Als die Mauer 50 Meter nach Westen wanderte

Hier bitte ausschließlich Themen die sich mit der Berliner Mauer beschäftigen.

Als die Mauer 50 Meter nach Westen wanderte

Beitragvon Werner Thal » 22. Oktober 2019, 11:03

GESCHICHTE - DDR-Grenze

Als die Mauer 50 Meter nach Westen wanderte

Zwischen Prenzlauer Berg und Wedding fanden viele Fluchtversuche über die
Berliner Mauer statt. Eine Ausstellung am Mauerpark dokumentiert die ganze
Tristesse des Gebiets.

https://www.welt.de/geschichte/article1 ... derte.html


Und auch - spektakulär - am sog. Lenné-Dreieck - am Potsdamer Platz/Ebertstraße

https://www.tagesspiegel.de/berlin/gebi ... 00286.html

W. T.
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Werner Thal
 
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Re: Als die Mauer 50 Meter nach Westen wanderte

Beitragvon Werner Thal » 28. Januar 2020, 16:00

ZEIT ONLINE Lenné-Dreieck in Berlin vom 17. Juni 1988

Ärgerliche Attraktion

Wer räumt wann das besetzte Gebiet?

Die Mauer am Potsdamer Platz ist bunt bemalt wie eh und je. Ihr zu Füßen sitzen ein Dutzend Besetzer des
Lenné-Dreiecks, die meisten vermummt, und hören über Kassetten-Recorder Berlins Szene-Kabarettisten
Martin Buchholz: "...fragt Reagan Gorbatschow: ´Warum hält der Zug so lange?´Antwort: ´Die haben gerade
die Lokomotive gegen Wodka eingetauscht.´" Oben auf der Mauerkrone stützen sich zwei DDR-Grenzsoldaten
mit Ellbogen auf, der eine schaut durch ein Fernglas, der andere betrachtet amüsiert das bunte Treiben im
Niemandsland einem Stück Berlin, das nach der Vereinbarung über den Gebietsaustausch vom 1. April (1988)
die Ostberliner Behörden nicht mehr interessiert, das vor Inkrafttreten der Vereinbarung von West-Berliner
Autoritäten jedoch noch nicht betreten werden darf.

Am Tag zuvor hatte Innensenator Kewenig im Abgeordnetenhaus (in Schöneberg) penibel aufgelistet, dass in
unmittelbarer Nähe des Lenné-Dreiecks zwölf Bombenblindgänger und 2,2 Tonnen Granaten, Teller- und
Schützenminen gefunden worden seien. Nur deshalb sei ein Bauzaun um das Lenné-Dreieck errichtet worden.
unmittelbar nach Übergabe des Geländes soll hier mit der Munitionssuche begonnen werden.

Doch das ist sicher nicht der einzige Grund, warum der Regierende Bürgermeister Diepgen die neue Berliner
"Besetzer- und Tourismus-Attraktion" als Ärgernis empfindet. Innensenator Kewenig erklärte vor dem Abgeord-
netenhaus, der Senat könne es unter keinen Umständen zulassen, "dass hier in einem Gebiet, das quasi ohne
Hoheit daliegt ...mit Baumaterialien aus West-Berlin eine Art Wehrdorf errichtet wird, das dann uns große
Schwierigkeiten bereiten wird, wenn dieses Gebiet in den Hoheitsbereich West-Berlins kommt". Auf die Frage,
warum er hier von einem "rechtsfreien Raum" rede, korrigierte sich Kewenig dahingehend, dass das umstrittene
Gebiet "noch zum Hoheitsbereich der DDR gehört".

.....auch hier kann weitergelesen werden:

https://www.zeit.de/1988/25/aergerliche-attraktion

W. T.
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