Maifeiertag in der DDR

Wie lief der Alltag in beiden deutschen Staaten zur Zeit der Teilung ab? Wie wurde gearbeitet? Was waren typische Berufe? Was wurde nach Feierabend gemacht? Wohin gings in den Urlaub?
Dies ist der Bereich zum Thema "Alltag"

Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Zicke » 30. April 2019, 21:14

jene welche, die Plakate tragen mussten, konnten ja am Ende nicht ins Wirtshaus, mussten ja die Schilder oder Plakate zum Sammelplatz oder in den Betrieb bringen. Ist ja nicht so gewesen wie bei den Klimaaktivisten heute, die überlassen ihre Mitteilungen zur Klimarettung der Umwelt( Stadtreinigung)
J.S.


„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“
Neben Einstein auch David Hilbert und Leonhard Euler zugeschrieben
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 30. April 2019, 21:16

Der letzte Satz ist grundsätzlich falsch.
AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon steffen52 » 30. April 2019, 21:18

andr.k hat geschrieben:Nun liefen ja nicht nur Bockwurst und Fünf Mark Empfänger an der Tribüne vorbei. Nicht zu vergessen sind die damaligen größeren "Sportvereine" wie z.B. Judo, Segeln oder auch die GST. Und nein, es gab nicht nur den "Dynamo" Verein …

Darum ging es ja überhaupt nicht wer da alles vorbei lief, ist ja richtig was Du schreibst, andr.k! Es ging darum das der karnak es nicht wahrhaben will das es 5 Mark oder halt die blöde Bockwurst
gab und um mehr nicht. Habe es so erlebt und lasse es mir nicht unterstellen das es nicht so gewesen ist! Er kennt es nicht und was er nicht kennt ist nicht wahr, sein Problem, ich weiß von
was ich schreibe egal was er davon hält. Er hat zu DDR-Zeiten vieles nicht gewusst oder wollte es nicht wissen, weil weit ab vom damaligen einfachen Volk! Aber deshalb lasse ich mir von ihm
nicht die Butter von Brot nehmen, müsste er eigentlich wissen da wir ja schon zusammen gesessen haben und über Dinge gesprochen haben!!!! [wink]
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 30. April 2019, 21:33

augenzeuge hat geschrieben:Kollegen haben berichtet, es wurden zuvor Bongs ausgegeben, mit denen man eine Bockwurst einlösen konnte.
Ich fand es schon immer unmöglich, wie sich die Massen davon beeinflussen ließen. Andere erzählten, Leute die ein Plakat oder ne Fahne trugen, bekamen dafür 10 Mark. Man fand ja keine Freiwilligen. [flash]
AZ


Es gab schon immer Leute die viel erzählten .......

Jedenfalls bei mir gab es weder in der Schule, in der Lehre, im Studium und dann bei diversen Arbeitsstellen Bockwurstbons, 5 Mark für die Anwesenheit oder gar 10 Mark für Anwesenheit und tragen einer Fahne oder Plakat ......
Ich habe den verdacht das die Berichte von Zeitzeugen stammen die nie auf einer 1. Mai Demo waren .......

Ja Augenzeuge du warst halt ein renitentes Kerlchen so daß man mit dir Aussprachen führen mußte wegen Nichterscheinen ......
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 30. April 2019, 21:39

Nostalgiker hat geschrieben:Ja Augenzeuge du warst halt ein renitentes Kerlchen so daß man mit dir Aussprachen führen mußte wegen Nichterscheinen ......


Schade, dass du nicht dabei gewesen bist, du hättest etwas gelernt. Ich weiß jetzt nur nicht von wem. Vermutlich ist dir nicht bekannt, dass der Boss nicht glänzen konnte, wenn seine Schäfchen nicht vollständig vertreten waren?

AZ
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 30. April 2019, 21:42

Ich hatte nie einen Boss der glänzen wollte und wir waren auch keine Schafe .....
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 30. April 2019, 21:54

Nostalgiker hat geschrieben:Ich hatte nie einen Boss der glänzen wollte und wir waren auch keine Schafe .....

Ich sag ja, dir ist einiges in der DDR entgangen.
AZ
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Bahndamm 68 » 30. April 2019, 22:53

Nostalgiker hat geschrieben:Ich schreibe es gerne nochmal für dich @Bahndamm 68, die Maidemonstration war keine Pflichtveranstaltung im Sinne des Arbeitsrechtes.
Der 1. Mai war ein Feiertag!
Für die Nichtteilnahme konntest du auch nicht Arbeitsrechtlich belangt werden.
Wenn es allerdings dein Bedürfnis war an einer Tribüne vorbeizulatschen hat dich keiner daran gehindert.

Ich kann nur mitreden und schreiben bis 1967.
Soll sich denn das System zum Wohle der Arbeiter und Bauern bis 1998 verbessert und verändert haben?

Die DDR bezeichnete sich Deutsche Demokratische Republik. War es nun eine Demokratie oder war es eine Diktatur?

In meinen 4000 Seelen-Örtchen kannte jeder jeden und man passte schon auf wer auf oder an der Demonstration der Arbeiter und Bauern Klasse mit auf der Strasse lief.

Die Formulierung „nicht Arbeitsrechtlich belangt werden“, sie mag schon im Sinne des Gesetzes richtig sein. Die Wirklichkeit hat aber etwas anders ausgesehen.

Aber die Partei und die Gewerkschaft, sie sprachen ja in allen Belangen mit und über deine Katerakte, ob es nun die Vergünstigung für einen Urlaubsplatz war, oder sonstige zuteilungspflichtige Genehmigungen waren oder Beförderungen, Gehaltserhöhungen usw., da begannen nun die Repressalien.

Wenn ich nicht daran teilgenommen hätte, dann hätte es bestimmt in der Beurteilung vom Dorf-Sheriff, sprich Ortspolizisten, oder auch in der Beurteilung vom Betrieb mit gestanden und ich wäre nicht zu der NVA-Grenze gekommen. In meiner Stasi- Akte steht aber, dass ich mich gesellschaftspolitisch betätigt habe und auch im FDGB, DSF und was es da noch so gab. Ich war eine typische Person der DDR mit zwei Gesichtern.
Ist das alles vergessen?

Und noch eins, zu DDR-Zeiten habe ich keine Demonstration ausgelassen, ich war dabei, aber nicht des Feiertages wegen. Seit 1968 bin ich vogelfrei. Es gibt sie heute noch, die Demonstrationen. Ich habe bisher an keiner daran teilgenommen.
Warum wohl?
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Bahndamm 68 » 30. April 2019, 22:57

karnak hat geschrieben:Natürlich gab es keine Pflicht und der " Prolet" ist auch nicht hingegangen wenn er das nicht wollte, von Führungskräften hat man es sicherlich erwartet. Gleichzeitig hat man das Ganze auch nicht so verbissen gesehen, von ein paar Spinnern abgesehen, wie heute dargestellt. Man hat sich im Rahmen dieses Anlasses im Kollegenkreis getroffen, hat seinen Spaß gehabt, ist einfach mit an der Tribüne vorbeigelatscht und ist anschließend zum " gemütlichen Beisammensein " auf dem Betriebsgelände oder im Rahmen vieler öffentlicher Veranstaltungen, mehr war es nicht, zumindest nicht zu meiner Zeit.

Ja Kristian, du formulierst das richtig, „an der Tribüne vorbei gelatscht“.
Ja warum hat man dies wohl gemacht, des Spaßes wegen oder dabei sein ist wichtig. Heute sagt man, „gesehen und gesehen werden“ im High Society-Bereich. Genauso war es zu damaliger Zeit.
Es passt zwar nicht ganz zum 1.Mai, aber was war denn an Wahltagen. Das war ein MUSS. Obwohl die Wahllokale gegen 18 oder 20Uhr geschlossen wurden, es war wichtig die Vollzugmeldung recht frühzeitig zwischen 12 und 15Uhr abzugeben, der 100 Prozent wegen.

Nein und noch mal „Nein“ diskutiert ruhig weiter über die friedliebenden Demonstrationen. Sie hatten aber einen großen Vorteil, es waren keine Chaoten auf den Straßen, die die Fensterscheiben eingeschlagen haben. Die Chaoten gab es nicht und wenn dann hatten sie Angst in der Gesellschaft.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Sperrbrecher » 1. Mai 2019, 01:14

augenzeuge hat geschrieben:Schade, dass du nicht dabei gewesen bist, du hättest etwas gelernt. Ich weiß jetzt nur nicht von wem. Vermutlich ist dir nicht bekannt, dass der Boss nicht glänzen konnte, wenn seine Schäfchen nicht vollständig vertreten waren?

Als Schulkind gingen wir mit der ganzen Klasse geschlossen zur Demonstration,
da konnte man sich nicht davor drücken.

Später arbeitete ich im Schichtdienst da bin ich nie mehr hingegangen.
Entweder hatte ich Spät- oder Nachtschicht, da musste ich zum Zeitpunkt
der Demonstration schlafen oder ich hatte Dienst und konnte deshalb nicht
teilnehmen.

Aber meine Mutter arbeitete in einem Privatbetrieb und bekam für die
Teilnahme diese obligatorische Bockwurst und 10 Mark.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 1. Mai 2019, 05:23

@Sperrbecher, genauso wars bei mir, als Schichtarbeiter war man befreit [hallo]
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Grenzwolf62 » 1. Mai 2019, 06:49

Wo ich gewohnt habe fuhr zum 1. Mai immer ein Lautsprecherwagen durch die Siedlung, "Heraus zum 1. Mai!", da hab ich mich im Bett schön rumgedreht, man muss doch schließlich auch mal ausschlafen.
Ermahnungen gab es deshalb nicht.
Die gab es regelmäsig schriftlich nur vom Vorstand unserer Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft wegen meiner Art der Beflaggung "...wir beflaggen laut Beschluss des Vorstandes einheitlich mit DDR-Fahne", ich konnte mir nicht erklären warum eine kleine rote Fahne irgendwie nicht zum 1. Mai passen sollte, schließlich war es ja die Farbe/Fahne der Arbeiterklasse.
Da andere auch so eine coole Aufzählung haben, hier meine Ignor-Liste: Kumpel und Interessierter.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon karnak » 1. Mai 2019, 07:21

Bahndamm 68 hat geschrieben:
Aber die Partei und die Gewerkschaft, sie sprachen ja in allen Belangen mit und über deine Katerakte, ob es nun die Vergünstigung für einen Urlaubsplatz war, oder sonstige zuteilungspflichtige Genehmigungen waren oder Beförderungen, Gehaltserhöhungen usw., da begannen nun die Repressalien.


Ich bestreite ja gar nicht, dass man es gerne gesehen hat wenn man sich irgendwie bekannte zu etwas was sich Sozialismus nannte und natürlich stand ein Betriebsleiter unter einem gewissen Druck weil natürlich die Nomenklatura gerne die Volksmassen begeistert für den Sozialismus marschieren sah. Es hätte also blöd ausgesehen wenn der Betriebsdirektor nur mit seinen Abteilungsleitern und dem Parteisekretär marschiert wäre. Damals wäre das " Nichtmotivieren " der Belegschaft als Führungschwäche ausgelegt worden und hätte nicht unbedingt Karrieresprünge begünstigt und man wäre ihm unter Umständen mit anschließenden Fragen auf den Sack gegangen deswegen obwohl er eigentlich anderes zu tun hatte. Heute, bei mir, findet einmal im Jahr eine große Betriebsversammlung statt, da wird zur Zukunft des Unternehmens " motiviert ", wird erzählt wie super wir sind, was der Laden so alles vorhat. Es erscheinen dann immer auch ein paar mit den Daimlern und den teuren Anzügen aus dem " Denktempel ". Meinem Chef befällt dann schon immer eine gewisse Unruhe weil er natürlich nicht nur mit 10 Mann dort sitzen will. Einen wie mich interessiert das Ganze EIGENTLICH nur marginal, den interessiert eigentlich nur, dass am 15. der Lohn pünktlich auf dem Konto ist. Ich habe an der " Show" nun schon 25 Mal teilgenommen und es nervt nur weil ich die ganzen Sprüche bis zum Abwinken kenne und ich eine Nacht in den Knochen habe und 13. Uhr immer noch in irgendeinem Konferenzraum eines Hotels sitze und mir das Ganze schon wieder Mal anhöre. Auch wenn ich mich dann hinterher satt essen kann. Jedenfalls gibt es vorher schon für jeden ein Schreiben, dass " erwartet" wird, dass man dort erscheint wenn man nicht gerade im Urlaub ist. Was soll der Chef nun weiter machen, er will sich einfach keine Kritik vom Denktempel einfangen. Aber der Prolet der keine Lust hat und auch nicht nach Oben will geht einfach nicht nicht hin, legt sich einfach auf das Ohr. Wenn der dann irgendwann mal vom Chef eine " Vergünstigung " außer der Reihe erbitten will kann es natürlich passieren, dass der sich an sein Nichterscheinen erinnert und dazu nicht viel Lust hat, zumindest vermutet das der Prolet. Eine Hand wäscht die Andere nennt sich sowas. Und genauso war es bei der Teilnahme an dieser 1. Mai Demo nur eben mit einem etwas anderen, eher Bekenntnis Hintergrund. [flash] Wer keine Lust hatte und nichts irgendwie extra erwartete ging einfach nicht hin und es war auch gut. Der Punkt mit den 5 Mark ist ganz einfach, dass sich VIELLEICHT der jeweilig verantwortliche Leiter hat etwas einfallen lassen um seinen Frieden zu haben was eine glänzende Teilnahme der Belegschaft angeht, diese 5 Mark oder die Bockwurst Vergabe aber nicht die Organisationsform von 1. Mai Demonstrationen durch das System war um vor sich selbst zu glänzen. Der Punkt ist, dass man mit solchen Geschichtchen wieder mal beweisen will was wir doch alles für Arschlöcher waren in dieser Zone, die da Oben und die da Unten. Einer der vielen Beträge um die " Beigetretenen " zurecht zu stutzen und Herabzuwürdigen. Ein wahrhaft hilfreicher Beitrag zur Herbeizuführung der deutschen Einheit von Leuten die es nicht besser wissen, die ich Dummschwätzer nenne, und besonders penetrant, von denen die es schon besser wissen aber meinen falsch Zeugnis ablegen zu müssen, bei denen ich dann ganz besonders das K ... bekommen könnte.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Grenzwolf62 » 1. Mai 2019, 07:27

Viele gingen auch nur wegen dem anschließendem Besäufnis.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon karnak » 1. Mai 2019, 07:34

Na sicher, da hat sich nicht viel geändert, wenn es was außer der Reihe gibt, heute nennt sich das Geiz ist geil, das macht nun mal Spaß. [flash]
Aber das ist doch nicht das um was es hier einigen Polit Strategen geht. [grin]
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Grenzwolf62 » 1. Mai 2019, 07:46

Oder ganz einfach auch zum Zwecke der Bekämpfung des Imperialismus, mal dem realsozialistischem Hausdrachen entrinnen. [wink]
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 1. Mai 2019, 08:48

Grenzwolf62 hat geschrieben:Wo ich gewohnt habe fuhr zum 1. Mai immer ein Lautsprecherwagen durch die Siedlung, "Heraus zum 1. Mai!"


Wahnsinn, noch nie gehört. Ob Nosti am Mikro saß? [laugh]
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 1. Mai 2019, 08:55

Augenzeuge, dein gequälter "Humor" ist einfach nur peinlich.
Wenn ich 'poltern' würde dann würde ich schreiben "hochgradig infantil"

Denk aber trotzdem mal drüber nach, vielleicht erreichen auch dich mal Erkenntnisse.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Sperrbrecher » 1. Mai 2019, 08:57

Grenzwolf62 hat geschrieben:Die gab es regelmäsig schriftlich nur vom Vorstand unserer Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft wegen meiner Art der Beflaggung "...

Diese Ermahnung gab es bei uns auch. Da haben wir uns dann eine
weiß-grüne Sachsenfahne besorgt und die aus dem Fester gehangen. In
den Folgejahren heben es viele unserer Nachbarn dann ebenso gemacht.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon karnak » 1. Mai 2019, 08:59

[flash] So war er der Widerstand.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 1. Mai 2019, 09:02

Nostalgiker hat geschrieben:Augenzeuge, dein gequälter "Humor" ist einfach nur peinlich.


Ok, war natürlich nicht ernst gemeint. Ganz ehrlich, ich hatte von so einem Lautsprecherwagen noch nie was gehört....aber vielleicht kannst du mir was darüber erzählen.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 1. Mai 2019, 09:04

Nein, kann ich nicht!
Wie kommst du darauf das ich so etwas kennen würde?
Ich habe nie auf einem Dorf gewohnt.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Interessierter » 1. Mai 2019, 09:34

Zitat karnak:
Einen wie mich interessiert das Ganze EIGENTLICH nur marginal, den interessiert eigentlich nur, dass am 15. der Lohn pünktlich auf dem Konto ist.


Veranstaltungen zum 1. Mai mit einer Betriebsversammlung zu vergleichen, ist einfach falsch. Einen Mitarbeiter sollte es eigentlich schon sehr interessieren wie erfolgreich oder eben nicht das Unternehmen gewirtschaftet hat, was für Neuerungen es geben wird und wie die Zukunftspläne und -aussichten sind.
Wen dann tatsächlich nicht mehr interessiert, als pünktlich seinen Lohn auf dem Konto zu haben, der scheint dann tatsächlich den Vorstellungen von einem schlichten Proleten sehr nahe zu kommen.

Aber um Hauptmann bei der Stasi werden zu können, da hat dich natürlich viel mehr interessiert als nur dein Lohn. Nach eigener Aussage wärest du ja auch gerne noch viel mehr geworden... [denken]

Gleichzeitig hat man das ganze auch nicht so verbissen gesehen, wie heute dargestellt.


Heutige Darstellungen gefallen dir doch bei keinem Thema und führen sofort zu deinem Schönreden oder gar Bestreiten, wie man im Forum immer wieder lesen kann. Sei froh, du bist ja nicht der einzige ehemalige, bewaffnete Diener und Schutzpatron der SED, der diese " Leiden " hat.

[hallo]
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Sperrbrecher » 1. Mai 2019, 09:49

Interessierter hat geschrieben: Sei froh, du bist ja nicht der einzige ehemalige, bewaffnete Diener und Schutzpatron der SED, der diese " Leiden " hat.

Eigentlich war das MfS nur eine Unterorganisation oder eine Sonderabteilung
der SED. Die nannten sich doch "Schild und Schwert der Partei". Für andere
Parteien oder Organisationen waren die demnach gar nicht zuständig.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon pentium » 1. Mai 2019, 09:51

Sperrbrecher hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben: Sei froh, du bist ja nicht der einzige ehemalige, bewaffnete Diener und Schutzpatron der SED, der diese " Leiden " hat.

Eigentlich war das MfS nur eine Unterorganisation oder eine Sonderabteilung
der SED. Die nannten sich doch "Schild und Schwert der Partei". Für andere
Parteien oder Organisationen waren die demnach gar nicht zuständig.


Irgendwie kann ich die letztere Aussage nicht so richtig zuordnen...
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Mai 2019, 09:52

Während der Kindheit und der gesamten Schulzeit fuhr auch stets vor dem 1. Mai ein F8 mit Lautsprecher durch die Straßen. Erst Marschmusik und dann die Durchsagen zum Schmücken und zum Demonstrieren.
In der Altstadt Quedlinburgs war dies nie nötig, denn dort hing vom "Stadtfunk" an jeder erdenklichen Ecke ein Lausprecher. Mittels dieser wurde auch zu total unüblichen Zeiten den Einwohnern unvermittelt irgendwelcher politische Käse um die Ohren gehauen. Damals hatte QLB eben noch Weltniveau mit seinen bisweilen 30000 Einwohnern. [flash]

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 1. Mai 2019, 09:57

Interessierter, woher nimmst du diese Arroganz?
Du glaubst doch nur den "Zeitzeugen" die hetzen was das Zeug hält und die DDR als ein einziges großes KZ darstellen in der die armen gebrochenen Gefangenen vor Angst schlotterten.

Meinst du etwa das sich zum Beispiel Abteilungsleiter am 1. Mai hingestellt haben um am Stellplatz auf einer Namensliste die Anwesenheit der Mitarbeiter festzuhalten? Und ganz wichtig; nach Beendigung der Demonstration nochmal! Erst wer zweimal als anwesend erfasst wurde bekam die 5 Mark ausgezahlt und durfte sich eventuell über einen Gutschein für eine Bockwurst freuen .......
Für mich sind sowas alberne Märchen wobei ich einschränke das es solche skurrilen Auswüchse eventuell hier und da gegeben haben kann.

Es stimmt schon das viele wenigstens zum Stellplatz des Betriebes bei der 1.Mai-Demo kamen aber im Verlauf der Demo ging der Eine oder Andere Kollege verlor'n an die Liebe ....... (ach ne das ist jetzt aus'n Lied von Renft)
Mit anderen Worten, es wurden immer Weniger in der Demo .....
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon karnak » 1. Mai 2019, 09:59

Eigentlich groß geschrieben macht den Unterschied.
Und das Ganze sollte nur dazu dienen um ein paar Zusammenhänge zu gewissen " Nöten " Verantwortlicher deutlich zu machen.
Was nun meine Person und das heute und damals angeht, natürlich wollte ich im Damals auch mal Karriere machen, im Heute, maximal 1, 5 Jahre vor dem Ruhestand, mit Betriebszugehörigkeit im 26 Jahr bin ich da etwas abgeklärter [grin] Ich kann nämlich auf Geleistetes verweisen, brauche mir nichts mehr erklären lassen, kann sogar ein bisschen die große Fresse haben, bin jenseits von Gut und Böse wenn ich nicht gerade goldene Löffel klaue. Und meinen Chefs habe ich das wissen lassen. Sie wissen was sie von mir zu halten haben, noch erwarten dürfen und was nicht und nehmen es mit einem gewissen Neid hin
Darauf habe ich mein ganzes Leben hingearbeitet und du glaubst nicht wie ich diese spezielle Form von Freiheit jetzt genieße. [flash] [hallo]
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon steffen52 » 1. Mai 2019, 13:31

augenzeuge hat geschrieben:
Grenzwolf62 hat geschrieben:Wo ich gewohnt habe fuhr zum 1. Mai immer ein Lautsprecherwagen durch die Siedlung, "Heraus zum 1. Mai!"


Wahnsinn, noch nie gehört.
AZ

Da gab es noch andere Dinge welche die SED-Genossen so vom Stapel gelassen haben. Ich glaube mich zu erinnern das sie in Annaberg an die Friedhofsmauer das Plakat auf gehangen haben:
Heraus zum 1.Mai!! Toll oder. [laugh]
Gruß steffen52
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Re: Maifeiertag in der DDR

Beitragvon pentium » 1. Mai 2019, 13:38

steffen52 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Grenzwolf62 hat geschrieben:Wo ich gewohnt habe fuhr zum 1. Mai immer ein Lautsprecherwagen durch die Siedlung, "Heraus zum 1. Mai!"


Wahnsinn, noch nie gehört.
AZ

Da gab es noch andere Dinge welche die SED-Genossen so vom Stapel gelassen haben. Ich glaube mich zu erinnern das sie in Annaberg an die Friedhofsmauer das Plakat auf gehangen haben:
Heraus zum 1.Mai!! Toll oder. [laugh]
Gruß steffen52


Die Story, derer zufolge die Losung „Heraus zum 1. Mai“ an einer Friedhofsmauer angebracht war, war wohl eher ein DDR-Dauer-Witz: Ich habe sie damals zumindest immer wieder aus unterschiedlichen Ecken des kleinen Landes gehört. Wie kommst du auf Annaberg?
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

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