Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Hans-Peter » 4. Juni 2010, 16:37

Für den "militärischen Ernstfall": Die fünfte Kolonne der DDR in der Bundesrepublik

Es hat sie tatsächlich gegeben, eine in der Bundesrepublik verdeckte fünfte militärische Kolonne unter Oberbefehl der DDR. Sie hatte den Tarnnamen Gruppe Ralf Forster, gehörte zur ebenfalls von der SED aus der DDR unterstützen und angeführten Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), hieß parteiintern auch DKP-MO (DKP-Militärorganisation). Deren langjähriger Anführer war „Ralf Forster“, mit Klarnamen Harry Schmidt, Sohn des einstigen bayrischen KDP-Politikers Heinrich Schmidt. Die Aufgabe der Gruppe Ralf Forster bestand darin, unter strengster Konspiration zuverlässige DKP-Genossen auszuwählen, die in der DDR für militärische Aufgaben und Aktionen in der Bundesrepublik Deutschland geschult und ausgebildet wurden.
Im Zeitraum von 1969 bis 1989 erhielten etwa 200 DKP-Mitglieder in der DDR eine geheime paramilitärische Ausbildung. Sie sollten im Falle eines Konflikts zwischen den Staaten des Warschauer Paktes und denen der NATO in der Bundesrepublik Deutschland Sabotageakte und terroristische Anschläge verüben. Es gab auch Überlegungen, derartige Aktionen bereits in Friedenszeiten durchzuführen. Tatsächlich sind bisher keine durchgeführten Aktionen der Gruppe bekannt geworden. Für die Ausbildung von DKP-Genossen in der DDR wurden gesonderte Lehrpläne erstellt. Aus ihnen wird ersichtlich, dass der Umgang mit Handfeuerwaffen, Handgranaten und Panzerfäusten, der Umgang und der Einsatz von Brand- und Sprengmitteln sowie das lautlose Beseitigen von Gegnern geübt wurden. (aus Wikipedia)


Mitglied der Gruppe war auch DKP-Mitglied Lothar Oertel, der in einer FAKT-TV-Reihe des MDR auspackte:
http://www.mdr.de/fakt/6461904.html
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon S51 » 5. Juni 2010, 10:41

Das Pendant auf der anderen Seite hieß unter anderem "Gladio". Siehe bitte auch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio

Aber es gab über den CIA auch andere Truppenteile.
Vielleicht kann man sich so einigen: Es hätte hüben und drüben gescheppert und gekracht. Die Gegner wären wegen der voraussichtlich furchtbaren Folgen für Dritte, auch Zivilisten, sicher Verbrecher gewesen, die eigenen Leute Freiheitskämpfer. Ansonsten wäre es wohl Jacke wie Hose gewesen oder geworden.
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Hans-Peter » 5. Juni 2010, 11:55

hallo grüße Dich S51, dass von der Gladio-Truppe habe ich noch nicht gewusst. Danke Dir für den Tipp. Aber ich sehe zwischen Gladio und Gruppe Ralf Forster einen gravierenden Unterschied: Die DDR und damit der Warschauer Pakt hatten mit der DKP-MO Ralf Forster bereits in Friedenszeiten eine einsatzbereite paramilitärische "fünfte Kolonne" in einem anderen souveränen Staat "stationiert", deren Aufgabe im Fall eines militärischen Konfliktes nicht nur Sabotageakte sondern auch Mordanschläge waren. Und letztere wohl nicht gerade gegen Otto Normalverbraucher, der sich vor Schreck ich Keller besoff... Und die Ralf-Forster-Truppe hätte nicht erst bis zum offenen Kriegsausbruch gewartet, sondern schon vor dem akut drohenden Konflikt losgeschlagen. Ich weiß es definitiv, doch muss leider bei authentischen Quellen wieder passen.

Aber soviel: Bereits 1972 im Dezember war ich im DDR-Bezirk Neubrandenburg in einer Jugendherberge am Malchiner See Zeuge eines merkwürdigen Treffens, veranstaltet von der FDJ-Bezirksleitung Neubrandenburg im Zusammenwirken mit der MfS-BV Neubrandenburg, die damals noch ihren Sitz in Neustrelitz hatte. Und an diesem Treffen nahmen aus den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein aktive Funktionäre und Mitglieder des Marxistischen Studentenbundes Spartakus (MSB) und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) teil. Ich war in der Nähe zu einer Schulung von FDJ-Ortssekretären - ich war 1972 ein solcher, aber ehrenamtlich. Und die Bärtigen und Langhaarigen in Parker und mit Citroen CV 2 (Ente), VW-Käfer oder Bullis mit Hamburger, Kieler, Itzehoher oder Husumer Kennzeichen waren auch uns aufgefallen. Was sie am Malchiner See machten, verrieten sie nicht. Als wir Adressen tauschen wollten, wurde das von einigen Leuten (MfS oder FDJ-Bezirksltg.) friedlich aber bestimmend einschreitend unterbunden. Ich hörte nur soviel heraus, dass es um "konkrete klassenkämpferische Aktionen Anfang 1973 in HH und Schleswig-Holstein" ging mit "Schwerpunkt HH und KI"... Was damals dann drüben im Westen von ihnen angezettelt wurde, entzog sich meiner Kenntnis. Im Westfernsehen, dass ich besonders im Januar verfolgte, kam nichts, wir empfingen den Westen ja auch aus Richtung Berlin mit dem Westberliner Abendprogramm vom SFB, nicht das Hamburger Abendprogramm vom NWDR.
Dann lernte ich Anfang der 80er als noch freier und nicht festangestellter Journalist im Landkreis Hannover den DKP-Motorradklub Kuhle Wampe kennen: Sie fuhren bei einer Hochzeitsfeier mit ihren Öfen vor dem Rathaus einer Kleinstadt vor. Später hatte ich Kontakt zu einem Aussteiger aus der Gruppe. Er verriet, dass einige des Motorradklubs zur militärischen Ausbildung in der DDR gewesen seien. Wo wollte er nicht sagen. Nur soviel: Ihre Aufgabe sei es, im Kriegsfall den vorrückenden Truppen aus dem Osten durch Aktionen zu helfen und dazu auch schon in sich verschärfenden Spannungszeiten bereit zu stehen. Nachdem wir uns einige Male getroffen hatten, hatte ich aber noch nicht genügend ausreichende Infos für den Beginn von Recherchen und einen beweiskräftigen Artikel zusammen, weil er als mein Informant nicht öffentlich in Erscheinung treten wollte. Leider kam es nicht mehr zu weiteren Treffen. Der Mensch war plötzlich verschwunden. Ich habe ihn nie wiedergesehen. Aber ich wusste, er sagte die Wahrheit. hp [wink]
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon S51 » 5. Juni 2010, 12:20

An die entsprechenden Unterlagen von CIA, MI6 oder BND für den Bereich Warschauer Vertrag kommt man ja momentan nicht so recht heran. Ich denke, dass es da einige Überraschungen geben könnte.
Doch gab es für die Zeit des kalten Krieges einige Berichte u.a. im Sender Phönix über Agenteneinsätze in den 50-er bis 70-er Jahren bei Formationen in Polen, der Ukraine und Weißrussland, die nicht einmal besonders inaktiv waren. Dies deckt sich durchaus mit Erzählungen, bei denen ich in den 80-er Jahren in Karlshorst dabei war. Es müssen zeitweise blutige Kämpfe zwischen den dafür eingesetzten Grenztruppen (= KGB, auch im Hinterland) und als Diversanten bezeichneten Einheiten von mitunter mehr als 100 Mann gewesen sein. Im Kaukasus (dort aber meist vom Iran, auch Afghanistan unterstützt) ging das bis in die Gegenwart.
Wie wahrscheinlich wird es wohl sein, dass danach Schluß gewesen ist?
Zugegeben nicht in Europa aber ansonsten durchaus vergleichbar sind die Unterstützung der CIA von Contras in Nicaragua, der Formationen, die in Tibet bis mindestens 1972 für den allseits hochgeschätzten Dalai Lama Terrorakte verübten (vorzugsweise war es ihre Masche, ihre Opfer in deren Wohnung bei lebendigem Leib zu verbrennen), hier ging es gegen China. Von Formationen, die gegen die kubanischen Kommunisten in Kuba gekämpft haben, sogar von Pol-Pot nach der vietnamesischen Invasion (manche nennen sie auch Reaktion auf Grenzüberfälle der Pol-Pot-Truppen) in Kambodscha ab Anfang der 80-er Jahre gegen Vietnam, als die Verbrechen Pol-Pot bereits bekannt waren. Der Mudjaheddin in Afghanistan (inklusive der späteren Taliban), mit denen es nun mal anders herum geht. Ich bin sicher, diese Aufzählung ist alles andere als Vollständig. Selbst die HAMAS verdankt ihre Existens westlichen Geheimdiensten, die damit die Fatah von Arafat schwächen wollten.
Insgesamt alles liebe nette Freunde...
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Hans-Peter » 5. Juni 2010, 12:42

Lieber S51, nehme es mir bitte nicht übel, aber um das zu begreifen, was im damals geteilten Deutschland ablief, sind mir Konflikte in Asien, Mittelamerika oder sonst wo egal. Und ganz allgemein und von mir auch partei ergreifend aus meiner Überzeugung gesagt: Ich finde es schlimm und hinterhältig, wenn die Machthaber eines Landes wie das SED-Politbüro der DDR in einem anderen souveränen Staat eine paramilitärische Truppe in feindseeliger Absicht im Untergrund stationiert, um im Spannungsfall oder einer drohenden militärischen Auseinandersetzung in diesem souveränen Staat Bundesrepublik Deutschland Sabotageanschläge und Mordanschläge zu verüben, Terror und Unfrieden zu stiften. Ich nehme hiervon einmal die gegenseitige Spionage KGB und MfS (HVA) gegen BND, MAD, Verfassungsschutz, CIA, MI 5 und und und aus. Weil das als "ungeschriebenes Gesetz auf Gegenseitigkeit" zwischen Ostblock und Nato beruhte. Und gegenseitig ausspionieren tun sich bis heute hinterrücks in der Welt sogar sogenannte Freunde. Zurück zur Gruppe Forster: Mir ist nicht bekannt, dass die Bundesrepublik eine ähnliche paramilitärische Truppe mit ähnlichem feindseeligen Auftrag in der DDR unterhielt. Und das ist Fakt. Grüß Dich und schönen Sonntag. Hp [wink]
Zuletzt geändert von Hans-Peter am 5. Juni 2010, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon CaptnDelta » 5. Juni 2010, 12:43

S51 hat geschrieben:Das Pendant auf der anderen Seite hieß unter anderem "Gladio". Siehe bitte auch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio

Aber es gab über den CIA auch andere Truppenteile.
Vielleicht kann man sich so einigen: Es hätte hüben und drüben gescheppert und gekracht. Die Gegner wären wegen der voraussichtlich furchtbaren Folgen für Dritte, auch Zivilisten, sicher Verbrecher gewesen, die eigenen Leute Freiheitskämpfer. Ansonsten wäre es wohl Jacke wie Hose gewesen oder geworden.


Ich moechte hier net unken, aber der WP Artikel beruht zum groesstenteil auf der Arbeit von Daniele Ganser (NATO's Secret Armies: Operation GLADIO and Terrorism in Western Europe), welcher ein eher umstrittener Konspirations-Theoretiker ist. Die Texte und Vortraege kann man sich auf dem PHP server der ETH ansehen. Deswegen auch der Hinweis am Anfang des Wiki-Textes.
Eine der Kritiken:
"Daniele Ganser’s Nato’s Secret Armies is regrettably typical of books written about intelligence by people who have no real understanding of intelligence. While not quite as bad as a philologist trying to discourse on quantum theory, such narratives are always marred by imagined conspiracies, exaggerated notions of the scale and impact of covert activities, misunderstandings of the management and coordination of operations within and between national governments, and usually an almost complete failure to place the actions and decisions in question in the appropriate historical context.

Ganser ist auch umstritten wegen seiner Theorien zum 11 September 2001.

Ich behaupte nicht das es Gladio nicht gegeben hat, im Gegenteil: Die CIA hat dies schon laenger zugegeben, und 2006 auch einige entsprechende Dokumente dazu veroeffentlicht. Es sind nur die Uebertreibungen und konstruierten Verbindungen von Ganser (z.B. Oktoberfestattentat) die dabei etwas stoeren (siehe auch hier).

Das das MfS schon ziemlich frueh von Gladio in der Bundesrepublik gewusst hat (z.B. durch Heidrun Hofer) ist allerdings durch verschiedene andere Quellen belegt, von daher halte ich dies fuer authentisch.

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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon CaptnDelta » 5. Juni 2010, 12:56

S51 hat geschrieben:An die entsprechenden Unterlagen von CIA, MI6 oder BND für den Bereich Warschauer Vertrag kommt man ja momentan nicht so recht heran. Ich denke, dass es da einige Überraschungen geben könnte.

Das wird immer wieder gerne behauptet und nachgebetet, allerdings stimmen tut das deswegen nicht unbedingt. Gerade zu diesem Thema gab es diese Anfrage (man beachte den etwas forschen Ton [flash] ) und darauf diese Antwort.

Schwieriger isses da schon z.B. mal was aus dem FSB-Archiv zu bekommen. Davon abgesehen das die meisten HVA-Akten schon seit ueber 20 Jahren nicht mehr existieren (ausser diejenigen, welche man z.B. aus Protzgruenden nicht vernichtete).

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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon S51 » 5. Juni 2010, 13:02

Hans-Peter hat geschrieben:Lieber S51, nehme es mir bitte nicht übel, aber um das zu begreifen, was im damals geteilten Deutschland ablief, sind mir Konflikte in Asien, Mittelamerika oder sonst wo egal. ....wenn die Machthaber eines Landes wie das SED-Politbüro der DDR in einem anderen souveränen Staat eine paramilitärische Truppe in feindseeliger Absicht im Untergrund stationiert, um im Spannungsfall oder einer drohenden militärischen Auseinandersetzung in diesem souveränen Staat Bundesrepublik Deutschland Sabotageanschläge und Mordanschläge zu verüben, Terror und Unfrieden zu stiften. ... Grüß Dich und schönen Sonntag. Hp [wink]


Im Prinzip stimme ich dir zwar zu aber (was, wenn dieses schöne Wörtchen nicht wär) bezweifle ich ausdrücklich, dass Europa oder gerade die DDR für die westliche Seite eine Ausnahme war, wenn dies an anderen Orten üblich war.
Man hat keinen Zugang zu den Unterlagen, ja. Dies wird auch mit Sicherheit noch einige Jahrzehnte so bleiben. Doch, wenn ein Dienst an einem Ort eine gewisse Praxis handhabt, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass dies andernorts genauso ist. Und dann gilt das oben Geschriebene eben doch auch für die andere Seite.
Gruß!
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon S51 » 5. Juni 2010, 13:09

CaptnDelta hat geschrieben:...Ich moechte hier net unken, aber der WP Artikel beruht zum groesstenteil auf der Arbeit von Daniele Ganser (NATO's Secret Armies: Operation GLADIO and Terrorism in Western Europe), welcher ein eher umstrittener Konspirations-Theoretiker ist. Die Texte und Vortraege kann man sich auf dem PHP server der ETH ansehen. Deswegen auch der Hinweis am Anfang des Wiki-Textes.
....
Das das MfS schon ziemlich frueh von Gladio in der Bundesrepublik gewusst hat (z.B. durch Heidrun Hofer) ist allerdings durch verschiedene andere Quellen belegt, von daher halte ich dies fuer authentisch.

-Th


Ganser ist so ein Kapitel für sich. Leider braucht es offensichtlich solche Leute, um gewisse Dinge anreißen zu können ohne Porzellan zu zerschlagen. Mir ging es weniger um diese mitunter sehr konstruierten Querverbindungen als um den Fakt "Gladio" an sich. Und ich denke, dass diese Schiene nicht am "Eisernen Vorhang" geendet hat.
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2010, 13:32

Ein interessantes Interview mit Hn. Ganser zur Rolle der Nato-Geheimarmeen:



AZ
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2010, 22:42

Noch etwas über Ganser zum Lesen, ganz interessant:

http://www.danieleganser.ch/assets/file ... GANSER.pdf

AZ
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon CaptnDelta » 5. Juni 2010, 23:00

S51 hat geschrieben:Mir ging es weniger um diese mitunter sehr konstruierten Querverbindungen als um den Fakt "Gladio" an sich. Und ich denke, dass diese Schiene nicht am "Eisernen Vorhang" geendet hat.


Hallo S51,

Naja, da biste jetzt aber auf sehr duennem Eis, das Gladio hinter den "Eisernen Vorhang" ausgedehnt wurde behauptet nicht mal Ganser. Wenn's das tatsaechlich gegeben haette, dann haetten sich inzwischen mit grosser Warscheinlichkeit entsprechende Zeitzeugen gemeldet - gerade Juretzko hat da doch wohl unter jedem Stein gekuckt. Bis man da tatsaechlich serioese Zeugen oder stichhaltige Dokumente auftreibt halte ich das fuer Faebelei - es wuerde auch m.M.n. nicht in die Struktur und die Mission von Gladio passen.

Im Gegensatz zur Gruppe Forster im Startbeitrag von HP...

-Th

PS: Kann es sein das einige der Folgen vom "Unsichtbaren Visier" von Gladio gepraegt sind (die Folgen die in Italien handeln)?
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Turmwache » 6. Juni 2010, 03:43

...passt zwar nicht zu Foster aber zum CIA.

---------------->Andreotti. Politik zwischen Geheimdienst und Mafia (gebundene Ausgabe)von Regine Igel,
vorab habe ich im Autoradio einen Beitrag vom DLF oder Kulturradio gehört, jedenfalls ich bin erstmal rechts ran gefahren, weil mich das so geschockt hat was darin berichtet wurde und daß es überhaupt gesendet werden durfte.
Das Skribt habe ich mir schicken lassen, was ich jetzt natürlich nicht findeund das Buch habe ich auch, es ist unvorstellbar deshalb schon, weil ich getreu meines Vaters solche Dinge wenn sie denn damals in der DDR erwähnt worden als kommunistische Propaganda gewertet habe.
Es ist auch erst ein paar Jahre her, daß sich eine US-Botschafterin bei den Österreichern öffentlich dafür entschuldigt hatte, daß die USA dort heimliche Waffenverstecke unterhielten.
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon S51 » 7. Juni 2010, 09:48

CaptnDelta hat geschrieben:[....Naja, da biste jetzt aber auf sehr duennem Eis, das Gladio hinter den "Eisernen Vorhang" ausgedehnt wurde behauptet nicht mal Ganser. ...
PS: Kann es sein das einige der Folgen vom "Unsichtbaren Visier" von Gladio gepraegt sind (die Folgen die in Italien handeln)?


Das Eis ist sogar brüchig. Weshalb ich es dabei belasse. In 50 Jahren oder so mag man ja noch mal nachsehen.
Ich habe mir, glaube ich, nur ein oder zwei Folgen vom "Unsichtbaren Visier" angesehen. Die handelten in Südamerika. Es gab immer Gerüchte, dass solche Filmstoffe ähnlich wie beim Gegenstück 007 ihre Anleihen bei tatsächlichen Geschehen zumindest bis Mitte der 60-er Jahre hatten. Wenn auch oft bis ins Extreme verfremdet. Ob Peter Hagen oder Ian Flemming, beide hatten einen geheimdienstlichen Hintergrund und beide haben ihre Anregungen von den Diensten bezogen.
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2010, 17:49

Hans-Peter hat geschrieben: Tatsächlich sind bisher keine durchgeführten Aktionen der Gruppe bekannt geworden. Für die Ausbildung von DKP-Genossen in der DDR wurden gesonderte Lehrpläne erstellt. Aus ihnen wird ersichtlich, dass der Umgang mit Handfeuerwaffen, Handgranaten und Panzerfäusten, der Umgang und der Einsatz von Brand- und Sprengmitteln sowie das lautlose Beseitigen von Gegnern geübt wurden.


Mich würde mal interessieren, wie hier der Kampfwert der DKP-MO eingeschätzt wird ?
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Hans-Peter » 16. Juni 2010, 18:45

Hallo Merkur, wie ich aus dem Kontakt eines Aussteigers aus der damaligen DKP-Motorradgruppe Kuhle Wampe weiß (etwas weiter vorn in diesem Thread die Geschichte zu der Truppe), die in der DDR militärisch ausgebildet wurde für Sabotageakte, Entführungen und sogar Morde, falls es zum bewaffneten Konflikt zwischen DDR und Bundesrepublik gekommen wäre: Also nur eine harmlose "Volkssturmtruppe" war die aus der DDR gesteuerte und von der NVA geschulte DKP-MO nicht. Sonst wäre doch keine große strenge und hohe Geheimhaltungsstufe um die Gruppe Ralf Forster nötig gewesen. Oder zweifelst Du die Schilderung des ehemaligen DKP- und Ralf-Forster-Gruppe-Mitglieds Lothar Örtelt in der MDR-Reihe Fakt an? Wenn, dann wüsste ich gerne Deine Gründe und, was Du zum Beweis für Deine nach meiner Ansicht suggestiv gestellte Frage für Informationen bereit hast. Warum leisteten sich SED, ihr Kind DKP und die NVA (vielleicht noch das MfS - aber das weiß ich nicht) solch hohen Aufwand um eine Truppe mit "geringem Kampfwert"? Die sollten doch nicht nur Räuber und Gendarm im Sandkasten spielen? Bin gespannt auf Deinen Beitrag dazu. [wink] hp
Hans-Peter
 

Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Merkur » 17. Juni 2010, 09:41

Hans-Peter hat geschrieben: Oder zweifelst Du die Schilderung des ehemaligen DKP- und Ralf-Forster-Gruppe-Mitglieds Lothar Örtelt in der MDR-Reihe Fakt an? Wenn, dann wüsste ich gerne Deine Gründe und, was Du zum Beweis für Deine nach meiner Ansicht suggestiv gestellte Frage für Informationen bereit hast. Warum leisteten sich SED, ihr Kind DKP und die NVA (vielleicht noch das MfS - aber das weiß ich nicht) solch hohen Aufwand um eine Truppe mit "geringem Kampfwert"? Die sollten doch nicht nur Räuber und Gendarm im Sandkasten spielen? Bin gespannt auf Deinen Beitrag dazu. [wink] hp


Das mit dem Beweisen klammere ich mal aus. Ich schreibe einfach mal meine Sichtweise dazu.
Ich gehe davon aus, dass Dir bekannt ist, dass die Ausbildung der DKP-MO erst seit den 70er Jahren auf dem Territorium der DDR, insbesondere im Objekt A, stattfand. Welche konkreten Organe an den Ausbildungs- und Unterstützungsmaßnahmen beteiligt waren, blende ich auch mal aus, da es für die Bewertung des Kampfwertes nicht wichtig ist
Ich halte die DKP-MO für ein Instrument, dass augrund heute bekannter theoretischer Konzeptionen (Ausbildungspläne usw.) in seiner möglichen Wirksamkeit als zu hoch eingeschätzt wird. Es hört sich natürlich gewaltig an, wenn man heute liest, dass die DKP-Kader zu Spezialisten für besondere Überfall- und Hinterhaltmethoden ausgebildet werden sollten oder wenn sie die Beherrschung der Taktik von Kleinkampfgruppen in großen Industrie- und bevölkerungspolitischen Ballungsgebieten zu erlernen versuchten. Es klingt natürlich auch martialisch, wenn liest, dass die "Feierabendkrieger" zu Einzelkämpfern ausgebildet werden sollten. Auch was die realisierten Lehrgänge und die Zahl Lehrgangsteilnehmer betrifft, war man weit von einer Untergrundorganisation mit entscheidender Kampfkraft entfernt.
Dazu kommt, dass die DKP natürlich auch entsprechend unterwandert war, so dass ein Teil der "Einzelkämpfer" bei Bedarf überhaupt nicht handlungsfähig gewesen wäre. Eine weitere Punkt wäre auch, wie motiviert die Angehörigen der DKP-MO wirklich waren, wie war der physische und psychische Zustand der Kämpfer usw.
Meiner Einschätzung nach hätte die DKP-MO in einem möglichen Konflikt keine erstzunehmende Größe dargestellt. Ich sehe ihr Funktion eher in einer Rand-/Unterstützungsfunktion für die wirklichen Spezialeinheiten.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Hans-Peter » 17. Juni 2010, 10:28

Hallo Merkur, aus diesem Blickwinkel beurteilt, komme ich auch zu dem Schluß, dass das keine "Elitetruppe" gewesen sein konnte. Und in den 70ern mag man ihren Kampfwert noch optimistischer betrachtet haben. Den sogenannte Nahkampf-Ausbildungsstunden hatte ich auch als Nachrichtensoldat in der DDR. Aber wehe ich hätte das Pech gehabt und mir wäre beim Manöver nachts ein Falschirmjäger aus Prora "als feindliche Kraft" in den Nacken gesprungen: Prost Mahlzeit. [laugh] Ich denke da nochmal an die MfS-Einsatzkompanie im Fall Gartenschläger, die zwar in den meisten Büchern, im Internet und in den Medien noch heute mit der Beschreibung "Sondereinheit" oder "Spezialkräfte des MfS" auftauchen. Du und ich hatten uns schon mal in einem anderen Forum ausgetauscht. Und ich bin auch zu der Erkenntnis gelangt, dass diese Einsatzkompanie damals zwar Sonderaufgaben hatte, aber keine hochgradige und mit heutigen Maßstäben gemessene "Einzelkämpfqualität" hatte. gruß hp [wink]
Hans-Peter
 

Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Merkur » 17. Juni 2010, 13:14

Hans-Peter hat geschrieben: Und ich bin auch zu der Erkenntnis gelangt, dass diese Einsatzkompanie damals zwar Sonderaufgaben hatte, aber keine hochgradige und mit heutigen Maßstäben gemessene "Einzelkämpfqualität" hatte. gruß hp [wink]


Der entscheidende Punkt bei der Beurteilung einer solchen Frage ist der Einsatzzweck. Natürlich kann man keine Spezialeinheit, die vor 20/30 Jahren aktiv war, mit den heutigen wirklich vergleichen, da sich alles weiterentwickelt hat (damals orientierte man im Gelände noch mit Karte und Kompass, heute nutz man GPS usw.). Zwischen den "Feierabendkriegern" der DKP-MO und der Einsatzkompanie/der Sicherungskompanie der HA I oder der AG Spezifische Aufgaben der HA I bzw. der AGM/S (zusammengefasst Spezialeinheiten des MfS) gab es schon beachtliche Unterschiede, was die Ausbildung und den militärischen-operativen Leistungsstand betraf. Bei der Einsatzkompanie/der Sicherungskompanie der HA I war das Einsatzspektrum immer relativ Grenzlastig bzw. auf die Sicherung der NVA/der GT ausgelegt, während die AGM/S und die AG Spezifische Aufgaben (für den Verantwortungsbereich der HA I) diesbzgl. andere Schwerpunkte hatten.
Viele Angehörige der Spezialeinheiten des MfS waren professionell zum Kampf im Hinterland eines möglichen Gegners (analog der Taktik der Fallschirmjäger der NVA) und im Fallschirmspringen ausgebildet. Sie waren in der Lage, sich auf dem Territorium des Gegners durchzuschlagen, Aufklärungs- u. a. spezifische Aufgaben zu realisieren, sich dort zu versorgen usw. Weiterhin erfolgte eine Spreng-, Funk- und Sanitätsausbildung. Außerdem gab es Angehörige, die auch Kampfschwimmeraufgaben realisieren konnten.
Natürlich verschoben sich bei den Spezialeinheiten des MfS, insbesondere bei der AGM/S, im Laufe der Jahre auch die Hauptaufgaben. Während bis Anfang der 70er Jahre der Kampf im Hinterland des Gegners Schwerpunkt war, gewannen aufgrund der internationalen Situation Fragen der militärisch-operativen Terrorabwehr zur Bekämpfung von bedeutsamen Gewaltakten in den 70ern wesentlich an Bedeutung.
Nach meiner Einschätzung war die AGM/S in Fragen der militärisch-operativen Terrorabwehr zur damaligen Zeit entsprechenden Einheiten im Westen, wie der GSG 9 oder den SEKs der Länder, durchaus ebenbürtig. Darüber hinaus konnte sie, weil sie keine Einheit mit ausschließlich polizeilichen Aufgaben war, im Hinterland des Gegeners eingesetzt werden.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Merkur » 17. Juni 2010, 15:12

Hans-Peter hat geschrieben: Zurück zur Gruppe Forster: Mir ist nicht bekannt, dass die Bundesrepublik eine ähnliche paramilitärische Truppe mit ähnlichem feindseeligen Auftrag in der DDR unterhielt. Und das ist Fakt.


Hans-Peter, ich gebe Dir mal einen Denkanstoß. Natürlich gab es Organisationen, die mit westlicher Unterstützung Sabotage und Terror in der DDR geplant/verübt haben.
Ich zitiere mal aus dem Lexikon der Geheimdienste S. 236 von Roewer, Schäfer und Uhl. Roewer ist übrigens ehemaliger Schützer der Verfassung. Dort heißt es zur KgU:
KgU (= Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit) Organisation mit Sitz in West-Berlin, die nach dem Zweiten Weltkrieg Verbindungen in die SBZ und spätere DDR unterhält; sie ist die militanteste der von West-Berlin aus agierenden Organisationen. Die KgU verfolgt in den frühen 1950er Jahren die Strategie der Destabilisierung der DDR. Sie wird im Oktober 1948 gegründet und von Rainer Hildebrand geleitet; sein Stellvertreter ist Ernst Tillich (...) Auf Veranlassung amerikanischer Nachrichtendienste (CIC, OPC der CIA) wird die KgU mit Kriminalpolizisten professionalisiert" (...).
Und nun zu einigen Aktionen der KgU in der DDR:

- Inbrandsetzung der Autobahnbrücke mit Phosphor bei Finowfurt im Jahre 1951,
- Inbrandsetzung der neuen Sendesäle der DDR-Rundfunks am 16.02.1955 in Berlin-Oberschöneweide

Andere Aktionen wie:
- die Sprengung der Paretzer Schleuse des Oder-Havel-Kanals bei Hohenneuendorf,
- die Sprengung einer Eisenbahnbrücke bei Erkner,
- die Zerstörung der Sechsbogenbrücke bei Weimar,
- die Zerstörung der Bleiloch-Saaletalsperre im Kreis Schleiz

waren vorbereitet und wurden durch die Sicherheitsorgane der DDR verhindert.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
Merkur
 
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Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Hans-Peter » 17. Juni 2010, 16:31

Merkur hat geschrieben:
Hans-Peter hat geschrieben: Zurück zur Gruppe Forster: Mir ist nicht bekannt, dass die Bundesrepublik eine ähnliche paramilitärische Truppe mit ähnlichem feindseeligen Auftrag in der DDR unterhielt. Und das ist Fakt.


Hans-Peter, ich gebe Dir mal einen Denkanstoß. Natürlich gab es Organisationen, die mit westlicher Unterstützung Sabotage und Terror in der DDR geplant/verübt haben.
Ich zitiere mal aus dem Lexikon der Geheimdienste S. 236 von Roewer, Schäfer und Uhl. Roewer ist übrigens ehemaliger Schützer der Verfassung. Dort heißt es zur KgU:
KgU (= Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit) Organisation mit Sitz in West-Berlin, die nach dem Zweiten Weltkrieg Verbindungen in die SBZ und spätere DDR unterhält; sie ist die militanteste der von West-Berlin aus agierenden Organisationen. Die KgU verfolgt in den frühen 1950er Jahren die Strategie der Destabilisierung der DDR. Sie wird im Oktober 1948 gegründet und von Rainer Hildebrand geleitet; sein Stellvertreter ist Ernst Tillich (...) Auf Veranlassung amerikanischer Nachrichtendienste (CIC, OPC der CIA) wird die KgU mit Kriminalpolizisten professionalisiert" (...).
Und nun zu einigen Aktionen der KgU in der DDR:

- Inbrandsetzung der Autobahnbrücke mit Phosphor bei Finowfurt im Jahre 1951,
- Inbrandsetzung der neuen Sendesäle der DDR-Rundfunks am 16.02.1955 in Berlin-Oberschöneweide

Andere Aktionen wie:
- die Sprengung der Paretzer Schleuse des Oder-Havel-Kanals bei Hohenneuendorf,
- die Sprengung einer Eisenbahnbrücke bei Erkner,
- die Zerstörung der Sechsbogenbrücke bei Weimar,
- die Zerstörung der Bleiloch-Saaletalsperre im Kreis Schleiz

waren vorbereitet und wurden durch die Sicherheitsorgane der DDR verhindert.



Hallo Merkur, selbst wenn ich damals schon den Verstand eines Erwachsenen gehabt hätte, war ja noch Kind, schon der Name dieser Truppe "Kampf gegen die Unmenschlichkeit" war ein Hohn, weil ihre Aktionen wie Sprengungen der Autobahnbrücke bei Finowfurt oder Brandstiftung in den Sälen des DDR-Rundfunks in Berlin-Oberschöneweide unmenschliche Straftaten waren und auch das Leben unschuldiger Menschen hätte kosten können. Und das in Friedenszeiten, wenn auch der kalte Krieg zwischen den Westallierten und dem Einflußbereich der Sowjetunion begann. Die KGU wurde 1959 aufgelöst.
Aber wenn die DDR in den 70er Jahren ebenfalls in Friedenszeiten auf DDR-Gebiet von der NVAwestdeutsche DKP Mitglieder zu einer paramilitärischen Gruppe mit Decknamen Ralf Forster in einer Stärke bis zu 200 Mann ausbildete, die im Falle eines bewaffneten Konflikt mit der Bundesrepublik auf dem Territorium dieser Bundesrepublik militärische Hilfsdienste für die einrückenden Truppen des Warschauer Paktes leisten solle wie Sabotageakte wie beispielsweise das Sprengen von Brücken oder Zerstören von Rundfunk-Sendeanlagen, dann ist das genauso verurteilenswert gewesen. Dann das war, wie die Sabotageaktionen der KGU auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzunszone und der 1949 gegründeten DDR eine hinterhältige Einmischung zu Friedenszeiten in die Angelegenheiten eines anderen Staates. Denn bei den DKP-Mitgliedern, die dafür in der DDR geschult und ausgebildet wurden, handelte es sich um Bürger des souveränen Staates Bundesrepublik Deutschland. Und die DDR verbat sich doch ihrerseits in den Reden ihrer Parteiführer Ulbricht und später Honecker stets die Einmischung in ihre Angelegenheiten, verstieß aber selber gegen das von ihr eingeforderte Prinzip. Und gleichzeitig wurde auch deutlich, dass die DKP ein Kind ihrer "Bruderpartei" SED war und von dieser angeleitet wurde. Gott sei Dank, dass die Zeiten einer KGU und Gruppe Ralf Forster vorbei sind. Gruß hp [wink]

Da mir das Hintergrundwissen über die KGU fehlt, habe ich Anleihen bei Wikipedia genommen:
Die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU) war eine militante antikommunistische Organisation, die aus West-Berlin in die DDR hinein wirkte. Sie wurde 1948 von Rainer Hildebrandt, Günther Birkenfeld, Ernst Benda, Herbert Geisler und Winfried von Wedel-Parlow gegründet, bekam am 23. April 1949 eine Lizenz der Alliierten Kommandantur als politische Organisation, und löste sich 1959 auf.

Ursprung der KgU war die Wahrnehmung der Aufgabe eines Suchdienstes für Menschen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der SBZ von der sowjetischen Geheimpolizei als Gegner der Besatzungsmacht bzw. des kommunistischen Regimes verhaftet oder verschleppt worden waren. Diese Menschen wurden neben ehemaligen Nationalsozialisten in den früheren Lagern Buchenwald und Sachsenhausen festgehalten, von der sowjetischen Besatzungsmacht nun Speziallager genannt.

Die KgU gewann vor allem in Schulen und Universitäten Anhänger, die dann in der SBZ bzw. DDR Flugblätter und Flugschriften verteilten oder Parolen malten („F“-Kampagne, bei der „F“ für Freiheit stand). In den illegal in die sowjetische Zone gebrachten Druckerzeugnissen wurde über die Politik der SED, FDJ und ihrer Unterorganisationen sowie insbesondere die Aktivitäten des Ministeriums für Staatssicherheit bzw. dessen Vorgänger und die sowjetische Geheimpolizei aufgeklärt, in den 1950er Jahren auch für die deutsche Wiedervereinigung geworben oder gegen die Rote Armee agitiert.Finanziert und gesteuert wurde die Gruppe überwiegend aus den USA, konkret von deren Geheimdiensten.

Auch mit dem US-Sender RIAS in Berlin arbeitete die KgU zusammen. Sie nutzte einzelne Sendungen zur Unterstützung ihres Suchdienstes und warb so auch Bewohner der DDR für die Mitarbeit. Deren Aufgabe bestand nicht nur im Verteilen von Flugblättern, sondern sie lieferten auch nachrichtendienstlich verwendbare Informationen, was sich anfangs zunächst nur beiläufig aus den Befragungen des Suchdienstes ergeben hatte. Finanziert und gesteuert wurde die Gruppe überwiegend aus den USA, konkret von deren Geheimdiensten.

Später ging die KgU zu Sabotageanschlägen auf militärische und zivile Einrichtungen über; belegt sind unter anderem der vielfache Einsatz von „Reifentötern“ (auf Straßen gestreute Stahlspitzen, was in mindestens einem Fall Tote gefordert haben dürfte) und Brandsätzen, auch vereinzelte Attentatsversuche auf DDR-Funktionäre. Daneben betrieb man Wirtschaftssabotage, etwa durch die Aufkündigung von Wirtschaftsverträgen oder die Preisreduzierung bestimmter Waren mittels gefälschter Dokumente vorgeblich staatlicher Stellen, aber auch durch Zerstörung von Maschinen und Produkten. Die geplante, aber nicht durchgeführte Zerstörung von Gleisanlagen auf der Strecke Berlin-Moskau - ein Vorwurf, der in Prozessen erhoben wurde - erweist sich nach heutigem Kenntnistand als nicht haltbar.

Die DDR und die Sowjetische Militäradministration in Deutschland gingen daraufhin massiv gegen die KgU vor. Innerhalb weniger Wochen nach der Festnahme des Sachgebietsleiters Fred Walter (Deckname) am 8. September 1951 wurden 180 Männer verhaftet. Ende November 1951 verhängten sowjetische Militärtribunale heimlich in 42 Fällen die Todesstrafe, für den Rest zehn bis 25 Jahre Lagerhaft. Johann Burianek und Wolfgang Kaiser wurden 1952 zum Tode verurteilt und hingerichtet, Werner Tocha, Gerhard Blume, Gerhard Schultz erhielten Haftstrafen von 8, 9, und 5 Jahren Gefängnis. ]

Im Verlauf ihres Bestehens war sie ein Spielball der Agenten zwischen Ost und West. Kontrolliert wurde sie zunächst vom US-amerikanischen Militärgeheimdienst Counter Intelligence Corps (CIC) und später von der CIA. Am Anfang stand ein „Büro Dr. Hoffmann“. Geleitet wurde dieses Büro gemeinsam mit Rainer Hildebrandt von dem Abwehrspezialisten Heinrich von zur Mühlen. Nicht erst in den Jahren 1957 und 1958 war die KgU intern stark zersplittert, so dass sie sich am 12. März 1959 dann selbst auflöste. Nach Darstellung einiger Autoren gab es eine Kontinuität zwischen der KgU und ihr entsprechenden Organisationen wie z.B. dem Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen und anderen antikommunistischen Gruppen dieser Zeit und der „Psychologischen Kampfführung der Bundeswehr“, die einige der Methoden im Kalten Krieg übernommen haben soll. Eine interne Führungskrise in der KgU hatte es bereits um das Jahr 1952 gegeben, in deren Ergebnis Ernst Tillich den KgU-Gründer Rainer Hildebrandt aus der Gruppe hinausdrängte. Diese Auseinandersetzung scheint unterlegt gewesen zu sein von einem Konflikt um die Formen der Kampfführung gegen den Osten, wobei Tillich wohl eher für militantere Formen gestanden hat und Hildebrandt eher gewaltlose Strategien vorgezogen habe.

Erste finanzielle Unterstützung für die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit kam von der amerikanischen Ford Foundation, vom Roten Kreuz und der Caritas. In den Anfangsjahren bestand auch eine gewisse Kooperationen mit Stellen des Senats von Berlin. Aber auch die Bundeszentrale für Heimatdienst (1952–1963; Vorläuferin der Bundeszentrale für politische Bildung) unterstützte in den fünfziger Jahren die KgU finanziell.
(Quelle: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Kampfgruppe_gegen_Unmenschlichkeit)
Hans-Peter
 

Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Stabsfähnrich » 17. Juni 2010, 18:28

die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges hat es aufgezeigt, dass Sabotage an den Nachschubwegen der vorrückenden jeweiligen Armee empfindliche Nadelstiche für den Gegener sind. Auf beiden Seiten dieses Krieges gab es speziell ausgebildete Truppen. Seitens der UdSSR wurden ab 1942 große und kampfstarke Partisanenverbände aufgestellt, welche im Hinterland der deutschen Okkupanten Nachrichten-, Transport- und Nachschubverbindungen nachhaltig störten. Spezielle Truppen der SMERSCH opperierten bis Deutschland. Andersrum hatten auch die Deutschen spezielle Truppenteile (z.B. die Brandenburger), welche im sowjetischen Hinterland Sabbotageakte verübten.
Speziell ausgebildete Personengruppen, welche speziell für Sabbotage ausgebildet wurden, gab es auch nach dem Krieg. Mit speziellen Legenden versehen wartend auf ein bestimmtes Stichwort waren diese Kräfte bereit, die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Mit der Auflösung des MfS und der damit verbundenen Preisgabe bestimmter Informationen, konnte es erst nach der Wende gelingen derartige Personengruppen in der Bundesrepublik Deutschland auf zu spüren.
Gerade in den 50`ziger Jahren, war der Klassenkampf in der DDR verschärft. Der damalige Gegner ließ nichts unversucht den friedlichen Aufbau zu stören. Wie Merkur schon richtig schrieb war dabei die KgU führend, aber auch andere Organisationen wie die freiheitlichen Juristen u.a.. Im laufe der Zeit änderten sich jedoch die Methoden der Diversion und Zersetzung. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es einzelne Personen gibt, welche Massen von Menschen begeistern können, selber im Hintergrund bleiben und nur die Interessen der Auftraggeber durchsetzen. Alles unter dem Deckmantel einer friedlichen Revolution. Dies damals so wie heute.
Stabsfähnrich
 

Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Heimie » 18. Juni 2010, 08:17

Dann gab es in Berlin (West) noch die SEW Zeitung Wahrheit und deren Werkschutz.
Als irgend so ein SEW Häuptling gestorben ist haben die Leute Werkschutz und auch Leute vom Wasserstraßen Hauptamt Berlin (West) dort in einer Art uniform die ehren wache gehalten und was war eigentlich mit der Reichsbahn Bahnpolizei in Berlin (West) ?
Heimie
 

Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Hans-Peter » 18. Juni 2010, 09:52

Heimie hat geschrieben:Dann gab es in Berlin (West) noch die SEW Zeitung Wahrheit und deren Werkschutz.
Als irgend so ein SEW Häuptling gestorben ist haben die Leute Werkschutz und auch Leute vom Wasserstraßen Hauptamt Berlin (West) dort in einer Art uniform die ehren wache gehalten und was war eigentlich mit der Reichsbahn Bahnpolizei in Berlin (West) ?


Hallo Heimie, grüße Dich. Die Reichsbahn hatte auch im Westteil Berlins das Recht für den Bahn- und S-Bahnverkehr. 1984 trat die DDR die S-Bahn in Berlin (West) mit allen Rechten an den Senat des Westteils der zu der Zeit noch geteilten Stadt ab. Die DDR-Transportpolizei führte bis zum Mauerbau 1961auch die Kontrollen des S-Bahn-Verkehrs im Westteil der Stadt durch. gruß hp [wink]
Hans-Peter
 

Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon Heimie » 18. Juni 2010, 10:13

Hallo Hans-Peter, hallo Leute das weiß ich natürlich auch aber es stellt sich mir die die frage nach der rolle der DR Bahnpolizei in Berlin (West) ?
Persönlich kannte ich einige Leute von denen und die wurden im Osten ausgebildet.
Heimie
 

Re: Gruppe Ralf Forster: Von DDR ausgebildet für Sabotage in der Bundesrepublik

Beitragvon icke46 » 18. Juni 2010, 10:15

Hans-Peter hat geschrieben: Die DDR-Transportpolizei führte bis zum Mauerbau 1961auch die Kontrollen des S-Bahn-Verkehrs im Westteil der Stadt durch. gruß hp [wink]


Wobei zu ergänzen ist, dass nach dem Mauerbau eine Bahnpolizei der Deutschen Reichsbahn speziell für die in Westberlin liegenden Bahnhöfe und Gleisanlagen der Reichsbahn geschaffen wurde, was in vielen Fällen auch zu Reibereien führte. Die Rechte der Westberliner Polizei auf dem Bahngelände waren stark eingeschränkt. Die Mitarbeiter der Bahnpolizei in Westberlin waren "Bürger der selbständigen politischen Einheit Westberlin", wie der offizielle Sprachgebrauch lautete.

Im übrigen ist der Betrieb der Bahnanlagen in Westberlin einer der Hauptgründe für das Beibehalten des Namens "Deutsche Reichsbahn" bis zum Ende der DDR, obwohl der Name ja im politischen Kontext arg anachronistisch wirkte.

Gruss

icke
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Re: Verkehrsmuseum Dresden zeigt Honeckers Citroen

Beitragvon HPA » 30. Juni 2015, 13:18

Wenn nur die RAF gewesen waere. Unter den Fittichen der Stasi und mithilfe der NVA wurden westdeutsche Terroristen auf den Gebiet der DDR militärisch ausgebildet.
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Re: Verkehrsmuseum Dresden zeigt Honeckers Citroen

Beitragvon Beethoven » 30. Juni 2015, 14:02

HPA hat geschrieben:Unter den Fittichen der Stasi und mithilfe der NVA wurden westdeutsche Terroristen auf den Gebiet der DDR militärisch ausgebildet.
Stichwort Gruppe Ralf Foerster



"Mit Hilfe der NVA" ... Terroristen?

Ich bitte um Aufklärung.

Es wurden Bürger der Bundesrepublik militärisch ausgebildet, dass wird wohl stimmen. Inwieweit die NVA da eingebunden war, kann ich nicht einschätzen. Aber ich glaube, dass diese Bürger nicht in Friedenszeiten Terror verbreiten sollten, sondern in einem Falle der militärischen Auseinandersetzung militärische Aufgaben hatten. Damit sind diese Menschen in meinen Augen und nach meinem Verständnis keine Terroristen, sondern (von mir aus) Diversanten, Agenten, Saboteure.

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Re: Verkehrsmuseum Dresden zeigt Honeckers Citroen

Beitragvon HPA » 30. Juni 2015, 14:20

Nur eine nette oder andere Umschreibung fuer Terroristen.Es sind Nichtkombattanten ohne irgendwelchen Schutz durch das Kriegsvölkerrecht.
Und diese " Bürger" hatten bereits im Vorfeld einer militärischen Auseinandersetzung ihre Aufgaben.
Und wenn so ein " Bürger" im Auftrag einer fremden Macht Anschläge veruebt Mordauftraege ausfuehrt etc pp,dann ist er nach allgemeiner Rechtsprechung ein krimineller Terrorist. Und nichts anderes.
Ach Gottchen,inwieweit die NVA dort eingebunden war hat mir vor einiger Zeit der leider zwischenzeitlich verstorbene Oberst a.D.Dieter M. sehr ausführlich erzählt.

Oder willst Du jetzt etwa bestreiten,dass ich mit Dieter M.je gesprochen habe? [flash]
Zuletzt geändert von HPA am 30. Juni 2015, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Verkehrsmuseum Dresden zeigt Honeckers Citroen

Beitragvon Nostalgiker » 30. Juni 2015, 14:29

Komisch nur das Mitglieder einer sogenannten Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit; die ähnliches taten, nämlich Sabotage, Anschläge, Spionage und ähnliches, inzwischen von solchen Koryphäen wie 'Interessierter' zu Freiheitskämpfern hochgejubelt werden die, wenn sie gefasst wurden, natürlich völlig zu Unrecht abgeurteilt wurden.

Terror bleibt Terror, da ist es egal ob dieser im Namen der "Freiheit" verübt wird oder der "Befreiung der Menschheit".


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