 6. Juni 2014, 21:54

karnak hat geschrieben:Woher wusstest Du eigentlich, dass man das so machen muss und wo stand das eigentlich?


Vom Westfernsegen.... ähh, Westfernsehen.... [grins]


groetjes

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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 6. Juni 2014, 22:30

Stimmt Skinny,
das hat uns der Herr Löwenthal ins Haus geliefert. Und dem hingen mehr Zuschauer an den Lippen als unserem Karl-Eduard... [flash] Woher sollte man denn sonst erfahren, wie man seinen Wahlschein als Gegenstimme deklarieren kann? In der DDR-Gebrauchsanweisung war das nie vorgesehen.

Gruß Volker
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Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon tom-jericho » 7. Juni 2014, 00:02

SkinnyTrucky hat geschrieben:
Janko hat geschrieben:@Ski..Tru

Nichts gegen deine Fantasien...nur a) waren Wahlzettel nicht personifiziert und b) bist du dann selber der "Radierer" gewesen ? Na alle Achtung, da ist ja schon mal Jemand bekannt der mit "manipuliert hat.....oder ?


....komisch, das du dich nicht wunderst, warum in der Wahlkabine, die ich aufsuchte, ein Bleistift lag....ich wollte halt genauso, wie es im Fernsehen zu sehen war, mit NEIN stimmen....

....jetzt bemüh mal deine Fantasie Janko....


groetjes

Mara


War das vielleicht ein gelber beidseitig angespitzter Bleistift der Marke KOH-I-NOOR in der Stärke HB?

Ich vermisse meinen nä(h)mlich schon seit langer Zeit!

[hallo]
tom-jericho
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 7. Juni 2014, 00:05

Ich hätte da noch ein paar ......
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