Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Hier können Bücher vorgestellt und besprochen werden, die in den Bereich politische Systeme gehören.

Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Merkur » 15. Juni 2020, 17:45

Ich habe gerade das frisch erschienene Buch von Peter Großmann "Mit ganzem Herzen-Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS und die Jahre danach" gelesen.
Inhaltlich geht es um Folgendes:

"Wie in den 80er-Jahren u. a. streng gehütete westliche High-Tech-Geheimnisse in den DDR-Stahlschrank (auf der Titelseite) kamen, beschreibt Peter Großmann (geb. 1941) in diesem Buch. Als Offizier und Arbeitsgruppenleiter im Sektor Wissenschaft und Technik der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA-Auslandsspionage) im Ministerium für Staatssicherheit war er mit seiner Gruppe, der Abteilung XV, maßgeblich dafür verantwortlich. Unterlagen, Muster und Ausrüstungen zur Unterstützung der Forschung und Produktion in der DDR fanden ihren Weg – unter Umgehung des strengen westlichen Embargos. Von seiner Entwicklung, seinen Erfolgen und Niederlagen beim Aufbau und der Führung des hochqualifizierten Kundschafternetzes sowie über viele Interna der Geheimdienstarbeit zeichnet Großmann ein anschauliches Bild, ohne etwas zu beschönigen oder zu bemänteln.
Dazu gibt es eine Vor- und eine Nachgeschichte. Die Vorgeschichte erzählt vom Leben als schlesisches Flüchtlingskind auf einem Thüringer Bauernhof, von Grundschule, Lehre, Sport, Kultur, vom Direkt- und Fernstudium, verantwortungsvollen Funktionen in einem Volkseigenen Betrieb und wie all das seine Persönlichkeit prägte. Dagegen ist die Zeit ab März 1990 gekennzeichnet von der Suche nach Halt und Neuorientierung bis zum Finden neuer Aufgaben, die er engagiert meistert, so u. a. als Verkäufer von HiFi-Technik und Elektromaterial.
Seine Entwicklung ist durchgängig begleitet von kritischer Auseinandersetzung mit dem politischen Zeitgeschehen und gesellschaftlichem Engagement, von sportlichen Aktivitäten und vielseitigen kulturellen Interessen vor allem an klassischer Musik.
Der Leser findet eine in einfachen Worten gehaltene Darstellung eines sehr intensiven Lebens, untermauert von vielfältigen Überlegungen und authentischen Zitaten. Durchgängiges Prinzip sind die Achtung und Wertschätzung für und durch seine Mitmenschen, tiefe Hingabe und Leidenschaft und manchmal auch ein ironisches Augenzwinkern."
Aufschlussreich sind seine Erlebnisse und Einschätzungen zu den Fällen Stiller und Teske. Beide kannte der Autor persönlich und berichtet darüber.
Fazit: Ein lesenswertes und spannendes Buch, dem man auch Dinge entnehmen kann, die bisher noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Dies betrifft insbesondere die detailliert beschriebene Arbeit in den operativen Außenarbeitsgruppen des SWT zur High-Tech-Beschaffung sowie die konkreten Maßnahmen zur Beschaffung der Ein-Megabit-Chip-Masken und der Technik zur Chip-Produktion.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon augenzeuge » 15. Juni 2020, 17:57

https://www.lesejury.de/peter-grossmann ... 3960146865

Wer war eigentlich Peter Großmann?

Peter Großmann wurde 1941 in Lindenruh/Breslau geboren. Februar 1945 Flucht nach Limbach/Sachsen und von dort 1946 nach Ottendorf bei Jena. Dort lebte er mit Mutter und zwei Schwestern auf einem Bauernhof. Sein Vater war im Krieg gefallen.
1947 bis 1955 Grundschule in Ottendorf, dann bis 1958 Lehre zum Technischen Kernformer in den Keramischen Werken Hermsdorf. Anschließend dort als Facharbeiter gearbeitet, 10. Klasse nachgeholt. Von 1959 bis 1962 Ing. Studium Technische Keramik in Hermsdorf mit dem Abschluss als Ingenieur für Technische Keramik.Fußballer bei Motor Hermsdorf (1. Mannschaft)
Von 1962 bis 1972 war Peter Großmann im VEB Elektrokeramik Berlin Pankow als Operativ-Technologe und Forschungstechnologe tätig. Abteilungsleiter für Rationalisierung und später bis 1972 Direktor für Technik. Fernstudium an der Bergakademie 1964 bis 1970 mit dem Abschluss als Dipl. Ing. für Silikathüttenkunde.
1968/69 Bearbeitung durch den KGB (wegen Schwangerschaft der Frau eingestellt)
1969 bis 1972 Bearbeitung durch die HVA. Als IM „Kolbe“ illegal in Westberlin und in der BRD eingesetzt. Ab 1972 Mitarbeiter des MfS / HVA (Sektor Wissenschaft und Technik). Mitarbeiter, Arbeitsgruppenleiter SWT/XV.
1990 aus dem MfS ausgeschieden. Arbeitsaufnahme im April 1990 im IfA Vertrieb Hoppegarten.
Bis 1996 Verkäufer HiFi Fachgeschäft Heimelektronik „Bärbel Klare“. Bis 2000 Batteriegroßhandel Rangsdorf, anschließend drei Jahre Im Fotohandel Fachgeschäft Koch Wandlitz, danach bis 2015 Tätigkeit im Elektrogroßhandel „Tectron“ Wandlitz/Basdorf.


Nicht zu verwechseln mit dem Karl Großmann.
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... ifariERRf1
Gab schon viele Großmänner bei der Stasi..... [denken]

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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon HPA » 15. Juni 2020, 18:45

maßgeblich dafür verantwortlich. Unterlagen, Muster und Ausrüstungen zur Unterstützung der Forschung und Produktion in der DDR fanden ihren Weg – unter Umgehung des strengen westlichen Embargos


sprich, schnöde Wirtschafts und Technologiespionage weil man selber nichts auf die Reihe brachte
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Dr. 213 » 15. Juni 2020, 20:47

HPA hat geschrieben:
maßgeblich dafür verantwortlich. Unterlagen, Muster und Ausrüstungen zur Unterstützung der Forschung und Produktion in der DDR fanden ihren Weg – unter Umgehung des strengen westlichen Embargos


sprich, schnöde Wirtschafts und Technologiespionage weil man selber nichts auf die Reihe brachte


Man war in der Ostzone ja auch richtig angeschmiert.
Die besten Wissenschaftler und Produktionsanlagen wurden gleich nach dem Krieg von den eigenen "Freunden" einkassiert.
Was dann als Personal noch übrig blieb, davon ging ein großer Teil dahin flitzen, wo es echtes Geld und vor allem Freiheit gab.

Es hätte mehr vom Schlage Manfred von Ardenne gebraucht. Und sogar den haben die in ihrer ideologischen Verblendung fast mal vergrault.
Nagut, seine albernen Ideen zu der Grenze 2000 sind unschöne Minuspunkte am Ende seiner doch außergewöhnlichen Ost- Karriere.

Es wird überliefert, daß die Stasifritzen sogar die OP- Ersatzlampen aus dem Westen besorgen mußten. Waren einfach keine da.
Das zeigt wie unfähig und runterkekommen dieser Möchtegern- Staat war.
Mit NARVA hatte man eigentlich eine Bude, die so etwas eigentlich im Griff gehabt haben müßte. Ich weiß auch was die alles konnten.

Der Job der Technologieklauer an ihren Ostberliner Stasi- Schreibtischen wird höchst langweilig gewesen sein.
Wenn dann noch die Früchte dieser "Ehrenwerten Arbeit" in der Republik ungenutzt blieben, muß es frustierend gewesen sein.

Werner Stiller ist sicher auch mit aus diesem Grund zum Abtrünnigen gworden.
Der brauchte einfach mehr Aktion bei der Arbeit. So ständig im Operationsgebiet unterwegs, das wäre glaube ich sein Ding gewesen.

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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Juni 2020, 21:01

... Und dann immer diese Namensdoppelungen.

Großmänner gab es nun mal mehrere dort.
Mich amüsiert nur dessen Deckname "Kolbe". Ist denen nichts Besseres eingefallen?
Denn der angeheiratete Mann meiner Cousine , der bei der Stasi OibE war, hieß tatsächlich Kolbe und bekam den Aliasnamen "Werner Weber".
Und wenn das Elend zu groß wird, schreiben sie Bücher über ihr beschissenens Leben, in der Hoffnung etwas Einnahmen zu generieren...
Habt Ihr da regelmäßig Lagerfeuer am See in Wandlitz?
Oder wie lernst Du die ganzen gebrochenen Existenzen kennen, Merkur? [ich auch]

Gruß Volker
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Beethoven » 15. Juni 2020, 22:50

Ich habe Peter Großmann erst nach der Wende kennen gelernt.
Bei diesen Veranstaltungen erschien er mir als sehr besonnener, kluger und ruhiger Mann, der um sich selber kein Aufhebens machte.

Auf jeden Fall hat er als Mann nach M. Wolf, die HVA bis zur Wende, zu weiteren Erfolgen geführt. Das ist natürlich unerfreulich für die damaligen Gegner und die heutigen "Verteufeler".

Wenn ich heute Memoiren oder Bücher mit Gedanken und Erlebnissen von Guderian, Montgomery, von Manstein oder von Ramcke lese, dann sind das für mich Bücher die mich interessieren, als Mensch und ehemalige Soldat.
Da unterstelle ich nicht, dass durch diese Männer 100.000 Menschen in den Tot geschickt wurden oder dass sie dies taten (das Schreiben) um Geld zu verdienen, wobei das auch nur ganz bedingt der Tatsache entspricht.
Heute ein Sachbuch zu schreiben, zum Druck zu bringen und zu vertreiben, bringt kaum noch etwas finanzielles ein, wenn man nicht einen Sponsor hat.
Ich erlebte dies gerade vor 1,5 Jahren bei einem Buch, welches ein Kamerad von mir schrieb und welches nun in die dritte Auflage geht. Jetzt erst, so glaube ich, kann er von seiner finanziellen Vorausveranlagung, etwas zurück bekommen. Die ersten beiden Auflagen waren ein Zuschussgeschäft. Zu seinem Glück ist das Buch sehr gefragt in einschlägigen Kreisen.

Man sollte dankbar sein, dass sich dies Zeitzeugen heute noch antun.

Und Wirtschaftsspionage, werter HPA, ist nun ganz gewiss keine Erfindung der HVA. Wenn Du solches Tun verteufelst, was Dein gutes Recht ist, dann beginn mal von vor 200 - 150 Jahren. Und in der heutigen Zeit gibt es wohl kaum einen Dienst, der dies nicht tut.

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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Edelknabe » 16. Juni 2020, 06:20

Volker mit dem hier:

"Und wenn das Elend zu groß wird, schreiben sie Bücher über ihr beschissenens Leben, in der Hoffnung etwas Einnahmen zu generieren..."Textauszug ende

Also nee Volker, dein Elend muss ja schon vor Jahren richtig groß und beschissen gewesen sein, eben als du den Homepagekram ins Netz gestellt hattest, mit Nachname und Hausnummer.Hast du da auch gedacht, da gibts was für, so bissel was finanzielles? Scheiße was, diese Kletterei an die Schornsteine, nur mit Wäscheleine......gesichert, das brachte bestimmt mehr Adrenalin wie Kohle.. Humor aus.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Kumpel » 16. Juni 2020, 07:11

Dies betrifft insbesondere die detailliert beschriebene Arbeit in den operativen Außenarbeitsgruppen des SWT zur High-Tech-Beschaffung sowie die konkreten Maßnahmen zur Beschaffung der Ein-Megabit-Chip-Masken und der Technik zur Chip-Produktion.


Vergebliche Beatmungsversuche eines gescheiterten Systems die eigentlich nur noch dazugeeignet waren der Welt ein weiteres potemkinsches Dorf vorzugaukeln.
Heute als Meisterleistung verkauft.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2020, 07:37

Beethoven hat geschrieben:Ich habe Peter Großmann erst nach der Wende kennen gelernt.
Bei diesen Veranstaltungen erschien er mir als sehr besonnener, kluger und ruhiger Mann, der um sich selber kein Aufhebens machte.
Auf jeden Fall hat er als Mann nach M. Wolf, die HVA bis zur Wende, zu weiteren Erfolgen geführt.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2020, 07:44

Volker Zottmann hat geschrieben:Und wenn das Elend zu groß wird, schreiben sie Bücher über ihr beschissenens Leben, in der Hoffnung etwas Einnahmen zu generieren...
Gruß Volker


Du solltest nicht von Dir auf andere Menschen schließen und über ihre Motive spekulieren. Es gibt auch Leute, die eben nicht Geldgeil sind.
Ich finde es gut, wenn sich Zeitzeugen zu Wort melden, die auch wirklich was erlebt haben. Gerade Du, der seinen Zeitzeugenstatus besonders auslebt, müsstest das doch positiv sehen.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon HPA » 16. Juni 2020, 08:44

Und Wirtschaftsspionage, werter HPA, ist nun ganz gewiss keine Erfindung der HVA. Wenn Du solches Tun verteufelst, was Dein gutes Recht ist, dann beginn mal von vor 200 - 150 Jahren. Und in der heutigen Zeit gibt es wohl kaum einen Dienst, der dies nicht tut.


Das hat noch nicht mal etwas mit Wirtschaftspionage zu tun sondern eigentlich nur mit schnödem Technologiediebstahl

Wer darauf heute noch stolz ist, anderer Leute schöpferische Leistungen geklaut und abgekupfert zu haben ,hat in meinen Augen nicht alle Tassen im Schrank!

Aber das hat man sich ja bekanntlich auch fleissig beim großen Bruder abgeguckt. [grin]

Selber unfähig etwas auf die Beine zu stellen also muss man es woanders klauen!
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Volker Zottmann » 16. Juni 2020, 09:30

Merkur hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Und wenn das Elend zu groß wird, schreiben sie Bücher über ihr beschissenens Leben, in der Hoffnung etwas Einnahmen zu generieren...
Gruß Volker


Du solltest nicht von Dir auf andere Menschen schließen und über ihre Motive spekulieren. Es gibt auch Leute, die eben nicht Geldgeil sind.
Ich finde es gut, wenn sich Zeitzeugen zu Wort melden, die auch wirklich was erlebt haben. Gerade Du, der seinen Zeitzeugenstatus besonders auslebt, müsstest das doch positiv sehen.


Da sehe ich schon gewaltige Unterschiede!

Natürlich sind Zeitzeugen jeder Seite wichtig. Propaganda hat aber nichts mit Zeitzeugnis zu tun.
Man kann das auch anders aufziehen, ganz ohne Kommerz.

Beethoven spinnt gar von erfolgreicher Arbeit. Das Ergebnis sahen wir alle 1989/90. Zuerst aber solltest Du Dir klar werden, über welchen Großmann Du schreibst!
Edelknabe hat noch nicht geschnallt, dass meine Hompages gratis, eben ohne jeden finanziellen Aspekt, eingestellt sind.

Mir hat das viel gebracht und tut es noch heute.
Ich habe dadurch die unterschiedlichsten und interessantesten Menschen getroffen. Bin mit Mitbürgern ins Gespräch gekommen, die ich ohne zu schreiben nie getroffen hätte.

Merkur, was Eure Propagandamaschinerie aber betreibt, ist genau das Gegenteil. Am Ende steht immer verfälschte Geschichte. Ihr analysiert nichts, Ihr beweihräuchert Euch.


Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 16. Juni 2020, 09:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2020, 09:45

Volker Zottmann hat geschrieben:Propaganda hat aber nichts mit Zeitzeugnis zu tun.
Gruß Volker


Volker, Du hast folgendes Problem: Du stellst auf Basis Deiner Unwissenheit (da Du das Buch nicht gelesen hast, bist Du in diesem Fall zwangsläufig unwissend) die These der Propaganda auf, die eindeutig unzutreffend ist.
An vielen Stellen äußert sich Peter Großmann kritisch und er bleibt immer sachlich.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon HPA » 16. Juni 2020, 09:51

Ein weitere Gruppe bekam ein Himmelfahrtskommando: den Nachbau des Intel 386DX. Der Intel-Prozessor unterlag nicht nur einem Ausfuhr-Embargo an den Ostblock, sondern wurde auch von DDR-Informatikern und Programmierern gehasst, die auf die Zilog-Schiene eingeschworen waren. Agenten der "Hauptabteilung Aufklärung" (HVA) besorgten die nötigen Exemplare direkt bei Intel. Nachdem die Entwickler die Oberfläche der Chips zur Analyse abgeschliffen hatten, so erinnert sich Nendel, kamen kyrillische Buchstaben zum Vorschein: „Wann hört ihr endlich auf, uns zu kopieren?“


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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Volker Zottmann » 16. Juni 2020, 09:51

Merkur hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Propaganda hat aber nichts mit Zeitzeugnis zu tun.
Gruß Volker


Volker, Du hast folgendes Problem: Du stellst auf Basis Deiner Unwissenheit (da Du das Buch nicht gelesen hast, bist Du in diesem Fall zwangsläufig unwissend) die These der Propaganda auf, die eindeutig unzutreffend ist.
An vielen Stellen äußert sich Peter Großmann kritisch und er bleibt immer sachlich.


Da will ich Dir nicht widersprechen, kann ich auch nicht, weil ich grundsätzlich von diesen Tätern keine Bücher lese!
Mir sind da Außenbetrachtungen der Historiker deutlicher, genauer.
Mag sein, dass der Peter Großmann die berühmte Ausnahme ist.

Gruß Volker
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2020, 09:52

HPA hat geschrieben: Wer darauf heute noch stolz ist, anderer Leute schöpferische Leistungen geklaut und abgekupfert zu haben ,hat in meinen Augen nicht alle Tassen im Schrank!


Als Müller-Enbergs ihn und seine Tätigkeit medial ins Spiel bringt, schreibt Peter Großmann auf Seite 364 im Buch dazu:
"Was empfand ich beim Lesen dieser Zeilen? Auf keinen Fall Stolz, das wäre lächerlich. Den Staat DDR, wofür die HV A, der Sektor, unsere Gruppe und ich spioniert hatten, gab es schon lange nicht mehr."
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2020, 09:53

Volker Zottmann hat geschrieben:
Merkur hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Propaganda hat aber nichts mit Zeitzeugnis zu tun.
Gruß Volker


Volker, Du hast folgendes Problem: Du stellst auf Basis Deiner Unwissenheit (da Du das Buch nicht gelesen hast, bist Du in diesem Fall zwangsläufig unwissend) die These der Propaganda auf, die eindeutig unzutreffend ist.
An vielen Stellen äußert sich Peter Großmann kritisch und er bleibt immer sachlich.


Da will ich Dir nicht widersprechen, kann ich auch nicht, weil ich grundsätzlich von diesen Tätern keine Bücher lese!

Gruß Volker


Dann solltest Du es lassen und Dich zu den Dingen äußern, die Du bewerten kannst.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Kumpel » 16. Juni 2020, 10:02

Ich warte mal bis das Ding für 99 cent verramscht wird und lege es mir dann für den Ruhestand zurück.
'' Es war von vorn bis hinten zum Kotzen, aber wir haben uns prächtig amüsiert.''
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon HPA » 16. Juni 2020, 10:06

Merkur hat geschrieben:
HPA hat geschrieben: Wer darauf heute noch stolz ist, anderer Leute schöpferische Leistungen geklaut und abgekupfert zu haben ,hat in meinen Augen nicht alle Tassen im Schrank!


Als Müller-Enbergs ihn und seine Tätigkeit medial ins Spiel bringt, schreibt Peter Großmann auf Seite 364 im Buch dazu:
"Was empfand ich beim Lesen dieser Zeilen? Auf keinen Fall Stolz, das wäre lächerlich. Den Staat DDR, wofür die HV A, der Sektor, unsere Gruppe und ich spioniert hatten, gab es schon lange nicht mehr."


Nette Umschriebung. Ist genauso nett wie das hier von Dir oder dem rezensenten:

Dies betrifft insbesondere die detailliert beschriebene Arbeit in den operativen Außenarbeitsgruppen des SWT zur High-Tech-Beschaffung sowie die konkreten Maßnahmen zur Beschaffung der Ein-Megabit-Chip-Masken und der Technik zur Chip-Produktion.


Man kann es auch einfacher schreiben: Organisierter Bandendiebstahl.

Das man dann enttäuscht war , dass man die bei Siemens geklauten Unterlagen (bezügl U61000) nicht verwendet hat, ist nur eine Facette ändert aber nichts an der Tatsache dass es sich um schnöden organisierten Bandendiebstahl handelte!
Zuletzt geändert von HPA am 16. Juni 2020, 10:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon HPA » 16. Juni 2020, 10:06

Kumpel hat geschrieben:Ich warte mal bis das Ding für 99 cent verramscht wird und lege es mir dann für den Ruhestand zurück.


In der Bucht schwirren diese "zeitzeugnisse" und ähnliches ja zuhauf herum. [flash]
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2020, 10:25

Merkur hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Ich habe Peter Großmann erst nach der Wende kennen gelernt.
Bei diesen Veranstaltungen erschien er mir als sehr besonnener, kluger und ruhiger Mann, der um sich selber kein Aufhebens machte.
Auf jeden Fall hat er als Mann nach M. Wolf, die HVA bis zur Wende, zu weiteren Erfolgen geführt.
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Volker Zottmann » 16. Juni 2020, 10:38

augenzeuge hat geschrieben:Er meint sicher den Karl. [flash]
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Ari@D187 » 16. Juni 2020, 11:18

augenzeuge hat geschrieben:
Merkur hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Ich habe Peter Großmann erst nach der Wende kennen gelernt.
Bei diesen Veranstaltungen erschien er mir als sehr besonnener, kluger und ruhiger Mann, der um sich selber kein Aufhebens machte.
Auf jeden Fall hat er als Mann nach M. Wolf, die HVA bis zur Wende, zu weiteren Erfolgen geführt.
Freundlichst


Du verwechselt da was...

Er meint sicher den Karl. [flash]
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Eher den Werner...

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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Volker Zottmann » 16. Juni 2020, 11:33

Das war allen klar, nur dem Beethoven nicht. Ari, hast Du denn des AZs Jux nicht kapiert?

Gruß Volker
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Ari@D187 » 16. Juni 2020, 11:50

Volker Zottmann hat geschrieben:Das war allen klar, nur dem Beethoven nicht. Ari, hast Du denn des AZs Jux nicht kapiert?

Gruß Volker

Ja klar, Jux. Schau mal:

augenzeuge hat geschrieben:https://www.lesejury.de/peter-grossmann/buecher/mit-ganzem-herzen/9783960146865

Wer war eigentlich Peter Großmann?
[...]
Nicht zu verwechseln mit dem Karl Großmann.
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AZ


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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Ari@D187 » 16. Juni 2020, 11:53

HPA hat geschrieben:[...]
Man kann es auch einfacher schreiben: Organisierter Bandendiebstahl.

Das man dann enttäuscht war , dass man die bei Siemens geklauten Unterlagen (bezügl U61000) nicht verwendet hat, ist nur eine Facette ändert aber nichts an der Tatsache dass es sich um schnöden organisierten Bandendiebstahl handelte!

Nennt sich nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung im Interesse des jeweiligen Staates.

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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2020, 12:09

Ari@D187 hat geschrieben:Nennt sich nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung im Interesse des jeweiligen Staates.
Ari


Auch unter Freunden weit verbreitet. [wink]
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2020, 12:43

Volker Zottmann hat geschrieben:Das war allen klar, nur dem Beethoven nicht. Ari, hast Du denn des AZs Jux nicht kapiert?

Gruß Volker


Hauptsache die anderen haben den Jux verstanden.
[flash]
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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2020, 12:48

Merkur hat geschrieben:
Ari@D187 hat geschrieben:Nennt sich nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung im Interesse des jeweiligen Staates.
Ari


Auch unter Freunden weit verbreitet. [wink]


Spionierte der BND auch den größten deutschen Chip aus?

Warum war man als HV A, wenn man Aufwand und Ergebnis bewertet, in dieser Sache so erfolglos? Da wäre doch weitaus mehr drin gewesen, oder?

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Re: Mit ganzem Herzen von Peter Großmann

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2020, 15:25

augenzeuge hat geschrieben:
Spionierte der BND auch den größten deutschen Chip aus?
Warum war man als HV A, wenn man Aufwand und Ergebnis bewertet, in dieser Sache so erfolglos? Da wäre doch weitaus mehr drin gewesen, oder?
AZ


Du kannst davon ausgehen, dass die Mikroelektronik ein Ziel der BND-Spionage gegen die DDR darstellte, was nicht von Inaktivität gekennzeichnet war.
War man denn als HV A erfolglos, wenn die Beschaffung der Ein-Megabit-Chip-Masken und der Technik zur Chip-Produktion erfolgreich umgesetzt werden konnte?
Lagen die Probleme der komplikationsfreien Fertigung letztlich nicht in anderen Faktoren (außerhalb der HV A) begründet?
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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