Wahlen in der DDR

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Hausfreund » 11. Oktober 2013, 11:15

Interessierter hat geschrieben:Wer wurde denn eigentlich Wahlhelfer in der DDR ? Wer suchte diese Personen aus ? Stimmt es, daß der Wahlvorstand meistens ein SED - Mitglied war und gab es auch bekannte Oppositionelle als Wahlhelfer?

Erstmal, Interessierter, brauchte und braucht man ganz pragmatisch für diesen ungeliebten Job Leute, die sich schlecht wehren können. Das ging früher am einfachsten bei den SED-Genossen, heute wohl eher bei Beamten oder Staatsangestellten. (Es gibt natürlich auch Enthusiasten.)

Pro forma, vermute ich mal*), bestimmt die Kommune(?) Wahlleiter / Wahlvorsteher und ruft zur Mitarbeit auf, und bei zu wenig Freiwilligen: siehe oben. In der DDR lief dieses Theater in der Regie der Nationalen Front, was zum Versuch eines Proporzes auch beim Personal geführt haben dürfte: Frauen, Jugend, Intelligenzia, Bauern ... Ich war beispielsweise als Wahlhelfer mal mit einem CDU-Mitglied unterwegs.

Eine Opposition im heutigen Sinne gab es nicht und ich weiß nicht, ob sich jemals einer der wenigen offenen DDR-Gegner als Wahlhelfer für DDR-Wahlen beworben hat; exotische Situation. Viel, viel wichtiger scheint mir, im nachhinein gesehen, die Möglichkeit und Realität der öffentliche Kontrolle der Auszählung und die Kommunikation interessierter Bürger darüben. Diesen fetten Sargnagel hatten die Herrschaften wohl übersehen.
[hallo]
*) Bin jetzt zu faul zum Recherchieren
Hausfreund
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon andr.k » 18. April 2014, 21:54

Dem Volk keine Stimme. Die Wahlfälschung vom Mai 1989.

Vortrag und Gespräch mit Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, BStU.

Am 7. Mai 1989 waren die Bürgerinnen und Bürger der DDR wieder aufgerufen, anlässlich der Kommunalwahlen den Kandidaten der Nationalen Front in einer Scheinwahl ihre Stimme zu geben. Wie immer stand nur diese eine Liste zur Auswahl. Mit "Ja" zu stimmen, bedeutete, den Stimmzettel zu falten und in die Wahlurne einzuwerfen. Für ein "Nein" musste jeder einzelne Kandidat sauber waagerecht durchgestrichen werden. Andere Kenntlichmachungen führten zu einer ungültigen Stimmenabgabe.

Doch jede Art von Ablehnung war von der SED-Parteiführung nicht vorgesehen und wurde von den Getreuen registriert. Ebenso wie das Aufsuchen der obligatorisch aufgestellten Wahlkabine. Was dem Wahlgang im Volksmund den Beinamen "Zettelfalten" eintrug.

HA XX 21900.JPG


Diese selbstgefertigten Handzettel wurden im März und April 1989 auch im Stadtgebiet von Schwerin gefunden. Text des Handzettels lautet: Stell Dir vor, es ist Wahl, und KEINEr geht hin.

Schon bei den vorangegangenen Volkskammerwahlen waren Vorwürfe der Wahlfälschung über "Westmedien" erstmals öffentlich geworden. Anfang 1989 riefen verschiedene oppositionelle Gruppen zum Wahlboykott auf, forderten freie Wahlen und die Beobachtung der Stimmenauszählung.

Landesweit fanden in etwa 1.000 Wahllokalen die Stimmenauszählungen unter Teilnahme von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern statt. Diese Beobachter stellten am Wahlabend eine deutlich geringere Wahlbeteiligung und eine wesentlich höhere Zahl an Gegenstimmen fest, als später öffentlich bekanntgegeben wurde. Der Verdacht der flächendeckenden Wahlfälschung war erhärtet.

Der Eintritt ist frei.

Datum/Uhrzeit: 24.04.2014, 19 Uhr
Ort: Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland, Obotritenring 106, 19053 Schwerin

AK
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
andr.k
 
Beiträge: 4423
Bilder: 0
Registriert: 31. Oktober 2011, 21:56

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 30. April 2014, 12:41

Die Stasi und die Wahlfälschung 1989

Broschüren mit Aktenbeispielen des MfS erschienen

Vor 25 Jahren, am 7. Mai 1989, waren die Bürgerinnen und Bürger der DDR aufgerufen, anlässlich der Kommunalwahlen den Kandidaten der Nationalen Front ihre Stimme zu geben. Als "Schild und Schwert der Partei" beobachtete die Stasi sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit den Wahlen. Verhindern konnte sie das Desaster für die SED-Führung allerdings nicht: Erstmals gelang es Bürgerrechtlern, Manipulationen zu belegen. Die sich anschließenden Proteste wurden zu einem wichtigen Schritt auf dem Weg zum Ende der SED-Diktatur.


Bild
Ein Kinderchor empfängt die Bürgerinnen und Bürger in einem Wahllokal. Quelle: Archiv Bundesstiftung Aufarbeitung, Fotobestand Klaus Mehner, Bild 89_0507_POL_Wahlen_14

Zwei neue Broschüren dokumentieren anhand ausgewählter Schriftstücke der Stasi-Unterlagen-Behörde das Ereignis. Sie beleuchten die Rolle des MfS in den ehemaligen Bezirken Dresden, Karl-Marx-Stadt und Leipzig sowie in Rostock, Schwerin und Neubrandenburg. Die Akten geben Einblick in die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Kommunalwahlen im Mai 1989 durch die Stasi.

Diese sehr umfangreichen und wirklich interessanten Links zu diesen Broschüren findet man hier:
http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauft ... nd-mv.html
Interessierter
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 30. April 2014, 16:19

Es ist schon erstaunlich. Da wird immer behauptet, dass das MfS über die Entwicklung in der DDR sehr gut im Bilde war. Und das es machtlos gegenüber pro sozialistischen Veränderungen in der SED war. Aber jene von außen, die genau das wollten, hat sie letztlich bekämpft....schon bei ihrer Stimmabgabe.... [flash]
AZ
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."
„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
"Es ist manchmal gefährlich, Recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat. (Voltaire)"
Benutzeravatar
augenzeuge
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 96795
Bilder: 20
Registriert: 22. April 2010, 07:29
Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 7. Mai 2014, 07:01

1989 Anfang vom Ende

Vor 25 Jahren wird das Ergebnis von Kommunalwahlen in der DDR manipuliert und gefälscht. Die innere Erosion des zweiten deutschen Staates ist danach kaum mehr aufzuhalten

Auch die SED-Führung dürfte gewusst haben, dass diesmal 98 oder 99 Prozent mehr denn je eine Schimäre sein würden. Nervosität machte sich breit. Allein die SED-Bezirksleitung in der DDR-Hauptstadt befasste sich im April 1989 mehrfach mit dem mutmaßlichen Wählerverhalten in Ostberlin. Zwei Wochen vor der Wahl tagte zudem das SED-Zentralkomitee, wohl wissend, dass einige der 15 Bezirkssekretäre darauf aufmerksam gemacht hatten: Diesmal sei mit Nichtwählern und Gegenstimmen in Größenordnungen zu rechnen. Und das keine sechs Monate vor dem 40. Jahrestag der DDR. Konnte man – oder besser: sollte man dafür sorgen, dass bei dieser Wahl noch einmal alles so sein würde, „wie es sich gehörte“. Offenkundig teilte Erich Honecker als SED-Generalsekretär diese Auffassung, woraufhin man wusste, was zu geschehen hatte.

http://www.freitag.de/autoren/der-freit ... g-vom-ende
Interessierter
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 3. Juni 2014, 07:18

«Die Jungs da oben sind Heuchler und Lügner»

Als Rainer Eppelmann in der DDR den Kriegsdienst verweigerte, musste er ins Gefängnis. Brechen konnte ihn das nicht. Bei den Kommunalwahlen von 25 Jahren deckte der Bürgerrechtler zusammen mit anderen Oppositionellen den Wahlbetrug der SED-Führung auf.

Berlin (dpa) - Wer im Mai 1989 in der DDR Wahlergebnisse überprüfen wollte, musste Mut haben. Der frühere Bürgerrechtler und heutige Vorsitzende der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Rainer Eppelmann, hat als Pfarrer im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain die Auszählung der Kommunalwahl selbst verfolgt. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa spricht er über enttäuschte Bürger, die abgehobene DDR-Führung - und über Angst.

Hier das Interview:
http://www.europeonline-magazine.eu/die ... 33399.html
Interessierter
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 3. Juni 2014, 09:06

Also Verweigerung des KRIEGSDIENSTES ist ein großes Wort,für meinen Geschmack zumindest.Rainer Eppelmann hat den Dienst an der Waffe verweigert,so ist es korrekt.Hätte es zu seiner Zeit schon die Spatensoldaten gegeben,er wäre etwas weniger Held.Im Knast hat er gesessen auf Grund von Befehlsverweigerung und zwar weil er den Fahneneid verweigert hat.Dafür 9 Monate,natürlich maßlos überzogen.Aber gleichzeitig eine maßlose Provokation,zumindest wurde das damals so empfunden.Das wird ihm klar gewesen sein und deswegen wollte er das auch so.Wir hatten viele die wir für unsere Feinde hielten,RainerEppelmann war wirklich einer,wollte das auch sein,also wurde er auch so behandelt.Das er sich als konsequenter Gegner empfand,dass will ich akzeptieren,dass er das nicht konkret benennt,dass stört mich einfach.Irgendwie mag ich den Mann einfach nicht,er ist ein politischer Eiferer.Das kann ich bei beiden Seiten nicht ab.
Laie, Experte,Dilettant
(alle Fachrichtungen)
Benutzeravatar
karnak
 
Beiträge: 29507
Bilder: 0
Registriert: 5. Februar 2012, 13:18

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon pentium » 3. Juni 2014, 09:35

Vielleicht sollte man den Text umdrehen. Nicht "Bei den Kommunalwahlen von 25 Jahren deckte der Bürgerrechtler zusammen mit anderen Oppositionellen den Wahlbetrug der SED-Führung auf."
Sondern "Andere oder viele Oppositionelle deckten zusammen mit Rainer Eppelmann den Wahlbetrug auf"
Rainer Eppelmann stellt beim Generalstaatsanwalt der DDR Strafanzeige wegen Wahlbetrugs. So weit so gut, aber andere Oppositionelle zeigten ebenfalls in anderen Städten der DDR die Wahlfälscher an.
Und Karnak ob du Eppelmann magst oder nicht. Er hat aber dafür gesorgt, unter welchen Umständen auch immer, das die Archive der NVA-Aufklärung besenrein übergeben wurden!
Das ist aber ein anderes Thema!

mfg
pentium

PS. Karnak, denke bitte mal an die Leertaste auf der Tastatur

Danke
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 55015
Bilder: 160
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 4. Juni 2014, 12:20

pentium hat geschrieben: Er hat aber dafür gesorgt, unter welchen Umständen auch immer, das die Archive der NVA-Aufklärung besenrein übergeben wurden!
Das ist aber ein anderes Thema!

mfg
pentium

PS. Karnak, denke bitte mal an die Leertaste auf der Tastatur

Danke

Du meinst wirklich, dass er dafür gesorgt hat, in diesem Sinne? Nicht etwa viel mehr, dass er vorgeführt wurde von denen die nicht gerade seine Freunde waren und er nicht der Freund von diesen? Er war doch in der kurzen Zeit als Abrüstungsminister überhaupt nicht in der Lage sich auch nur im Entferntesten einen Überblick über vorhandene Strukturen innerhalb der NVA zu verschaffen. Geschweige denn zur Militäraufklärung.Er musste schlichtweg das glauben was ihn seine Offiziere erzählt habe.Wenn die ihn hinter die Fichte führen wollten,er hätte das schlichtweg nicht erfasst.
Ansonsten ist Rainer Eppelmann ein Mensch mit einem extrem ausgeprägtem Geltungsbedürfnis, eigentlich eher Geltungswut und so war ihm, im Gegensatz zu einem Schorlemmer,der Beruf des Pfarrers kurz nach der Wende nicht mehr wichtig.In diesem Beruf konnte der seine "Sucht" nicht mehr befriedigen.Einen Egon Krenz habe ich an der Güst nicht erlebt, beim "Abkürzen" des Weges nach Berlin, Hauptstadt der DDR, über West-Berlin, einen Rainer Eppelmann und eine paar andere Vertreter der konservativen Parteien in der Noch-DDR sehr wohl und sehr schnell,im Fond eines 7 bener BMW mit den Kennzeichen DA oder DSU in ihren Wunschkennzeichen.
Für Rainer Eppelmann und einige andere war es nicht vordergründig wichtig Politik für die Ex-DDR Bürger zu machen.Für sie war es vordergründig wichtig mit den jahrzehntelangen Demütigungen durch das DDR-Regime abzurechnen,es zu genießen, dass SIE jetzt am Drücker sind, in der Überzeugung zu leben schon immer gewusst zu haben was falsch und was richtig ist.
Ich halte solche Charaktere für ungeeignet in politischen Ämtern.Wenn sie entsprechende wirkliche Machtpositionen erreichen sogar für gefährlich.Glücklicherweise hat man Rainer Eppelmann mit einem,sicher gut bezahlten,aber politisch unbedeutenden Posten abgespeist.Und wie gesagt, an der Seelsorge wird er nicht mehr viel Interesse haben, dass lohnt nicht mehr, nicht zur "Suchtbefriedigung"und dem Kontostand dürfte es auch nicht zuträglich sein.
Laie, Experte,Dilettant
(alle Fachrichtungen)
Benutzeravatar
karnak
 
Beiträge: 29507
Bilder: 0
Registriert: 5. Februar 2012, 13:18

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon pentium » 4. Juni 2014, 12:48

Beschränken wir uns mal auf Herrn Eppelmann und die Wahlfälschung in der DDR.
Die Rolle von Herrn Eppelmann als "Abwicklungsminister" der NVA ist ein anderes Thema. Sorry, das ich es angeschnitten habe. Wenn jemand Bedarf hat kann man ja einen Thread dazu eröffnen.

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 55015
Bilder: 160
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 4. Juni 2014, 14:49

Zitat karnak:
Für Rainer Eppelmann und einige andere war es nicht vordergründig wichtig Politik für die Ex-DDR Bürger zu machen.Für sie war es vordergründig wichtig mit den jahrzehntelangen Demütigungen durch das DDR-Regime abzurechnen,es zu genießen, dass SIE jetzt am Drücker sind, in der Überzeugung zu leben schon immer gewusst zu haben was falsch und was richtig ist.


Deiner Aussage kann ich nicht folgen. In dem einen Punkt mit dem DDR - Regime abzurechnen, machte er wirklich keine Politik für die Ex - Bürger der DDR, denn diese wünschten sich in großer Zahl eine viel, viel härtere Abrechnung mit diesen Typen.

Wenn Du zu wissen glaubst, dass er selbst meint schon immer gewußt zu haben, was falsch oder richtig war in der DDR, dann provozierst Du aber bei mir die Frage, warum Du denn nicht bemerkt hast wie viele Dinge in diesem Staat einfach nicht nur falsch, sondern schlecht und unmenschlich waren und immer weiter diesem Staat, dann auch noch im MfS gedient hast ?

Wobei bei allem Verständnis und der Abwägung persönlicher und familärer Folgen,doch irgendwann ein Punkt kommen konnte, wo man es einfach mit seiner Psyche glaubte, nicht mehr ertragen oder verantworten zu können, oder ?

Ich denke, wer über Eppelmann eine derartige Meinung verlauten läßt, sollte sich nicht wundern wenn man auch dessen/Deine eigene Verhaltensweise hinterfragt, in denen man/Du diesem " Unrechtsstaat " dientest.

" Der Interessierte "
Interessierter
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 4. Juni 2014, 15:13

Das alte DDR-Regime muss der damaligen BRD-Regierung sehr dankbar sein, nicht zuletzt aufgrund ihrer Ratschläge wurde aus der vom Volk geforderten Abrechnung ein relativer "Schmusekurs" mit den Verantwortlichen des Unrechtes gefahren. Es gibt so ein paar aufrechte Kämpfer gegen Unrecht, zu denen ich auch Eppelmann zähle, die heute immer noch für alte Agitationsmuster sorgen....da reicht dann schon ein 7er BMW und ein Wunschkennzeichen aus.... [grins]...ich denke, der Mann war aufrichtiger als die meisten in DDR-Führungspositionen. Andere wären doch bei dem Druck schon lange in die Knien gegangen.... [denken]
AZ
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."
„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
"Es ist manchmal gefährlich, Recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat. (Voltaire)"
Benutzeravatar
augenzeuge
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 96795
Bilder: 20
Registriert: 22. April 2010, 07:29
Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 15:17

Interessierter hat geschrieben:In dem einen Punkt mit dem DDR - Regime abzurechnen, machte er wirklich keine Politik für die Ex - Bürger der DDR, denn diese wünschten sich in großer Zahl eine viel, viel härtere Abrechnung mit diesen Typen.

" Der Interessierte "


Es erstaunt mich immer wieder wie es jemanden gelingt seine eigenen Allmachts-, Abrechnungs- und Gewaltphantasien den DDR Bürgern anzudichten. Es hat schon Geschmäckle wenn man meint das seine eigene extreme "Denke" der vorherrschende Tenor bei der Masse gewesen sei.

Eppelmann hat, und das ist der Masse der DDR Bürger in der Umbruchphase sehr sauer aufgestoßen, nachdem er die Macht dazu hatte sehr persönlich einige private offene Rechnungen gegenüber den "Ex-Machthabern" auf eine sehr fiese und unelegante Weise in seinem Sinne gelöst. sehr wahrscheinlich das auch er heutzutage tönen würde das er 'Ideologiefrei' gewesen wäre und immer noch ist.

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 14101
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 4. Juni 2014, 15:32

Thoth hat geschrieben: Eppelmann hat, und das ist der Masse der DDR Bürger in der Umbruchphase sehr sauer aufgestoßen, nachdem er die Macht dazu hatte sehr persönlich einige private offene Rechnungen gegenüber den "Ex-Machthabern" auf eine sehr fiese und unelegante Weise in seinem Sinne gelöst.
Thoth


Das können wir gern separat diskutieren, wenn wir Infomaterial haben. Bitte äußere dich dazu.

Was hat er wem getan?
Wieso stieß es der Masse sauer auf, wo sie doch auf das MfS und deren Helfer in dieser Zeit ganz schlecht zu sprechen waren.
Welche Masse hat sich MfS-Leute eingesetzt? Vielleicht eine Masse eines bestimmten Berliner Bezirks? Selbst die SED hat das nicht mehr getan. Passierte nicht grad eine Hexenjagd auf sie, da in einigen großen Zeitungen Klarnamen erschienen? Wer setzte sich dann für sie ein?

AZ
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."
„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
"Es ist manchmal gefährlich, Recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat. (Voltaire)"
Benutzeravatar
augenzeuge
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 96795
Bilder: 20
Registriert: 22. April 2010, 07:29
Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Juni 2014, 15:47

Hallo Thoth,
ich denke, der @Interessierte kommt mit seiner Meinung der damaligen Volksseele näher, als Du mit Deinen heutigen Einsprüchen.
Dem große Vereinigungsglück, und deren erster Euphorie ist es geschuldet, dass genau in dieser "gesetzesleeren Zeit", kaum jemand in der Masse sich vorstellen konnte, dass genau derzeit unter Modrow all die "großartigen" ungerechten, teils wohl kriminellen Verteilungen des Volksvermögens geschahen.
Natürlich wurde nur in den oberen Rängen verteilt.
Wenn zu Beginn von 1990 jemand das Volk befragt hätte, mal so nach römischem Vorbild, was denn mit den Kadern ab oberhalb der Bezirksleitungen passieren sollte, was glaubst Du, wohin die Masse der Daumen gezeigt hätte?
Da liegt Wilfried schon richtig mit seiner Sicht!

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 16:02

Die Mutigen welche die Wahlmanipulation aufdeckten, protokollierten und bekannt machten war nicht Herr Eppelmann, nein das waren die vielen Namenlosen und Unbekannten in der DDR. Diejenigen nach denen keine West-Journaille gefragt hätte, denn im Gegensatz zu ihnen hatte der Herr durch seinen "Bekanntheitsgrad" einen gewissen Schutz. Dessen war er sich sehr bewußt. Das ist weder aufrichtig noch mutig, das ist Taktierer zum eigenen Vorteil.
Seine, wenn überhaupt vorhandene Reputation als Oppositioneller oder Widerständler hat er endgültig verspielt als der bekennende Pazifist, schließlich soll er für seine Überzeugung ins Gefängnis gegangen sein so erzählt er, sich im Gerangel um lukrative Posten in der letzten DDR "Regierung" von Kohls Gnaden ausgerechnet den Posten des Verteidigungsministers griff.

Auch wenn in vielen Demos Plakate auftauchten und/oder Sprechchöre ertönten "Stasi in die Produktion" war der Masse die Stasi herzlich egal. Der Versuch aus heutiger Sicht eine sich abzeichnende Progromstimmung gegen Stasi herbeizufabulieren ist der mehr dem Versuch geschuldet das sich die "Bürgerrechtler" mal wieder ins Gespräch bringen wollen. Besonders diejenigen welche das Gefühl haben und meiner Meinung nach zu recht, das sie von den wirklich Mächtigen nachdem sie ihre Rolle gespielt hatten, ihre 15 Minuten hatten, abserviert wurden. Getreu dem Motto: der Mohr hat seine Schuldigkeit getan.

Augenzeuge, was in den Zeitungen lanciert wurde waren doch nicht die "Klar"Namen der Hauptamtlichen. Meinst etwa die liefen im Leben und auf Arbeit mit Decknamen und Maske rum? Mir sind nur Listen mit IM Namen und Adressen konspirativer Wohnungen bekannt. Und genau dieses Material wurde von genau diesen aufrechten Bürgerrechtlern welche sich anschließend für sie "einsetzten" den Medien zugespielt.

In der Endphase DDR gab sehr viele Sauereien und die meisten kamen aus den Reihen der "demokratischen" Bürgerbewegten welche nicht nur von Teilen der SED sondern auch von den etablierten Westparteien über den runden Tisch gezogen wurden.

Die Führungsspitze der SED, oder Einige davon, waren den Bürgerrechtlern bestimmt sehr dankbar dafür das sie das Hauptaugenmerk auf die "bösen Stasis" lenkte, so konnten sie sich weitestgehend unbehelligt und unbemerkt fit machen für die neue Zeit .....

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 14101
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 4. Juni 2014, 16:03

Zitat Thoth:
Es erstaunt mich immer wieder wie es jemanden gelingt seine eigenen Allmachts-, Abrechnungs- und Gewaltphantasien den DDR Bürgern anzudichten. Es hat schon Geschmäckle wenn man meint das seine eigene extreme "Denke" der vorherrschende Tenor bei der Masse gewesen sei.


Thoth, der Einzige der jemandem - nämlich mir - hier Allmachts-, Abrechnungs- und Gewaltphantasien andichtet bist doch Du [laugh] Diese von mir geäußerte Meinung über die Verurteilung durch ordentliche Gerichte von Dienern und Verantwortlichen dieses Regimes, hat aber nun mal gar nichts mit Deinen wahrheitswidrigen Unterstellungen mir gegenüber zu tun.

Zitat Thoth:
Eppelmann hat, und das ist der Masse der DDR Bürger in der Umbruchphase sehr sauer aufgestoßen


Thoth, hattest Du mir genau so eine Äußerung ( die Meinung anderer zu kennen und bei Dir gleich die Masse ) nicht gerade vorstehend vorgeworfen ? [laugh] [flash]

Danke wieder einmal, dass Du zu meiner Erheiterung beigetragen hast. [freu]

" Der Interessierte "
Interessierter
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 16:09

Volker Zottmann, der liebe Gott und der Interessierte erhalten Dir hoffentlich Deinen Glauben und Dein verqueres DDR Geschichtsbild, unter besonderer Berücksichtigung der Zeit Ende 1989 und 1990 .....
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 14101
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon HPA » 4. Juni 2014, 16:22

Eppelmann war nie Verteidigungsminister.
HPA
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon pentium » 4. Juni 2014, 16:24

Richtig! Minister für Abrüstung und Verteidigung im Kabinett von Lothar de Maizière.

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 55015
Bilder: 160
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon HPA » 4. Juni 2014, 16:25

Oder man könnte auch sagen: red kein Stuss,Thoth! [grins]
HPA
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 16:27

HPA, richtig! red keinen Stuß
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 14101
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon HPA » 4. Juni 2014, 16:35

Thoth ,du redest wirr ,aber das ist ja nichts neues...denn ich kann mich nicht erinnern dass die Masse der DDR Bürger Eppelmann irgendwie aufgestoßen hat. Man war eventuell etwas amüsiert ,dass jetzt ein Pfarrer für die NVA zuständig ist. [grin]

Es kann natürlich durchaus sein, dass sich unter der Berlin-Strausberger Käseglocke da etwas die Perspektive verschoben hat.Aber das war ja in gewissen Kreisen nichts unnormales,nech? [flash]
HPA
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 16:44

HPA, wahrscheinlich ist Dir meine feinsinnige Ironie entgangen als ich mich mit "Masse" auf die vorangegangene Behauptung eines ahnungslosen Interessierten in diese Richtung bezog.
Macht nicht, wer rot sieht wenn er Thoth liest dem kann das schon mal passieren.

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 14101
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Juni 2014, 16:50

Thoth hat geschrieben:Volker Zottmann, der liebe Gott und der Interessierte erhalten Dir hoffentlich Deinen Glauben und Dein verqueres DDR Geschichtsbild, unter besonderer Berücksichtigung der Zeit Ende 1989 und 1990 .....


Lustiger Text Thoth, wirklich.
genau Du bestätigst doch kurz vorher mein "verqueres Geschichtsbild". Oder lese ich wieder mal falsch? Du schreibst doch selbst, dass sich oberer Ränge der Eliten "auf die neue Zeit" vorbereiteten.
Ich stehe da eher zu HPA´s Sicht, dass die Berliner Käseglocke Dich nicht ins Land blicken ließ. Ich für meinen Teil war hier in der Provinz täglich am Ball. Da hörte man, was das Volk dachte, wie es gerade befand.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 4. Juni 2014, 16:57

Thoth hat geschrieben:HPA, wahrscheinlich ist Dir meine feinsinnige Ironie entgangen als ich mich mit "Masse" auf die vorangegangene Behauptung eines ahnungslosen Interessierten in diese Richtung bezog.
Macht nicht, wer rot sieht wenn er Thoth liest dem kann das schon mal passieren.

Thoth


Thoth, weisst Du warum der Teufel seine Großmutter nie schlug ? Weil sie immer eine Ausrede hatte. [wink]

Ansonsten gilt für Dich : Von seiner Selbsteinschätzung - "Ich bin ein Oberer" - lässt Thoth auch dann nicht, als er, in den Rentenstand versetzt, jeglichen Einflusses enthoben ist. Er entscheidet, sich selbst zum Leitbild der Orientierung zu setzen... [flash]

Schönen Abend noch

" Der Interessierte "
Interessierter
 

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 4. Juni 2014, 17:08

Interessierter hat geschrieben:
Wenn Du zu wissen glaubst, dass er selbst meint schon immer gewußt zu haben, was falsch oder richtig war in der DDR, dann provozierst Du aber bei mir die Frage, warum Du denn nicht bemerkt hast wie viele Dinge in diesem Staat einfach nicht nur falsch, sondern schlecht und unmenschlich waren und immer weiter diesem Staat, dann auch noch im MfS gedient hast ?

"

[wink] Natürlich ist das wieder eines dieser vielen Themen zu denen wir uns nie einig werden können.Ich habe noch nicht mal konkrete"Beweise"mit denen ich meine Thesen belegen könnte
Es gibt für mich eben einfach solche Geschichten wie die mit dem Trabant und den Radmuttern und dieses dringende "Bedürfnis" als ehemaliger"Kriegsdienstverweigerer" nun ausgerechnet Abrüstungsminister zu werden,sich von den Generälen der NVA eine Meldung machen zu lassen,im Outfit eines Helmut Schmidt.Solche offensichtliche Selbstdarstellerei,ich mag das einfach nicht,löst bei mir einfach einen" Verdacht" aus was ich von solchen Leuten zu halten habe.So geht es mir auch bei einem Westerwelle oder Möllemann oder ein paar anderen Gestalten.
Und ich glaubte so vieles zu wissen was falsch ist in diesem Land,zumindest ahnte ich es ,genau so wie es da auch in diesem Land so einiges gibt von dem ich das glaube und weiter?
Aber Pentium hat schon recht, ich sollte nicht auf Rainer Eppelmann "rumhacken", er ist nun mal wie er ist und auch nur ein Mensch [flash] Es geht ja um die Wahl bzw.um den unbestreitbaren Betrug, habe ich auch eine Meinung dazu,aber meine Frau meckert,will zum Essen,vielleicht hänge ich mich danach noch mal rein
Laie, Experte,Dilettant
(alle Fachrichtungen)
Benutzeravatar
karnak
 
Beiträge: 29507
Bilder: 0
Registriert: 5. Februar 2012, 13:18

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 17:11

Ach Interessierter was soll den nun wieder Deine hilflose und ahnungslose sogenannte Argumentation.
Immer wenn du nicht weiter weißt wirst Du ausgesprochen komisch mit dem leichten Touch der persönlichen Unterstellung und Beleidigung.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 14101
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon karnak » 4. Juni 2014, 20:25

Das es sich bei den Wahlen in der DDR nicht um freie, schon gar nicht um geheime handelte,wer will das ernsthaft bestreiten, wer hat das eigentlich nicht schon in der DDR nicht gewusst, eigentlich keiner.Der Otto-Normal -DDR-Bürger hat die Wahl auch deswegen auch schon lange nicht mehr ernst genommen,wenn er keinen Stress haben wollte ist er einfach hingegangen und hat seinen Zettel einfach in die Kiste geworfen und gut.
Der Knackpunkt bei der Geschichte aus rein historischen Blickwinkel,war diese Wahlfälschung eigentlich wirklich so geplant,wurde sie konkret vorbereitet, gab es Verantwortliche in der Führung des Landes, die dazu konkrete Anweisungen gegeben haben? Ich glaube eher nicht, es gibt auch keine Hinweise darauf.Und trotzdem gab es diese Fälschungen unbestritten, warum und wie war das nun eigentlich möglich, dass müsste man sich doch eigentlich fragen.Man tut das aber in der Regel nicht.Grund dafür, nur die unbestreitbare Tatsache reicht aus um die feststehende Meinung zur DDR und der "Verkommenheit"seiner Funktionäre weiter zu zementieren.
Ich bin 1957 geboren, frühestens 1970 habe ich mich für politische Themen interessiert.Alles was in dieser Richtung vorher war, was sich wie und warum entwickelt hat, ich kann es nur schwer beurteilen.
In "meiner Zeit" saß die politisch führende Kraft vermeintlich fest im Sattel,die "Machtfrage" war geklärt, kaum einer im Land hat das ernsthaft angezweifelt.In "meiner Zeit" hatte sich etwas entwickelt, dass man durchaus als "vorauseilenden Gehorsam" bezeichnen könnte. Wir haben es natürlich als Parteidisziplin definiert. Wenn man "dazu gehörte" wusste man was man zu tun hatte,was das Richtige ist,was "unserer gerechten Sache dient". Man hat sich dabei noch nicht mal schlecht gefühlt, hatte ja verinnerlicht einer LETZTLICH gerechten Sache zu dienen.EIGENTLICH ein riesen Selbstbetrug.Und so war es eben bei der Weitermeldung der Wahlergebnisse ähnlich wie bei der Weitermeldung vieler anderer Zahlen an die "führenden Genossen".Es passierte unter immer gleichen Tenor,was sollen denn die Genossen von uns denken,vielleicht denken die von uns noch,wir haben schlechte politisch-ideologische Arbeit geleistet,die Menschen nicht von unserer EIGENTLICH doch guten und gerechten Sache überzeugt,WIR haben versagt und das Wahlergebnis ist der Ausdruck dessen.Und so wurde der Wahlbetrug einfach ein Selbstläufer, brauchte gar nicht angeordnet werden, er passierte einfach, war Ergebnis von diktatorischen Strukturen.Natürlich macht das alles den Wahlbetrug nicht besser, man sollte sich diese Zusammenhänge aber zumindest verinnerlichen, man begreift sonst diesen Teil deutscher Geschichte nicht voll umfänglich.Als" Außenstehender" , Nicht-gelernter-DDR-Bürger hat man es sowieso schon schwer genug diesen Irrsinn zu verstehen. [grins] Wenn man natürlich in einer vorgefassten Meinung verbleiben will braucht man das alles nicht, es gibt genug Leute die haben die einfachen Erklärungen dafür, ich kann es nicht ändern , auch ein Rainer Eppelmann gehört dazu oder gibt sich dafür her.Er ist mit Sicherheit klug genug es besser zu wissen, aber er war und ist eben ein Feind dieses Systemes was sich Sozialismus nennt, egal ob es demokratisch,diktatorisch, ökonomisch erfolgreich oder nicht erfolgreich wäre.
Laie, Experte,Dilettant
(alle Fachrichtungen)
Benutzeravatar
karnak
 
Beiträge: 29507
Bilder: 0
Registriert: 5. Februar 2012, 13:18

Re: Wahlen in der DDR

Beitragvon pentium » 4. Juni 2014, 20:43

Wer es angeordnet hat, die Wahlfäschung? Keine Ahnung Karnak.
Aber einiges war schon seltsam.
Mal ein kleines Zitat aus
Das letzte große "Zettel falten"

"Das alles wusste natürlich auch jener Wahlleiter in Marzahn, ein Professor an der Humboldt-Universität. Er wusste womöglich, dass die SED schon am Morgen auf einem gelben Zettel allen Bürgermeistern im ganzen Land mitteilte, wieviel Wahlberechtigte abstimmen werden und wieviel Gegenstimmen es gibt."

http://www.ekbo.de/1091388

Dazu gibt oder gab es noch eine Dokumentation RBB oder MDR. Dort schildert einer der Berliner Stadtbürgermeister genau diese Verfahrensweise mit den erlaubten vorgebenen Gegenstimmen. Aber du hast ja recht, mit dem ernst nehmen, es gab wenige die diese Wahlen ernst genommen haben, es lustig fanden, diese 99,9% Zustimmung! Man brauchte eigentlich diese Manipulation überhaupt nicht!

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 55015
Bilder: 160
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

VorherigeNächste

Zurück zu Wahlen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast