Auftragskunst der Wismut

Auftragskunst der Wismut

Beitragvon pentium » 14. April 2019, 18:06

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Künstler Werner Petzold hat das Bild mit dem Namen "Brigade Rose" wieder auf Vordermann gebracht. Jahrzehntelang hing es im Foyer eines Wismut-Betriebes, war Wind und Wetter ausgesetzt. Die Holzfaserplatten wölbten sich, Farbe platzte ab, den sieben Bergleuten auf dem 2,20 mal 2,40 Meter großen Ölgemälde war das Lachen vergangen. Nachdem der Berliner Künstler sein Werk restauriert hat - und das ist jetzt nicht ironisch gemeint - strahlen die Uranerz-Kumpels wieder.

Das 1970 entstandene Gemälde des früheren Auftragsmalers Petzold, der 1983 in die Bundesrepublik geflüchtet war, wird ab 17. September neben rund 150 anderen Werken aus dem Besitz der Wismut GmbH in der Neuen Sächsischen Galerie in Chemnitz gezeigt. Die Ausstellung, die bis 12. Januar dauern wird, trägt den Titel "Schicht im Schacht". Gezeigt werden die wertvollsten Bilder der 4000 Werke umfassenden Kunstsammlung des Staatsbetriebes, der seinen Sitz in Chemnitz hat. Ansonsten schlummern die meisten Bilder in einem Depot der Wismut.

"Die Neue Sächsische Galerie stellt die Sammlung erstmals repräsentativ in ihrer Breite und zeitlichen Entstehung vor", heißt es in einer Pressemitteilung. Dass diese außergewöhnliche Ausstellung ausgerechnet in Chemnitz und nicht in der angestammten Wismut-Region stattfindet, hat die Debatte um den Standort einer geplanten Dauerausstellung der millionenschweren Sammlung, zu der auch Grafiken des jüngst verstorbenen Willi Sitte gehören, neu entfacht. "Der legitime zentrale Standort des Wismut-Bergbaus ist Bad Schlema. Dort gehört eine Dauerausstellung hin", sagt Hermann Meinel, der Leiter des Museums Uranbergbau in der Gemeinde.

Mit dieser Argumentation hat er natürlich den Bad Schlemaer Bürgermeister Jens Müller (Freie Wähler) auf seiner Seite. Seit einigen Jahren schon versucht das Gemeindeoberhaupt die Wismut GmbH zu überzeugen, ihre Werke dauerhaft in seinem Ort auszustellen. "Gegen eine zeitlich begrenzte Ausstellung wie in Chemnitz ist nichts einzuwenden", sagt Müller. "Unsere Gegend war aber am meisten mit dem Bergbau konfrontiert. Deshalb sollte die Sammlung, zu der auch kritische und realistische Werke gehören, zu uns." Dazu könnte das Kulturhaus Aktivist erweitert und ein Depot am Schacht 371 gebaut werden. Die Wismut hat sich noch nicht entschieden, es zeichnet sich noch keine Lösung ab. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Sammlung nach Thüringen kommt.

erschienen am 31.08.2013 Freie Presse

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