In dankbarem Gedenken...

Die Regierung Kohl/Genscher im Spiel der Kräfte, Regierung Modrow und Runder Tisch, Auflösung des Stasi-Apparats

In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 9. Februar 2020, 14:15

Gestern hat Harzgerode seinen einst größten privaten Arbeitgeber zu Grabe getragen.

Nie habe ich bisher die Friedhofskapelle so überfüllt erlebt. Es werden mehr als 200 Trauergäste gewesen sein. Karl-August Loch, der einstige Besitzer von "Loch und Söhne" und späterer Betriebsdirektor des VEB Plastopack ist mir stolzen 94 Jahren verstorben.
Seinen florierenden mittelständischen Privatbetrieb, einst aus einer kleinen Böttcherei hervorgegangen, musste er zwangsweise 1972 gegen einen Orden tauschen. Er wurde genötigt, seinen Betrieb nun als VEB dem Bezirkswirtschaftsrat unterstellt, abzugeben.
Er konnte jedoch erwirken, weiter Betriebsdirektor zu sein, allerdings weitgehend seiner bisherigen Befugnisse beraubt. 300 Menschen hatten hier, später etwa 350, in Lohn und Brot gestanden.

Ich lernte diesen aufrechten Mann 1977 kennen und habe taggenau 8 Jahre unter ihm bis zu meiner Selbständigkit arbeiten dürfen. Einen anständigeren Chef hat es in meinem Leben nie gegeben. Seine demütigende Enteignung hat er äußerlich verborgen. Kollegial war er früher, genau wie zu VEB-Zeiten jedem Angestellten und Arbeiter gegenüber.

Als die Wende es ermöglichte, hat er von der Treuhand seinen Betrieb teuer zurückkaufen können (müssen), immer in der Hoffnung an einstige Produktionen anknüpfen zu können. Das haben aber alte Seilschaften und neue Bedingungen nie mehr zugelassen. Einstige Fachdirektoren hintergingen ihn, bauten mit Schweizer Investoren ein neues Werk 6km entfernt und nahmen sogar alte Kundenstämme mit in ihre Neuzeit.
Meinem Chef wurde ein zweites Mal von "Kommunisten" übel mitgespielt. Diesesmal welche im Schafspelz.

Sein Betrieb ist also Geschichte, die Hallen sind teils verkauft, teils in Vermietung, teils abgerissen.
Er aber, Karl-August Loch ist ein in der Harzer Bevölkerung hochangesehner Mann geblieben und nun von vielen Mitstreitern, Freunden und Verwandten ein letztes Mal geehrt worden.
So wie ich es hier schreibe, habe ich es auch seiner Witwe gesagt, Karl war für mich mehr als ein Direktor, er war mir stets ein väterlicher Freund.

Gruß Volker
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon augenzeuge » 9. Februar 2020, 14:30

Meinem Chef wurde ein zweites Mal von "Kommunisten" übel mitgespielt

Das ist einfach traurig. [angst]

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Interessierter » 9. Februar 2020, 17:54

Als die Wende es ermöglichte, hat er von der Treuhand seinen Betrieb teuer zurückkaufen können (müssen), immer in der Hoffnung an einstige Produktionen anknüpfen zu können. Das haben aber alte Seilschaften und neue Bedingungen nie mehr zugelassen. Einstige Fachdirektoren hintergingen ihn, bauten mit Schweizer Investoren ein neues Werk 6km entfernt und nahmen sogar alte Kundenstämme mit in ihre Neuzeit.
Meinem Chef wurde ein zweites Mal von "Kommunisten" übel mitgespielt. Diesesmal welche im Schafspelz.


Das ist ja leider kein Einzelfall. Wenn man sich dafür interessiert, was Teile dieser " ehrenwerten " menschenverachtenden Genossen nach oder während der Wende so trieben, dann kann einem nur übel werden... [raus]
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 9. Februar 2020, 18:43

Wilfried, ich habe diesen Text auch genauso auf der heimischen Seite eingestellt.
Bisher nur Zustimmung!
Ich habe gestern die trauernde Familie bewundert. Der evangelische Pfarrer hat großartig gesprochen. Zu Karls Lebenslauf, der auch die Firmengeschichte zeichnet, hat er (im Auftrag der Hinterbliebenen) weder anklagend noch jammernd gesprochen. Dennoch war die Rede so verfasst, dass die Zuhörer genau wussten, was gemeint ist und ein Jeder ein schlüssiges Bild zu meinem Alten Chef hatte. Da war wohl Enttäuschung aber nie ein Rachegedanken bei meinem Chef, auch nicht bei dessen einzigem Sohn. Er ist durch die SED und Stasi und weiter wirkende Seilschaften letztlich um das geschaffene Erbe seines Vaters gebracht worden.

Ohne Enteignung 1972 würde der Betrieb immer noch funktionieren. Die Polystyrolherstellung habe ich im Schwäbischen gesehen. Die arbeiteten nach gleichem Prinzip mit gleicher westlicher Technik.
Als mein Chef, der hier genannte Karl-August Loch kurz nach der Wende im Raum Hohenlohe war, in einer solchen Fabrik, staunte er nicht schlecht, als er vernahm, er möge mir Grüße von Peter A.... überbringen.
Der Zufall wollte es, dass ich beim Neffen der Oma meiner Frau bereits 1989 in Öhringen war. Bei "unserem" Dr.D. , dort als Allgemeinmediziner tätig, arbeitete als dessen Praxishilfe die Frau des Peter A.. So lernte wir uns kennen.

Abends haben wir beim Schoppen Wein über die Arbeit gesprochen und bemerkt, dass wir beide in einer "Schaumbude" beschäftigt waren. Ausgerechnet dorthin reiste nichts ahnend mein Chef in der Hoffnung auf baldige Kooperation.
...Und dann wurde ein neues Werk mit schweizer Hilfe im Nachbarort Dankerode errichtet. Statt dass der frühere technische Direktor (SED) seinem bisherigen Chef unterstützte, fiel der dem lieber in den Rücken.

(Karnak, wieder so ein Geschichtchen... Die kann man sich einfach nicht ausdenken)

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Bahndamm 68 » 9. Februar 2020, 20:42

Beineindruckend deine Worte Volker über diesen Mann.
Traurig ist und bleibt die Tatsache, dass die Leute, die ihm enteignet haben, heute weiterhin am Ruder sitzen, aber sie schweigen und schweigen die ehemaligen Väter und Söhne der Arbeiterklasse. Das Faktum ist und bleibt für sie, dass sie damals alles richtig.

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon zonenhasser » 9. Februar 2020, 23:21

Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon karnak » 10. Februar 2020, 07:04

Volker Zottmann hat geschrieben:Ausgerechnet dorthin reiste nichts ahnend mein Chef in der Hoffnung auf baldige Kooperation.
...Und dann wurde ein neues Werk mit schweizer Hilfe im Nachbarort Dankerode errichtet. Statt dass der frühere technische Direktor (SED) seinem bisherigen Chef unterstützte, fiel der dem lieber in den Rücken.

(Karnak, wieder so ein Geschichtchen... Die kann man sich einfach nicht ausdenken)

Gruß Volker

[grin] Weißt natürlich schon wie vielen Betrieben es im Osten so ergangen ist und zwar vordergründig weil man dort Dank des vorhandenen Mammon aus dem Westen lästige Konkurrenz ausgeschaltet hat und viel weniger wegen korrupter SED Genossen. So ist das nun mal wenn man sich als Schwächerer einem Stärkeren angeschlossen hat, dann bestimmt der die Regeln. Keine Ahnung ob Du etwas anderes erwartet hast, ich jedenfalls nicht, dass die Mär von den gerührten Brüdern und Schwestern nicht viel gelten wird war mir von Anfang an klar, deswegen habe mich mich auch gleich von Anfang an darauf eingerichtet. [hallo] Das Ganze nennt sich übrigens Kapitalismus. [hallo]
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Interessierter » 10. Februar 2020, 07:53

@karnak:
Dein Beitrag ist nicht nur voll daneben, sondern nach meinem Empfinden auch noch sehr peinlich.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon karnak » 10. Februar 2020, 08:11

[grin] Es ist, bzw. war nun mal so wie es ist, ob Dir das nun passt oder nicht. Es ist noch nicht mal ein Vorwurf, es ist nur die Beschreibung einer folgerichtigen Entwicklung aus einer Situation heraus in die sich die DDR selbst gebracht hat. Und bei diesem ganzen Rumgespinne was die Kader der SED bis in den heutigen Tag hinein verzapfen sollen wundert es mich, dass sie auch nicht was mit dem heutigen lebensgefährlichen Sturm zu tun haben. [flash] Hier ist übrigens immer noch Windstille, bleibt nur das Auge des Orkans. [flash]
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Kumpel » 10. Februar 2020, 08:36

Nun ja , es kann schon etwas verbittern wenn einstige Genossen die in der DDR auf der ideologischen Bremse standen und jedwedes private Engagement verhinderten zu Manchesterkapitalisten mutierten nach der Devise jeder ist sich selbst der Nächste.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon karnak » 10. Februar 2020, 08:50

Meine Fresse, wie sollte denn ein Herr Loch, ab den Siebzigern ohne Einfluss auf die Entwicklung auf den Betrieb , auch nur die Hauch einer Chance haben gegen Konkurrenz der gleichen Branche aus dem Westen, die 40 Jahre Zeit hatte sich ökonomisch und damit auch finanziell potent auf so eine Situation vorzubereiten. Natürlich haben die ihre Möglichkeiten genutzt und haben dazu am Wenigsten einen SED Kader gebraucht, gerne soll der seine Möglichkeiten genutzt haben die er für die persönliche erfolgreichste hielt. Was hätte er denn sonst machen sollen, eher den Widerständler mimen mit einer erkennbaren Wahrscheinlichkeit zu verlieren und unterzugehen? IMMER nur als Angestellter eines Herr Loch, nicht weniger aber eben auch nicht mehr.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Beethoven » 10. Februar 2020, 09:42

Kumpel hat geschrieben:Nun ja , es kann schon etwas verbittern wenn einstige Genossen die in der DDR auf der ideologischen Bremse standen und jedwedes private Engagement verhinderten zu Manchesterkapitalisten mutierten nach der Devise jeder ist sich selbst der Nächste.


Ich habe den Eindruck, dass Du jedem Menschen, der in der DDR etwas geleistet hat und auch im neuen, nun kapitalistischen, System klar kam, dies diesem Menschen neidest.
Woran liegt das, dass Du alles schlecht redest?

Nimm es doch mal ganz einfach so hin, wie es anscheinend war. Der Verstorbene war ein guter Mensch, wie man hier liest, der sich um seine unterstellten Mitarbeiter ganz einfach gekümmert hat und hat wohl auch als Geschäftsführer, also als Geschäftsmann, seine Firma ordentlich durch schwere Zeiten geführt. Das ist allen Lobes und Ehren wert und es bedarf keiner dümmlichen Pöbeleien von Deiner Seite aus.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Kumpel » 10. Februar 2020, 09:43

karnak hat geschrieben:Meine Fresse, wie sollte denn ein Herr Loch, ab den Siebzigern ohne Einfluss auf die Entwicklung auf den Betrieb , auch nur die Hauch einer Chance haben gegen Konkurrenz der gleichen Branche aus dem Westen......


Klar , wie sollte er , nachdem die SED seine Firma ruiniert hatte.
So gesehen ist er an den Altlasten der Genossen zu Grunde gegangen , während dessen sich die Ehemaligen auf der grünen Wiese mit einem Arsch voll Subventionen einen Dicken gemacht haben.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Kumpel » 10. Februar 2020, 09:47

Beethoven hat geschrieben:
Ich habe den Eindruck, dass Du jedem Menschen, der in der DDR etwas geleistet hat und auch im neuen, nun kapitalistischen, System klar kam, dies diesem Menschen neidest.


Das hat mit Neid absolut nichts zu tun Beethoven.
Natürlich darf ein ehemals strammer Genosse auch im Kapitalismus erfolgreich sein , nur , wenn er dabei mit seinem SED Parteibuch auch gleich noch seine angeblichen moralischen Werte über Bord wirft
kann man nicht mehr als Verachtung aufbringen.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Beethoven » 10. Februar 2020, 10:31

Kumpel hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:
Ich habe den Eindruck, dass Du jedem Menschen, der in der DDR etwas geleistet hat und auch im neuen, nun kapitalistischen, System klar kam, dies diesem Menschen neidest.


Das hat mit Neid absolut nichts zu tun Beethoven.
Natürlich darf ein ehemals strammer Genosse auch im Kapitalismus erfolgreich sein , nur , wenn er dabei mit seinem SED Parteibuch auch gleich noch seine angeblichen moralischen Werte über Bord wirft
kann man nicht mehr als Verachtung aufbringen.



Sorry, ist OT.

Aber den Satz müsstest Du bitte mal näher erläutern. Ich bezweifle, ohne es zu wissen, dass der hier Geehrte jemals ein Parteibuch hatte.

Und Andere hatten ein Parteibuch, haben dies nicht weg geworfen und kamen trotzdem mit der neuen Gesellschaftsordnung gut klar. Wiederum Andere haben das Parteibuch entsorgt und kamen mit dieser Gesellschaftsordnung nicht klar, genauso wie es solchen Bürgern der DDR erging, die niemals Mitglied in der SED waren.

Eine ehemalige Parteizugehörigkeit hat doch so gar nichts mit Erfolg oder Misserfolg im heutigen Leben zu tun. Die, die damals, zu Zeiten der DDR auf höheren Posten saßen, sind heute 80 Jahre alt und älter.

Das ist genauso dämlich wie die heutige Äußerung des Herrn Ziemiak (CDU), dass aufgrund der Mauertoten und der Mauer, die CDU heute nicht mit "die Linke" zusammenarbeiten kann.
All jene, die einst etwas mit dem Bau der Mauer und dessen Regime zu tun hatten, sind schon damals aus der PDS entfernt worden, leben nicht mehr oder sind wenigstens 90 Jahre alt. Was will ein Herr Ziemiak denn sagen, wenn diese Menschen erstmal alle verstorben sind. Von Toleranz kann man da wohl kaum sprechen.

Ich bitte diesen Beitrag zu entschuldigen.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 10. Februar 2020, 11:04

Kumpel hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Meine Fresse, wie sollte denn ein Herr Loch, ab den Siebzigern ohne Einfluss auf die Entwicklung auf den Betrieb , auch nur die Hauch einer Chance haben gegen Konkurrenz der gleichen Branche aus dem Westen......


Klar , wie sollte er , nachdem die SED seine Firma ruiniert hatte.
So gesehen ist er an den Altlasten der Genossen zu Grunde gegangen , während dessen sich die Ehemaligen auf der grünen Wiese mit einem Arsch voll Subventionen einen Dicken gemacht haben.


Karnak, lesen und verstehen ist wohl nicht Dein Ding?
Die SED-Staatsführung hat Herrn Loch 1972 erpresserisch enteignet. Seine neuen Fachdirektoren Produktion, Technik, Ökonomie, waren allesamt SED-Kader.
Der Betrieb vergrößerte sich zwar, wurde aber total runtergewirtschaftet.
Als Lochs die Chance sahen einen Neubeginn zu wagen, auch im Hohenloher Land Kontakte knüpften, gehörte ihnen der Betrieb noch nicht wieder.
Sie sind trotz folgendem Rückerwerb nie mehr zum Zuge gekommen. Weil der einstige Technische Direktor im Nachbarort ein neues Werk aufbaute und dort dann selbst Chef mimte. Er ist einer der schlimmsten Ausbeuter geworden, denn seine ehemaligen Kollegen ließ er jetzt alle erstmal kostenlos zur Probe arbeiten. Um wieder Arbeit zufinden, haben das die allermeisten Menschen erduldet. In meinen Augen ist er ein Verbrecher, ein gnadenloser Ausbeuter...

Mit Willen und Anstand hätte er seinen bisherigen Betriebsdirektor Loch unterstützen können und die funktionierenden Produktionsanlagen vollständig wieder anfahren können.
Er selbst ist nun auch schon jenseits der 80.
Ich bin gespannt, wie viele Kollegen zu dessen Beerdigung gehen. Die wird man an einer Hand abzählen können.

In meinem hiesigen geschilderten Fall hat den Untergang dieser einst blühenden Privatfirma die DDR zu verantworten und das Wiederauferstehen hat eine alte SED-Seilschaft verhindert.
Das Karnak, hat absolut nichts mit Brüdern und Schwestern und Turbokapitalismus zu tun.
Die Hyäne Nr. 1 ist ein Ostdeutscher!

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 10. Februar 2020, 11:40

Kumpel hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Meine Fresse, wie sollte denn ein Herr Loch, ab den Siebzigern ohne Einfluss auf die Entwicklung auf den Betrieb , auch nur die Hauch einer Chance haben gegen Konkurrenz der gleichen Branche aus dem Westen......


Klar , wie sollte er , nachdem die SED seine Firma ruiniert hatte.
So gesehen ist er an den Altlasten der Genossen zu Grunde gegangen , während dessen sich die Ehemaligen auf der gGanz genau srünen Wiese mit einem Arsch voll Subventionen einen Dicken gemacht haben.

Ganz genau so ist es Kumpel!

Erschreckend bei Deinen klaren Worten ist, dass weder Beethoven (Montag 10. Februar 2020, 09:42), noch Karnak erfassen wollen, was Du sagst.

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon zoll » 10. Februar 2020, 11:45

Volker Zottmann hat u. a. geschrieben: Der Betrieb vergrößerte sich zwar, wurde aber total runter gewirtschaftet.
Da frage ich doch einmal die hier versammelte Leserschaft, welchen Betrieb hat die Planwirtschaft nicht auf dem Gewissen.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Kumpel » 10. Februar 2020, 11:54

Volker Zottmann hat geschrieben:Erschreckend bei Deinen klaren Worten ist, dass weder Beethoven (Montag 10. Februar 2020, 09:42), noch Karnak erfassen wollen, was Du sagst.



Wahrscheinlich muss man dafür sogar ein gewisses Verständnis aufbringen , die Denke eines Angestellten bzw. eines Küchentischimmobilienmakler kann sowas nicht fassen.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 10. Februar 2020, 12:09

zoll hat geschrieben:Volker Zottmann hat u. a. geschrieben: Der Betrieb vergrößerte sich zwar, wurde aber total runter gewirtschaftet.
Da frage ich doch einmal die hier versammelte Leserschaft, welchen Betrieb hat die Planwirtschaft nicht auf dem Gewissen.
zoll

Als ich 1977 dort in der Bauleitung/Investabteilung anfing, waren gerade 2 ladenneue Skelettbau-Betonhallen errichtet. Eine beherbergte Formteilautomaten für Schaumkleinteile und eine diente der Herstellung von Blöcken, die dann zu Platten geschnitten wurden. Total neue Maschinen, neuer Wasserkreislauf, Aufangbecken und so weiter. Man hat dann als VEB noch zur Erweiterung 2 ha Kirchenacker zugekauft. Dann aber kam 1983 der Investitionsstopp. Nur noch alles auf Verschleiß bewirtschaftet. Gebaut wurde nicht mehr . 2 ha Acker sind heute noch Brachland.
Zum Betrieb gehört auch ein komplettes Sägewerk und Böttcherei, wo aus Eichenstämmen über Zuschnitt, Trocknung dann Holzbottichwaschmaschinen produziert wurden.
Desweiteren eine Sperrholzfassproduktion für chemische Trockengüter.
Von der Treuhand musste Familie Loch aber wenn, alles komplett übernehmen, für Irrsinnssummen.
Die Schaumproduktion hätte mit geringem Anschub jederzeit wieder anlaufen können....

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon karnak » 10. Februar 2020, 13:34

Volker Zottmann hat geschrieben: Er ist einer der schlimmsten Ausbeuter geworden, denn seine ehemaligen Kollegen ließ er jetzt alle erstmal kostenlos zur Probe arbeiten.

Also sowas habe ich überhaupt noch nicht gehört, auf welcher Grundlage und wie lange denn? Wenn Du davon Kenntnis hattest, hat keine Behörde oder Gewerkschaft von derartiger Sklavenarbeit gehört?
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Kumpel » 10. Februar 2020, 14:11

Beethoven hat geschrieben:
Kumpel hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:
Ich habe den Eindruck, dass Du jedem Menschen, der in der DDR etwas geleistet hat und auch im neuen, nun kapitalistischen, System klar kam, dies diesem Menschen neidest.


Das hat mit Neid absolut nichts zu tun Beethoven.
Natürlich darf ein ehemals strammer Genosse auch im Kapitalismus erfolgreich sein , nur , wenn er dabei mit seinem SED Parteibuch auch gleich noch seine angeblichen moralischen Werte über Bord wirft
kann man nicht mehr als Verachtung aufbringen.



Sorry, ist OT.

Aber den Satz müsstest Du bitte mal näher erläutern. Ich bezweifle, ohne es zu wissen, dass der hier Geehrte jemals ein Parteibuch hatte.



Dann lies bitte noch einmal in Ruhe den ersten Beitrag Beethoven.
Es ging nicht um den Verstorbenen , sondern seine leitenden Mitarbeiter mit Parteibuch.Die Platzhalter der SED.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 10. Februar 2020, 14:31

karnak hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben: Er ist einer der schlimmsten Ausbeuter geworden, denn seine ehemaligen Kollegen ließ er jetzt alle erstmal kostenlos zur Probe arbeiten.

Also sowas habe ich überhaupt noch nicht gehört, auf welcher Grundlage und wie lange denn? Wenn Du davon Kenntnis hattest hat keine Behörde oder Gewerkschaft von derartiger Sklavenarbeit gehört?


Auch wenn Du so etwas in Potsdam nie vernommen hast gab es dies. Meinst Du ich kann solche Behauptungen aufstellen, wenn sie gelogen wären und hier noch frei rumrennen.?
Kristian, das war doch damals nicht mein Problem. Auch heute nicht, ich berichte lediglich.
Die sich haben so ausnutzen lassen, leben in der Mehrheit alle noch. Warum die da mitmachten, habe ich ja geschrieben. Schnauze halten und dann feste Arbeit haben, war der Grund. Und welche Gewerkschaft denn 1992?
Etwa Harry Tischs? [laugh]

Gruß Volker

In einer Harzgeröder Tiefbaufirma hatten alle Arbeiter Sonnabends grundsätzlich gratis zu arbeiten, wenn sie am Montag weiter bezahlt beschäfigt werden wollten. Die Firma gehörte (trotzdem bankrott) einem Tiefbauingenieur der Wasserwirtschaft. So unglaublich es klingt Karnak, Du hast keine Ahnung was auch nach der Wende in der Provinz des Überlebens wegen so abging. Auch die Firma leitete ein ostdeutscher Alteingesessener.

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 10. Februar 2020, 14:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 10. Februar 2020, 14:36

Kumpel hat geschrieben:
Dann lies bitte noch einmal in Ruhe den ersten Beitrag Beethoven.
Es ging nicht um den Verstorbenen , sondern seine leitenden Mitarbeiter mit Parteibuch.Die Platzhalter der SED.

Deine Bitte ist sinnlos, weil Beethoven eben ohne gründlich zu lesen dazwischen grätscht und dann falsche Schlüsse zieht. Ich erinnere nur an das berühmte Wustrow. Er sprach von seinem Wustrow auf Fischland und mein Thread handelte eindeutig von der Halbinsel Wustrow bei Rerik. Immer wieder das gleiche Gebrauchsmuster...
Hoffentlich verkauft er wenigstens nur die Häuser die das Katasteramt auch meint. Das kann sonst böse Folgen haben.


Gruß Volker
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Beethoven » 10. Februar 2020, 17:38

Kumpel hat geschrieben:
Wahrscheinlich muss man dafür sogar ein gewisses Verständnis aufbringen , die Denke eines Angestellten bzw. eines Küchentischimmobilienmakler kann sowas nicht fassen.


Wir haben gar keinen Küchentisch. [grins]
Ich weiß ja nicht was Du für Makler kennst?
Sicher arbeitet keiner von denen, an einem Küchentisch. Aber die Verächtlichmachung meiner Profession ist für mich der Beweis Deines Wissens von nichts.

Volker Zottmann hat geschrieben:
Hoffentlich verkauft er wenigstens nur die Häuser die das Katasteramt auch meint. Das kann sonst böse Folgen haben.

Gruß Volker


Nun spring ich Dir mal bei, mit viel Überwindung und Du begreifst das nicht einmal.

Was das Katasteramt mit Immobilienverkäufen zu tun hat, weist wohl auch nur Du. [flash]

Freundlichst
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 10. Februar 2020, 18:28

Natürlich weiß ich das. Du auch.

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Beethoven » 11. Februar 2020, 08:25

Hm, das weiß ich im Augenblick nicht.
Das Katasteramt hat mit Kauf oder Verkauf von Immobilien nichts zu tun, würde ich meinen.

Außer, dass das Katasteramt Flurkarten und Lagepläne (so es welche gibt) vorhält, hat dieses Amt am Kauf
oder Verkauf keine Aktie dran.

Da ist das Grundbuchamt schon eher ein wenig beteiligt, wenn auch am eigentlichen Akt des Eigentumsüberganges
auch nur in sofern, als dass es die entsprechenden Eintragungen in den jeweiligen Grundbuchauszug macht, nach dem
der Kauf / Verkauf notariell geschehen ist.

Also, wenn man keine Ahnung zu einem Thema hat, sollte man sich zurück halten.

Ganz anders zu Wustrow, wo Du mir Unkenntnis unterstellst. Blödsinn - ich war es nur leid mich nochmal und nochmal
und nochmals mit Dir über Deinen Unsinn auszuquatschen. Ich streite mich ja gerne mit Dir, wie Du weist. Aber wenn
ein Thema zur Gänze durchgekaut ist, ist es ermüdend und es muss was Neues her über das wir uns kappeln können.

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 11. Februar 2020, 12:34

Beethoven hat geschrieben:Hm, das weiß ich im Augenblick nicht.
Das Katasteramt hat mit Kauf oder Verkauf von Immobilien nichts zu tun, würde ich meinen.

Hier waren Kataster- und Grundbuchamt zusammen.
Es hat schon Makler gegeben, die in Unkenntnis oder im Irrtum falsche Häuser verkauften. Haushälften verwechselten, Straßenseiten verwechselten. Manchmal erst Jahre später bei Erbschaften bemerkt, dass man im falschen Haus wohnte, immer in der Annahme, der Makler hätte sauber recherchiert. Damit man die richtige Immobile anbietet, überprüft man zuvor an Hand des Kartenmaterials dieser Ämter. Hier ist das jedenfalls so. Und darauf zielte mein Beitrag.

Gruß Volker
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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Beethoven » 11. Februar 2020, 16:40

Volker Zottmann hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Hm, das weiß ich im Augenblick nicht.
Das Katasteramt hat mit Kauf oder Verkauf von Immobilien nichts zu tun, würde ich meinen.

Hier waren Kataster- und Grundbuchamt zusammen.
Es hat schon Makler gegeben, die in Unkenntnis oder im Irrtum falsche Häuser verkauften. Haushälften verwechselten, Straßenseiten verwechselten. Manchmal erst Jahre später bei Erbschaften bemerkt, dass man im falschen Haus wohnte, immer in der Annahme, der Makler hätte sauber recherchiert. Damit man die richtige Immobile anbietet, überprüft man zuvor an Hand des Kartenmaterials dieser Ämter. Hier ist das jedenfalls so. Und darauf zielte mein Beitrag.

Gruß Volker


Na gut. Will ich mal nicht so sein.

Allerdings machen doch wohl die Makler Besichtigungen vor Ort und erstellen anhand der Besichtigung, Ausmessung und der Fotos oder Videos die sie vor Ort gemacht haben ein Exposé, dessen erstes Exemplar, bevor dies überhaupt ein Interessent zu Gesicht bekommt, an die Eigentümer / Verkäufer versandt wird. Und erst wenn die Ihr "OK" zum Exposé geben bzw. ihre Änderungswünsche an den Makler übermittelt haben und der Makler die dann eingearbeitet hat, beginnt er mit der Vermarktung. Denn fast alle Makler haben in ihren AGB´s stehen "... das alle Angaben im Exposé vom Eigentümer oder einem Bevollmächtigten des Eigentümers sind und der Makler keine Haftung für falsche oder fehlerhafte Aussagen / Angaben im Exposé übernimmt."

Wie kann da solch ein Fehler passieren?

Na ja, ich plädiere seit 20 Jahren dafür, dass Immobilienmakler eine fundierte Ausbildung erhalten und Prüfungen wenigsten vor der IHK ablegen müssen.
In Großbritanien ist das schon ewig so.
Jeder Schuster hat eine Ausbildung. In Deutschland ist das leider nicht so. Ein Makler, wo es oft um viele 100.000-e geht, wo Familien ruiniert werden können, wenn der Makler eine Plinse ist, holt sich für ein paar 100 € den 34 c und kann sich Makler nennen. Auch deshalb ist der Ruf der Makler oft ein Schlechter. Es treiben sich einfach zu viele Unwissende in dem Metier herum und das schadet denen, die einen ordentlichen Job versehen.

Über diese Sätze wird sich Kumpel bestimmt freuen aber was solls? Es ist halt so und ich schließe mich da nicht mit ein.

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Re: In dankbarem Gedenken...

Beitragvon Volker Zottmann » 11. Februar 2020, 17:35

Solch Irrtumsbeispiel kam schon zu bester Fernsehsendezeit. Da hat jemand eine Doppelhaushälfte gekauft und modernisiert, ausgebaut. Jahre wohnten der mit Familie dort. Dann wurde der andere Hausteil vererbt und die Erben bemerkten, dass ihnen eigentlich der linke, sanierte Teil gehört.
Per Gerichtsbeschluss bekam der Erbe recht und die fleißigen Nachbarn hatten den schäbigen Hausteil und das Nachsehen.... So will es das Gesetz!
Schadenersatz hat, wenn überhaupt (Verjährung) der irrende Makler zu leisten.

Und nun bitte ich zum Thema zurück zu finden, oder zu schweigen.


Gruß Volker
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