Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Hier bitte ausschließlich Themen die sich mit der Berliner Mauer beschäftigen.

Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Interessierter » 27. März 2014, 11:40

Steinstücken ist eine Berliner Besonderheit, vor allem aber es das zu Zeiten der Teilung. Das Dorf war eine Exklave am Rande des Potsdamer Stadtgebiets und hat rund 300 Einwohner. Bewohner und Besucher des zu West-Berlin gehörenden Ortes mussten zu Mauerzeiten in Kohlhasenbrück durch einen speziellen Grenzübergang gehen und dann rund einen Kilometer durch einen Wald auf DDR-Gebiet. Wer durch wollte, musste klingeln, sich ausweisen und wurde dann die ganze Strecke über von Grenzpolizisten begleitet.

Mehr hier:
http://www.berlinstreet.de/7963
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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon augenzeuge » 27. März 2014, 14:33

Info Steinstücken:

In den 20-er Jahren entstand auf dem Gebiet von Steinstücken eine Kolonie mit großzügigen Landhäusern, von denen einige noch gut erhalten sind. Man entdeckt außerdem noch unter Denkmalschutz stehende Lehmbauten aus dem 18. Jahrhundert. Berühmt wurde Steinstücken als einzige, ständig bewohnte Exklave West-Berlins. 1951 versuchte die DDR das Stück Land zu annektieren, stieß jedoch auf heftigen Widerstand der Bewohner. Nach Intervention der US-Alliierten lenkte die DDR-Regierung ein. Seitdem wurde Steinstücken durch eine Postenreihe abgeriegelt. Enstprechend seiner Verwaltungszugehörigkeit zum Bezirk Zehlendorf stand Steinstücken nach Kriegsende unter amerikanischer Verwaltung. Nach dem Mauerbau 1961 war die Exklave nur über einen von der DDR kontrollierten Zugang erreichbar. US General Clay verlegte deshalb eine Abteilung der Militärpolizei nach Steinstücken.

http://www.kulturfuehrer-berlin.de/kult ... our-12.php

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Interessierter » 7. Mai 2014, 18:30

„Wir waren besonders“

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Steinstücker zu sein – das galt etwas. Denn Steinstücker hatten Sonderrechte. Drei Straßen klein war die West-Berliner Exklave auf DDR-Terrain. Eingemauert und bewacht von der DDR und beschützt von den Amerikanern leben die Steinstücker ihre ganz eigene Realität. Gert Knecht wohnte an der Mauer, hörte nachts die Hunde und den Alarm. Heute herrscht Stille in Steinstücken und Knecht sehnt sich zurück.

Die West-Berliner Grenzpolizisten frotzeln, als Gert Knecht das erste Mal seine neue Heimat betritt: „Was wollen Sie denn da? Da wohnen doch nur Steuerhinterzieher.“ Berlin-Steinstücken. Eine West-Burg auf DDR-Terrain. Drei Straßen, ummauert von DDR-Beton. Der Grundstückspreis hat den Kreuzberger gelockt. 13,50 Mark der Quadratmeter. Steinstücken, das sind zwölf Hektar rechtsfreier Raum. “Es herrschte quasi Anarchie“, erinnert sich Knecht. „Kein Polizist, kein Finanzbeamter kam hier rein.“ Kaufmann Knecht schaffte die Einreise 1971 nach einem Behörden-Marathon.

Alles hier:
http://www.155kilometer.de/4grenzkontrollen/
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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Interessierter » 26. November 2019, 08:29

Exkursion in die Exklave - Durchlöcherte Mauer

Wenige Wochen nach dem Fall der Mauer interessierte sich Tagesspiegel-Leser und Autor Gottfried Schenk dafür, was aus der einstigen Exklave Streinstücken geworden war. Immer noch war das kleine Dorf im Süden der Stadt nur durch eine schmale von hohen Betonwänden umgegebenen Zufahrt zu erreichen. Dahingegen klafften in den Grenzanlagen rund um das zu Berlin gehörende Dorf schon große Löcher. Die Mauerspechte hatten ganze Arbeit geleistet. Gottfried Schenk

Bild
Umgestürzt. Wenige Wochen nach Maueröffnung lag dieser Wachturm zerstört da.Foto: Gottfried Schenk

Einige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer, ich war gerade vierzig und Neu-Zehlendorfer geworden, packte mich die Neugier, was wohl aus der ehemaligen Exklave Steinstücken geworden sein könnte. Steinstücken, das stand für ein weithin bekanntes und beliebtes Refugium großstadtmüder Inselstadtbewohner, die gerne nach einem Spaziergang im Grünen das Ausflugslokal „Zum Taubenschlag“ aufsuchten. Dazu war Steinstücken vor dem Viermächteabkommen, vor allem wegen der spektakulären Hubschrauberversorgung durch die US-Armee, ein weltweit bekannter Brennpunkt während des Kalten Krieges gewesen. Kurzentschlossen brach ich an einem freundlichen Januarnachmittag in den Zehlendorfer Süden auf, nahm die vertraute Route von der Königsstraße nach Kohlhasenbrück entlang des Stölpchensees bis zum Teltowkanal, wo ich nach wenigen Minuten die betonplattenumsäumte Zufahrt, die Berhard-Beyer-Straße, erreichte. Die, wie sich herausstellte, nach wie vor zwischen übermannshohen Betonplattenwänden eingezwängt lag. Dagegen wiesen die den Ort umschließenden Grenzanlagen zahlreiche Lücken auf, mancherorts fehlten ganze Teilstücke. Hier hatten Mauerspechte und wohl auch die Räumungskommandos der NVA bereits ganze Arbeit geleistet.

In der Siedlung selbst schien noch alles beim Alten zu sein. Beschauliche Einfamilienhäuschen mit Vorgärten, auch das Ausflugslokal gab es noch. Aber ich war nicht zum Kneipenhocken gekommen, sondern wollte die Gelegenheit für einen Ausflug auf den Mauerstreifen nutzen. Bangen Herzens, immerhin wäre hier noch vor wenigen Wochen scharf geschossen worden, schlüpfte ich durch eine der Mauerlücken auf den ehemaligen Todesstreifen hinaus. Aber kein Grenzposten stellte sich mir mit der Waffe im Anschlag in den Weg. Im Gegenteil, in der sandigen Weite zwischen Hauptmauer und Hinterlandmauer tummelten sich zahlreiche Ausflügler, einige hatten einen offenbar unbesetzten Wachturm erklommen und die Position der ehemaligen Bewacher eingenommen. Der Blick von oben war, wie ich mich rasch selbst überzeugte, in der Tat ein Erlebnis: Wie eine brutal in die Landschaft gemeißelte Schneise schnitt das Mauerband durch gewachsenes Wohngebiet, riss Siedlungen, Straßenzüge und Waldstücke auseinander; mit seinen Lichtmasten, dem asphaltierten Kolonnenweg, dem Kfz-Graben und dem davor mittig verlaufenden Metallgitterzaun der schaurige Anblick einer bis zur Perfektion ausgebauten Grenzanlage. Wie viel Mut und Verzweiflung mussten DDR-müde Bürger aufgebracht haben, um hier eine Flucht zu wagen? Die es in Steinstücken tatsächlich einmal gegeben hat, um den Preis eines toten Flüchtlings!

Immer wieder der eine Gedanke: das ist jetzt zum Glück vorbei, unten auf dem Kolonnenweg patrouillieren keine bewaffneten Grenzsoldaten mehr, sondern friedliche Passanten, einige auf Fahrrädern oder sogar mit Kinderwagen. Ein Wunder, gegen das meine alteingeübte Skepsis immer noch hartnäckigen Widerstand leistete. Und prompt bestätigt wurde: Auf dem Weg zurück plötzlich, wie aus dem Nichts, ein Grenzsoldat. Zu meiner Erleichterung harmlos, da unbewaffnet, mit einem verstört blickenden Wachhund an der Leine. Ein in seiner Symbolhaftigkeit bezeichnender Anblick: Eine Grenze, die bis vor kurzem der Inbegriff der Unmenschlichkeit gewesen war, wurde von einem Posten bewacht, der offensichtlich nicht mehr wusste, warum er da war und was er zu bewachen hatte. Das perfekte Fotoobjekt für einen andenkenhungrigen Mauertouristen, der diese Gelegenheit dankbar wahrnahm.

Heute ist Steinstücken kaum mehr wiederzuerkennen. Nach der Wende hat ein Bauboom eingesetzt und dem Ort eine Fülle von Neubauten beschert, während der alte Ortskern zunehmend verschwindet. Nur wenige Anhaltspunkte von damals sind wiederzufinden, so wie das solide Landhaus am Ende der Steinstraße, das ich jetzt nach mehr als neunzehn Jahren wieder aufgesucht habe und das, wie ich finde, ohne Mauer viel, viel netter anzuschauen ist. Ein damals unweit dieser Stelle eigenhändig herausgeschlagenes Mauerstück schmückt heute immer noch stolz meinen Schreibtisch.

https://www.tagesspiegel.de/themen/mein ... 01152.html
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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 26. November 2019, 14:50

Steinst.-1.jpg
SPIEGEL online STEINSTÜCKEN - Lebensstil der West-Berliner - vom 31.10.1951

"Bis zum Donnerstagnachmittag voriger Woche hatte Wilhelm Benecke, Bezirksbürgermeister von Berlin-
Zehlendorf, in seinen Akten zwei Briefe, die der ehemalige stellvertretende amerikanische Stadt-
Kommandant in Berlin, Oberst William B. Babcock, in Sachen Steinstücken nach Potsdam geschrieben
hatte, und von denen Dr. Hirschfeld, Leiter der Pressestelle des Berliner Senats, sagt, man müsse sie
´aus der damaligen Luftbrückensituation verstehen´. (...)

Auf den Berliner Stadtplänen (1951) ist um die 600 Meter lange und 300 Meter breite Siedlung
Steinstücken ein rosa Strich gezogen, von der gleichen Farbe, mit der die Westsektoren umrandet sind,
und unter dem Namen Steinstücken seht in Klammern: ´Zu Berlin gehörig´.

Auf den offiziellen Karten aber, die die Verteilung Deutschlands und Berlins zeigen, wie sie 1944 in London
beschlossen wurde, ist keine amerikanische Sektorenexklave Steinstücken zu finden. Man hat vergessen,
diesen seit 1920 zu Zehlendorf gehörenden Flecken in das alliierte Sektorenschema einzuordnen. Vergessen
wie alle zu Groß-Berlin gehörenden Exklaven um das Weichbild der Stadt herum, deren Grenze auf den
alliierten Karten die Begrenzung der Vierteilung ist. Die Exklaven liegen in den Landkreisen um Berlin.
Und die Landkreise sind Sowjetzone geworden".
.....hier kann man weiterlesen.....

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29195005.html

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 26. November 2019, 15:46

ZEIT ONLINE - Kein Jeep für Steinstücken vom 15. August 1958

"Die West-Berliner Exklave braucht militärischen Schutz

Die knapp zweihundert Einwohner der Gemeinde Steinstücken befinden sich Berlin gegenüber
in der gleichen Lange, in der sich Berlin der Bundesrepublik gegenüber befindet, nämlich in
rätselhafter Isolierung. Sie sind mit dem ´Festland´nur durch einen Korridor verbunden, der
von Volkspolizei bewacht und kontrolliert wird. Allerdings haben die Verkehrswege nach
Berlin vor der zwölfhundert Meter langen Landstraße nach Steinstücken dies voraus: sie Weden
emsig passiert. Nach Steinstücken hingegen dürfen nur die dort ansässigen Bewohner, die den
beiden Volkspolizeiposten an der Grenzbarriere am Südrand von Wannsee längst bekannt sind
und die nur selten die Personalausweise vorzuzeigen brauchen, außerdem Briefträger,
Schornsteinfeger und, in ´Notfällen´, Arzt- und Leichen-Wagen. Schon den Feuerwehrleuten
und Handwerkern aus West-Berlin werden mitunter Passierscheine abverlangt, und andere
West-Berliner Bürger dürfen überhaupt nicht passieren, nicht einmal der Bürgermeister von
Zehlendorf, zu dessen Dienstbereich die Exklave Steinstücken gehört".

...und hier gehts weiter....

https://www.zeit.de/1958/33/kein-jeep-f ... instuecken

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 26. November 2019, 16:25

ZEIT ONLINE - Alle paar Meter - Stacheldraht

Eine Berliner Absurdität: die Exklave Steinstücken - vom 7. Januar 1972

Steinstücken: Das Absurde an der Situation wird mit jedem Schritt deutlich.
Als Journalist kommt man nur mit dem Hubschrauber hin, mit besonderer Genehmigung
der amerikanischen Militärmission und nach Abgabe der Versicherung, man werde bei
Unglücksfällen keine Ansprüche an die US-Army stellen. Der Flug geht über vorstädtisches
Villengelände, über Kleingärten, Wald und über das, was die DDR ´moderne Grenze´ nennt:
breite Sandstreifen, Zäune, Mauern und Wachttürme.

..und hier kann man weiterlesen....

https://www.zeit.de/1972/01/alle-paar-m ... acheldraht

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 26. November 2019, 17:10

Vorabdruck aus "Paradies zwischen den Fronten"

Paradies zwischen den Fronten

Zwölf Hektar machen Geschichte. Eine Reportage aus Berlin (West).

Sommer 1971. Der Senat von Berlin und die Regierung der DDR vereinbaren in Übereinstimmung
mit den vier Besatzungsmächten - an ihren Grenzen kleine Randgebiete, ´Exklaven´, auszutauschen:
Fünf Geländestreifen mit 15,6 Hektar sollen der DDR, drei etwas größere mit 17,1 Hektar dem Land
West-Berlin zugeschlagen werden - alles unbewohnte Grundstücke. In den Rahmen dieser
Gebietskorrektur fällt auch ein ´Korridor´ von etwa 1 km Länge zwischen dem Zehlendorfer Ortsteil
Kohlhasenbrück und West-Berlins Exklave Steinstücken. Nach 25 Jahren Isolierung bekommt diese
kleine Gemeinde nun endlich ihren freien unkontrollierten Zugang. 4. Juni 1972. Der Vertrag tritt
in Kraft. Sofort beginnt der Senat mit dem Ausbau dieser Passage, keine 13 Wochen dauert die Arbeit.
Bevor der Sommer zu Ende geht, wird die Straße dem Verkehr übergeben. Ein Besuch der sonderbaren
Gemeinde Steinstücken kurz vor ihrem ´Anschluß´. In den Gärten blühen Tigerlinien und Rittersporn.
Hinter Gestrüpp schlafen spitzgieblige einstöckige Häuser, die buntbemalten Fensterläden sind geschlossen.
Eine alte Frau, in Decken gewickelt, träumt zwischen Gemüsebeeten, von Katzen umspielt. Es ist Mittag.

...hier gehts weiter:

https://jungle.world/print/pdf/node/39734/debug

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon augenzeuge » 26. November 2019, 18:04

Spannende Story.

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 27. November 2019, 09:54

Steinst.-2.jpg
Steinst.-3.jpg
Steinst.-4.jpg
Steinst.-5.jpg
Steinst.-6.jpg
Steinst-7.jpg


Steinstücken - der Zustand bis 1972.
Bild 3: Zustand ab August 1961 - obwohl die Steinstraße für zivile Fahrzeuge nicht mehr befahrbar war,
war das Schrankenwärterhäuschen dennoch in voller Aktion - mit Schrankenwärter!

Quelle: Ulstein - Bildstelle

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 27. November 2019, 10:22

Steinst.-10.jpg
Stein-11.jpg


1.) = Blick von Steinstücken zum Kontrollpunkt - vor 1964

2.) = Machnower Straße - Fahrradstand für die Steinstückener Anwohner.
Das Hinweisschild galt für das U.S. Personal, denn dieser KP lag bis Anfang Oktober 1969
im Kohlhasener Ortsteil Albrechts-Teerofen.

Quelle: Ulstein Bildstelle

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 27. November 2019, 13:14

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Volker Zottmann » 27. November 2019, 13:59

Ein Kollege von mir, der Reiner ist inzwischen 73, hat Steinstücken auch bewachen müssen. Hat er oft von erzählt. War vielleicht "sein" Wachturm, der so schön umgefallen ist. Stinklangweilig war sein meistgebrauchtes Wort der Beschreibung seiner Zeit.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 27. November 2019, 15:07

Hallo Volker,

ich hatte mir vor einigen Jahren auch mal Steinstücken angeschaut, aber da waren Mauer und Stacheldraht bereits "verschwunden".

Es muss wohl bis August 1972 dort eine eigenwillige Zeit gewesen sein.

Gruß Werner
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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 27. November 2019, 15:11

Steinst.-12.jpg
Steinst.-12a.jpg
Steinst.-13.jpg
Steinst.-13a.jpg


Bild 1 = Bernhard-Beyer-Straße
Bild 2 = Steinstraße
Bild 3 = Bahnlinie nach Belzig / US-Army
Bild 4 = Ebenfalls
Bild 5 = Links Königsweg / rechts Bernhard-Beyer-Straße

Quellen: Getty images / Bundesarchiv / Ulstein Bildstelle

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 27. November 2019, 16:31

Steinst.-14.jpg
Steinst.-15.jpg
Steinst.-16.jpg
Steinst.-17.jpg


Steinstücken:

Bild 1 = mitte-Rote-Kreuz-Straße
Bild 2 = rechts Rote-Kreuz-Straße
Bild 3 = Bernard-Beyer-Straße
Bild 4 = vorne Steinstraße-dahinter Mitte-Berhard-Beyer-Straße

Quelle: getty images / privat

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 28. November 2019, 22:17

Steinst..jpg


Steinstücken - Katasteransicht

Quelle: Katasteramt Berlin

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon augenzeuge » 28. November 2019, 22:40

Clay 1961 in Steinstücken
Bild
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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 29. November 2019, 06:25

Das Foto entstand am 22. September 1961, als Clay (links) einen Kurz-Besuch per Helicopter unternahm!

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 29. November 2019, 09:54

SPIEGEL ONLINE - DER SPIEGEL 16/1962

CLAY Zurück zu den Konserven

"Ich bleibe in Berlin, solange Präsident Kennedy und die Berliner mich brauchen".

General Lucius D. Clay im September 1961.

Ein Amerikaner in Berlin wurde das erste Opfer der sich anbahnenden sowjetisch-
amerikanischen Verständigung im Konflikt um die deutsche Hauptstadt:
General Lucius D. Clay.
Der Veteran des Kalten Krieges, den Amerikas Präsident Kennedy nach Ulbrichts Richtfest am 13. August (1961) als ersten US-Reservisten mobilgemacht hatte, wurde nun auch als erster US-Reservist wieder demobilisiert.
Und so, wie die Einberufung des pensionierten Generals das Signal zum militärischen Aufmarsch Amerikas gab, so ist seine Entlassung das bisher sichtbarste Anzeichen einer Entspannung.
Als Ed Murrow, der Leiter der US-Auslandspropaganda, nach dem 13. August den Beratern Willy Brandts in
Berlin die Frage stellte, wie Amerika den durch den Mauerbau mutlos gewordenen West-Berlinern neue
Hoffnung einflößen könne, kam die Antwort: "Schickt uns Clay."
Clay kam. Am 20. August fuhr er zusammen mit dem US-Vizepräsidenten Landon B. Johnson im Triumphzug
durch Berlin (West). Den Feldherrn im Ruhestand übermannte die Rührung: Mit Tränen in den Augen blickte
er auf die Menge vor dem Schöneberger Rathaus, die von ihm, dem Helden der Luftbrücke und Retter
Berlins, ein neues Wunder erwartete.
Von Clays Wirkung beeindruckt, entschloß sich John F. Kennedy, das pensionierte Sinnbild verflossener
amerikanischer Überlegenheit im Ost-West-Konflikt von der größten amerikanischen Konservendosen-
Fabrik, Continental Can Company, im Interesse der Nation auszuleihen. Der General bezog im Gebäude
der US-Mission an der zur Erinnerung an seine Blockade-Taten nach ihm benannten Clay-Allee in Dahlem Quartier.
Seine Aufgabe war im wesentlichen darauf beschränkt, den Mythos lebendig zu erhalten, den die Berliner
mit seinem Namen verknüpften.
Schon wenige Stunden nach der Begrüßung auf dem Flughafen Tempelhof durch 19 Salutschüsse aus
US-Haubitzen begann der General die moralische Aufrüstung: Zu Fuß passierte er, Gattin Marjorie mit
Nerzstola am Arm, den Ausländerübergang Friedrichstraße und spazierte unbehelligt von Volkspolizisten
einige Schritte in Walter Ulbrichts triste DDR-Metropole hinein.
In West-Berlin wurde der nächtliche Ausflug als Beweis dafür gewertet, daß Washington gewillt sei, da
alliierte Recht auf den Zugang zu allen Sektoren entschlossen zu verteidigen. Tatsächlich war Clay dazu
entschlossen; Washington aber nicht, wie sich bald herausstellen sollte.

....hier kann man weiterlesen:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45139760.html

Und als ZEIT ONLINE - Lucius D. Clay - Symbol für Berlin
Der Vater der Luftbrücke ist an die Spree zurückgekehrt - vom 15. September 1961

https://www.zeit.de/1961/38/lucius-d-clay

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon Werner Thal » 29. November 2019, 11:03

AMERIKANER IN BERLIN - General Lucius D. Clay Hauptquartier

Zwischen 1936 und 1938 entstand auf dem weitläufigen Gelände an der Ecke der damaligen
Kronprinzenallee zur Saargemünder Straße einer der ersten monumentalen Wehrmachtsbauten
des Dritten Reiches. Der Gebäudekomplex nach Plänen von Fritz Fuß beherbergte das Luftgau-
kommando III der Luftwaffe.

Von 1945 an nutzten die USA die nach dem Krieg wieder instand gesetzte und von Reichssymbolen
befreite Anlage zunächst als Hauptquartier der US-Militärregierung. Hier hatte General
Lucius D. Clay seinen Sitz, seinerzeit Oberkommandierender der amerikanischen Streitkräfte in
Europa, Militärgouverneur in Deutschland und zentrale Figur der Luftbrücke zur Versorgung
West-Berlins während der sowjetischen Blockade von 1948/1949. In Anerkennung seiner Leistung
wurde auf Beschluss des Berliner Senats und in Anwesenheit von Oberbürgermeister Ernst Reuter
am 1. Juni 1949 die Kronprinzenallee in Clayallee umbenannt - eine außerordentliche Ehre für eine
zum Zeitpunkt der Umbenennung noch lebende Person. Ab dem 12. Mai 1979, dem 30. Jahrestag
der Beendigung der Berlin-Blockade und gut ein Jahr nach Clays Tod, trug dann auch das Areal
seinen Namen und hieß fortan offiziell General Lucius D. Clay Headquarters.

...auch hier kann man weiterlesen:

http://www.amerikaner-in-berlin.de/haup ... obile.html

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Re: Steinstücken - eine fast vergessene Exklave

Beitragvon augenzeuge » 12. Mai 2020, 16:47

Ein kurzer Abschnitt.....
https://youtu.be/fmI-ERgeQQg?t=1624

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