Rechte Gewalt bleibt Problemfeld

Rechte Gewalt bleibt Problemfeld

Beitragvon Interessierter » 17. April 2019, 12:28

Die rechtsextrem motivierten Gewaltdelikte in Mecklenburg-Vorpommern haben sich laut Innenministerium beinahe halbiert. Es handelt sich dabei aber überwiegend um Körperverletzungen, wobei in vielen Fällen Flüchtlinge betroffen waren.

Aus der Vorstellung der Statistik für politisch motivierte Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern zum Jahr 2018 ist zu entnehmen, dass trotz insgesamt rückläufiger Zahlen die aus dem rechtsgerichteten Lager kommende Gewalt ein nun schon seit Jahren zu beobachtendes Problemfeld bleibt.

Insgesamt wurden laut dem Innenministerium in Schwerin durch die Polizei 907 Delikte der rechten Szene zugeordnet. Das entspricht einer Größenordnung von 70,4 Prozent aller erfassten Straftaten mit einem politischen Motiv. Besorgniserregend bleiben trotz beinahe Halbierung der Fallzahlen insgesamt 43 Gewaltdelikte (2017: 84), wovon 42 Körperverletzungen gezählt wurden. Von 56 antisemitisch ausgerichteten Taten entsprangen 54 einem rechtsextremen Motiv. Von den fremdenfeindlichen Übergriffen waren in mehr als 30 Fällen Asylbewerber betroffen. Für den Phänomenbereich „rechts“ wurden 614 Tatverdächtige, darunter 55 Gewalttäter ermittelt. Der überwiegende Teil der registrierten Straftaten betraf so genannte Propagandadelikte wie etwa eindeutige Schmierereien. Den Rückgang der Gesamtzahlen erklärte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vor allem damit, dass 2018 in dem Bundesland kein Wahljahr gewesen sei.

Attacken werden immer enthemmter


Die Opferberatungs- und -hilfsorganisation Lobbi e.V. hatte bereits Anfang des Vormonats ihre Übersicht für das zurückliegende Jahr präsentiert. Die Zahlen waren bei den Gewaltdelikten höher als die nun in der offiziellen Polizeistatistik auftauchenden Fälle. Offenbar erstatten aber nicht alle Opfer Anzeige bei der Polizei. Lobbi hat für 2018 insgesamt 96 Übergriffe von rechtsgerichteter Seite aufgelistet. Eine Auffälligkeit dabei: Die Attacken werden immer enthemmter, als Opfer sind immer häufiger auch Kinder und Jugendliche betroffen.

Bekannt gegeben wurden durch das Innenministerium jetzt auch Zahlen aus dem rechtsextremistischen Musikmilieu. Demnach hat es im Nordosten im Vorjahr insgesamt 18 Konzerte gegeben, und damit zwei weniger als es noch im Jahr 2017 waren. Rückläufig war demnach auch die dabei festgestellte Besucherzahl. Demnach wurden die rechtsextremem Musik-Auftritte von 1400 Interessierten verfolgt, ein Jahr zuvor waren es 2212 Personen.

Erst am vorigen Samstag wurde in der kleinen Gemeinde Zernin (Landkreis Rostock) ein heimlich organisiertes Rechtsrock-Konzert durch das Einschreiten der Polizei verhindert. Die Organisatoren hatten sich mit dem Vorwand einer privaten Feier Räumlichkeiten angemietet. Die Polizei traf bei ihrem Eintreffen ungefähr 90 Personen an.

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