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Beitragvon augenzeuge » 29. Juni 2013, 21:15

Danke Andreas für die Aufklärung. [super]

Der Bodo Strehlow war dann auch einer der letzten Gefangenen im Dezember 89.....obwohl er länger als zu 3 Jahren verurteilt wurde. [denken]

Wir hatten mal dieses Thema....mit dem letzten Agentenaustausch....
viewtopic.php?f=4&t=2851

Gruss, Jörg
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Beitragvon andr.k » 29. Juni 2013, 23:06

Bodo Strehlow, Tatzeit 4. August 1979. Verhaftung, Prozess, lebenslange Haft. B. Strehlow wurde am 21. Dezember 1989 entlassen.



Schauen wir mal.

Andreas
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Beitragvon andr.k » 6. Juli 2013, 22:22

Ermittlungsverfahren gegen Personen, die einen Ausreiseantrag gestellt hatten. Zeitraum 1. Halbjahr 1989.

EV 1.Halbjahr 1989.JPG


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Beitragvon andr.k » 6. Juli 2013, 22:32

Verurteilte mit Freiheitsentzug/ Freiheitsentzugstrafen nach Straftatengruppen.

Verurteilte.JPG

Verurteilte 2.JPG


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Beitragvon andr.k » 6. Juli 2013, 22:39

Reduzierung der Bestände.

AfNS.JPG


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Zuletzt geändert von andr.k am 6. Juli 2013, 22:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon andr.k » 6. Juli 2013, 22:42

Auskunfstberichte

Auskunfstberichte.JPG


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Beitragvon andr.k » 6. Juli 2013, 22:48

Bereitschaftserklärung MfS

Bereitschaftserklärung MfS.JPG


(geb. 1972 [shocked] )

AK
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Beitragvon augenzeuge » 7. Juli 2013, 19:00

andr 88-1 hat geschrieben:Bereitschaftserklärung MfS

Bereitschaftserklärung MfS.JPG


(geb. 1972 [shocked] )

AK


Das ist schon irre. Da müssen die Eltern für das MfS mit unterschreiben...... [flash]
AZ
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Beitragvon icke46 » 7. Juli 2013, 21:46

augenzeuge hat geschrieben:
andr 88-1 hat geschrieben:Bereitschaftserklärung MfS

Bereitschaftserklärung MfS.JPG


(geb. 1972 [shocked] )

AK


Das ist schon irre. Da müssen die Eltern für das MfS mit unterschreiben...... [flash]
AZ


So ganz kann ich nicht nachvollziehen, was daran irre ist [wink] . Wenn ein Jugendlicher seine Bereitschaft erklärt, in den Dienst des MfS zu treten, braucht es logischerweise die Unterschrift des Erziehungsberechtigten.

Das ist sogar noch heute bei Ausbildungsverträgen der Fall - und der Unterschied liegt eigentlich nur in der Institution, mit der der Jugendliche einen Vertrag schliessen will.

Gruss

icke
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Beitragvon Neun » 7. Juli 2013, 23:04

Richtig http://www.mitmischen.de/diskutieren/na ... /index.jsp und was würde ein Bewerber nützen bei dem die Eltern der Sache ablehnend gegenüberstehen? Bereitet doch nur unnötige Konflikte!

Das war ja eher "intern", offiziell nach außen gab es die gleiche Urkunde die alle anderen auch bekommen haben!
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Beitragvon EK 78/1 » 8. Juli 2013, 06:58

Nun ,ich würde die Bundeswehr für meinen Sohn sofort Unterschreiben,fürs MFS gäbe es 4 Wochen Stubenarrest und Streichung des Taschengeldes [mad]
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Beitragvon karnak » 8. Juli 2013, 09:19

EK 78/1 hat geschrieben:Nun ,ich würde die Bundeswehr für meinen Sohn sofort Unterschreiben,fürs MFS gäbe es 4 Wochen Stubenarrest und Streichung des Taschengeldes [mad]

Wenn schon dann BND oder VS. [grins]
Aber welchen Hintergrund hat den so eine Bereitschaftserklärung eigentlich gehabt?Ist mit völlig unbekannt so eine Vorgehensweise.
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Beitragvon augenzeuge » 8. Juli 2013, 16:34

EK 78/1 hat geschrieben:Nun ,ich würde die Bundeswehr für meinen Sohn sofort Unterschreiben,fürs MFS gäbe es 4 Wochen Stubenarrest und Streichung des Taschengeldes [mad]


Der war gut..... [laugh]

@Icke
Dir fehlen einfach die persönlichen Erlebnisse zum MfS. Das war kein normaler Verein. Hier tat man etwas, wo man auf einfachem Weg nie wieder ganz raus kam.
Und die Eltern werden das gewusst haben, wenn sich nicht ihre Hosen mit der Kneipzange angezogen haben. Ihrem unmündigem Kind eine lebenslange Verpflichtung aufzubürden und das mit zu unterschreiben, nenn ich irre!!

AZ
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Beitragvon andr.k » 8. Juli 2013, 20:09

Neun hat geschrieben:Richtig http://www.mitmischen.de/diskutieren/na ... /index.jsp und was würde ein Bewerber nützen bei dem die Eltern der Sache ablehnend gegenüberstehen? Bereitet doch nur unnötige Konflikte!

Das war ja eher "intern", offiziell nach außen gab es die gleiche Urkunde die alle anderen auch bekommen haben!



Nun @Neun, wenn du rechnen kannst, ist der "Beworbene" gerade mal 14 und ein bisschen. Dein Vergleich mit der Bundeswehr hält nicht einmal ansatzweise stand. Wie du selber deinem Link entnehmen kannst, sind die Bewerber für die Bundeswehr mindestens 17-jährig und älter. Darüber hinaus brauchen diese sich nicht - wie zu DDR-Zeiten - verschwiegen halten.

AK [grin]
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Beitragvon Nov65 » 8. Juli 2013, 21:42

Sag mal @Icke46, was hast Du zu Dir genommen?
Verträge von Kindern und Jugendlichen des normalen Geschäftsverkehrs mit dem Anwerbegebaren des üblen Geheimdienstes MfS gleichzusetzen, das ist starker Tobak. Bagatellisierung und Legalisierung einer menschenrechtsbeugenden Organisation.
Und das heute, nach 23 Jahren ergebnisreicher Aufarbeitung!
Gruß, Andreas
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Re: Dokumente

Beitragvon vs1400 » 8. Juli 2013, 21:56

Neun hat geschrieben:Richtig http://www.mitmischen.de/diskutieren/na ... /index.jsp und was würde ein Bewerber nützen bei dem die Eltern der Sache ablehnend gegenüberstehen? Bereitet doch nur unnötige Konflikte!

Das war ja eher "intern", offiziell nach außen gab es die gleiche Urkunde die alle anderen auch bekommen haben!


hi Neun,
ich fang mal von unten an und kann dir sagen, es ist äußerst bedenklich wenn ein geheimdienst in 14jährige vertrauen setzt.
das man anwerben musste, ok. doch schon in diesen altersgruppen, warum?

sprichst du, mit deiner aussage, aus eigener erfahrung?

gruß vs [hallo]
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Re: Dokumente

Beitragvon augenzeuge » 9. Juli 2013, 07:30

vs1400 hat geschrieben:...ich fang mal von unten an und kann dir sagen, es ist äußerst bedenklich wenn ein geheimdienst in 14jährige vertrauen setzt.
das man anwerben musste, ok. doch schon in diesen altersgruppen, warum?

sprichst du, mit deiner aussage, aus eigener erfahrung?

gruß vs [hallo]


Ich denk mal, wenn das MfS neue Leute suchte, dann plante man die Kinder eigener, verlässlicher Leute gern ein. Je früher umso besser.
In dem Fall hat Neun sicher Erfahrungen gemacht.... [denken]
AZ
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Re: Dokumente

Beitragvon karnak » 9. Juli 2013, 08:25

augenzeuge hat geschrieben:
Ich denk mal, wenn das MfS neue Leute suchte, dann plante man die Kinder eigener, verlässlicher Leute gern ein. Je früher umso besser.
In dem Fall hat Neun sicher Erfahrungen gemacht.... [denken]
AZ

Natürlich hat man gerne Leute aus Mfs-Familien eingestellt,man konnte sich die Überprüfungen sparen und ein immer noch bestehendes Risiko wurde zumindest minimiert.Soweit wie ich das beurteilen kann wurden"Quereinsteiger" wie ich, mehr und mehr zur Ausnahme.Bei 80 000 Mitarbeitern war ja auch ein ziemliches Potential da.Trotzdem ist mir der Sinn dieser Bereitschaftserklärung noch nicht klar.Sollte vielleicht schon mal eine frühzeitige Bindung produzieren,denn eine Dienstaufnahme musste damit ja noch nicht unbedingt verbunden sein,war eine Bereitschaft keine Verpflichtung,man hätte also auch noch abspringen können.
Die Zusammenhänge zu so einer Bereitschaftserklärung würden mich schon interessieren,man muss aber wohl befürchten in dem Zusammenhang greift wieder mal die Schweigepflicht. [wink]
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Re: Dokumente

Beitragvon karnak » 9. Juli 2013, 08:36

Nov65 hat geschrieben:Sag mal @Icke46, was hast Du zu Dir genommen?
Verträge von Kindern und Jugendlichen des normalen Geschäftsverkehrs mit dem Anwerbegebaren des üblen Geheimdienstes MfS gleichzusetzen, das ist starker Tobak. Bagatellisierung und Legalisierung einer menschenrechtsbeugenden Organisation.
Und das heute, nach 23 Jahren ergebnisreicher Aufarbeitung!
Gruß, Andreas

Man darf natürlich nicht vergessen,das in dieser Zeit das Mfs nicht den Nymbus eines "üblen Geheimdienstes"hatte,auch in weiten Teilen der Bevölkerung nicht,wenn man nicht gerade in tiefer Opposition zum Staat stand und bei vielen war das einfach nicht der Fall.Wenn mir das auch heute keiner mehr abnimmt,ein großer Teil der Gesellschaft stand dem System nicht feindselig und vollumfänglich ablehnend gegenüber,dass ist einfach eine falsche Vorstellung und Darstellung der damaligen Situation.Wenn auch heute fast jeder behauptet,er war schon immer dagegen.
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Beitragvon vs1400 » 9. Juli 2013, 11:19

karnak hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:Sag mal @Icke46, was hast Du zu Dir genommen?
Verträge von Kindern und Jugendlichen des normalen Geschäftsverkehrs mit dem Anwerbegebaren des üblen Geheimdienstes MfS gleichzusetzen, das ist starker Tobak. Bagatellisierung und Legalisierung einer menschenrechtsbeugenden Organisation.
Und das heute, nach 23 Jahren ergebnisreicher Aufarbeitung!
Gruß, Andreas

Man darf natürlich nicht vergessen,das in dieser Zeit das Mfs nicht den Nymbus eines "üblen Geheimdienstes"hatte,auch in weiten Teilen der Bevölkerung nicht,wenn man nicht gerade in tiefer Opposition zum Staat stand und bei vielen war das einfach nicht der Fall.Wenn mir das auch heute keiner mehr abnimmt,ein großer Teil der Gesellschaft stand dem System nicht feindselig und vollumfänglich ablehnend gegenüber,dass ist einfach eine falsche Vorstellung und Darstellung der damaligen Situation.Wenn auch heute fast jeder behauptet,er war schon immer dagegen.


ich musste gerade etwas schmunzeln karnak.
man wollte mit dem mfs einfach nichts zu tun haben, weil man sich nicht sicher war was dabei hinten raus kommt und es war bestimmt kein anerkennender respekt den man dem mfs zollte.

gruß vs [hallo]
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Beitragvon Volker Zottmann » 9. Juli 2013, 12:56

karnak hat geschrieben:Man darf natürlich nicht vergessen,das in dieser Zeit das Mfs nicht den Nymbus eines "üblen Geheimdienstes"hatte,auch in weiten Teilen der Bevölkerung nicht,wenn man nicht gerade in tiefer Opposition zum Staat stand und bei vielen war das einfach nicht der Fall.Wenn mir das auch heute keiner mehr abnimmt,ein großer Teil der Gesellschaft stand dem System nicht feindselig und vollumfänglich ablehnend gegenüber,dass ist einfach eine falsche Vorstellung und Darstellung der damaligen Situation.Wenn auch heute fast jeder behauptet,er war schon immer dagegen.


Das Volk stand dem MfS nicht feindselig gegenüber, wie @Karnak richtig schreibt. Das sehe ich für die breite Masse auch so. Die Masse war eher gleichgültig. Eine Schafherde umschreibt es am besten... Mitblöken und weiterfressen.

Gruß Volker
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Beitragvon karnak » 9. Juli 2013, 13:01

vs1400 hat geschrieben:
ich musste gerade etwas schmunzeln karnak.
man wollte mit dem mfs einfach nichts zu tun haben, weil man sich nicht sicher war was dabei hinten raus kommt und es war bestimmt kein anerkennender respekt den man dem mfs zollte.

gruß vs [hallo]

Ist mir schon klar das Du zu denen gehörst die da schmunzeln und ich bin schon froh,dass Du NUR schmunzelst. [wink]Entschuldigung für den nun wirklich hinkenden Vergleich,ein besserer fällt mir nicht ein,auch den Mitarbeitern des Ordnungsamtes,den Knöllchenverteilern" zollt man keinen anerkennenden Respekt". [flash] Das hier ist in jedem Fall eine der berühmten Kreisdiskussionen,wir werden zum Schluss immer bei unserer Auffassung bleiben.Ich behaupte jedenfalls,eigentlich weis ich es,diese "Rollenverteilung" ,hier das Mfs,die Unterdrücker,dort das Volk,die Unterdrückten,dass hat es so in der Tendenz im Bewußtsein großer Teile der Bevölkerung einfach nicht gegeben.NATÜRLICH auch,weil der Kenntnisstand der Bevölkerung zum allumfassenden Tun dieses Organes einfach nicht vorhanden war,das will ich gerne zugestehen.Und natürlich hat sich das in der Wendezeit erheblich geändert,aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.
Fakt ist jedenfalls,die Masse der Bevölkerung hätte einen,wie auch immer gearteten Kontakt zum Mfs,gemieden wie der Teufel das Weihwasser,ist einfach eine Legende.Und deshalb eben wäre für viele eine solche Bereitschaftserklärung nur sehr bedingt ein Sakrileg gewesen.Die ganze IM-Geschichte hätte in diesem Zusammenhang sicher auf einem anderen Blatt gestanden,aber die Existenz in diesem Ausmaß hat man,wenn überhaupt,nur geahnt,vermutet,nicht für möglich gehalten,wie so oft in der Geschichte.Das macht die Sache in ihrer Gesamtheit betrachtet nun nicht unbedingt besser,aber um die historische Situation realistisch zu betrachten ist es unerlässlich diese Punkte zu benennen,zumindest für mich.
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Beitragvon karnak » 9. Juli 2013, 13:06

Volker Zottmann hat geschrieben:
Das Volk stand dem MfS nicht feindselig gegenüber, wie @Karnak richtig schreibt. Das sehe ich für die breite Masse auch so. Die Masse war eher gleichgültig. Eine Schafherde umschreibt es am besten... Mitblöken und weiterfressen.


Ist kein schöner Vergleich,könnte man sogar als arrogant ausgelegt bekommen,aber im Prinzip trifft es es eigentlich schon.Und ich halte es eben für wichtig,dass wir es uns das mal sagen.
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Beitragvon Nov65 » 9. Juli 2013, 13:11

Meine Bemerkung über den "üblen" Geheimdienst MfS war der Bezug auf @Icke(s) Gleichschaltung: Ist doch eine normale Sache, nicht weiter tragisch, Eltern unterschreiben für die Kinder ja auch Handyverträge usw.
Ja, damals gab sich das MfS ja als Einrichtung sozusagen unter uns, mit Haustafel am Eingang, Mitarbeit in Klassenelternaktiven, in Sportvereinen. Alles paletti, wir sind normal wie Ihr.
Dennoch war das Anwerben von Kindern/Jugendlichen eine miese Schweinerei, Kinder zu Informanten, zu Anschwärzern von Eltern, Mitschülern Sportfreunden, Bekannten zu machen. Da dreht sich mir als ehemaligem Pädagogen der Magen um.
Alles aus heutiger Sicht, genau wie @cke(s) Bemerkung aus heutiger Sicht. Dennoch kann ich nicht glauben, dass ich damals bei Kenntnis der Anwerbetaktik des MfS dazu eine positive Haltung gehabt hätte.
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Re: Dokumente

Beitragvon karnak » 9. Juli 2013, 13:18

Nov65 hat geschrieben: wir sind normal wie Ihr.

Das haben wir selber geglaubt und zwar durchaus aus ehrlichem Herzen,zumindest die, die ich kannte,einschließlich meiner Person.
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Beitragvon karnak » 9. Juli 2013, 13:22

Nov65 hat geschrieben: Dennoch kann ich nicht glauben, dass ich damals bei Kenntnis der Anwerbetaktik des MfS dazu eine positive Haltung gehabt hätte.

Bei Deinem Glauben besteht natürlich die Gefahr,dass Du die"Qualität"der Anwerbetaktik des Mfs unterschätzt. [wink]
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Re: Dokumente

Beitragvon Nov65 » 9. Juli 2013, 13:31

Nein, lieber Kristian, heute weiß ich wie jeder von uns, dass der Bogen von der Erpressung bis zu Geldzahlungen weit gespannt war.
Damals (jedenfalls bis 1981, da schlug es in meiner Familie selber ein)musste ich mich aus Unwissenheit über diese Methoden damit nicht beschäftigen.
Ab 1981 hasste ich jede Staatsnähe, die Polizei, die Stasi, die Justiz, den Parteiapparat.
Grüße von Andreas
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Re: Dokumente

Beitragvon Volker Zottmann » 9. Juli 2013, 13:33

karnak hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:
Das Volk stand dem MfS nicht feindselig gegenüber, wie @Karnak richtig schreibt. Das sehe ich für die breite Masse auch so. Die Masse war eher gleichgültig. Eine Schafherde umschreibt es am besten... Mitblöken und weiterfressen.


Ist kein schöner Vergleich,könnte man sogar als arrogant ausgelegt bekommen,aber im Prinzip trifft es es eigentlich schon.Und ich halte es eben für wichtig,dass wir es uns das mal sagen.


Der Vergleich ist nicht schön, das weiß ich. Aber er stimmt! Ich schrieb für die breite Masse. Die meine ich und beziehe mich damals mit ein. Ebenso gab es anständige MfS-Leute. Haben ja nicht alle Dreck am Stecken. Viele derer sind aus tiefster Überzeugung dort hin gegangen. Der Makel, den man ihnen anlasten könnte ist, dass sie sicher auch merkten, dass die DDR nur noch rumwurstelt, nichts funktioniert... und sie nichts anprangerten. Doch wer war schon gern bereit in den eigenen Knast zu marschieren?
Viele derer haben wohl genauso wie wir jahrelang stillgehalten und alles erduldet.

Zu bedenken gebe ich, dass wir allesamt, bis auf ganz Wenige vor 1990 vom Umfang der Unrechtstaten nichts wussten.

Gruß Volker
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Re: Dokumente

Beitragvon karnak » 9. Juli 2013, 14:38

Nov65 hat geschrieben:Nein, lieber Kristian, heute weiß ich wie jeder von uns, dass der Bogen von der Erpressung bis zu Geldzahlungen weit gespannt war.
Damals (jedenfalls bis 1981, da schlug es in meiner Familie selber ein)musste ich mich aus Unwissenheit über diese Methoden damit nicht beschäftigen.
Ab 1981 hasste ich jede Staatsnähe, die Polizei, die Stasi, die Justiz, den Parteiapparat.
Grüße von Andreas

Das ist aber eben ein wichtiger Punkt,viele,sehr viele DDR-Bürger hatten solche Erlebnisse nicht,hatten nie"unangenehmen"Kontakt mit dem Mfs,es dürfte immer noch die Mehrheit der Bevölkerung gewesen sein und deswegen meine These,der Otto-Normal-DDRerler hat sich mit solchen Problemen auch nicht rumgeschlagen oder rumschlagen müssen.Und diese große Masse der"Normalos"findet sich auch nicht in solchen Foren ein, die interessiert das eigentlich gar nicht mehr,sondern eben solche wie Du und ich.Auch deswegen entsteht da manchmal ein etwas falscher Eindruck,so denke ich zumindest.
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Re: Dokumente

Beitragvon karnak » 9. Juli 2013, 14:51

Volker Zottmann hat geschrieben:
Ebenso gab es anständige MfS-Leute.

Was ist aber nun,aus HEUTIGER Sichtweise,ein anständiger Mfs-Mann. [flash] Und besonders,hatte er überhaupt Einfluss darauf heute als ein"Anständiger"zu gelten?
Gleich noch eines meiner hinkenden Beispiele,würde die eingeführte Kernkraft eines Tages als verwerflich und als Zumutung für die Menschen geächtet,wäre dann ein Polizist,der an den Auseinandersetzungen dazu in Wackersdorf beteiligt war immer noch ein"anständiger"Polizist?
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