Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon turtle » 16. Juni 2010, 10:07

Wie es in einem DDR Aufnahme Lager zuging kenne ich nur aus dem Fernsehen oder Berichten aus Zeitungen.
Doch von den Aufnahme Lagern in der BRD kann ich mitreden. Ich selber war in Gießen und Unna-Massen.
Logisch das da auch überprüft wurde. Es waren da auch nicht nur Bürger aus der Ex-DDR sondern auch aus den ehemaligen deutschen Gebieten. Aber es gab zu keinem Zeitpunkt eine Beschränkung wohin ich gehe. Das Lager konnten wir ohne Einschränkung verlassen und sogar eine kleine Tätigkeit um das Taschengeld aufzubessern ausüben. Das sich bestimmte Stellen für uns Flüchtlinge interessierten ist doch nicht verwunderlich. Ich wurde nach Düsseldorf eingeladen.Es nannte sich Amt für Befragungwesen . Ich bekam natürlich Fahrkarte und eine Geldentschädigung dafür. Ich wurde aber zu keinem Zeitpunkt genötigt,oder bedrängt etwas auszusagen. Ich hätte auch ablehnen können nach Düsseldorf zu fahren.Ich kann sagen die Mitarbeiter in diesen Lagern haben uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden um uns erst einmal einigermaßen zurechtzufinden!
Gruß Peter(turtle)
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon seaman » 16. Juni 2010, 10:32

Bis 1961 ging es in einem Notaufnahmelager der DDR fast adäquat zu.
Unterschied war,die Bearbeitsungszeit der Einbürgerung dauerte länger.In der Regel damals 3-bis 4 Wochen.
In den ersten 3-5 Tagen musste man allerdings im Lager verbleiben um den Papierkram zu erledigen.Man war bis dahin ohne Papiere.Danach konnte man das Lager mit Passierschein verlassen."Bestimmte Stellen" interessierten sich dabei auch schon im Lager.Manche Übersiedler wurden auch nochmal ausserhalb des Lagers vorgeladen und befragt.Hierbei wurden lediglich die Fahrtkosten ersetzt.Es gab dafür kein Handgeld wie in Giessen z.b..
Geld zuverdienen war nicht möglich,aber die männlichen Übersiedler absolvierten schon ihre ersten NAW-Stunden um Baracken hochzuziehen,da das Lager aus den Nähten platzte.
Die DDR-Mitarbeiter standen mit Rat und Tat zur Seite und berücksichtigten die Wünsche zum neuen Wohnort,Arbeit u.ä.
Bei der Wohnungssuche konnten sie nicht behilflich sein.
Es gab in dem DDR-Übersiedlungslager ausreichende Verpflegung und medizinische Versorgung.Kulturelle Betreuung,wie Kino,Sport und Veranstaltungen zur Einbürgerung in Form von Vorträgen und Diaabende waren auf freiwilliger Basis nutzbar.
Es waren nicht nur Bundesbürger bzw. Westberliner dort,sonder auch verschiedene andere Nationen,wie Luxemburger,Schweizer,Griechen etc.

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon karl143 » 16. Juni 2010, 11:07

Die große Anzahl von Übersiedlern West - Ost gab es in den 50er Jahren, speziell nach dem Verbot der KPD in der Bundesrepublik. Im Vergleich zur Ost-West Übersiedlung waren die Zahlen aber gering. In den 50er Jahren bestand bei vielen noch die Hoffnung das es in der DDR künftig anders zugeht, und auch dort ein gewisser Lebensstandard erreichbar wird. Im Laufe der Zeit, bedingt durch den 17. Juni 1953, den Bau der Mauer und der immer mehr einsetzenden Unterdrückung der Freiheit des Einzelnen, wurde die Zahl der Übersiedler immer geringer. Hingegen wuchs der Anteil der Ost-West Übersiedler und Flüchtlinge eben aus diesen Gründen an. Außerdem kam in den 50er Jahren eine gewisse Sympathie dem sozialistischen System entgegen. Verwandtschaft im Osten, Angebote in der Berufswahl usw. stärkten die Lust auf einen Wechsel in den Osten.

In den Jahren nach dem Mauerbau, speziell, nachdem Mielke das MfS übernahm, setzte sich in der DDR aber der Glauben durch, das jeder Übersiedler der kommt, erstmal ein westlicher Agent sei. Dementsprechend waren die Überprüfungen und die Bestimmungen der Lager. Wer das nicht glauben mag, kann das hier noch mal in verschiedenen Zeitungen nachlesen.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1066714/

http://www.niederlausitz-aktuell.de/artikel_6_137.php

http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... index.html

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1066714/

Und wer diese Praxis der Überprüfung und der Lagerordnung immer noch nicht glauben mag, dem sei der MDR empfohlen. Die Dokumentation am Dienstag, den 20.07.2010 um 20:15 Uhr beschäftigt sich mit den Lagern in der DDR für West-Übersiedler. Titel der Sendung: West-Ost-Übersiedler von Simone Warias.

Textauszug: Quelle MDR-Online
> Man mag es kaum glauben, aber jährlich kamen ca. 400 Bundesbürger in die DDR um da zu leben. Erste Station war das Aufnahmelager Röntgental.

Das Gelände eines Seniorenheimes in Röntgental bei Berlin - nur wenige Spuren erinnern heute noch daran, dass sich hier zu DDR-Zeiten ein geheimer Ort befand - das Zentrale Aufnahmeheim für Übersiedler aus dem Westen.

Herbst 1979. Einer der hier drei Monate ausharren muss, ist der Niedersachse Hartmuth Seidel. Erinnerungen an die ersten Eindrücke.

O-Ton: Hartmuth Seidel

"Es waren zwei so bullige Kerle in schwarzen Anzügen mit Lederjacke, schwarz gekleidet mit Lederjacke, die sahen eben aus wie heute die Securitymänner, waren auch recht forsch und brutal. Ich würde sie schon fast als brutal bezeichnen. Einer hat mich dann auch angeschrieen, also wenn sie jetzt erst mal hier sind und wenn das alles abgeschlossen ist, sie kommen hier nie wieder raus."

Ein kühler Empfang für jemanden, der freiwillig in den Osten zieht. Insgesamt kommen 200.000 Bundesbürger in die DDR - die Masse in den fünfziger Jahren, als die Grenze noch durchlässig ist. In der Republik werden fünf Aufnahmeheime eröffnet, vor allem um die Neuankömmlinge zu überprüfen. Nach dem Mauerbau nehmen die Zahlen kontinuierlich ab, die Heime werden nach und nach geschlossen. Übrig bleibt das Heim in Röntgental. Die ehemalige Krankenschwester Erika Arens erinnert sich.
O-Ton: Krankenschwester

"Erst mal gab es da einen riesengroßen Zaun, da war so´n Wellblechzaun und noch so´n Stacheldrahtzaun, das war schon abgeschottet, so dass da weder einer rein noch raus kann, nur durch das Tor an der Wache vorbei. Es war immer eine Wache unterwegs im Gelände, vor allem nachts, um zu sichern, dass niemand abhaut."

Im Aufnahmeheim herrscht ein strenges Regime. Das Misstrauen ist groß. Die Neuankömmlinge aus dem Westen gelten als Sicherheitsrisiko. Hinter jedem Übersiedler wird ein westlicher Agent vermutet. Darum bleiben die Mitarbeiter - wie die Krankenschwester Erika Arens - anonym.
O-Ton: Erika Arens

"Anonym heißt eigentlich, dass wir unsere eigenen Namen nicht nennen durften. Wir waren dann Schwester sowieso und es war immer peinlich, wenn jetzt ein Zugang kam und stellt sich vor beispielsweise Guten Tag, ich bin Frau Meyer, wie darf ich Sie denn nennen und diese peinliche Antwort, ach, nennen Sie mich Schwester, das reicht. Oder im Bereich Kultur, die hießen dann Frau Kultur oder Herr Kultur, also das war dann schon affig."

Die wenigsten Übersiedler machen den Schritt in die DDR aus politischer Überzeugung. Hartmuth Seidel kommt der Liebe wegen. Auf einer Familienfeier im ostdeutschen Forst hat er sich Hals über Kopf in seine Angela verliebt. Vier Monate später, am 24. September 1979 packt er seine Koffer und zieht in die DDR. Im Aufnahmeheim wird er erst einmal auf sein neues Leben im Osten vorbereitet.

O-Ton Hartmuth Seidel

"Es war ja der Nationalfeiertag gerade zu der Zeit, als ich da war, 07. Oktober und dann hat man uns früh schon in den Clubraum geholt, der Speisesaal war gleichzeitig Clubraum, das war ja ein Extra-Gebäude und dann ist man mit uns früh durch das Gelände marschiert und dann sollten wir die "Internationale" singen und (ich) kannte die gar nicht, einer lief vorne weg, das war der Hausmeister, wir haben immer Radler gesagt, weil er mit dem rad fuhr, der lief mit ner DDR-Fahne vorne weg und wir sollten hinterher marschieren und sollten die Internationale singen, wir haben dann alle gesagt, deswegen sind wir ja nun nicht hergekommen."

Die Wochen und Monate im Aufnahmeheim werden für die Übersiedler zur Belastungsprobe. Keiner weiß, ob er bleiben darf. Eine Dienstanweisung des Ministeriums des Innern legt genaue Kriterien fest, die zu einer Ablehnung führen. Unter anderem eine möglicherweise früher geäußerte kritische Haltung gegenüber der DDR, Vorstrafen oder unheilbare Krankheiten.

Hartmuth Seidel darf bleiben. Am 27. November 1979 fährt er endlich zu seiner Verlobten nach Forst. Umzug in eine kleine Eineinhalb-Raum-Wohnung. Hartmuth Seidel wird Staatsbürger der DDR und bekommt Arbeit als Elektriker bei der PGH Funk und Technik. Einer der freiwillig in den Osten kommt - für das Umfeld der Seidels unfassbar.
O-Ton: Angela Seidel

"Von Arbeit her die Kollegen waren sehr skeptisch. Also manche haben unverhohlen gesagt: Na wer aus dem Westen kommt hierher, der hat Dreck am Stecken, der hat irgendwas zu verleugnen. Und das war wirklich so, dass mir das immer wieder gesagt worden ist und ich hab aber dann irgendwo drüber gestanden. Hab dann gesagt: Wir wollen das so und ich fand, dass da alles in Ordnung ist. Ich bin da ganz zuversichtlich. Wir schaffen das. Wie? Mal sehen!"

Der Mann aus dem Westen gewöhnt sich schnell an die Merkwürdigkeiten des sozialistischen Alltags. Als Elektriker ist er gefragt - hat gute Karten in der Mangelwirtschaft zurecht zu kommen.
O-Ton: Hartmuth Seidel

"Da war ich ziemlich schnell auf demselben Dreh wie sie alle waren, gibst du mir, geb ich dir und dann war ich überall gelistet sozusagen, also ich hatte immer alles. Ich bin dann hinten in die Geschäfte rein und dann hab ich meine Hohlkörper und Schokoladenweihnachtsmänner und was so alles zu der Zeit begehrt war, das hab ich immer gehabt."

Hartmuth Seidel ist längst nicht der letzte Bundesdeutsche, der in die DDR übersiedelt. Bis zur Wende sind es jährlich etwa 400. Erst im Frühjahr 1990 wird das Aufnahmeheim für Übersiedler aus der Bundesrepublik geschlossen.<
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon seaman » 16. Juni 2010, 11:33

Diese Zahlenspiele:
Wenn jährlich etwa 400 Bundesbürger nach 1961 in die DDR flüchteten,dann redet man in etwa von 12 000
Übersiedlern in knapp 30 Jahren.
Dann bleiben aber immer noch 538 000 Flüchtlinge in ca.11 Jahren übrig,die vor 1961bei offener Grenze sicherlich auch andere Erfahrungen machten.Das wären dann jährlich nicht 400 sondern ca.50 000 westliche Übersiedler.

Genauso die statistische Zahl ,75 000 DDR-Bürger, flüchteten im Schnitt jährlich ...
Trifft diese Zahl auch nach 1961 zu?

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Hans-Peter » 16. Juni 2010, 13:14

Hallo Karl-Heinz, Hallo Seaman: Ausführliches zu Flüchtlingszahlen von West nach Ost aus dem Neuen Deutschland, 9. Dezember 2009

1950 bis1968 war mit 435 000 Übersiedlungen aus der Bundesrepublik in die DDR die Hochkunjunktur. Absolute Rekordjahre waren 1958 und 59 mit 310 000 Personen. Drei Jahre nach dem Mauerbau sank die Zahl der Übersiedler aus der Bundesrepublik in den Osten: Zwischen 1964 bis 1984 waren es noch ganze 48 000. Aber alles kann im folgen Artikel aus dem Neuen Deutschland hier auch ausführlich nachgelesen werden. Übrigens, seit Juli 1977 im Gefängnis Brandenburg das erste Mal, dass ich mir wieder dieses Blatt angesehen habe, diesmal sogar im Internet. Darauf gestoßen bin ich jetzt, als ich erneut nach Flüchtlingszahlen von West nach Ost googelte. gruß hp [wink]


Von Rudolf Stumberger 09.12.2009 / Inland

»Dann geh doch rüber!«

Neben der Ost-West-Migration vergessen: Die Übersiedlung vom Westen in die DDR
Das zu Ende gehende Jahr war Superwahljahr, aber mindestens ebenso Erinnerungsjahr. Über den Feiern zum 20. Jahrestag des Mauerfalls blieb ein vergessenes Kapitel der Geschichte allerdings weiter unbeachtet: Dass es auch eine Gegenbewegung gab: Menschen, die Westdeutschland den Rücken kehrten und in die DDR übersiedelten.


»Es ist bis heute kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen, dass die deutsch-deutsche Migration zwischen der Bundesrepublik und der DDR ein Massenphänomen war, das beide Richtungen betraf«, schreibt die Historikerin Andrea Schmelz in ihrer Studie über »Migration und Politik im geteilten Deutschland während des Kalten Krieges«. Mehr als eine halbe Million Menschen siedelten innerhalb von 40 Jahren vom Westen um in den Osten des geteilten Landes. Und auch eine Gruppe Schweizer emigrierte in die DDR.
Flucht in einen untergehenden Staat

Noch im Januar 1990 beherbergte das »Zentrale Aufnahmeheim des Ministeriums für Innere Angelegenheiten« in Röntgenthal bei Berlin-Zepernick 35 Personen. Einer der Übersiedler war Gerd K. Der 33-jährige Dachdecker stammte aus Köln und wollte sich in der DDR in Mecklenburg niederlassen, »der Natur wegen«. Die Bundesrepublik hatte er verlassen, weil ihm »der Scheißladen auf die Nerven« ging. Er war einer von rund 300 Menschen, die in der Endphase der DDR noch in den untergehenden zweiten deutschen Staat übersiedeln wollten.

Wer vor dem Mauerfall in der Bundesrepublik Politik oder Wirtschaft kritisierte, dem wurde dort bei öffentlichen Diskussionen gerne von Männern mit zitterndem Gamsbart auf dem Hut empfohlen: »Dann geh doch rüber!« Es waren vor allem die 1950er und 1960er Jahre, in denen Hunderttausende diesen Spruch für sich wahr machten und in die DDR übersiedelten. So sind nach Angaben der Bundesrepublik allein von 1950 bis 1968 rund 435 000 Personen vom Westen in den Osten emigriert, nach DDR-Angaben gar 646 000. Freilich konnten diese Zahlen nie die Abwanderung beziehungsweise »Republikflucht« aus der DDR ausgleichen, allein 1958 und 1959 verließen zusammen mehr als 310 000 Menschen die DDR.

Bemerkenswert ist, dass rund zwei Drittel der West-Ost-Emigranten sogenannte Rückkehrer waren, also Personen, die zuvor die DDR verlassen hatten. Ein Beispiel: 1950 verließ Franz W. zusammen mit seiner Mutter die DDR. Drei Jahre später kehrte er alleine dahin zurück, da er in der Bundesrepublik keine Lehrstelle finden konnte. Er begann in Erfurt eine Schlosserausbildung. Noch vor Beendigung der Lehre ging er 1956 erneut in den Westen und schlug sich dort mit Hilfsarbeiten durch. Er lernte eine junge Kindergärtnerin mit einem ähnlichen Schicksal kennen. Als die junge Frau 1960 schwanger wurde, entschlossen sich beide in die DDR zurückzukehren. Jung, ohne familiäre Bindung im Westen, ohne Ausbildung und in Existenznot richteten sich ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft in der DDR.

In den 50er und 60er Jahren waren es vor allem familiäre und wirtschaftliche Gründe, die für die Übersiedlung in die DDR maßgebend waren. Politische Gründe waren seltener vertreten.
Asyl für Schweizer Kommunisten

Anders war dies bei der Umsiedlung von gut 30 Mitgliedern der Kommunistischen Partei der Schweiz in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) und spätere DDR. Sie dauerte von 1946 bis 1966 und umfasste zu Beginn vor allem Angehörige der Intelligenz, die attraktive berufliche Positionen, zum Beispiel an Universitäten, einnahmen. So siedelte 1947 die Schauspielerin Mathilde Danegger in die SBZ über. Ab 1956 waren auch wirtschaftliche Gründe für diese Umsiedlung verantwortlich. In der Hochzeit des Kalten Krieges standen viele Mitglieder der »Partei der Arbeit der Schweiz« vor der Wahl, aus der Partei auszutreten oder ihre Arbeit zu verlieren.

In den beiden ersten Jahrzehnten der (Wieder)Einwanderung in die DDR reagierte der SED-Staat mit der Errichtung von dem Innenministerium unterstehenden Aufnahmeheimen, in denen die Einreisewilligen verbleiben mussten und wo sie überprüft wurden. Man befürchtete die Einschleusung von westlichen Agenten und war an Informationen über die Bundesrepublik interessiert (auf ähnliches Interesse stießen im Übrigen im Westen die Ausreisenden aus dem Osten). Da die Übersiedler oft mehrere Wochen in den Aufnahmeheimen verbringen mussten, waren Konflikte häufig. Zu einer grotesken Szene etwa kam es 1963 im Aufnahmeheim Barby bei Magdeburg, als sieben Heimbewohner um das Gebäude marschierten, das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied sangen und Adenauer und die Bundesrepublik Deutschland hochleben ließen.

Die Bereitschaft der DDR, sich gegenüber Umsiedlern zu öffnen, unterlag Schwankungen. So wird von Historikern für die ersten vier Jahre nach der Staatsgründung konstatiert, wanderungspolitisch dominiere in der SED eine abwehrende Haltung. Aufgrund des Überangebots an Arbeitskräften und der Wohnungsnot wurden Zuzugsberechtigungen sehr zurückhaltend gewährt, ein sozialpolitisch schwieriges Problem stellten auch die Kriegsheimkehrer dar. Auch gegenüber den Schweizer Emigranten war die Grundhalten eher misstrauisch. Nach der Systemkrise des Juni 1953 entspannte sich die politische Situation in der DDR, und von 1954 bis 1957 lässt sich eine Hochphase der West-Ost-Migration feststellen. Mit 70 000 Personen verdoppelte sich allein 1954 gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Zuwanderungen.
Agenten und Arbeitsbummelanten

Die Aufnahme der Neu-Mitbürger durch die Bevölkerung der DDR war ambivalent bis kritisch. »In vielen Betrieben bestehen solche Auffassungen, dass die aus Westdeutschland Gekommenen sämtlich Agenten und Arbeitsbummelanten sind«, lauteten interne Berichte. So waren erneute »Abwanderungen« aus der DDR keine Seltenheit. Die Schweizer Emigranten wiederum hatten in der DDR einen Sonderstatus inne, sie konnten nicht Mitglied der SED werden, konnten aber jederzeit ausreisen und waren so schwer zu kontrollieren und disziplinieren. Eine Rückkehr in die Schweiz war zwar möglich, schied aber oft wegen dort fehlender materieller Existenzmöglichkeiten aus. So waren die Eidgenossen keine gleichberechtigten Mitglieder in einer sozialistischen, sondern geduldete Gäste in einer nationalen Gesellschaft, wie das Fazit des Historikers Philipp Mäder in seinem Aufsatz über »Schweizer Kommunisten in der DDR« lautet.

Nach dem Mauerbau ging die Zahl der Umsiedler in die DDR deutlich zurück, von 1964 bis 1984 kamen noch rund 48 000 Menschen in den östlichen Teil Deutschlands. Bis auf das Heim in Röntgenthal wurden alle anderen Aufnahmeheime geschlossen. 1990 setzten sich die letzten Einwanderer in die untergehende DDR zu zehn Prozent aus Westdeutschen zusammen, der große Rest stammte aus der DDR und wollte zurückkehren. Als Gründe wurden oft Heimweh und die Sehnsucht nach Geborgenheit genannt, vielen war das soziale Klima in der Bundesrepublik als zu rau erschienen. Mit der Wiedervereinigung im Oktober 1990 schloss auch das letzte Aufnahmeheim der DDR seine Pforten.

Aber schaut bitte auch mal in diesen Link: http://www.sehepunkte.de/2010/04/16997.html
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon seaman » 16. Juni 2010, 13:48

Das hatte ich im Vorfeld schon gelesen...

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Hans-Peter » 16. Juni 2010, 14:00

seaman hat geschrieben:Diese Zahlenspiele:
Wenn jährlich etwa 400 Bundesbürger nach 1961 in die DDR flüchteten,dann redet man in etwa von 12 000
Übersiedlern in knapp 30 Jahren.
Dann bleiben aber immer noch 538 000 Flüchtlinge in ca.11 Jahren übrig,die vor 1961bei offener Grenze sicherlich auch andere Erfahrungen machten.Das wären dann jährlich nicht 400 sondern ca.50 000 westliche Übersiedler.

Genauso die statistische Zahl ,75 000 DDR-Bürger, flüchteten im Schnitt jährlich ...
Trifft diese Zahl auch nach 1961 zu?

seaman

seaman hat geschrieben:Das hatte ich im Vorfeld schon gelesen...

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Moin Seaman, wenn Du das, wie Du im unteren Zitat schreibst, schon im Vorfeld gelesen hast, dann verstehe ich Dich nicht in Deinem Zitat oben. Denn genau dort in diesem ND-Artikel (Mist nun muss ich für dieses Blatt noch werben [laugh] ) findest Du genau die Antwort auf Deine obrigen Überlegungen und Fragen zur Übersiedlung West-Ost nach 1961, und auch über die Jahre verteilt bis 61. hp
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Hans-Peter » 16. Juni 2010, 17:38

Hallo Seaman, und hier einige Artikel mit Zahlen von Geflüchteten aus der DDR, auch von 1961 bis 1989. Möchte dich aber darauf hinweisen, dass je nach Bericht mit unterschiedlichen Zahlenangaben gearbeitet wird.

Allein in der Zeit von 1961 bis 1989 flohen mehr als 1,25 Millionen Menschen aus der DDR in die Bundesrepublik. Die meisten kamen in den Jahren als die Mauer gebaut wurde und als sie fiel. 236.390 verließen die DDR 1961. 388.396 waren es 1989, in dem Jahr als die Mauer fiel.
Rund 300.000 Ostdeutsche flohen von 1961 bis 1989 "illegal" in den Westen. Die meisten kehrten von Westbesuchen nicht zurück. Die Stasi zählte 38.063 gescheiterte Fluchtversuche zwischen 1976 und 1988 an der Grenze, also über 3.100 pro Jahr.

Quelle: http://www.fas-schoenberg.com/13august/sed-diktatur-zahlen.html

Zum Thema Fluchten und Abwanderung auch diesen Wikipedia-Text:

1984 siedelten ungewöhnlich viele (40.900) Personen in die Bundesrepublik um. Zahlreiche Ausreisewillige flüchteten in die deutsche Botschaft in Prag oder die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin, um eine schnellere Bearbeitung ihrer Ausreiseanträge zu erzwingen, kehrten nach entsprechenden Zusagen jedoch wieder zurück.
Am 2. Mai 1989 begann Ungarn, die Grenzanlagen zu Österreich abzubauen. In der Folge versuchten Hunderte von DDR-Bürgern, über Ungarn in den Westen zu gelangen. Gleichzeitig begaben sich viele in die Botschaften der Bundesrepublik in Budapest, Prag und Warschau und die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR, um an bundesdeutsche Reisepapiere zu gelangen. Letztendlich mussten die Botschaften im August/September wegen Überfüllung geschlossen werden. Dies führte dazu, dass die DDR auch die Grenzen zur ČSSR und Polen für die Ausreise von DDR-Bürgern schloss. Am 23. August 1989 durften die Flüchtlinge in Budapest, am 30. September 1989 in Prag und Warschau in die Bundesrepublik ausreisen. Diese wurden Anfang Oktober mit Sonderzügen über DDR-Gebiet, wo man ihnen in den Zügen die DDR-Papiere abnahm und sie offiziell ausbürgerte, in die Bundesrepublik gefahren. Während der Durchfahrt durch abgesperrte Bahnhöfe versuchten DDR-Bürger auf die Züge aufzuspringen. Auf dem Dresdner Hauptbahnhof lieferten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte gewalttätige Auseinandersetzungen.
Am 19. August 1989 kam es infolge des Paneuropäischen Picknicks im ungarischen Sopron zu einer Massenflucht von DDR-Bürgern nach Österreich. Ende August 1989 begannen in Bayern Vorbereitungen zur Errichtung von Notaufnahmelagern.
Im September 1989 ließ Ungarn etwa 30.000 Ausreisewillige ohne Absprache mit der DDR ausreisen.
Seit dem 3. November 1989 durften DDR-Bürger wieder ohne Formalitäten über die ČSSR ausreisen, wobei es zu einer erneuten Ausreisewelle kam.


Und dann noch dieser Artikel:

Die Ausreisebewegung

1950 lebten 400 000 illegale Flüchtlinge aus der SBZ/DDR im Westen. Das Bundesnotaufnahmegesetz von 1950 beschränkte die Aufenthaltserlaubnis und die Versorgung der Flüchtlinge. Zuzugsgenehmigungen verweigerte man, sowie auch Lebensmittelkarten. Von 1945 bis 1989 verließ ca. ¼ der Gesamtbevölkerung die SBZ/ DDR, das waren 4,5 Millionen. Zwischen 1950 und 1961 waren es sogar 3,9 Millionen DDR-Flüchtlinge. Nach dem Mauerbau verließen 570 000 DDR-Bürger das Land in Richtung Westen, davon waren 500 000 offiziell Ausgereiste, 38 000 Flüchtlinge und 33 755 freigekaufte Häftlinge. Von 1961 bis 1989 wurden zwischen 70 000 und 75 000 Menschen wegen versuchter Republikflucht inhaftiert. Bei der Flucht gab es auch Todesopfer, so stirbt am 15.5.1988 ein Familienvater beim Versuch, mit einem Kleinbus gewaltsam die Grenze zu durchqueren. Am 8.3.1989 stürzt ein 32jähriger Mann mit seinem Ballon über Westberlin ab. Erfolgreiche Fluchtversuche gab es mit Booten, mit Flugzeugen, durch Tunnel, sogar mit Panzern, einer Lokomotive und Surfbrettern. Die Grenze war mit Minenfeldern und Selbstschußanlagen gesichert, 1985 wurden die letzten Anlagen abgebaut. Trotzdem war die Grenze noch schwer gesichert.

Dadurch, dass immer mehr Ausreiseanträge offiziell genehmigt wurden und auch inhaftierte politische Gefangene freigekauft wurden, kam es zu einer Sogwirkung. Aber auch die KZSE-Akte und rechtliche Bestimmungen zeigten Wirkung. 1975 unterschrieb die DDR die KSZE-Schlußakte, in der auch im Bereich der Menschenrechte Zugeständnisse gemacht wurden. Daraufhin beriefen sich viele Ausreiseantragsteller auf diese Akte. Die Zahl der Antragsteller nahm zu. Von 1975 bis 1976 stieg die Zahl der Ausreiseantragsteller von ca. 13000 auf ca. 20000. Die SED und das MfS beschlossen, die Antragsteller durch verschiedenste Maßnahmen zurück zu drängen. Im Februar 1977 beschloß das ZK der SED Maßnahmen zur Eindämmung der Antragsteller. Der Titel des Mielke-Befehls 6/77 vom 8.März 1977 lautete: „Zur Vorbeugung, Verhinderung und Bekämpfung feindlich-negativer Handlungen im Zusammenhang mit rechtswidrigen Versuchen von Bürgern der DDR, die Übersiedlung nach nichtsozialistischen Staaten und Westberlin zu erreichen, sowie zur Unterbindung dieser rechtswidrigen Versuche". (Ausreisen oder Dableiben?, S.6) Maßnahmen waren u.a. die „umfassende Ausspionierung der Antragsteller einschließlich ihrer Beziehungen in den Westen" oder „die Einflußnahme auf Institutionen, Organisationen und Betriebe, die mit Antragstellern konfrontiert waren". (Ausreisen oder Dableiben, S.7) Durch repressive Maßnahmen sollte eine Abschreckung erreicht werden, insbesondere „hartnäckige" Antragsteller sollten mundtot gemacht werden. Aber auch durch Ausbürgerungen versuchte man „lästige" Personen los zu werden. Denn trotz repressiver Maßnahmen waren es 1980 bereits 21 500 Antragsteller, 1979 war mit 3500 Ausreisern der Tiefstand erreicht. 1982- 1983 ließ man pro Jahr ca.10 000 in den Westen. Vom 21.1.-28.4.1984 wurden insgesamt 21 053 Personen ausgebürgert, man sprach 1984 von einer Ausreisewelle. Man versuchte aber auch, Antragsteller wieder zurück zu gewinnen. Des weiteren stellten die Behörden Kosten- Nutzen- Rechnungen auf, nach dem Motto: „Dem Feind den größten Schaden und uns den höchstmöglichen Nutzen." (Ausreisen oder dableiben, S.10) Diese Personen, bei denen Hopfen und Malz verloren war, sollten dann innerhalb von 24 bzw.48 Stunden ausreisen. Eine weitere Methode war, die Rückverbindungen zu kappen. Wo zu vermuten war, dass die Ausgereisten weiter feindlich gegen die DDR tätig wären, sollte bespitzelt werden. Andere Ausgereiste sollten von ihrem Umfeld in der DDR getrennt werden.
Aber alle Maßnahmen halfen nicht. 1984 stieg die Zahl der Erstantragsteller auf über 57 000.
1985 und 1986 reisten pro Jahr 20 000 DDR-Bürger aus. 1988 registrierte das MfS über 10 000 Fluchtversuche, davon waren 6000 von einer Westreise nicht zurückgekehrt. 1989 stellten 250 000 DDR-Bürger einen Ausreiseantrag. 90 000 konnten offiziell ausreisen, 50 000 flüchteten.
Bis 1983 gab es keine rechtliche Grundlage für eine legale Ausreise. Am 15.101983 trat dann die Verordnung zur Regelung von „Fragen der Familienzusammenführung und der Eheschließung zwischen Bürgern der DDR und Ausländern" in Kraft, seit dem 1.1. 1989 eine Reiseverordnung.
Seit 1963 gab es den Freikauf, für die Freilassung eines politischen Häftlings in der DDR wurden 40 000 DM bezahlt. Seit 1977 forderte die DDR dann 95 847 DM pro Kopf. Insgesamt wurden im Rahmen des Freikaufs Gegenleistungen im Wert von über 3,5 Milliarden DM erbracht. Seit 1983 waren politische Gefangene fast nur noch Republiksflüchtlinge bzw. die „Straftaten" standen im Zusammenhang mit der Ausreise. Oftmals wurde beklagt, dass auch Kriminelle freigekauft wurden, die DDR versuchte diese los zu werden. Ludwig A.Rehlinger, CDU und bis 1988 Staatssekretär des Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen, war mit dem Freikauf befaßt. Er erklärt in seinem Buch „Freikauf", „daß die Trennungslinie zwischen dem politischen und dem kriminellen Häftling von Fall zu Fall nur schwer zu ziehen war." (Rehlinger, S.110) Dafür benennt er mehrere Beispiele. Ein Beispiel ist besonders augenfällig, zeigt es doch auf, was für den CDU-Mann „kriminell" ist.
„Einer wurde mehrfach wegen sogenannten asozialen Verhaltens verurteilt, weil er angebotene Arbeit grundlos verweigert und sich nicht in die Gesellschaft hat eingliedern lassen. Nun wollte er in den Westen überwechseln und ist geschnappt worden." (Rehlinger, S.111) Auch beklagt er, was da manchmal für Leute in die Ständige Vertretung kamen, „die man als Gast wahrlich nicht gern bei sich zu Hause gesehen hätte...Es gab Asoziale, wegen krimineller Delikte Vorbestrafte und auch Personen aus der Drogenszene." (Rehlinger, S.129)

Die Ausreiseantragsteller waren mit der Abteilung Innere Angelegenheiten konfrontiert, im Hintergrund agierte das MfS. So stellte das MfS fest, dass Ausreiseantragsteller immer häufiger versuchten, öffentlich in Erscheinung zu treten. 1986 registrierte das MfS „negativ-feindliche Zusammenschlüsse" von Antragstellern, 1987 Aktionen teilweise in Form von „Schweigemärschen". 1987 bildete sich auch die AG Staatsbürgerschaftsrecht. 1988 gab es in fast allen Bezirken Zusammenschlüsse von Antragstellern. Botschaften wurden besetzt. So erzwangen im Jahre 1984 in der Bonner Botschaft in Prag 350 DDR-Bürger ihre Ausreise. Oder: Im Januar 1989 suchten 1094 DDR-Bürger die Ständige Vertretung in Ostberlin auf, davon weigerten sich 278 Personen diese zu verlassen. Ende September 1989 befanden sich über 8000 Ausreisewillige im Garten der Botschaft in Prag. 1988 (bis 15.9.)wandten sich 2 774 DDR-Bürger mit Übersiedlungsgesuchen an die Deutsche Botschaft in Budapest. Die Zahl der Beschwerden von Antragstellern an staatliche Behörden stieg von ca. 19 000 im Jahre 1978 bis 130 000 im Jahre 1987. Formen des widerständigen Verhaltens von Ausreiseantragstellern waren also Schweigemärsche (Weiße Kreise), das Tragen von Symbolen, „Arbeitsverweigerungen, angekündigte Fluchtverhalten, demonstratives Verbrennen von Personaldokumenten, Anketten an öffentlichen Gebäuden, Hungerstreiks und Suiziddrohungen."(Mayer, S.137)
Die Antragsteller beharrten fest auf ihrer Absicht und traten immer fordernder auf. Die Hilflosigkeit des Staates gegenüber der Ausreisebewegung wurde immer offensichtlicher, und so wurden 1987 nur ca. 8000 Ausreisegenehmigungen (ohne Rentner und Eheschließungen) erteilt. Außerdem verschärfte das MfS die Repression. Gegen „Symbolträger" (u.a. weiße Bänder an Autos, Aufschriften „Aktiver" und „let`s go") wurden 64 Ermittlungsverfahren eingeleitet, 328 Ordnungsstrafen verhängt, zudem Autos, Führerscheine und KfZ-Zulassungen entzogen. Es gab 373 Zuführungen und 3 324 Belehrungen sowie Verwarnungen. „Ein Antragsteller aus Ostberlin überreichte im Februar 1988 einem Mitarbeiter (der Abteilung Inneres) einen Straß roter Nelken, in den er Stacheldraht geflochten hatte, und zwar mit den Worten: ‘Blumen brauchen Wasser und Raum zum Leben, sonst gehen sie ein.’ Für diese angebliche ‘öffentliche Herabwürdigung’ wurde er zu zehn Monaten Haft verurteilt...So befestigte ein 21jähriger Lagerarbeiter aus Karl-Marx-Stadt 1987 am Gründungstag der DDR an seinem Wohnungsfenster ein Plakat mit der Parole: ‘Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!’- die strafrechtliche Konsequenz: ein Jahr und acht Monate Haft." (Kempe, S.50f.) 1/5 der Ausreiseantragsteller, also die „hartnäckigen" Fälle, gerieten in das repressive Räderwerk des MfS, durch Operative Personenkontrollen, Operative Vorgänge und Ermittlungsverfahren.
Bernd Eisenfeld faßt seine Erkenntnisse wie folgt zusammen: „ 1. Zu keinem Zeitpunkt gelang es dem Machtapparat der SED, die seit Mitte der siebziger Jahre entstandene Ausreisebewegung in den Griff zu bekommen. Egal, ob er repressiv gegen die Antragsteller vorging oder das Ausreiseventil stärker öffnete, alle taktischen und strategischen Varianten führten in eine unausweichliche Sackgasse: Wurde dem Druck Ausreisewilliger durch vermehrte Ausreisegenehmigungen nachgegeben, so ermutigte das bisher Unentschlossene zur Antragstellung und vervielfältigte das Potential der Westverbindungen. Wurde der Ausreisestrom aber gebremst, so stieg das innere Konfliktpotential. Die Bereitschaft zu demonstrativen Aktionen nahm zu und damit die Gefahr innenpolitischer Destabilisierung und internationaler Reputationsverluste....2. Ein erheblicher Teil der Antragsteller wurde wegen hartnäckigen widerständigen Verhaltens ausgebürgert. Allein auf Vorschlag des MfS betraf das zwischen 1984 und 1988 ungefähr 36 000 Antragsteller....3. Korrekturbedürftig ist auch die weit verbreitete Auffassung, daß die Ausbürgerungen den Widerstand in der DDR ausdünnten und schwächten. Das mag zwar kurzfristig zugetroffen haben, auf Dauer jedoch erwies sich die Ausreiseproblematik als Zeitbombe." (Ausreisen oder Dableiben?, S.18)

Die Ausreisebewegung wuchs zusehends, obwohl Ausreiseantragsteller oft mit Repressalien konfrontiert wurden. Das Antragsverfahren selbst war repressiv, weil der Gang des Verfahrens ungewiß war. Die Verhaltensregeln der Abteilungen Inneres waren: „1. Veranlassung des Antragstellers zur selbständigen, zusammenhängenden freien Schilderung des Anliegens (Erstgespräch)". Dadurch konnte der Antragsteller natürlich einiges über seine Lebensumstände, sein Umfeld und sein Vorhaben verraten. Seine Persönlichkeit sollte ausgeforscht werden. „2. Kein vordergründiges Auftreten als Vertreter der Staatsmacht." Die Mitarbeiter von Inneres sollten sachlich bleiben. „3.Vertrauen aufbauen...4. Argumente entkräften" (Mayer, S.164) Das führte dazu, dass besonders wankelmütige und materiell motivierte Antragsteller ihre Übersiedlungsgesuche zurückzogen oder Ablehnungen hinnahmen.
Jeder Ausreisewillige war ein potentielles Sicherheitsrisiko und war politischer Verfolgung ausgesetzt.
Oftmals hatte eine Ausreiseantragstellung arbeitsrechtliche Konsequenzen, so wurden Lehrer grundsätzlich entlassen. Ausreiseantragsteller wurden aus der „sozialistischen Gemeinschaft" ausgeschlossen, was Auswirkungen auf das persönliche Umfeld hatte. Es wurde auch Druck auf andere Familienmitglieder ausgeübt und versucht, diese zu beeinflussen. Häufig bemächtigte sich der Staat des Eigentums der Antragsteller. Oder Antragsteller erhielten einen PM 12, das war ein Ersatzausweis. Sie wurden durch Kriminalpolizei oder Staatssicherheit observiert. Besonders hartnäckige Antragsteller mußten mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Wurden sie inhaftiert und freigekauft, konnte es sein, dass sie im Westen weiter von der Staatssicherheit bespitzelt wurden. Wurden sie in der DDR entlassen, unterlagen sie vielen Auflagen. Lasse O.Jahannsen beschreibt in seinem Buch „Die rechtliche Behandlung ausreisewilliger Staatsbürger in der DDR" (Peter Lang, Frankfurt am Main 2007) einige Fälle, die mit Repression konfrontiert waren. Die Menschenrechts-verletzungen gegen Ausreiseantragsteller in der DDR waren exzessiv.

Interessant ist auch die soziale Struktur der Übersiedler. 25% hatten Abitur, 90% waren berufstätig. 78% hatten ein Alter von unter 40 Jahren. Von den ca. 100 000 Flüchtlingen im Sommer und Herbst 1989 waren 70% unter 30 Jahre alt, 90% unter 40.

Da den Ausreisewilligen immer wieder unterstellt wurde, sie seien Wirtschaftsflüchtlinge, ist auch wichtig, die Motivation der Betroffenen zu erkunden.
„In einer 1987 unter fast 1000 Ausgereisten durchgeführten Studie geben als Grund der Ausreise 36% ‘Familienzusammenführung an, 22% seien ausgereist, weil sie Repressionsopfer wurden, 25% gaben politische und wirtschaftliche Gründe an und 17 wollten ‘das eigene Leben gestalten’, wozu aber auch diejenigen zählten, die ihren Kindern das DDR-Bildungssystem ersparen wollten und die sich in ihrer Kreativität beeinträchtigt fühlten. Alle litten unter verweigerten Grundrechten und hatten somit auch politische Motive.
In einer anderen Untersuchung gaben 1988 101 Übersiedler in Gießen zu 81,2% politische und 10,9% wirtschaftliche Gründe an. Erst an dritter Stelle folgte die Familienzusammenführung. Demgegenüber gaben 36% im Antrag selbst die Familienzusammenführung als offiziellen Grund an, da er die meisten Chancen auf Ausreise bot." (Bertram u.a., S.52)

Das Bürgerbüro führte 2000-2002 eine Umfrageaktion durch, bei welcher 71 Personen befragt wurden. 26 Fragen wurden den Ausgereisten gestellt, die Antworten sind in dem Buch „Wein mit zuviel Wermut" nachzulesen. „Knapp 80% bejahten die Frage, ob es Repressionen gegeben habe...24 Personen waren vor ihrer Ausreise aus der DDR inhaftiert, zumeist aus politischen Gründen." (Bertram u.a., S. 54) Befragte beklagten Observierungen, Bespitzelung, Verunglimpfung, überhaupt rechtlose Behandlung. 4 Personen hatten einen PM 12, einen Behelfsausweis, der sie bei Kontrollen sofort verdächtig machte. 29% der Befragten wurde gekündigt, sie wurden exmatrikuliert bzw. zu einem Aufhebungsvertrag gezwungen. Viele Betroffene wechselten in kirchliche Einrichtungen. Viele hatten mit gesundheitlichen, insbesondere psychischen Folgeschäden zu tun, als auch mit materiellen Schädigungen, denn sie mußten ihren Besitz veräußern. Die Motive der Befragten, das Land zu verlassen, waren vielfältig. 30 Aussagen beklagten die Unfreiheit in der DDR, 25 Aussagen betrafen schlechte berufliche Perspektiven. 22 Befragte fühlten sich bedroht, was existentielle Ängste auslöste. Bei 40 Befragten gab es einen Zusammenhang zwischen den genannten Ausreisegründen und der politischen Ablehnung der DDR. Drei fühlten sich in der DDR wie in einem Gefängnis. Politische Motive waren also eindeutig der Hauptgrund.
„Ab 1983 waren die politischen Häftlinge fast ausschließlich Ausreiseantragsteller oder Republikflüchtlinge...Für die ‘Sicherheitsorgane’ der DDR waren die Ausreiseantragsteller die gefährlichste Gruppe, zumal wenn es zur Zusammenarbeit mit anderen oppositionellen Gruppen kam." (Bertram u.a., S.58)
„Zwischen 1976 und 1988 wurden ca. 20 000 Ausreiseantragsteller inhaftiert: davon 12 000 Ermittlungsverfahren durch das MfS und 8 000 durch die Kriminalpolizei der DDR. Es kam aber nicht immer zu Verurteilungen. Jedoch wurden Ermittlungsverfahren mit dem Ziel eingeleitet, die Antragsteller strafrechtlich zu belangen." (Bertram u.a., S.79)
Oftmals mußten die Ausreiseantragsteller mit einem langen Leidensweg rechnen. Die Behörden versuchten, das Stellen von Anträgen zu verhindern. Die Antragsteller liefen aber auch Gefahr, inhaftiert zu werden. Laut der „Dienstanweisung Nr.2/83" des MfS sollten, wenn die anderen Instrumente nicht griffen, folgende Paragraphen herangezogen werden: § 99 Landesverräterische Nachrichtenübermittlung, § 100 Landesverräterische Agententätigkeit, § 106 Staatsfeindliche Hetze, § 214 Beeinträchtigung staatlicher oder gesellschaftlicher Tätigkeit, § 217 Zusammenrottung, § 219 Ungesetzliche Verbindungsaufnahme, § 220 Öffentliche Herabwürdigung, § 249 Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch asoziales Verhalten. Auch die jahrelangen Wartezeiten waren oft zermürbend. Ebenso erzeugten die Vorladungen Angst und einen seelischen Spannungszustand. Gerade die Unberechenbarkeit war das staatliche Instrumentarium.

Viele DDR-Oppositionelle verneinen die Frage, ob die Ausreisebewegung auch Opposition gewesen sei. Ich meine, ein Ausreiseantrag oder eine Flucht, häufig gekoppelt mit Inhaftierung, waren eine konsequente Verweigerung gegenüber diesem System. Eine Verweigerungshaltung einer zunehmenden Masse, die letztlich das System zum Einsturz brachten. Ohne die Ausreisebewegung und die Fluchtwelle wären die Massendemonstrationen ab Herbst 1989 nicht möglich gewesen. Der DDR-Führung gelang es nicht, die Ausreisebewegung in den Griff zu bekommen. Die marginale Opposition, die für sich den Anspruch erhob, Opposition zu sein, was man auch diskutieren könnte, hätte der DDR-Führung niemals bedrohlich werden können. Nur Massenbewegungen haben eine gesellschaftsverändernde Kraft, nicht ein Häuflein marginalisierter Linker. Allerdings so mancher Oppositionelle war nicht links, wie sich nach der „Wende" herausstellte. Heute bezeichnen diese die Alternative eines wirklichen Sozialismus als Utopie von Spinnern. Wo ist die Mehrheit der ehemaligen DDR-Oppositionellen heute in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen zu finden?


Ludwig A.Rehlinger, Freikauf, Ullstein Berlin/ Frankfurt a. Main 1991
Andreas Bertram, Jens Planer-Friedrich, Regine Sarstedt, Wein mit zuviel Wermut, Bürgerbüro e.V. 2003
Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Ausreisen oder dableiben?, Berlin 1998
Frank Kempe, Die DDR und die Ausreiseproblematik in den achtziger Jahren, Arbeitspapiere des Instituts für Internationale Politik und Regionalstudien, Berlin 1998
Wolfgang Mayer, Flucht und Ausreise, Anita Tykve Verlag Berlin 2002

(Quelle: http://www.freiheitpur.i-networx.de/ausreise.html)
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 16. Juni 2010, 20:11

Hans-Peter, ich nehme einmal unten angehängten Text von mir zurück, hat nichts mit Entschuldigung zu tun, ich nehme ihn einfach zurück. Der Abend war spät, oder besser der Morgen war zu früh und fehlerlos bin ich nicht.
Wir Zwei sind so herlich unterschiedlich und ich vergaß doch meine gute Kinderstube, wie Delta treffend schrieb und ich finde nun ebenfalls (so deinePM), wir gehen uns lieber in Zukunft aus dem Weg.
Brauchst mir auch nicht zu antworten, es ist also nicht nötig und Danke für deine Aufmerksamkeit.

Rainer-Maria


Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitrag von Edelknabe » 15. Juni 2010, 00:41
Hans-Peter, warum fragte ich dich im" Letzten Henker der DDR", danach, ob du Kinder hast/hattest? Weil du einen Herrn Teske in der Wertung seiner Schwere der Schuld über einen brutalen Kindermörder der DDR gestellt hast. Ich denke, ich liege nicht falsch mit meinem Text, mein spezieller Freund.
Du hast diese Zeit damals im Strafvollzug der DDR noch nicht abgelegt, nein, sie pulsiert noch in dir und ich schrieb dir mal per PM, du bist ein Schlitzohr,besser ausgedrückt, eine falsche Schlange, hälst wohl Andere für ein bißchen dumm, so sinngemäß würde ich es benennen.
Bedenke einmal deinen Auftritt im anderen Grenz-Forum, so zum Anfang recht qualitative Beiträge und auf einmal kam der Hammer....weswegen hatte man dich eigentlich damals des Forum verwiesen? Könntest du mir da eventuell helfen....?

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2010, 20:34

Hans-Peter hat geschrieben:
Viele DDR-Oppositionelle verneinen die Frage, ob die Ausreisebewegung auch Opposition gewesen sei. Ich meine, ein Ausreiseantrag oder eine Flucht, häufig gekoppelt mit Inhaftierung, waren eine konsequente Verweigerung gegenüber diesem System. Eine Verweigerungshaltung einer zunehmenden Masse, die letztlich das System zum Einsturz brachten. Ohne die Ausreisebewegung und die Fluchtwelle wären die Massendemonstrationen ab Herbst 1989 nicht möglich gewesen. Der DDR-Führung gelang es nicht, die Ausreisebewegung in den Griff zu bekommen. Die marginale Opposition, die für sich den Anspruch erhob, Opposition zu sein, was man auch diskutieren könnte, hätte der DDR-Führung niemals bedrohlich werden können. Nur Massenbewegungen haben eine gesellschaftsverändernde Kraft, nicht ein Häuflein marginalisierter Linker.



Genau so ist es, Hans-Peter. Ursächlich für die Ereignisse im Herbst '89 waren sicher mehrere Punkte. Aber ich bin auch der Meinung, dass gerade die Masse der Übersiedelten und der Flucht- und Ausreisewilligen erst ein oppositionelles Verhalten gewisser Gruppierungen entwickelt bzw. ermöglicht hat.

AZ
Ich habe nicht geahnt, dass es ihnen so schlecht geht, dass sie so schwach sind, dass sie sich so fürchten müssen, nicht vor mir und meinen Liedern, sondern vor ihrem Volk. (Biermann nach seiner Ausbürgerung über die DDR-Führung)
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Tine » 17. Juni 2010, 10:01

Off Topic

Hallo RMR!

Edelknabe hat geschrieben:...ich las... und meine, hier ist das Forum der Contra, nicht der Pro-DDR.Ich denke auch, da liege ich nicht falsch.


Ich las zwar auch deine Rücknahme die keine Entschuldigung sein sollte - Entschuldigen können das eh nur die Andern und nicht du selber (das nur so nebenbei) - aber ich möchte dir meine Ansicht mitteilen, damit aus deiner Meinung nicht ein neuer Zwist entsteht, weil du hier so locker in "klare" und "rosarote" Brillengläser einteilst.

Du liegst sehr wohl falsch mit deiner Pro- und Kontra- DDR-Einteilung.
Ich zum Beispiel vergesse auch nicht, wie wir uns damals das Leben so eingerichtet haben, dass wir klar kamen und deshalb müssen wir die Kritik am System nicht immer auf uns oder die Bevölkerung im allgemeinen beziehen. Wenn hier was offen gelegt, diskutiert und auch angeprangert wird, dann sind es überwiegend Abläufe die etwas mit Menschenrechtsverletzung durch die Politik der Herrschenden oder der darüber stehenden "Brüder" etc. zu tun haben und die werde ich auch nicht vergessen - nie! Es ist sehr gut, dass wir dieses Kapitel des an- und vorgeblichen Sozialismus überstanden und hinter uns haben.

Edelknabe hat geschrieben:Nimm Hans-Peter, meinen speziellen Freund, er ist Einer, er hatt seine 31 Monate Strafvollzug in der DDR noch nicht abgelegt, es lebt noch in ihm und permanent versucht er die alten Genossen vor zu führen, ja, er lästert über Sie und dummerweise bietet ihm hier im Neuen Forum keiner Parolie, weil eben (fast) alles Gleichgeschaltete hier schreiben.
Rainer-Maria


Und, RMR, bei aller Freude - bitte entspanne deinen Bogen! Ziele und schieße nicht ständig auf Hans-Peter! Ich freue mich hier über seine gut recherchierten und sachlichen Beiträge und achte ihn als ehrlichen und mutigen Menschen.

Mit Grüßen und Wünschen für eine friedliche Forenkultur,
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 17. Juni 2010, 21:35

Tine, zu einem ausgewogenen Kräfteverhältnis in der Diskusion vermisse ich hier im Forum Feliks, Gilbert, Alfred, Kinski und viele Andere mehr. Wen haben wir, um es mal so auszudrücken, der permanent versucht, am Staate DDR keinen guten Faden zu lassen.
Es geht los in der Aufzählung: Augenzeuge, Manudave, Hans-Peter, Karl Heinz , Delta und Einige andere mehr. Aber es ist vielleicht falsch, so an meine Antwort an dich heran zu gehen. Denn als ich im alten Grenzforum anfing, hatte ich mir auf die Fahne geschrieben, du tust es nicht für dich,nein, du tust es für den Schüler, das er sich aus unseren Texten ein realistisches Bild auf die alte Zeit mache.
Um jetzt einmal auf meine Aufzeichnung zu kommen, siehe oben und mal Karl ausgenommen, Sie Alle sind "gebrannte Kinder der DDR", sei es durch ihre Familie oder eigenes Verhalten und ich sehe überhaupt keinen Grund, ihr damaliges Verhalten als positiv im Sinne der Lebensweisheit zu werten, es so zu bewerten, als wäre es das "Genau die richtige Entscheidung gewesen, zu gehen, siehe, alle Anderen in ihrer Entscheidung zu bleiben, in der DDR hätten...um es mal übertrieben zu sagen...einen Fehler gemacht?
Da beist sich meiner Ansicht nach Etwas und sie sind für mich persönlich keine Vorbilder, weil sie eben den leichteren und bequemeren Weg gewählt haben.
Dies werde ich dem Schüler so unterbreiten, sie waren also nicht gewillt, unbequem, und eigentlich nahmen sie und gaben nicht, waren Nutznieser in Schulbildung und...aber dann gingen sie Stiften.
Kann auch sein, das ich etwas am Thema vorbei bin, deswegen hin zu Hans-Peter und er wird schon meinen...jetzt geht das schon wieder los.
Er schrieb mir einmal seinen Lebenslauf in einem Fred, es sollte soviel sagen wie: "Sieh her, das war meine Kindheit und Jugend und schwer, und beschissen und, und, und.
Ich schrieb ihm daraufhin über meinen jungen Brigadier...selbe Kindheit, Jugend wie H.P, das doch die alten, meine Kollegen meinten: " Nicht deine Kindheit, Jugend, Vater oder Stiefmutter sind das Problem, nein, du alleine bist das Problem, denn nur aus dir kommt die Kraft.
Er ,Hans-Peter wird es wohl gelesen haben.
Was will ich damit ausdrücken? Es käme mir nie in den Sinn, einen Gegenüber meine Kindheit und Jugend auszubreiten mit der Massgabe, er möge damit auf meinen weiteren Werdegang als Erwachsener schließen.
Aber mal weg von dem ganzen persönliche Mist und ich mache keinen Hehl daraus, ich liebte meine Heimat, das Land DDR, gerade weil es mich machen ließ, aber ich habe eine Abneigung gegen Menschen, die es im Nachhinein madig machen wollen.
Viele Fehler wurden gemacht beim Aufbau des Sozialismus, aber welches Land, welches System ist schon fehlerlos, nicht Eines?
So, erstmal genug geschrieben, bis dann Tine und ich weiß, du bist die streitbare Feministin, die das Land braucht, um langsam mal aufzuwachen.

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Hans-Peter » 17. Juni 2010, 21:53

Edelknabe hat geschrieben:Tine, zu einem ausgewogenen Kräfteverhältnis in der Diskusion vermisse ich hier im Forum Feliks, Gilbert, Alfred, Kinski und viele Andere mehr. Wen haben wir, um es mal so auszudrücken, der permanent versucht, am Staate DDR keinen guten Faden zu lassen.
Es geht los in der Aufzählung: Augenzeuge, Manudave, Hans-Peter, Karl Heinz , Delta und Einige andere mehr. Aber es ist vielleicht falsch, so an meine Antwort an dich heran zu gehen. Denn als ich im alten Grenzforum anfing, hatte ich mir auf die Fahne geschrieben, du tust es nicht für dich,nein, du tust es für den Schüler, das er sich aus unseren Texten ein realistisches Bild auf die alte Zeit mache.
Um jetzt einmal auf meine Aufzeichnung zu kommen, siehe oben und mal Karl ausgenommen, Sie Alle sind "gebrannte Kinder der DDR", sei es durch ihre Familie oder eigenes Verhalten und ich sehe überhaupt keinen Grund, ihr damaliges Verhalten als positiv im Sinne der Lebensweisheit zu werten, es so zu bewerten, als wäre es das "Genau die richtige Entscheidung gewesen, zu gehen, siehe, alle Anderen in ihrer Entscheidung zu bleiben, in der DDR hätten...um es mal übertrieben zu sagen...einen Fehler gemacht?
Da beist sich meiner Ansicht nach Etwas und sie sind für mich persönlich keine Vorbilder, weil sie eben den leichteren und bequemeren Weg gewählt haben.
Dies werde ich dem Schüler so unterbreiten, sie waren also nicht gewillt, unbequem, und eigentlich nahmen sie und gaben nicht, waren Nutznieser in Schulbildung und...aber dann gingen sie Stiften.
Kann auch sein, das ich etwas am Thema vorbei bin, deswegen hin zu Hans-Peter und er wird schon meinen...jetzt geht das schon wieder los.
Er schrieb mir einmal seinen Lebenslauf in einem Fred, es sollte soviel sagen wie: "Sieh her, das war meine Kindheit und Jugend und schwer, und beschissen und, und, und.
Ich schrieb ihm daraufhin über meinen jungen Brigadier...selbe Kindheit, Jugend wie H.P, das doch die alten, meine Kollegen meinten: " Nicht deine Kindheit, Jugend, Vater oder Stiefmutter sind das Problem, nein, du alleine bist das Problem, denn nur aus dir kommt die Kraft.
Er ,Hans-Peter wird es wohl gelesen haben.
Was will ich damit ausdrücken? Es käme mir nie in den Sinn, einen Gegenüber meine Kindheit und Jugend auszubreiten mit der Massgabe, er möge damit auf meinen weiteren Werdegang als Erwachsener schließen.
Aber mal weg von dem ganzen persönliche Mist und ich mache keinen Hehl daraus, ich liebte meine Heimat, das Land DDR, gerade weil es mich machen ließ, aber ich habe eine Abneigung gegen Menschen, die es im Nachhinein madig machen wollen.
Viele Fehler wurden gemacht beim Aufbau des Sozialismus, aber welches Land, welches System ist schon fehlerlos, nicht Eines?
So, erstmal genug geschrieben, bis dann Tine und ich weiß, du bist die streitbare Feministin, die das Land braucht, um langsam mal aufzuwachen.

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[flash] Geht das schon wieder los? Hier einen Link zu einem vielleicht(?) auch für dich interessantes Thema im Mitgliederbereich. Oder?
http://neues-forum.info/forum/viewforum.php?f=24 /Unser Forum- zukünftige Kampfarena oder Hort des Friedens ?
von Ernest » 17. Juni 2010, 11:31
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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 17. Juni 2010, 23:12

Hans-Peter, du bist doch kein Sensibelchen, so wie Ernest, nein, du bist...wie schrieb einmal irgend so ein Russe:" Wie der Stahl gehärtet wurde", sozusagen vom Leben gehärtet.
Und du wirst doch meinen vorstehenden Text nicht als persönlichen Angriff werten, nein, er wird dir ein Hochgefühl schaffen.
Weiter, du bist ein Krieger und Krieger kämpfen nun einmal für ihre Sache.
Und bitte, nimm es nicht persönlich, es läuft auch nicht darauf hinaus, nein, es ist nur Text, der Schüler möge ihn bewerten.
Und du wirst doch nicht ob deines Alters die Admins um Hilfe bitten, denn ich weiß, du kannst dir wunderbar allein helfen.

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Re: Von West nach Ost - Aufnahmelager in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 18. Juni 2010, 22:33

Tine, nun warst du heute online aber zu einer Antwort auf meinen Text von gestern konntest du dich nicht durchringen? Ich möchte dich auch nicht nötigen, liegt mir fern, bin aber immer noch der Meinung, zu einer ausgewogenen Diskussion speziell hier im Forum fehlt mir irgendwie die Gegenpartei, denn demokatisch sollte es doch zu gehen.
Du hattest noch um Entspannung des meines Bogen gebeten und ich fand darauf ein gutes Zitat:

Streust du nicht Saatkorn aus, so kannst du nicht ernten;
wagst du dein Leben nicht, so kannst du den Feind nicht
besiegen.

(Saadi, XIII.Jh.)

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