Extremismus in Deutschland

Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 26. Januar 2020, 16:22

Wenn bei über 500 Leuten der rechtsextremistische Verdacht besteht, ist das schlimm.

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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon AkkuGK1 » 26. Januar 2020, 19:19

Mal was anderes, in rechten Kreisen ist ja das Leugnen des Holocaust sehr beliebt, andererseits fordert die selbe Klientel die Gaskammern wieder in Betrieb zu nehmen, ja was denn nun?
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 27. Januar 2020, 11:59

Holocaust-Leugnung Fakes, falsche Gutachten und Lügen

Rechtsextremisten leugnen den Holocaust noch immer. Ihre Argumente sind vielfach widerlegt. Einer massenhaften Verbreitung ihrer Behauptungen steht das jedoch nicht im Weg.

Im Februar vergangenen Jahres drehte ein rechtsextremer YouTuber ein Video auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte in Dachau - gegen einen vermeintlichen deutschen "Schuldkult". Einer ebenfalls anwesenden Schülergruppe sagte er, sie sollen nicht alles glauben, was man ihnen an der Gedenkstätte erzähle.

Vorfälle wie dieser scheinen sich zu häufen: Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge, beobachtet ein immer offeneres Auftreten Rechtsextremer im ehemaligen Konzentrationslager. Für ihn ein Indiz, dass etwas an Geschichtsbewusstsein wegbreche, wie er der "Neuen Westfälischen" sagt.

In zahlreichen sozialen Netzwerken ist das Abstreiten des Holocausts ein Massenphänomen. Auf Twitter gibt es seit Jahren den Hashtag "Holohoax" - ein Kurzwort aus Holocaust und dem englischen Wort für Fälschung, hoax. Regelmäßig häufen sich zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust Tweets mit Verschwörungstheorien.

Auch in Imageboards wie 4chan, die mit dem antisemitischen Attentat von Halle in die öffentliche Aufmerksamkeit gerieten, finden sich Tausende Beiträge dazu. Nutzer tauschen Bilder und Links zu Videos oder Artikeln, in denen die vermeintliche Wahrheit über den Holocaust erzählt wird. Die Theorien, die dort verbreitet werden, ähneln sich. Sie stützen sich auf die Argumente einer Reihe rechtsextremistischer Autoren.

Augenzeugen, die vorgeben, nichts gesehen zu haben

Einer der wichtigsten ist der ehemalige SS-Sonderführer Thies Christophersen. Eigenen Angaben nach war er von Januar bis Dezember 1944 in der Nähe des Konzentrationslagers Auschwitz eingesetzt. 1973 veröffentlichte er eine Broschüre mit dem Titel "Die Auschwitz-Lüge" - bis heute ein Synonym für Holocaustleugnung.

Christophersen behauptet darin, "die Verluste des jüdischen Volkes während des Zweiten Weltkrieges" könnten "höchstens 200.000 betragen". Dabei beruft er sich unter anderem auf vermeintliche Angaben des Internationalen Roten Kreuz (IRK), das die Gesamtzahl der "rassisch und politisch" Verfolgten angeblich mit 300.000 angebe. Das IRK stellte seit den 1950er-Jahren mehrmals klar, dass es sich bei diesen Angaben um eine Fälschung handelt. "Wir möchten eindeutig klarstellen, dass das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf überhaupt nichts mit diesen Behauptungen zu tun hat", heißt es 1965 in einem Brief des IRK an das Institut für Zeitgeschichte in München.

Christophersen will außerdem gesehen haben, dass die Häftlinge des Konzentrationslager sich frei bewegen konnten und ihrer Arbeit mit "Freude" nachgingen. Von massenhaften Vernichtungen habe er hingegen nichts mitbekommen. Seine Broschüre wurde fünf Jahre nach Veröffentlichung wegen Volksverhetzung eingezogen. Verbreitet wird sie bis heute - per Download oder Versand über rechtsradikale Onlineportale.


Für Rechtsextremisten "geschichtspolitisch zentral"

Der Mythos, dass Auschwitz eine Lüge sei, hält sich in rechtsextremistischen Kreisen trotz der widerlegten Behauptungen hartnäckig. Das führt zu einer zunächst widersprüchlich erscheinenden Situation, meint der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn von der Universität Gießen. Einerseits wird der Mord an Jüdinnen und Juden geleugnet, andererseits wird er von Neonazis befürwortet.

"Das scheint widersprüchlich", sagt Salzborn. Das sei "es aber nur, wenn man nicht berücksichtigt, dass rechtsextremes Denken auf Irrationalismus und der Ablehnung von Vernunft basiert, also logische Widersprüche in einem hermetischen Weltbild, das auf antisemitischem Verschwörungsdenken basiert, in der rechtsextremen Eigenwahrnehmung nicht so erscheinen."

Die Leugnung des Holocaust sei für die extreme Rechte "geschichtspolitisch zentral", erklärt Salzborn im Gespräch tagesschau.de. Weil das Weltbild des Rechtsextremismus in vielen Punkten an den Nationalsozialismus anschließe, solle dieser beschönigt werden. Der Zivilisationsbruch von Auschwitz müsse dafür aber geleugnet werden.

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ ... g-101.html
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon AkkuGK1 » 28. Januar 2020, 09:05

Holocaust Lügner sollten in den Schandblock gesteckt und mit faulen Eiern und Tomaten beworfen werden.

Die Argumentation mit dem Realitätsverlust sehen wir ja auch hier.
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon HPA » 28. Januar 2020, 12:39

Und bereits einschlägig vorbestraft

31-Jähriger soll mehr als 100 rechtsextreme Drohmails verschickt haben

https://www.welt.de/politik/deutschland ... 17FtgPz1GA

Er war der Staatsanwaltschaft zufolge bereits früher wegen Sprengstoff-, Brand- und Körperverletzungsdelikten auffällig geworden.


Gefunden wurden den Angaben nach detaillierte Anleitungen zum Bau von Sprengvorrichtungen, die er aus dem Internet heruntergeladen und teilweise ergänzt haben soll.
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 28. Januar 2020, 13:27

Wie der von HPA gezeigte Beitrag zeigt, sind diese extremistischen Verhaltensweisen bis hin zu Morden, anscheinend ja auf der Tagesordnung. Wann endlich reagiert die Justiz mal schneller und härter gegen dieses verbrecherische rechte Gesindel und auch diejenigen, welche im Internet noch dreist deren verlogene Gesinnung und Fakemeldungen weiterverbreiten ? [raus]

Mittlerweile treibt es auch schon die Deutschen Omas auf die Straße.

"Omas gegen rechts" Für die Enkel und gegen das Vergessen

Putzen, singen und erinnern: Während sie früher gegen Atomkraft auf die Straße gingen, protestieren die "Omas gegen rechts" heute gegen den Faschismus.
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Nov65 » 28. Januar 2020, 13:58

Auch mich hat der Gedenktag tief beeindruckt.
Ein Wort zur Aufarbeitung des Holocoust in der DDR: Entgegen anderslautenden Aussagen kann ich hier feststellen, dass in den Schulen der DDR dieses Verbrechen beständig Inhalt der Erziehung war (Besuche von KZ war Pflichtveranstaltung, in den Medien laufend Berichte usw.).
Wer heute den Holocoust leugnet, Gedenkstätten schändet, Menschen jüdischen Glaubens angreift oder beschimpft, gehört sofort bestraft!
Unere Gesellschaft ist -nicht nur in dieser Hinsicht- weder wehrhaft noch entschlossen genug. Das muss sich ändern, die Gefahr einer Wiederholung der NS-Verbrechen ist akut.
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 3. Februar 2020, 08:41

Wie konstruierte „Wirklichkeiten“ die Demokratie gefährden

Weltweit mehren sich die Warnzeichen dafür, dass ein Zusammenhang zwischen gewalttätigen Übergriffen und vorangegangener Online-Radikalisierung besteht. Die neue Broschüre „Alternative Wirklichkeiten“ der Amadeu Antonio Stiftung untersucht, wie rechts-alternative Akteur*innen im Internet Meinung machen, bis aus Worten Handlungen werden.

https://www.belltower.news/monitoring-r ... den-95417/

Leider sind derartige Verhaltensweisen auch in Foren zu finden. [denken]
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 4. Februar 2020, 12:59

Leak: Nazis verraten, was sie tun werden, wenn sie an der Macht wären

Warum diese Nazis nie an die Macht kommen dürfen

Wie die Recherchegruppe DieInsider entdeckt hat, wurde in einer 20.000 Personen großen, rechtsextremen Gruppe die Frage gestellt, was sie tun würden, wenn sie Bundeskanzler [sic] sein würden. Selbst die harmloseren Antworten offenbaren, wie faschistisch dieses Gedankengut in den Gruppen der Nazis inzwischen ist.

Die Mitglieder würden sofort eine ganze Reihe an Gesetzen brechen, widerrechtlich die Grenzen schließen und Massendeportationen starten – und das sind die harmlosen Forderungen! Sie fordern weiter Massenerschießungen oder Inhaftierungen ihrer politischer Gegner, Verbot aller “Altparteien” (also außer der AfD) und teilweise sogar direkt eine “Auflösung des Systems” – und wohl den Aufbau einer faschistischen Diktatur.

Man bedenke: In dieser Gruppe sind viele AfD-Politiker*innen, darunter viele bekannte Abgeordnete!


Längst nicht mehr harmlos

Klar, das ist alles nicht “so ernst gemeint” könnte man sagen. Doch der Hass auf “Altparteien” und “Ausländer” (und alle, die sie dafür halten) ist real. Die rechtsextremen Terroranschläge in Halle und auf Walter Lübcke sind der Beweis. Diese und ähnliche Gruppen, die eng mit der AfD vernetzt sind deren Ideologie teilen, verbreiten täglich Hass und Hetze gegen “Nichtdeutsche”, politische Gegner und alle, die nicht ihrer Meinung sind.

Aus Worten werden Taten. In diesen abgeschlossenen, faschistischen Echokammern werden massiv Lügen und Hetze verbreitet, die diese Fanatiker*innen immer weiter radikalisieren – was wiederum “ihre” Partei, die AfD, zu weiteren Radikalisierung drängt. DieInsider ermöglichen fast täglich einen Einblick in diese rechtsextreme Wahnwelt, wer sich selbst davon überzeugen möchte.


Es darf keinen Zweifel daran bestehen, dass es sich bei diesen Wähler*innen um offene Feinde der Demokratie und der Wahrheit handelt. Sie dürfen nicht ernst genommen werden, ihre antidemokratischen Forderungen müssen verdrängt und geächtet werden. Alle Demokrati*innen müssen weiterhin geschlossen eine klare Kante gegen Faschismus zeigen.

https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/macht-nazis/

Die geposteten Aussagen dieses Rechten Packs findet ihr im Link.
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 9. Februar 2020, 10:14

Waffenfunde bei Neo - Nazis in Schleswig - Holstein und Hessen

Auch in dieser Woche wurden in der rechtsextremen Szene erneut Waffen gefunden. Die Funde belegen die Gefahr durch eine bewaffnete braune Szene.


https://www.bnr.de/artikel/aktuelle-mel ... i-neonazis
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Zicke » 10. Februar 2020, 17:10

Linksextremismus
Die Zivilgesellschaft und ihre linken Schlägertruppen
Es ist doch ganz einfach: Es muss egal sein, wie die AfD abstimmt, fasste die SPD-Vorsitzende Saskia Esken die Farce um die kommende Ministerpräsidentenwahl in Thüringen zusammen. Bei dieser Abstimmung soll der Linken-Politiker Bodo Ramelow wieder an die Macht kommen, nachdem der FDP-Politiker Thomas Kemmerich, der das Amt in einer freien und geheimen Wahl errungen hatte, zum Rücktritt gedrängt wurde – durch den eigenen FDP-Vorsitzenden und, in grober Missachtung aller föderalen Bestimmungen, durch den gar nicht zuständigen Koalitionsausschuss im Bund zwischen CDU, CSU und SPD.

https://www.welt.de/kultur/stuetzen-der ... uppen.html
J.S.



Meine Rechtschreibfehler könnt Ihr Samstags ab 17 Uhr bei Rewe gegen eine lecker Senfgurke tauschen.
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 10. Februar 2020, 17:50

Zicke hat geschrieben:

https://www.welt.de/kultur/stuetzen-der ... uppen.html[/quote]
Reich doch mal deine Kontodaten rüber, zwecks login. [wink]

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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Transitfahrer » 10. Februar 2020, 19:11

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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 11. Februar 2020, 08:46

Zitat Transitfahrer:
Also jetzt mal ernsthaft. Einerseits wird sich hier im Forum über die AfD lustig gemacht wie doof die doch alle sind und nun attestiert der Herr Kretschmann der AfD das sie einen Plan strategisch und planvoll umsezten kann. Ja was denn nun, sind die alle blöde oder doch nicht? Und bevor hier die Nazikeule kommt, nein, ich bin kein AfD Wähler.


Der Inhalt der Beiträge von Usern läßt doch größtenteils Rückschlüsse auf deren politische Denkrichtung zu. Jedenfalls dann, wenn man verstehend und auch zwischen den Zeilen lesen kann. Wenn du bei deinem von mir zitierten Beitrag dann selbst zur Erkenntnis kommst, dass dein Beitrag auch Andere, zu der von mir blau gekennzeichneten Meinung, kommen könnten, dann spricht das alleine doch schon dafür, dass du sogar selbst und richtig den rechtslastigen Inhalt erkannt hast.

Wenn man dann einen kurzen Blick in ältere Beiträge von dir wirft und deine Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus liest, dann bestätigt das eigentlich nur deine Selbsterkenntnis.

[hallo]
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Transitfahrer » 11. Februar 2020, 16:57

Interessierter hat geschrieben:
Zitat Transitfahrer:
Also jetzt mal ernsthaft. Einerseits wird sich hier im Forum über die AfD lustig gemacht wie doof die doch alle sind und nun attestiert der Herr Kretschmann der AfD das sie einen Plan strategisch und planvoll umsezten kann. Ja was denn nun, sind die alle blöde oder doch nicht? Und bevor hier die Nazikeule kommt, nein, ich bin kein AfD Wähler.


Der Inhalt der Beiträge von Usern läßt doch größtenteils Rückschlüsse auf deren politische Denkrichtung zu. Jedenfalls dann, wenn man verstehend und auch zwischen den Zeilen lesen kann. Wenn du bei deinem von mir zitierten Beitrag dann selbst zur Erkenntnis kommst, dass dein Beitrag auch Andere, zu der von mir blau gekennzeichneten Meinung, kommen könnten, dann spricht das alleine doch schon dafür, dass du sogar selbst und richtig den rechtslastigen Inhalt erkannt hast.

Wenn man dann einen kurzen Blick in ältere Beiträge von dir wirft und deine Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus liest, dann bestätigt das eigentlich nur deine Selbsterkenntnis.

[hallo]

Tja, dann ist es wohl so. Nach deiner Meinung (entschuldige "wenn man verstehend und auch zwischen den Zeilen lesen kann") sind meine Beiträge "rechtslastig"
Weil ich den Linksextremismus genauso gefährlich (sie wollen ja nur die Demokratie abschaffen) wie den Rechtsextremismus halte. Ich denke, dann bist Du in deinem Scharz-Weiß (oder eher Grün-Rot) Denken aber so was von Gefangen, dass Dir keine Grautöne mehr auffallen. [hallo]
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Volker Zottmann » 11. Februar 2020, 17:20

Ich werde beim Extremismus nie Unterschiede machen. Selbst wenn Rechte wesentlich mehr Morde und Gewalt auf ihrem Kerbholz tragen. Wenn mich ein Linker schlägt oder erschießt, bin ich genauso geschädigt.
Beide Seiten sollten stets ohne jeden Unterschied bekämpft werden. Was aus rechtem Terror wurde wissen wir. Was der linke, kommunistische Terror hervorbrachte, war genauso schlimm.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 11. Februar 2020, 19:10

Zitat Transitfahrer:
Ich denke, dann bist Du in deinem Scharz-Weiß (oder eher Grün-Rot) Denken aber so was von Gefangen, dass Dir keine Grautöne mehr auffallen.


Deine Meinung bleibt dir selbstverständlich unbenommen. Schließlich ist das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Auffassungen ja auch der Sinn eines Forums.
Übrigens lehne ich jeglichen Extremismus ab, gleich ob von links, rechts oder von Islamisten. Wer jedoch die Fakten leugnet und die über 200 Getöteten/Ermordeten durch Rechtsextremisten mit den Straftaten von Linksextremisten gleichsetzt, der trägt mMn wider besseres Wissen vor oder verdrängt aufgrund seiner politischen Gesinnung einfach die Realität.

[hallo]
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Transitfahrer » 11. Februar 2020, 19:40

Volker Zottmann hat geschrieben:Ich werde beim Extremismus nie Unterschiede machen. Selbst wenn Rechte wesentlich mehr Morde und Gewalt auf ihrem Kerbholz tragen. Wenn mich ein Linker schlägt oder erschießt, bin ich genauso geschädigt.
Beide Seiten sollten stets ohne jeden Unterschied bekämpft werden. Was aus rechtem Terror wurde wissen wir. Was der linke, kommunistische Terror hervorbrachte, war genauso schlimm.

Gruß Volker


Genauso sehe ich das auch [bravo]
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 13. Februar 2020, 15:24

Neue Studie - Blick ins Online-Ökosystem des Hasses auf kleinen Plattformen

Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) veröffentlicht eine neue Studie: „Das Online-Ökosystem rechtsextremer Akteure“. Die Autor*innen haben dafür nicht auf die großen Sozialen Netzwerke, sondern auf die bei Rechtsextremen beliebten Ausweich-Netzwerke geschaut, um herauszufinden: Welche Aktivitäten dominieren dort? Und wie wirkt Deplatforming auf die Netzwerke, die die Gesperrten aufnehmen?

Das Institute for Strategic Dialogue (ISD) hat für seine Studie „Das Online-Ökosystem rechtsextremer Akteure“ im Auftrag der Robert Bosch Stiftung und in Kooperation mit „Das Nettz“ einen anderen Ansatz gewählt: Sie haben sich mit den Plattformen auseinandergesetzt, die zwar nicht von Rechtsextremen entworfen wurden, aber von Rechtsextremen genutzt oder gar gekapert werden. Zu den gern genutzten Alternativ-Plattformen gehören vor allem „ultralibertäre“ Plattformen – also die, die Meinungsfreiheit als absolut und ohne Minderheitenschutz verstehen. Konkret ging es in der Untersuchung um 8chan, Telegram, Minds, Voat, Gab und Bitchute. Als „gekaperte“ Plattformen – also solche, die für anderes entworfen wurden, aber auch bei Rechtsextremen beliebt sind, kommen 4chan, Reddit, VK und Discord in der Studie vor.

Fragestellungen


Das ISD-Forschungsteam – Jakob Guhl, Julia Ebner und Jan Rau – hat sich dabei für verschiedene Fragestellungen interessiert: Wie groß sind die rechts-alternativen Communitys in den Netzwerken? Warum gehen Menschen auf diese Plattformen? Welche Themen werden dort diskutiert? Wie viel Einfluss haben Gruppen in den Alternativ-Netzwerken im Vergleich zu den Mainstream-Plattformen?

Dabei wurden auf allen Plattformen insgesamt 379 deutsche rechtsextreme und rechtspopulistische Kanäle identifiziert und untersucht, darunter 129 Kanäle bei Telegram, 115 Gruppen bei VK, 79 Kanäle bei Bitchute, 38 Kanäle bei Gab, 8 Gruppen bei Reddit, 5 Communitys bei Minds und 5 Communitys bei Voat.

Von den 379 beobachteten Gruppen und Kanälen waren 104 vor allem islam- und muslimfeindlich, 92 feierten den Nationalsozialismus, 35 gehörten zur “Identitären Bewegung” und ethnonationalistischen Gruppen – und 117 boten eine Mischung der Inhalte an.


Themen und Narrative auf den Plattformen

Auch hier gibt es wenig Überraschung: Hass auf Zuwanderung und Migration ist auf den meisten Plattformen das Top-Gesprächsthema, aber auch Hass auf politische Gegner*innen, Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Debatten über Faschismus, Hass auf Gender-Themen und Geschlechtergerechtigkeit und Beschwerden über Repression und Hass auf Islam und Muslime. Weniger dominant, aber immer noch beliebt: Debatten über Medien, Ökonomie, EU, Nationalismus, Verbrechen, politische Korrektheit und Reichsbürger. Es sind also die bekannten Lieblingsthemen der rechts-alternativen Online-Szene, nur sind in den alternativen Communitys Sprache und Bilder noch abwertender und schärfer.

https://www.belltower.news/neue-studie- ... men-95831/
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 14. Februar 2020, 12:24

Ermittlungen gegen Rechtsextremisten - Generalbundesanwalt ordnet Razzien in sechs Bundesländern an

Fünf Männer sollen Anschläge auf Muslime und Politiker geplant haben. Sie sollen sich in einer Chatgruppe vernetzt und womöglich weitere Unterstützer gehabt haben.

Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen eine mögliche rechtsterroristische Gruppe, die Anschläge auf Politiker und Muslime geplant haben soll.

Nach SPIEGEL-Informationen soll sie sich im September 2019 gegründet haben und aus fünf Mitgliedern bestehen, so der Verdacht der Ermittler. Die Männer sollen sich in einer Chatgruppe ausgetauscht haben.

Das Ziel der mutmaßlichen Rechtsterroristen soll es gewesen sein, das politische System der Bundesrepublik zu stürzen. Als Zwischenschritt schwebte der Gruppe offenbar vor, bürgerkriegsähnliche Zustände herbeizuführen.

Federführend war das LKA Baden-Württemberg

Acht weitere Unterstützer der mutmaßlichen Terrorgruppe sollen den Männern versprochen haben, sie mit Geld oder Waffen zu unterstützen.

Bei einer Razzia in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben Polizisten an 13 Orten Räume durchsucht. Festnahmen gab es zunächst keine.

Mit den Durchsuchungen wollen die Ermittler klären, ob der Verdacht zutrifft und ob die Verdächtigen sich bereits Waffen für Anschläge beschafft haben. An dem Einsatz waren mehrere Spezialeinsatzkommandos beteiligt, federführend ist das Landeskriminalamt Baden-Württemberg.

https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 6ca2810d5f
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 14. Februar 2020, 15:08

Wie ich gerade in den Nachrichten höre, soll es wohl doch 12 Festnahmen gegeben haben.
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 14. Februar 2020, 16:39

Interessierter hat geschrieben:Wie ich gerade in den Nachrichten höre, soll es wohl doch 12 Festnahmen gegeben haben.


Polizist unter den Verdächtigen [shocked]

Durchsuchung war erfolgreich, zuvor hatte man noch nicht genügend Beweise.

Schlimm, wie die hier oft beschriebene Gefahr von RECHTS uns erneut vor Augen geführt wurde.
Gut, dass die Sicherheitsbehörden besser sind als von einigen gedacht.

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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon HPA » 15. Februar 2020, 08:25

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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 16. Februar 2020, 16:03

Wie kommt die rechtsextreme Szene an Waffen?

Etwa 910 Rechtsextreme besitzen in Deutschland offiziell einen Waffenschein. Aber nicht mehr lang, wenn es nach Innenminister Horst Seehofer geht – er will sie entwaffnen. Allerdings dürften in der Szene zahlreiche Waffen im Umlauf sein, die nicht registriert sind. Aber wie kommen die Neonazis an die illegalen Waffen?

910 Rechtsextreme besaßen 2019 in Deutschland einen Waffenschein. Das ist ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr, 2018 waren es noch 792. Aber wieso dürfen Neonazis einen Waffenschein haben und damit auch legal Waffen besitzen? Diese Frage treibt nun auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) um. Im Zuge des Mordes an Walter Lübcke 2019 kündigte er eine Verschärfung des Waffenrechts an, damit Rechtsextreme nicht mehr so einfach an Schusswaffen kommen. Das ist durchaus eine löbliche Idee, doch ob sie rechtsextreme Gewalt eindämmen wird, bleibt abzuwarten. Denn Rechtsextreme besitzen nicht nur legale Waffen, sondern auch eine unbekannte Anzahl von illegalen Waffen. Auch der Kasseler Regierungspräsident wurde in der Nacht zum 2. Juni 2019 mit einer nicht registrierten Waffe ermordet.

Obwohl der Lübcke-Mörder im Schützenclub war, hatte er keinen Waffenschein

Der mutmaßliche Mörder, Stephan E., kaufte laut aktuellem Kenntnisstand des Bundesgerichtshofs die Tatwaffe offenbar 2016 von einem Waffenhändler. Ermittelt wird derzeit, ob ein alter Kamerad von E. aus seinen aktiven Neonazi-Tagen das Geschäft mit dem Waffenhändler vermittelt hat (vgl. Hessenschau). E. selber war Mitglied eines Schützenclubs, hatte dort aber nach Angaben des Vereinsvorsitzenden keinen Zugang zu Schusswaffen. In E.s Wohnung fand die Polizei dennoch eine Schreckschusspistole und Unterlagen, wonach er eine Erlaubnis zum legalen Waffenbesitz anstrebte. Im Zuge der Ermittlungen stießen die Beamt*innen schließlich auf ein weiteres Waffendepot. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, waren dort fünf Schusswaffen versteckt, darunter die Tatwaffe, die später zweifelsfrei identifiziert wurde, sowie eine Pumpgun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi mit Munition.

Zwar gilt das deutsche Waffengesetz als eines der weltweit schärfsten. Wer Waffen besitzen will, muss hierzulande als zuverlässig gelten. Als nicht zuverlässig zählt etwa die die Mitgliedschaft in einer verbotenen verfassungsfeindlichen Vereinigung. Aber allein vom Verfassungsschutz als rechtsextrem oder gewaltbereit eingestuft zu werden, reiche nicht, um die vom Gesetz verlangte „Zuverlässigkeit“ zu versagen. Dennoch wird Rechtsextremen und Reichsbürger*innen regelmäßig der Besitz von Waffen verweigert. 2018 wurden deutschen Rechtsextremen etwa 570 Waffenscheine entzogen, berichtet Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Ende letzten Jahres im Bundesinnenausschuss.

Rechtsextremer Terror mit illegalen Schusswaffen

Und dennoch ist davon auszugehen, dass deutlich mehr Rechtsextreme Waffen besitzen, als es die offiziellen Zahlen darlegen. Bei Ermittlungen zu rechtsextremen Gewalttaten oder bei Razzien in der Szene findet die Polizei immer wieder zahlreiche illegal beschaffte Waffen. Genau wie der Lübcke-Mörder tötete auch der “Nationalsozialistische Untergrund (NSU)” neun migrantische Unternehmer mit einer nicht registrierten Waffe, einer Pistole des Typs Česká CZ 83 (die Polizistin Michele Kiesewetter wurde mit einer anderen Waffe getötet). Auch die Mordwaffe, mit der David Sonboly 2016 am Münchner Olympia Einkaufszentrum (OEZ) neun junge Menschen mit Migrationshintergrund tötete, war nicht registriert. Aber über welchen Weg kommen Neonazis an illegale Waffen?

Den vollständigen Beitrag findet man hier:
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 16. Februar 2020, 19:02

Die jetzt verhafteten Rechtsextremen planten offenbar gezielte Anschläge auf Betende in Moscheen. In einem Gespräch war nach SPIEGEL-Informationen die Rede von "Kommandos", die in zehn Bundesländern zuschlagen sollten.

Das konspirative Treffen begann pünktlich um elf Uhr. Am Samstag vor einer Woche fand sich ein Dutzend Rechtsextreme in einem Haus im nordrhein-westfälischen Minden ein, manche der Männer waren von weit her angereist. Ihre Handys ließen sie im Auto.

Seit Monaten hatten Staatsschützer die Männer im Visier. Ihr Verdacht: Hier entsteht eine Terrorgruppe. Und so überwachten die Behörden auch das Geheimtreffen - und bekamen offenbar mit, was die Männer hinter verschlossenen Türen besprachen.

Nach SPIEGEL-Informationen soll der mutmaßliche Anführer der rechtsextremen Truppe, Werner S., 53, an dem Wochenende in Minden seine Pläne skizziert haben: Man solle in kleineren Gemeinden Muslime angreifen, beim Beten in Moscheen. Zwei der Männer wurden nach Erkenntnissen der Ermittler auserkoren, die Waffen zu beschaffen. Alle zusammen sollten das nötige Geld aufbringen: 50.000 Euro. Parallel dazu sollten mögliche Anschlagsziele ausgekundschaftet werden.


In einem Gespräch, das wenige Tage nach dem Treffen in Minden abgehört wurde, war die Rede von mehreren "Kommandos": "Zehn Männer" sollten in "zehn Bundesländern" zuschlagen. Durch die Anschläge, so erhofften es sich die Rechtsextremen offenbar, würden Gegenangriffe provoziert - die dann in einer Art Bürgerkrieg enden würden.


Spiegel


AZ
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Ari@D187 » 17. Februar 2020, 20:05

Interessierter hat geschrieben:[...]Wenn man dann einen kurzen Blick in ältere Beiträge von dir wirft und deine Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus liest, [...]

Wie liest sich denn so eine "Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus"? Wäre nett, wenn Du ein entsprechendes Zitat des Users @Transitfahrer einstellen könntest.

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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 18. Februar 2020, 11:51


Rechtsextremistische Terrorzelle - Großgermanen in U-Haft


Sie fantasieren von Odin und Walhall. Zwölf Rechtsextreme sitzen in Haft. Der Vorwurf: die Planung von Anschlägen. Wer sind die Mitglieder der „Gruppe S.“?

Es ist spät am Donnerstagabend, als Thomas N. auf seinem Facebook-Profil eine Botschaft teilt. „Widerstand ist der einzige Weg! Wir bleiben unbeugsam“, schreibt er. Der 35-Jährige verbreitet dort viel, berichtet von gefährlichen Chemtrails, die die Luft vergiften, kritisiert den sogenannten Schuldkult der Deutschen und ihrer Vergangenheit und teilt die Auffassung der Reichsbürger, die Bundesregierung sei illegal im Amt.

Über die Antifa schreibt Thomas N.: „Es wird Zeit diesen Dreck zu beseitigen.“ Der Spruch vom Widerstand stammt von einer Fanseite für die rechtsextreme Vereinigung „Wodans Erben Germanien“. Thomas N. teilt sie, es ist sein vorerst letzter Post. Am nächsten Morgen gegen sechs Uhr nimmt die Polizei ihn fest.

Thomas N., ein Handwerker aus Minden in Westfalen, ist einer von 13 Rechtsextremisten, deren Wohnungen die Bundesanwaltschaft am vergangenen Freitag durchsuchen lässt und die sie anschließend festnehmen lässt. Die eingesetzten Beamten suchen nach Waffen und konkreten Hinweisen auf Anschlagspläne. Sie vermuten, auch Sprengstoff finden zu können. Der Vorwurf: Die Männer im Alter zwischen 31 bis 60 Jahren sollen sich als rechtsterroristische Gruppe zusammengeschlossen und Anschläge auf PolitikerInnen, Muslime und Geflüchtete geplant haben. Zwölf sitzen nun in Untersuchungshaft.

Seit September 2019 habe das Kernquintett sich als Terrorgruppe zusammengefunden, teilt die Bundesanwaltschaft mit. Über Chatgruppen – eine davon trug den Namen „Der harte Kern“ – sei man miteinander vernetzt gewesen, habe dort über die geplanten Anschläge diskutiert, etwa auf Moscheen oder PolitikerInnen. Die Männer hätten Fotos von selbst gebauten Waffen ausgetauscht und entsprechende Baupläne diskutiert. Die acht anderen Männer sehen die ErmittlerInnen als Unterstützer: Sie sollen bereit gewesen sein, die Attentate zu finanzieren, Waffen zu beschaffen. Oder an künftigen Attentaten mitzuwirken.


Ihr gemeinsames Ziel: die Herbeiführung „bürgerkriegsähnlicher Zustände“.


Bei der Recherche über diese Männer stößt man auf Reichsbürger und Bürgerwehren, Kameradschaften, Odin und Walhalla, Holocaustleugner, AfD-Funktionäre, Hetzer und Männer mit Mordfantasien. Die „Gruppe S.“ ist ein Albtraum jeder Sicherheitsbehörde. Die Suche nach ihr beginnt bei dem mutmaßlichen Kopf der Gruppe, nach dem die Ermittler sie auch benannt haben: Werner S.

„Widerstand ist der einzige Weg! Wir bleiben unbeugsam. Wir werden kämpfen müssen, wir werden uns in Walhall treffen“


Werner S. ist vor ein paar Jahren in Bayern aufs Land gezogen, er hat sich ein altes, grau gestrichenes Bauernhaus gekauft, das etwas zurückgesetzt an der Hauptstraße in Mickhausen liegt, einem 1.000-Seelen-Dorf im Landkreis Augsburg. Zu seinen Nachbarn hat er offenbar nicht viel Kontakt. Der Bürgermeister, der selbst nicht weit entfernt wohnt, weiß am Telefon nicht viel über den Mann zu berichten. Er sei unbekannt im Dorf, nicht in den Vereinen aktiv, nicht am Stammtisch. „Keiner hat mitbekommen, was er gemacht hat“, sagt er.

Vor mehreren Monaten wurde S. als sogenannter Gefährder eingestuft, berichtet der Spiegel. Der Bayer, ein gelernter Restaurator, ist einer der jüngsten Zugänge: Die Polizei erhöhte die Zahl der rechtsextremen Gefährder, denen Anschläge zuzutrauen sind, im vergangenen Jahr von bundesweit 33 auf 53.

Im Internet kann man nachvollziehen, was den 53-jährigen Werner S. umtreibt. Bei Facebook nennt er sich „Werner Schmidt“, er hat knapp 200 Freunde, darunter viele Männer mit Neonazi-Symbolik, auch einen AfD-Funktionär, ein Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Börde in Sachsen-Anhalt.

Ein Facebook-Freund von ihm schreibt Mitte Dezember: „Die Zeit ist nahe an der die Geister der Ahnen sich erheben und mit und für Germaniens Freiheit zu streiten.“ Werner S. antwortet: „Bereit Kamerad!!“

„Werner Schmidt“ ist nicht Werner S.’ erster Face­book-Account, mindestens einer wurde Ende 2019 gelöscht. S. und seine Freunde machen sich darüber lustig, dass sie aus dem sozialen Netzwerk verbannt werden. S. schreibt: „Ein Witz, aber warte noch ein wenig, dann laufen diese Cretinos ohne Hände herum.“ Am Ende postet er ein Emoji mit gekreuzten Schwertern. An anderer Stelle schreibt er: „Keine Freiheit ohne Kampf.“


Der längere, interessante Beitrag geht hier weiter:
https://taz.de/Rechtsextremistische-Ter ... /!5661227/
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Interessierter » 22. Februar 2020, 12:42

Rechtsextrem & Rassistisch: Die zehn schlimmsten Zitate des Terroristen von Hanau

Am Mittwoch ermordete ein mutmaßlich psychisch kranker Rechtsextremist zehn Menschen bei einem Terroranschlag in Hanau. Der Terrorist erschoss neun Menschen in zwei Shisha-Bars. Es sei der dritte rechtsterroristische Anschlag in Deutschland wenigen Monaten. Der Terrorist hinterließ ein 24-seitiges, wirr geschriebenes Manifest und ein Video. Wir haben die zehn extremsten Zitate des Terroristen von Hanau herausgesucht – und den ganzen Artikel lesen!:
„Der Grund, warum wir von kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma etc ueberschwemmt werden, ist die systematische Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft als moegliches Gegengewicht von Verfassungsfeinden, von denen wir regiert werden.” [sic]

„Auch wenn wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen.“

„Wir müssen den Kampf gegen den bevorstehenden Volkstod durch den Bevölkerungsaustausch antreten.“

„Unser Deutschland leidet unter einem Befall von Schmarotzern und Parasiten welche dem deutschen Volk das Fleisch von den Knochen fressen.”

„Solche Menschen müssen wir selbstverständlich entsorgen.“

„Das Pack erschießen oder zurück nach Afrika prügeln.“

„Die sogenannte Einwanderungspolitik, die nichts anderes ist als eine von oben verordnete multikulturelle Revolution, die nichts anderes ist als die Abschaffung des deutschen Volkes.”

„Die Pläne für einen Massenaustausch der Bevölkerung sind längst geschrieben”

„Wenn jemand kommt, und den ganz großen Knüppel rausholt und das damit schafft, innerhalb von zwei Tagen zu beenden, bin ich sofort dabei.“

„Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.”


Ups, das war nicht der Terrorist, das war die AfD!

Oh, sagte ich, dass es Zitate des Terroristen von Hanau sind? Es sind Zitate von Höcke, Weidel, von Storch und Co!

Kein Scherz: Diese Dinge hat nicht der Terrorist von Hanau in seinem Manifest geschrieben, sondern Politiker*innen der AfD. Es waren Alice Weidel (1), Björn Höcke (2, 3, 7, 10), Thomas Göbel (4), Petr Bystron (5), Dieter Görnert (6) und Beatrix von Storch (8, 9).


Ja, wie auch die Kriminalpsychologin Lydia Benecke feststellt, eine schwere psychische Erkrankung, was auch Vorstellungen von Aliens, Gedankenkontrolle und Zeitreisen mit einschloss. Sein Manifest ist jedoch ebenso voll mit rassistischen und rechtsextremen Verschwörungstheorien. Der Jurist Peter Nagel stellte fest: “Streckenweise liest sich der Text wie eine Kombination aus „Mein Kampf“ und Höcke-Reden.” Genau wie Björn Höcke lobte der Terrorist wie besonders “das deutsche Volk angeblich sei” (Quelle), genau wie Höcke konstatierte der Terrorist die Vermehrung und Einwanderung „destruktiver“ „Volksgruppen, Rassen oder Kulturen“.

Während die AfD mit “Remigration” (anderes Wort für Deportationen) auf “fremde Völker” reagiert, wollte der Hanau-Täter sie vernichten, denn Ausweisung alleine reiche nicht. Auch verfolgt er einen völkisch-neoliberalen Ansatz, Björn Höcke hingegen einen national-sozialistischen, wie Nagel attestiert (Quelle). Die AfD versucht derzeit zu betonen, dass der Täter psychisch krank gewesen ist – um zu verschleiern, dass er gleichzeitig in großen Teilen die gleiche Ideologie vertrat, wie es die AfD tut.

Und es ist anzumerken, dass diese rechtsextremen Verschwörungstheorien nicht nur vom völkisch-nationalistischen Flügel der AfD verbreitet wird. Der jetzt bereits vom Verfassungsschutz teilweise überwacht wird. Sondern auch von Alice Weidel, Beatrix von Storch, Alexander Gauland und Co. Sie gehören angeblich zum “gemäßigten” Flügel der AfD. Aber wie man sieht, sprechen sie die gleiche, rechtsextreme Sprache. Eine Sprache, die man nicht von der eines psychisch kranken Massenmörders unterscheiden kann.

https://www.volksverpetzer.de/schwer-ve ... terrorist/
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Volker Zottmann » 22. Februar 2020, 13:03

Wilfried, Dein eingestellter Beitrag vom Volksverpetzer sollte ja nun jedem halbwegs Gebildeten vor Augen führen, wie wirr neben dem Täter auch Führungsleute der AfD sind. Deutlicher geht eine Gegenüberstellung nicht.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Extremismus in Deutschland

Beitragvon Grenzbeobachter » 22. Februar 2020, 13:11

Ari@D187 hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:[...]Wenn man dann einen kurzen Blick in ältere Beiträge von dir wirft und deine Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus liest, [...]

Wie liest sich denn so eine "Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus"? Wäre nett, wenn Du ein entsprechendes Zitat des Users @Transitfahrer einstellen könntest.
Ari

Der Interessierte ist mit Behauptungen sehr flott unterwegs. Mit Anschuldigen um sich werfen, irgendwas wird schon hängen bleiben.
Er hat mir auch Sachen unterstellt die komplett an den Haaren herbeigezogen waren.
Und dann hat der Herr noch nicht einmal die Größe, seine falschen Behauptungen richtig zu stellen.
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