Neonazis verbreiten Opfermythos

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Neonazis verbreiten Opfermythos

Beitragvon Interessierter » 28. Januar 2020, 16:03

Rechtsextremisten haben in Magdeburg der Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs gedacht – mit manipulierten Zahlen. Mit Märschen wie diesen will sich die NPD erneut in Stellung bringen.

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Teilnehmer des Trauermarsches in Magdeburg © Hardy Krüger

In der Innenstadt von Magdeburg mischt sich die sparsame Straßenbeleuchtung mit dem Blaulicht der Polizeifahrzeuge. Die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt ist am Freitagabend Bühne für einen Neonazimarsch. In Formation schreitet eine Gruppe aus 160 Demonstranten und Demonstrantinnen, die meisten in Schwarz gekleidet, vom Stadtteil Buckau in die Innenstadt. Sie schwenken Fahnen, entzünden Fackeln. Mit dem Trauermarsch, wie Rechtsextreme die Veranstaltung nennen, soll vorgeblich an die Bombardierung Magdeburgs während des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren erinnert werden.

Den Teilnehmern kommt es vor allem darauf an, eine fünfstellige Zahl zu verbreiten: die 16.000. So viele Menschen seien am 16. Januar 1945 beim Bombenangriff der Alliierten ums Leben gekommen, heißt es auf einem Transparent. Tatsächlich geht die Geschichtsschreibung von höchstens 2.500 Opfern aus.

Außerdem war der Aufzug eine diffuse Drohgebärde in Richtung politischer Gegner. Schließlich beteiligten sich an der Versammlung auch verurteilte rechte Gewalttäter, wie beispielsweise Alexander Bode. Der ehemalige Kommunalwahlkandidat der NPD in Brandenburg war Haupttäter einer tödlichen Hetzjagd auf einen Algerier im Jahr 1999 in Guben bei Cottbus und saß dafür zwei Jahre im Gefängnis.
Die tatsächliche Zugkraft des Marsches war indes gering. Den 160 Teilnehmern stand mindestens die fünffache Anzahl an Gegendemonstranten gegenüber.

Geblieben ist der rechte Kern

Als verantwortlich für den diesjährigen Aufmarsch gelten vor allem die von Pegida beeinflussten Magdeburger gegen die Islamisierung des Abendlandes (Magida). Die Initiative hatte sich 2015 als islam- und flüchtlingsfeindliche Bewegung gegründet. Die Versammlungen der Gruppe zogen mehrere Hundert Sympathisierende an, darunter zeitweise auch bürgerliche Klientel.

Übrig geblieben ist nur der rechtsextreme Kern der Bewegung. Doch selbst dieser tritt laut dem sachsen-anhaltischen Verfassungsschutz kaum noch unter dem Namen Magida auf, weil diese Marke als verbraucht gelte. Stattdessen versuchten die Hauptakteure, sich in einem “Netzwerk” von vermeintlich patriotischen Gruppierungen einen bürgerlichen Anstrich zu geben.

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